81.1-AQB-2025-9 LB Familienberatung.pdf

Schulung für beratende Mitarbeitende zum Thema Familienberatung

Extrahierter Dokumenttext · Stand: 14.09.2026, 16:30 (Europe/Berlin)

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Leistungsbeschreibung zur Durchführung einer Schulung für Mitar-

beitende der MainArbeit kommunales Jobcenter der Stadt Offen-

bach am Main zum Thema „Familienberatung: Aktivierung in der

Beratung und Vermittlung von erziehenden und pflegenden Perso-

nen im Kontext des SGB II“.

Vorbemerkung: Sofern nachstehend von Auftraggeberin oder MainArbeit die Rede ist, ist damit die MainArbeit Kommunales Jobcenter -Kommunale Arbeitsförderung- der Stadt Offenbach am Main als Trägerin von Eingliederungsleistun- gen nach dem Sozialgesetzbuch II (SGBII) gemeint.

Kurzbeschreibung:

Art der Schulung:Durchführung einer Schulung für beratende Mitarbeitende der MainArbeit kommunales Jobcenter der Stadt Offenbach am Main zum Thema „Familienberatung: Aktivierung in der Beratung und Vermittlung von erziehenden und pflegenden Personen im Kontext des SGB II“
Zeitraum zur Durchführung der Schulung:01.10.2026 bis 31.12.2026
Dauer der Teilnahme:Die Schulung soll auf maximal 8 vierstündige Treffen mit höchstens zwei Sitzungen pro Monat aufgeteilt werden. Er- gänzend sollen bis zu 8 gruppendynamische Supervisionen im Rahmen der Schulung angeboten werden.
Zielgruppe:Mitarbeitende aus dem Bereich Beratung und Vermittlung im kommunalen Jobcenter der Stadt Offenbach am Main (im Folgenden Teilnehmende genannt)
Platzzahl:8 bis 12 Personen
Besetzung der Schulung:MainArbeit

Die im Teil A der Leistungsbeschreibung genannten Anforderungen sind in einem aussage- fähigen Konzept darzustellen. Dieses Konzept umfasst nicht mehr als fünf Seiten (Schrift- größe 11 oder mehr). Die bietende Partei verwendet für ihr Angebot die Gliederung der Auftraggeberin.

Dem Konzept soll ein Anhang beigefügt werden. Die Auftraggeberin behält sich vor, lediglich die in der Ausschreibung genannten Anhänge in die Bewertung mit einzubeziehen. Der An- hang des Konzeptes soll mindestens folgende Punkte umfassen

  • Nachweis über Qualifikation und Erfahrung des eingesetzten Personals (beispiels- weise durch Lebensläufe)
  • Darstellung der Referenzen (beispielsweise in Tabellenform)
  • Darstellung eventueller Zertifikate und Audit-Berichte (Qualitätsmanagement)

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Leistungsbeschreibung Teil A

A.1 Zielgruppe: Persönliche Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner (pAp) des kommunalen Jobcenters der Stadt Offenbach am Main, die Personen oder Bedarfsgemeinschaften beraten, welche Erziehungsaufgaben oder die Pflege von Angehörigen wahrnehmen.

A.2 Leistungsbeschreibung und Zielsetzung: Beratende im Jobcenter haben die Aufgabe, Arbeitslose unter Berücksichtigung ihrer persön- lichen Situation und Möglichkeiten in den allgemeinen Arbeits- und Ausbildungsmarkt zu in- tegrieren. Dazu führen Sie Beratungsgespräche mit den Arbeitssuchenden, entwickeln per- sönliche Hilfe- und Qualifizierungspläne zur nachhaltigen Integration in Ausbildung oder Ar- beit und entscheiden über Eingliederungshilfen.

Gewünscht ist ein Angebot zur Durchführung einer Schulung in Präsenz. Die Schulung richtet sich an alle Mitarbeitenden, die in der Beratung und Begleitung von erwerbslosen Leistungs- berechtigten nach dem Zweiten Buch Sozialgesetzbuch (SGB II) mit familiären Aufgaben be- traut sind. Dazu gehören insbesondere Personen, die Mütter und Väter mit Kindern unter drei Jahren oder Erwachsene mit Betreuungsverantwortung für Angehörige beraten. Ein zentrales Schulungsziel ist die Stärkung der Kompetenzen der Mitarbeitenden in der Vereinbarkeit von Familie und Beruf aufseiten der betreuten Personen. Dies umfasst die Entwicklung familienor- ganisatorischer und erzieherischer Fähigkeiten, die Stärkung der Eigenverantwortung und Ressourcenorientierung sowie die Initiierung realistischer Schritte zur Kinderbetreuung, Ar- beitsaufnahme oder Qualifizierung. Die Mitarbeitenden sollen einen Blick für das System Fa- milie entwickeln und deren Strukturen erkennen.

A.3 Leistungsinhalt: Organisation und Durchführung einer mehrtätigen Schulung zum Thema „Familienberatung: Aktivierung in der Beratung und Vermittlung von erziehenden und pflegenden Personen im Kontext des SGB II“.

Die Schulung macht die pAp mit bewährten Beratungsmethoden vertraut, die speziell für die familienorientierte Beratung geeignet sind: • Dazu zählen die systemische Beratung, die den Menschen im Kontext seiner sozia- len Systeme betrachtet und ressourcenorientierte Lösungen fördert, • sowie die motivierende Gesprächsführung, um die Eigenmotivation der Klienten zu stärken. • Ein weiterer Schwerpunkt ist das aktive Zuhören, eine grundlegende Technik, um Em- pathie und Vertrauen aufzubauen. • Das Zürcher Ressourcen Modell wird als Instrument zur Stärkung der Ressourcen und zur Förderung der Selbstwirksamkeit vorgestellt. • Klare und messbare Lernziele werden definiert, die sich an der SMART-Methode ori- entieren, um den Lernerfolg transparent zu machen.

Die Schulung soll auf Basis einer detaillierten Bedarfsanalyse konzipiert werden, welche die spezifischen Anforderungen und bestehenden Wissenslücken der pAp berücksichtigt. Die In- halte sind modular aufgebaut, um Flexibilität zu ermöglichen und auf unterschiedliche Vor- kenntnisse einzugehen. Es wird ein ganzheitlicher Ansatz verfolgt, der nicht nur Fachwissen vermittelt, sondern die Mitarbeitenden dazu befähigt, Signale des Systems Familie während der Beratung zu erkennen, zu analysieren und daraus Strategien zur Beratung der Familien entwickeln zu können.

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Um ein hohes Maß an Engagement und Praxisnähe zu erreichen, setzt die Schulung auf interaktive Lernformate: • Dazu gehören praxisorientierte Workshops, in denen die vermittelten Bera- tungsmethoden direkt angewendet werden können. • Rollenspiele ermöglichen das Üben realitätsnaher Beratungssituationen und för- dern die Entwicklung motivierender Gesprächsführung und aktiven Zuhörens. Fallstudien basierend auf anonymisierten Praxisbeispielen aus dem SGB II-Kon- text dienen der Problemanalyse und der gemeinsamen Erarbeitung von Lösungs- strategien. • Gruppenarbeiten fördern den Austausch unter den Teilnehmenden und die Ent- wicklung von Peer-Learning-Strukturen. • Digitale Elemente wie E-Learning-Module können ergänzend eingesetzt werden, um flexibles Lernen zu ermöglichen und spezifische Inhalte zu vertiefen.

Darüber hinaus soll das Schulungsangebot gruppendynamische Supervision (insgesamt bis zu 8

Termine)Vertiefung des Gelernten, Reflexion der eigenen Beraterrolle, Stärkung der persön-
lichen Handlungskompetenz und zum Umgang mit konkreten Herausforderungen aus der Praxis
beinhalten.

Die Supervision soll mindestens auf folgende Aspekte eingehen:

• Reflexion der erlernten Methoden und Techniken in der praktischen Anwendung • Bearbeitung von Fallbeispielen und konkreten erlebten Situationen der Teilnehmenden • Analyse von gruppendynamischen Prozessen und deren Auswirkungen auf die Bera- tung • Entwicklung von Lösungsstrategien für schwierige Familienkonstellationen oder Ein- zelpersonen in der Bedarfsgemeinschaft • Feedback zur eigenen Haltung und zum Beratungsstil • Stärkung der Selbstreflexionsfähigkeit und Förderung der Professionalität • Prävention von Burnout und Stärkung der Resilienz im Umgang mit anspruchsvollen Kundengruppen

Die Aufzählung der Inhalte des theoretischen Teils und der Supervision ist nicht abschließend und kann im Rahmen des Konzepts der bietenden Partei konkretisiert werden.

Das Angebot soll Folgendes berücksichtigen: • Die Mitarbeitenden haben unterschiedliche Berufswege und Kompetenzen • Alle haben Kompetenzen und Erfahrung in der professionellen Gesprächsführung, z.B. aktives Zuhören oder systemische Beratung • Mit Abschluss der Schulung soll den Teilnehmenden ein Handout und ein Zertifikat übergeben werden

A.4 Anzahl der Teilnehmenden: 8 bis 12 Personen

A.5 Koproduktion Die bietende Partei stellt dar, wie sie die Teilnehmenden im Verlauf der Schulung in die Um- setzung des Konzeptes einbezieht und wie sie die Wünsche der Teilnehmenden (im Rahmen des Konzepts) berücksichtigen wird. 3

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A.6 Schulungsdauer: Bis zu 8 vierstündige Treffen mit höchstens zwei Sitzungen pro Monat ergänzt um bis zu 8 gruppendynamische Supervision-Termine im vorgegebenen Zeitraum.

A.7 Vertragslaufzeit: Beginn: 01.10.2026 Ende: 31.12.2026

A.8 Schulungsdurchführung: Die Zusteuerung und Auswahl der Teilnehmenden erfolgt durch die MainArbeit. Die bietende Partei wird der Auftraggeberin die Anwesenheit der Teilnehmenden darstellen.

A.9 Gender Mainstreaming Die bietende Partei stellt in ihrem Konzept dar, wie sie die unterschiedliche Lebenssituation von Männern und Frauen bei der Umsetzung berücksichtigen wird.

Leistungsbeschreibung Teil B:

B.1 Personaleinsatz: Der Personaleinsatz muss qualitativ und quantitativ der Leistungsbeschreibung entsprechen.

Das durchführende Personal muss einen Hochschulabschluss (Diplom/Master) aus einem der folgenden Bereiche mitbringen: Psychologie, Pädagogik/Erziehungswissenschaften, Soziale Arbeit/Sozialwissenschaften oder Ähnlichem sowie Zusatzqualifikationen in den oben genann- ten Beratungsmethoden z. B. als Systemischer Coach.

Zusatzqualifikationen werden als einschlägig anerkannt, wenn sie insgesamt mindestens 500 Unterrichtsstunden, bzw. Kontaktstunden (à 45 Minuten) umfassen.

Interkulturelle Kompetenz, mehrjährige Erfahrung in der Beratung von Familien, Erfahrung in der Durchführung von Trainings oder Workshops, Erfahrung im Umgang mit komplexen Ziel- gruppen und Erfahrung in der Durchführung von Supervision werden vorausgesetzt.

Praxiserfahrung im Kontext von Arbeitsmarktintegration (idealerweise in einem Jobcenter) ist von Vorteil.

Entsprechende Nachweise sind in Form eines Anhangs an das Angebot einzureichen.

Der bietenden Partei wird geraten, im Rahmen ihres Angebots weitere Ausführungen zu zu- sätzlicher Qualifikation und Erfahrung und zu Kompetenzen ihres Personals zu machen.

B.2 Schulungsort: Die Schulung findet in den Räumen der MainArbeit in der Berliner Str. 190 in Offenbach statt. Räume und Technik werden gestellt.

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B.3 Terminabsprache Termine und zeitliche Gestaltung werden mit der Auftraggeberin vor Schulungsbeginn abge- stimmt und festgelegt.

B.4 Vergütung: Die Vergütung erfolgt nach Vorlage der Rechnung und der durch die Teilnehmenden unter- schriebenen Anwesenheitslisten.

Bewertungskriterien Teil C:

Konzept zur Umsetzung der gewünschten Schulung 30%

Durchführendes Personal (Qualifikation, Erfahrung mit der Zielgruppe, Referenzen) 30%

Preis 40%

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