Vergabeentscheid
Zuschlag erteilt
Auftragsgewinner: unbekannt
Auftragswert
€177k
Zuschlag am
27. Feb. 2024
Tragwerksplanung für die Instandsetzung von Schloss Wilhelmshöhe (Weißensteinflügel und Südlicher Verbinderbau)

Was wird ausgeschrieben
Das Land Hessen beauftragt die Tragwerksplanung für die Sanierung des Weißensteinflügels und des südlichen Verbinderbaus am Schloss Wilhelmshöhe. Der Auftrag umfasst die Instandsetzung der Gebäudehülle sowie die Inneninstandsetzung des südlichen Verbinderbaus. Es handelt sich um ein komplexes denkmalgeschütztes Bauvorhaben in Kassel.
Vollständige Beschreibung anzeigen
Tragwerksplanung;
Der Landesbetrieb Bau und Immobilien Hessen sucht einen Tragwerksplaner für die Sanierung historischer Gebäudeteile am Schloss Wilhelmshöhe in Kassel. Das Projekt umfasst die Instandsetzung der Gebäudehülle, die Wiederherstellung der ursprünglichen Dachneigung sowie die Sanierung der Innenräume des südlichen Verbinderbaus. Da es sich um ein bedeutendes denkmalgeschütztes Objekt handelt, ist eine hohe fachliche Expertise in der statischen Planung für historische Bausubstanz erforderlich. Der Auftrag ist als Dienstleistung für Ingenieurleistungen ausgeschrieben.
Aufteilung in Lose
1 LotIm Rahmen der Instandsetzung von Schloss Wilhelmshöhe saniert das Land Hessen zurzeit die Gebäudeteile Weißensteinflügel (WSF) und Südlicher Verbinderbau (SVB). Haushaltsrechtlich genehmigt sind hierbei die Instandsetzung der Gebäudehülle von Weißensteinflügel und südlichem Verbinderbau, einschließlich Wiederherstellung der bauzeitlichen Dachneigung, sowie die Inneninstandsetzung des südlichen Verbinderbaus. Schwerpunkt aus tragwerksplanerischer Sicht ist das Instandsetzungskonzept des südlichen Verbinderbaus, der sowohl an beiden Fassaden, als auch in der Untersicht des Durchfahrtsgewölbes erhebliche Rissbildung zeigt. Festzustellen sind deutlich erkennbare geometrische Zusammenhänge der Rissbildung im Durchfahrtsgewölbe mit den Aufstandsbereichen der Dienergangwand und des Schornsteins im EG. Aus diesen beiden Bauelementen resultieren sehr hohe Lasten, denen die Gewölbekonstruktion nicht standhalten konnte und sich das Versagen der Konstruktion in den zu beobachtenden Rissen und Gefügeverschiebungen manifestiert. Die Überlastung des Durchfahrtsgewölbes wurde im Wesentlichen durch zwei Ereignisse ausgelöst: Die Aufstockung des Südlichen Verbinderbaus im 19. Jahrhundert - trotz entsprechender baulicher Vorkehrungen - sowie Reparaturarbeiten nach dem 2. Weltkrieg, insbesondere an der Decke über EG, mit zum Teil unzulässigen Lastumleitungen. Aufgrund der Tatsache, dass die Decke über EG starke Belastungen auf die Dienergangwand im EG und damit auf das Durchfahrtsgewölbe bringt, muss das bauzeitliche Konstruktionsprinzip der Überspannung der gesamten Gebäudebreite wiederhergestellt werden. Hierzu sind umfangreiche Instandsetzungsmaßnahmen an den Resten der bauzeitlichen Deckenbalken erforderlich sowie der Rückbau aller Instandsetzungsmaßnahmen aus den 1950er Jahren. Besonderes Augenmerk ist hierbei auf den weitest möglichen Erhalt der vorhandenen historischen Deckenbekleidungen zu legen. Um das durch deutliche Rissbildung geschädigte Gewölbe im Bereich der Durchfahrt zu entlasten, besteht die Möglichkeit zum Einbau einer Abfangkonstruktion, die denkmalschutzrechtlich eng abzustimmen ist. Diese Abfangkonstruktion würde die derzeitige unterseitige Notabstützung ersetzen und dauerhaft im Bauwerk verbleiben. Aufgrund der komplizierten geometrischen Verhältnisse ergeben sich für die Abfangträger mit horizontaler Krümmung mehr oder weniger große Torsionsspannungen. Aktuell liegt hierzu ein Instandsetzungskonzept in verschiedenen Varianten vor, das im weiteren Planungsprozess zu verifizieren und fortzuschreiben ist sowie ein Instandsetzungskonzept der Decke über EG, an das anzuknüpfen ist. Für die Instandsetzung der Fassaden und Dächer liegt eine Ausführungsplanung vor, auf deren Grundlage die Baubegleitung, einschließlich ggf. erforderlicher punktueller Ausführungsdetails, im Rahmen der Besonderen Leistungen erfolgen soll.
Zeitplan
- 23. Juli 2026Bekanntmachung veröffentlichtAuf TED publiziert
- 27. Feb. 2024Zuschlag erteilt€177k