Planung und Gestaltung der Indoor-Erlebniswelt Feenstein in Saalfeld
Was wird ausgeschrieben
Die Saalfelder Feengrotten und Tourismus GmbH schreibt die interdisziplinäre Gesamtplanung für eine neue Indoor-Erlebniswelt namens Feenstein aus. Das Projekt umfasst den Umbau einer ehemaligen Confiserie mit ca. 850 m² Nutzfläche zu einer szenografisch gestalteten Erlebnisarchitektur für Familien. Der Investitionsrahmen für das Gesamtvorhaben beträgt ca. 3,8 Mio. EUR netto, die Planungsleistungen erstrecken sich über einen Zeitraum von etwa 1080 Tagen.
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Gegenstand des Verfahrens ist die Entwicklung eines interdisziplinären Gesamtkonzepts für eine ganzjährig nutzbare Indoor-Erlebniswelt ("Feenstein") am Standort Saalfeld. Die Maßnahme erfolgt durch Umbau und Sanierung eines bestehenden, eingeschossigen Gebäudes (ehemalige Confiserie), das in der ersten Hälfte der 1990er Jahre für Verkaufs- sowie für Produktions- und Büronutzungen errichtet wurde und derzeit ungenutzt ist. Die Bruttogrundfläche beträgt ca. 960 m², die Nettogrundfläche ca. 850 m². Das Angebot richtet sich insbesondere an die Kernzielgruppe Familien mit Kindern im Alter von ca. 4-12 Jahren. Gleichzeitig soll das Konzept so entwickelt werden, dass auch Begleitpersonen sowie jüngere oder ältere Kinder emotional in das Erlebnis eingebunden werden, d.h. die Erlebnisdramaturgie generationsübergreifend funktioniert und eine hohe Aufenthaltsqualität für die gesamte Familie geschaffen wird. Weiterhin soll das bestehende touristische Angebot der Feengrotten ergänzt und erweitert und eine hohe Aufenthaltsqualität für Kinder und begleitende Erwachsene innerhalb eines gemeinsamen Erlebnisbereichs geboten werden. Gefordert ist keine klassische Indoor-Spielanlage, sondern eine räumlich und szenografisch entwickelte Erlebnisarchitektur, die auf analogen, sinnlichen und atmosphärischen Qualitäten basiert und sowohl eine dramaturgisch geführte Erstbegehung als auch eine freie, wiederholbare Nutzung bei Folgebesuchen ermöglicht. Inhaltlich ist ein konsistentes Gesamtkonzept zu entwickeln, das die Themen Natur, Bergbau, Magie und Fantasie miteinander verbindet und diese durch Materialität, Lichtführung und Raumabfolgen in eine eigenständige Erlebnisqualität übersetzt. Die räumliche Organisation hat sich an einem hybriden Nutzungssystem zu orientieren und umfasst Durchlaufräume zur Führung und Orientierung (ca. 40-50 %), Erlebnisräume für aktive Nutzung und Interaktion (ca. 30 %) sowie Verweilräume zur Aufenthaltsverlängerung und Nutzungstiefe (ca. 20-30 %), die als zusammenhängendes System mit fließenden Übergängen auszubilden sind. Neben einer klaren Wegeführung ist eine bewusste Durchlässigkeit vorzusehen, um alternative Nutzungen und wiederholte Besuche zu ermöglichen. Die Erlebnisdramaturgie soll eine nachvollziehbare Abfolge aus Einstieg, Aktivierung, Verdichtung, Entschleunigung, Höhepunkt und Rückführung abbilden. Die Interaktion ist überwiegend analog, physisch und haptisch auszubilden, digitale Elemente sind dort vorzusehen, wo sie einen funktionalen oder inhaltlichen Mehrwert bieten; Bestandteil des Konzepts ist insbesondere die Verbindung analoger Gestaltung mit digitaler Weiterverarbeitung, beispielsweise im Rahmen eines Kreativmoduls. Die Gestaltung erfolgt ohne Tageslicht und basiert auf gezielter Inszenierung durch künstliche Beleuchtung, Materialien sowie akustische und haptische Elemente, wobei eine robuste, langlebige und wartungsarme Umsetzung mit möglichst geringem technischem Komplexitätsgrad anzustreben ist. Neben den Erlebnisflächen sind alle funktionalen Bereiche, insbesondere Empfang und Ticketing, Garderobe, Shop, Gastronomie, Sanitäranlagen, Personalbereiche, Lagerflächen sowie Technik- und Nebenräume, in das Gesamtkonzept zu integrieren und so anzuordnen, dass der Erlebnisfluss nicht beeinträchtigt wird. Die Planung erfolgt innerhalb eines Investitionsrahmens von ca. 3,8 Mio. EUR netto und hat sich an den Kostengruppen gemäß DIN 276 (KG 200-700) zu orientieren, wobei dem Zusammenspiel von Baukonstruktion (KG 300) und Szenografie und Ausstattung (KG 600) eine besondere Bedeutung zukommt. Die Außenanlagen (KG 500) sind als Bestandteil des Gesamtkonzepts zu berücksichtigen und umfassen neben funktionalen Anforderungen insbesondere die Gestaltung der Wegeführung, eine atmosphärische Beleuchtung sowie die Ausprägung eines klar erkennbaren und identitätsstiftenden Eingangsbereichs; ergänzend können gestalterische Elemente, kleinere Spielimpulse sowie ein thematisch abgestimmtes, pflegearmes Pflanzkonzept vorgesehen werden, um den Übergang zwischen Außenraum und Erlebniswelt zu inszenieren. Insgesamt ist ein Konzept zu entwickeln, das eine wirtschaftlich tragfähige, betrieblich effiziente und langfristig nutzbare Lösung darstellt und Architektur, Szenografie, Nutzung und Betrieb zu einem unverwechselbaren Objekt der Fantasie und Magie mit Überraschungen und klarem Alleinstellungscharakter als konsistentes Gesamtsystem verbindet.
Die Saalfelder Feengrotten suchen ein Planungsbüro für die Entwicklung und Umsetzung einer neuen Indoor-Erlebniswelt. Ziel ist es, ein ungenutztes Gebäude in eine atmosphärische Erlebniswelt für Familien mit Kindern zu verwandeln, die Themen wie Bergbau, Natur und Magie verbindet. Dabei geht es nicht um einen klassischen Spielplatz, sondern um eine durchdachte Architektur, die analoge und digitale Elemente kombiniert. Das Projekt umfasst die gesamte Objektplanung, von der ersten Konzeption bis zur Bauüberwachung, innerhalb eines Investitionsrahmens von 3,8 Millionen Euro. Die Umsetzung soll robust und langlebig gestaltet werden.
Zentrale Anforderungen
6 Punkte- Nachweis der Eignung gemäß §§ 123 und 124 GWB
- Vollständig ausgefülltes und unterzeichnetes Bewerbungsformular
- Elektronische Einreichung über die Vergabeplattform
- Nachweis der Qualifikation für Objektplanung Gebäude (HOAI 2021)
- Nachweis der Qualifikation für Brandschutzplanung (AHO Heft 17)
- Nachweis der Qualifikation für Energieberatung (GEG)
KI-zusammengefasst aus den offiziellen Eignungsanforderungen. Verbindlich ist der Originaltext unten.
Eignungskriterien (Volltext)
Ausschlussgründe gemäß §§ 123 und 124 des Gesetzes gegen Wettbewerbsbeschränkungen (GWB) Als Teilnahmeantrag ist zwingend das jeweilige Bewerbungsformular zu verwenden. Dieses und ergänzende Unterlagen finden Sie auf der Vergabeplattform. Gewertet werden nur vollständig ausgefüllte und unterzeichnete Bewerbungsformulare und die geforderten Anlagen. Bei Bietergemeinschaften ist für jedes selbständige Büro ein separates Bewerbungsformular zu verwenden und der bevollmächtigte Vertreter zu benennen. Nachauftragnehmer haben die entsprechend gezeichneten Inhalte des Bewerbungsformulars auszufüllen und einzureichen. Die Bewerbungen sind über die Vergabeplattform elektronisch hochzuladen. Erfüllen mehrere Bewerber gleichermaßen die Anforderungen und ist die Bewerberzahl auch nach einer objektiven Auswahl entsprechend der zugrunde gelegten Eignungskriterien zu hoch, kann die Auswahl unter den verbliebenen Bewerbern durch Los getroffen werden (§ 75 Satz 6 VgV).
Aufteilung in Lose
1 LotZiel der Beschaffung ist die Vergabe folgender Leistungen nach HOAI 2021 Teil 3 und Teil 4 sowie HOAS-2 2022 für die Umbau- und Gestaltungsmaßnahme: 1.: Objektplanung Gebäude, Lph. 1-9 nach den §§ 33-37 HOAI 2021 + Besondere Leistungen (Grundleistungen Bauphysik Wärmeschutz und Energiebilanzierung gemäß GEG (vgl. HOAI, Anlage 1 Ziffer 1.2, AHO Heft 23) durch einen zertifizierten Energieberater; Brandschutzplanung und Erarbeitung Brandschutzkonzept nach AHO Heft 17, Grundleistungen;; Mitwirken bei der Prüfung von bauwirtschaftlich begründeten Nachtragsangeboten; Überwachen der Mängelbeseitigung innerhalb der Verjährungsfrist ; Erstellen einer Gebäudebestandsdokumentation. 2.: Szenografische Gestaltung, Lph. 1-7 nach § 10 HOAS-2 2022 für thematisch gestaltete Flächen und Räume für eine Indoor Spiele- und Erlebniswelt bei denen Inhalte vermittelt werden. 3.: Tragwerksplanung, Lph 1-6 nach den §§ 49-52 HOAI + Besondere Leistungen: Mitwirkung bei der Prüfung und Wertung der Angebote; Ingenieurtechnische Kontrolle der Ausführung des Tragwerks auf Übereinstimmung mit den geprüften statischen Unterlagen. Aufgrund der durch den Auftraggeber eingeschätzten Komplexität der Aufgabe ist eine Bewerbung nur gemeinsam für die beschriebenen 3 Planungsleistungen möglich. Das Fehlen einer Planungsleistung in der Bewerbung führt zum Ausschluss.
Zuschlagskriterien
4 Kriterien- quality55%
Inhaltliche und konzeptionelle Qualität, Erlebnisqualität und Nutzerorientierung, Gestalterische und räumliche Qualität, Umsetzbarkeit und Wirtschaftlichkeit, Programmerfüllung
- quality15%
Darstellung der prinzipiellen, bewerbertypischen Herangehensweise an die Planungsaufgabe anhand von vergleichbaren Projekten, Methodik und wesentliche Arbeitsschritte (in den Ausführungen soll der Bezug zur konkreten Aufgabenstellung hergestellt und die Herangehensweise anhand von realisierten Projekten erläutert werden); Strategie und Organisation der Erarbeitung der Aufgabenstellung (LP 1) unter Berücksichtigung unterschiedlicher Interessen, Bewerbertypischer Ansatz zur Umsetzung einer wirtschaftlichen Lösung in Bezug auf Betrieb und Folgekosten, Aussagen zur Kostenoptimierung in Planungs- und Bauphase; Zeitbedarf für Leistungsphasen, vorgesehene Maßnahmen zur Einhaltung von Terminzielen für das Vorhaben im Auftragsfalle (Planungs-, Bau- und Ausstattungsterminverfolgung und -einhaltung), Bewältigung von Leistungsstörungen.
- quality10%
Vorstellung des Projektteams, Verfügbarkeit + Präsenz Projektleiter, Bauleiter, Aufgabenverteilung innerhalb des Projektteams, Absicherung bei Urlaub, Krankheit; Darstellung des bewerbertypischen Projekt- und Qualitätsmanagements, Maßnahmen zur Einhaltung von Qualität, Darstellung der Erfahrung im Umgang mit öffentlichen Fördermitteln einschließlich Beantragung und Abrechnung; Kooperation zwischen Architekt, Szenograf und Tragwerksplanung, Planung Technische Ausrüstung in Planung und Realisierung, Koordination der Leistungen mit Leistungen anderer Beteiligter.
- price20%
Summe Honorare Grundleistungen Objektplanung Gebäude, Szenografie und Tragwerksplanung einschließlich Umbauzuschlag und Nebenkosten; Summe Honorare Besondere Leistungen + Nebenkosten; Zeithonorare Architekt, Szenograf, Tragwerksplanung (Summe der Stundensätze bei Wichtung der Sätze Büroinhaber und Angestellte Architekten / Ingenieure 2-fach, sonstige Büromitarbeiter 1-fach).
Zeitplan
- 15. Mai 2026Bekanntmachung veröffentlichtAuf TED publiziert
- 12. Juni 2026EinreichungsfristElektronische Einreichung