Generalplanerleistungen für den Neubau eines Maindükers zwischen ARA Griesheim und ARA Niederrad

Was wird ausgeschrieben
Die Stadt Frankfurt am Main schreibt Generalplanerleistungen für den Neubau einer redundanten Dükerleitung zur Abwasserüberleitung unter dem Main aus. Das Projekt umfasst die Objektplanung, Tragwerksplanung und Technische Ausrüstung gemäß HOAI für ein Abwasseraufkommen von 4,8 m³/s. Die Beauftragung erfolgt in drei Stufen von der Grundlagenermittlung bis zur Objektüberwachung.
Vollständige Beschreibung anzeigen
1. Projektbeschreibung: Prognosen für die Stadt Frankfurt am Main erwarten für die kommenden Jahre ein stetiges Bevölkerungswachstum. Eine steigende Bevölkerungszahl geht einher mit einer proportional steigenden Abwasserfracht. Das Ablaufwasser der Vorklärung der ARA Griesheim wird mittels einer Dükerleitung zur weiteren Behandlung in die erste biologische Stufe der Abwasserreinigungsanlage (ARA) Niederrad geleitet. Der Bestandsdüker, der den Main unterquert, besteht aus einem Kreisprofil DN 3000 mit teilverfüllter Sohle, in der weitere Versorgungs- und Schlammleitungen verlaufen. Die Bestandsleitung wurde im Jahr 1978 gebaut, sie ist ca. 311m lang. Der Tiefpunkt der Dükerleitung liegt bei 73,28mNN, die Mainsohle liegt bei 83,8mNN. Zurzeit werden Abwassermengen von 4,2m³/s durch den Düker geleitet. Der Düker ist hydraulisch nicht ausgelastet, allerdings fehlt jegliche Redundanz. Es gibt auch nur die Möglichkeit auf Seiten der ARA Niederrad (Dükerunterhaupt) den Düker abzuschiebern. Hauptziele der hier zu vergebenen Planungsleistungen ist es, das Dükersystem erstens redundant und zweitens prüfbar im Sinne der EKVO zu gestalten. Dazu gehört auch, dass eine Reinigung des Dükers möglich ist. Das Dükersystem soll zukünftig für ein Abwasseraufkommen von 4,8m³/s ausgelegt werden. Teil des Planungskonzeptes ist die Untersuchung und Bewertung der alternativen Lösungsmöglichkeiten im Hinblick auf bauliche und konstruktive Gestaltung, der Zweckmäßigkeit und Wirtschaftlichkeit durchzuführen. Besondere Herausforderungen neben Baugruben und Rohrvortrieb(en) werden die Anschlüsse der neuen Dükerleitung(en) an die Bestands-Ein- und -Auslaufbauwerke sein. Weiterhin sollen die Möglichkeiten zur Weiternutzung der Bestands-Dükerleitung betrachtet werden. 2. Planungsleistungen nach HOAI 2021 Folgend Leistungsbilder, Besondere und Zusätzlichen Leistungen sind auszuführen. Gemäß HOAI §11 (1) sind die Honorare für jedes Objekt getrennt zu berechnen. 2.1. HOAI-Leistungsbilder Objektplanung Ingenieurbauwerke gemäß §41ff.; §44 Abs.4 i.V.m. Anlage 12 HOAI (mit Ausnahme der LP9, LP7 anteilig) Fachplanung Tragwerksplanung gemäß §49ff.; §51 Abs.5 i.V.m. Anlage 14 HOAI Fachplanung Technische Ausrüstung gemäß §53ff.; §55 Abs.3 i.V.m. Anlage 15 HOAI (mit Ausnahme der LP4 und LP9, LP7 anteilig) 2.2. Besondere Leistungen Über die HOAI-Grundleistungen hinaus werden auch Besondere Leistungen i.S.d. HOAI beauftragt. Dies sind u.a. (nur Auszug): 2.2.1. Gem. Anlage 12 HOAI: - Erstellen von Leitungsbestandsplänen - Detaillierte Planung von Bauphasen bei besonderen Anforderungen - Örtliche Bauüberwachung - Erstellen von Bestandsplänen 2.2.2. Gem. Anlage 14 HOAI: - Aufstellen eines Lastenplans, zum Beispiel als Grundlage für die Baugrundbeurteilung und Gründungsberatung - Erfassen von Bauzuständen bei Ingenieurbauwerken, in denen das statische System von dem des Endzustands abweicht - Beitrag zum Aufstellen des Leistungsverzeichnisses des Tragwerks 2.2.3. Gem. Anlage 15 HOAI: - Aufstellen einer gewerkeübergreifenden Brandschutzmatrix - Prüfen und Anerkennen von Schalplänen des Tragwerksplaners auf Überein- stimmung mit der Schlitz- und Durchbruchsplanung - Prüfen und Werten von Nebenangeboten - Fortschreiben der Ausführungspläne Die vollumfänglichen Besonderen Leitungen sind in den Vergabeunterlagen definiert. 2.3. Zusätzliche Leistungen Diverse Zusätzliche Leistungen, wie z.B. (nur Auszug): - Untersuchung verschiedener Varianten für die Art, Anzahl und Dimension bzw. Abmessungen der Tunnelröhre(n) bzw. der Rohrvortriebe, der Start- und Zielgruben und der Dükerleitungen insbesondere im Hinblick auf Machbarkeit, Kosten, Bauzeit und die potenzielle spätere Mitnutzung des Bestandsdükers - Grundsätzliche Untersuchung der zukünftigen Nutzung bzw. Nutzbarkeit des Bestandsdükers einschl. der konzeptionellen Betrachtung möglicher Sanierungsverfahren. - Hydraulische Berechnungen der Dükerleitungen in verschiedenen Varianten von Nennweiten und Anzahl im Zuge der v.g. Variantenuntersuchungen - Erstellung eines Konzepts zur Baugrunderkundung (geo- und umwelttechnisch). Ermittlung und Planung des erforderlichen Leistungsumfangs der Baugrunduntersuchungen (auch im Gewässerbett des Mains) sowie Aufstellen des Leistungsverzeichnisses einschl. Leistungsbeschreibung und Massenermittlung für die erforderlichen Baugrunduntersuchungen und Mitwirkung bei der Vergabe - Erstellung eines Kampfmittelräumungskonzeptes sowie Aufstellen des Leistungsverzeichnisses einschl. Leistungsbeschreibung und Massenermittlung für die erforderlichen Kampfmittelsondierungen und Mitwirkung bei der Vergabe - Örtliche Bauüberwachung für das Leistungsbild "Technische Ausrüstung" Die vollumfänglichen Zusätzlichen Leitungen sind in den Vergabeunterlagen definiert. 3. Aufteilung des künftigen Auftrags in Auftragsstufen Der Auftrag wird in insgesamt drei Beauftragungsstufen aufgeteilt, die nach Abschluss der vorhergehenden Stufe abgerufen werden: 3.1. Beauftragungsstufe 1 Leistungsphase 1+2 3.2. Beauftragungsstufe 2 Leistungsphase 3+4 3.3. Beauftragungsstufe 3 Leistungsphase 5-8
Die Stadt Frankfurt plant den Neubau einer neuen Abwasserleitung unter dem Main, um die bestehende Verbindung zwischen den Kläranlagen Griesheim und Niederrad zu entlasten und ausfallsicher zu machen. Da der aktuelle Düker – eine unter dem Flussbett verlaufende Rohrleitung – keine Redundanz bietet und schwer zu reinigen ist, soll ein neues System geplant werden, das den steigenden Abwassermengen gerecht wird. Der beauftragte Generalplaner übernimmt dabei die gesamte technische Planung, von der ersten Konzeptstudie über die statischen Berechnungen bis hin zur Bauüberwachung. Das Projekt ist in drei Phasen unterteilt, die nacheinander abgerufen werden. Es handelt sich um ein komplexes Ingenieurprojekt, das neben der reinen Leitungsplanung auch die Untersuchung von Bauverfahren, Baugrund und Kampfmittelräumung beinhaltet.
Zentrale Anforderungen
4 Punkte- Eignung gemäß § 56 VgV
- Nachweis der Fachkunde für Ingenieurbauwerke
- Nachweis der Fachkunde für Tragwerksplanung
- Nachweis der Fachkunde für Technische Ausrüstung
KI-zusammengefasst aus den offiziellen Eignungsanforderungen.
Eignungskriterien (Volltext)
Es gilt der § 56 VgV.
Aufteilung in Lose
1 LotGeneralplanerleistungen: Planungsleistung nach § 43 HOAI, Leistungsphasen 1-8, Planungsleistung nach § 51 HOAI, Leistungsphasen 1- 6 und § 55 HOAI, Leistungsphasen 1- 3 und 5 - 8 sowie örtliche Bauüberwachung, besondere und zusätzlichen Leistungen.
Zuschlagskriterien
2 Kriterien- quality70%
Powerpoint- Präsentation beim AG
- price30%
Gemäß Honorargrundlage (LPH 1-8)
Zeitplan
- 20. Juli 2026Bekanntmachung veröffentlichtAuf TED publiziert
- 17. Aug. 2026EinreichungsfristElektronische Einreichung