Objektplanung Evangelisches Gemeindehaus Tuttlingen
Was wird ausgeschrieben
Die Stadt Tuttlingen vergibt die Objektplanung für die denkmalgerechte Sanierung und Umnutzung des denkmalgeschützten Evangelischen Gemeindehauses (Baujahr 1897/98) in ein „Haus der Musik“. Das dreigeschossige Gebäude mit ca. 3.841 m² Bruttogrundfläche soll die städtische Musikschule und musiktreibende Vereine aufnehmen. Die Planungsleistungen umfassen die HOAI-Leistungsphasen 1–8 gemäß § 34 HOAI mit Anlage 10. Der Auftraggeber behält sich eine stufenweise Beauftragung vor. Die Vertragslaufzeit beträgt 3 Jahre (1.095 Tage).
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Die Stadt Tuttlingen beabsichtigt das denkmalgeschützte Evangelische Gemeindehaus Tuttlingen in ein "Haus der Musik" umzubauen, in dem die Musikschule und verschiedene musiktreibende Vereine neue Räumlichkeiten finden. Das ehemalige Vereinshaus des Evangelischen Jünglingsvereins, heute Evangelisches Gemeindehaus, wurde in den Jahren 1897/98 als Herberge, Bildungsort und Versammlungsstätte für wandernde Handwerksgesellen im Rahmen der Inneren Mission errichtet. Der dreigeschossige Sichtbacksteinbau zeigt in seiner Gestalt und Fassadenausbildung die repräsentative und zugleich funktionale Architektur des späten 19. Jahrhunderts. Der Baukörper ist von mächtiger Kubatur und streng symmetrisch gegliedert. Zwei vorspringende Querhäuser fassen die drei mittleren, leicht zurückgesetzten Achsen der Straßenfassade zur Weimarstraße ein. Das hohe Erdgeschoss wird durch paarweise angeordnete Doppelfenster mit dreiachsigem Tympanon gegliedert, wodurch eine klare horizontale Gliederung und eine solide Sockelwirkung entstehen. In den Obergeschossen prägen geschossübergreifende Rechteckfenster mit Blendlünetten den zentralen Fassadenbereich. Sie belichten den dahinterliegenden großen Gemeindesaal und unterstreichen die vertikale Wirkung des Gebäudes. Schmuckelemente und Fassadendetails greifen Formen der norddeutschen Backsteingotik auf, insbesondere in der Ornamentik der Ziegel und den profilierten Gesimsen. Ursprünglich trugen die Querhäuser markant hoch aufragende Satteldächer, deren charakteristische Silhouette im Zuge späterer Dachausbauten verändert wurde. Trotz dieser Eingriffe ist der Bau in seiner historischen Substanz und architektonischen Ausdruckskraft weitgehend erhalten. Im Rahmen des Teilnahmewettbewerbs bietet das Gebäude großes Potenzial für eine zeitgemäße Umnutzung zu einem gemeinsamen "Haus der Musik" für die städtische Musikschule und die musizierenden Vereine Tuttlingens. Damit entsteht ein Zentraler Ort der Begegnung, der neue Impulse für das kulturelle und gemeinschaftliche Leben in der Stadt setzt. Durch seine architektonische und städtebauliche Präsenz, die zentrale Lage und die geschichtliche Bedeutung nimmt das Evangelische Gemeindehaus eine prägende Stellung im Stadtgefüge Tuttlingens ein. Im Jahr 2025 erwarb die Stadt das Gebäude mit dem Ziel, es einer neuen Nutzung zuzuführen. Die Musikschule, bislang in der Oberamteistraße untergebracht, sowie die Tuttlinger Musikvereine sollen künftig im Gebäude großzügige Räumlichkeiten erhalten. Die integrierte Bühne im Luther Saal (Großer Saal) ermöglicht dabei kleinere Konzerte und Aufführungen, wodurch das Haus zu einem lebendigen Veranstaltungsort wird. Für die neue Nutzung sind umfassende Anpassungen erforderlich, um den schulischen und akustischen Anforderungen gerecht zu werden. Hierzu zählen Maßnahmen in den Ausbaugewerken: Trockenbau, Maler, Bodenbelagsarbeiten, sowie Heizung / Lüftung / Sanitär und Elektro. Zudem werden gezielte Schallschutzmaßnahmen durch den Einbau von Akustikdecken, Schallschutztüren und Schallschutzfenster umgesetzt. Ergänzend ist die Dämmung der obersten Geschossdecke vorgesehen, um den energetischen Standard des Gebäudes zu verbessern. Das gesamte Gebäude hat eine Bruttogrundfläche von ca. 3.841 m2. Gegenfalls sind kleine Grundrissänderungen und Raumaufteilungen möglich.
Die Stadt Tuttlingen plant, das denkmalgeschützte Evangelische Gemeindehaus aus dem Jahr 1897/98 in ein „Haus der Musik“ umzubauen. In dem historischen Sichtbacksteinbau sollen die städtische Musikschule und verschiedene Musikvereine großzügige Räumlichkeiten erhalten – der Luther Saal mit Bühne ermöglicht zudem kleinere Konzerte und Aufführungen. Für die neue Nutzung sind umfangreiche Sanierungsarbeiten in den Ausbaugewerken (Trockenbau, Maler, Bodenbelagsarbeiten, HLS, Elektro), gezielte Schallschutzmaßnahmen (Akustikdecken, Schallschutztüren und -fenster) sowie eine Dämmung der obersten Geschossdecke vorgesehen. Die ausgeschriebene Objektplanung umfasst alle acht Leistungsphasen nach HOAI und dauert drei Jahre; der geschätzte Auftragswert liegt im mittleren einstelligen Millionenbereich. Bewerber müssen nachweisen, dass sie bereits Erfahrung bei der Sanierung im Denkmalschutz oder beim Bauen im Bestand gesammelt haben.
Zentrale Anforderungen
5 Punkte- Erfahrung bei der Sanierung im Denkmalschutz oder Bauen im Bestand
- HOAI-konforme Objektplanung (Leistungsphasen 1–8 gemäß § 34 HOAI)
- Nachweis vergleichbarer Projekte im Bereich denkmalgerechter Sanierung
- Fähigkeit zur stufenweisen Beauftragung (Leistungsphasen 1–8)
- Methodik zur Termineinhaltung bei 3-jähriger Projektlaufzeit
Eignungskriterien von KI ermittelt, keine offiziellen Angaben vom Auftraggeber vorhanden.
Aufteilung in Lose
1 LotLeistungserbringung Objektplanung Gebäude: Denkmalgerechte Planung und Sanierung des Gebäudes. Die geforderten Leistungen orientieren sich an den Leistungsbildern der HOAI. Objektplanung (Leistungsphasen 1 - 8, gemäß § 34 HOAI mit Anlage 10) entsprechend Teilleistungstabelle in den Unterlagen. Der Auftraggeber behält sich eine stufenweise Beauftragung vor. Der Objektplaner sollte bereits über Erfahrung bei der Sanierung im Denkmalschutz oder Bauen im Bestand besitzen. Der sensible Umgang und die sorgsame Integration von neunen Elementen in die bestehende Formensprache sollten nachgewiesen werden. Im Idealfall kann der Planer bereits Referenzen von vergleichbaren Gebäuden oder Bildungseinrichtungen, idealerweise auch im Zusammenhang mit Denkmalschutz, vorweisen. Ein besonderes Augenmerk des Auftraggebers liegt in der gemeinsamen Abstimmung aller an der Ausführung beteiligten Planern. Hier sollte neben allen anderen Anforderungen eine wirtschaftliche Gesamtbetrachtung der späteren Ausführung stattfinden.
Zuschlagskriterien
5 Kriterien- quality30%
Erkennen der Aufgabenstellung und der Projektanforderung (Herangehensweise): 15%, Organisation und zeitliche Abfolge der Projektabwicklung: 10 %, Erwartete Zusammenarbeit mit Auftraggeber und Projektbeteiligten: 5%.
- quality25%
Anhand einer vergleichbaren Aufgabenstellung: Erwartete fachliche Leistung hinsichtlich Entwurfsqualität, Funktionalität und Wirtschaftlichkeit: 15 %, Methodik zur Termineinhaltung: 5 %, Methodik zur Kosteneinhaltung: 5 %.
- quality20%
Vorgesehener Projektleiter - Planung: 15 %, Vorgesehenes Projektteam - Planung: 5 %.
- price15%
Honorarangebot vorzugsweise i.R.d. HOAI
- quality10%
Gesamteindruck der Präsentation
Zeitplan
- 21. Apr. 2026Bekanntmachung veröffentlichtAuf TED publiziert