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Straßenbauarbeiten in der Parkallee

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Stadt Velten

Brückenersatzneubau in der Parkallee

Fledermauserfassung 2023

Bearbeitung durch:

GUP Dr. Glöss Umweltplanung Ehrlichstraße 10 10318 Berlin

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Brückenersatzneubau Stadt Velten Parkallee GUP Fledermauserfassung 2023

Brückenersatzneubau der Stadt Velten Parkallee Fledermauserfassung 2023

Auftraggeber: WKC HAMBURG GMBH PLANUNGEN IM BAUWESEN Veritaskai 8 21079 Hamburg

Niederlassung Rostock Warnowufer 42 18057 Rostock

Auftragnehmer: GUP Dr. Glöss Umweltplanung Ehrlichstraße 10 10318 Berlin

Zeitraum: April - Juli 2023

Bearbeitung: Günter Walczak

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Brückenersatzneubau Stadt Velten Parkallee GUP Fledermauserfassung 2023

Inhalt

  1. Einleitung ...................................................................................................................................... 4

  2. Das Untersuchungsgebiet........................................................................................................ 4

  3. Fledermauserfassung ............................................................................................................... 4

3.1. Methodik ..................................................................................................................................... 4 3.2. Ergebnisse ................................................................................................................................. 5 3.2.1 Kontrolle von Spalten und Höhlungen ....................................................................... 5

3.2.2 Akustische Untersuchungen ....................................................................................... 5 3.2.3 Beschreibung der nachgewiesenen Arten ................................................................ 6

Großer Abendsegler (Nyctalus noctula) ............................................................................................. 6

Wasserfledermaus (Myotis daubentonii) ........................................................................................... 6

Zwergfledermaus (Pipistrellus pipistrellus) ......................................................................................... 7

  1. Fazit ................................................................................................................................................ 7
  2. Quellenverzeichnis ..................................................................................................................... 8

Fotodokumentation: .......................................................................................................................... 9

Tabellenverzeichnis

Tab. 1: Begehungstermine zur Fledermauserfassung .................................................................... 5 Tab. 2: Schutzstatus der im UG nachgewiesenen Fledermausarten ........................................... 6

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  1. Einleitung Die Stadt Velten beabsichtigt, die Brücke in der Parkallee über den Veltener Stichkanal zu erneuern. In diesem Zusammenhang ist die marode Brücke zurück zu bauen und durch ein geeignetes Ersatzbauwerk zu ersetzen. Für die Berücksichtigung artenschutzrechtlicher Belange ist eine Erfassung der Fledermausfauna am Brückenbauwerk und im näheren Umfeld des Eingriffs im Jahr 2023 durchgeführt worden.

  2. Das Untersuchungsgebiet Das Untersuchungsgebiet (UG) befindet sich im Südosten der Stadt Velten, bezieht sich auf das Brückenbauwerk selbst sowie auf einen Umkreis von ca. 50 m beidseits der Brücke. Die Brücke überquert den Veltener Stichkanal, welcher an beiden Ufern durch dichteren Misch- Laubholzbestand, mit einzelnen Kiefern durchsetzt, von waldähnlicher Struktur begleitet wird. Der Baumbestand besteht überwiegend aus Eiche, Erle, Birke, Robinie und Kiefer mittleren bis höheren Alters.

  3. Fledermauserfassung 3.1. Methodik Bei einer Tagesbegehung wurden alle relevanten Bäume augenscheinlich auf Höhlungen, Spalten, Risse, abstehende Rinde u. ä. begutachtet. Weiterhin untersucht wurde das gesamte Brückenbauwerk, um an diesem vorhandene Spalten, Hohlräume, Risse bzw. potentielle Fledermausquartiere definieren zu können. Höhlenaufweisende Bäume wurden mit einer Leiter bis in 5 m Höhe auf Fledermausbesatz mittels Endoskop untersucht. Dabei wurde auf Spuren geachtet, welche Fledermäuse bei besetzten Quartieren hinterlassen (Kot, Urin, Drüsensekret). Des Weiteren wurden Spalten und Risse mittels lichtstarker Taschenlampe ausgeleuchtet und ggf. mit dem Endoskop untersucht.

Für die akustische Fledermauserfassung wurden zwei Begehungen bei geeigneter Witterung in den Monaten Mai bis Juli durchgeführt (s. Tab. 1). Der jeweilige Untersuchungszeitraum erstreckte sich über ca. 4 Stunden, von der Dämmerung bis nach Mitternacht.

Dabei wurde das Untersuchungsgebiet auf festgelegten Ruten mit einem Fledermaus-Detektor begangen und an geeigneten Standorten bis zu 10 min lange Stopps in unregelmäßigen Abständen eingelegt (Transektekartierung).

Bei den Begehungen kamen neben einer lichtstarken Lampe ein Fledermausdetektor sowie ein Batlogger zum Einsatz, um neben möglichen Sichtbeobachtungen auch akustische Nachweise erbringen zu können. Mit den Geräten werden die akustischen Ultraschallrufe von Fledermäusen durch Umwandlung für das menschliche Gehör wahrnehmbar gemacht bzw. aufgezeichnet, wodurch das Vorkommen von Fledermäusen in völliger Dunkelheit belegt und analysiert werden kann.

Mit dieser Technik ist es möglich, anhand von aufgezeichneten Fledermausrufen diese mittels entsprechender Software zu analysieren, einzelnen Fledermausarten zuzuordnen und somit nachweisen zu können.

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Tab. 1: Begehungstermine zur Fledermauserfassung

TerminWetterArt d. Untersuchung
11.12.2022um -2°C, bedeckt, trocken, mäßiger WindKontrolle Brückenspalten
02.02.202302.02.2023um 10 °C, locker bewölkt, trocken, leichter WindErfassung Baumhöhlungen und Kontrolle Brückenspalten
28.05.2023um 20°C, locker bewölkt, leichter WindKontrollen Baumhöhlungen, Brückenspalten, Detektorerfassung
06.07.2023um 21°C, locker bewölkt, leichter WindKontrollen Brückenspalten, Detektorerfassung,

3.2. Ergebnisse 3.2.1 Kontrolle von Spalten und Höhlungen An insgesamt zwei Bäumen wurden Astlöcher festgestellt, die augenscheinlich als potentielle Fledermausquartiere eingeschätzt wurden. Diese „Baumhöhlen“ wurden am 28.05.23 mittels Leiter näher untersucht. Als Ergebnis dieser Besteigung wurde festgestellt, dass beide vermeintlichen Astlöcher nur im Ansatz als solche vom Boden aus erscheinen. Sie sind nicht tief genug ausgefault, um als potentielle Fledermausquartiere in Betracht zu kommen.

Bei den optischen Untersuchungen an den wenigen Spalten des Brückenkörpers konnten in den Wintermonaten, ebenso wie im Sommer, weder direkte noch indirekte Fledermausnachweise erbracht werden. Teilweise waren diese Spalten nicht tief genug oder zu eng für eine Nutzung von Fledermäusen.

3.2.2 Akustische Untersuchungen Bei den akustischen Untersuchungen wurden drei Fledermausarten durch Transekte Begehungen ermittelt. Dabei wurden zeitweise erhöhte akustische Nachweise direkt über der Wasserfläche des Veltener Stichkanals sowie gelegentliche Nachweise, östlich und westlich der Brücke, entlang der Parkallee erbracht .

Die meisten Nachweise wurden an jagenden Fledermäusen erbracht. Spätere, gelegentliche Durchflüge (Transferflüge) einzelner Tiere, bevorzugt an der Parkallee, bestätigten das Artspektrum.

Alle erfassten Arten durchflogen auch die Brücke mehr oder weniger häufig während der Untersuchungszeiten. Eine Nutzung der Brücke als Quartierraum konnte dabei nicht festgestellt werden.

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Tab. 2: Schutzstatus der im UG nachgewiesenen Fledermausarten

Art (wiss.)Art (deutsch)RL DRL BBBNatSchGFFH-RL
Myotis daubentoniiWasserfledermaus*3sIV
Nyctalus noctulaGroßer AbendseglerV3sIV
Pipistrellus pipistrellusZwergfledermaus*4sIV
Legende:
RL = Rote Liste, D = Deutschland, BB = Brandenburg, BNatSchG = Bundesnaturschutzgesetz
Gefährdungskategorien:
0 = Bestand Ausgestorben, 1 = Bestand vom Aussterben bedroht, 2 = Bestand stark gefährdet,
3 = Bestand gefährdet, 4 = Bestand potentiell gefährdet (BB), G = Gefährdung unbekannten
Ausmaßes, V = Art der Vorwarnliste, * = Ungefährdet, D = Daten unzureichend,
BNatSchG: Schutzstatus gemäß § 7 Abs. 2 Nr. 14 BNatSchG s = streng geschützt
FFH-RL = Schutzstatus gemäß Fauna Flora Habitat-Richtlinie (92/43/EWG), Anhang II, Anhang IV

3.2.3 Beschreibung der nachgewiesenen Arten Großer Abendsegler (Nyctalus noctula) Der Große Abendsegler ist mit einer Flügelspannweite von bis zu 40 cm die zweitgrößte einheimische Fledermausart. Er wird auch als frühfliegende Art bezeichnet, da die ersten Tiere oft schon in der frühen Dämmerung und bei noch guten Lichtverhältnissen starten. Bevorzugt jagt der Große Abendsegler im freien Luftraum über den Baumwipfeln. Er kann aber ebenso in geringer Höhe von 1 – 2 m über dem Boden eine intensive Insektenjagd ausüben. Quartiere und Wochenstuben bezieht er überwiegend in Baumhöhlen und Fledermauskästen, aber auch geeignete Bauwerke wie z. B. Brücken und hohe Gebäude mit aufweisenden Fassadenspalten werden bezogen und teilweise auch als Winterquartier genutzt. Des Weiteren vermag der Große Abendsegler bis zu 1000 km in Richtung Südwesten zu ziehen, um Überwinterungsplätze aufzusuchen.

Im UG wurde die Art jagend in mittlerer Höhe über den Veltener Stichkanal und bei gelegentlichen Durchflügen erfasst. Quartiere der Art wurden nicht festgestellt.

Wasserfledermaus (Myotis daubentonii) Die Wasserfledermaus ist eine mittelgroße Art mit einem deutlichen Bezug zum Wasser. Die Kombination von nahrungsreichen Gewässern mit angrenzenden Baumhöhlen aufweisenden Laubwäldern bietet optimale Sommerlebensräume. Wasserfledermäuse sind auf offene Gewässer wie langsam fließende Flüsse, Kanäle, Teiche und Seen angewiesen, an denen sie bevorzugt, dicht über der Wasseroberfläche, nach Mücken, Köcherfliegen u. a. jagen. Sommerquartiere, einschließlich Wochenstuben, befinden sich meist in Baumhöhlen von Laubbäumen. Die Art scheint ein relativ feuchtes Höhlenklima zu bevorzugen und meidet weitestgehend witterungsbeständige Fledermauskästen. Es werden jedoch auch Quartiere in und an Bauwerken genutzt. Als Winterquartiere werden im Flachland überwiegend Stollen, Bunker und Keller mit relativ hoher Luftfeuchtigkeit und vorhandenem Spaltenangebot genutzt.

Im UG wurde die Art jagend unmittelbar über der Wasseroberfläche des Veltener Stichkanals nachgewiesen. Quartiere der Art wurden nicht festgestellt.

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Zwergfledermaus (Pipistrellus pipistrellus) Zwergfledermäuse sind äußerst anpassungsfähig und in der Lage, sehr unterschiedlich strukturierte Lebensräume zu besiedeln. Den Schwerpunkt bilden Siedlungen und Siedlungsrandbereiche, wobei innerstädtische Räume nicht gemieden werden. Auch parkähnliche Landschaften mit großräumigen Freiflächen bis hin zu geschlossenen Wäldern werden von dieser Art genutzt. In der Wahl ihrer Sommerquartiere sind Zwergfledermäuse sehr variabel, favorisieren jedoch ausschließlich Spaltenquartiere. Diese können sich sowohl an und in Gebäuden, als auch an Bäumen oder in Fledermauskästen finden. Der Hauptanteil ihrer Beutetiere macht neben verschiedenen Kleininsekten weit über 50% an Mücken aus. Diese erbeuten sie in schnellem, wendigem Flug um Bäume, Sträucher, an Hausfassaden entlang, über Gewässer und an Lichtquellen.

Die Zwergfledermaus wurde auch über dem Veltener Stichkanal bei der Jagd, aber auch entlang der Parkallee beobachtet.

Quartiere der Art wurden nicht festgestellt, werden jedoch im näheren Siedlungsraum vermutet.

  1. Fazit Im Untersuchungsraum des geplanten Brückenneubaus über den Veltener Stichkanal in Velten konnten während des Untersuchungszeitraums drei Fledermausarten nachgewiesen werden.

Bei den nachgewiesenen Arten handelt es sich um den Großen Abendsegler (Nyctalus noctula), die Wasserfledermaus (Myotis daubentonii) und die Zwergfledermaus (Pipistrellus pipistrellus). In dem untersuchten Lebensraum fanden sich ebenso geeignete Jagdhabitate wie auch Korridore (Parkallee) für Transferflüge. Quartiere wurden im vorhandenen Baumbestand nicht festgestellt, da kein geeignetes Höhlenpotential aufgefunden wurde. Ebenso wurden keine Fledermausquartiere im Brückenbauwerk festgestellt.

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  1. Quellenverzeichnis

BNATSCHG (Gesetz über Naturschutz und Landschaftspflege - Bundesnaturschutzgesetz) i.d.F. vom 29. Juli 2009 (BGBl. I S. 2542), zuletzt geändert durch Artikel 3 des Gesetzes vom 8. Dezember 2022 (BGBl. I S. 2240).

BRINKMANN, R. (1998): Berücksichtigung faunistisch-tierökologischer Belange in der Landschaftsplanung. Informationsdienst Naturschutz Niedersachsen: S. 57-128.

DIETZ, C., v. HELVERSEN, O., NILL, D. (2007): Handbuch der Fledermäuse Europas und Nordwestafrikas - Biologie, Kennzeichen, Gefährdung. Kosmos-Verlag. Stuttgart, 399 S.

DOLCH, D., DÜRR, T., HAENSEL. J., HEISE, G., PODANY, M., SCHMIDT, A., TEUBNER, J. & THIELE, K. (1992): Gefährdete Tiere im Land Brandenburg, Rote Liste, Ministerium für Umwelt, Naturschutz und Raumordnung des Landes Brandenburg Utze-Verlagsgesellschaft mbH Potsdam S. 13 – 20.

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LIMPENS, H. J. & ROSCHEN, A. (2002): Bausteine einer systematischen Fledermauserfassung, Teil 2 – Effektivität, Selektivität und Effizienz von Erfassungsmethoden. Nyctalus. Neue Folgen, Berlin. Band 8, Heft 2: S. 159 – 178.

MENSCHEDE, A. & HELLER K.-G. (2000): Ökologie und Schutz von Fledermäusen in Wäldern. Schriftenreihe für Landschaftspflege und Naturschutz (66). Landwirtschaftsverlag Münster. 374 S.

RICHARZ (2004): "Fledermäuse: Beobachten, erkennen und schützen" Kosmos-Verlag Stuttgart, 128 S.

SCHOBER, W. & GRIMMBERGER, E. (1998): Die Fledermäuse Europas: Kennen, bestimmen, schützen. Kosmos-Verlag. Stuttgart, 365 S.

SIMON, M., HÜTTENBÜGEL, S., SMIT-VIERGUTZ, J. (2004): Ökologie und Schutz von Fledermäusen in Dörfern und Städten. Schriftenreihe für Landschaftspflege und Naturschutz (76). Bundesamt für Naturschutz, Bonn-Bad Godesberg. 275 S.

SKIBA, R. (2009): Europäische Fledermäuse, Kennzeichen, Echoortung und Detektoranwendung. (Neue Brehm-Bücherei 648), Westarp Wissenschaften, Hohenwarsleben. 220 S.

TEUBNER, J., DOLCH, D. & HEISE G. (2008): Säugetierfauna des Landes Brandenburg - Teil 1: Fledermäuse. Naturschutz Landschaftspflege Brb.1, 2 (17). 191 S.

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Fotodokumentation:

Brückenbauwerk aus nordwestlicher Sichtwestliches Widerlager der Brücke
vorhandene Spalten wurden mit dem Endoskop ausgespiegeltUfervegetation (Baumbestand) im Umfeld der Brücke

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