U 7_5_0_Velten_Brucke_Parkallee_LBP_Anl_1_BV.pdf

Straßenbauarbeiten in der Parkallee

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Ersatzneubau

Brücke Parkallee Velten

Brutvogelkartierung 2023

Bearbeitung durch:

Dr. Glöss Umweltplanung Ehrlichstraße 10 10318 Berlin

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Ersatzneubau Brücke Parkallee Velten GUP Brutvogelkartierung 2023

Ersatzneubau Brücke Parkallee Velten Brutvogelkartierung 2023

Auftraggeber: WKC HAMBURG GMBH PLANUNGEN IM BAUWESEN Veritaskai 8 21079 Hamburg

Niederlassung Rostock Warnowufer 42 18057 Rostock

Auftragnehmer: GUP Dr. Glöss Umweltplanung

GUP

Ehrlichstraße 10 10318 Berlin

Zeitraum: März-Juli 2023

Bearbeitung: D r. Carsten Hinnerichs

Titelbild: Parkalleebrücke von Osten aus betrachtet. 13.09.2023.

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Inhaltsverzeichnis

  1. Einleitung .................................................................................................................................... 4
  2. Das Untersuchungsgebiet .......................................................................................................... 4
  3. Methoden .................................................................................................................................... 4
  4. Ergebnisse .................................................................................................................................. 4
  5. Bewertung des Brutvogelbestandes ........................................................................................... 7
  6. Der Untersuchungsraum als Lebensraum für Vögel .................................................................. 7 6.1 Vorkommen und Habitatansprüche der wertgebenden Arten .................................................... 7 6.2 Habitatansprüche der besonders geschützten Arten ................................................................. 8
  7. Literaturverzeichnis ................................................................................................................... 14

Tabellenverzeichnis

Tab. 1 Daten der Begehungen und Wetterbedingungen - Tagbegehungen ........................................ 4 Tab. 2 Ordnungen und Anzahl der Arten .............................................................................................. 4 Tab. 3 Brutvogelarten und Brutpaare im Untersuchungsraum ............................................................. 5 Tab. 4 Brutgilden - Artenzahl, Anzahl der Brutpaare und Angabe der jeweiligen Arten....................... 6 Tab. 5 Anzahl der Arten in den Schutzkategorien ................................................................................ 7

Abbildungsverzeichnis

Titelbild: Parkalleebrücke von Osten aus betrachtet. 13.09.2023. .......................................................... 2

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1. Einleitung

Die Stadt Velten beabsichtigt den Ersatzneubau der Brücke Parkallee über den Veltener Stich- kanal. Im Rahmen des Genehmigungsverfahrens wurde im Jahr 2023 eine Brutvogelkartierung durchgeführt.

2. Das Untersuchungsgebiet

Das Untersuchungsgebiet (UG), das die Umgebung der Brücke und die Zuwegung einschließt, umfasst eine Fläche von ca. 12,8 ha. Das UG ist fast vollständig durch lichten bis nur teilweise dichten Baumbestand geprägt. Die Brücke führt über einen geraden Kanal mit sehr schmaler Uferkante, das durch Faschinen befestigt ist. Der Baumbestand ist im Nordosten durch jungen Kiefernwald geprägt. Ansonsten überwiegt Laubwald mit jungen bis mittelalten Stieleichen, vereinzelt Pappeln. Die Strauchschicht ist überwiegend gering ausgeprägt, teilweise fehlt sie völlig. Südöstlich der Brücke breitet sich eine Hochstaudenflur unter den Bäumen aus. Das Relief entlang des Kanals ist durch schroffen Abfall des Ufers geprägt, ohne dass Steil- wände vorhanden wären. Hinter dem Uferbereich ist die Umgebung eben. Naturräumlich gehört das UG zur „Zehdenick-Spandauer Havelniederung“ einer Untereinheit des „Luchlandes“, einem überwiegend durch Grundmoränen, aber auch Niederungen und Sander geprägten Gebiet der Weichselvereisung (SCHOLZ 1962).

3. Methoden

Die Erfassung der Brutvögel erfolgte flächendeckend für das Untersuchungsgebiet mittels voll- ständiger Kartierung. Bei den Begehungen wurden alle anwesenden Arten registriert, wobei auf revieranzeigende Merkmale, wie singende Männchen, Revierkämpfe, nistmaterial, futter- tragende oder warnende Altvögel, Bettelrufe von Jungvögeln u.a. geachtet wurde, um die Brut- vogelarten zu bestimmen. Vor Beginn der Brutvogelkartierung wurde eine Horstsuche durchgeführt. Sie fand am 08.03.2023 statt. Wetterbedingungen: heiter bis wolkig, 0 bis +5°C, Schneereste. In der Brutperiode 2023 erfolgten sieben flächendeckende Tagbegehungen zwischen März und Juli. Daten und Wetterbedingungen an den Tagen der Begehung sind in der folgenden Tabelle aufgeführt.

Tab. 1 Daten der Begehungen und Wetterbedingungen - Tagbegehungen

1. Begehung2. Begehung3. Begehung4. Begehung5. Begehung6. Begehung7.Begehung
29.03.2312.04.2305.05.2319.05.2308.06.2324.06.2303.07.23
heiter bis wol- kig 0 bis +6°Cwolkenlos bis heiter, 0 bis 14°C, später leicht bis mä- ßig S-SOheiter, 6 bis 13°C, leicht Oheiter bis wol- kig, 5 bis 15°Cwolkenlos bis heiter, 16 bis 24°Cwolkig, 13 bis 19°C, leicht NOwolkig bis be- wölkt, 20°C, leicht bis mä- ßig W

4. Ergebnisse

Im gesamten Untersuchungsraum wurden 25 Brutvogelarten aus drei Ordnungen (s. folgende Tabelle) ermittelt. Insgesamt wurden 66 Brutpaare kartiert.

Tab. 2 Ordnungen und Anzahl der Arten

OrdnungAnzahl der Arten
Tauben (Columbiformes)1
Spechte (Piciformes)2
Sperlingsvögel (Passeriformes)22

Sperlingsvögel (Passeriformes) 22 4

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Einen Überblick über die bisher ermittelten Brutarten und die Anzahl der Brutpaare, sowie den Schutzstatus der Arten enthält die folgende Tabelle.

Tab. 3 Brutvogelarten und Brutpaare im Untersuchungsraum

ArtnameRote Li-EU- VSR LBNat- SchGBP gesamtBrutgilde
ste
deutschwissenschaftlichBBD
AmselTurdus merulab4Buschbrüter
BlaumeiseCyanistes caeruleusb2Höhlenbrüter
BuchfinkFringilla coelebsb9Kronen-/ Baum- brüter
BuntspechtDendrocopos majorb2Höhlenbrüter
EichelhäherGarrulus glandariusb1Kronen-/ Baum- brüter
FitisPhylloscopos trochilusb3Bodenbrüter
GartenbaumläuferCerthia brachydactylab3Höhlenbrüter
GartenrotschwanzPhoenicurus phoenicurusb2Höhlenbrüter
GirlitzSerinus serinusVb2Kronen-/ Baum- brüter
GrauschnäpperMuscicapa striataVVb1Höhlenbrüter
GrünspechtPicus viridiss1Höhlenbrüter
HaubenmeiseLophophanes cristatusb2Höhlenbrüter
HausrotschwanzPhoenicurus ochrurusb1Gebäudebrüter
KlappergrasmückeSylvia currucab1Buschbrüter
KleiberSitta europaeab2Höhlenbrüter
KohlmeiseParus majorb2Höhlenbrüter
MönchsgrasmückeSylvia atricapillab12Buschbrüter
NebelkräheCorvus cornixb1Kronen-/ Baum- brüter
RotkehlchenErithacus rubeculab4Bodenbrüter
RingeltaubeColumba palumbusb1Kronen-/ Baum- brüter
SingdrosselTurdus philomelosb1Buschbrüter
StieglitzCarduelis carduelisb2Kronen-/ Baum- brüter
SumpfmeisePoecile montanusb2Höhlenbrüter
ZaunkönigTroglodytes troglodytesb2Bodenbrüter
ZilpzalpPhylloscopos collybitab3Bodenbrüter
Summe:66

RL D: Rote Liste Deutschland (RYSLAVY et al. 2020) RL BB: Rote Liste Brandenburg (RYSLAVY et al. 2019) Gefährdungskategorien: 1 = vom Aussterben bedroht, 2 = stark gefährdet, 3 = gefährdet, 4 = potenziell gefährdet, V = Vorwarnliste EU-VSRL = EU-Vogelschutzrichtlinie, Anhang I (2009/147/EG) BNatSchG = Schutzstatus gemäß § 7 BNatSchG b= besonders geschützt; s= streng geschützt

Von den ermittelten Brutvögeln sind vier Arten Bodenbrüter mit insgesamt 12 BP, vier Arten Buschbrüter mit 18 BP, sechs Arten Kronen- bzw. Baumbrüter mit 16 BP, zehn Arten Höhlen- brüter mit 19 BP sowie eine Art Gebäudebrüter mit einem BP (s. folgende Tabelle).

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Tab. 4 Brutgilden - Artenzahl, Anzahl der Brutpaare und Angabe der jeweiligen Arten

BodenbrüterBuschbrüterKronen/ BaumbrüterHöhlenbrüterGebäudebrüter
Artenzahl446101
Anzahl BP121816191
ArtenArtenFitis Rotkehlchen Zaunkönig ZilpzalpAmsel Klappergrasmücke Mönchsgrasmücke SingdrosselBuchfink Eichelhäher Girlitz Nebelkrähe Ringeltaube StieglitzBlaumeise Buntspecht Gartenbaumläufer Gartenrotschwanz Grauschnäpper Grünspecht Haubenmeise Kleiber Kohlmeise SumpfmeiseHausrotschwanz

Sumpfmeise

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5. Bewertung des Brutvogelbestandes

Von den ermittelten Arten stehen keine auf den Roten Listen Brandenburgs bzw. Deutsch- lands. Zwei Arten sind auf der Vorwarnliste zur Roten Liste Brandenburgs und eine Art zur Roten Liste Deutschlands aufgeführt (Tab. 5). Alle europäischen Vogelarten sind nach § 7 BNatSchG besonders geschützt; eine Art (Grünspecht) ist streng geschützt.

Tab. 5 Anzahl der Arten in den Schutzkategorien

Anzahl der Arten
Arten der Roten Liste BrandenburgsArten der Roten Liste BrandenburgsKategorie 1-
(vom Aussterben bedroht)
Kategorie 2-
(stark gefährdet)
Kategorie 3-
(gefährdet)
Vorwarnliste2
Arten der Roten Liste DeutschlandsArten der Roten Liste DeutschlandsKategorie 1-
(vom Aussterben bedroht)
Kategorie 2-
(stark gefährdet)
Kategorie 3-
(gefährdet)
Vorwarnliste1
Arten der EU-Vogelschutzrichtlinie (79/409/EWG; Anhang I)-
Streng geschützte Arten nach Bundesnaturschutzgesetz1

Streng geschützte Arten nach Bundesnaturschutzgesetz 1

RL D: Rote Liste Deutschland (RYSLAVY et al. 2020) RL BB: Rote Liste Brandenburg (RYSLAVY et al. 2019) Gefährdungskategorien: 1 = vom Aussterben bedroht, 2 = stark gefährdet, 3 = Gefährdet, V = Vorwarnliste EU-VSRL = EU-Vogelschutzrichtlinie, Anhang I (79/409/EWG) BNatSchG = Schutzstatus gemäß § 7 BNatSchG

6. Der Untersuchungsraum als Lebensraum für Vögel

Vögel kommen in allen Lebensräumen des UG vor. An der Brücke wurden jedoch keine Brut- vögel festgestellt. Insgesamt wurden jedoch nur wenige Arten und die meisten davon in gerin- ger Brutpaarzahl beobachtet. Davon die meisten BP und Arten wurden in den Laubbaumbe- ständen abseits der Straße und entlang dem Kanal (Mönchsgrasmücke, Buchfink, Garten- baumläufer) nachgewiesen. Bemerkenswert ist das Vorkommen von Mönchsgrasmücken und Amseln, die trotz überwiegend gering ausgebildeter Strauchschicht verbreitet vorkommen. Als typischer Vertreter lichter Baumbestände dominiert der Buchfink den Bestand der Baumbrüter. Trotz jungem Baumbestand wurden einige Höhlenbrüter ermittelt.

6.1 Vorkommen und Habitatansprüche der wertgebenden Arten

Nachfolgend werden die Habitatansprüche sowie das Vorkommen der Arten der Roten Listen Brandenburgs und Deutschlands, einschließlich der jeweiligen Arten der Vorwarnlisten, der nach dem Bundesnaturschutzgesetz streng geschützten Arten sowie der Arten des Anhangs I der EU-Vogelschutzrichtlinie im Untersuchungsgebiet beschrieben.

Girlitz (Serinus serinus) RL BB: V Habitatansprüche: Die Art kommt in Ortslagen und im Randbereich zur offenen mosaikartigen Landschaft mit locke- rem Baumbestand, Gebüschgruppen, Freiflächen mit niedriger und lückenhafter Bodenvegeta- tion und samentragenden Stauden vor. Wichtig sind freie Singwarten (ABBO 2001, GLUTZ VON BLOTZHEIM & BAUER 1997, STEFFENS et al. 2013). Vorkommen im Untersuchungsgebiet:

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Jeweils im Norden und Süden des UG in lockerem Baumbestand unweit der Straße brüten zwei Paare.

Grauschnäpper (Muscicapa striata) RL BB: V RL D: V Habitatansprüche: Grauschnäpper benötigen ein vielseitiges Angebot an größeren Fluginsekten und hohen Bäumen mit durchsonnter Krone und eine Vielzahl von Ansitzmöglichkeiten, die an Freiräume grenzen. Deshalb bevorzugt die Art horizontal und vertikal gegliederte Lebensräume wie Altbestände in Wäldern und Baumgruppen mit Freiraum zwischen und unter den Baumkronen sowie nur lückiger Strauch- und Krautschicht wie lichte Baumbestände, Baumgruppen und Hecken. Als Halbhöh- lenbrüter nutzt er an Altbäumen den Raum zwischen Stamm und abgelöster Rinde (Rindenta- schen) zur Anlage des Nests (ABBO 2001, GLUTZ VON BLOTZHEIM & BAUER 1993, STEFFENS et al. 2013). Vorkommen im Untersuchungsgebiet: Nordöstlich der Brücke unweit der Straße wurde ein Paar in lichtem Baumbestand nachgewie- sen.

Grünspecht (Picus viridis) BNatG: s Habitatansprüche: Diese Art bevorzugt als Erdspecht offene und halboffene Landschaften mit Baumreihen, Feld- gehölzen, Gärten, Parks und Waldrändern. Grünspechte können auch lockere Mischwälder mit Kahlschlägen und größeren Blößen besiedeln. Als Nahrung werden Ameisen favorisiert. (GLUTZ VON BLOTZHEIM & BAUER 1994, BLUME 1996). Vorkommen im Untersuchungsgebiet: Im westlichen Bereich des UG in lichtem Baumbestand entlang des Kanals brütet ein Paar.

6.2 Habitatansprüche der besonders geschützten Arten

Von den ermittelten nach Bundesnaturschutzgesetz besonders geschützten Arten werden die Habitatansprüche aufgeführt.

Amsel (Turdus merula) Habitatansprüche: Diese euryöke Art ist in allen Waldtypen (von geschlossenen Hochwäldern bis in lichte Busch- wälder, Strauchheiden), in der offenen Landschaft und im urbanen Bereich als Brutvogel an- zutreffen und erreicht im Land Brandenburg Siedlungsdichten von 2 - 14 BP/10 ha. Dabei bevorzugt sie unterholzreiche Baumbestände und offenere Bereiche, vegetationsfreie bzw. kurzrasige Bodenpartien sowie feuchte, schattige Standorte mit verrottendem Laub u.a. Pflan- zenresten (ABBO 2001, Glutz von Blotzheim & Bauer 1988, Steffens et al. 2013). Vorkommen im Untersuchungsgebiet: Trotz geringer Ausprägung der Strauchschicht brüten im UG vier Paare.

Blaumeise (Cyanistes caeruleus) Habitatansprüche: Von der Blaumeise werden Laub- und Mischwälder aller Art und baumbestandene Ortslagen bewohnt. Unter der Voraussetzung, dass ausreichend Höhlungen vorhanden sind, kommt sie auch in der halboffenen Kulturlandschaft und innerhalb von Siedlungen vor (RUTSCHKE 1983, GLUTZ VON BLOTZHEIM & BAUER 1997, FÖGER & PEGORARO 2004). Vorkommen im Untersuchungsgebiet: Jeweils ein Paar im nördlichen und südlichen Bereich des UG abseits der Straße wurde ein Paar ermittelt.

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Buchfink (Fringilla coelebs) Habitatansprüche: Diese Art brütet in Wäldern aller Art und Größe bei nicht zu dichter Strauch- und Krautschicht. Dabei werden einzelne Habitate unterschiedlich stark besiedelt. Der Buchfink gehört zu den häufigsten Vogelarten Mitteleuropas (RUTSCHKE 1983, GLUTZ VON BLOTZHEIM & BAUER, 1997). Vorkommen im Untersuchungsgebiet: Mit neun Paaren ist der Buchfink im UG vertreten. Bruten wurden im gesamten Baumbestand ermittelt. Ein Paar brütet südöstlich der Brücke.

Buntspecht (Dendrocopos major) Habitatansprüche: Die Art siedelt in allen Waldformen vom Auenwald bis zu Nadelholzmonokulturen, in Parks und in Ortschaften, sofern ausreichend Baumbestand vorhanden ist. Es werden aber Buchen und Eichen den Kiefern und Fichten gegenüber deutlich bevorzugt (GLUTZ VON BLOTZHEIM & BAUER, 1994, BLUME & TIEFENBACH, 1997). Vorkommen im Untersuchungsgebiet: Je ein Paar brütet nordöstlich und nordwestlich der Brücke und abseits der Straße im Wald.

Eichelhäher (Garrulus glandarius) Habitatansprüche: Der Eichelhäher ist ein Waldbewohner, der reich gegliederte, halboffene (Wald-) Landschaften und Siedlungsrandbereiche sowie innerhalb der Wälder lichte, gut strukturierte Mischbestände mit ausgeprägter Strauchschicht bevorzugt. Er siedelt hier auf Standorten hoher forstlicher Bonität. Zunehmend werden Ortschaften besiedelt, die baumreiche Parks und Anlagen aufweisen. Neststandorte befinden sich in Dickungen und Stangenhölzern, seltener an Bauwerken. Aus dem Land Brandenburg sind Siedlungsdichten im Kiefernforst von 1,1 bis 2,7 BP/100 ha, in Feldgehölzen von 0,3 bis 1,0 BP/100 ha sowie in Siedlungen von 1,8 bis 5,1 BP/100 ha bekannt (ABBO 2001, KEVE 1969, STEFFENS et al. 2013). Vorkommen im Untersuchungsgebiet: Am nördlichen Rand des UG brütet ein Paar in einem Kiefernjungbestand.

Fitis (Phylloscopus trochilus) Habitatansprüche: Der Fitis kommt in allen gebüsch- oder waldbewachsenen Gebieten vor. Die Art toleriert eine geringe Überschirmung der Gehölze. Eine fortschreitende Überschirmung bis hin zum Kro- nenschluss und ein damit verbundenes Ausdunkeln der Krautschicht gehen mit einem zuneh- menden Habitatverlust einher. Waldbestände mit Kronenschluss werden gemieden. Der Fitis bevorzugt junge, lichte Baumbestände auf trockenen und feuchten Standorten, besonders ver- graste Birken-Vorwälder. Auch in Heidelandschaften, Kiefernaufforstungen und besonders frü- hen Sukzessionsstadien von Wäldern tritt die Art häufig auf. Im Land Brandenburg erreicht der Fitis in Kiefernforsten Siedlungsdichten von 0,3 bis 5,3 BP/10 ha (ABBO 2001, SCHÖNFELD 1984, STEFFENS et al. 2013). Vorkommen im Untersuchungsgebiet: Es wurden drei BP ermittelt. Ein Paar brütet westlich der Straße unweit des angrenzenden Gewerbegebietes. Ein Paar wurde südlich der Brücke unweit der Veltener Straße beobachtet. Ein drittes Paar brütet am westlichen Rand des UG in einem Kiefernstangenholz.

Gartenbaumläufer (Certhia brachydactyla) Habitatansprüche: Der Gartenbaumläufer bewohnt mehr oder weniger aufgelichtete bis offene Wälder, Parks, Baumhecken, Alleen und Auwaldsäume mit in lockerem Verband stehenden Altbäumen. Er bevorzugt grobborkige Gehölze, in Mitteleuropa besonders Eichen (Glutz von Blotzheim & Bauer, 1993).

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Vorkommen im Untersuchungsgebiet: In lichtem Baumbestand wurden westlich der Brücke drei Paare beobachtet. Ein Paar davon brütet südwestlich der Brücke in einer Eiche.

Gartenrotschwanz (Phoenicurus phoenicurus) Habitatansprüche: Der Gartenrotschwanz kommt in lichten bis aufgelockerten und grenzlinienreichen vertikal gegliederten, höhlenreichen (Alt-)Baumbeständen mit z. T. vegetationsfreiem Boden und schütterer Bodenvegetation vor. Besiedelt werden Parks, Grünanlagen, Gärten, lichte Mischbestände aus Kiefer, Eiche und Birke und bevorzugt lückige Kiefern-Heidewälder. Reine Laubwälder sind unbesiedelt (GLUTZ VON BLOTZHEIM & BAUER 1988, STEFFENS et al. 2013). Vorkommen im Untersuchungsgebiet: In lichtem Baumbestand im Norden des UG brütet ein Paar. Ein weiteres Paar wurde südwestlich der Brücke unweit des Kanals in lichtem Baumbestand ermittelt.

Haubenmeise (Lophophanes cristata) Habitatansprüche: Diese Art ist ein Charaktervogel in Kiefernwäldern, wobei auch die trockensten und ärmsten Kiefern-Heidewälder besiedelt werden. Weniger häufig kommt die Art in Fichtenwäldern vor. Mischwälder werden von der Haubenmeise nur besiedelt, wenn Koniferen vorkommen. Die Art ist brutökologisch weitgehend an Totholz gebunden, es werden jedoch auch dichtes Wur- zelwerk und Mauselöcher als Nisthöhlen genutzt. In Kiefernwäldern werden gern einge- sprengte morsche Laubbäume (Birke, Espe, Robinie) zur Anlage der Bruthöhle genutzt (ABBO 2001, LÖHRL 1991, STEFFENS et al. 2013). Vorkommen im Untersuchungsgebiet: Abseits der Straße wurden im Nordosten und Südosten des UG jeweils ein Paar in dichtem Kiefernbestand ermittelt.

Hausrotschwanz (Phoenicurus ochrurus) Habitatansprüche: Der Hausrotschwanz besiedelt Ortschaften, Industriegebiete und Tagebaugebiete, wie z.B. Kiesgruben. Als ursprünglicher Felsbewohner ist er auf bebautes Gelände angewiesen. Er brütet in Nischen an und in Gebäuden. Aus brandenburgischen Ortschaften wurden Siedlungsdichten von 0,1 bis 0,8 BP/10 ha be- kannt (ABBO 2001, MENZEL 1983, STEFFENS et al. 2013). Vorkommen im Untersuchungsgebiet: Auf einer Gewerbefläche im Südwesten des UG wurde ein Paar beobachtet.

Klappergrasmücke (Sylvia curruca) Habitatansprüche: Die Art siedelt in offenem bis halboffenem Gelände mit Zwergsträuchern, dichten Gruppen niedriger Sträucher oder vom Grund bis in 1–3 m Höhe dichten Bäumen. Bevorzugt werden lockere isolierte Strukturen, besonders mit alten Bäumen in geschlossenen Ortschaften, aber auch Gebüschgruppen und Wegränder mit Baumbestand. Randlinieneffekte erhöhen die A- bundanz (Rutschke 1983, Glutz von Blotzheim & Bauer 1991). Vorkommen im Untersuchungsgebiet: In einem kleinflächig dichten Gebüsch im Nordosten des UG brütet ein Paar.

Kleiber (Sitta europaea) Habitatansprüche: Der Kleiber siedelt bevorzugt in lichten höhlenreichen Altholzbeständen mit grobborkigen Laubbäumen bei gering ausgeprägter bis fehlender Strauchschicht. Solche Strukturen findet die Art besonders in eichen- und buchendominierten Wäldern sowie Auenwaldbeständen. Für die Besiedlung ist neben der Rindenstruktur weiterhin der Vorrat an für die Ernährung im Win- ter geeigneten Samen vorteilhaft. Fehlen solche Strukturen, kommt er seltener oder gar nicht

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vor. Einförmige junge Wälder bis zum Stangenholz und dicht geschlossene Baumholzbe- stände werden gewöhnlich gemieden. In Kiefernforsten sind Siedlungsdichten von 0,1 bis 0,9 BP/10 ha und in Waldresten/Flurgehöl- zen ca. 1,9 BP/10 ha bekannt (ABBO 2001, GLUTZ VON BLOTZHEIM & BAUER 1993, STEFFENS et al. 2013). Vorkommen im Untersuchungsgebiet: Nordöstlich der Brücke brütet ein Paar in einem Kiefernbestand. Ein weiteres Paar wurde un- weit der Straße im Westen des UG beobachtet.

Kohlmeise (Parus major) Habitatansprüche: Als häufigste heimische Meisenart ist die Kohlmeise in allen baumbestandenen Lebensräu- men zu finden. Sie besiedelt alle Waldformen und urbane Strukturen, sofern mindestens eine Baumgruppe vorhanden ist. Laubwald wird bevorzugt (RUTSCHKE 1983, GLUTZ VON BLOTZHEIM & BAUER 1993). Vorkommen im Untersuchungsgebiet: Im Wald östlich der Brücke brütet ein Paar. Ein weiteres Paar wurde am westlichen Rand des UG beobachtet.

Mönchsgrasmücke (Sylvia atricapilla) Habitatansprüche: Die euryöke Mönchsgrasmücke ist in allen Waldtypen, höheren Gebüschformationen und Feuchtgebieten mit Schilfbeständen zu finden. Sie nutzt eher randständige Gebüschzonen und im Waldesinneren Gebiete mit reichhaltiger Kraut- und Strauchschicht. Die beliebtesten Habitate stellen feuchte Laub- und Mischwälder, speziell Auwälder, dar (BERTHOLD et al. 1990, ABBO 2001). Vorkommen im Untersuchungsgebiet: Insgesamt 12 Paare wurden im gesamten UG beobachtet. Die Art besiedelt alle geeigneten Strukturen.

Nebelkrähe (Corvus cornix) Habitatansprüche: Die Nebelkrähe kommt in der Kulturlandschaft mit ausgeräumten Feldbau- und Dauergrün- landgebieten bis in Ortschaften und Industriegebieten vor. Sie fehlt in geschlossenen Waldun- gen. Hier brütet sie meist nur im Randbereich. Die Nahrung und Nistmöglichkeiten wirken als limitierende Faktoren. In Ostdeutschland sind Siedlungsdichten im Offenland zwischen 0,3 bis 1,8 BP/100 ha und in Ortschaften ≤ 4,6 BP/100 ha bekannt (MELDE 1984, GLUTZ VON BLOTZ- HEIM & BAUER 1993). Vorkommen im Untersuchungsgebiet: Westlich der Brücke brütet ein Paar auf einer Kiefer unweit der Straße.

Ringeltaube (Columba palumbus) Habitatansprüche: Die Ringeltaube brütet als euryöke Art in der offenen Landschaft, in urbanen Bereichen und in allen Waldtypen oder in der Umgebung von Feldern und anderen Krautfluren und Siedlungen. Entscheidend für die Besiedlung ist zweifellos die Erreichbarkeit geeigneter Nahrung (GLUTZ VON BLOTZHEIM & BAUER 1994, ABBO 2001). Vorkommen im Untersuchungsgebiet: Am westlichen Rand des UG wurde ein Paar auf einer Gewerbefläche ermittelt.

Rotkehlchen (Erythacus rubecula) Habitatansprüche: Das Rotkehlchen siedelt in Wäldern aller Art sofern eine Strauchschicht nicht völlig fehlt und humusarmer Boden vegetationsfreie Stellen sowie trockene, sonnig-warme Hangbereiche aufweist. Wichtige Requisiten sind Aststummel und Baumstubben, die als Singwarten und Jagdansitz dienen. 11

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Bevorzugt werden äußere und innere Randbereiche reiner Laub- und Kiefern-Mischwälder (Auwälder, Eichen-Hainbuchenwälder und Eichen-Buchenwälder) mit partiell dicht ausgeprägter Strauchschicht, feuchten Bereichen mit verrottendem Holz und Falllaub und Lichtungen. Darüber hinaus sind auch dichte Kiefernstangengehölze mit üppiger Kraut- und Strauchschicht beliebt. Arme Kiefernwälder werden dagegen relativ dünn besiedelt. Gehölze im Offenland und Siedlungen werden nur sporadisch besiedelt. Außerhalb der Brutzeit trifft man die Art auch in der offenen Landschaft an. In laubholzreichen Kiefernforsten kommt die Art mit einer Siedlungsdichte von 1,7 bis 4,3 BP/10 ha und in Siedlungen mit 1,4 bis 6,4 BP/10 ha vor (ABBO 2001, GLUTZ VON BLOTZHEIM & BAUER 1985, PÄTZOLD 1982, STEFFENS et al. 2013). Vorkommen im Untersuchungsgebiet: Im UG wurden vier Paare ermittelt. Ein Paar brütet ein einem Kiefernbestand im Nordosten des UG unweit der Straße.

Singdrossel (Turdus philomelos) Habitatansprüche: Die Singdrossel kommt in gemischten Laub- und Nadelwäldern und waldartig strukturierten Feldgehölzen, Parks und Gärten mit unterholzreichem Baumbestand und vegetationsfreien bzw. kurzrasigen feuchten Bodenpartien vor. Die höheren Schichten der Strauchschicht werden in solchen Beständen bevorzugt. Nach der Brutzeit werden Gehölzbestände mit beerentragenden Sträuchern aufgesucht. In sächsischen Kiefernforsten kommt die Singdrossel in einer Siedlungsdichte von 0 bis 1,4 BP/10 ha vor. Strukturreiche Ackerflächen mit Hecken in Brandenburg weisen eine Siedlungs- dichte von 0,3 bis 0,7 BP/10 ha auf. In Siedlungen sind 0,2 bis 4,8 BP/10 ha nachgewiesen worden (ABBO 2001, GLUTZ VON BLOTZHEIM & BAUER 1988, STEFFENS et al. 2013). Vorkommen im Untersuchungsgebiet: Ein Paar brütet südlich der Brücke unweit der Veltener Straße in einem Eichenbestand.

Stieglitz (Carduelis carduelis) Habitatansprüche: Als wärmeliebende Art brütet der Stieglitz in der offenen Feldflur mit aufgelockertem Baumbe- stand. Die Art siedelt jedoch auch in lichten, sonnigen Laub- und Kiefernwäldern. Ein vielseiti- ges Samenangebot krautiger Pflanzen ist von Vorteil. Meist sind Siedlungsdichten um 1 BP / 10 ha beschrieben (Glutz von Blotzheim & Bauer, ABBO 2001). Vorkommen im Untersuchungsgebiet: In lichtem Baumbestand und abseits der Straße wurden im Westen des UG zwei Paare ermit- telt.

Sumpfmeise (Poecile palustris) Habitatansprüche: Die Sumpfmeise kommt in reich strukturierten Altholzbeständen von Laubmischwäldern (Ei- che, Buche, Esche, Ahorn) mit vielen Grenzlinien und Totholz sowie in bruch- und vorwaldähn- lichen Beständen (Erle, Birke, Espe, Eberesche) bei entsprechendem Höhlenangebot vor. Die größte Häufigkeit erreicht sie in feuchten Altholzbeständen mit Bäumen, die eine borkige Rinde aufweisen. Reine Kiefernwälder werden nicht besiedelt, in Laubholzinseln innerhalb von Kie- fernwäldern kann die Art aber vorkommen. Die Art kommt z.T. auch in Gärten und Parks vor. In laubholzreichen Kiefernforsten kommt die Art mit einer Siedlungsdichte von 0,09 BP/10 ha vor. Daten zu Gehölzen im Offenland liegen nicht vor. In Mischwäldern erreicht die Art ≤ 1,6 BP/10 ha (ABBO 2001, STEFFENS et al. 2013). Vorkommen im Untersuchungsgebiet: Ein Paar brütet im Westen des UG unweit der Straße in einer Eiche. Ein weiteres Paar wurde im Nordosten des UG abseits der Straße nachgewiesen.

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Zaunkönig (Troglodytes troglodytes) Habitatansprüche: Der Zaunkönig besiedelt unterholzreiche Laub-, Misch- und Nadelwälder, wobei Bruchwälder und andere feuchte Habitate bevorzugt werden (GLUTZ VON BLOTZHEIM & BAUER 1985, RUTSCHKE 1983). Vorkommen im Untersuchungsgebiet: Unmittelbar an der Brücke brütet ein Paar am östlichen Ufer des Kanals. Westlich der Brücke, unweit einer Zufahrt brütet ein weiteres Paar.

Zilpzalp (Phylloscopus collybita) Habitatansprüche: Der Zilpzalp ist eine licht- und feuchtigkeitsliebende Art und bevorzugt Au- und Bruchwälder mit dichter aber unterbrochener Krautschicht, lockerer Strauchschicht und leichter bis mittlerer Baum- schicht. Hier nutzt er die unteren und oberen Schichten der Bäume (SCHÖNFELD 1978, ABBO 2001). Vorkommen im Untersuchungsgebiet: In lichtem Baumbestand mit dichter Krautschicht brütet ein Paar nordöstlich der Straße, ein Paar unmittelbar östlich der Straße und ein drittes Paar am westlichen Rand des UG.

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7. Literaturverzeichnis

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