Deichverstärkung Teilobjekt 4 Mühlberg/Elbe (3,5 km) mit vollständiger HOAI-Planung und Bauüberwachung
Was wird ausgeschrieben
Das Landesamt für Umwelt Brandenburg vergibt die vollständige Objekt- und Tragwerksplanung (LP 1-9 HOAI) für die Verstärkung eines Deichabschnitts an der Elbe bei Mühlberg auf einer Länge von ca. 3,5 km. Zusätzlich werden Vermessung, örtliche Bauüberwachung, Umweltbaubegleitung, SiGeKo, naturschutzrechtliche Bearbeitung und Baugrunduntersuchung ausgeschrieben. Die Maßnahme ist aufgrund einer Ordnungsverfügung des Landkreises Elbe-Elster wegen des schlechten Deichzustands unverzüglich umzusetzen.
Vollständige Beschreibung anzeigen
Das Landesamt für Umwelt (LfU) des Landes Brandenburg ist zuständig für die Planung und Umsetzung von Hochwasserschutzmaßnahmen an Gewässern I. Ordnung in Brandenburg. Somit fällt auch die Elbe im Landkreis Elbe-Elster bei Mühlberg in den Zuständigkeitsbereich des LfU. Das Untersuchungsgebiet befindet sich im Bundesland Brandenburg, im Landkreis Elbe-Elster, in der Gemarkung Mühlberg/Elbe. Oberhalb von Mühlberg/Elbe im Bereich Borschütz am rechtsseitigen Deich der Elbe zwischen Fluss-km 121 und 126. Das LfU beabsichtigt das vorhandene Teilobjekt 4 auf einer Länge von ca. 3,5 km zu verstärken. Zudem liegt dem LfU eine Ordnungsverfügung des Landkreises Elbe-Elster vor, welche die unverzügliche bauliche Umsetzung fordert. Die Ordnungsverfügung des LK E-E begründet sich auf Grundlage des schlechten Zustands der Deiche im Teilobjekt 4, diese entsprechen nicht den a.a.R.d.T und sind im HW-Fall größtenteils mit entsprechender Technik nicht zu erreichen und zu verteidigen. Die Erreichbarkeit und Verteidigungsfähigkeit der HWS-Anlage zwischen OT Gaitzsch und dem Industriehafen ist durch geeignete Maßnahmen unverzüglich herzustellen, die sofortige Vollziehung wurde angeordnet. Die Ordnungsverfügung ist die Genehmigung zum Bau.
Das Landesamt für Umwelt Brandenburg beauftragt die komplette Planung und Bauüberwachung für die Verstärkung eines Hochwasserschutzdeichs an der Elbe bei Mühlberg im Landkreis Elbe-Elster. Das Teilobjekt 4 ist etwa 3,5 km lang und muss dringend verstärkt werden – der Landkreis hat eine Ordnungsverfügung erlassen, weil die Deiche in einem schlechten Zustand sind und bei Hochwasser nicht verteidigt werden können. Die Vergabe umfasst alle neun Leistungsphasen nach HOAI (von der Grundlagenermittlung bis zur Objektüberwachung), dazu kommen Vermessung, Baugrunduntersuchung, Umweltbaubegleitung, Naturschutz und die Sicherheitskoordination (SiGeKo). Der Auftraggeber ist eine Landesbehörde, die für Hochwasserschutz an Gewässern I. Ordnung in Brandenburg zuständig ist.
Zentrale Anforderungen
6 Punkte- Eignung nach VOB/A und VgV nachweisbar
- Leistungsphasen 1-9 HOAI für Wasserbau/Hochwasserschutz
- Nachweis qualifizierter Referenzen im Wasserbau
- Baugrundgutachten und Standsicherheitsbetrachtungen
- SiGeKo-Qualifikation nach Baustellenverordnung
- Naturschutzrechtliche Bearbeitung (FFH-Verträglichkeit, Eingriffsregelung)
KI-zusammengefasst aus den offiziellen Eignungsanforderungen. Verbindlich ist der Originaltext unten.
Eignungskriterien (Volltext)
Die Vergabestelle hält sich vor fehlende Nachweis nach zu fordern. Die Unterlagen sind vom Bewerber oder Bieter nach Aufforderung durch den öffentlichen Auftraggeber innerhalb einer von diesem festzulegenden angemessenen, nach dem Kalender bestimmten Frist vorzulegen. (§ 56 Abs. 4 VgV) Die Nachforderung von leistungsbezogenen Unterlagen, die die Wirtschaftlichkeitsbewertung der Angebote anhand der Zuschlagskriterien betreffen, ist ausgeschlossen. Dies gilt nicht für Preisangaben, wenn es sich um unwesentliche Einzelpositionen handelt, deren Einzelpreise den Gesamtpreis nicht verändern oder die Wertungsreihenfolge und den Wettbewerb nicht beeinträchtigen. (§ 56 Abs. 3 VgV). Werden keine geeigneten Nachweise für die Zuschlagskriterien bei der Angebotsabgabe eingereicht werden, wird das Angebot gemäß § 57 Vergabeverordnung ausgeschlossen.
Aufteilung in Lose
1 LotUnter Berücksichtigung der örtlichen Randbedingungen besteht insbesondere im Abschnitt von den "Wilden Häusern" bis zur Zufahrt zum Industriehafen die Notwendigkeit zur Herstellung eines Deichverteidigungsweges mit Anbindung an das vorhandene Wegenetz. In Auswertung bekannter Baugrundangaben und entsprechender Standsicherheitsbetrachtungen wird aus baufachlicher Sicht die Herstellung einer landseitigen Böschungsanpassung auf 1:2,5 und einer landseitigen Deichanschüttung in Form einer Berme (siehe DIN 19712, Punkt 7.2.3) als Vorzugsvariante empfohlen. In die Berme muss unter Berücksichtigung der filtertechnischen Anforderungen ein Filterprisma angeordnet werden. Weiterhin ist eine Potentialentlastung in Form von Entlastungsbrunnen oder Entlastungsschlitze erforderlich. Die Berme ist für eine reduzierte Verkehrslast von 16 kN/m² (SLW 30) bei einem Wasserstand in der Elbe von HW100 zu bemessen. Die landseitige Pappelreihe muss entfernt werden, ebenso die Wurzeln im zu überbauenden Untergrund. Die Planung für die Holzungsarbeiten muss als erstes vorgenommen werden, um eine Umsetzung zwischen Oktober 2026 und Februar 2027 sicherzustellen. Eine Vermessung und Baugrunduntersuchung zwischen Borschütz und Industriehafen soll mit der Planung beauftragt und durchgeführt werden. Zwischen Borschütz und Industriehafen liegt im Untergrund eine Gasleitung, der Eigentümer/Betreiber muss angefragt werden um entsprechende Forderungen/Vorgaben bei der Planung und Umsetzung zu berücksichtigen. Die naturschutzrechtliche Bearbeitung erfolgt im Rahmen dieses Auftrags als Eingriff-/Ausgleichsplan (s. 4.2.3.), der mit der UNB abzustimmen und von dieser zu genehmigen ist.
Zuschlagskriterien
2 Kriterien- price60%
Das Zuschlagskriterium Honorar/Preis wird insgesamt mit 60% gewichtet. Die Angebotssumme ist Netto zuzügl. Nebenkosten und der vom Auftraggeber zu tragenden Umsatzsteuer anzugeben. Die Punktermittlung für das zu bewertende Angebot erfolgt nach linearer Interpolation. Sollte das so ermittelte Ergebnis im negativen Zahlenbereich (Minuswert) liegen, wird das Angebot in dieser Kategorie mit 0 Punkten gewertet.
- quality40%
2.1 Darstellung der Projektorganisation 10% Projektorganisation, Arbeitsorganisation und Sicherstellung einer sozial nachhaltigen Projektbearbeitung: Bewertet wird die Qualität der vom Bieter dargestellten personenbezogenen Projektorganisation einschließlich der Arbeits- und Kommunikationsorganisation, insbesondere im Hinblick auf: die Sicherstellung einer kontinuierlichen und verlässlichen Projektbearbeitung, die organisatorische Absicherung bei Ausfällen oder Belastungsspitzen, eine sachgerechte, sozial nachhaltige Arbeitsorganisation im Projektteam, eine effiziente und belastbare Kommunikation innerhalb des Projektteams sowie mit dem Auftraggeber. Ziel des Zuschlagskriteriums ist es, die Qualität der Leistungserbringung unter Berücksichtigung stabiler Arbeitsbedingungen und einer nachhaltigen Projektbearbeitung zu bewerten. Der Bieter hat seine Projektorganisation mindestens anhand folgender Inhalte darzustellen: a) Interne Projektorganisation des Auftragnehmers Projektorganigramm mit vollständiger Benennung des für die Ausführung des Auftrags vorgesehenen Personals und Zuordnung der jeweiligen Aufgaben zu den beauftragten Leistungsbildern Darstellung der Vertretungsregelung für die wesentlichen Bearbeiter (Sicherstellung der Leistungserbringung bei Ausfall einzelner Projektmitglieder) Angaben zum kalkulierten Personaleinsatz der wesentlichen Bearbeiter (qualitative Darstellung der Ressourcenzuordnung, keine Stunden- oder Entgeltangaben) Aussagen zu Kommunikationswegen und Kommunikationsmitteln innerhalb des Projektteams Darstellung der vorgesehenen Qualitätssicherungsmaßnahmen Darstellung der Arbeitsorganisation im Projektteam, insbesondere: Organisation von Abstimmungen und Erreichbarkeiten, Umgang mit projektbedingten Belastungsspitzen (z. B. bei Termindruck), organisatorische Maßnahmen zur Sicherstellung der Projektkontinuität bei Abwesenheiten b) Organisation der Zusammenarbeit mit dem Auftraggeber Organisation der Ansprechpartner und Schnittstellen zum Auftraggeber Darstellung der vorgesehenen Kommunikationswege und -mittel mit dem Auftraggeber sowie des Austauschs von Unterlagen Darstellung, wie die Teilnahme an kurzfristigen Terminen im Projektgebiet und/oder beim Auftraggeber in Potsdam organisatorisch sichergestellt wird, ohne die Kontinuität der Projektbearbeitung zu beeinträchtigen Zur Sicherstellung der Vergleichbarkeit der Angebote gelten folgende formale Vorgaben: Für das Projektorganigramm ist ein Umfang von maximal einer Seite im Format A3 vorgesehen. Für die weiteren Darstellungen gemäß Ziffer 2 (Vertretungsregelungen, Personaleinsatz, Arbeitsorganisation, Kommunikation, Qualitätssicherung) ist ein Umfang von bis zu drei Seiten im Format A4 vorgesehen. Die genannten Seitenumfänge stellen Höchstgrenzen dar. Inhalte, die über die genannten Seitenumfänge hinausgehen, werden bei der Wertung nicht berücksichtigt. Die Verantwortung für eine übersichtliche, strukturierte und vollständige Darstellung innerhalb der genannten Seitenumfänge liegt beim Bieter. Die Bewertung erfolgt ausschließlich auf Grundlage der innerhalb der vorgegebenen Seitenumfänge dargestellten Inhalte. Die formalen Vorgaben zum Umfang dienen der Vergleichbarkeit der Angebote und stellen kein eigenständiges Zuschlagskriterium dar. 2.2 Erfahrungen (Referenzen) der Mitglieder des Projektteams 30% Unter diesem Wertungskriterium bewertet der Auftraggeber, ob und in welchem Maß die konkrete Erfahrung aus Referenzprojekten des mit der Auftragsausführung betrauten Personals eine fachgerechte Erfüllung der Planungsleistungen in der ausgeschriebenen Qualität und einen reibungslosen Maßnahmenablauf erwarten lässt. Die Bewertung erfolgt anhand vom Bieter anzugebender Referenzen entsprechend "LB_Anlage_06_Qualifikation, Erfahrung, Referenzen". Für die Leistungen: der Projektleitung der Objektplanung LPH 1-7 Ingenieurbauwerke der Fachplanung Tragwerksplanung der öBü BOL der Fachplanung naturschutzrechtliche Bearbeitung der Umweltbaubegleitung sind Angaben zu den Referenzen und den Referenzinhalten erforderlich. Die Auswertung der Referenzen erfolgt nach Punkten entsprechend: "LB_Anlage_07_Bewert.matrix_Referenzen" der Bearbeiter. In der Tabelle sind die Eigenschaften der Referenzen mit Ihrem Bewertungsgewicht enthalten. Es werden maximal die in Anlage 06 anzugebenden 3 Referenzen je Bearbeiter der letzten 10 Jahre gewertet. Werden für einzelne Leistungsbilder mehrere Bearbeiter eingesetzt wird der Mittelwert der Bearbeiter gebildet. Die Erfahrung möglicher Ersatzmitglieder wird nicht gewertet. Für die Bewertung wendet der Auftraggeber folgendes Punktesystem an: Die maximal möglichen Punkte der Referenzen (66,0) werden mit 5 Punkten bewertet. Der fiktive Wert von 0 Referenzpunkten erhält Null Bewertungspunkte. Die Berechnung der Bewertungspunkte der einzelnen Bieter erfolgt über lineare Interpolation (eine Dezimalstelle). Werden keine geeigneten Nachweise für die Zuschlagskriterien bei der Angebotsabgabe eingereicht werden, wird das Angebot gemäß § 57 Vergabeverordnung ausgeschlossen.
Zeitplan
- 24. Apr. 2026Bekanntmachung veröffentlichtAuf TED publiziert
- 27. Mai 2026EinreichungsfristElektronische Einreichung