Markterkundung für elektronische Patientenakte, sektoralen Identity Provider und Rahmen-App

Was wird ausgeschrieben
Die Deutsche Rentenversicherung Knappschaft-Bahn-See führt eine Markterkundung für die Beschaffung einer elektronischen Patientenakte (ePA), eines sektoralen Identity Providers (sIDP) und einer zugehörigen Rahmen-App durch. Ziel ist die Vorbereitung eines zukünftigen Vergabeverfahrens für ca. 1,1 Millionen Versicherte. Interessierte Unternehmen können sich im Rahmen dieser Vorinformation unverbindlich austauschen.
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Die Markterkundung dient der Überprüfung des Marktes für die Vorbereitung eines geplanten Beschaffungsvorhabens. Nach Abschluss der Markterkundung werden die Ergebnisse in die Ausschreibungsunterlagen des beabsichtigten Vergabeverfahrens vom Auftraggeber evaluiert und neutralisiert eingearbeitet. Gegenstand des Markterkundungsgesprächs soll das Beschaffungsvorhaben "Elektronische Patientenakte / sektoraler IdP / Rahmen-App" sein. Die KNAPPSCHAFT ist eine gesetzliche Krankenversicherung mit derzeit etwa 1.100.000 Versicherten, die zum Verbundsystem der Deutschen Rentenversicherung Knappschaft-Bahn-See gehört und den gesetzlichen Anforderungen einer bundesweiten Krankenversicherung unterliegt. Gegenstand der Markterkundung sind folgende drei Leistungsbereiche: 1. Sektoraler Identity Provider (sIDP) / GesundheitsID Die KNAPPSCHAFT ist gemäß §§ 291 Abs. 8 SGB V i. V. m. 325 Abs. 1 SGB V dazu verpflichtet, jedem Versicherten eine zugelassene digitale Identität (GesundheitsID) anzubieten. Der Auftragnehmer soll den sektoralen Identity Provider gemäß den Vorgaben der gematik bereitstellen und betreiben (einschließlich IDP Backend, VAU, TI Authenticator-Modul und dazugehöriger Systeme sowie Schnittstellen) sowie die Zulassung gemäß den aktuellen Produkttyp- und Anbietertypversionen der gematik nachweisen. Mindestens folgende Authentifizierungsmöglichkeiten für Versicherte sind anzubieten: eID mit Online-PIN, eGK mit PIN sowie ePASS. 2. Elektronische Patientenakte (ePA) Die KNAPPSCHAFT ist gemäß § 341 ff. SGB V dazu verpflichtet, jedem Versicherten eine nach § 325 Abs. 1 SGB V zugelassene elektronische Patientenakte anzubieten, die sowohl per mobilem als auch stationärem Endgerät (Desktop-Client) als ePA-FdV zur Verfügung gestellt werden muss. Der Auftragnehmer soll die ePA gemäß §§ 341 ff. SGB V i. V. m. den gematik-Spezifikationen anbieten, umsetzen und betreiben – einschließlich des ePA-FdV und des ePA-Backends (Aktensystem, VAU und dazugehörige Systeme und Schnittstellen). Der Funktionsumfang umfasst insbesondere Dokumentenmanagement (Anzeige, Upload, Löschung und Download von strukturierten und unstrukturierten Dokumenten), Berechtigungsmanagement (Erteilung und Widerruf von Zugriffsrechten für Leistungserbringer), die Verwaltung einer elektronischen Medikationsliste (dgMP) sowie eine Vertreterverwaltung. Darüber hinaus sind TI-Messenger-Funktionen gemäß gematik-Spezifikation in der ePA-Rahmen-App bereitzustellen, einschließlich des Empfangs und Versands sicherer Nachrichten im medizinischen Kontext. 3. ePA-Rahmen-App (WhiteLabel-Lösung) Die ePA-Rahmen-App soll den zentralen digitalen Zugang für Versicherte der KNAPPSCHAFT zur elektronischen Patientenakte darstellen und den Versicherten eine verfügbare und datenschutzgerechte Verwaltung ihrer Gesundheitsdaten gemäß den Vorgaben der gematik ermöglichen. Die App ist für die Betriebssysteme iOS und Android zu entwickeln; das ePA Desktop FdV soll für Windows, Mac OS und Linux ausgeliefert werden. Neben der ePA-Kernfunktionalität soll die Rahmen-App weitere Gesundheitsservices beinhalten, darunter die Verwaltung von Vorsorgeuntersuchungen und Impfungen, die Verwaltung von Arzt- und Behandlungsterminen, die Integration des Organ- und Gewebespenderegister sowie die native Implementierung der E-Rezept-App-Funktionalitäten, insbesondere Anzeige, Verwaltung und Einlösung elektronischer Rezepte. Bezogen darauf möchte der Auftraggeber unverbindlich mit Marktteilnehmern in Kontakt treten und nähere Informationen austauschen. Dazu werden den an der Markterkundung teilnehmenden Unternehmen weitergehende Dokumente zur Verfügung gestellt. Nach Abschluss der Markterkundung werden die daraus resultierenden Erkenntnisse evaluiert und ggf. für die weiteren Beschaffungsvorhaben und das darauf gerichtete Vorgehen berücksichtigt. Hinweis zum Ablauf: Siehe weiter in Ziffer 3.1
Die Krankenkasse KNAPPSCHAFT bereitet die Einführung einer digitalen Gesundheitsplattform für ihre rund 1,1 Millionen Versicherten vor und sucht hierfür den Austausch mit dem Markt. Das Vorhaben umfasst drei Kernbereiche: Erstens einen sektoralen Identity Provider (sIDP), der als digitale Identität (GesundheitsID) für den sicheren Zugriff dient. Zweitens die Bereitstellung einer elektronischen Patientenakte (ePA) inklusive Dokumenten- und Berechtigungsmanagement. Drittens die Entwicklung einer sogenannten WhiteLabel-Rahmen-App für mobile Geräte und Desktop-Systeme, die als zentraler Zugangspunkt für die ePA sowie weitere Funktionen wie E-Rezept-Verwaltung und Impf-Management fungiert. Diese Markterkundung ist ein vorbereitender Schritt, um Anforderungen für eine spätere offizielle Ausschreibung zu definieren.
Aufteilung in Lose
1 LotHinweise zum Ablauf: 1. Die Markterkundung findet in deutscher Sprache statt. 2. Kosten, die den teilnehmenden Unternehmen entstehen, werden nicht erstattet. 3. Es wird ausdrücklich darauf hingewiesen, dass es sich vorliegend um eine vorbereitende Markterkundung und nicht um die Vergabe eines öffentlichen Auftrags handelt. 4. Der Rechtsweg zu den Vergabenachprüfungsinstanzen ist im Rahmen dieses Verfahrens nicht eröffnet. 5. Die Teilnahme an den Markterkundungsgesprächen ist nicht Voraussetzung für die spätere Teilnahme an einem möglichen Vergabeverfahren. 6. Die Auftraggeberin behält sich ausdrücklich vor, bei Durchführung eines späteren Vergabeverfahrens die in den Markterkundungsgesprächen dargestellten Leistungsanforderungen zu ändern. 7. Den Bietern erwächst durch die Teilnahme an der Markterkundung kein Anspruch auf die Durchführung eines Vergabeverfahrens zur Erteilung eines öffentlichen Auftrags. 8. Nach Abschluss der Markterkundung werden die Ergebnisse der Markterkundung vom Auftraggeber evaluiert und neutralisiert in die Ausschreibungsunterlagen des geplanten Vergabeverfahrens eingearbeitet. Teilnahme am Markterkundungsgespräch: 1. Soweit seitens potentieller Bieter Interesse an einer Teilnahme am Markterkundungsgespräch besteht, müssen spätestens bis zum 31.07.2026, 12:00 Uhr die Antworten zu den vom Auftraggeber formulierten Fragen in Textform an die Kontaktstelle (vergabestelle@kbs.de) per E-Mail eingehen. Den Fragenkatalog erhalten Sie auf Anfrage an die benannte E-Mail Adresse. Nach Ablauf dieser Frist wird, sofern Sie Ihr Interesse mitgeteilt haben, eine Einladung zu einem Markterkundungsgespräch versendet. Die Gespräche werden voraussichtlich ab dem 10.08.2026 durchgeführt. 2. Es wird ausdrücklich hervorgehoben, dass der Auftraggeber mit Veröffentlichung der gegenständlichen Vorinformation darüber hinaus auch eigenständig Unternehmen zur Teilnahme an der Markterkundung einladen kann. Dies ermöglicht die Umsetzung einer breiten und transparenten Markterkundung und hindert aber nicht, weitere Interessenten an dieser Marktrecherche teilzunehmen. 3. Der Auftraggeber behält sich vor, nicht alle Unternehmen zu einem Markterkundungsgespräch einzuladen.
Zeitplan
- 7. Juli 2026Bekanntmachung veröffentlichtAuf TED publiziert