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Ersatzneubau
Brücke Parkallee Velten
Reptilienkartierung
2023
Bearbeitung durch:
Dr. Glöss Umweltplanung Ehrlichstraße 10 10318 Berlin
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Ersatzneubau Brücke Parkallee Velten GUP Reptilienkartierung 2023
Ersatzneubau Brücke Parkallee Velten Reptilienkartierung 2023
Auftraggeber: WKC HAMBURG GMBH PLANUNGEN IM BAUWESEN Veritaskai 8 21079 Hamburg
Niederlassung Rostock Warnowufer 42 18057 Rostock
Auftragnehmer: GUP Dr. Glöss Umweltplanung
GUP
Ehrlichstraße 10 10318 Berlin
Zeitraum: Mai - September 2023
Bearbeitung: D r. Carsten Hinnerichs
Titelbild: Fundort von juvenilen Zauneidechsen südöstlich der Parkalleebrücke. 13.09.2023.
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Ersatzneubau Brücke Parkallee Velten GUP Reptilienkartierung 2023
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung .................................................................................................................................... 4
- Das Untersuchungsgebiet .......................................................................................................... 4
- Methoden .................................................................................................................................... 4
- Ergebnisse .................................................................................................................................. 5
- Bewertung des Zauneidechsen-Vorkommens ........................................................................... 6
- Der Untersuchungsraum als Lebensraum für Reptilien ............................................................. 6 6.1 Habitatansprüche der ermittelten Art .......................................................................................... 6
- Literaturverzeichnis ..................................................................................................................... 7
Tabellenverzeichnis
Tab. 1 Daten der Begehungen und Wetterbedingungen - Tagbegehungen ........................................ 5 Tab. 2 Qualitative und quantitative Angaben zur Reptilienfauna ........................................................... 5 Tab. 3 Nachweise der Zauneidechse .................................................................................................... 5
Abbildungsverzeichnis
Titelbild: Fundort von juvenilen Zauneidechsen südöstlich der Parkalleebrücke. 13.09.2023. .............. 2 Abb. 2 Eine juvenile Zauneidechse auf Totholz. 13.09.2023. ................................................................. 6
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1. Einleitung
Die Stadt Velten beabsichtigt den Ersatzneubau der Brücke Parkallee über den Veltener Stich- kanal. Im Rahmen des Genehmigungsverfahrens wurde im Jahr 2023 eine Reptilienkartierung durch- geführt.
2. Das Untersuchungsgebiet
Das Untersuchungsgebiet (UG), das die Umgebung der Brücke und die Zuwegung einschließt, umfasst eine Fläche von ca. 12,8 ha. Die Brücke, aus Beton bestehend, weist keine (!) Lücken, Ritzen und Spalten auf. Lediglich an den Auflageflächen am Ufer sind kleine Höhlungen im Sand des Untergrundes vorhanden. Die unmittelbare Umgebung der Brücke weist aber nur eine geringfügig Bodenvegetation auf. Überwiegend ist der Boden offen sandig bis vegetati- onsfrei. Die Brücke führt über einen geraden Stichkanal mit sehr schmaler Uferkante, das durch Fa- schinen befestigt ist. Es konnte sich abseits der Brücke nur punktuell eine sehr schmale Ufervegetation ausbilden. Insgesamt ist das UG fast vollständig durch lichten bis nur teilweise dichten Baumbestand mit meist gering ausgebildeter Krautschicht geprägt. Entlang der Parkallee, die im UG fast vollständig durch bewaldetes Gelände führt, ist der Rand- bereich der Straße durch einen erweiterten Saum mit nitrophiler Krautvegetation geprägt. Nordöstlich grenzt ein junger Kiefernbestand mit kaum ausgebildeter Krautschicht an den Saum der Straße. Dagegen ist die Krautschicht im südöstlich an die Straße grenzenden Be- reich teilweise sehr dicht und mit Hochstauden unter lichtem Laubholzbestand beschaffen. Ein kleiner Bereich weist jedoch eine niedrige Bodenvegetation mit Grasnelken und Heidenelken auf. Hier befindet sich etwas Totholz umgestürzter Bäume. Unweit befindet sich in südöstliche Richtung eine weitere Brücke, an deren Zuwegung die Ränder mit Schotter befestigt wurden. Der Baumbestand ist im Nordosten durch jungen Kiefernwald geprägt. Ansonsten überwiegt Laubwald mit jungen bis mittelalten Stieleichen, vereinzelt Pappeln. Die Strauchschicht ist überwiegend gering ausgeprägt, teilweise fehlt sie völlig. Südöstlich der Brücke breitet sich eine Hochstaudenflur unter den Bäumen aus. Das Relief entlang des Kanals ist durch schroffen Abfall des Ufers geprägt, ohne dass Steil- wände vorhanden wären. Hinter dem Uferbereich ist die Umgebung eben. Naturräumlich gehört das UG zur „Zehdenick-Spandauer Havelniederung“, einer Untereinheit des „Luchlandes“, einem überwiegend durch Grundmoränen, aber auch Niederungen und Sander geprägten Gebiet der Weichselvereisung (SCHOLZ 1962).
3. Methoden
Die Erfassung des Bestandes der Reptilien erfolgte in Anlehnung an die methodischen Vor- gaben bei ALBRECHT et al. (2014) und SCHNITTER et al. (2006). Es wurde folgende Methodik zur Kartierung von Reptilien mit Fokus auf die Zauneidechse angewendet: • Sichtnachweise Zur Erfassung der Vorkommen von Reptilien wurden alle potenziell als Habitate geeigneten Flächen untersucht. Die Untersuchungen erfolgten durch gezieltes Ansteuern typischer Auf- enthaltsorte/ Habitatstrukturen, durch sehr vorsichtiges Begehen unübersichtlicher Gelände- abschnitte oder durch längeres Verweilen an relevanten Standorten sowie durch Umdrehen markanter, am Boden liegender Gegenstände wie Rindenstücke, Steine, abgelagerte Bretter und Ähnliches. Es erfolgten sieben flächendeckende Begehungen im Zeitraum von Mai bis September bei geeigneter Witterung ab 9 Uhr über einen Zeitraum von je vier Stunden. Daten und Wetterbe- dingungen an den Tagen der Begehung sind in der folgenden Tabelle aufgeführt.
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Tab. 1 Daten der Begehungen und Wetterbedingungen - Tagbegehungen
| 1. Begehung | 2. Begehung | 3. Begehung | 4. Begehung | 5. Begehung | 6. Begehung | 7. Begehung | ||||||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 05.05.23 | 19.05.23 | 08.06.23 | 24.06.23 | 03.07.23 | 06.09.2023 | 13.09.2023 | ||||||||||||
| heiter, 13 bis 15°C, leicht O | heiter bis wol- kig, 15 bis 18°C | wolkenlos bis heiter, 16 bis 24°C | wolkig, 13 bis 19°C, leicht NO | wolkig bis be- wölkt, 20°C, leicht bis mä- ßig W | wolkenlos, 14 bis 23° | wolkig bis hei- ter, 19 bis 22°C, leicht NW |
Bei den Erfassungen wurde auch das unmittelbare Umfeld des UG berücksichtigt. Zusätzlich wurden zufällige Sichtungen während der übrigen Fauna- und Biotopkartierung in die Auswer- tung aufgenommen.
4. Ergebnisse
Im Rahmen der Kartierung wurde lediglich die Zauneidechse nachgewiesen (Tab.2). Eine Dar- stellung des Fundortes erfolgt in Unterlage U 7.5.1.
Tab. 1 Qualitative und quantitative Angaben zur Reptilienfauna
| Artname | Rote Liste | BNat | FFH-RL | Anzahl | |||||||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| deutsch | wissenschaftlich | BB | D | SchG | Nachweise | ||||||||||||
| Zauneidechse | Lacerta agilis | 3 | V | b, s | IV | 3 |
Zauneidechse
RL D: Rote Liste Deutschland (HAUPT et al. 2009) RL BB: Rote Liste Brandenburg (s. ebd.) Gefährdungskategorien: 1 = vom Aussterben bedroht, 2 = stark gefährdet, 3 = gefährdet, R = extrem selten, V = Vorwarnliste, * = in BB / D derzeit nicht gefährdet BNatSchG = Schutzstatus gemäß § 7 Bundesnaturschutzgesetz: b = besonders geschützt, s = streng geschützt Schutzstatus gemäß § 7 BNatSchG: b = besonders geschützt, s = streng geschützt Schutzstatus gemäß FFH-RL (92/43/EWG): II = Anhang II, IV = Anhang IV
Von der Zauneidechse wurden Mitte September drei juvenile Individuen gefunden (Tab. 3). Ein Individuum zeigt die Abb. 2.
Tab. 2: Nachweise der Zauneidechse
| adult | ||||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| unbestimmtes | ||||||
| Datum | m | w | subadult | juvenil | Gesamt | |
| Geschlecht | ||||||
| 05.05.2023 | 0 | |||||
| 19.05.2023 | 0 | |||||
| 08.06.2023 | 0 | |||||
| 24.06.2023 | 0 | |||||
| 03.07.2023 | 0 | |||||
| 06.09.2023 | 0 | |||||
| 13.09.2023 | 3 | 3 | ||||
| Summe: | 3 |
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Abb. 2 Eine juvenile Zauneidechse auf Totholz. 13.09.2023.
5. Bewertung des Zauneidechsen-Vorkommens
Der Fundort der drei juvenilen Zauneidechsen ist eine mit hoher Bodenvegetation umgebene Fläche mit dem Totholz einer umgestürzten Pappel auf einer Heidenelken-Grasnelkenflur ca. 60 m südlich der Parkallee. Versteckmöglichkeiten für die Zauneidechsen beschränken sich auf Stamm und Äste der umgestürzten Pappel. Da zu keinem weiteren Begehungstermin Zauneidechsen beobachtet wurden, ist von wan- dernden Individuen auszugehen. Südöstlich des UG befindet sich in ca. 110 m Entfernung von der Brücke Parkallee ein mit Schotter befestigter Hang einer Zuwegung zu einer Brücke. Hier wird ein stabiles Vorkommen vermutet, aus dem die juvenilen Individuen ausgewandert sind. Geeignete Habitatstrukturen, die ein Ansiedlung der Art innerhalb des UG ermöglichen, gibt es nicht.
6. Der Untersuchungsraum als Lebensraum für Reptilien
Im UG wurden juvenile Zauneidechsen gefunden. Weitere Arten wurden nicht beobachtet. Da geeignete Habitatstrukturen für Reptilien fehlen, ist keine Ansiedlung zu erwarten. Da das UG frei von Hindernissen ist, hat es das Potential als Wanderungskorridor für Zauneidechsen zu dienen. Weiterhin ist nicht auszuschließen, dass einzelne Individuen von Arten wie Ringelnat- ter und Blindschleiche entlang des Stichkanals wandern. 6.1 Habitatansprüche der ermittelten Art Zauneidechse (Lacerta agilis) Habitatansprüche: Ausgesprochene Zauneidechsenhabitate bilden Flächen mit Trockenrasen und Offenstellen. Die Zauneidechse bewohnt aber auch weitere, relativ trockene Lebensräume wie Brachflä- chen, Weg- und Heckenränder, Straßenböschungen, Bahndämme, Obstwiesen, Steinbrüche, Geröllhalden, auch Felder und Gärten (ENGELMANN et al. 1985, FRÖHLICH et al. 1987).
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7. Literaturverzeichnis
ALBRECHT, K., T. HÖR, F. W. HENNING, G. TÖPFER-HOFMANN, & C. GRÜNFELDER (2014): Leis-
tungsbeschreibungen für faunistische Untersuchungen im Zusammenhang mit land-
schaftsplanerischen Fachbeiträgen und Artenschutzbeitrag. Forschungs- und Entwick-
lungsvorhaben FE 02.0332/2011/LRB im Auftrag des Bundesministeriums für Verkehr,
Bau und Stadtentwicklung. Schlussbericht 2014.
ENGELMANN, W.-E., J. FRITZSCHE, R. GÜNTHER & F.J. OBST (1985): Beobachten und bestim-
men. Lurche und Kriechtiere Europas. Radebeul-Leipzig.
FRÖHLICH, G., OERTNER, J. & VOGEL, S. (1987): Schützt Lurche und Kriechtiere. Berlin.
HAUPT, H., G. LUDWIG, H. GRUTTKE, M. BINOT-HAFKE, C. OTTO & A. PAULY (2009): Rote Liste
gefährdeter Tiere, Pflanzen und Pilze Deutschlands. Band 1: Wirbeltiere. In: Naturschutz
und Biologische Vielfalt, Heft 70 (1). Bonn-Bad Godesberg. Bundesamt für Naturschutz
(BfN) (Hrsg.)
SCHNITTER, P., C. EICHEN, G. ELLWANGER, M. NEUKIRCHEN & E. SCHRÖDER (2006): Empfehlun-
gen für die Erfassung und Bewertung von Arten als Basis für das Monitoring nach Artikel
11 und 17 der FFH-Richtlinie in Deutschland. Berichte des Landesamtes für Umweltschutz
Sachsen-Anhalt (Halle). Sonderheft 2.
SCHOLZ, E. (1962): Die naturräumliche Gliederung Brandenburgs. Pädagogisches Bezirkska-
binett. Potsdam.
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