Machbarkeitsstudie und Fachplanung zur Sanierung der Großkälteanlage
Was wird ausgeschrieben
Die Stadt Essen beauftragt die Erstellung einer Machbarkeitsstudie für die bestehende Großkälteanlage im Rathaus Porscheplatz 1. Die Studie bewertet die technische, wirtschaftliche und betriebliche Leistungsfähigkeit des Systems und entwickelt sowie vergleicht Handlungsoptionen für eine zukünftige Sanierung oder Erneuerung. Die Untersuchung muss unter laufendem Gebäudebetrieb erfolgen und berücksichtigt die besondere Struktur des 106 Meter hohen Hochhauses. Der Auftrag ist als Fachplanungsleistung im Dienstleistungsbereich klassifiziert.
Vollständige Beschreibung anzeigen
Erstellung einer Machbarkeitsstudie zur technischen, wirtschaftlichen und betrieblichen Bewertung der bestehenden Kälteversorgungsanlage. Auf Grundlage der Untersuchung sind geeignete Handlungsoptionen zu entwickeln und vergleichend zu bewerten, um eine belastbare Entscheidungsgrundlage für die zukünftige Sicherstellung der Kälteversorgung zu schaffen
Die Stadt Essen beauftragt eine Machbarkeitsstudie zur Überprüfung und möglichen Sanierung der zentralen Kälteanlage im Rathaus am Porscheplatz. Da das Gebäude ein über 100 Meter hohes Hochhaus ist, das dauerhaft im Betrieb bleibt, muss die Untersuchung speziell auf die laufenden Abläufe und die komplexe, vertikal verlaufende Kältetechnik abgestimmt werden. Der Auftragnehmer analysiert den aktuellen Zustand, prüft verschiedene Sanierungsalternativen und erstellt eine fundierte Empfehlung für die zukünftige Kälteversorgung. Die Vergabe erfolgt im direkten Verhandlungsverfahren mit einer Einreichungsfrist von sechs Tagen. (interne Bezeichnung des Auftraggebers: Stadt Essen - Immobilienwirtschaft)
Zentrale Anforderungen
5 Punkte- Eignungsnachweis für Fachplanungsleistungen
- Erfahrung mit Großkälteanlagen und Hochhäusern
- Nachweis interdisziplinärer Expertise (Kältetechnik, Hydraulik, Korrosionsschutz)
- Konzept für Untersuchungen im laufenden Gebäudebetrieb
- Bewerbung im Rahmen des direkten Verhandlungsverfahrens
KI-zusammengefasst aus den offiziellen Eignungsanforderungen. Verbindlich ist der Originaltext unten.
Eignungskriterien (Volltext)
Die Nachforderung beschränkt sich zunächst auf die Bieter der engeren Wahl (in der Regel Rang 1-3) mit einer Frist von sechs Tagen.
Aufteilung in Lose
1 LotAnalyse, Bewertung und Variantenuntersuchung der bestehenden Kälteversorgungsanlage unter Berücksichtigung des laufenden Gebäudebetriebs sowie der baulichen und technischen Rahmenbedingungen. Das Untersuchungsobjekt ist ein Sonderbau mit einer Gebäudehöhe von ca. 106 m. Die technische Infrastruktur ist vertikal organisiert und hydraulisch stark vernetzt. Die Untersuchung erfolgt unter der Randbedingung eines dauerhaft betriebenen Gebäudes Die Kälteversorgung erfolgt über eine zentrale Kälteerzeugung im Untergeschoss (U3). Die Rückkühlung erfolgt über auf dem Dach angeordnete Rückkühlwerke.Die Verbindung zwischen Kälteerzeugung und Rückkühlung erfolgt über vertikale Steig- und Fallleitungen über die gesamte Gebäudehöhe. Die Kälteverteilung erfolgt über ein horizontales Verteilnetz sowie über die Lüftungsanlagen der Nutzungseinheiten. Das System ist hydraulisch durchgängig vernetzt und als Gesamtsystem zu betrachten Ergebnisziel der Untersuchung ist die Entwicklung einer belastbaren Entscheidungsgrundlage für den zukünftigen Umgang mit der Kälteanlage unter Berücksichtigung von Betriebssicherheit, Wirtschaftlichkeit und technischer Umsetzbarkeit im laufenden Gebäudebetrieb. Untersuchungsumfang und Fragestellungen Im Rahmen der Machbarkeitsstudie sind durch den Auftragnehmer insbesondere folgende Aspekte zu bearbeiten: - Ermittlung des tatsächlichen Zustands der Gesamtanlage (Erzeugung, Rückkühlung, Verteilung und hydraulisches Gesamtsystem) - Analyse der Ursachen der Korrosionsproblematik unter Berücksichtigung von Material, Betriebsweise und Wasserqualität - Bewertung der technischen Kritikalität der Korrosionsschäden hinsichtlich Schadensfortschritt, Ausfallrisiko und Auswirkungen auf die Betriebssicherheit - Bewertung des Einflusses des offenen Kühlsystems auf den Anlagenzustand - Bewertung der Auswirkungen auf Betrieb, Funktionsfähigkeit und Versorgungssicherheit - Einordnung des Schadensbildes als lokal begrenzt oder systemisch wirksam - Abschätzung der verbleibenden technischen Nutzungsdauer der Bestandsanlage - Entwicklung technisch und wirtschaftlich geeigneter Zukunftsstrategien Es ist beabsichtigt, auch die spätere bauliche Umsetzung der Maßnahmen auf Grundlage der HOAI durch den Auftragnehmer optional erbringen zu lassen.
Zuschlagskriterien
4 Kriterien- price60%
Preiskriterium für "Preis-Quotient-Methode"
- quality16%
Teamstruktur & Interdisziplinarität: Wie greifen die Kompetenzen in den Bereichen Kältetechnik, Anlagenhydraulik und Anlagenchemie/Korrosionsschutz für diese spezielle Aufgabe ineinander? Präsenz & Verfügbarkeit: Wie stellt das Team die Erreichbarkeit und die erforderliche Vor-Ort-Präsenz in Essen sicher (besonders wichtig bei der erweiterten Bestandsaufnahme)? Vertretungskonzept: Wie wird der Know-how-Erhalt bei Ausfall von Schlüsselpersonen im Projektverlauf gesichert?
- quality16%
Analysekonzept: Wie plant der Bieter die Ursachenanalyse der Korrosionsproblematik und die Untersuchung des 106 m hohen, hydraulisch vernetzten Systems im laufenden Betrieb durchzuführen? Betriebssicherheit: Welche konkreten methodischen Ansätze schlägt der Bieter vor, um die Kälteversorgung während der Bearbeitungs- und Umsetzungsphase (insbesondere in der Saison April bis Oktober) zwingend aufrechtzuerhalten? Variantenentwicklung: Wie nachvollziehbar und innovativ ist der vom Bieter skizzierte Prozess, um zu der am Ende geforderten wirtschaftlichen und technischen Vorzugsvariante zu gelangen? Die generelle Punkte-Systematik 5 Punkte (Sehr gut): Herausragendes, exzellent auf das Projekt zugeschnittenes Konzept. Der Bieter hat die spezifischen Problemstellungen (z. B. 106 m Gebäudehöhe, laufender Betrieb, komplexes Hydrauliknetz) tiefgehend durchdrungen. Lösungsansätze sind detailliert, schlüssig und bieten erheblichen Mehrwert oder innovative Ansätze zur Risikominimierung. 4 Punkte (Gut): Überzeugendes und gut durchdachtes Konzept, das die wesentlichen Projektanforderungen vollständig und projektspezifisch adressiert. Es bleiben kaum Fragen offen. 3 Punkte (Befriedigend): Solides, praxistaugliches Konzept. Die Anforderungen werden grundsätzlich erfüllt, jedoch ist die Herangehensweise eher standardisiert und lässt tiefere objektspezifische Detaillierungen (speziell zum Rathaus Essen) vermissen. 2 Punkte (Ausreichend): Das Konzept geht bedingt auf die Aufgabenstellung ein. Es weist fachliche oder methodische Lücken auf oder ist stark generalisierend, ohne erkennbaren Bezug zur konkreten Anlagenstruktur. 1 Punkt (Mangelhaft): Wesentliche Aspekte der Aufgabenstellung werden nicht berücksichtigt (z. B. fehlendes Konzept zur Aufrechterhaltung des Sommerbetriebs). Starke qualitative Defizite. 0 Punkte (Ungenügend): Keine, völlig unbrauchbare oder komplett am Thema vorbeigehende Angaben.
- quality8%
Terminplanung Machbarkeitsstudie: Qualität und Realismus des vom Bieter vorzulegenden Bau- und Betriebsphasenkonzepts. Baulogistik & Eingriffstiefe: Konzept zum Umgang mit den extremen baulogistischen Randbedingungen (Arbeiten im Hochhaus, stark vernetztes Gesamtsystem). Kostenkontrolle: Methodik zur belastbaren Ermittlung der Investitions- und Betriebskosten (Lebenszyklusbetrachtung über 20 Jahre) und zur Vermeidung von Kostensteigerungen.
Zeitplan
- 4. Mai 2026Bekanntmachung veröffentlichtAuf TED publiziert
- 1. Juni 2026EinreichungsfristElektronische Einreichung