Planungs- und Bauleistungen für Ersatzbrücke über die Norderelbe
Was wird ausgeschrieben
Die Behörde für Verkehr und Mobilitätswende Hamburg beauftragt die integrierte Planung und den Bau einer Ersatzbrücke über die Norderelbe. Der Auftrag umfasst die vertiefte Entwurfs- und Ausführungsplanung, die Herstellung der Brücke mit Unterbauten und wasserseitigen Schutzeinrichtungen sowie die Wartung für etwa zehn Jahre. Die Bauzeit ist auf 480 Tage festgelegt, der Start der Bauarbeiten ist für Oktober 2026 geplant. Der geschätzte Gesamtwert liegt im mittleren einstelligen Millionenbereich.
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Die Freihafenelbbrücke (FHEB) wurde durch einen Schiffsanprall am 28.10.2025 beschädigt. Nachfolgende Untersuchungen und Überprüfungen der HPA haben ergeben, dass die Brücke nicht vor Ort reparabel ist, nicht mehr verkehrssicher genutzt werden kann und das Mittelteil schnellstmöglich ausgebaut werden muss. Die Straße inkl. Fuß- und Radweg und die mittlere Schiffsdurchfahrt sind gesperrt. Im selben Zeitraum wurde bei Untersuchungen an verschiedenen Bauwerken in der Trasse Neue Elbbrücken (B4/B75) festgestellt, dass diese Bauwerke in einem schlechteren Zustand sind, als bisherige Prüfungen erwarten ließen. Dies führt dazu, dass in den kommenden Jah-ren immer wieder mit unterschiedlichen, erheblichen Einschränkungen an den Bauwerken dieser Trasse für Reparatur- und Ertüchtigungsarbeiten zu rechnen ist. Die zeitliche Überlagerung mit den Folgen der Schiffshavarie und die zu beobachtenden ver-kehrlichen Auswirkungen erzeugen eine besondere zeitliche Dringlichkeit für eine Abhilfe. Sperrungen im Bereich der Neuen Elbbrücken führen zu deutlich eingeschränkten Verkehrs-kapazitäten, die über einen mehrjährigen Zeitraum zu den relevanten Tageszeiten zu Ver-kehrsverhältnissen führen, die weder für den Pendler- noch für die Verkehre des Hamburger Hafens hinnehmbar sind. Um Abhilfe zu schaffen ist geplant, einen Brückenzug unmittelbar westlich der Neuen Elbbrücken errichten. Die Brücke soll Ende 2027 fertiggestellt werden. Gegenstand dieser Ausschreibung ist der Bau und die integrierte Planung eines Brückenzu-ges über die Norderelbe in Hamburg. Für eine schnelle Herstellung des Brückenzuges werden Brückengeräte für die militärische Infrastruktur und Zivile Verteidigung genutzt. Der Brücken-zug wird als Einfeldträger-Kette aus D-Brücken und S-Brücken in Abhängigkeit von der erfor-derlichen Stützweite ausgebildet. Diese Brückenelemente werden von der Auftraggeberin vo-raussichtlich vom Bund gemietet. Es wird ein Vertragspartner gesucht, der die laufenden Planungen in der Entwurfsplanung übernimmt und fortsetzt (Stufe 1 der Beauftragung) sowie nach Entscheidung der Hamburger Bürgerschaft zur Realisierung einer Behelfsbrücke voraussichtlich im Oktober 2026 mit den Bauarbeiten beginnt (Stufe 2 der Beauftragung) und diese bis Ende 2027 abschließt. Der Brückenzug verläuft unmittelbar westlich der Trasse Neue Elbbrücken und dient als Er-satztrasse für den Straßen- und Fuß-/Radwegverkehr im Bereich der Norderelbquerung. Nach derzeitiger Planung beträgt die Gesamtlänge des Brückenzuges rund 500 bis 600 m. Hiervon entfallen ca. 400 m auf die Querung der Norderelbe; ergänzend können in den An-schlussbereichen weitere Brückenbauwerke erforderlich werden. Die Stützweiten variieren dabei zwischen 15,25 Metern und maximal 70,00 Metern. Der Verkehrsquerschnitt des Brü-ckenzuges weist eine nutzbare Breite von insgesamt 7,50 Metern auf. Davon entfallen 6,00 Meter auf die Fahrbahn, bestehend aus einer 3,25 Meter breiten Lkw-Spur und einer 2,75 Me-ter breiten Pkw-Spur. Zusätzlich ist eine Geh- und Radwegkonsole mit einer Nutzbreite von 1,50 Meter vorgesehen. Die geplante Nutzungsdauer der Brücke beträgt voraussichtlich etwa zehn Jahre. Für die Auflagerung der Brücke sind Unterbauten erforderlich, die aufgrund der begrenzten Stützweite nicht im Raster der vorhandenen Stützen der "Neuen Elbbrücke" liegen. Die Unter-bauten der Brücke werden aus geneigten und teilweise frei liegenden Pfählen mit hoch lie-gendem Pfahlkopfbalken filigran ausgeführt. Diese Konstruktion erfordert Schutz- und Leitein-richtungen entlang der Schiffsdurchfahrten. Unterhalb der bestehenden Neuen Elbbrücken sind hierfür besondere statisch-konstruktive Leitwerke vorgesehen, da das Einbringen von Dalben aufgrund der dort sehr begrenzten Bauhöhe nur mit erheblichen Schwierigkeiten mög-lich ist. Ebenfalls Gegenstand der Ausschreibung sind die Leistungen für Wartung, Pflege und Prü-fung der Brücke gemäß der Richtlinie für militärische Infrastruktur und Zivile Verteidigung im Straßen- und Ingenieurbau Teil 5 Abschnitt 4.
Hamburg plant den schnellen Ersatz einer durch einen Schiffsunfall beschädigten Elbbrücke durch eine Behelfsbrücke westlich der bestehenden Trasse. Der Auftraggeber vergibt die integrierte Planung und den Bau einer rund 500 bis 600 Meter langen Brücke, die sowohl den Kfz-Verkehr als auch Fuß- und Radverkehr aufnehmen soll. Die Brücke wird aus gemieteten Militärbriückenelementen errichtet, erfordert aber aufwändige Unterbauten und wasserseitige Schutzkonstruktionen. Neben der Planung und dem Bau bis Ende 2027 umfasst der Vertrag auch die Wartung und Prüfung der Brücke für etwa zehn Jahre. (interne Bezeichnung des Auftraggebers: Behörde für Verkehr und Mobilitätswende, vertreten durch ReGe Hamburg)
Zentrale Anforderungen
5 Punkte- Eignung nach § 124 GWB
- Nachweis von Referenzen für Brücken- und Ingenieurbau
- Fachplanungsberechtigung für Tragwerks- und Wasserbau
- Verfügbarkeit von Spezialtiefbau- und Wasserbaukapazitäten
- Erfahrung im Umgang mit modularen Brückensystemen
KI-zusammengefasst aus den offiziellen Eignungsanforderungen. Verbindlich ist der Originaltext unten.
Eignungskriterien (Volltext)
gem. § 124 GWB Es dürfen keine Unterlagen nachgefordert werden, die die Wirtschaftlichkeitsbewertung der Angebot anhand der Zuschlagskriterien betreffen.
Aufteilung in Lose
1 LotDie wesentlichen auszuführenden Leistungen dieser Ausschreibung sind: - Vertiefende Entwurfs- und prüffähige Ausführungsplanung einschließlich Statischer Berechnung - Herstellung des Brückenzuges inkl. der Unterbauten - Herstellung der wasserseitigen Leit- und Schutzeinrichtungen - Wartung, Pflege und Prüfung der Brücke Nicht Gegenstand dieses Auftrages sind - die Bauüberwachung der o.g. Leistungen, - Planung und Bau der landseitigen Rampen- und Anschlussbereiche - Rückbau der Brücke sowie der temporären Verkehrsanlage - Verkehrssicherungspflichten während der Nutzung
Zuschlagskriterien
2 Kriterien- price60%
I.1 Stundensatz Planungsleistungen 5 Punkte I.2 Zuschlagssatz Bauleistungen 35 Punkte I.3 Kalkulationsmittellohn, gewerkespezifisch 20 Punkte gegliedert nach Spezialtiefbau / Wasserbau(40%) Stahlbetonbau (30%) Stahlbau (30%)
- quality40%
II.1 Konzept zur Projektabwicklung 30 Punkte II.2 Personalkonzept 10 Punkte
Zeitplan
- 4. Mai 2026Bekanntmachung veröffentlichtAuf TED publiziert
- 1. Juni 2026EinreichungsfristElektronische Einreichung