Vergabeentscheid

Zuschlag erteilt

Auftragsgewinner: Schiel Projekt GmbH

Auftragswert

€182k

Zuschlag am

1. Juli 2026

TED·455620-2026

Planungsleistungen für drei archäologische Sonderausstellungen und eine Wanderausstellung

PlanungsleistungenKultur und FreizeitÖffentliche VerwaltungKulturwesenAusstellungsplanungArchaeologieMuseumsplanungKultursektorDesignleistungen
Auftragswert
~€250k
Geschätzt · Konfidenz low
Einreichungsfrist
Leistungsbeschreibung

Was wird ausgeschrieben

Das Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt schreibt Planungsleistungen für drei Ausstellungsprojekte aus. Diese umfassen die Sonderausstellung 'Blockbergungen', die große Landesausstellung 'Ottonen' sowie die Wanderausstellung 'Merian'. Die Leistungen werden in drei Losen vergeben.

Vollständige Beschreibung anzeigen

Planungsleistungen Sonderausstellung "Blockbergungen"; Sonderausstellung "Ottonen", Wanderpräsentation "Merian

VergabeHero-Einschätzung

Das Landesmuseum für Vorgeschichte in Halle (Saale) sucht Unterstützung bei der Planung von drei verschiedenen Ausstellungsprojekten. Dabei geht es um die wissenschaftliche und technische Konzeption der Sonderausstellung 'Blockbergungen', die Gestaltung der großen Landesausstellung 'Ottonen' auf rund 800 Quadratmetern sowie die Entwicklung einer mobilen Wanderausstellung zu den Stadtansichten von Matthäus Merian. Die Aufträge werden in drei separaten Losen vergeben, wobei für die 'Ottonen'-Ausstellung aufgrund des Status als Landesausstellung ein besonders hoher Anspruch an die Gestaltung besteht. Interessierte Planungsbüros müssen sich auf eine Kombination aus inhaltlicher Aufbereitung archäologischer Funde und technischer Ausstellungsplanung einstellen.

Lose

Aufteilung in Lose

3 Lote
LOT-0001Sonderausstellung "Blockbergungen"

Als Blockbergung werden archäologische Funde und Befunde verstanden, die aus wissenschaftlichen oder technischen Gründen zusammen mit dem umgebenen Erdreich im Block auf den Ausgrabungen geborgen wurden. Ihre Untersuchung erfolgt im Anschluss unter Laborbedingungen. Konserviert und als Exponat aufbereitet wird mit diesen Exponaten der archäologische Fund in Fundsituation physisch fixiert gezeigt. im Normalfall kann dieser Zustand nur auf Ausgrabungsfotos festgehalten werden. In der Sonderausstellung soll ein repräsentatives Spektrum an Blockbergungen mit ihren Aussagemöglichkeiten gezeigt werden. Zeitlich lassen sie sich in den Zeitraum von ca. 4000 v. Chr. bis in die ersten Jahrhunderte n. Chr. einordnen. Der Schauwert dieser Exponate steht nicht allein im Vordergrund. Beleuchtet wird auch die Geschichte dieser Bergungsart von ihren Anfängen mit Altpräparaten aus den 1880er Jahren bis zu den hochmodernen Exponaten der Gegenwart. Enthalten sind sehr große, schwere (mehrere 100 kg) und fragile Blöcke mit kompletten Rinderbestattungen (ca. 4 x 2,3 m), hölzerne Brunnenanlagen, Befundblöcke von Gruben und technischen Einrichtungen, diverse Körpergräber von ca. 2,5 x 1,2 m und robuste, schwere Kleinformate. Die Präsentation dieser Blöcke erfolgt überwiegend in senkrechter Position an den später mit lackierten MDF-Platten zu verkleideten Metallträgern. Aus den Größen und Gewichten der Exponate resultieren die Herausforderungen an den Ausstellungsbau in Bezug auf Timing, Logistik mit Schwerlasttransporten in den vergleichsweise engen Zugangsbereichen der Ausstellungsräumlichkeiten im Atrium des Hauses. Gezeigt werden ausschließlich Exponate aus Sachsen-Anhalt mit voraussichtlich drei Leihgaben aus Berlin und Nürnberg.

CPV 71240000
LOT-0002Sonderausstellung "Ottonen"

Die Sonderausstellung »Ottonen« richtet ihren Fokus auf die archäologischen Funde und Befunde der Ottonenzeit (10. Jh.). Geplant ist sie als große Ausstellung des Landesmuseums mit bedeutenden nationalen und internationalen Leihgaben. Bereits 2025 wurde ihr der Titel "Landesausstellung" gewährt. Nach aktueller Planung wird sie die komplette Sonderausstellungsfläche im Erdgeschoss des Landesmuseums in Anspruch nehmen (ca. 800 m2, vgl. Anlage Ausstellungsflächen). Der Schwerpunkt liegt, anders als bei früheren Ausstellungen zu Otto dem Großen und seiner Epoche, auf der Archäologie der Ottonenzeit und dem damit verbundenen Mehrwert. Denn die unmittelbaren archäologischen Zeugnisse dieser Zeit erlauben im Zusammenspiel mit innovativen Untersuchungs-methoden und Fragestellungen neue Perspektiven auf das ottonische Herrschaftszentrum im heutigen Sachsen-Anhalt. Im Mittelpunkt stehen Otto der Große und seine Familie vom Anfang bis zum Ende der Dynastie. Derzeit noch laufende und anhaltende Forschungen und Grabungen zum Thema erfordern Flexibilität bei der inhaltlichen und gestalterischen Planung. Das Herzstück der Ausstellung bildet das im Rahmen von Konservierungsmaßnahmen interdisziplinär untersuchte Grab Ottos des Großen im Magdeburger Dom. Die zu erwartenden Ergebnisse werden unsere Kenntnisse über den ersten Kaiser des Heiligen Römischen Reiches (962) erheblich erweitern. Zusätzlich zur Präsentation im Landesmuseum wird an sogenannten Korrespondenzstandorten - den Orten mit Hauptbefunden zur Ottonenzeit (Helfta, Magdeburg, Memleben, Quedlinburg, Walbeck, Zeitz und weitere) -durch lokale Institutionen zum Thema informiert. Eine Herausforderung für die Ausstellung im Landesmuseum wird es daher sein, die nicht ins Museum überführbaren Befunde der ottonischen Orte (u.a. Taufbeckenfundament, Gebäude- und Kirchengrundrisse mit verschiedenen Phasen) für den Besucher mit modernen Präsentationshilfen (multimediale Präsentationen, 3D-Rekonstruktionen/Drucke etc.) erfahrbar zu machen. Hinzukommen die archäologischen Funde aus Sachsen-Anhalt, die zum Teil sehr kleinteilig und fragil (bspw. Münzen, Fibeln, Boden- und Wandfragmente usw.) oder zum Teil groß und schwer (bspw. Steinsarkophag, Glocke) sind. Zusammen mit ausgewählten, kostbaren Leihgaben zu einzelnen Themen stellen auch die Exponate insgesamt eine besondere Herausforderung in der Präsentation dar. Die auszustellenden Objekte präzisieren sich jedoch erst im Laufe des Jahrs 2026.

CPV 71240000
LOT-0003Wanderpräsentation "Merian"

Die Wanderausstellung zeigt eine kolorierte historische Stadtansicht des Kupferstechers Matthäus Merian (1593-1650) als hinterleuchtetes Megabacklight zusammen mit einer aktuellen Standansicht - idealerweise im gleichen Format. Ein pultartiger Vorbau soll wenige Exponate (ggf. auch Großexponate aus Stein und Metall), zusätzliches Bildmaterial und Text aufnehmen. Als erster Standort ist voraussichtlich Halle vorgesehen. Mindestens zwei weitere Standorte in anderen Städten sollen folgen. Die Ausstellung ist als Wanderausstellung für öffentliche Innenräume (z. B. Einkaufzentrum) mit hohem Publikumsverkehr und austauschbaren Inhalten zu planen. Deshalb sind die unter Punkt 4 beschriebenen technischen Voraussetzungen erforderlich.

CPV 71240000
Bewertung

Zuschlagskriterien

12 Kriterien
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Zeitleiste

Zeitplan

  1. 2. Juli 2026
    Bekanntmachung veröffentlicht
    Auf TED publiziert
  2. 1. Juli 2026
    Zuschlag erteilt
    Zuschlag an Schiel Projekt GmbH · €182k

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