UHV-Vakuumkammern (Kalt-Warm-Übergänge) für Teilchenbeschleuniger SIS100
Was wird ausgeschrieben
Die GSI Helmholtzzentrum für Schwerionenforschung GmbH in Darmstadt beschafft im Auftrag der FAIR GmbH 50 Strahlvakuum-Kalt-Warm-Übergänge für das Schwerionensynchrotron SIS100. Die Vakuumkammern verbinden Strahlrohrabschnitte bei Raumtemperatur mit solchen bei flüssigem Helium (ca. 4 K). Die Gesamtmenge verteilt sich auf fünf verschiedene Bautypen mit Längen zwischen 428 mm und 573 mm, jeweils mit drehbaren DN160CF Standardflanschen. Die Lieferung inklusive Vakuumabnahmetests soll innerhalb von 360 Tagen erfolgen.
Vollständige Beschreibung anzeigen
Mit dem FAIR-Projekt (Facility for Antiproton and Ion Research) entsteht derzeit am Standort der GSI in Darmstadt eine der modernsten Teilchenbeschleuniger- und Experimentieranlagen welt-weit. Der unter internationaler Beteiligung entwickelte und finanzierte Anlagenkomplex dient der wissenschaftlichen Grundlagenforschung sowie Experimenten in zahlreichen angewandten Wis-senschaftsdisziplinen. Die Verantwortung für die Realisierung der Anlage wurde der im Jahr 2010 gegründeten FAIR GmbH übertragen. Das GSI Helmholtzzentrum für Schwerionenforschung übernimmt im Rah-men vertraglicher Vereinbarungen mit der FAIR GmbH zahlreiche administrativ-technische Auf-gaben, darunter auch bestimmte Beschaffungsprozesse. Für den Hauptbeschleuniger der FAIR-Anlage, das Schwerionensynchrotron SIS100, werden sogenannte Kalt-Warm-Übergänge benötigt. Dabei handelt es sich um UHV-Vakuumkammern, die Strahlrohrabschnitte des Beschleunigerrings in den Raumtemperaturbereichen mit Strahl-rohrabschnitten, die bei Temperaturen von flüssigem Helium betrieben werden, verbinden. Diese Kalt-Warm-Übergänge sind mit zwei Wellbälgen ausgestattet, verfügen über einen großen Kryostat-Anschlussflansch und stellen über CF-Flansche die Verbindung zwischen den kalten und warmen Strahlrohren her. Zugleich dienen die Baugruppen dem Ausgleich von Längen- und Abstandsänderungen, die infolge des Abkühlens und Wiedererwärmens der kalten Strahlrohrbe-reiche und ihrer Kammern entstehen.
Das GSI Helmholtzzentrum Darmstadt beschafft im Rahmen des internationalen FAIR-Projekts (Facility for Antiproton and Ion Research) spezielle Vakuumkammern für den Hauptbeschleuniger SIS100. Diese sogenannten Kalt-Warm-Übergänge sind Hochvakuum-Baugruppen, die Strahlrohre bei Raumtemperatur mit solchen verbinden, die bei extrem niedrigen Temperaturen (nahe dem absoluten Nullpunkt) betrieben werden – sie müssen also sowohl ultrahohe Vakuumbedingungen als auch Kryotechnik aushalten. Die Ausschreibung umfasst 50 Einheiten in fünf verschiedenen Typen, die jeweils mit Wellbälgen für den thermischen Ausgleich und speziellen Flanschsystemen ausgestattet sind. Die Lieferzeit beträgt ein Jahr, wobei die Qualität der angebotenen Lösung (Produktionsablauf, Qualitätssicherung, Liefertreue) mit 60 % höher gewichtet wird als der Preis (40 %).
Zentrale Anforderungen
5 Punkte- Nachweis von Erfahrung mit UHV-Vakuumkomponenten für wissenschaftliche Beschleunigeranlagen
- Fähigkeit zur Fertigung von Kryostat-Komponenten für Tieftemperaturanwendungen
- Durchführung von Vakuumabnahmetests nach internationalen Standards
- Qualitätssicherungssystem für Hochvakuum- und Kryotechnik-Baugruppen
- Eignungsnachweis nach §§ 123, 124 GWB
KI-zusammengefasst aus den offiziellen Eignungsanforderungen. Verbindlich ist der Originaltext unten.
Eignungskriterien (Volltext)
siehe GSI-Formblatt-Eignung: Eigenerklärung zur Eignung nach §§ 123, 124 GWB als Bestandteil der Eignungsunterlagen, die das Unternehmen eingereicht hat. GSI/FAIR behält sich eine einmalige Nachforderung von Unterlagen innerhalb einer im Nachforderungsschreiben festzusetzenden Frist gemäß § 56 VgV vor. Die Bewerber können sich auf eine Nachforderung aber nicht verlassen. Letztendlich unvollständige Teilnahmeanträge werden ausgeschlossen (§ 57 Abs. 1 Nr. 2, Abs. 3 VgV)
Aufteilung in Lose
1 LotGegenstand der Ausschreibung ist die Fertigung, die Durchführung von Vakuumabnahmetests und die Lieferung von insgesamt 50 Strahlvakuum-Kalt-Warm-Übergängen. Die Gesamtmenge verteilt sich auf fünf verschiedene Bautypen mit unterschiedlichen Längen von 428 mm bis 573 mm, die jeweils in variierenden Stückzahlen herzustellen und zu prüfen sind. Die Kalt-Warm-Übergänge sind mit drehbaren DN160CF Standardflanschen ausgestattet. Zum Leistungsum-fang gehört ferner die Lieferung von 50 zugehörigen Dichtungen, die der vakuumdichten Anbin-dung der Baugruppen an die Kryostate dienen. - 4 Stk. BVCWT Typ 160-428s gemäß beigestellten Modellen + TZ - 16 Stk. BVCWT Typ 160-428e gemäß beigestellten Modellen + TZ - 4 Stk. BVCWT Typ 160-463s gemäß beigestellten Modellen + TZ - 15 Stk. BVCWT Typ 160-463e gemäß beigestellten Modellen + TZ - + 39 Helicoflexdichtungen Typ HN200 15077 - 11 Stk. BVCWT Typ 160-573e gemäß beigestellten Modellen + TZ - + 11 Helicoflexdichtungen Typ HN200 15075
Zuschlagskriterien
5 Kriterien- quality9%
Im Rahmen dieses Zuschlagskriteriums wird bewertet, inwieweit die Angebotsunterlagen erkennen lassen, dass die angebotene Leistung die in den Vergabeunterlagen festgelegten technischen, qualitativen und funktionalen Anforderungen vollständig erfüllt und fachlich nachvollziehbar umgesetzt werden kann. Dem Auftraggeber ist dabei insbesondere wichtig, dass aus dem Angebot eindeutig hervorgeht, wie die angebotene Lösung die Spezifikation vollumfänglich erfüllt und auf welche Weise die Fertigung der Baugruppen sowie deren vakuumtechnische Abnahme vorgesehen sind. Eine positive Bewertung erfolgt insbesondere bei einer klar strukturierten, technisch präzisen und widerspruchsfreien Darstellung der vorgesehenen Ausführung, Fertigung, Prüfmethodik und Qualitätssicherung. Eine geringe Punktzahl erhalten Angebote, deren Unterlagen unvollständig sind, nur pauschale oder wenig belastbare Aussagen enthalten oder die technische Umsetzung und vakuumtechnische Abnahme nicht hinreichend konkret beschreiben.
- price40%
Preiskriterium für "Preis-Quotient-Methode"
- quality21%
Bewertet werden die Nachvollziehbarkeit, Schlüssigkeit und fachliche Qualität des dargestellten Produktionsablaufs und Herstellungsprozesses. Maßgeblich ist, in welchem Umfang der Bieter darlegt, dass die Fertigung der ausgeschriebenen Baugruppen auf Grundlage eines strukturierten, technisch geeigneten und qualitätsgesicherten Herstellungsprozesses erfolgt. Eine positive Bewertung erfolgt insbesondere bei einer klaren, vollständigen und widerspruchsfreien Darstellung der einzelnen Fertigungsschritte, der eingesetzten Herstellungsverfahren, der qualitätssichernden Maßnahmen sowie der vorgesehenen Prüf- und Kontrollschritte. Eine geringere Punktzahl erhalten Angebote, deren Ausführungen nur allgemein gehalten sind, wesentliche Bestandteile des Herstellungsprozesses nicht hinreichend konkret beschreiben oder Zweifel an der Beherrschung des Produktionsablaufs offenlassen.
- quality12%
"Bewertet werden die Vollständigkeit, Nachvollziehbarkeit und fachliche Qualität der Darstellung zur Qualitätssicherung, zu den vorgesehenen Abnahmetests sowie zur technischen Dokumentation. Maßgeblich ist, in welchem Umfang der Bieter darlegt, dass die geforderte Qualität der Baugruppen durch geeignete Maßnahmen sichergestellt, die Einhaltung der technischen Anforderungen durch geeignete Prüf- und Abnahmeschritte nachgewiesen und die Ergebnisse in nachvollziehbarer Form dokumentiert werden. Eine positive Bewertung erfolgt insbesondere bei einer klaren, vollständigen und widerspruchsfreien Beschreibung der Qualitätssicherungsmaßnahmen, der Prüf- und Abnahmeverfahren sowie der vorgesehenen Dokumentationsunterlagen. Eine geringere Punktzahl erhalten Angebote, deren Ausführungen nur pauschal bleiben, wesentliche Elemente des Prüf- und Dokumentationskonzepts nicht hinreichend konkret beschreiben oder Zweifel an der belastbaren Qualitätssicherung und Nachweisführung offenlassen. Nachweis über Beispiele zu Abnahmetests und Dokumentation."
- quality18%
Dem Auftraggeber ist insbesondere wichtig, dass die vom Auftraggeber vorgegebene Lieferzeit eingehalten wird. Dies ist durch eine detaillierte und schlüssige Projektplanung zu belegen. Bewertet wird insbesondere die geplante Auslieferung der Stückzahlen zu den vorgegebenen Lieferterminen - 3 Teillieferungen. Kürzere, plausibel dargestellte Lieferzeiten werden positiv bewertet. Längere Lieferzeiten erhalten eine entsprechend geringere Punktzahl bis hin zu 0 Punkten. Weiterhin wird bewertet, wie der Bieter beschreibt, welche Gegenmaßnahmen bei sich anbahnenden Lieferterminverzögerungen eingeleitet werden.
Zeitplan
- 16. Apr. 2026Bekanntmachung veröffentlichtAuf TED publiziert
- 18. Mai 2026EinreichungsfristElektronische Einreichung