Objektplanung Ingenieurbauwerke für multifunktionale Retentionsmaßnahmen in Marburg
Was wird ausgeschrieben
Die Universitätsstadt Marburg vergibt im Rahmen des Bundesprogramms ‚Anpassung urbaner und ländlicher Räume an den Klimawandel‘ die Objektplanung für Ingenieurbauwerke (LPH 1-8 HOAI) an zwei Standorten (Wehrda und Michelbach). Die Maßnahmen umfassen die Renaturierung von Gewässern und die Erstellung von Dämmen zum Schutz vor Starkregen. Die prognostizierten Baukosten betragen ca. 295.000 € für Los 1 und 335.000 € für Los 2. Die Leistungen werden in zwei Losen ausgeschrieben, wobei eine stufenweise Beauftragung vorgesehen ist.
Vollständige Beschreibung anzeigen
Achtung: Leistungen der Tragwerksplanung sind nicht mehr Gegenstand der Ausschreibung --- Die Universitätsstadt Marburg beabsichtig mit dem Projekt "Multifunktionale Retentionsmaßnahmen" an zwei Standorten (Wehrda und Michelbach) durch Renaturierung eines Gewässers und Erstellung von Dämmen eine gewässerverträgliche und klimaangepasste Flächennutzung im urbanen Raum. Hier: Verhandlungsverfahren für Leistungen der Objektplanung Ingenieurbauwerke (Gruppe 3) in zwei Losen. --- Projektbeschreibung: Die Universitätsstadt Marburg ist aufgrund der steilen Topografie und großer natürlicher Außengebiete bei Starkregen besonders gefährdet. Im Rahmen des Klimaanpassungskonzepts wurde diese Thematik stadtgebietsweit betrachtet und die Pilotmaßnahme "Rückhalt von Außengebietswasser" mit zwei Maßnahmenbausteinen entwickelt, die hohes Übertragungspotential auf weitere Flächen im Stadtraum haben. Die Wirkung der Maßnahmen wurde im Klimaanpassungskonzept durch zahlreiche 2D-Abflusssimulationen umfassend untersucht. Mit dem dezentralen Rückhalt in den multifunktionalen Flächen lassen sich maßgebliche Bereiche in den Ortslagen vor Starkregen schützen. Die zwei Maßnahmenbausteine (Los 1 und Los 2), die am Rand der Kernstadt (Wehrda - Los 1) und im Außenbereich (Michelbach - Los 2) liegen, wurden hierzu im Verbund konzipiert und als Projekt "Multifunktionale Retentionsmaßnahmen" in das Bundesprogramm "Anpassung urbaner und ländlicher Räume an den Klimawandel" vom Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) im Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung (BBR) zur Förderung aufgenommen. --- Leistungsumfang: Leistungen der Objektplanung Ingenieurbauwerke, LPH 1-8 § 43 HOAI zzgl. besondere Leistungen (hydraulische Berechnungen, Erstellung von Deichbüchern) in zwei Losen (Los 1 Wehrda, Los 2 Michelbach). Siehe hierzu auch Anlage Projekt- und Leistungsbeschreibung. ---- Parallel werden in einem anderen Verfahren die Leistungen der Objektplanung Freianlagen in 2 Losen (Wehrda und Michelbach) ausgeschrieben. ---- Projektkosten: Es ist von prognostizierten Baukosten in Höhe von etwa 295.000 € netto KG 300 für Los1 und 335.000 € netto KG 300 für Los 2 auszugehen. Seitens der Förderstelle wurde eine Priorisierung beider Lose vorgenommen. Los 1 (Wehrda) hat die höhere Priorität vor dem Los 2 (Michelbach). --- Es ist für jedes Los eine stufenweise Beauftragung vorgesehen. Die einzelnen Projektstufen werden nach Projektfortschritt sukzessive abgerufen. Sollte der Auftraggeber entscheiden, dass das Projekt nach Abschluss einer Projektstufe beendet wird, erfolgt kein weiterer Abruf. Ein Anspruch des Auftragnehmers zum Abruf weiterer Projektstufen besteht nicht.
Die Universitätsstadt Marburg sucht einen Planer für den Bau von Retentionsflächen an zwei Standorten (Wehrda und Michelbach), um bei Starkregen die Siedlungsgebiete zu schützen. Das Projekt ist Teil eines Bundesprogramms zur Klimaanpassung und umfasst die Objektplanung für Ingenieurbauwerke wie Dämme und Renaturierungsmaßnahmen an Gewässern. Die geschätzten Baukosten liegen bei etwa 630.000 Euro netto, verteilt auf zwei Lose mit einer Laufzeit von jeweils rund 32 Monaten. Bewerber müssen Erfahrung mit wasserwirtschaftlichen Ingenieurbauwerken und hydraulischen Berechnungen nachweisen. (interne Bezeichnung des Auftraggebers: Magistrat der Universitätsstadt Marburg)
Zentrale Anforderungen
5 Punkte- Erfahrung mit Objektplanung Ingenieurbauwerke (HOAI LPH 1-8)
- Kenntnisse in hydraulischen Berechnungen
- Referenzen für vergleichbare wasserwirtschaftliche Projekte
- Fähigkeit zur Erstellung von Deichbüchern
- Kompetenz in 2D-Abflusssimulationen
Eignungskriterien von KI ermittelt, keine offiziellen Angaben vom Auftraggeber vorhanden.
Aufteilung in Lose
2 LoteDer betrachtete Planbereich mit einer Größe von etwa 41.000 m² ist derzeit u.a. durch eine große asphaltierte Fläche, zwei Sportplatzflächen, einem Spielplatz und einem Übungsareal der freiwilligen Feuerwehr gekennzeichnet. Das Gewässer verläuft verrohrt unter dem Areal. Dem Prinzip der Schwammstadt folgend soll im Teilprojekt Wehrda eine gewässerverträgliche und klimaangepasste Flächennutzung im urbanen Raum erfolgen. Das abfließende Wasser soll vor Erreichen der Siedlungsgebiete gezielt zurückgehalten werden. Das als Sport- und Freizeitfläche genutzte Areal soll als Retentionsfläche dienen, um Überflutungen durch Starkregen (insb. aus den Außengebieten) in Wehrda zu reduzieren. Die nachfolgenden Maßnahmen sind u.a. angedacht: Renaturierung des Gewässers "Teufelsgraben" auf einer Länge von ca. 160m durch Offenlegung im südlichen Bereich der Fläche; Erstellung eines unterirdischen Retentionsraums im Bereich des Rasensportplatzes; Erstellung von mehreren Querriegeln bzw. Dämmen westlich und nördliche des besiedelten Bereichs; Schaffung von potentiellen Retentionsräumen durch Errichtung von kleinen Dämmen im Bereich des Mehrgenerationsplatzes; Erhöhung der Aufenthaltsqualität auf dem Mehrgenerationenplatz. --- Hinweis zur geschätzten Laufzeit: Es wird ein Unternehmen gesucht, welches sofort nach Beauftragung mit der Bearbeitung beginnen kann. Voraussichtlicher Leistungszeitraum ist Anfang Mai 2026 bis Dezember 2028.
Die betrachtete Planbereich beträgt ca. 13.000 m². Defizite zeigen sich in einem derzeit monotonen, engen und tiefen Bett verlaufenden Gewässer, welches wenig Aufenthaltsqualität aufweist und nur gering auf klimawandelbedingte Ereignisse wie kleinräumige Starkregenereignisse reagieren kann. Die nachfolgenden Maßnahmen sind hier u.a. geplant: Renaturierung Michelbach auf einer Länge von etwa 380m; Retentionsräume schaffen; Überprüfung vorhandener Querbauwerke (Durchlässe etc.) und ggf. Rückbau bzw. Anpassung an die berechnete Starkregen- bzw. Hochwasserstände; Erhöhung der Aufenthaltsqualität --- Hinweis zur geschätzten Laufzeit: Es wird ein Unternehmen gesucht, welches sofort nach Beauftragung mit der Bearbeitung beginnen kann. Voraussichtlicher Leistungszeitraum ist Anfang Mai 2026 bis Dezember 2028.
Zuschlagskriterien
6 Kriterien- quality40%
Projektteam, Personaleinsatzkonzept, interne Organisation, Verfügbarkeit für das Projekt; Abstimmung und Zusammenarbeit mit dem Auftraggeber und weiteren Planungsbeteiligten; Maßnahmen zur qualitäts-, termin- und kostengerechten Leistungserbringung;
- quality40%
Herangehensweise, besondere Anforderungen bei der Planung; Herangehensweise, besondere Anforderungen bei der Ausführung;
- price20%
Honorarangebot
- quality40%
Projektteam, Personaleinsatzkonzept, interne Organisation, Verfügbarkeit für das Projekt; Abstimmung und Zusammenarbeit mit dem Auftraggeber und weiteren Planungsbeteiligten; Maßnahmen zur qualitäts-, termin- und kostengerechten Leistungserbringung;
- quality40%
Herangehensweise, besondere Anforderungen bei der Planung; Herangehensweise, besondere Anforderungen bei der Ausführung;
- price20%
Honorarangebot
Zeitplan
- 7. Mai 2026Bekanntmachung veröffentlichtAuf TED publiziert