Gesamtgutachterleistungen zur Sanierung einer CKW-Belastungsfahne in Recklinghausen

Was wird ausgeschrieben
Die Stadtentwicklungsgesellschaft Recklinghausen schreibt Gesamtgutachterleistungen zur Bewältigung einer CKW-Belastung im Bereich des ehemaligen Trabrennbahnareals aus. Der Auftrag umfasst die fachgutachterliche Begleitung des Grundwassermonitorings, die Planung von Abwehr- und Sicherungsmaßnahmen (Pump & Treat) sowie die Koordination der technischen Ausrüstung. Die Leistungen erstrecken sich über die fachliche Planung und Überwachung der Sanierungsmaßnahmen im Rahmen der Stadtteilentwicklung Hillerheide.
Vollständige Beschreibung anzeigen
Das ISEK Hillerheide, welches 2015 im Auftrag der Stadt Recklinghausen erarbeitet und vom Rat beschlossen wurde, definiert die folgenden fünf Leitprojekte zur Entwicklung des Stadtteils Hillerheide: 1. "Zukunftskonzept ehemalige Trabrennbahn" 2. "Städtebauliche Integration Blitzkuhlenstraße" 3. "Attraktive Mitte Gertrudisplatz" 4. "Stadtteilleben - vorhandenes ergänzen und vernetzen" 5. "Energetische Quartierssanierung" Gegenstand der Ausschreibung sind Gesamtgutachterleistungen im Zusammenhang mit einer CKW Belastungsfahne im Bereich des ehemaligen Trabrennbahnareals in Recklinghausen. Die CKW-Belastung geht auf eine industrielle Vornutzung im Bereich des heutigen Wohnquartiers Maybacher Heide zurück und wurde durch eine temporäre Bauwasserhaltung zur Herstellung eines Sees auf dem ehemaligen Trabrennbahngelände erneut akut.
Die Stadtentwicklungsgesellschaft Recklinghausen sucht einen Experten für die Sanierung einer Altlasten-Problematik im Stadtteil Hillerheide. Es geht um eine sogenannte CKW-Belastungsfahne – also eine Ausbreitung von leichtflüchtigen chlorierten Kohlenwasserstoffen im Grundwasser, die durch frühere industrielle Nutzungen entstanden ist und durch den Bau eines Sees reaktiviert wurde. Der Auftragnehmer übernimmt die Gesamtkoordination, überwacht das Grundwasser und plant technische Anlagen zur Reinigung des Wassers (sogenannte Pump-and-Treat-Anlagen, bei denen das Wasser abgepumpt und gereinigt wird). Das Projekt ist ein wichtiger Teil der städtebaulichen Entwicklung des ehemaligen Trabrennbahnareals.
Aufteilung in Lose
1 LotDie zu vergebenden Leistungen umfassen: -Fachgutachterliche Begleitung und Auswertung des Gesamtmonitorings sowie der Abwehr- und Sicherungsmaßnahmen (Pump & Treat) -Gesamtkoordination aller Maßnahmen (Abwehrmaßnahme, Sicherungsmaßnahme, Grundwassermonitoring) Fachplanung Technische Ausrüstung gem. § 55 i. V. m. Anlage 15 HOAI (Planung der Grundwasserreinigungsanlage) -Objektplanung Ingenieurbauwerke gem. § 43 i. V. m. Anlage 12 HOAI (Planung der Förderbrunnen) -Gutachterliche Überprüfung der Planfeststellungsunterlagen sowie Erstellung des Verträglichkeitsnachweises Heidesee -Betreuung und Auswertung des chemischen und hydraulischen Grundwassermonitorings inkl. Dokumentation und Abstimmung mit Behörden Der Höchstwert der Rahmenvereinbarung ergibt sich als Summe der in den Vergabeunterlagen (Anlage 04) ausgewiesenen Höchstmengen je Position, multipliziert mit den jeweils angebotenen Einheitspreisen, und wird nach Zuschlagserteilung als Gesamthöchsthonorar vertraglich fixiert. Die Rahmenvereinbarung verliert ihre Wirkung, wenn dieses Gesamthöchsthonorar erreicht ist
Zuschlagskriterien
7 Kriterien- quality15%
Nachweis der Erfahrungen und Qualifikationen der vorgesehenen Projektleitung, stellv. Projektleitung und federführenden Projektbearbeitung für Monitoring Sicherungs- und Abwehrmaßnahmen sowie der Planung einer P&T Maßnahme, Behördenkommunikation, und vergleichbare Projekte. Darstellung der Qualifikation der für Feldarbeiten vorgesehenen Personen hinsichtlich Tätigkeiten in kontaminierten Bereichen (TRGS 524) sowie - sofern vorhanden - Erfahrung mit gutachterlichen Leistungen im Kontext von Planfeststellungsverfahren oder Stadtentwicklungsprojekten.
- quality20%
Darstellung der Herangehensweise an die Aufgabenstellung des Gesamtmonitorings: Darstellung der ersten Schritte und Abläufe zur Herangehensweise an die Aufgabenstellung des Gesamtmonitorings auf Grundlage der veröffentlichten Rahmenbedingungen und unter Berücksichtigung der projektspezifischen Besonderheiten und Anforderungen. Berücksichtigung finden insbesondere die Organisation und der Ablauf der Gesamtkoordination, die Konzeption und Durchführung des Monitorings und der Probenahme, die Berichterstellung, die Abstimmung mit den zuständigen Behörden sowie der Umgang mit Herausforderungen und Anpassungsbedarf. Darüber hinaus ist darzustellen, wie der Bieter die Einhaltung der Arbeitsschutzanforderungen bei Feldtätigkeiten in kontaminierten Bereichen (A+S-Plan, PSA-Konzept) sicherstellt sowie wie er den iterativen Abgleich mit der Planfeststellung zur Gesamtmaßnahme "Heidesee" organisatorisch und fachlich in den laufenden Monitoringbetrieb integriert. Ansätze und Arbeitsergebnisse aus vergleichbaren Referenzprojekten sowie die dort erzielten Erfolge können einbezogen werden.
- quality15%
Darstellung der Herangehensweise an die Aufgabenstellung der Planung einer P&T-Maßnahme: Darstellung der ersten Schritte und Abläufe zur Herangehensweise an die Aufgabenstellung der Planungsleistungen für eine P&T-Maßnahme auf Grundlage der veröffentlichten Rahmenbedingungen und unter Berücksichtigung der projektspezifischen Besonderheiten und Anforderungen. Im Fokus stehen, die Entwicklung eines schlüssigen Planungskonzepts, die Auswahl und Ausgestaltung technischer und organisatorischer Maßnahmen, die Einbindung relevanter Fachdisziplinen, die Abstimmung mit den zuständigen Behörden sowie der Umgang mit Herausforderungen und Anpassungsbedarf. Zusätzlich ist darzustellen, wie der Bieter die Planung der Einleitvarianten (Kanalisation als Übergangslösung, Heidesee und Bärenbach als Dauerlösung) konzeptionell strukturiert und mit den behördlichen Genehmigungsverfahren (insb. wasserrechtliche Erlaubnis für Einleitung in Oberflächengewässer) verknüpft. Ansätze und Arbeitsergebnisse aus vergleichbaren Referenzprojekten sowie die dort erzielten Erfolge können einbezogen werden.
- quality10%
Darstellung der Herangehensweise an den gutachterlichen Abgleich zwischen den vorliegenden Planfeststellungsunterlagen / Ausführungsplanungen zur Gesamtmaßnahme "Herstellung Heidesee" und der durch die P&T-Maßnahmen veränderten Grundwassersituation. Bewertet werden insbesondere: die Methodik zur Beantwortung der zentralen Fragen (GW-Zustrom zum See, Gewässergüte, Seewasserbilanz und Seebetrieb); der Umgang mit der Datenunsicherheit und dem dynamischen Erkenntnisfortschritt; die Verknüpfung mit dem laufenden Monitoring und der Modellfortschreibung; die Eignung als behördengerechtes Abstimmungsinstrument gegenüber der UWB.
- quality5%
Methodik der Termin- und Kostenverfolgung; Projektmanagement und Schnittstellen zu Auftraggeber, Behörden und Laboren; interne Organisation und Verantwortlichkeiten für Monitoring, Berichte, Maßnahmensteuerung & Planung.
- quality5%
Nachweis, dass die vorgesehenen Mitarbeiter der Größe und Komplexität des Projektes angemessen und konkret eingeplant sind und während der Abwicklung zur Verfügung stehen (inkl. Vertretungsregelungen, Sicherstellung der Kontinuität)
- cost30%
Lineare Bewertung des Gesamthonorars gem. Anlage 01, Kap. 4.4 mit der Formel: Niedrigstes Gesamthonorar / Gesamthonorar des Bieters × 5 Punkte
Zeitplan
- 14. Juli 2026Bekanntmachung veröffentlichtAuf TED publiziert
- 13. Aug. 2026EinreichungsfristElektronische Einreichung