TED·264768-2026

Beschleunigter Ratenkalorimeter für Batteriezellforschung

Fraunhofer-Gesellschaft zur Förderung der angewandten Forschung e.V.München, GermanyVeröffentlicht 17. Apr. 2026
Auftragswert
~€220k
Geschätzt · Konfidenz low
Einreichungsfrist
Leistungsbeschreibung

Was wird ausgeschrieben

Die Fraunhofer-Gesellschaft beschafft ein hochspezialisiertes Kalorimeter zur Charakterisierung von Batteriezellen im Rahmen des BMBF-Forschungsprojekts FoFeBat. Der Auftrag umfasst die Lieferung des Messgeräts sowie eine Schulung für drei Bediener in Münster. Die Beschaffung dient dem Aufbau der Forschungsinfrastruktur „Forschungsfertigung Batteriezelle“ und unterstützt die Entwicklung neuer Lithium-Ionen-Technologien.

Vollständige Beschreibung anzeigen

Die Fraunhofer Gesellschaft (FhG) plant in einem mehrstufigen Projekt den Aufbau einer "Forschungsfertigung Batteriezelle" (FFB), in der die neuartigen Batteriezellkonzepte und -prozesse mit digitalisierten, flexiblen und modularen Fertigungsmethoden kombiniert und erforscht werden sollen. Ziel der FFB ist die Absenkung des Entwicklungsaufwandes für die hochskalierte Produktion neuester Lithium-Ionen-Batte- riezellen. Damit soll die FFB das Risiko von industriellen Partnern bei der Überführung neuartiger Zellkonzepte und Produktionstechnologien in die Großserienfertigung wesentlich mindern und die Eintrittshürden für neue Hersteller signifikant reduzieren. Weiter soll die Einrichtung FFB mittel- und langfristig dazu beitragen, die Qualifikation von Fachpersonal für die Batteriezellfertigung zu sichern. Die FhG wurde vom BMBF mit der Planung und Realisierung der FFB im Rahmen des Forschungsvorhabens FoFeBat beauftragt. Die FFB ist eine Fraunhofer-Einrichtung und wird in Münster aufgebaut. Das Wachstum der Infrastruktur vor Ort soll schrittweise innerhalb von mehrstufigen Planungs- und Bauphasen erfolgen. Bereits im zweiten Quartal 2021 wurden erste Forschungsarbeiten im "FFB Workspace" der Alexianer Werkstätten in Münster begonnen. Der erste Bauabschnitt ("FFB PreFab") wurde Anfang 2023 vom Land Nordrhein-Westfalen an die FhG übergeben, während der Bezug des dazugehörigen zweiten Bauabschnitts ("FFB Fab") zu einem späteren Zeitpunkt geplant ist.

VergabeHero-Einschätzung

Die Fraunhofer-Gesellschaft baut in Münster eine Forschungsanlage für die Entwicklung neuer Batteriezellen auf. Im Rahmen dieses Projekts wird ein hochspezialisiertes Messgerät beschafft, das sogenannte Accelerating Rate Calorimeter (ARC). Dieses Gerät misst, wie sich Batteriematerialien unter verschiedenen Bedingungen verhalten, und hilft so, neue Zellkonzepte sicherer und schneller in die Serienfertigung zu überführen. Der Auftrag umfasst die Lieferung des Geräts sowie eine Schulung für drei Mitarbeiter. Die Beschaffung findet in Nordrhein-Westfalen statt und dient dem Aufbau einer modernen Forschungsinfrastruktur.

LaborausrüstungWissenschaftliche GeräteForschung und EntwicklungForschung und EntwicklungWissenschaftEnergietechnikBatterieforschungLaborausruestungKalorimetrieForschungseinrichtungMess Und PrueftechnikWissenschaftliche Infrastruktur
Eignung

Zentrale Anforderungen

5 Punkte
  • Nachweis technischer Eignung für wissenschaftliche Messgeräte
  • Referenzen für Lieferungen im Bereich Batterieforschung oder Kalorimetrie
  • Erfahrung in der Installation und Inbetriebnahme spezialisierter Labortechnik
  • Bereitstellung einer Schulung für mindestens drei Bediener
  • Konformität mit europäischen Sicherheits- und Qualitätsstandards

Eignungskriterien von KI ermittelt, keine offiziellen Angaben vom Auftraggeber vorhanden.

Lose

Aufteilung in Lose

1 Lot
LOT-0001Accelerating Rate Calorimeter

Die laufenden Teilprojekte 1 bis 3 des Gesamtvorhabens FoFeBat adressieren neben vier Innovationsmodulen hauptsächlich den Aufbau der Infrastruktur in der "FFB PreFab" und "FFB Fab". Dies beinhaltet neben dem Aufbau der Elektrodenfertigung sowie der Produktionslinien für die drei Zelltypen (Rund, Pouch, prismatisch) insbesondere die Realisierung der Rein- und Trockenräume zur Befähigung zukünftiger Arbeiten in der Forschungsinfrastruktur (siehe Abbildung 1). Das Teilprojekt 4 knüpft an die vorgelagerten infrastrukturellen Arbeiten an und visiert zudem weitere Innovationen auf Prozess- und Produktionsebene an. Dazu zählen die Skalierungsforschung von Materialsynthese und Prozessierung von Festkörperelektrolyten, sowie der Erarbeitung von Betriebsbedingungen und der Ermittlung von Sicherheitsaspekten im Zellbetrieb. In den vergangenen Jahren ist die Festkörperbatterie immer mehr in den Fokus der industriellen Forschung gerückt. Dabei konnte sich bisher keines der drei festen Elektrolytsysteme (Oxide, Thiophosphate, Polymer) eindeutig als vielversprechendste Lösung etablieren. Durch die hohen Anforderungen an die Produktionsumgebung und die teils deutlichen Unterschiede bezüglich der benötigten Fertigungsverfahren, Anlagen und Materialien machen die Adaption einer Fertigungsprozesskette für herkömmliche Lithium-Ionen-Batterien auf die Herstellung von Festkörperbatterien sehr schwierig. Im Teilprojekt 4 sollen die grundlegenden Fragestellungen der Produktion von Festkörperbatterien beantwortet werden und gleichzeitig die notwendige Infrastruktur geschaffen werden, um die Zusammenarbeit mit den zahlreichen industriellen Partnern auch im Bereich der Festkörperbatterie zu ermöglichen. Die Arbeiten in Teilprojekt 4 verteilen sich auf verschiedene Arbeitspakete (AP) und sind auch entsprechend räumlich in sogenannte Innovationslabore getrennt. Es werden alternative Fertigungsverfahren und -technologien aus der Wertschöpfungskette Batteriezelle, mit besonderem Fokus auf die Festkörperbatterie, erforscht. Die verschiedenen Elektrolytsysteme (Thiophosphat, Oxid, Polymer) werden in den Innovationslaboren hochskalig synthetisiert und in verschiedenen Zellchemien auf Leistungsfähigkeit, Betriebsbedingungen und Sicherheitsaspekte untersucht (AP1 und AP4). Zudem sollen die Produktionsschritte der Verdichtung und Fügung der verschiedenen Zellkomponenten studiert werden, um die Grenzflächen innerhalb der Festkörperzelle während des Produktionsprozesses zu optimieren (AP5). Des Weiteren soll die Herstellung von Elektrodenpasten optimiert (AP3) und durch die Verwendung von innovativen Prozessadditiven und neuen Bindermaterialien die während des Produktionsprozesses notwendige Menge von Lösungsmitteln reduziert werden, um die Verarbeitung der gegenüber Lösungsmitteln sehr empfindlichen Elektrolytsysteme zu vereinfachen. Der finale Aspekt der Forschungsaktivitäten betrifft die Assemblierung von Halb- und Vollzellen und den Einfluss verschiedener Umgebungsfaktoren (sog. Mini-Environments) auf die Prozessierbarkeit der verschiedenen Materialien sowie die Integration von relevanter Prüftechnik zur Qualitätssicherung innerhalb des Produktionsprozesses. Im Rahmen des TP4 AP5 wird ein Accelerating Rate Calorimeter (ARC) zur Untersuchung der kalorimetrieschen Eigenschaften von Festkörperbatterien benötigt. Dieses wird in der Leistungsbeschreibung eingehend erläutert und spezifiziert.

CPV 38418000, 38432000, 38000000, 38400000
Bewertung

Zuschlagskriterien

2 Kriterien
  • price

    Bewertet wurden der Gesamtpreis der Laborpresse und der Schulung für 3 Personen.

    60%
  • quality

    Bewertet wurden die technischen Details bzw. die technische Eignung.

    40%
Zeitleiste

Zeitplan

  1. 17. Apr. 2026
    Bekanntmachung veröffentlicht
    Auf TED publiziert