[Seite 1]
MASTERPLAN INNERE STADT 3.0
Leistungsbeschreibung Innenstadtmanagement
Teil A Projekt- und Leistungsbeschreibung
1. Projektbeschreibung
Mit der sukzessiven Umsetzung des Masterplan 2.0 und des Masterplan 3.0 befindet sich die Bonner Innenstadt in den nächsten Jahren in einem großen städtebaulichen Transformationsprozess. Gleichzeitig steht die Innenstadt vor vielen Herausforderungen:
dem veränderten Konsumverhalten infolge des zunehmenden Onlinehandels, den Auswirkungen des Klimawandels, punktuellen Leerständen, den Anforderungen der Verkehrswende sowie den Nachwirkungen der Corona-Pandemie. Diese Entwicklungen erfordern eine intensive Begleitung der innenstadtrelevanten Akteure, eine kontinuierliche Kommunikation sowie eine aktive und nachhaltige Netzwerkarbeit.
An dieser Stelle setzt das Innenstadtmanagement an. Als Schnittstelle zwischen Stadtverwaltung, Stadtgesellschaft und den unterschiedlichen Akteuren der Innenstadt übernimmt es eine wichtige Vermittlungs-, Koordinations- und Vernetzungsfunktion. Zugleich fungiert es als niedrigschwellige Anlaufstelle für Anliegen, Ideen und Fragestellungen rund um die Entwicklung der Bonner Innenstadt.
Durch seine kontinuierliche Vor-Ort-Präsenz schafft das Innenstadtmanagement einen direkten Zugang für alle interessierten Akteure und stärkt den Austausch zwischen Verwaltung, Wirtschaft, Eigentümerschaft, Institutionen und Bürgerschaft. Im Mittelpunkt seiner Tätigkeit stehen die Vernetzung relevanter Akteure, die Pflege und Weiterentwicklung bestehender Strukturen sowie die Nutzung etablierter Beteiligungsformate und Netzwerke.
Ziel des Innenstadtmanagements ist es, die vielfältigen Akteure der Innenstadt bei der Gestaltung des innerstädtischen Strukturwandels zusammenzuführen und gemeinsame Handlungsspielräume zu eröffnen. Auf diese Weise leistet es einen wesentlichen Beitrag zum Erhalt und zur Weiterentwicklung einer lebendigen, attraktiven und zukunftsfähigen Bonner Innenstadt im Spannungsfeld wirtschaftlicher, gesellschaftlicher und klimatischer Herausforderungen.
Dokumentenklasse B (nur für den Dienstgebrauch)
[Seite 2]
Bisherige Umsetzung innerhalb von Bundes- und Landesprogrammen:
Anfang 2023 wurde bereits mit Mitteln der Städtebauförderung im Rahmen des Masterplan 2.0 ein Innenstadtmanagement eingerichtet, welches bis Ende 2026 in der Innenstadt tätig sein wird. Mit der Vor-Ort-Präsenz im Pavillon für Baukultur an der Budapester Straße - direkt in der Bonner Innenstadt gelegen - ist das IM zu einem wichtigen „Kümmerer“ und Ansprechpartner Vor-Ort geworden, der eine zentrale Netzwerkfunktion für die Innenstadtrelevanten Akteure übernimmt und die Verbindung zur Stadtverwaltung schafft.
2. Leistungsbeschreibung
Verstetigung und Weiterentwicklung etablierter Formate
Die Vernetzung der innenstadtrelevanten Akteure sowie die Nutzung und Weiterentwicklung der in den vergangenen Jahren aufgebauten Strukturen, Beteiligungsformate und Netzwerke sollen auch künftig zentrale Aufgaben des Innenstadtmanagements bleiben. Das übergeordnete Ziel ist dabei, die gemeinsame positive Einflussnahme auf den innerstädtischen Strukturwandel und den Erhalt einer lebendigen und attraktiven Bonner City im Angesicht wirtschaftlicher und klimatischer Herausforderungen. Da dank der Städtebauförderung von 2023 bis 2026 mit der Umsetzung der Maßnahmen aus dem Masterplan 2.0 und 3.0 eine bauliche Umgestaltung/Aufwertung der Innenstadt einhergeht, soll das IM diesen Prozess weiter begleiten und regelmäßig über die baulichen Entwicklungen informieren. Die Betreuung des Verfügungsfonds in den Themenbereichen Einzelhandel, Klima und Modernisierung sowie Wohnen und Zusammenleben ist ebenfalls eine zentrale Aufgabe des IM.
Neben der Fortführung, Verstetigung und Weiterentwicklung der bereits erfolgreich etablierten Formate und Aufgabenbereiche sollen künftig zusätzliche Schwerpunkte gesetzt werden. Hierdurch soll das Innenstadtmanagement noch stärker auf die aktuellen und zukünftigen Herausforderungen der Innenstadtentwicklung ausgerichtet und in seiner Funktion als Impulsgeber, Netzwerker und Schnittstelle zwischen Verwaltung, Wirtschaft und Stadtgesellschaft gestärkt werden.
- Neuer Schwerpunkt: Einführung Leerstands- und Ansiedlungsmanagement
Der Wandel in unseren Innenstädten hat enorm an Tempo zugenommen. Dies macht sich vor allem in der Mietlandschaft bemerkbar. Mietverträge über 10 Jahre werden zunehmend die Ausnahme. Verschärft durch die multiplen Krisen der letzten Jahre, bemerkt auch die Stadt Bonn, dass das Thema Leerstand in der Innenstadt ein immer bedeutsameres wird. Mit einer Leerstandsquote von rund 10% und einer hohen Fluktuation innerhalb der Innenstadt, wird es zunehmend wichtiger das Thema
Dokumentenklasse B (nur für den Dienstgebrauch)
[Seite 3]
Leerstands- und Ansiedlungsmanagement in den Fokus zu nehmen. So soll unter Federführung der Wirtschaftsförderung ein Leerstandskataster durch das Innenstadtmanagement gemacht werden, welches zum einen eine zielgerichtete Auswertung von Bestandsimmobilien sowie Leerstand ermöglicht und zum anderen bei der Ansiedlung neuer Akteure unterstützt. Das Innenstadtmanagement dient in diesem Zusammenhang als Unterstützer der Wirtschaftsförderung. Ihm kommen dabei unterschiedliche Rollen zu. Zum einen unterstützt es bei der Einführung des Leerstandskatasters, unter anderem durch Öffentlichkeitsarbeit, aber auch als Vermittler zwischen Stadt und Immobilienwirtschaft, in Form eines immobilienwirtschaftlichen Dialogs. Das Innenstadtmanagement kann hierbei auf bereits bestehende Arbeiten und Netzwerke aufbauen. Zum anderen soll das Innenstadtmanagement das Kataster kontinuierlich pflegen und aktualisieren, indem einerseits Leerstände eingespeist werden, aber andererseits auch ansiedlungswillige Unternehmen aus verschiedenen Bereichen (Handel, Gastronomie, Dienstleistung, Kunst, Kultur, Bildung) gelistet werden. Im Zusammenspiel mit der Erstellung eines Zielbilds für die Bonner Innenstadt, kann mit Hilfe des Katasters gezielt Ansiedlung gesteuert werden. Perspektivisch ist zudem die Einführung der LeAn-Software geplant, bei der es sich um ein Informationssystem zum Leerstands- und Ansiedlungsmanagement handelt.
- Neuer Schwerpunkt: Entwicklung und Umsetzung einer neuen Kommunikationsstrategie zur Begleitung von Groß(bau)projekten und Baustellenmarketing
Mit der Umsetzung der Maßnahmen des Masterplan 2.0 und 3.0 sowie weiterer baulicher Maßnahmen wird die Bonner Innenstadt in den nächsten Jahren einen großen (baulichen) Wandel erfahren. Um die Akzeptanz zu erhöhen und Konflikten vorzubeugen, ist eine umfangreiche Kommunikationsstrategie und ein Baustellenmarketing unerlässlich. Dann häufig lösen Baustellen Unmut bei AnliegerInnen, Gewerbetreibenden und BesucherInnen aus, da die Bauzeit mit Einschränkungen verbunden sein kann. Ziel ist es, alle Akteure, die von den Baumaßnahmen betroffen sind, frühzeitig zu informieren und zu involvieren. Kontinuierliche Öffentlichkeitsarbeit, Bereitstellen von Informationsmaterialien und Bürgerveranstaltungen sorgen für Transparenz und schaffen mehr Akzeptanz.
Dokumentenklasse B (nur für den Dienstgebrauch)
[Seite 4]
Leistungsbausteine
Die Leistungsbausteine sind in einem separaten Dokument „Leistungsbausteine Innenstadtmanagement Bonn“ aufgeführt, auf welches an dieser Stelle verwiesen wird.
Teil B Information zur Angebotsabgabe
1. Vor-Ort-Tätigkeit und Personalstellen
Die ausgeschriebenen Leistungen zur Durchführung des Innenstadtmangements sind grundsätzlich vor Ort im „Pavillon für Baukultur“ (Budapester Straße 7, 53111 Bonn ) an mindestens 2-3 Tagen pro Woche zu erbringen. Eine kontinuierliche Vor-Ort-Präsenz einer Person ist von besonderer Wichtigkeit für die Projekte. Die Vergabestelle erwartet dabei zwingend einen Schlüssel von mindestens 35 Wochenstunden (Mindestanforderung).
2. Leistungszeitraum
Die Leistungserbringung wird sich voraussichtlich auf einen Leistungszeitraum von 47 Monaten bis Dezember 2030 erstrecken. Mit einem Leistungsbeginn ist voraussichtlich am 01.02.2027 – unmittelbar nach Zuschlag – zu rechnen.
3. Kostenobergrenze und Maximalvergütung
Die Beauftragung des Innenstadtmanagements erfolgt im Rahmen der Städtebauförderung und ist befristet bis zum 31.12.2030. Die Kostenobergrenze für die ausgeschriebene Maßnahme für die liegt bei 775.000 € brutto für Honorar – und Nebenkosten, sowie 40.000 € brutto für Sachkosten (in Summe 815.000 €). Unter Nebenkosten fällt die Unterhaltung des Ladenlokals (Internet+Telefon, Mobiltelefon, Reinigung). Eine Miete ist nicht zu entrichten, da der Pavillon unentgeltlich von der Stadt Bonn zur Verfügung gestellt wird. Die Mietkosten, Kosten für Strom und Gas übernimmt die Stadt Bonn. Unter Sachkosten fallen Maßnahmen/Produkte der Öffentlichkeitsarbeit zu den Masterplanprojekten, Koten für die Veranstaltung des Tag der Städtebauförderung, Kosten für Homepage, etc.
Die Festlegung dieser Kostenobergrenze erfolgte auf Basis einer ordnungsgemäßen und belastbaren Kostenschätzung für 35 Wochenstunden à 2,5 Tage/Woche unter Berücksichtigung der für den Auftrag zur Verfügung stehenden Haushaltsmittel inkl. Zuwendungen. Die genannte Kostenobergrenze bildet die Maximalvergütung der Leistungen des Auftragnehmenden. Angebote, die über dieser Grenze liegen, werden ausgeschlossen.
Dokumentenklasse B (nur für den Dienstgebrauch)
[Seite 5]
4. Organisation
Das Innenstadtmanagement wird für die Jahre 2027 bis 2030 eingerichtet und vom Stadtplanungsamt (61) und dem Amt für Wirtschaftsförderung (03) betreut. Die Einrichtung des Pavillons für Baukultur an der Budapester Straße wird seitens der Stadt Bonn gestellt.
Dokumentenklasse B (nur für den Dienstgebrauch)