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Technische Anschlussbedingungen KG 439
| Doc-ID | GT-TD16972 | Ersetzt Dokument | GT-TAB16900.6 | |||||||
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| Erstellt am | 26.06.2024 | Nächste Revision | 31.12.2024 | |||||||
| Freigabe letzte Vollversion am | 01.07.2024 | Version & Freigabestatus | 2.0 genehmigt | |||||||
| Schutzklasse | intern | Anhänge | x | |||||||
| Dokumentenerstellung/-überarbeitung | Armin Prümm Funktion: Meister GB-GT-RLT | |||||||||
| Funktionale Prüfung | Armin Prümm Funktion: Meister GB-GT-RLT | |||||||||
| Formale Prüfung | Philipp Teichmann Funktion: Leitung GB GT RLT | |||||||||
| Prozessverantwortung | Grell, Peter Funktion: Leitung GB GT | |||||||||
| Betroffene Organisationseinheiten | ||||||||||
| GB GT | ||||||||||
| Zweck | ||||||||||
| Dieses Dokument beschreibt die technischen Anforderungen und Bedingungen für den Anschluss von Anlagen oder Geräten an das Versorgungsnetz des UKA. Die TAB beschreibt bspw. die Art des Anschlusses, die erforderlichen Schutzmaßnahmen, die Qualitätsanforderungen und andere technische Spezifikationen. | ||||||||||
| Geltungsbereich | ||||||||||
| Relevant und damit zu lesen ist dieses Dokument für die folgenden Gruppen von Mitarbeitenden: Alle Mitarbeitenden des GB GT-xx, Planer, Fachplaner, xx |
Dieses Dokument ist exklusives geistiges Eigentum der Uniklinik RWTH Aachen. Es ist gemäß der festgelegten Schutzklasse zu behandeln und darf weder ganz noch teilweise ohne schriftliche Einverständniserklärung verändert oder an Dritte weitergegeben werden. Darüber hinaus gilt die vorliegende Vollversion durch den maschinellen Genehmigungsprozess als freigegeben und ist dadurch ohne Unterschrift gültig.
| Technische Anschlussbedingungen KG 439 | ||
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Inhalt
1 Zweck ........................................................................................................................ 3
2 Geltungsbereich ........................................................................................................ 3
3 Verantwortlichkeiten .................................................................................................. 3
4 Definitionen und Abkürzungen .................................................................................. 3
5 Allgemein .................................................................................................................. 4
6 Anforderungen an Labore ......................................................................................... 4 6.1 Gefahrenstoffe .......................................................................................................... 4 6.2 Laborarbeitsplätze mit Gasfreisetzung ...................................................................... 5 6.3 Strömungsrichtung .................................................................................................... 5 6.4 Nutzungszeiten ......................................................................................................... 6
7 Technische Umsetzung gemäß Anforderungen ........................................................ 6 7.1 Digestorien ................................................................................................................ 6 7.2 Bodenabsaugung (Laborabluft) ................................................................................. 8 7.3 Deckenabsaugung (Raumabluft) ............................................................................... 8 7.4 Punktabsaugung (Laborabluft) .................................................................................. 8 7.5 Gefahrstoffschränke (Laborabluft) ............................................................................. 9
8 Entscheidungsmuster ................................................................................................ 9 8.1 Allgemein .................................................................................................................. 9 8.1.1 Start- und Endpunkt .......................................................................................................................... 9 8.1.2 Entscheidungspunkt ....................................................................................................................... 10 8.1.3 Prozess ........................................................................................................................................... 10 8.2 Hausnorm für Labore mit Digestorien ...................................................................... 11
9 Querverweise .......................................................................................................... 12
10 Anhänge .................................................................................................................. 12
11 Dokumentenhistorie ................................................................................................ 12
| Doc-ID | GT-TD16972 | Version & Freigabestatus | 2.0 genehmigt | Schutzklasse | intern |
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| Vollversion gültig ab | 01.07.2024 | Nächste Revision | 07.02.2026 | Dokumentenerstellung/- überarbeitung | Armin Prümm |
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1 Zweck
Dieses Dokument beschreibt die technischen Anforderungen und Bedingungen für den Anschluss von Anlagen oder Geräten an das Versorgungsnetz des UKA. Die TAB beschreibt bspw. die Art des Anschlusses, die erforderlichen Schutzmaßnahmen, die Qualitätsanforderungen und andere technische Spezifikationen.
2 Geltungsbereich
Relevant und damit zu lesen ist dieses Dokument für die folgenden Gruppe: Alle Mitarbeitenden des GB GT-xx, Planer, Fachplaner, xx
3 Verantwortlichkeiten
Spezielle Verantwortlichkeiten für den in diesem Dokument beschriebenen Prozess/Themenbereich sind wie folgt definiert:
| Funktion / Rolle | Aktivität | ||||
|---|---|---|---|---|---|
| Alle Mitarbeitenden des GB GT-xx, Planer, Fachplaner, xx |
4 Definitionen und Abkürzungen
| Abkürzung | Erläuterung |
|---|---|
| DAL | Digestorienabluft |
| RAL | Raumabluft |
| LAL | Raumabluft |
| ZL | Zuluft |
| AL | Abluft |
| WL | Warmluft |
| Doc-ID | GT-TD16972 | Version & Freigabestatus | 2.0 genehmigt | Schutzklasse | intern |
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| Abkürzung | Erläuterung |
|---|---|
| KL | Kaltluft |
| MSR | Mess-, Steuer- und Regelungstechnik |
| ESB | Einschaltbereich |
| BSK | Brandschutzklappe |
5 Allgemein
Das Universitätsklinikum Aachen (im Folgenden UKA) betreibt zahlreiche Labore zur medizinischen Forschung. Je nach spezifischer Nutzung unterscheiden sich die Ausführungen sowie die Anforderungen an die Labore.
Zu Vereinheitlichung und Festlegung von definierten Ausführungen gemäß Anforderungsprofil wird im Folgenden ein Standard definiert, der bei zukünftigen Bauvorhaben zu realisieren ist. Besonderer Focus wird auf Labore mit Digestorien-Anlagen gelegt.
Abweichungen von diesem Standard sind nur in Absprache mit dem Geschäftsbereich "Gebäudetechnik RLT-Anlagen" (im Folgenden "GB GT RLT") möglich und entsprechend schriftlich zu dokumentieren.
6 Anforderungen an Labore
Aufgrund der Vielzahl an möglichen Anwendungen und Nutzung der Labore ist durch den Nutzer
bzw. Laborplaner eine schriftliche Laboranforderung sowie ein Betriebskonzept zu erstellen. Die
im nachfolgenden benannten Punkte sind in dieser eindeutig zu benennen, so dass das Labor
entsprechend technisch ausgestattet werden kann.
6.1 Gefahrenstoffe
Es ist eindeutig aufzulisten, mit welchen Gefahrstoffen im Labor gearbeitet wird und welches
Gefährdungspotential von diesen ausgeht. Hier ist zum einen eine mögliche Toxizität bzw.
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Brennbarkeit der Substanzen anzugeben, zum anderen wird bei Gasen die Angabe über deren
Dichte („leichte“ bzw. „schwere Gase“) gefordert.
Die Lagerung von Substanzen mit dem o. g. Gefährdungspotential ist nur in geeigneten
Gefahrstoffschränken möglich. Die Anzahl der benötigten Gefahrstoffschränke ist anzugeben.
6.2 Laborarbeitsplätze mit Gasfreisetzung
Es sind die Anzahl an notwendigen Digestorien mit spezifischen maximal- und minimalen
Abluftvolumenströmen zu benennen. Grundsätzlich ist ein Digestorium nur unter Aufsicht zu
betreiben.
Sollte darüber hinaus die Anforderung für einen unbeaufsichtigten Digestorien-Betrieb bestehen,
ist dieser mit einer gesonderten Anforderung zu begründen. Sind für den jeweiligen
Forschungsbetrieb gesonderte Überwachungsmechanismen erforderlich (Rauchentwicklung,
Temperaturüberwachung), sind diese durch den jeweiligen Versuchsaufbau sicherzustellen.
Es ist ebenso anzugeben, ob neben den fest installierten Digestorien örtlich variable Gase
freigesetzt werden, die eine Punktabsaugung erfordern. Ebenso sind örtliche feste
Gasfreisetzungen aufgrund von druckloser Handhabung von Gasen (z. B.
Gasversorgungsstationen mit umzuschließenden Gasflaschen) anzugeben, die eine permanente
Boden- bzw. Deckenabsaugung erforderlich machen.
6.3 Strömungsrichtung
In den Laboranforderungen ist durch den Nutzer zu benennen, ob eine definierte
Strömungsrichtung in Form von Über- bzw. Unterströmung zu angrenzenden Räumen bzw.
Fluren benötigt wird.
Wird eine Druckhaltung gefordert, ist das Labor als Speziallabor einzustufen und die Ausführung
projektspezifisch mit GB GT RLT abzustimmen und schriftlich festzulegen.
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6.4 Nutzungszeiten
Es sind die Labornutzungszeiten gemäß den Dienstzeiten des Personals zu benennen.
7 Technische Umsetzung gemäß Anforderungen
Das im Anhang befindliche Beispiel eines Lüftungsschemas (3000486-F0.L500) für ein
Standardlabor verdeutlicht beispielhaft eine Standardanwendung gemäß der nachfolgend
beschriebenen Umsetzung.
7.1 Digestorien
Die Digestorienabluft (DAL), die Raumabluft (RAL) sowie auch die Laborabluft (LAL) in einem
Standardlabor werden jeweils über einen eigenen variablen Volumenstromregler an das
vorhandene Digestorienabluftnetz angeschlossen. Die Gesamtabluftmenge in Laboren sollte
mindestens 25m³/h pro m² entsprechen. Sie setzt sich aus der DAL, der RAL u. der LAL
zusammen. Die Ausführung hat in Kunststoff (PPS) zu erfolgen, mit Ausnahme der Raumabluft.
Diese wird auf der Niederdruckseite in verzinktem Stahlblech verlegt. Für die Digestorienabluft
wird die Serie TVLK u. für die Raum- u. Laborabluft die Serie TVRK des Herstellers TROX
verwendet. Sollte die Luftmenge der Laborabluft unter 100 m³/h sein, so wird auf einen variablen
Volumenstromregler verzichtet u. es kommen konstante Volumenstromregler (KVR) der Serie RN
des Herstellers TROX zum Einsatz. Als Volumenstromregler ist das Fabrikat TROX mit einem
Regler BPG, VRP-M+VFP300(0-10) und einem Stellantrieb LMQ24-SRV-ST zu verwenden. Die
Volumenstromregler für die Zuluft, sind mit den Antrieben GLB181.1E des Herstellers Siemens
zu verwenden (Produktvorgabe). Sollten im Altbestand noch 19LDKs für WL + KL bzw. AL vor
der ZL-Mischbox bzw. AL-Entspannerbox vorhanden sein, sind diese zu entfernen.
Das zentrale Abluftnetz im UKA ist mit Brandschutzklappen abgesichert. Deshalb ist im
Sinne der LüAR NRW der Anschluss an das zentrale Abluftnetz nur möglich, wenn aufgrund der
medizinisch-technischen Nutzung des Abzugs die Abluftqualität als Raumabluft eingestuft
werden kann. Die Prüfung im Rahmen der Betriebsführung bestätigt die Richtigkeit dieser
Einstufung.
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Für die interne Steuerungsüberwachung des Digestoriums ist als Standard die
Laborabzugsüberwachung FM500 von Schneider Elektronik GmbH mit dem Funktions- u.
Bedienpanel 0010 zu verwenden, die über eine zusätzliche Volumenstromüberwachung der
Abluft verfügt. Diese kann über entsprechende Anzeigeeinrichtungen dem Nutzer den derzeitigen
Zustand hinsichtlich erreichter und nicht erreichter Sollluftmenge signalisieren. Der Nutzer hat
zudem über Bedienelemente die Möglichkeit das Digestorium ein- u. auszuschalten. Die
Laborabzugsüberwachung bietet zudem die Möglichkeit über den Anschluss eines Magnetventils
ggf. vorhandene Medienversorgung (z. B. brennbare Gase) bei externer Störung zu trennen.
Als Standard für den Laborabzug werden, je nach Laborabzugsbreite, die Typen TA-1200-
FM500-CC30, TA-1500-FM500-CC30 oder TA-1800-FM500-CC30 vom Fabrikat Caspar & Co.
Labora GmbH verwendet (Produktvorgabe). Es werden keine Laborabzüge mit
Scheibenregelung bzw. Stützstrahl eingebaut.
Die FM500 wird an die übergeordnete Steuerung der Lüftung (MSR-Schaltschrank) angebunden.
Die übergeordnete Steuerung sendet über ein zusätzlich eingebautes 24V/DC Netzteil einen
Kontakt für den Nachtbetrieb des Digestoriums. Umgekehrt werden von der FM500 eine Betriebs-
, eine Stör- u. eine Tag/Nachtmeldung ausgegeben.
Für die FM500 erfolgt die elektrische Versorgung aus dem MSR-Schaltschrank des GB GT
RLT. Die übrige elektrische Versorgung des Digestoriums (Steckdosen u. Beleuchtung) erfolgt
über die jeweilige Raumverteilung.
Solange wie nicht alle Laborabzüge eines V-Schaltschrankes umgebaut sind, muss eine
Kabelverbindung vom alten V-Schaltschrank zum neuen MSR-Schaltschrank hergestellt werden,
damit sicherheitsrelevante Funktionen, wie Einschaltbereich (ESB), Brandschutzklappen (BSK)
oder SSM Digestorienabluftanlage als Hardwarekontakte dem neuen MSR-Schaltschrank
gemeldet werden können.
Gemäß dem angegebenen Nutzungszeitraum wird das Labor im Tag-Betrieb (Comfort) gemäß
Auslegung mit der nach Luftmengenberechnung erforderlichen Luftmenge versorgt. Hier ist der
allgemeine Hausstandard für den Raumregelkreis hinsichtlich Lüftung und MSR-Anbindung zu
beachten.
Außerhalb der Betriebszeiten, im abgesengten Betrieb (Economy), wird die Luftmenge auf die
ebenfalls in der Luftmengenberechnung erforderliche Luftmenge reduziert. Hier ist auf die
angegebenen Mindestluftmengen der ZL- u. AL-Boxen des Herstellers zu achten, so dass die
| Doc-ID | GT-TD16972 | Version & Freigabestatus | 2.0 genehmigt | Schutzklasse | intern |
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| Vollversion gültig ab | 01.07.2024 | Nächste Revision | 07.02.2026 | Dokumentenerstellung/- überarbeitung | Armin Prümm |
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reduzierten Luftmengen auch geregelt werden können. Bei abgesenktem Betrieb ist keine
Digestoriennutzung möglich. Dies wird dem Nutzer über eine gelbblinkende LED Vmin auf dem
Funktions- u. Bedienpanel am Digestorium signalisiert.
Das Digestorium kann vom Nutzer über einen I/O-Taste auf dem Funktions- u. Bedienpanel
aktiviert werden. Dies ist nur in den angegebenen Betriebszeiten möglich. Ist darüber hinaus eine
Nutzung des Labors mit Digestorium gewünscht, hat der Nutzer über einen Präsenstaster am
Raumbediengerät die Möglichkeit eine Betriebszeitverlängerung von z. B. drei Stunden zu
aktivieren, wodurch das Labor in den Tagesbetrieb umgeschaltet wird.
7.2 Bodenabsaugung (Laborabluft)
Bei Handhabung von tiefkalten bzw. schweren Gasen ist eine konstante Bodenabsaugung (BA)
im Raum zu installieren, die über einen KVR an das vorhandene Digestorienabluftnetz auf der
Niederdruckseite hinter den vorhandenen variablen Laborabluftregler anzuschließen ist. Die BA
sollten nach Laborverordnung mindestens 2,5m³/h pro m² absaugen. Eine Messöffnung ist an
geeigneter Stelle vorzusehen, um den Volumenstrom messtechnisch zu erfassen. Der Luftkanal
bis zum Abluftnetz ist in Kunststoff (PPS) auszuführen. Für die Wärmeabführung von
Freezerschränken kann verzinktes Stahlblech verwendet werden.
7.3 Deckenabsaugung (Raumabluft)
Bei Handhabung von leichten Gasen ist eine Deckenabsaugung im Raum zu installieren.
Da die Raumabluft permanent über die Decke abzuführen ist, ist lediglich der entsprechende
Abluftauslass über der Freisetzungsquelle zu positionieren, um hier einen Staubereich unterhalb
der Decke zu vermeiden. Der Luftkanal bis zum vorhandene Digestorienabluftnetz ist in
verzinktem Stahlblech auszuführen und auf der Niederdruckseite hinter den vorhandenen
variablen Raumabluftregler anzuschließen.
7.4 Punktabsaugung (Laborabluft)
Werden im Raum lokal abweichend Gase freigesetzt, ist im Raum eine Punktabsaugung zu
installieren. Die Punktabsaugung ist über einen KVR an das vorhandene Digestorienabluftnetz
auf der Niederdruckseite hinter dem vorhandenen variablen Laborabluftregler anzuschließen und
| Doc-ID | GT-TD16972 | Version & Freigabestatus | 2.0 genehmigt | Schutzklasse | intern |
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| Vollversion gültig ab | 01.07.2024 | Nächste Revision | 07.02.2026 | Dokumentenerstellung/- überarbeitung | Armin Prümm |
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über eine Handabsperreinrichtung manuell durch den Nutzer zu- bzw. abzuschalten. Um die
Punktabsaugung in der Raumluftbilanz zu berücksichtigen, ist eine Volumenstromüberwachung
vorzusehen. Der Luftkanal bis zum Abluftnetz ist in Kunststoff (PPS) auszuführen.
7.5 Gefahrstoffschränke (Laborabluft)
Ist die permanente Lagerung von Gefahrstoffen für Laborversuche notwendig, sind
entsprechende Gefahrstoffschränke (GSS) im Labor vorzusehen. Diese sind jeweils mit einer
festgelegten Luftmenge über einen KVR an das vorhandene Digestorienabluftnetz auf der
Niederdruckseite hinter dem vorhandenen variablen Laborabluftregler anzuschließen. Eine
Messöffnung ist an geeigneter Stelle vorzusehen, um den Volumenstrom messtechnisch zu
erfassen. Der Luftkanal bis zum Abluftnetz ist in Kunststoff auszuführen. Ein Schrägrohr, das
oberhalb oder in der unmittelbaren Nähe des Gefahrstoffschrankes anzubringen ist, dient den
Nutzern als Anzeige. Wenn kein variabler Laborabluftregler vorhanden ist, wird der GSS auf der
Hochdruckseite der Digestorienabluft angeschlossen.
8 Entscheidungsmuster
Zur Bestimmung der notwendigen Volumenströme zur Luftversorgung von Laborräumen und zur
Bestimmung der für den Betrieb notwendigen Komponenten, wurde eine Mustervorlage als
Ablaufdiagramm entwickelt.
8.1 Allgemein
Die Entscheidungsmuster werden von oben nach unten und von links nach rechts gelesen. Sie
bestehen aus einem Start- und Endpunkt, Prozessen und Entscheidungspunkten.
8.1.1 Start- und Endpunkt
Der Durchlauf des Entscheidungsmusters ist definiert durch einen Start- und einen Endpunkt.
Durchlaufbeginn ist der Startpunkt oben links zu Beginn der Laborplanung. Ab diesem Punkt wird
durch Entscheidungen und entsprechender Prozesse die Konstellation/Zusammenstellung von
lüftungstechnischen Komponenten eines Laborraumes abgefragt und ermittelt.
| Doc-ID | GT-TD16972 | Version & Freigabestatus | 2.0 genehmigt | Schutzklasse | intern |
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| Vollversion gültig ab | 01.07.2024 | Nächste Revision | 07.02.2026 | Dokumentenerstellung/- überarbeitung | Armin Prümm |
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Wird der Endpunkt am unteren Rand des Entscheidungsmusters erreicht, so sind die
Konstellation des Labors bzw. dessen Komponenten abgeschlossen und die notwendigen Daten
zur Luftversorgung und die benötigten Komponenten ermittelt.
8.1.2 Entscheidungspunkt
An einem Entscheidungspunkt (dargestellt durch eine Raute) kann zwischen zwei möglichen
Optionen gewählt werden. Die Entscheidungspunkte werden immer von oben bzw. links
(Eingänge) nach unten bzw. rechts (Ausgänge) durchlaufen. Es gibt jedoch unterschiedliche
Arten von Entscheidungspunkten.
Zum einen werden an Entscheidungspunkten Abfragen gestellt, welche mit „ja“ oder „nein“ zu
beantworten sind. Hierbei bedeutet der untere Abzweig die Verneinung der Abfrage, wohingegen
der rechte Abzweig die Abfrage bejaht. Nach Auswahl eines Abzweiges (Beantwortung der
Abfrage) wird nachfolgend ein Prozess durchlaufen, welcher Luftvolumenströme bzw.
Komponenten zur Auslegung des Laborraumes ermittelt bzw. berechnet. Die ermittelten Werte
werden in eine Tabelle eingetragen und abschließend zusammengefasst, so dass sich für den
geplanten Laborraum eine Konstellation aus Komponenten und Luftvolumenströmen
entsprechend der dort geplanten Nutzung ergibt.
Zum anderen werden an Entscheidungspunkten Abfragen gestellt, welche die Auswahl von
Optionen bzw. Zuständen beinhalten. Nach Auswahl eines Abzweiges wird der Luftvolumenstrom
gemäß des durchlaufenden Prozesses ermittelt bzw. berechnet. Die ermittelten Werte werden in
eine Tabelle eingetragen und abschließend zusammengefasst, so dass sich für den geplanten
Laborraum eine Konstellation aus Komponenten und Luftvolumenströmen entsprechend der dort
geplanten Nutzung ergibt.
Die Entscheidungspunkte können je nach weiterem Verlauf des Entscheidungsmusters mehrmals
durchlaufen werden.
8.1.3 Prozess
Ein durchlaufener Prozess dient der Berechnungsgrundlage zur Bestimmung der notwendigen
Luftvolumenströme. Mit Hilfe der geltenden Normen und Richtlinien werden in den Prozessen,
| Doc-ID | GT-TD16972 | Version & Freigabestatus | 2.0 genehmigt | Schutzklasse | intern |
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| Vollversion gültig ab | 01.07.2024 | Nächste Revision | 07.02.2026 | Dokumentenerstellung/- überarbeitung | Armin Prümm |
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die durch Entscheidungspunkte ausgewählt wurden, entsprechende Berechnungen zur
Bestimmung des Luftvolumenstroms durchgeführt. Ebenfalls werden die in den Prozessen
benötigten/ausgewählten Komponenten in eine Tabelle eingetragen und abschließend
zusammengefasst.
In den Prozessfeldern wird durch ein Stichwort bzw. einer kurzen Beschreibung der ausgewählten Option die Berechnungsgrundlage erläutert. Prozesse werden von links nach rechts bzw. von oben nach unten durchlaufen. Bei jedem Durchlauf eines Prozesses wird die gewählte Option erneut unter den neuen Voraussetzungen berechnet.
8.2 Hausnorm für Labore mit Digestorien
Die Entscheidungsmuster der „Hausnorm für Labore mit Digestorien“ für das UKA unterteilen sich
in zwei Bereiche.
Auf der einen Seite ist das Entscheidungsmuster, mit Hilfe dessen sich durch Abfragen und
entsprechend gewählten Prozessen die benötigten Komponenten und Volumenströme für das zu
planende Labor ermitteln. Auf der anderen Seite ist eine Tabelle, in die die benötigten
Volumenströme und benötigten Komponenten eingetragen werden.
Die Tabelle untergliedert sich noch einmal in Tagbetrieb und Nachtbetrieb, da außerhalb der
normalen Nutzung der Raum mit verringerter Luftleistung betrieben wird. Für die
unterschiedlichen Betriebsarten sind unterschiedliche Volumenströme zu berücksichtigen. Am
Ende der Tabelle können der benötigte Volumenstrom und die zu berücksichtigenden
Komponenten für die Auslegung der Lüftungskomponenten abgelesen werden.
Der Durchlauf des Entscheidungsmusters beginnt für jeden beliebigen Labortyp am Startpunkt.
Nach dem Durchlauf der Entscheidungsmuster können anhand der gewünschten Spezifikationen
des geplanten Labors die wesentlichen Eigenschaften der lufttechnischen Anlagen, wie
benötigter Volumenstrom und benötigter Komponenten, abgelesen und zur weiteren Planung
verwendet werden.
| Doc-ID | GT-TD16972 | Version & Freigabestatus | 2.0 genehmigt | Schutzklasse | intern |
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| Vollversion gültig ab | 01.07.2024 | Nächste Revision | 07.02.2026 | Dokumentenerstellung/- überarbeitung | Armin Prümm |
| Technische Anschlussbedingungen KG 439 | ||
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9 Querverweise
10 Anhänge
11 Dokumentenhistorie
| Version | Veränderungen | Genehmigungs- datum | Dokumenten- | ||
|---|---|---|---|---|---|
| erstellung/- | |||||
| überarbeitung | |||||
| 1 | Verschiedenes | 18.06.2018 | Prümm | ||
| 2 | Verschiedenes | 03.08.2018 | Prümm | ||
| 3 | Verschiedenes | 26.09.2019 | Prümm | ||
| 4 | Verschiedenes | 30.04.2020 | Prümm | ||
| 5 | Verschiedenes | 07.07.2020 | Prümm | ||
| 6 | Verschiedenes | 12.04.2022 | Prümm |
| Doc-ID | GT-TD16972 | Version & Freigabestatus | 2.0 genehmigt | Schutzklasse | intern |
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| Vollversion gültig ab | 01.07.2024 | Nächste Revision | 07.02.2026 | Dokumentenerstellung/- überarbeitung | Armin Prümm |