Vergabeentscheid
Zuschlag erteilt
Auftragsgewinner: unbekannt
Auftragswert
unbekannt
Zuschlag am
19. Apr. 2023
Wissenschaftliche Erhebung vertiefter Verkehrsunfalldaten (GIDAS)
Was wird ausgeschrieben
Die Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) schreibt die Fortführung der wissenschaftlichen Erhebung vertiefter Verkehrsunfalldaten für das Projekt GIDAS (German In-Depth Accident Study) aus. Die Leistung umfasst die Datenerhebung an Unfallorten zur Analyse von Unfallabläufen und Verletzungsmechanismen, unterteilt in zwei Lose für unverzerrte Daten sowie überproportionale Erhebungen außerorts. Die Verträge werden über den 31.12.2025 hinaus mit einem angepassten Leistungsumfang fortgesetzt.
Vollständige Beschreibung anzeigen
Aus der amtlichen Verkehrsunfallstatistik lassen sich nur in begrenztem Umfang In-formationen zu den Unfallentstehungen, den Unfallabläufen und den Verletzungsme-chanismen von Verkehrsunfällen analysieren. Detaillierte Hintergrundinformationen sind aber erforderlich für eine moderne Verkehrssicherheitsarbeit. Seit 1973 werden daher im Auftrag der Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) als Stichprobe Verkehrsunfalldaten (mit mindestens einer verletzten Person) unabhängig von der polizeilichen Zielsetzung nach rein wissenschaftlichen Aspekten regional (bisher am Erhebungsstandort Hannover) in der Weise erhoben, dass durch wissen-schaftliche Verfahren eine Hochrechnung auf das gesamte Bundesgebiet ermöglicht wird. Wegen ihres hohen Detaillierungs- und Genauigkeitsgrades werden so gewon-nene Daten in der Regel „vertiefte Verkehrsunfalldaten“ bzw. „in-depth-Unfalldaten“ genannt. Von 1999 bis 2019 wurden die im Auftrag der BASt gewonnenen vertieften Ver-kehrsunfalldaten im Rahmen einer Kooperation mit den vertieften Verkehrsunfallda-ten eines zweiten Erhebungsteams (Erhebungsstandort Dresden, finanziert durch die Forschungsvereinigung Automobiltechnik e.V. (FAT)), zusammengeführt. Um eine Vergleichbarkeit der Ergebnisse zu gewährleisten und Synergien nutzen zu können, arbeiteten beide Teams nach einer einheitlichen Erhebungsmethodik. Die zu erarbei-tenden Unfallparameter sind in einem Codebook beschrieben. Das Codebook wird halbjährlich aktualisiert und gilt dann für den folgenden Erhebungszeitraum. Das Er-gebnis des Zusammenschlusses bildet die gemeinsame Datenbank, die sog. GIDAS-Datenbank (GIDAS = „German In-Depth Accident Study“ – www.gidas.org). Die ver-tieften Verkehrsunfalldaten werden in der vorgenannten Datenbank gesammelt, aus der sich umfassende Informationen zu den breit gefächerten Forschungsfeldern „Passive und aktive Fahrzeugsicherheit", „Verkehrs- und Rettungsmedizin" oder auch "Straßenausstattung und -zustand" gewinnen lassen. In den Jahren 2020 bis 2022 wurden lediglich am Erhebungsstandort Dresden ver-tiefte Verkehrsunfalldaten nach den GIDAS-Kriterien erhoben und in die GIDAS-Datenbank eingebracht. Aktuell findet eine inhaltliche und organisatorische Weiter-entwicklung der Erhebungsinhalte, Erhebungsmethodik und der Datenbank durch die beiden Kooperationspartner BASt und FAT, hin zu einem „GIDAS 4.0“, statt, deren Ergebnisse ab dem Erhebungsjahr 2023 in GIDAS Berücksichtigung finden. Damit die Erhebung neuer Inhalte nach aktuellem Stand von Wissenschaft und Technik erfolgt, hat die BASt unter anderem eine Reihe von Forschungsprojekten aufgelegt, deren Ergebnisse als Basis für die Weiterentwicklung von GIDAS dienen sollen. Ein Ergebnis beschreibt die Notwendigkeit einer höheren Anzahl an GIDAS-Erhebungsstandorten und eine vermehrte Erhebung von Verkehrsunfällen auf Au-ßerortsstraßen, um das Ziel der Repräsentativität der gewonnenen Daten auf die Bundesebene auf ein möglichst hohes Maß zu setzen. An der einheitlichen Erhebungsmethodik, an der Erhebung der gleichen Inhalte an allen Standorten und an der Zusammenführung der Daten in einer gemeinsamen GIDAS-Datenbank wird auch im Rahmen von GIDAS 4.0 festgehalten. Die Erhe-bungsteams wirken kooperativ daran mit, diese Einheitlichkeit sowie eine gleichbleibend hohe Qualität der Erfassung der Erhebungsinhalte zu gewährleisten. Eine gute und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit mindestens dem regionalen Rettungs- und Polizeiwesen sowie den medizinischen Versorgungseinrichtungen und der Staatsanwaltschaft („dritte Institutionen“) ist für eine qualitativ hochwertige Erhebung unerlässlich.
Die Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) sucht Partner für die wissenschaftliche Erhebung von Verkehrsunfalldaten. Ziel ist es, detaillierte Informationen über Unfallhergänge und Verletzungsursachen zu gewinnen, um die Fahrzeugsicherheit und Straßenplanung zu verbessern. Die Daten werden in der GIDAS-Datenbank gesammelt, einem Gemeinschaftsprojekt zur Erforschung von Verkehrssicherheit. Die Ausschreibung umfasst zwei Lose: eines für allgemeine Unfallerhebungen und eines mit Fokus auf Unfälle außerhalb von Ortschaften. Die Zusammenarbeit erfordert eine enge Abstimmung mit Polizei, Rettungsdiensten und medizinischen Einrichtungen.
Aufteilung in Lose
2 LoteDie Erhebung war ursprünglich bis 31.12.2025 vorgesehen; mit der Änderung wird die Erhebung mit eingeschränktem Leistungsumfang ab 01.01.2026 fortgesetzt.
Erhebung war ursprünglich bis 31.12.2025 beauftragt; mit der Änderung werden die Erhebungen mit eingeschränktem Leistungsumfang ab 01.01.2026 fortgesetzt.
Zeitplan
- 19. Juni 2026Bekanntmachung veröffentlichtAuf TED publiziert
- 19. Apr. 2023Zuschlag erteilt