Planung, Lieferung und Montage einer Klärschlammannahme und Zwischenlagerung für ein Müllheizkraftwerk

Was wird ausgeschrieben
Der Zweckverband Abfallverwertung Südhessen schreibt die technische Realisierung einer Klärschlammannahme und Zwischenlagerung für das Müllheizkraftwerk Darmstadt aus. Der Auftrag umfasst die gesamte Projektkette von der Planung über die Montage bis zur Inbetriebnahme und Integration in ein neues Drehrohrofensystem. Die Vertragslaufzeit beträgt 900 Tage.
Vollständige Beschreibung anzeigen
Gegenstand der Ausschreibung ist die Vergabe von Planung, Beschaffung, Lieferung, Koordinierung, Montage, Inbetriebsetzung, Probebetrieb und Abnahme einer Klärschlammannahme und Zwischenlagerung. Hiervon umfasst ist auch die Integration der Klärschlammannahme und Zwischenlagerung in die Bestandsanlage und an das neue Drehrohrofensystem zur thermochemischen Klärschlamm-Monobehandlung.
Der Zweckverband Abfallverwertung Südhessen sucht einen Partner für den Bau einer Anlage zur Annahme und Zwischenlagerung von Klärschlamm am Standort Darmstadt. Das Projekt beinhaltet nicht nur die Lieferung der technischen Komponenten, sondern auch die vollständige Planung, Montage und die Einbindung in das bestehende Müllheizkraftwerk sowie das neue System zur thermischen Behandlung. Die Anlage soll den Klärschlamm für die weitere Verarbeitung vorbereiten, wobei der gesamte Prozess von der Inbetriebnahme bis zum Probebetrieb begleitet werden muss. Die Projektdauer ist auf 900 Tage angesetzt, was etwa zweieinhalb Jahren entspricht.
Zentrale Anforderungen
2 Punkte- Einhaltung der Eignungskriterien gemäß §§ 123, 124 GWB
- Nachweis der Einhaltung des Lieferkettensorgfaltspflichtengesetzes (§ 22 Abs. 1)
KI-zusammengefasst aus den offiziellen Eignungsanforderungen.
Eignungskriterien (Volltext)
Gemäß § 142 i. V. m. §§ 123, 124 GWB sowie § 22 Abs. 1 Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz Der öffentliche Auftraggeber kann den Bewerber oder Bieter unter Einhaltung der Grundsätze der Transparenz und der Gleichbehandlung auffordern, fehlende, unvollständige oder fehlerhafte unternehmensbezogene Unterlagen, insbesondere Eigenerklärungen, Angaben, Bescheinigungen oder sonstige Nachweise, nachzureichen, zu vervollständigen oder zu korrigieren, oder fehlende oder unvollständige leistungsbezogene Unterlagen nachzureichen oder zu vervollständigen.
Aufteilung in Lose
1 LotDer Zweckverband Abfallverwertung Südhessen (ZAS) hat die Aufgabe, die nach Vermeidung und Verwertung verbleibenden Restabfälle aus Hausmüll, Sperrmüll und hausmüllähnlichen Gewerbeabfällen für die Gebietskörperschaften Stadt Darmstadt, Landkreis Darmstadt-Dieburg, Odenwaldkreis sowie seinen Kooperationspartnern zu entsorgen. Zu diesem Zweck besitzt und betreibt der ZAS das Müllheizkraftwerk (MHKW) Darmstadt. Mit der Durchführung des operativen Betriebs ist die ENTEGA AG beauftragt. Die Müllverbrennung des MHKW Darmstadt bestand bis vor Beginn des Umbauprojektes aus drei Verbrennungslinien, den Linien 1, 2 und 3, mit einer genehmigten jährlichen Durchsatzkapazität von 238.280 Mg/a. Die ENTEGA hat am 20. Dezember 2023 den BImSchG-Genehmigungsbescheid erhalten. Die genehmigte jährliche Mülldurchsatzkapazität der Müllverbrennungslinien 3 und 4 beträgt 225.000 Mg/a, die genehmigte Einsatzkapazität von entwässertem kommunalem Klärschlamm in die KSMB beträgt 60.000 Mg/a. Der ZAS befindet sich aktuell in der Realisierung des Umbaus und der Modernisierung des MHKW Darmstadt. Die Errichtung der neuen Müllverbrennungslinie 4 und der neuen Linie 5 erfolgt in zwei Bauabschnitten. Im Rahmen des Bauabschnittes 1 wurde bereits die Müllverbrennungslinie 2 zurück gebaut. Diese wird ersetzt durch eine aktuell in der Inbetriebsetzung befindliche größere Müllverbrennungslinie 4. Im Rahmen des Bauabschnittes 2 ist geplant, die Müllverbrennungslinie 1 rückzubauen und an den Platz der Linie 1 eine Linie 5 mit KSMB und mit KS-Aschekonfektionierung aufzustellen und die KSMB verfahrenstechnisch mit dem Kessel der Linie 4 zu koppeln, wobei die Arbeiten zu Linie 4 und die insoweit notwendigen Rückbauleistungen nicht Gegenstand dieser Ausschreibung sind. Im Bauabschnitt 2 erfolgt auch die Zusammenschaltung zwischen KSMB und dem Kessel der Linie 4. Zielsetzung der KSMB ist die thermochemische Behandlung von kommunalem Klärschlamm aus der Region. Nachgeschaltet zur KSMB ist eine KS-Aschekonfektionierung mit Mahlung und Granulierung der Klärschlammasche (im folgenden KS-Asche) mit entsprechender Rückgewinnung des Rohstoffs Phosphor in einem P-Aschegranulat geplant, wobei dieser Anlagenteil auch nicht Gegenstand dieser Ausschreibung ist. Die KSMB besteht aus der Klärschlammannahme, Klärschlamm-Zwischenlagerung und der thermochemischen Klärschlammbehandlung mittels Drehrohrofen. Die Klärschlamm- Annahme und Klärschlamm-Zwischenlagerung besteht im Wesentlichen aus zwei Annahmebunkern, zwei Zwischenlagersilos, einem Vorlagegefäß vor dem Drehrohrofen sowie der Klärschlammfördertechnik. Die thermochemische Klärschlammbehandlung wird in einem direkt beheizten Drehrohrofen im Aufstellungsbereich der aktuellen Müllverbrennungslinie 1 erfolgen. Die Beheizung des Drehrohrofens soll mit heißem Rauchgas (Heißgas) aus dem Kessel der Müllverbrennungslinie 4 durchgeführt werden. Das Prozessgas wird dem Feuerraum der Müllverbrennung Linie 4 zugeführt. Der Klärschlamm wird im Gegenstrom zum Heiß-/Prozessgas durch den Drehrohrofen geführt und vollständig ausgebrannt. Der Auftraggeber beabsichtigt mit dieser Ausschreibung die Beschaffung von Lieferungen und Leistungen über die Planung, Beschaffung, Lieferung, Koordinierung, Montage, Inbetriebsetzung, den Probebetrieb und die Abnahme der Vergabeeinheit KSA01 Klärschlammannahme und Zwischenlagerung. Dieser Beschaffungsgegenstand ist Teil von Bauabschnitt 2 des Gesamtprojektes. Die wichtigen terminlichen Meilensteine im Bauabschnitt 2 sind nach dem aktuellen Planungsstand wie folgt vorgesehen: Der Beginn der Schwermontage der Klärschlammannahme und der Zwischenlagerung ist derzeit für den 01.11.2027 geplant. Das Montageende der Klärschlammannahme und Zwischenlagerung ist für den 31.03.2028 geplant. Anschließend erfolgt die Inbetriebsetzung. Nach Ende der Inbetriebsetzung (kalt und warm) erfolgt der Probebetrieb. Der Beginn des Probebetriebs ist für den 25.08.2028 vorgesehen. Nach dem 28-tägigen Probebetrieb erfolgt die Abnahme des integrierten Betriebes der KSMB, und damit auch des hier angefragten Liefer- und Leistungsumfangs, mit der bereits zuvor im Regelbetrieb befindlichen Müllverbrennungsanlage der Linie 4. Vor diesem Hintergrund beabsichtigt der Auftraggeber mit der vorliegenden Ausschreibung Komponenten sowie Lieferungen und Leistungen zu beschaffen. Dies umfasst insbesondere die Klärschlammannahme bestehend aus zwei Klärschlamm-Annahmebunkern mit Austragssystemen und Störstoffabscheidern der Klärschlamm-Zwischenlagerung bestehend aus zwei Klärschlamm-Zwischenlagersilos mit Austragssystemen, einem Vorlagegefäß vor dem Drehrohrofen sowie der Klärschlammfördertechnik mit dem notwendigen Zubehör. Gegenstand der Verhandlung wird neben den wertungsrelevanten Aspekten der anzubietenden Lösung auch die Frage sein, inwieweit die Rohrleitungen für die Klärschlammförderung im Lieferumfang enthalten sind.
Zuschlagskriterien
7 Kriterien- price40%
Preis
- cost15%
Betriebskosten
- quality10%
Angebotener Rahmenterminplan
- quality10%
Organisation, Qualifikation und Erfahrung des mit der Auftragsausführung betrauten Personals
- quality10%
Qualität und Güte der angebotenen technischen Lösung im Hinblick auf Aufstellung und Platzbedarf
- quality10%
Qualität und Güte der angebotenen technischen Lösung im Hinblick auf Maschinen-/Apparatetechnik
- quality5%
Akzeptanz des Vertragsentwurfs
Zeitplan
- 22. Juli 2026Bekanntmachung veröffentlichtAuf TED publiziert
- 19. Aug. 2026EinreichungsfristElektronische Einreichung