Vergabeentscheid

Zuschlag erteilt

Auftragsgewinner: H2 ARCHITEKTUR by hendrik heine

Auftragswert

€250k

Zuschlag am

7. Juli 2026

TED·499797-2026

Planung zur Instandsetzung des denkmalgeschützten Fördergerüsts Schacht 371

Sachsen
Chemnitz, Germany·Veröffentlicht 20. Juli 2026
IngenieurdienstleistungenBauleistungenBergbauÖffentliche VerwaltungDenkmalschutzIngenieurplanungDenkmalschutzInstandsetzungOeffentliche AuftraggeberBauwesen
Auftragswert
~€250k
Geschätzt · Konfidenz low
Einreichungsfrist
Leistungsbeschreibung

Was wird ausgeschrieben

Die Wismut GmbH schreibt Planungsleistungen nach HOAI für die Instandsetzung des historischen Fördergerüsts am Schacht 371 in Hartenstein aus. Das Projekt umfasst die Leistungsphasen 1 bis 3 fest sowie 4 bis 9 optional, mit einem starken Fokus auf denkmalpflegerische Anforderungen und statische Sicherung. Ziel ist der dauerhafte Erhalt des als Industriedenkmal eingestuften Bauwerks.

Vollständige Beschreibung anzeigen

Erbringung von Leistungen der Objekt- und Fachplanung der HOAI 2021 mit zugehörigen Besonderen Leistungen. Das Fördergerüst befindet sich im Bereich Sanierung Aue der Wismut GmbH an der Talstraße 7 der Stadt Hartenstein. Das Fördergerüst gilt, neben den Gebäuden Schacht-, Maschinen- und Zechenhaus, seit 2007 als Technisches Denkmal (Amt für Bauordnung und Denkmalpflege Zwickau). Der Schacht 371 sowie die umgebende Haldenlandschaft sind seit 2019 Teil der „Bergbaulandschaft Uranerzbergbau“ innerhalb des UNESCO Welterbes Montanregion Erzgebirge/ Krušnohoří. Aufgrund der historisch wichtigen Rolle bei der Gewinnung von Uranerz soll künftig das Gelände des Schachtes 371 als Präsentationsort für das „Erbe der Wismut“ durch die Wismut Stiftung gGmbH für die breite Öffentlichkeit erlebbar gestaltet werden. Bezüglich seiner Authentizität, Singularität und außergewöhnlichen historischen Bedeutung als verbliebene Zeugnisse des Uranbergbaus, verfolgt die Wismut Stiftung gGmbH das denkmalpflegerische Ziel, das Gebäudeensemble mit Fördergerüst zu erhalten. Das ca. 50 m hohe Stahlfördergerüst ist in das Schachthaus integriert und „wächst“ aus diesem heraus. Das 4-geschossige Schachthaus besteht aus einer Skelettbau-Konstruktion aus Stahlbeton mit Klinkermauerwerk ausgefacht. Die monolithischen Decken bestehen ebenfalls aus Stahlbeton mit teilweise eingefügten Stahlbühnen. Das Fördergerüst wurde im Werk 536 Cainsdorf gefertigt und 1958 aufgebaut. Zur Förderung diente eine zweitürmige Vier-Etagen-Förderkorbanlage, welche im Bereich der Personenbeförderung drei untereinander liegende Förderkörbe für je 20 Personen (jeweils nach oben und nach unten) antrieb und in der Lastenförderung in vier Etagen Haltepunkte aufwies, in welchen jeweils zwei Hunte auf- bzw. eingeladen werden konnten. Sie erreichte eine Leistung von 12 m/s bei Seilfahrt und 14 m/s bei Güterfahrt. Die Förderkorbanlage wurde 1996 außer Betrieb gesetzt. Der Schacht wurde im Jahr 2011 mittels einem Betonpfropfen verwahrt. Im Laufe der vergangenen Jahre sind am Fördergerüst vereinzelte Korrosionsschutzmaßnahmen und kleinere Umbauten vorgenommen worden. Das Fördergerüst des Schachthauses befindet sich, aufgrund der äußeren Einflüsse durch die Bewitterung in einem sanierungsbedürftigen Zustand. Für das Fördergerüst wurde im April 2023 ein Sachstandsbericht mit Maßnahmenkatalog nach Sichtprüfung zum Erhaltungszustand erstellt. Auf dieser Grundlage müssen, unter statischen Gesichtspunkten, die Maßnahmen zum Erhalt umgesetzt werden. Das Fördergerüst befindet sich nicht mehr in Betrieb und soll auch für die Nachnutzung weder in Betrieb, noch für Besucher außerhalb des Schachthauses begehbar gemacht werden. Eine Befahrung des Schachtfördergerüstes soll lediglich zu Kontroll- und Wartungszwecken fungieren. Vorrangig ist hier der Erhalt des Fördergerüstes als Technisches Denkmal für die Dauerhaftigkeit anzusetzen. Das Fördergerüst ist ein stählernes Einstrebengerüst bestehend aus einem 8-stieligen Führungsgerüst aus Profilstahl. Das Führungsgerüst hat eine rahmenartige Tragstruktur. Zudem sind an das Führungsgerüst Hängebankträger angeschlossen. Die Streben sind in Hohlkastenschweißkonstruktionen ausgeführt. Die Seilscheibenträger sind in die Streben eingebunden und das Fördergerüst besitzt einen Kranbahnaufbau mit Hebezeug. Die Übertreibsicherung sind mit Spurlattenverdickung und Prellhölzer noch tlw. vorhanden. Es gibt 4 Seilscheiben mit einen Scheibendurchmesser von 7 m. Der Allgemeinzustand des Fördergerüstes ist von mäßiger bis starker Korrosion gekennzeichnet. Die tragenden Konstruktionsteile besitzen noch ausreichend Querschnitte. Allerdings befindet sich der Gesamtzustand des Gerüstes in einem sehr sanierungswürdigen Zustand. Es gilt, wieder einen mängelfreien Allgemeinzustand und einen Korrosionsschutz des gesamten Fördergerüstes, sowie aller verbindlichen Elemente zum Gerüst, im und außerhalb des Schachthauses, herzustellen. Die Denkmalbehörde ist in die Entscheidungen der einzelnen Maßnahmen einzubeziehen. Ebenso ist die Fundamentierung des Fördergerüstes zu prüfen und falls notwendig die Tragfähigkeit und den witterungsfesten Schutz wieder herzustellen. Leistungsort: Wismut GmbH, Bereich Sanierung Aue

VergabeHero-Einschätzung

Die Wismut GmbH sucht ein Ingenieurbüro für die Planung der Sanierung des Fördergerüsts am Schacht 371 in Hartenstein. Da es sich um ein bedeutendes Industriedenkmal des Uranbergbaus handelt, müssen bei der Instandsetzung strenge denkmalpflegerische Vorgaben beachtet werden. Der Auftrag umfasst zunächst die Grundlagenermittlung sowie Vor- und Entwurfsplanung, während die weiteren Phasen bis zur Bauüberwachung optional beauftragt werden können. Das Gerüst ist nicht mehr in Betrieb und soll lediglich für Wartungszwecke zugänglich bleiben. Die Qualität der Planung ist bei der Vergabe mit 75 Prozent deutlich höher gewichtet als der Preis.

Lose

Aufteilung in Lose

1 Lot
LOT-0000Planung zur Instandsetzung des Fördergerüsts des Schachtes 371 im Bereich Sanierung Aue der Wismut GmbH, Los 1: Leistungsbild Ingenieurbauwerke

Planungsleistungen gem. § 43 HOAI Ingenieurbauwerke mit den Leistungsphasen 1 - 3 und optional 4 - 9 sowie nachfolgende Besondere Leistungen jeweils optional in den Leistungsphasen 8 und 9; LPH 8 (optional): Kostenkontrolle; LPH 8 (optional): Prüfen von Nachträgen; LPH 8 (optional): Örtliche Bauüberwachung; LPH 9 (optional): Überwachen der Mängelbeseitigung innerhalb der Verjährungsfrist. Leistungsort: Wismut GmbH, Bereich Sanierung Aue; Landkreis: Zwickau; Gemarkung: Hartenstein.

CPV 71000000, 71310000, 71240000, 71330000, 71300000, 71322000
Bewertung

Zuschlagskriterien

2 Kriterien
  • price

    Der Preis wird mit 25 % bei der Bewertung des Angebots gewichtet. Alle Kriterien sind nur in den Beschaffungsunterlagen aufgeführt.

    25%
  • quality

    Die Qualität wird mit 75 % bei der Bewertung des Angebots gewichtet. Alle Kriterien sind nur in den Beschaffungsunterlagen aufgeführt.

    75%
Zeitleiste

Zeitplan

  1. 20. Juli 2026
    Bekanntmachung veröffentlicht
    Auf TED publiziert
  2. 7. Juli 2026
    Zuschlag erteilt
    Zuschlag an H2 ARCHITEKTUR by hendrik heine · €250k

Alle Angaben ohne Gewähr. Ausschreibungen können sich jederzeit ändern – wir übernehmen keine Gewähr für Aktualität, Vollständigkeit oder Richtigkeit der hier dargestellten Daten. Maßgeblich ist stets die Originalbekanntmachung des Auftraggebers.

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