Projektbeschreibung
Gegenstand der Beschaffung / Planungsaufgabe
Vergabe-Nr.: Bauvorhaben:
| 26D412012 | ||
|---|---|---|
| Semperoper Dresden Ballettzentrum | ||
| Vergabe der Tragwerksplanungsleistung |
0. Inhaltsverzeichnis
- Objektbeschreibung ........................................................................................... 3 Allgemeine Beschreibung des Objektes .......................................................................................... 3 Architektenwettbewerb ..................................................................................................................... 4 Standort / Erfüllungsort .................................................................................................................... 4 Semperoper ..................................................................................................................................... 6 Bauhistorie ....................................................................................................................................... 7 Bisherige Um- / Anbau- und Sanierungsmaßnahmen ..................................................................... 9
- Zielstellung / Planungsaufgabe ....................................................................... 10 Planungsumfang ............................................................................................................................ 10 Erschließung .................................................................................................................................. 13 Medienführung ............................................................................................................................... 15 Geplante Ausführung in Bauetappen ............................................................................................. 16 Funktionale Anforderungen ............................................................................................................ 17 Nachhaltigkeit ................................................................................................................................. 21
- Rahmenbedingungen ....................................................................................... 21 Wirtschaftliche Rahmenbedingungen / Kosten der Baumaßnahme .............................................. 21 Meilensteine im Projektablauf / Termine ........................................................................................ 21 Vorliegende Planungen / Gutachten .............................................................................................. 22 3.3.1. Baugrund I Altlasten I Hochwasser ................................................................................................ 22
- Bauordnungsrechtliche Anforderungen ......................................................... 22 Denkmalschutz ............................................................................................................................... 22 Barrierefreiheit ................................................................................................................................ 23 Brandschutz ................................................................................................................................... 23 Umweltschutz ................................................................................................................................. 24
- Auflistung beigefügter Planunterlagen / Bilder / Gutachten / baufachliche Stellungnahmen ................................................................................................ 24
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1. Objektbeschreibung
Allgemeine Beschreibung des Objektes
Das Vorhaben umfasst die Planung, Errichtung eines Neubaus und spätere Umnutzung eines
neuen Gebäudes, das zunächst als Interim für ausgelagerte Funktionen der Semperoper dient und
anschließend dauerhaft als Semperoper Ballett Zentrum betrieben wird. Hintergrund ist die notwen-
dige Generalsanierung des denkmalgeschützten Funktionsgebäudes der Semperoper, dessen
baulicher Zustand eine umfassende Sanierung erfordert. Während dieser rund zweijährigen Sanie-
rungsphase müssen Nutzflächen ausgelagert werden, wofür der Neubau als ein Interimsstandort
vorgesehen ist.
Das Gebäude entsteht im hochsensiblen historischen Umfeld zwischen Semperoper, Zwingerpark
und dem Gebäude „Semper zwei“, innerhalb eines durch Denkmalpflege und Stadtplanung festge-
legten Baufeldes mit maximalen Abmessungen von 26 × 26 m und einer Höhe von 18,60 m.
Der Neubau muss sowohl funktional als Interim als auch im Endzustand als Ballett-Zentrum funkti-
onieren. Dafür wird er auf Bühnenebene über Brücken an das Funktionsgebäude und temporär an
„Semper zwei“ angebunden („wettergeschützte Verbindung“ ). Nach Abschluss der Sanierung wird
der Interims-Ausbau vollständig zurückgebaut und das Gebäude zum Ballett-Zentrum umgebaut.
Im Endzustand umfasst es zwei große Ballettsäle mit mindestens 5,50 m lichter Höhe, Garderoben,
Physiotherapie- und Fitnessräume, Büros, Sanitärbereiche sowie das dauerhaft zu verlegende
Tonstudio. Zusätzlich entsteht eine Probebühne der Oper mit einer Grundfläche von ca.
18,80 × 18,80 m, einer lichten Arbeitshöhe von mindestens 7,50 m und einer Drehscheibe bau-
gleich zur Hauptbühne („OK Drehscheibe = OKFF Probebühne“ ).
Abb. 1_Luftbild (Quelle: bing.com)
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Das Baugrundstück liegt im denkmalgeschützten Ensemble der Semperoper und des Zwingergar-
tens, wodurch hohe Anforderungen an Kubatur, Materialität und städtebauliche Einfügung beste-
hen. Der Standort ist zudem technisch anspruchsvoll: Ein großer Abwassersammler verläuft unter
dem Baufeld und darf nicht verlegt werden („Unterkellerung an dieser Stelle nicht möglich“ ). Der
Baugrund weist Auffüllungen und ein hohes Grundwasserniveau auf, weshalb eine Tiefgründung
mit Pfählen erforderlich ist. Das Areal ist hochwassergefährdet und erfordert druckwasserdichte
Untergeschosse. Die Erschließung muss den komplexen Betriebsabläufen der Oper gerecht wer-
den, insbesondere der Anlieferung großer Kulissenfahrzeuge mit 19,10 m Länge.
Parallel zur Gebäudeplanung sind die Freianlagen im Kernbereich funktional und gestalterisch auf-
zuwerten. Dazu gehören Stellplätze, Feuerwehrzufahrten, Besucherwege sowie die Integration des
Betriebshofes in das hochwertige Umfeld. Eine prägende Platane ist zwingend zu erhalten. Das
Projekt verfolgt Nachhaltigkeitsziele, u. a. durch Dachbegrünung, effiziente Flächennutzung und
nachhaltige Regenwasserbewirtschaftung.
Der Neubau soll das bestehende Ensemble der Semperoper „rücksichtsvoll erweitern“ und zu-
gleich moderne, international konkurrenzfähige Arbeitsbedingungen für das Semperoper Ballett
schaffen.
Architektenwettbewerb
Im Jahr 2025 wurde ein offener Wettbewerb ausgelobt, in dessen Rahmen insgesamt 20 Unterneh-
men die Möglichkeit erhielten, einen architektonischen Entwurf einzureichen. Die eingereichten
Beiträge werden Anfang September 2026 durch ein Preisgericht bewertet. Dieses unabhängige
Gremium wird einen Siegesentwurf bestimmen, der künftig die fachliche und inhaltliche Grundlage
für die Ausarbeitung der Zuschlagskriterien in diesem Vergabeverfahren bildet.
Es ist beabsichtigt, das Verfahren so zu strukturieren, dass bis Ende des Jahres 2026 die beauf-
tragten Architektinnen und Architekten verbindlich feststehen und mit der weiteren Planung beauf-
tragt werden.
Standort / Erfüllungsort
Dresden, die Landeshauptstadt Sachsens, ist als Kunst- und Kulturstadt von europäischem Rang
bekannt. Besonders prägend ist dabei die Semperoper als zentraler Bestandteil des historischen
Stadtensembles an der Elbe.
Die Stadt entwickelte sich seit dem 11. Jahrhundert zur kurfürstlichen Residenz, deren bauliches
Erbe bis heute das Umfeld der Semperoper bestimmt. Bedeutende Bauwerke wie Residenz-
schloss, Zwinger, Hofkirche und Frauenkirche bilden gemeinsam mit der Oper ein dichtes Gefüge
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barocker Architektur, das durch spätere Ergänzungen des 19. und 20. Jahrhunderts erweitert
wurde.
Die Semperoper liegt am Theaterplatz, einem der wichtigsten stadträumlichen Knotenpunkte Dres-
dens. Dieser wird durch die Gemäldegalerie, das Taschenbergpalais, die Hofkirche sowie das Itali-
enische Dörfchen gefasst. In unmittelbarer Nachbarschaft befinden sich zudem der Zwinger und
der Zwingerpark. Nördlich schließen funktionale Erweiterungsbauten, Theaterwerkstätten sowie die
Anlagen des Sächsischen Landtags an.
Während der Theaterplatz im Zweiten Weltkrieg stark zerstört wurde, erfolgte in den folgenden
Jahrzehnten ein weitgehender Wiederaufbau der historischen Raumkanten. Im Gegensatz dazu
wurde der Bereich nördlich der Semperoper seit den 1970er Jahren funktional überformt, um den
Anforderungen des Theaterbetriebs gerecht zu werden. Hier entstanden Erweiterungsbauten sowie
infrastrukturelle Anpassungen, unter anderem die Umgestaltung des Zwingerparks und der Rück-
bau der Großen Packhofstraße.
Das heutige Planungsgebiet liegt in diesem Spannungsfeld zwischen historisch rekonstruierter
Platzsituation und funktional geprägten Ergänzungen. Der Umbau der Semperoper und ihres Um-
felds steht somit im Kontext einer sensiblen Weiterentwicklung eines hochrangigen Kulturstandorts,
bei der sowohl denkmalpflegerische als auch betriebliche Anforderungen zu berücksichtigen sind.
Abbildung 2_ Planungsgebiet mit Bezug zur Inneren Altstadt Dresden (Quelle: Themenstadtplan
Dresden.de)
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Semperoper
Mit der Eröffnung des ersten Opernhauses 1667 beginnt die Geschichte der Semperoper in Dres-
den. Mit der 1548 gegründeten Sächsischen Staatskapelle Dresden gilt das Orchester der Oper als
eines der ältesten der Welt; geleitet von Chefdirigenten und Generalmusikdirektoren wie Karl
Böhm, Kurt Sanderling, Herbert Blomstedt, Christian Thielemann oder Fabio Luisi. Ab August 2024
ist Daniele Gatti Chefdirigent der Staatskapelle. Daneben setzt das Semperopern Ballett mit sei-
nem umfangreichen Repertoire- von traditionellen Handlungsballetten bis zum modernen Tanz hin
- international Maßstäbe.
Seit 2005 ist Wolfgang Rothe Kaufmännischer Geschäftsführer der Semperoper Dresden und seit
Januar 2013 in diesem Amt auch verantwortlich für die aus Staatsoper und Staatsschauspiel Dres-
den fusionierten Sächsischen Staatstheater; von 2012 bis 2018 nahm er kommissarisch das Amt
des Intendanten an der Semperoper wahr. Mit Beginn der der Spielzeit 2024/25 leitet Nora Schmid
als Intendantin die Semperoper.
Insgesamt arbeiten über 700 Menschen mit internationaler Herkunft um die Aufführung hochkaräti-
ger Opern- und Ballettabende und erstklassige Konzerte zu ermöglichen oder auch experimentelle
Formate für Kinder und Jugendliche anzubieten.
Kleine Einführung zum Ballett
Das Semperoper Ballett zählt mit etwa 60 Tänzerinnen und Tänzern zu den führenden Ballettkom-
panien in Deutschland und hat sich seit 2006 unter Ballettdirektor Aaron S. Watkin zu einem inter-
national bedeutenden Ensemble entwickelt.
Seit 2024 ist Kinsun Chan künstlerischer Ballettdirektor des Semperoper Ballett. International be-
deutende Choreografen wie John Neumeier, Johan Inger, Stijn Celis, Alexander Ekman sowie Imre
und Marne van Opstal arbeiten mit dem Semperoper Ballett. Das Ballettensemble wird regelmäßig
zu Gastspielen in die gesamte Welt eingeladen.
Eleven
Mit der Palucca Hochschule für Tanz verbindet das Semperoper Ballett eine intensive Zusammen-
arbeit, Schülerinnen und Schüler der Palucca Schule wirken regelmäßig in den Ballettvorstellungen
an der Semperoper mit. Das Semperoper Ballett zeigt pro Spielzeit 70 – 80 Ballettvorstellungen auf
der Hauptbühne der Semperoper und arbeitet daneben auf der Studiobühne Semper zwei, im Fest-
spielhaus Hellerau und in den Häusern des Staatsschauspiel Dresden.
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Das 2006 gestartete Elev_Innenprogramm des Semperoper Balletts in Kooperation mit der
Palucca Hochschule für Tanz Dresden bietet jungen Tänzerinnen und Tänzern die Möglichkeit,
eine Spielzeit lang Berufspraxis zu sammeln und parallel zu studieren. Seit 2018 / 19 wird es als
erstes bundesweites Zertifikatsprogramm durchgeführt. Die Teilnehmenden erhalten ein intensives,
individuell abgestimmtes Trainings- und Ausbildungsangebot, wirken in Vorstellungen mit und wer-
den künstlerisch wie theoretisch umfassend betreut – mit dem Ziel, den Einstieg in die professio-
nelle Tanzwelt zu erleichtern.
Abb. 3_Elev_Innenprogramm (Quelle: Semperoper.de)
Bauhistorie
Gottfried Sempers erstes Hoftheater wurde von 1837 bis 1841 errichtet. Mit seinen Bauten wie der
1855 errichteten Gemäldegalerie, der heute nicht mehr erhaltenen Villa Rosa (1840) oder dem Pa-
lais Oppenheim (1848) prägte er in der Folge ein ganze Architektengeneration in Dresden im Stil
der italienischen Renaissance. Diese Schule wurde von einem seiner Schüler – Georg Hermann
Nicolai weitergeführt – und begründete als Semper-Nicolai-Schule einen wichtigen lokalen Baustil
Ende des 19. Jahrhunderts in Dresden.
Nach einem Brand wurde das erste Hoftheater 1869 abgetragen und der Neubau leicht versetzt
nach Norden unter der Bauleitung des Sohnes von Gottfried Semper von 1870 bis 1878 erbaut.
Zusammen mit dem italienischen Dörfchen, der Hofkirche sowie dem Residenzschloss wurde in
dieser Zeit die bis heute gültige Form des Theaterplatzes geschaffen. Bereits 1855 hatte Semper,
die bis dahin zur Elbe offene Seite des Zwingers mit dem Bau der Gemäldegalerie geschlossen.
Der amerikanische Autor Harry Francis Mallgrave bezeichnete die Oper in seiner 2001 erschiene-
nen Semper Publikation als eine der größten Leistungen Sempers, sogar als das zweite Meister-
werk in dessen Karriere (Mallgrave 2001, S. 357); zur Entstehungszeit nur vergleichbar mit der
1875 eröffneten Oper in Paris oder dem 1875 eröffneten Festspielhaus Bayreuth.
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Der gesamte Bau, wie auch fast alle übrigen öffentlichen Gebäude in Dresden, wurde in Elbsand-
stein errichtet. Als Grundriss diente Semper der Segmentbogen (für den Zuschauerraum) mit seitli-
chen Treppenhäusern und eingeschossigen Wagenvorfahrten. Von Weiten sind die Staffelung der
Baumassen und das - mit Dreiecksgiebeln den Hauptbau überragende - Bühnenhaus prägende
Merkmale. Entsprechend des zeitgenössischen Verständnisses der Einheit von Architektur und Bil-
dender Kunst waren über 120 Skulpturen und Bilder Teil der Innenausstattung, ergänzt von rei-
chem figürlichem Schmuck mit Themen der Antike oder der deutschen Literatur. 1908-10 erfolgten
erste neoklassizistische Überformungen des Foyers (Laudel 2009, S. 125).
1945 brannte das Gebäude, wie ein Großteil der Altstadtbebauung, nach Bombenangriffen aus. Mit
Blick auf die Fassade zum Theaterplatz war nicht ersichtlich, dass der Zuschauerraum und die
Bühne dahinter komplett ausgebrannt waren. Drei Jahre später stürzte der rückwärtige Giebel ein.
Unter anderem mit Spendengeldern von 1.5 Millionen Mark konnten die Sicherungsarbeiten 1953
wiederaufgenommen und bis 1955 abgeschlossen werden (Hänsch 1986, S. 101). Nach einem
ersten Wettbewerb 1967 konnte 1985 die wiederaufgebaute und erweitere Oper unter Leitung des
Dresdner Architekten Wolfgang Hänsch (1929-2013) eröffnet werden. Das Äußere des Zuschauer-
raums, die Vestibüle und Foyers wurden wiederhergestellt; zugleich rückwärtig eine Verbreiterung
vorgenommen und zwei Brücken als Verbindung zum Ensemble aus drei Erweiterungsbauten an-
gefügt.
Die eigenständigen, rückwärtigen Baukörper von Wolfgang Hänsch – und das wird vor allem bei
Augenschein vor Ort nachvollziehbar – nehmen mit reduzierter, aber kraftvoller tektonischer Struk-
tur Bezug auf die vertikale und horizontale Gliederung des Haupthauses. In Ergänzung mit der ver-
wendeten Sandsteinfassade gesellen sich die Neubauten fast lautlos dem Werk Sempers dazu.
Durch die einheitliche Sprache in der äußeren Gestaltung sind sie zum einen auf den ersten Blick
als Ensemble begreifbar, zugleich vermag das gewählte Raster die Bauten weniger groß erschei-
nen zu lassen, als sie es wirklich sind. Die auskragenden Obergeschosse auf gereihten Stützpfei-
lern wirken in der Wahrnehmung als die zeitgemäße Interpretation klassischer Bautypen mit Archit-
rav auf Stützenreihen.
Vier monumentale Masken Peter Makolies an den vier Gebäudeecken der elbseitigen Probebühne
machen – als Fortführung der Bauplastik im Semperbau – auf die Theaterfunktion aufmerksam.
Unter anderem für diese oben genannten städtebaulichen und architektonischen Qualitäten sowie
des sensiblen Umgangs mit dem Bestand wurde das Ensemble der Erweiterungsbauten 2013 un-
ter Denkmalschutz gestellt. Dabei kann das Konzept der Erweiterung mittels eines Ensembles aus
drei quadratischen Bauten, deren größter Bau (das Funktionsgebäude) sich in axialer Verlänge-
rung des Opernhauses befindet und welcher über zwei spiegelbildlich angeordnete Brücken mit
dem Bestand verbunden ist, auch als Ergebnis der intensiv geführten Diskussionen zwischen
Denkmalpflege, Nutzer und Architekten verstanden werden.
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Bisherige Um- / Anbau- und Sanierungsmaßnahmen
Abbildung 4_Semper Oper mit den Anbauten im Stadtgefüge
Von 2014 bis 2017 wurde der Umbau des Gastronomiegebäudes (heute „Semper zwei“) zur Stu-
diobühne und Kantine durch das Dresdner Architekturbüro Meyer-Bassin und Partner durchgeführt.
Ohne Eingriffe in die Fassade wurde in den oberen Geschossen eine dreigeschossige Studio-
bühne geschaffen und die bestehende Kantine in das Erdgeschoss versetzt. Zur Erschließung der
voneinander unabhängigen Funktionen Studiobühne und Kantine mussten zwei neue Treppenhäu-
ser eingebaut werden.
Im Jahr 2018 wurde das büro hg merz mit der Gesamtsanierung des Funktionsgebäudes, beste-
hend aus drei Teilmaßnahmen, beauftragt. Im Zuge der Bearbeitung der ES-Bau stellte sich her-
aus, dass die bis dahin vorgesehene Variante eines reinen Interimsbaus für die auszulagernden
Flächen des Funktionsgebäudes entweder zu unwirtschaftlich oder räumlich-funktional als nicht
angemessen angesehen wurden.
Auf der Suche nach einem möglichen Standort für die notwendigen rund 4.400 m² Nutzfläche zur
Aufrechterhaltung des Spielbetriebes wurde entschieden, etwa die Hälfte des zu errichtenden Inte-
rims später als festes Bauwerk für das Ballett-Zentrum zu nutzen sowie weitere, im Rahmen des
Wettbewerbs nicht zu planende reine Interimsflächen zu schaffen.
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Es werden weitere Flächen während der Sanierungsarbeiten an dem Funktionsgebäude in einem
noch zu bestimmenden Interim ausgelagert. Diese Planung wird vom Büro hg merz übernommen.
Funktionen mit hohen bauphysikalischen Anforderungen werden im Neubau platziert, während In-
terimsnutzungen mit weniger hohen und untergeordneten logistischen Anforderungen in dem tem-
porären Interim ausgelagert werden.
Im Zuge der Sanierung des Funktionsgebäudes werden dort die Garderoben, Schminkbereiche
etc. gemäß aktuellen Arbeitsstättenrichtlinien angepasst.
2. Zielstellung / Planungsaufgabe
Planungsumfang
Abbildung 5_Wettbewerbsumgriff
Es soll das neue „Semperoper Ballett Zentrum“ (kurz Ballett-Zentrum) geplant werden. Dieser Neu-
bau soll das vorhandene Funktionsgebäude dauerhaft ergänzen und auf Bühnenebene über eine
Brücke an ihn angeschlossen werden.
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Neben dem oberirischen Baufeld ist eine Unterbauung des im Bestand bereits befestigten Bereichs
zwischen dem Funktionsgebäude und dem geplanten Neubau (Probebühnenzentrum) im Sinne
eines "unterirdischen Baufeldes" zulässig. Im Hinblick auf die dann absehbaren zusätzlichen Medi-
enumverlegungen und die aufwendige Baulogistik Bedarf diese Entscheidung besonderer Abwä-
gung. Sofern dieses zusätzliche unterirdsiche Baufeld genutzt werden sollte, ist eine Erläuterung
zum Bauablauf einzureichen um den Nachweis einer dauerhaften Betriebsfähigkeit der Oper und
des dafür notwendigen Wirtschaftshofes (Durchfahrt Kulissenwagen, Anfahrt Semper Zwei usw.)
zu erbringen.
Abbildung 6_Grundriss Funktionsgebäude auf Bühnenebene mit neuer Anbindung an das Ballett-
Zentrum und bestehender Brücke
Interimsweise wird das spätere Ballett-Zentrum nach seiner Errichtung zunächst auch für ausgela-
gerte Nutzungen während der Sanierung des Funktionsgebäudes genutzt. Während dieser Inte-
rimsnutzung soll das spätere Ballett-Zentrum auf Bühnenebene auch an „Semper zwei“ über eine
Brücke angeschlossen werden, welche später wieder zurückgebaut wird. Dabei ist es möglich das
bestehende Fluchttreppenhaus als temporäre Verbindung zwischen dem Neubau und Semper
zwei zu nutzen.
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Brücke zum Funktionsgebäude
Interim
Abbildung 7_Grundriss Semper Zwei auf Bühnenebene mit bestehender Brücke und neuer Inte-
rims-Anbindung an das Ballett-Zentrum
Der Wettbewerbsentwurf basiert auf den durch die Denkmalpflege festgelegten Rahmenbedingun-
gen. Vorgesehen ist eine maximale oberirdische Gebäudegrundfläche von 26 m×26 m sowie eine
maximale Gebäudehöhe von 18,60 m (entspricht 129,00 m ü. NHN). Die Höhe von 18,60 m ist ge-
mäß den Vorgaben des Landesamts für Denkmalpflege verbindlich einzuhalten und darf durch kei-
nerlei Aufbauten überschritten werden.
Abbildung 8_Systemschnitt
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Erschließung
Ein wichtiger, entscheidender Faktor ist die Verkehrsführung unmittelbar nach Einfahrt in Verlänge-
rung der Devrientstraße. Direkt nach Grundstückszugang biegt zunächst die zwingend zu erhal-
tende Einfahrt in die Tiefgarage ab.
Abbildung 9_Erschließung
Weiter über die Einfahrt in Verlängerung der Devrientstraße erfolgt die Zufahrt von Dekorationswa-
gen zum Ballett-Zentrum als auch zum Funktionsgebäude (FG) und Gastronomiegebäude (GG)
und vor allem die Dekorationsanlieferung für die Semperoper selbst. Und hier erfolgt auch die Ein-
fahrt des Kulissenwagens mit einer Gesamtlänge: (Zugmaschine + Hänger) von 19,10 m (Gesamt-
breite: 2,55 m; Gesamthöhe: 3,90 m). Die Ausfahrt des Kulissenwagens erfolgt über den Theater-
platz.
Abbildung 10_Anlieferzone zwischen Funktionsgebäude und Semperoper
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Die Einfahrt muss für einen Kulissenwagen mit einer Gesamtlänge von 19,10 m, einer Breite von
2,55 m und einer Gesamthöhe von 3,90 m für Zugmaschine mit Hänger passierbar sein. Die Aus-
fahrt des Kulissenwagens erfolgt über den Theaterplatz.
Die Tiefgaragenzufahrt (unmittelbar links nach der Grundstückseinfahrt in Verlängerung der De-
vrientstraße) ist im Bestand weiterhin zwingend zu bewahren. Ebenso bleibt das Glasgebäude für
den fußläufigen Zugang zur Tiefgarage (an der nördlichen Ecke des erweiterten Bearbeitungsge-
bietes, hinter der Probebühne) im Bestand erhalten. Auch das hölzerne pavillonartige Zugangs-
türmchen (Kanalzugang, zwischen Tiefgaragenzufahrt und Tiefgarageneingangsgebäude gelegen)
bleibt bestehen.
Die Anzahl der insgesamt 54 bestehenden PKW-Stellplätze im erweiterten Wettbewerbsumgriff soll
wieder nachgewiesen werden. Davon sollen 8 Stellplätze mittig vor dem Bühneneingang (südwest-
lich vor dem Funktionsgebäude) erhalten oder in der Nähe angeordnet werden.
Auch die 3 Elektro-PKW-Stellplätze mit Lademöglichkeit sollen im Bestand erhalten werden. Der
barrierefreie PKW-Stellplatz wird auch weiterhin benötigt und kann auch weiterhin am Bestands-
platz bestehen bleiben.
Abbildung 11_Parkplatzflächen, Anlieferungszone und Tiefgaragenzufahrt
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Medienführung
Das Baufeld des geplanten Neubaus/Ballett-Zentrums wird von einem Bestandskanal der Stadtent-
wässerung Dresden (innen lichte ca. 2,54 x ca. 2,05 m, außen ca. 4,40 m x ca. 2,60 m) gequert.
Dieser Kanal musste bereits im Zuge der Realisierung des Funktionsgebäudes überbaut werden,
da er nicht umverlegt werden konnte. Dies gilt aufgrund der Abmessungen auch heute noch. Eine
Unterkellerung des neu zu planenden Gebäudes ist an dieser Stelle nicht möglich. Die Oberkante
des Kanals liegt ca. 3.40 m unter Geländeoberkante.
Abbildung 12_Schemaschnitt durch den zu berücksichtigenden Abwasserkanal
Bei den übrigen Bestandskanälen und Leitungen kann von einer Umverlegung entsprechend der
entstehenden Erfordernisse ausgegangen werden.
Es wird erwartet, dass der geplante Neubau nach der Interimsnutzung als zukunftsfähiges Ge-
bäude die Funktionen und Anforderungen an ein modernes Ballett-Zentrum optimal erfüllt.
Aufgrund der speziellen Nutzung wird eine Zertifizierung nach BNB nicht angestrebt.
Mit dem Neubau soll, trotz der damit einhergehenden Eingriffe in den bestehenden Zwingerpark
und dessen Grünanlagen, auch ein Mehrwert für die Öffentlichkeit geschaffen werden und eine
Aufwertung der gesamten Freianlagen erfolgen.
Für die Gewährleistung des Spielbetriebs und zur Abwendung weiterer Schäden am Funktionsge-
bäude ist eine Generalsanierung mit einer Bündelung der später genannten drei Teilmaßnahmen
unter der Gesamtbaumaßnahme „Gesamtsanierung Funktionsgebäude Semperoper“ geplant.
Für die Baustelleneinrichtung wird in der Nähe des Bearbeitungsgebietes eine weitere Fläche zu
Verfügung gestellt.
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Abbildung 13_Gebäude "Probebühne"
Geplante Ausführung in Bauetappen
TM 1: Neubau als Interim – Ersatzunterbringung künstlerische Bereiche
Um den Spielbetrieb der Oper während der Sanierungsmaßnahmen zu gewährleisten, müssen ca.
4.400 m² Nutzfläche auf verschiedene Standorte, u.a. auf das Ballett-Zentrum ausgelagert werden.
Zu beachten gilt dabei, dass die Bühne der Semperoper für die kostümierten, geschminkten, einge-
sungen bzw. eingetanzten Künstlerinnen und Künstler fußläufig und trockenen Fußes erreicht wer-
den muss. Dafür ist ein im Grundriss quadratischer Baukörper mit ca. 2.700 m² BGF und einer BRI
von 19.000 m³ notwendig. Dieser Baukörper soll so geplant werden, dass er von Anfang an weitge-
hend auch den dauerhaften Anforderungen nach der Interims-Phase entspricht. Lediglich innerhalb
des Volumens der Probebühne werden interimsmäßig Auslagerungsflächen eingefügt, die nach
der Interimsnutzung zurückgebaut werden.
Die Lage zwischen Funktionsgebäude und „Semper zwei" sowie der Straße am Zwingerteich / De-
vrientstraße ist durch ein Baufeld vorgegeben.
TM 2: Generalsanierung Funktionsgebäude (nicht Bestandteil des Planungsumfangs)
Die Generalsanierung beinhaltet die Erneuerung der Grundleitung und der Haustechnik sowie die
energetische Ertüchtigung der Gebäudehülle. Im Zuge der Sanierung erfolgt auch die Erneuerung
bzw. Aufarbeitung der Aus- und Einbauten, Decken-, Fußböden- und Wandbeläge unter Beach-
tung brandschutztechnischer und denkmalpflegerischer Anforderungen. Dabei soll das denkmalge-
schützte Erscheinungsbild des Gebäudes entsprechend dem ursprünglichen Entwurfskonzept be-
wahrt und die Grundrissstruktur nur geringfügig verändert werden.
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Mit der Sanierung werden die Ballettsäle und das Tonstudio in das Ballett-Zentrum verlegt.
Die übrigen Räume des Funktionsgebäudes, wie die Maske und die Sologarderoben, verbleiben im
Bestand und werden nach aktuellen Arbeitsstättenrichtlinien vergrößert.
TM 3: Umbau des Neubaus zum Ballett-Zentrum
Nach abgeschlossener Sanierung des Funktionsgebäudes wird der Neubau zum Ballett-Zentrum
umgebaut. Die als Interim genutzten Flächen in der Probebühne werden dafür zurückgebaut.
Umzug Ballett und Tonstudio in Bei Inbetriebnahme des Funkti- neue Räume im Ballett-Zentrum onsgebäudes ziehen die Räume, bis auf Ballett und Tonstudio, in den sanierten Altbau zurück; im Interim I Umzug der restlichen Ballett-Zentrum kann die Probe- Räume des Funktionsgebäudes bühne als solche genutzt werden. interimsweise in Container / die Fläche der zukünftigen Probe- bühne. Diese Fläche kann in der Zeit der Sanierung zweigeschos- sig ausgebaut werden.
TM 1 TM 2 TM 3
Neubau Sanierung Inbetriebnahme Ballett-Zentrum Funktionsgebäude Funktionsgebäude
Funktionale Anforderungen
Wesentlich für den Erhalt der Leistungsfähigkeit der Tänzerinnen und Tänzer sind gute Probenbe-
dingungen, eine gute sportmedizinische Betreuung durch Physiotherapeuten vor Ort und ausrei-
chende Trainingsmöglichkeiten zum Erhalt der körperlichen Fitness. Wichtig für die Probenbedin-
gungen sind Ballett-Probensäle, die der Größe der Hauptbühnenfläche entsprechen, damit Tanzfi-
guren und Bewegungsabläufe unter den originalen Aufführungsbedingungen geprobt werden kön-
nen.
Die Raumhöhe eines Ballett-Probensaals muss mindestens die doppelte Personenhöhe haben, da
sonst Hebefiguren, bei denen ein Tänzer seine Tanzpartnerin stehend auf seine Schultern hebt,
nicht sicher ausgeführt werden können. Auch für Sprünge muss ausreichend Luftraum vorhanden
sein. Die Mindestraumhöhe für Ballett-Proberäume sollte daher nicht unter 5,50 m lichter Höhe lie-
gen.
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Für ein breites Repertoire und abwechslungsreiches Programmangebot müssen ausreichend Flä-
chen zur Verfügung stehen, damit zwei Produktionen parallel probiert werden können.
Wesentlicher Bestandteil der Arbeitsbedingungen ist auch die Beachtung der raumklimatischen An-
forderungen in Bezug auf Temperatur und Zugerscheinungen, weil die Tänzerinnen und Tänzer im
Training warm bleiben müssen und keine Zugluft entstehen darf, da sich sonst die Verletzungsge-
fahr erhöht.
Tageslicht in den Probenräumen erhöht das Wohlbefinden und stellt ein zeitgemäßes Ausstat-
tungsdetail dar. Nur so kann eine hohe künstlerische Aufführungsqualität und eine große Band-
breite des Spielplanes sichergestellt werden.
Balletttänzerinnen und Balletttänzer müssen vor jedem Auftritt die Möglichkeit zum Eintanzen ha-
ben, damit der Körper ausreichend erwärmt und gedehnt wird. Nach diesem Eintanzen erfolgt das
Anlegen des Kostüms und das Schminken. Anschließend folgen eine nochmalige Dehnung und
Erwärmung der Muskulatur, um für den Auftritt auf der Bühne vorbereitet zu sein. Daher müssen
die räumlichen Bedingungen diesen Ablauf sichergestellt werden. Der Ablauf vor einer Vorstellung
benötigt etwa drei Stunden Zeit und ist für die Gesunderhaltung und die Arbeitssicherheit der Tän-
zerinnen und Tänzer vor existenzieller Bedeutung.
Die mit Tageslicht erfüllten Garderoben der Künstlerinnen und Künstler, die Räume für Kostüm und
Maske, Probensäle und Fitnessräume müssen in einem unmittelbaren räumlichen Zusammenhang
mit der Auftrittsfläche auf der Hauptbühne stehen. Hinzu kommen Behandlungsräume der Physio-
therapie und Pausenräume, die ebenfalls witterungsgeschützt in einem Raumverbund mit der
Hauptbühne liegen müssen.
Diese notwendigen Arbeitsbedingungen und Raumverbünde sind momentan an der Semperoper
nicht vollumfänglich gegeben. Damit auch zukünftig eine dem Anspruch der Semperoper und sei-
nem Ballettensemble entsprechende künstlerische Qualität sichergestellt werden kann, ist eine
Verbesserung der Arbeitsbedingungen für das Semperoper Ballett besonders wichtig.
Im Neubau / Ballett-Zentrum sind dauerhaft zwei Ballettsäle, die Umkleiden und Büros, Technik-
und Lagerflächen vorgesehen. Daneben müssen Technikflächen und interimsmäßige Umkleiden,
die später als Lagerräume weitergenutzt werden, berücksichtigt werden.
Das Tonstudio inklusive der sehr teuren technischen Ausstattung soll dauerhaft vom Funktionsge-
bäude in den Neubau bzw. das Ballett-Zentrum umziehen.
Die spätere Probebühne der Oper im Ballett-Zentrum orientiert sich in der Nutzfläche an der Größe
der Hauptbühne im Vorstellungshaus. Nur der Raum dieser Probebühne soll interimsmäßig mit zu-
sätzlichen Nutzungsebenen ausgebaut werden, welche später wieder zurückgebaut werden.
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Im Neubau soll während der Nutzung als Interim mittels einer Brücke auf der Ebene ±0.00 (Büh-
nenebene, ±0.00 = 116.90 m ü NHN) an das Gastronomiegebäude Semper zwei angebunden wer-
den. Diese oberirdische Verbindung ist in der späteren Nutzung als Ballett-Zentrum zurückzu-
bauen.
Eine weitere Brücke zum Funktionsgebäude ist (auf Höhe der Bühnenebene) sowohl während der
Nutzung als Interim als auch in der späteren Nutzung als Ballett-Zentrum vorzusehen.
Ob im Zuge der Interimsnutzung spätere Nutzungen des Ballett-Zentrums, wie Umkleiden z.B. als
Lagerflächen genutzt werden, ist in der weiteren Planung zu klären.
Die im Ballett-Zentrum zu planenden Sanitärräume sollen sowohl in der Interimsnutzung als auch
im Endzustand als solche genutzt werden und die bestehenden Räume im Funktionsgebäude er-
gänzen.
Personell sind folgende Positionen für das Ballett unterzubringen:
▪ 58 Tänzerinnen und Tänzer; ca. 50%-Teilung Damen und Herren, davon 4x Solo Damen,
4x Solo Herren
▪ 5 Ballettmeisterinnen und Ballettmeister (1x Damen, 1x Herren)
▪ 1x Gastchoreograph
▪ 6 Eleven (1x Damen, 1x Herren)
▪ 6 Mitarbeitende der Ballettdirektion
Probebühne Oper – Endzustand
▪ Quadratische Grundfläche (ca. 18,80 x 18,80 m)
▪ Ausstattung mit Drehscheibe, die in den Abmessungen und der Steuerung der Anlage auf
der Hauptbühne der Semperoper entspricht (Annahme konstruktiver Aufbau für Wettbe-
werb: 50 cm, siehe Anlage Systemschnitt); OK Drehscheibe=OKFF Probebühne
▪ Ab OKFF lichte Arbeitshöhe mind. 7,5 m zzgl. 2,5 m für Heizung/Lüftung, Tragwerk Kranbah-
nen für den Kulissentransport
▪ Bühnenboden als Spezialfußbodenaufbau baugleich wie die Hauptbühne; wie Fabrikat
Wertheim 3S-Platte oder baugleich
▪ niveaugleiche Anlieferung von Dekorationselementen erforderlich
▪ Vollklimatisiert; ausreichend Anschlussmöglichkeiten für elektrische Geräte
▪ Tageslichtzugang und Fenster mit Öffnungsmöglichkeit unterstützen moderne arbeitsmedi-
zinische Aspekte der Gesunderhaltung der Beschäftigten sind wünschenswert
▪ zum Transport der Dekorationselemente eine Türöffnung mit einer Größe von mindestens
8 x 3 m in direkter / indirekter Verbindung zur Anlieferung
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Probebühne Oper – INTERIM-Zustand
▪ Schaffung eines möglichst großen Flächenangebotes in kleinteiliger Raumstruktur und mit
Raumhöhen wie für normale Büronutzung ohne Tagelichtbedarf innerhalb des Volumens
der späteren Probebühne, wobei davon ausgegangen wird, dass mehrere Ebenen darin
Platz finden
▪ Nutzung z.B. für Maske und Kostüme
▪ Vorschlag, wie diese räumliche Struktur innerhalb der späteren Probebühne und die Er-
schließung der zusätzlichen Ebene(n) darin interimsweise so eingefügt werden, dass die
umgebenden Strukturen möglichst wenig verändert werden müssen und bereits während
des Interims weitgehend wie im Endzustand funktionieren sowie beim Rückbau des Inte-
rims im Betrieb möglichst wenig beeinträchtig werden
Großer und kleiner Ballettsaal
▪ Quadratische Grundfläche
▪ lichte Raumhöhe mind. 5,50 m
▪ Ausstattung mit Schwingfußboden wie Harlequin Liberty / Acticvity oder baugleich und da-
rauf festverlegtem Tanzboden Harlequin Cascade
▪ Natürliche Belichtungsmöglichkeiten, vorzugsweise Tageslicht über Dachhauben sowie
ergänzend Fenster mit Öffnungsmöglichkeit auf der Südfassade zum Zwingerpark
▪ vollklimatisiert
▪ ausreichend Anschlussmöglichkeiten für elektrische Geräte
▪ Tageslichtzugang und Fenster mit Öffnungsmöglichkeit unterstützen moderne arbeitsmedi-
zinische Aspekte der Gesunderhaltung der Beschäftigten sind wünschenswert
▪ Im Gebäude werden in räumlicher Nähe zur den Ballettstudios Garderoben, Arbeitsräume,
Physiotherapieräume, Fitnessräume und Sanitärbereiche für das Ballett angeordnet.
Zugang / Foyer
Der Zugang zum Gebäude erfolgt über den Betriebshof.
Das Ballett-Zentrum soll daneben über eine oberirdische Brücken-Anbindung an das Funktionsge-
bäude erschlossen werden, eine weitere unterirdische Anbindung an das Gastronomiegebäude
„Semper zwei“ ist entwurfsabhängig möglich. Unterirdisch können im Bereich zwischen Neubau /
Ballett-Zentrum und Gastronomiegebäude „Semper zwei“ weitere Nutzungen platziert werden.
Büros
▪ natürlich belichtet und belüftet
▪ zusätzliche Lichtversorgung durch Verglasung zu den Fluren
▪ außen liegender Sonnenschutz
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▪ Schallschutz zu den Außenbereichen
▪ Schallschutz zu den Verkehrsflächen im Gebäude und zwischen den Büros
▪ Tonstudio
▪ Arbeitsraum für Postproduktion von Audioaufnahmen
▪ schalltechnisch vom Gebäude entkoppelt
▪ aufgeständerter Boden für Kabelverlegung
▪ Vollklimatisiert und Beachtung der Schallschutzvorgaben
Nachhaltigkeit
Das Projekt wird mit einem hohen Anspruch an die Klimaneutralität bei Errichtung sowie Betrieb
des Gebäudes geplant. Der Einsatz erneuerbarer Energien wird in besonderem Maße angestrebt.
Aspekte der Nachhaltigkeit sind in der Planung besonders zu berücksichtigen. Fernwärme liegt an.
3. Rahmenbedingungen
Wirtschaftliche Rahmenbedingungen / Kosten der Baumaßnahme
Das Budget für das Ballett-Zentrum beträgt 35,4 Mio. € brutto und wird wie folgt aufgeteilt:
KG 200 6.665.000 €
KG 300 13.238.000 €
KG 400 7.128.000 €
KG 500 Tiefbau 74.100 €
KG 500 Freianlagen 1.203.000 €
KG 600 94.000 €
KG 700 6.351.000 €
Gesamtkosten KG 200 - 700 35.420.000 €
Meilensteine im Projektablauf / Termine
Folgende Termine sind für das geplante Bauvorhaben vorgesehen:
Medienumverlegung / Baufeldfreimachung vsl. 04.2030 – 04.2031
Errichtung Neubau (Bau für Interimsnutzung) vsl. 05.2031 – 09.2037
Umbau des Neubaus zum Ballett-Zentrum vsl. 09.2037 – 08.2038
Inbetriebnahme Ballett-Zentrum ab 09.2038
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Vorliegende Planungen / Gutachten
3.3.1. Baugrund I Altlasten I Hochwasser
Eine Baugrunduntersuchung ist erfolgt. Der geplante Neubau liegt im Bereich der ehemaligen Fes-
tungsanlagen. Ein vorgefundenes über 10 m langes und 1.20 m breites Altfundament konnte noch
nicht datiert werden, aufgrund der früheren Altbebauung können örtlich größere Auffüllungsmäch-
tigkeiten vorgefunden werden.
Das Grundwasser befindet sich auf ca. 104 bis 105 m ü. NHN (ca. 4,7 bis 7 m unter Geländeober-
kante) und es kann davon ausgegangen werden, dass der Pegel der Elbtalaue maßgebend für den
Grundwasserspiegel ist. Der Standort ist überflutungsgefährdet. Der Standort des neuen Probe-
zentrums ist durch die Hochwasserschutzanlage (HWSA) für die linkselbische Innenstadt bis zu
9,65m/111,53 m NHN (HQ 200-Ereignis) geschützt. Bei HQ 100-Ereignissen bis 9,24 m/111,12 m
NHN sichert die Stadt Dresden durch fest installierte Tore das Gebiet ab. Bis 9,65 m erfolgen zu-
sätzliche Maßnahmen durch die Semperoper / das SIB. Steigendes Grundwasser wird abgepumpt.
Es sind keine Maßnahmen bezüglich des Hochwasserschutzes zu berücksichtigen.
Gemäß den Ergebnissen des Baugrundgutachtens muss mit stark bis sehr stark erhöhten Bau-
und Gründungsaufwendungen gerechnet werden. So sind neben Abbruch- und Entsorgungsmaß-
nahmen wie z.B. für Stützmauern und Baugrundverbesserungsarbeiten auch Umverlegungsarbei-
ten für unterirdische Leitungen und Schächte, Brunnen usw. notwendig.
Aufgrund der geologischen Situation ist sowohl eine Flachgründung als auch eine Mischgründung
nicht möglich. Empfohlen wird eine Tiefgründung mit Pfählen (Ortbetonbohrpfähle) bis auf die
Höhe des tragfähigen Baugrundes unterhalb ca. 102 m ü. NHN.
Obwohl bisher keine Kampfmittelspuren im Boden vorgefunden wurden, werden Tiefbauarbeiten
unter Kontrolle eines Kampfmittelsuchdienstes empfohlen.
4. Bauordnungsrechtliche Anforderungen
Denkmalschutz
Der Zwingergarten (Gartendenkmal), das Ensemble des 1984 errichteten Funktionsgebäudes (Ge-
bäude und Außenflächen als Sachgesamtheit) wie auch die Semperoper stehen unter Denkmal-
schutz. Diese Randbedingungen sind bei der Gestaltung des Neubaus sowohl in Kubatur, als auch
in Setzung, der Fassadengliederung und der Materialität zu beachten.
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Es wird ein eigenständiger, zugleich zurückhaltender, zeitgemäßer, unaufdringlicher und dem
Standort angemessener Entwurf erwartet. Als ablesbare dritte Erweiterung soll er in den Dialog mit
den bestehenden Bauten treten und das bestehende Ensemble rücksichtsvoll erweitern.
Eine Vorgabe in Bezug auf die Materialität der Fassade gibt es nicht.
Abbildung 14_Auszug aus der Denkmalschutzkarte (Quelle: Geosn.sachsen.de)
Barrierefreiheit
Das zu planende Gebäude wird gem. § 50 Abs. 2 SächsBO als öffentlich zugängliches Gebäude
eingeordnet. Die daraus resultierenden Anforderungen an die Barrierefreiheit sind zu berücksichti-
gen. Der Leitfaden zur Barrierefreiheit ist zu beachten.
Brandschutz
Der Interimsausbau innerhalb der Probebühnen soll als leichte Konstruktion, z.B. in Holz, mit F60
Anforderung erstellt werden. Die Rückbaumaßnahmen in der „TM3“ - nach erfolgter Sanierung –
sollen zudem mittels leichten Geräts und ohne Eingriffe in die Statik des Gebäudes möglich sein.
Der Neubau wird als Gebäude der Gebäudeklasse 5, Sonderbau klassifiziert. Es erhält keine Ein-
stufung als Versammlungsstätte.
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Die öffentlich-rechtlichen Anforderungen bezüglich des baulichen Brandschutzes sind gemäß
der Sächsischen Bauordnung einzuhalten. Die Flächen und Zugänglichkeiten für einen Einsatz der
Feuerwehr sind zu berücksichtigen.
Umweltschutz
Als Resultat der erfolgten Abstimmungen ist die prägende Platane westlich des Gebäudes „Sem-
per zwei“ und südlich des Baufeldes zwingend zu erhalten.
5. Auflistung beigefügter Planunterlagen / Bilder / Gutachten / bau-
fachliche Stellungnahmen
GRUNDLAGEN BESTAND
B0 Auslobung Wettbewerbsverfahren B1 _ Bestandsaufmass Funktionsgebäude (PDF I DWG) B2 _ Bestandsaufmass Semper zwei (PDF / DWG) B3 _ Planliste Bestandsaufmaß (PDF) B4 _ Fotodokumentation Bestand (PDF) B5 _ Kanalquerschnitt Abwasser-Sammler (PDF) B6 _ Ansicht Semperoper Zwingerseite (PDF) B7 _ Auszug GIS Lageplan mit Flurstücken (PDF) B8 _ Denkmalschutz Lageplan (PDF) B9 _ Hochwasser Lageplan (PDF) B10 Übersichtsplan (PDF) B11_ Schwarzplan (PDF) B12_ Baugrundgutachten (PDF) B13_ Lageplan Medien Bestand (PDF I DWG) B14_ Ergänzungssatzung 451 (PDF) B15_ Begründung zur Ergänzungssatzung 451 (PDF) B16_ Denkmaldokument Sachgesamtheit Semperoper (PDF) B17_ Denkmaldokument Sachgesamtheit Theaterplatz (PDF) B18_ Denkmaldokument Sachgesamtheit Zwinger (PDF) B19_ Leitfaden Barrierefreiheit Freistaat Sachsen (PDF) B20 _Rückfragenprotokolle
Der Siegerentwurf des Wettbewerbs wird den Bietern mit Versand der Einladungen zur Angebotsabgabe zugestellt.
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