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Projektsteuerung für Laborgebäude, Energiezentrale und Campusinfrastruktur mit BIM

Extrahierter Dokumenttext · Stand: 25.09.2026, 08:02 (Europe/Berlin)

Herkunft: www.meinauftrag.rib.de

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Projektbeschreibung Gesamtmaßnahme

Ersatzneubau Laborgebäude und Ersatzneubau Energiezentrale

LGL Oberschleißheim

  1. Auftraggeber / Bauherr

Freistaat Bayern vertreten durch Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz vertreten durch Staatliches Bauamt Freising

  1. Ausgangssituation

Das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) betreibt am Standort Oberschleißheim einen Labor- und Verwaltungsstandort.

Die bestehenden Laborflächen, insbesondere im Gebäude B (Baujahr 1977/78) sowie teilweise im Gebäude D, entsprechen nicht mehr den aktuellen Anforderungen hinsichtlich:

• Hygiene • technischer Ausstattung • Brandschutz • Arbeitssicherheit • Flächenbedarf

Aufgrund gestiegener Anforderungen insbesondere in den Bereichen: • Infektiologie • Umweltanalytik • Pharmazie • Gesundheits- und Verbraucherschutz besteht ein zusätzlicher Bedarf an modernen Labor- und Auswerteflächen.

Parallel hierzu ist die bestehende Energieversorgung des Campus, welche derzeit überwiegend im Untergeschoss des bestehenden Gebäudes B untergebracht ist, technisch überaltert und weist erhebliche Ausfall- und Betriebsrisiken auf. Teilbereiche der technischen Infrastruktur sind älter als 40 Jahre und entsprechen nicht mehr den aktuellen Anforderungen an Versorgungssicherheit, Redundanz und Energieeffizienz.

Vor diesem Hintergrund ist eine umfassende bauliche und infrastrukturelle Neuordnung des Standorts vorgesehen. Die Gesamtmaßnahme umfasst insbesondere den Neubau eines Laborgebäudes, den Neubau einer Energiezentrale, die Errichtung eines Parkdecks (aufgrund des Wegfalls wesentlicher Teile der bestehenden oberirdischen Stellplatzflächen) sowie die Erweiterung der Medien- und Versorgungsinfrastruktur.

  1. Projektziel

Ziel der Gesamtmaßnahme ist: • Neubau eines modernen und leistungsfähigen Laborgebäudes als Ersatz für das bestehende Gebäude B • Neubau einer zukunftssicheren Energiezentrale zur Versorgung des gesamten Campus • Errichtung eines Parkdecks zur Sicherstellung des Stellplatzbedarfs • Neuordnung und Erweiterung der Medien- und Versorgungsinfrastruktur • Sicherstellung eines dauerhaft sicheren und unterbrechungsfreien Betriebs des LGL- Standorts • Schaffung zukunftsfähiger Labor- und Forschungsstrukturen

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• Integration nachhaltiger Energiekonzepte

Die Gesamtmaßnahme ist unter Berücksichtigung des laufenden Betriebs des LGL-Campus umzusetzen.

  1. Gesamtmaßnahme

Die Gesamtmaßnahme umfasst im Wesentlichen folgende Projektbestandteile:

• Ersatzneubau Laborgebäude • Ersatzneubau Energiezentrale • Vorabmaßnahme Neubau Parkdeck • Neuordnung und Erweiterung Medien- und Versorgungstrassen • Anpassung der verkehrlichen Erschließung • Außenanlagen und Infrastrukturmaßnahmen

4.1 Laborneubau

Der Laborneubau ist als Ersatzbau für das bestehende Gebäude B vorgesehen.

Kenndaten: • ca. 9.000 m² NUF (Nutzfläche) • ca. 15.200 m² NRF (Nettoraumfläche) • ca. 4 Geschosse • ca. 300 Beschäftigte

Nutzungen: • Labore verschiedener Fachrichtungen • Sicherheitslabore bis S3 • Auswerte- und Dokumentationsbereiche • Lager-, Kühl- und Nebenräume • Büro- und Besprechungsräume • Schulungsbereiche • Sozial-, Umkleide- und Sanitärbereiche

Besonderheiten: • hoher Installationsgrad • komplexe technische Infrastruktur • höchste Anforderungen an Hygiene • hohe Anforderungen an Brandschutz und Arbeitssicherheit • Integration von Sicherheitslaboren bis S3 • Integration in den bestehenden Campus • Aufrechterhaltung des laufenden Betriebs während Planung und Bauausführung • intensive Abstimmung mit Bauherrn, Nutzer, Betreiber und Fachplanern

4.2 Energiezentrale

Die Energiezentrale ersetzt die bestehende, im Untergeschoss des Gebäude B untergebrachte Versorgungstechnik.

Kenndaten: • ca. 1.800 m² NUF • ca. 2.200 m² NRF • 2-geschossig (EG + UG)

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Funktionen: • Wärmeerzeugung • Kälteversorgung • Stromversorgung • Mittelspannungsversorgung • Niederspannungshauptverteilung (NSHV) • Ersatzstromversorgung • USV-Anlagen (unterbrechungsfreie Stromversorgung) • Wasseraufbereitung • Abwasserbehandlung • Versorgung mit technischen Gasen • Druckluftversorgung

Besonderheiten: • vollständige Neuorganisation der Medienversorgung • Aufbau eines neuen unterirdischen Leitungsnetzes • hohe Anforderungen an Versorgungssicherheit und Redundanz • Minimierung von Betriebsunterbrechungen • Integration in den laufenden Betrieb • Entwicklung eines integralen Energiekonzepts

Das Energiekonzept ist unter Berücksichtigung insbesondere folgender Grundlagen zu entwickeln:

• Gebäudeenergiegesetz (GEG) • Bayerisches Klimaschutzgesetz • Anforderungen des staatlichen Bauens in Bayern

4.3 Parkdeck und Erschließung

Durch den Neubau des Laborgebäudes entfallen wesentliche Teile der bestehenden Stellplatzflächen.

Zur Sicherstellung des Stellplatzbedarfs ist die Errichtung eines neuen Parkdecks vorgesehen.

Der Neubau soll auf einem Grundstück gegenüber dem bestehenden LGL-Campus an der Sonnenstraße / Schönleutnerstraße realisiert werden.

Kenndaten: • ca. 250 PKW-Stellplätze • Vorbereitung bzw. Ausstattung von ca. 30 % der Stellplätze mit Ladeinfrastruktur für Elektromobilität • zusätzliche ebenerdige Stellplätze • mehrgeschossiges oberirdisches Parkdeck • OK Attika max. 10 m

Besondere Anforderungen: • wirtschaftliche und flächeneffiziente Konstruktion • hohe Anforderungen an Funktionalität und Gestaltung • robuste und wartungsarme Bauweise • Integration von Ladeinfrastruktur für Elektromobilität • barrierefreie Erschließung • leistungsfähige Verkehrserschließung • Integration von Photovoltaik und Dachbegrünung • Entwicklung wirtschaftlicher Variantenlösungen

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Zusätzlich sind folgende Themen zu berücksichtigen: • Brandschutz • Entwässerung • Beleuchtung • Verkehrsfluss und Sicherheit • Nutzerfreundlichkeit und Orientierung • Betriebs- und Wartungsfreundlichkeit

  1. Übergreifende Planungsanforderungen

Die Gesamtmaßnahme weist aufgrund ihrer technischen, funktionalen und organisatorischen Anforderungen eine hohe Komplexität auf.

Von allen Auftragnehmern werden besondere Fachkunde, Koordinationsfähigkeit sowie Erfahrung in vergleichbaren öffentlichen Großprojekten erwartet.

Besondere Schwerpunkte: • Planung hochinstallierter Labor- und Technikbereiche • Schnittstellenmanagement zwischen Architektur, TGA, Tragwerk und Betrieb • sichere Koordination zwischen Fachplanern, Nutzer und öffentlichem Auftraggeber • Sicherstellung der Betriebsfähigkeit während der Bauphase • enge Abstimmung mit Nutzer und Auftraggeber • hohe Anforderungen an Hygiene, Arbeitsschutz und Brandschutz • Koordination komplexer technischer Infrastrukturen • wirtschaftliche Planung unter Berücksichtigung des Lebenszyklus • nachhaltige und ressourcenschonende Bauweise

Die Abstimmung mit Behörden, Feuerwehr sowie weiteren Trägern öffentlicher Belange ist Bestandteil der Planungsleistungen.

  1. BIM – Building Information Modeling

Die Planung und Durchführung der Maßnahmen erfolgten unter Anwendung der BIM-Methode.

Die Bearbeitung erfolgt auf Grundlage der BIM-Vorgaben des Auftraggebers (AIA), des projektspezifischen BIM-Abwicklungsplans (BAP) sowie der einschlägigen BIM-Regelwerke des Freistaats Bayern (RL-Bau 2026).

Die BIM-Bearbeitung erfolgt auf Grundlage, der durch den Auftraggeber definierten BIM- Anwendungsfälle (AWF), insbesondere:

Basis-BIM: • AWF 050 – Koordination der Fachgewerke • AWF 060 – Planungsfortschrittskontrolle und Qualitätsprüfung • AWF 080 – Ableitung von Planunterlagen • AWF 190 – Projekt und Bauwerksdokumentation Zusätzlich: • AWF 020 – Bedarfsplanung • AWF 180 – Inbetriebnahmemanagement (Betrieb / FM)

Die konkreten Anforderungen werden im BIM-Abwicklungsplan (BAP) weiter konkretisiert.

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Die BIM-Anwendung umfasst:

• Erstellung und Pflege digitaler Fachmodelle • fachmodellübergreifende Koordination • Kollisionsprüfung und Qualitätssicherung • modellbasierte Termin-, Kosten- und Mengenplanung • modellbasierte Koordinationsprozesse • Mitwirkung bei der Fortschreibung der BIM-Abwicklungsstrategie • Teilnahme an BIM- und Koordinationsbesprechungen • modell- und softwareübergreifende Datenaustauschprozesse auf Grundlage des offenen IFC- Standards • Datenübergabe gemäß Vorgaben des Auftraggebers

Siehe auch BIM Lieferleistungen und VII.27.4

  1. Nachhaltigkeit und Energie

Für die Gesamtmaßnahme gelten die Anforderungen des staatlichen Bauens in Bayern.

Zielsetzungen:

• Effizienzgebäude Bund 40 (EGB 40)

Vorgaben:

• verpflichtender Einsatz erneuerbarer Energien • Entwicklung standortspezifischer Energiekonzepte • nachhaltige und ressourcenschonende Bauweise • Minimierung der CO₂-Emissionen über den Lebenszyklus • wirtschaftliche Betriebs- und Wartungskonzepte

Zusätzlich zu berücksichtigen: • Integration von Photovoltaikanlagen • Dachbegrünungen • Regenwassermanagement • Rückbau- und Recyclingfähigkeit • Minimierung grauer Energie

  1. Projektorganisation und Verfahrensgrundlagen

Die Maßnahme wird als große Baumaßnahme gemäß RLBau 2026 durchgeführt.

Die Projektabwicklung erfolgt stufenweise und umfasst insbesondere:

• Haushaltsunterlage Bau • Projektdurchführung

  1. Termine

Es ist geplant, bis zum 1. Quartal 2029 die Haushaltsunterlage Bau vorzustellen. Die bauliche Fertigstellung der letzten Baumaßnahme ist für Mitte 2034 geplant.

Die Terminplanung wird im weiteren Verfahren konkretisiert.

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  1. Kostenrahmen

Die Kosten basieren derzeit auf überschlägigen Bedarfsermittlungen und dienen als Orientierungswerte.

Gesamtmaßnahme KG 200 – 700

Ca. 223 Mio. € brutto

inklusive:

• Abbruch Gebäude B • Photovoltaikanlagen • Begrünungsmaßnahmen

  1. Vergabestrategie

Die Vergabe der Planungsleistungen erfolgt im Rahmen von VgV-Verfahren.

Vorgesehen ist: • stufenweise Beauftragung der Leistungen • enge Abstimmung mit dem Auftraggeber • intensive Zusammenarbeit aller Projektbeteiligten • verbindliche Anwendung der BIM-Methode

Aufgrund der hohen funktionalen und technischen Anforderungen wird für die Hauptmaßnahmen des Laborgebäudes und der Energiezentrale keine funktionale Leistungsbeschreibung angewendet.

Für das Parkdeck ist die Entwicklung einer funktionalen Ausschreibungsgrundlage für die spätere Vergabe der Bauleistungen vorgesehen.

Besonderer Wert wird auf folgende Fähigkeiten und Erfahrungen der Auftragnehmer gelegt:

• hohe Koordinationsfähigkeit • sichere Kommunikation und Abstimmungsfähigkeit • Erfahrung in öffentlichen Bauvorhaben • Erfahrung im Umgang mit komplexen technischen Anforderungen • wirtschaftliche und nachhaltige Planungskompetenz

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Maßstab: 1:4.358 Auszug aus der Datum: 12.04.2024 Liegenschaftskarte ©Bayerische Vermessungsverwaltung
Maßstab: 1:4.358 Datum: 12.04.2024Auszug aus der Liegenschaftskarte
©Bayerische Vermessungsverwaltung

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