Anlage 3.2.1 160831_Wasserbelastung KG.pdf

Objektplanung für die denkmalgerechte Sanierung der Alten Münze in Berlin

Extrahierter Dokumenttext · Stand: 14.09.2026, 16:50 (Europe/Berlin)

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Roswag Architekten Schlesische Straße 26 Aufgang A 10997 Berlin

  1. August 2016 Alte Münze, Molkenmarkt 2, 10179 Berlin Kurz-Stellungnahme Projekt-Nr.: P.16172

Sehr geehrte Damen und Herren,

im Rahmen einer Machbarkeitsstudie baten Sie uns, die Symptome einer Wasserbelastung im Kellerge- schoss des o. g. Gebäudes in Augenschein zu nehmen. Die diesbezüglich erforderliche erste und insoweit orientierende Ortsbesichtigung fand vereinbarungsgemäß am

Montag, den 22. August 2016, in der Zeit von 14.00 Uhr bis ca. 15.30 Uhr

statt. Herr Joachim als Technischer Mitarbeiter des Hauses führte Herrn Roswag und eine Mitarbeiterin sowie den Unterzeichner durch das Kellergeschoss (ohne Haus 2).

Hinweis: Aufgrund der fehlenden Beleuchtung in zahlreichen Räumen und in Anbetracht der ge- ringen zur Verfügung stehenden Zeit konnten die Kellerräume nur im Überblick und nicht im Detail erfasst werden.

Gegen Ende der Ortsbesichtigung beauftragten Sie uns, das wesentliche Ergebnis der Ortsbesichtigung kurz schriftlich niederzulegen; Ihrem Auftrag kommen wir hiermit nach.

Unserer Beschreibung legen wir die Gebäudebezeichnungen entsprechend dem uns übergebenen Über- sichtsplan des Kellergeschosses, Plan-Nr. 2016_08_ÜP, Maßstab 1:200, verfasst von der Ingenieurbüro Rüdiger Jockwer GmbH, vom 15. April 2016, zugrunde. Eine verkleinerte Kopie des Übersichtsplans fü- gen wir diesem Schreiben bei als Anlage Nr. 1.

Hinweis: In Ermangelung eines Nordpfeils auf dem Plan möge als Orientierung dienen, dass das mit Haus 1 bezeichnete Gebäude im Norden liegt. Die Häuser 2 und 3 befinden sich im Süden.

Sämtliche, die Befundbeschreibung unterstützenden Fotografien sind zusammengefasst in der Anlage Nr. 2.

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KOCH INGENIEURE

Projekt-Nr. P.16172 Schriftsatz vom 30. August 2016

Die beigefügten Fotos bleiben auf eine exemplarische Auswahl beschränkt.

In dem Objekt gab es in folgenden, überbauten Gebäudeabschnitten augenscheinlich ausgleichstro- ckene beziehungsweise nur mäßig wasserbelastete Kellerräume:

• Haus 3 Teil-1, • Haus 3 Teil-2 und Teil-3 mit Ausnahme der südlichen Außenwände, • Haus 4, 1. Untergeschoss mit Ausnahme der nordöstlichen Kellerräume.

Insbesondere die nicht überbauten Hofkellerräume zeigten zum Teil erhebliche Wasserbelastungen aus- gehend von:

• Undichtigkeiten der Hofkellerdecke, Foto Nr. 1.1, • Undichtigkeiten einer Gebäudetrennfuge im Hofkeller Teil-3, Foto Nr. 1.2, • undichte Durchdringungen der Hofkellerdecke, ggf. in Kombination mit leck geschlage- nen Entwässerungsrohren, Foto Nr. 2.1 und 2.2.

Aufgrund der zum Teil im Keller stehenden, großen Pfützen und dem teilweise an den Wänden herab gelaufenen Wasser lässt sich ohne weitere Untersuchungen keine Aussage darüber treffen, ob in diesen Räumen neben der Wassereinwirkung von oben auch Wasser auf anderen Wegen (z. B. aufgrund fehlen- der oder nicht mehr funktionstüchtiger vertikaler und/oder horizontaler Abdichtungen) in das Kellerge- schoss eintrat.

Zudem gab es an verschiedenen Außenwänden Symptome einer Wasserbelastung, die Hinweise auf Fehlstellen der vertikalen Außenabdichtung bieten. Dies betrifft beispielsweise:

• einen Teil der östlichen Außenwand im 1. Untergeschoss des Hauses 4 Foto Nr. 3.1, • sowie teilweise die Fußpunkte der südlichen Außenwand des Hauses 3 Teil-2 und Teil-3.

An einigen Innenwänden gab es Hinweise auf kapillar aufsteigendes Wasser, so z. B. an einer Innenwand im 1. Untergeschoss im Haus 4 und in ehemaligen Feuchträumen. Fotos Nr. 3.2 und 4.1

Gemäß dem "Umweltatlas Berlin, Abschnitt 02.07 Flurabstand des Grundwassers (Ausgabe 2009), Hrsg.: Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt Berlin, online abrufbar unter http://www.stadtent- wicklung.berlin.de/umwelt/umweltatlas" steht an den Gebäuden Grundwasser in einer Tiefe von 2,5 bis 3,0 m und unter dem Hofkeller Teil-3 in Tiefen von 3,0 bis 4,0 m an. Einen entsprechenden Auszug aus der Grundwasserkarte fügen wir bei als Anlage Nr. 3.

Demnach befinden sich das 2. Untergeschoss unter dem Haus 4 und der tiefer ausgehobene, südwestli- che Abschnitt des Hofkellers Teil-3 im Grundwasser. Insbesondere im 2. Untergeschoss unter dem Haus 4 weisen die angetroffenen Symptome darauf hin, dass die außenseitige Abdichtung nicht (mehr)

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KOCH INGENIEURE

Projekt-Nr. P.16172 Schriftsatz vom 30. August 2016

funktionstüchtig ist. Gleiches gilt für vorhandene Fugen. Foto Nr. 4.2

Ebenfalls betroffen ist der augenscheinlich mit einem Spritzbeton instand gesetzte nördliche Kellerab- schnitt im 2. Untergeschoss. Foto Nr. 5.1

Aufgrund der angetroffenen Undichtigkeiten und den teilweise ausgeprägten Symptomen einer Wasser- belastung setzt eine hochwertige Nutzung der Kellerräume jedenfalls eine Instandsetzung voraus. Je nach Bauteil und Wasserbelastung sind Maßnahmen in unterschiedlichem Umfang notwendig. Für einen konkreten Maßnahmenkatalog bedarf es zwingend weitergehender Untersuchungen mit Probenentnah- men. Erst dann lassen sich die genauen Wassereintrittsmechanismen ermitteln und gezielt Abdichtungs- konzepte entwickeln bzw. Maßnahmen planen. Zudem sind Untersuchungen zur Bestimmung der stati- schen Resttragfähigkeit bereits geschädigter, aber noch nicht unterstützter Betonbauteile notwendig.

Hinweis: Ohne Sanierungsarbeiten muss bei einer anhaltenden Wasserbelastung mit einer fort- schreitenden Schädigung statisch relevanter Betonbauteile gerechnet werden, die zum Versagen einzelner Bauteile und Teileinstürzen führen können!

Wir hoffen, dass wir Ihnen den technischen Sachverhalt im Rahmen des derzeit Möglichen vollständig und verständlich beschreiben konnten. Sollte dies nicht der Fall sein oder sollten Sie oder Ihre Miteigen- tümer noch Fragen haben, so rufen Sie uns bitte an; wir stehen Ihnen auch weiterhin gerne beratend zur Verfügung. Einstweilen verbleiben wir

Mit freundlichen Grüßen

Dipl.-Ing. Jens Koch

Anlage

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H/B = 841 / 1189 (1.00m²) Allplan 2014

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