a-VI213-Modellierungsrichtlinie.pdf

Objektplanung Gebäude und Innenräume für Schulneubau und Sanierung

Extrahierter Dokumenttext · Stand: 15.09.2026, 21:56 (Europe/Berlin)

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VI.21.3

Info Modellierungsrichtlinie

für Hochbauprojekte nach der BIM Methode

Stand 19.08.2026

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Inhaltsverzeichnis

Inhaltsverzeichnis 1

1 Modellierungsrichtlinie und Modellierungsvorgabe 2

Koordinatensysteme und Georeferenzierung 2

LOIN 4

Toleranzen 6

Einheiten 6

Achsraster 7

Koordinationskörper 7

Modellgrößen 8

Modellnamenskonvention 8

2 Modellstruktur 9

Aufteilung Modelle 9

Ebenen/Geschoss/Stockwerk/Struktur 10

Technische Komponenten und Leitungen 10

3 Anforderungen an Modellelemente 10

Klassifikation 11

Räume 11

Flächen, Zonen und Volumenkörper 11

Bauteile und Modellelemente 12 3.4.1 ARC-Objekte 12 3.4.2 HKLS – Objekte und Systeme 13 3.4.3 Elektro 14 3.4.4 Voraussetzungen für modellbasierte Berechnungen 14

Bauteilbibliotheken / Content 14

Umgang mit mehrschichtigen Bauteilen 15

Wartungsräume, Sperrflächen und Einbringöffnungen 16

Durchbruchsplanung 16

Umgang mit Proxyelementen 16

Umgang mit gewerkübergreifenden Schnittmengen-Objekten / Modellen 17

Exporteinstellungen 17

Anforderungen an die 2D Ableitungen 17

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Hinweis: gegraute Textpassagen dienen nur zur Vermittlung des Gesamtkonzepts und sind nicht Teil der beauftragten Leistung

1 Modellierungsrichtlinie und Modellierungsvorgabe

Die Modellierungsrichtlinie stellt in Kombination mit der Modellierungsvorgabe eine verbindlich orien- tierende Vorgabe für die Erstellung von digitalen Bauwerksmodellen in Projekten mit der Methode BIM dar.

Sie definiert, wie Modelle aufgebaut, strukturiert und mit Informationen versehen werden sollen. Sie sorgt für einheitliche Standards, hohe Datenqualität und einen reibungslosen Austausch zwischen den beteiligten Fachplanern.

HINWEIS: Die projektspezifischen Anpassungen der einzelnen Punkte erfolgt durch das Projektteam und wird im BAP verankert.

Koordinatensysteme und Georeferenzierung

Um eine gemeinsame Nutzung von Vermessung, Geoinformationen und 3D Bauwerksmodellen ge- währleisten zu können, müssen alle Vermessungsunterlagen und Modelle in einem abgestimmten räumlichen Bezug zueinanderstehen. Vorgaben welche die Koordinationskörper betreffen sind in Ab- satz 1.6 Koordinationskörper zu finden. Die amtlichen Geodaten und Vermessungsunterlagen werden in Bayern einheitlich mit dem Datum ETRS89 geführt und für die UTM Zone 32 ausgegeben. Abwei- chungen von den standardisierten Angaben sind nur in begründeten Fällen zulässig und müssen pro- jektspezifisch begründet werden. Siehe unten. Jegliche Anpassungen sollten in Absprache mit dem zu- ständigen BIM-Informationsmanager erfolgen und im BAP dokumentiert werden.

Verzerrung nach Anlage Georeferenzierung
VerzerrungIst anhand der Anlage Georeferenzierung von
BIM-Modellen vom Geodatenmanager festzu-
stellen und hier festzuhalten
Zulässige ModellierungstoleranzIst vom Bauamt / Geodatenmanager anzugebenIst vom Bauamt / Geodatenmanager anzugeben
Koordinatensysteme nach Anlage Georeferenzierung
GeoCRS - Geodätisches Koordinatenreferenzsys-UTM 32UTM 32
tem

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IngCRS - Lokales Koordinatenreferenzsystem (Projektkoordinatensystem)Offset oder verzerrungsminimierte Projektion?
(Falls Verzerrung größer als zulässig muss ein
IngCRS vom Vermessungsingenieur angelegt
werden. Falls nicht, ist ein Offset des GeoCRS
festzulegen)
BauwerkCRS - Objektbezogene Koordinatenrefe-Wird vom Bauamt vorgegeben oder im BAP de- finiertWird vom Bauamt vorgegeben oder im BAP de-
renzsystemfiniert
IngCRS*
MaßstabMaßstabz.B. 18 ppm (Wird vom Geodatenmanager bestimmt)z.B. 18 ppm (Wird vom Geodatenmanager bestimmt)
Ostwert / Rechtswert [x]Nordwert / Hochwert [y]Höhe [z]
Nullpunkt in GeoCRS*x,xxxy,yyyz,zzz
Bauwerk CRS*
Parameter in mm
Projektnullpunkt in IngCRSOstwert / Rechtswert [x]Nordwert / Hoch- wert [y]Höhe [z]Nordrichtung
z.B. Festlegung im
BAP

Tabelle 1: Koordinatensysteme und Projektnullpunkt

Geforderter LoGeoRef (IFC Level of Georeferencing) nach Anlage Georeferenzierung allgemein
Z. B. LoGeoRef50
(Für Projekte der Staatsbauverwaltung wird die LoGeoRef 50 angestrebt. Nach Beginn des Projektes ist zu über-
prüfen, ob die geforderte LoGeoRef von der verwendeten Software unterstützt ist)

Folgende weitere Vorgaben sind zu beachten:

• Gibt es ein Fachmodell Vermessung, sollen die Vermessungspunkte / Festpunkte enthalten sein • Der Koordinatenursprung des BauwerkCRS und der inertiale Nullpunkt des CadCS (internes Ko- ordinatensystem) sind identisch oder bauwerksnah - bis 20 m • Die Angaben müssen auf 3 Dezimalstellen angegeben werden (z.B. 25,369°, 691012,300 m) • Die festgelegten Anforderungen gelten für alle Modelle und Teilmodelle • • Ausführliche Erläuterung des Konzepts und der Begriffe ist im Dokument „VI.7 H Pflichtenheft“ und Dokument „Georeferenzierung von Bauwerksmodellen“ zu finden. 3

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LOIN

Die Informationsbedarfstiefe (LOIN, Level of Information Need) definiert eine Struktur für die Informati- onsan-forderung und -lieferung von BIM-Modellen und deren Elemente, welche im Projekt verwendet werden sollen. Es setzt sich zusammen aus der Entwicklung der geometrischen Detailierung (LOG) und Entwicklung des Informationsgehaltes (alphanumerische Daten/ LOI, Level of Information). Für die Übergabe der Fachmodelle an den Auftraggeber gilt generell, dass die geforderten Informationen zum Abschluss eines Data Drops vorhanden sein müssen.

Geometrische Detaillierung (Abk. LOG, engl. Level of Geometry)

Verwendung von LOG in verschiedenen Leistungsphasen kann variieren und muss im BAP definiert werden. Eine typische Zuordnung sieht folgendermaßen aus:

LOGBeschreibungLeistungsphase
1-23-45-78.18.2
100Das Modell wird als einfaches Modell mit wesentlichen gro- ben Bauwerksparametern erstellt und muss noch nicht zwin- gend alle einzelne Modellelemente enthalten. Es dient der Ausarbeitung eines Lösungskonzepts für das Bauwerk, der städtebaulichen Einordnung und der Kommunikation mit dem Auftraggeber. Die jeweiligen Fachmodelle werden auch Vorentwurfsmo- delle genannt. Der Detailgrad des Fachmodells entspricht ei- nem 1:100 oder 1:200 Vorentwurfsplan. Der Leistungsum- fang entspricht fachlich-inhaltlich den Grundleistungen nach HOAI.X
200Die wesentlichen Modellelemente werden im Modell typge-X
recht als Bauteile oder Bauteilgruppen mit Angaben über Di-
mension, Form, Lage, geografische Referenz und Mengen
sowie den erforderlichen alphanumerischen Informationen
modelliert. Die Kostenermittlung und eine funktionale Aus-
schreibung können auf dieser Basis unterstützt werden.
Die jeweiligen Fachmodelle werden auch Entwurfsmodelle
genannt. Der Detailgrad des Fachmodells entspricht einem
1:100 Entwurfsplan. Der Leistungsumfang entspricht fach-
lich-inhaltlich den Grundleistungen nach HOAI.
300Die Modellelemente werden im Modell typgerecht und aus- führungsreif als Bauteile oder Bauteilgruppen mit präzisen Angaben über Dimension, Form, Lage, geografische Refe- renz und Mengen modelliert. Zur Vorbereitung der Vergabe kann eine Ableitung der Mengen aus dem Modell für die Leistungsverzeichnisse erfolgen. Die jeweiligen Fachmodelle werden auch Ausführungsmo- delle genannt. Der Detailgrad des Fachmodells entspricht ei- nem 1:50 Ausführungsplan. Details z. B. Maßstab 1:20 und höher können als 2D Plan erstellt werden und müssen nicht zwingend 3D modelliert werden. Der Leistungsumfang ent- spricht fachlich-inhaltlich den Grundleistungen nach HOAI.X
400Die Modellelemente werden im Modell typgerecht und aus-X
führungsreif als Bauteile oder Bauteilgruppen mit präzisen

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Angaben über Dimension, Form, Lage, geografische Refe-
renz und Mengen sowie relevante Montage- und Installati-
onsdetails modelliert.
Die jeweiligen Fachmodelle werden auch Bau- und Monta-
gemodelle genannt.
500Die Modellelemente entsprechen je nach Notwendigkeit LOG 300 oder 400, entsprechen jedoch in Ihrer Dimension, Form und Lage dem gebauten Zustand. Gegebenenfalls ist eine symbolische Darstellung ausreichend. Die Modelle werden auch „Wie-gebaut“ (oder „As-Built“) Modelle genannt und sind Grundlage für die Bauwerksdoku- mentation.X

Alphanumerische Informationen (Abk. LOI, engl. Level of Information) Jedes Modellelement verfügt über alphanumerische Merkmale. Detaillierte Anforderungen auf der Ebene der Mo- dellelemente werden im Zuge der BAP-Erstellung in einem LOIN-Katalog erarbeitet und festgelegt. Vorlage für den pro- jektspezifischen LOIN-Katalog bildet der Objektkatalog Bundesbau. Dieser ist zu bereinigen. Dort sind zu allen relevan- ten Modellelementen die geforderten Merkmale angegeben.

Es gelten die folgenden Vorgaben bei der Attribuierung:

► Die Attribuierung ist im BIM-JF abzustimmen und dem AG bzw. den BIM-Manager bereitzustellen. ► Die in der IFC-Dokumentation bzw. im IFC-Schema festgelegten Merkmalbezeichnungen und -gruppierung und die Abbildungen auf IFC sind einzuhalten. Es ist auf eine IFC-konforme Übergabe der Merkmale zu achten. ► Eine Überführung der Merkmalstruktur in weitere Systeme muss vom Auftragnehmer gewährleistet werden können. Zusätzlich gelten noch die folgenden Angaben für „freie Merkmale“, d.h. Merkmale an Modellelemente, die im Projekt- verlauf vorgesehen sind, aber derzeit seitens des Auftraggebers noch nicht konkret benannt werden können. Diese freien Merkmale werden in Absprache während des Projektverlaufs festgelegt und im BAP dokumentiert. Die hier ange- gebene Anzahl freier Merkmale ist als ungefährer Richtwert zu verstehen.

Fachdiszip- linFachmodellLeistungsphase
ModellelementgruppeAnzahl freier Merkmale
Beschreibung1-23-45-78.18.2
ARCArchitekturmodell
Räume510152025
Türen510152025
Alle anderen Modellelemente25101525
FAPFreianlagenmodell
Alle Modellelemente25555
TGA - HKLSModelle der Technischen Ausstattung
Räume (Angaben der TA)510151520
sicherheitsrelevante Komponenten (z. B. Brandschutzklappen)510151520
Alle anderen Modellelemente510151520
TGA - EModelle der Technischen Ausstattung
sicherheitsrelevante Komponenten (z. B. Elektroverteiler)510151520
Alle anderen Modellelemente510151520
LABLabortechnikmodell
Alle Modellelemente510151520

Tabelle 2 Festlegung der freien Merkmale (Art und Anzahl) in der jeweiligen Leistungsphase

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Toleranzen

Die Toleranzen für z.B. Kollisionsprüfungen müssen dem allgemeinen Planungsfortschritt und dem Ausarbeitungsrad der Fachmodelle entsprechen. Sinngemäß richtet sich die Genauigkeit der Modelle nach DIN 1356 bzw. DIN 18710-1. Eventuelle Abweichungen werden im BAP dokumentiert.

Insbesondere sollen im BAP der Umgang mit Überschneidungen sowie Workflows für Qualitätssiche- rung dokumentiert werden.

Standardanforderungen

LOD100200300400500
Genauigkeit≤ +/- 5 cm≤ +/- 2,5 cm≤ +/- 2 cm≤ +/- 1 cm≤ +/- 1 cm≤ +/- 0,25 cm
Maßstäbe1:200/1:1001:100/1:501:100/1:501:50/1:251:50/1:251:20/1:101:5/1:11:5/1:1

Einheiten

Um eine reibungslose Modellkoordination und Modellprüfung durchführen zu können, falsche Berech- nungsergebnisse sowie Ungenauigkeiten zu vermeiden, werden definierte Einheiten bei der Attributie- rung von Modellelementen durch alle Auftragnehmer verwendet. Alle Modelle eines Projektes müssen konsistent metrische Einheiten aufweisen. In folgender Tabelle sind Standardeinheiten vorgeschlagen, die im BAP projektspezifisch angepasst werden dürfen.

ModelleinheitEinheit (Bezeichnung)Einheit (Symbol)Genauigkeit
LängenMeterm, cm oder mmzwei Dezimalstellen (0,01 m)
FlächenQuadratmeterzwei Dezimalstellen (0,01 m2)
VolumenKubikmeterzwei Dezimalstellen (0,01 m3)
WinkelGrad°drei Dezimalstellen (0,001 °)
ZeitTageT1 Tag
MasseKilogrammKgzwei Dezimalstellen (0,01 kg)
AnzahlStückStk1 Stück
KraftNewton, KilonewtonkN, Nzwei Dezimalstellen (0,01 kN)
GeschwindigkeitMeter pro Sekundem / seine Dezimalstelle (1 m/s)

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TemperaturGrad Celsius°Ceine Dezimalstelle (0,0 ° C)
BewehrungsgehaltKilogramm pro KubikmeterKg / m³0, 00 Kg / m³
MassenstromKilogramm pro StundeKg / h0,0 Kg / h

Achsraster

Das Achsraster dient den Beteiligten zur Ausrichtung ihrer Planungsobjekte und soll in allen Modellen vorhanden sein.

Alle Festlegungen zum Umgang mit dem Achsraster sind projektspezifisch zu definieren. Sollten im laufenden Projekt Änderungen vorgenommen werden, ist dies auch im BAP zu dokumentieren.

Für die Erstellung der Achsen werden nicht Linien, sondern, je nach verwendeter Software, ein ent- sprechendes Werkzeug verwendet. Das Achsraster wird in einer separaten Datei vom Objektplaner oder Vermesser erstellt und von den anderen Gewerken übernommen. Die Z-Höhe der Raster ist bei der Bearbeitung auf das Niveau des jeweiligen Grundrisses einzustellen.

Koordinationskörper

In allen Teil- und Fachmodellen ist ein abgestimmter Koordinationskörper zu verwenden. Dieser wird für alle Teil- und Fachmodelle vom Gesamtkoordinator vorgegeben und an dem zu vereinbarenden Ko- ordinationspunkt platziert. Ein Koordinationskörper wird aus einzelnen sich ergänzenden Teilen der je- weiligen Teil- und Fachmodellen gebildet, damit kann visuell überprüft werden, ob die Modelle korrekt überlagert sind. Der Koordinationskörper besitzt eine Ausrichtung nach Norden. Bei einer evtl. Modell- teilung muss der Koordinationskörper dementsprechend angepasst werden. Alle Anpassungen sollen in BAP festgehalten werden.

Des Weiteren ist auf folgendes zu achten:

• der Koordinationskörper enthält die Lage und Höhenkoordinaten im ETRS89/UTM, IngCRS und Bauwerkssystem als zusätzliche alphanumerische Attribute. Siehe Anlage Georeferenzierung allgemein. • Der Koordinationskörper muss gesperrt werden, damit er nicht unabsichtlich verschoben wird.

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Beispiel Koordinationskörper Gesamtmodell

BeispiMel Kooodrdeinlaltgionrsökößrpeern H KLS

Die Dateigrößen einzelner Modelle sind möglichst gering zu halten. Sofern sinnvoll, sind die Modelle aufzuteilen. Modellaufteilungen sind mit dem Auftraggeber abzustimmen und im BAP zu dokumentie- ren. Eine konkrete Festlegung der Modellaufteilung findet im BAP-Workshop statt. Diese muss funktio- nal über alle Fachdisziplinen abgestimmt werden.

Weiterhin muss die Detaillierung von Bauteilen überprüft werden. Sind Bauteile deutlich über dem ge- forderten LOD erstellt, müssen diese in der geometrischen Detailtiefe in Abstimmung mit dem BIM- Gesamtkoordinator und dem BIM-Management reduziert werden.

Modellnamenskonvention

Die Benennung der Modelle und Pläne ist den von dem Auftraggeber vorgegebenen Kodierungsregeln der Anlage Dateinamenskonventionen zu entnehmen. Die Dateinamenskonvention der Bayerischen Staatsbauverwaltung ist dreiteilig und gliedert sich in Modelle, Pläne und Dokumente. Die Kodierung ist von den Projektbeteiligten strikt einzuhalten. Falls projektspezifisch erforderlich, sind Abweichungen zu den Festlegungen in durch den Auftraggeber zu genehmigen und im BAP zu dokumentieren.

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2 Modellstruktur

Im Rahmen eines BIM-Projektes werden durch die Zusammenarbeit unterschiedlicher Fachplaner meh- rere Modelle erstellt, die zu festgelegten Zeitpunkten (Datadrops) zu einem gesamten Koordinations- modell zusammengefügt werden. Die Strukturierung der Modelle erfolgt grundsätzlich gemäß DIN EN ISO 16739. Aufgrund der potentiell großen Dateigrößen kann es sinnvoll sein, die Modelle in unter- schiedliche Modellarten und Gebäudeabschnitte aufzuteilen.

Aufteilung Modelle

Standardmäßig werden in einem BIM-Projekt Modelle mit folgenden Begriffen bezeichnet:

• Gesamtkoordinationsmodell • Koordinationsmodell • Fachmodell • Teilmodell

Diese Begriffe werden im Glossar ausführlich beschrieben.

Abbildung 1: Beispiel einer Modellstruktur im BIM-Projekt

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Ebenen/Geschoss/Stockwerk/Struktur

Modelle sind grundsätzlich horizontal in Geschosse (horizontale Konstruktionsebenen) aufzuteilen. Ebenen dienen als horizontale Referenzebenen, die sich an Geschossen orientieren und von denen aus die einzelnen Bauteile abhängen. Pro Geschoss gibt es eine Geschossebene und evtl. weitere Hilfsebe- nen. Ihre Anzahl und Positionierung richten sich nach den spezifischen Anforderungen des Projektes. Die exportierten IFC-Dateien sollen nur die benötigten Geschosse und keine Hilfsebenen enthalten.

Die Geschossebenen und deren Bezeichnung/Code werden vom Objektplaner vorgegeben und von weiteren Projektbeteiligten übernommen. Die Festlegungen werden im BAP-Anhang Modellierungsvor- gaben festgehalten.

Folgende Tabelle dient als eine Empfehlung für Strukturierung der Ebenen und ist im BAP-Anhang Mo- dellierungsvorgabe zu spezifizieren.

Geschossebene BezeichnungBezugCode
2. UGOKRB-20
2. UG - ZwischengeschossOKRB-15
1. UGOKRB-10
OKRB
EGOKRB001
1. OGOKRB010
1. OG –Zwischengeschoss 1OKRB015
1. OG - Zwischengeschoss 2OKRB016
2. ObergeschossOKRB020
3. ObergeschossOKRB030

Technische Komponenten und Leitungen

Bauteile der technischen Gebäudeausrüstung sind nach Linienbauten (Leitungen, Kabeltrassen) und punktuellen Bauteilen bzw. Komponenten zu unterscheiden. Alle punktuellen Bauteile müssen einen Bezug zum Raum haben, was in der Regel durch die verwendete Autorensoftware zur Modellerstellung sichergestellt wird.

Um modellbasierte Berechnungen durchführen zu können, müssen alle Systeme durchgängig und in sich stimmig modelliert sein. Komponenten, die in HKLS - Systemen / Anlagen eingesetzt werden oder sich am Ende eines solchen Systems befinden, müssen das System weiterverbinden und benötigen daher korrekte Konnektoren. Außerdem müssen in HKLS - Systemen vorhandenen Komponenten topo- logisch korrekt verknüpft sein, um Flussberechnungen zu gewährleisten.

Über den gesamten Projektzeitraum sind die Vorgaben zu Referenzkennzeichen anzuwenden. Siehe auch Pflichtenheft.

3 Anforderungen an Modellelemente

Alle Elemente müssen sich auf eine Ebene beziehen.

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Wände werden mit Bezug zur Oberkante des Rohbodens (OKRB) erstellt, während sich Räume auf die Oberkante des Fertigfußbodens (OKFB) beziehen.

Alle Elemente erfordern eine eindeutige Bezeichnung. Dabei kann es sich z.B. um UUID oder eine Refe- renzkennzeichnung handeln.

Alle Bauteile sollen entsprechend den LOIN Vorgaben modelliert und klassifiziert werden. Falls ein RGB (Raumgebäudebuch) im Einsatz ist, ist im LOIN-Anhang festzulegen, welche Attribute im Modell und welche im RGB gepflegt werden.

Klassifikation

In Bezug auf ein Informationsmodell können unterschiedliche Klassifikationssysteme angewendet wer- den, abhängig davon, für welchen Zweck Informationen gesucht werden. Siehe auch VDI 2552 Blatt 9. Konkrete Umsetzung der Klassifikation muss in Übereinstimmung mit dem LOIN-Anhang erfolgen.

Des Weiteren ist auf folgendes zu achten:

• Im Informationsmodell dürfen ausschließlich Elemente vorkommen, die im vorgegebenen Klassifikationssystem vorgesehen sind. • Bauteile, für die in dem Klassifikationssystem keine Klasse vorgesehen ist, müssen mit dem nächstgröberen Bauteiltyp klassifiziert werden. • Klassifikation von Durchbruchskörpern, Wartungsräumen u. ä. erfolgt projektspezifisch und wird im BAP festgeschrieben

Räume

Alle Räume sind in den Modellen modellbasiert mit entsprechender Klassifikation und vereinbarter Zu- ordnung zum Geschoss zu erstellen. Es wird empfohlen die Räume mit Bezug zur Oberkante Fertigfuß- boden zu platzieren. Räume dürfen sich nicht überschneiden. Räume sollen, bis auf Ausnahmen, von raumbegrenzenden Bauteilen umschlossen werden. Falls projektspezifisch eine andere Lösung benö- tigt wird, ist diese im BAP zu dokumentieren.

Räume in der Architektur und in der TGA werden unterschiedlich gehandhabt. Somit kann z.B. ein Treppenhaus über mehrere Geschosse oder Höhenabgrenzung (Rohbaudecke, abgehängte Decke) un- terschiedlich behandelt werden. Entsprechende Festlegungen sind projektspezifisch bezüglich der zu verwendete Software und weiterführender Prozesse (z.B. Berechnungen) zu treffen und in der Model- lierungsvorgabe zu beschreiben.

Flächen, Zonen und Volumenkörper

Flächen können durch Verknüpfungen von Parametern und Informationen unterschiedliche Funktionen widerspiegeln. Dabei können räumliche Beziehungen definiert und virtuell abgebildet werden, wie z. B. Raumkonzepte in frühen Planungsphasen, Brutto- und Netto-Grundflächen, Nutzflächen etc. 11

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Flächen werden im Gegensatz zu Räumen eigenständig durch Bildung von Polygonen (IFCAnnotation) konstruiert und benötigen keine raumumschließenden Elemente. Sie können vom Modellersteller frei platziert werden.

Flächenumschließende Polygone sollen geschlossen modelliert sein und nach vereinbarten Vorgaben klassifiziert werden, um Daten in weiteren Systemen nutzen zu können.

• Entsprechend der LPh und LOIN sollen Modelle enthalten: • BGF (Fläche) • BRI (Volumenkörper) • Evtl. Eigenschaften der Fläche, z. B. vermietet, Brand- und Rauchabschnitt

Im BAP ist durch das Planungsteam festzulegen, welche Flächen für spezifische Anwendungsfälle mo- delliert werden und welche Merkmale diese enthalten sollen.

Bauteile und Modellelemente

Neben Flächen und Räumen werden in einem Modell weitere Modellelemente wie TGA-Elemente, ARC-Elemente wie Wände, Decken, Stützen etc. modelliert. Modellelemente sind Körper, die einen ein- heitlichen Aufbau und eine einheitliche Konstruktion aufweisen.

Dabei sind folgende Vorgaben zu berücksichtigen:

• Jedes Modellelement sollte nach dem vereinbarten LOIN Anhang attributiert werden • Modellelemente sollen nicht gelöscht und neu modelliert, sondern angepasst werden, da- mit Änderungen über eine ID nachvollziehbar bleiben. • Kein Modellelement sollte doppelt modelliert werden. Duplikate können die Mengen- und Massenermittlung verfälschen. • Alle relevanten Bauteile (z. B. Türe, Möblierung, Einrichtung, Heizkessel, Pumpe, Generator etc.) sind mit einem herstellerneutralen Attributsatz zu modellieren. Dieser kann sich abhän- gig von der Leistungsphase ändern. • Modellelemente sollten nach einer einheitlichen Namens-/Bezeichnungskonvention be- nannt werden. Diese sind durch den Auftraggeber im LOIN-Anhang des BAP festzuhalten. • Tragende und nichttragende Modellelemente sind separat zu modellieren, und beim Export müssen die passende IFC-Klasse und der passende Typ verwendet werden. • Es gibt zu beachten, dass für bestimmte Anwendungsfälle, wie digitale Baugenehmigung oder Nachhaltigkeit spezielle Modellierungsweisen erforderlich sind. Die softwarespezifi- schen Workflows sind zu Beginn der Planung zu definieren und im BAP festzuhalten.

3.4.1 ARC-Objekte

Entsprechend der LOIN Anforderungen sind erforderliche Gebäudekomponenten als einzelne Elemente zu modellieren. Alle 3D Objekte sind als entsprechende Bauteile, Elemente bzw. Objekttypen (wie

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Wände, Stützen, Unterzüge, Decken) mit entsprechender Klassifikation nach DIN EN ISO 16739 zu mo- dellieren. Sie sollen gemäß den LOIN Anforderungen mit ihren tatsächlichen Rohbaumaßen Länge, Breite, Höhe modelliert werden. Dabei gelten folgende Mindestanforderungen:

• Die Bauelemente sollen analog realen Arbeitsschritten modelliert werden. Komplexe Ele- mente sind aus mehreren Einzelelementen zu erstellen. • Modifikatorenbefehle (Abzüge, Additionen) in der Autorensoftware sind zu vermeiden. Falls notwendig muss vor einer IFC Generierung das entsprechende Element zu einem festen Baukörper fixiert werden. • Öffnungen und deren Elemente, z. B. Türöffnung und -element müssen in der Lage, Höhe, Fußpunkthöhe der relevanten Wand, in ihren Abmaßen/Aufschlagrichtung exakt bestimmt sein. • Die Dachhöhen und –ebenen, die Dachneigungen, einschließlich Dachkonstruktion und Dachhaut, sowie Sonderdachelemente müssen exakt eingegeben sein. • Die Lage und Breite der Treppen sowie die Abmessungen und Steigungshöhen müssen exakt erfasst werden.

3.4.2 HKLS – Objekte und Systeme

Grundsätzlich geht die Planung der technischen Gebäudeausrüstung nach der BIM-Methode über die reine 3D-Geometrie hinaus. Insbesondere sind die Anlagen und Komponenten als klassifizierte Objekte mit Attributen zu modellieren, um alle für Planung, Bau und Betrieb relevanten Informationen zu veror- ten. Außerdem können vielartige Berechnungen modellbasiert durchgeführt und visualisiert werden (z. B. Heizlastberechnung, Gebäudeum- und durchströmung, thermische Gebäudesimulation, usw.). Zu- gleich ist es möglich, Dokumentationen und Nachweise (z. B. Nachweis des sommerlichen Wärme- schutzes) modellbasiert abzuleiten. Um bestimmte Berechnungen durchführen zu können, sollen die Anwendungsfälle im BAP durch das Planungsteam beschrieben werden und die Anforderungen im LOIN-Konzept abgebildet sein.

Im Folgenden sind praxisorientierte Empfehlungen bei der Erstellung von Leitungen und Komponenten der technischen Gebäudeausrüstung durch das Planungsteam bei der Erstellung der Modellierungsvor- gaben zu beachten:

• Alle HKLS-Bauteile und Systeme sollen entsprechend den LOIN Vorgaben modelliert und attributiert werden • Leitungsnetze sollen als Systeme miteinander verbunden sein. Jedes System soll in sich geschlossen sein. • Armaturen Ausstattungen, Apparate: sollten über die Werkzeugpalette der Modellierungs- software nach der entsprechenden Klassifizierung erzeugt werden.

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• HKLS-Bauteile und Systeme sollen sich aus dem Modell in Listenform extrahieren lassen. Darüber hinaus sollen ihre funktionsbezogenen Kontexte durch Dokumente/Schemata dar- gestellt werden. Diese sollen aus dem Modell abgeleitet werden. Alle schematischen 2D- Darstellungen und Details, welche keine Verbindung zum 3-D Modell besitzen (z.B. Anlagen- schemata, Funktionsschemata, Stromlaufpläne etc.), müssen in der jeweiligen Modelldatei referenziert werden. Symbole in schematischen Dastellungen müssen in ihrer Art und Größe den gültigen grafischen Standards, Normen und Vorschriften entsprechen.

3.4.3 Elektro

Im Fachmodell Elektro sind alle erforderlichen Elemente (wie Leuchten, Steckdosen, Schalter, Netz- werkdosen, Photovoltaikanlagen) sowie sämtliche Trassen und Rohre zu modellieren. Einzelne Leitun- gen und Kabel werden in der Regel nicht als separate Modellelemente dargestellt. Bei der Planung, ist allerdings die Verlegung einzelner Leitungen (wie. Z.B. Leitungen in Funktionserhalt) öfters notwendig. Um in solchen Fällen Kollisionsprüfungen zu ermöglichen, sind diese speziellen Leitungen im Modell zu berücksichtigen.

Als Lösungsansatz wird die Verwendung von Platzhaltern empfohlen, etwa durch die Modellierung ei- nes Rohrs oder einer schmalen Trasse als Platzhalter.

Der konkrete Umgang mit Kollisionsprüfung der ELT-Planung ist im BAP zu dokumentieren.

3.4.4 Voraussetzungen für modellbasierte Berechnungen

Die Planung der technischen Gebäudeausrüstung nach der BIM-Methode geht über die reine 3D-Geo- metrie hinaus. Es können vielartige Berechnungen modellbasiert durchgeführt und visualisiert werden. Um bestimmte Berechnungen durchführen zu können, sollen die Workflows und die Anforderungen an Modelle im BAP-Anhang Modellierungsvorgabe durch das Planungsteam beschrieben werden.

Bauteilbibliotheken / Content

Bei der Planung mit der BIM-Methode werden oft gewerkspezifische 3D-Bibliotheken verwendet. Typi- scherweise handelt es sich hierbei um Elemente der TGA- sowie Küchenplanung. Mit deren Hilfe wird sowohl die geometrische Modellierung als auch die Analysevorgänge und Berechnung der Systeme (Systementwurf) bei TGA-Planung unterstützt werden. Daher sollen sich die TGA-Planer an der soft- warespezifischen Konstruktionsweise mit Einhaltung der Gestaltungsrichtlinien orientieren und diese in den Modellierungsvorgaben projektspezifisch festlegen.

Wenn 3D-Objekte aus externen BIM-Bibliotheken von z. B. Herstellern importiert werden, ist dabei auf eine herstellerneutrale Attributierung und korrekte Klassifizierung zu achten.

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Umgang mit mehrschichtigen Bauteilen

Die Bauelemente sind analog zu realen Arbeitsschritten zu modellieren. Komplexe Elemente sind aus mehreren Einzelelementen zu erstellen. Die Art und Weise der Erstellung von Bauteilschichten soll im BAP-Anhang Modellierungsvorgabe festgelegt werden.

Es wird empfohlen, die passende Modellierungsart für die jeweiligen Modellelemente projektspezifisch zu wählen und diese dann durchgehend einzuhalten und in den Modellierungsvorgaben zu dokumen- tieren.

Hierbei gibt es drei mögliche Optionen, die Schichten zu modellieren:

Einzelschicht-Modellierweise

BEI DIESER MODELLIERWEISE WIRD JEDE SCHICHT EINES ZUSAMMENHÄNGENDEN SYSTEMS EINZELN MODELLIERT.

VorteileNachteile
Ein- und Ausblenden von einzelnen Geo- metrien bzw. Bauteilen wird erleichtertHoher Modellierungsaufwand (vor allem bei Fenster- und Türöffnungen)
Modellbasierte Mengen- und Massener- mittlung kann durch die einzelnen Schichten leichter anwendbar und präziser seinAufwendiger und fehleranfälliger im Fall von Ände- rungen, da jede Schicht einzeln angepasst werden muss
Schwierige Zuordnung von Gesamtkennwerten (wie zum Beispiel U-Werte bei Wänden)

Hybrid-Modellierweise

BEI DER HYBRID-MODELLIERWEISE WERDEN ALLE ROHBAUELEMENTE DES SYSTEMS EINZELN MODELLIERT. DIE WEITEREN AUFBAUTEN WERDEN ZUSAMMEN IN EINER INNEREN UND EINER ÄUßEREN SCHICHT MODELLIERT, WOBEI ZUSÄTZLICH AUF GEWERKEGRENZEN GEACHTET WERDEN SOLLTE

VorteileNachteile
Ein- und Ausblenden von Rohbau- und Ausbauelementen wird erleichtertSchwierige Zuordnung von Gesamtkennwerten (wie zum Beispiel U-Werte)
Anpassungen sind leichter als mit Einzel- schichten
Normaler Modellierungsaufwand

Mehrschicht-Modellierweise

DIE MEHRSCHICHT-MODELLIERWEISE BEDEUTET, DASS ALLE SCHICHTEN EINES SYSTEMS ZUSAMMEN ALS PAKET MODELLIERT WERDEN UND DURCH EINE BEZEICHNUNG AUF DEN JEWEILIGEN WANDAUFBAU VERWIESEN WIRD.

VorteileNachteile
Anpassungen sind leichter vorzunehmen als mit EinzelschichtenMengenermittlung nur mit einheitlicher Klassifizie- rung der einzelnen Schichten ausreichend, ggf. unge- naue Mengen durch die Verschneidungsproblematik

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Normaler Modellierungsaufwand mit mög- lichen Problemen bei der automatisierten Über- schneidung von SchichtenErschwertes Ein- und Ausblenden für spezifische An- wendungen und Planableitung
Leichte Zuordnung von Gesamtkennwerten

Wartungsräume, Sperrflächen und Einbringöffnungen

Je nach Leistungsphase sind bei der Modellierung wichtige Revisionsöffnungen für Frei- und War- tungsräume, Sperrflächen, Einbringöffnungen und -wege (z.B. für Ersteinbau, Austausch) und Sperrzo- nen (z.B. für künftige Mietereinbauten) festzulegen. Darüber hinaus sollte der Platzbedarf für den Zu- gang zu technischen Anlagen und Komponenten im Modell dargestellt werden.

Es muss gewährleistet werden, dass die 3D-Wartungsräume und deren Bezeichnungen eine klare Ver- bindung zur entsprechenden Anlage oder Komponente aufweist und eindeutig klassifiziert sind. Wenn möglich, sollte der Wartungsraum als integraler Bestandteil des jeweiligen Bauteils modelliert werden.

Der Umgang mit diesen Elementen und wird projektspezifisch definiert und im BAP festgehalten.

Durchbruchsplanung

Die Planung bzw. Koordination der Durchbrüche ist eine der anspruchsvollsten Aufgaben in einem Pro- jekt, da hierbei immer mehrere Fachplanungen beteiligt sind und untereinander abgestimmt werden müssen. Die Arbeitsweise unterscheidet sich je nach verwendeter Software und Projektorganisation.

Grundsätzlich wird davon ausgegangen, dass der (TGA) Fachplaner im ersten Schritt einen Vorschlag macht. Das erfolgt i.d. Regel über einen Durchbruchskörper (IFC Provision for Void). Der Architekt und der Statiker übernehmen und prüfen sie auf etwaige Randbedingungen (z.B. Abhangdecke, Sichtbeton, Konstruktion etc.) und geben diese anschließend frei. Die freigegebenen Durchbrüche (Provision for Void) übernimmt der Architekt als Abzugskörper in die Werkplanung. Danach kann eine automatisierte Kollisionsprüfung stattfinden.

Der projektspezifische Workflow wird im BAP konkretisiert.

Folgende Anforderungen müssen erfüllt werden:

• Alle Durchbrüche sind in 3D zu modellieren • Alle Durchbrüche sind nach Tragwerksrelevanz zu filtern • Alle Durchbrüche beinhalten Brandschutzinformationen

Umgang mit Proxyelementen

In IFC-Modellen sollte die Verwendung von Proxy Elementen (IfcBuildingElementProxy und BuilingEle- mentPart) möglichst vermieden werden. Allen Elementen sollen, falls möglich, eine korrekte IfcEntity zugewiesen werden, damit weitere Anwendungsfälle, wie Brandschutzkonzepte, energetische Kalkulati- onen und Kostenberechnungen, korrekt ausgeführt werden können. Der Umgang mit Objekten, die auf-

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grund ihrer Form oder Funktion nicht vordefinierten Bauteilen zugewiesen werden können, wie z.B. Ko- ordinationskörper, muss eine verständliche Bezeichnung ausweisen und der Umgang mit solchen Ob- jekten muss im BAP dokumentiert werden.

Umgang mit gewerkübergreifenden Schnittmengen-Objekten /

Modellen

Bei jeder Planung mit der BIM-Methode ist es wichtig, für alle Planungsteams die Zuständigkeiten für verschiede Schnittstellen und Modellelemente klar zu definieren. Die konkrete Umsetzung erfolgt im BAP-Anhang Modellierungsvorgabe üblicherweise auf Basis von einem Schnittstellenkatalog. Es kann sich unter anderem um folgende Aspekte handeln:

• Aufteilung der Modelle zwischen Architektur und Tragwerk • Umgang mit Installationswänden (TGA x ARC) • Umgang mit Geländemodell • Umgang mit Räumen (TGA und ARC Räume) • Umgang mit TGA/Architektur Bauteilen (Sanitäreinrichtung) • Umgang mit TGA/Küchenplanung Bauteilen (Wasserhahn/Waschbecken) • Umgang mit Leuchten (ELT/ARC) • Umgang mit Elektroanschlüssen (z.B. bei Türen)

Exporteinstellungen

Beim Export von Modellen ist der offene Datenstandard IFC zu nutzen. Der Austausch über native Da- tenformate unter Planungsbeteiligten und in Abstimmung mit dem Auftraggeber soll immer möglich sein. Empfohlen ist die Nutzung von IFC 4. Beim IFC-Export sind unabhängig von der genutzten Auto- rensoftware folgende Exporteigenschaften zu berücksichtigen:

• Modellelemente sollen der richtigen IFC-Klasse zugeordnet sein. • Nur die benötigten Geschosse (keine Hilfsgeschosse) und Bauelemente sind zu exportieren. • Importierte Referenzendateien sind auszublenden bzw. nicht zu exportieren. • Falls notwendig, ist die Zuordnung der Merkmale zu den jeweiligen Eigenschaftssätzen zu prüfen und bei Bedarf anzupassen (Mapping). • Nicht benötigte Eigenschaften sollen nicht exportiert werden. • Die BaseQuantities sollen immer exportiert werden • Weitere IFC-Export-Konfigurationen sollen bei Bedarf in den Modellierungsvorgaben doku- mentiert werden.

Anforderungen an die 2D Ableitungen

• Beschriftungen, wie z.B. Türnummer, sind möglichst aus Bauteilinformationen abzuleiten.

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Die Anforderungen an 2D Ableitungen sind im Pflichtenheft - Dokument VI.4.H beschrieben. Es handelt sich um Festlegungen bezüglich CAD-Standards und Planköpfen. Dem Auftragnehmer werden, soweit das CAD-System des Auftragnehmers es zulässt, entsprechend dieser CAD-Vorgaben Prototyp-Dateien zum Download zur Verfügung gestellt, die als Formatvorlagen für die Übergabe dienen. Genaue Festle- gungen werden im BAP getroffen.

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