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Objektplanung für Umbau und Erweiterung der Laurentiusschule

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Gesellschaft für Schadstoffuntersuchung und Sanierungsbegleitung mbH

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GfS mbH, Hoher Hainweg 35 A, 48153 Münster

Stadt Coesfeld Fachbereich Bauen und Umwelt Zentrales Gebäudemanagement Frau Feldmann Markt 8

48653 Coesfeld

Ihre Nachricht vom Ihr Zeichen Unser Zeichen Bearbeiter Tel.-Durchwahl Mobiltelefon Datum

70017-026 P03 Dr. Kieper -10 (0170) 91 91 610 17.03.2014

BV Laurentiusschule, Overhagenweg 11, 48653 Coesfeld, KMF-Problematik im Dachge- schoss, Faseruntersuchungen vom 13.03.14

Sehr geehrte Frau Feldmann,

anliegend schicken wir Ihnen unseren Prüfbericht mit den Ergebnissen der o. g. Untersuchung.

Die Untersuchungen wurden durchgeführt, da es sich bei der auf dem gesamten Dachboden vor- handenen alten Mineralwolledämmung des Fußbodens aufgrund des ermittelten KI-Wertes um krebserzeugende künstliche Mineralfaserprodukte (KMF) der Kategorie 2 (K 2) handelt.

Mit den Untersuchungen sollte die aktuelle Faserexposition auf dem Dachboden nach teilweiser Entfernung der alten Mineralwolledämmung im hinteren Bereich des Dachbodens und Zwischen- lagerung im vorderen Bereich des Dachbodens überprüft werden. Am Vortag der Untersuchun- gen wurde die im hinteren Dachbodenbereich verbliebene alte Mineralwolle vollständig entfernt, staubdicht verpackt und der Fußboden unter Verwendung von H-Saugern gereinigt. Ergänzend wurde die im vorderen Bereich des Dachbodens gelagerte alte Mineralwolle mit einer Folie abge- deckt.

Während der Raumluftmessungen wurden auf dem Dachboden keine Arbeiten durchgeführt. Die ermittelten Faserkonzentrationen spiegeln daher Hintergrundwerte im ungenutzten Zustand wi- der. Neben Raumluftmessungen wurden exemplarisch von verschieden stark verstaubten Raum- oberflächen Oberflächenkontaktproben zur Überprüfung abgelagerter Faserkontaminationen ent- nommen.

Bei den Raumluftmessungen wurden sowohl im vorderen als auch im hinteren Bereich des Dach- bodens mit 1.360 – 2.000 Fasern/m³ erhöhte Konzentrationen an künstlichen Mineralfasern in der

GfS mbH, Hoher Hainweg 35A , 48153 Münster info@gfs-ms.de Bankverbindung: Sparkasse Münsterland-Ost Tel.: (0251) 91 91 6-0, Fax: (0251) 91 91 6-29 www.gfs-ms.de Konto: 340 28 274, BLZ: 400 501 50 Geschäftsführer: Hans-Joachim Hemminghaus, Dr. Hansjörg Kieper / Handelsregister AG Münster HRB 6454 / USt-IdNr.: DE 225 386 083

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Raumluft vorgefunden. Asbestfasern waren demgegenüber nicht nachweisbar. Der ursprünglich für Asbestfasern abgeleitete unter Berücksichtigung des Minimierungsgebotes auch für sonstige krebserzeugende Fasern herangezogene Richtwert für Innenräume in Höhe von 1.000 Fasern/m³ wird damit im ungenutzten Zustand auf dem Dachboden leicht überschritten.

Auf den exemplarisch überprüften sichtbar verstaubten Oberflächen wurden deutliche bis starke Belastungen mit künstlichen Mineralfasern kritischer Größe auf den Rohrleitungen sowie den Dachbalken vorgefunden. Lediglich auf den nicht sichtbar verstaubten Oberflächen der eingela- gerten Materialien im Eingangsbereich des Dachbodens (exemplarisch beprobt wurden die Holzweihnachtsbäume) waren keine Fasern nachweisbar. Asbestfasern waren in keiner der Ober- flächenproben nachweisbar.

Zusammenfassende Bewertung

Unter Berücksichtigung aller Untersuchungsergebnisse ist davon auszugehen, dass auf allen ver- staubten Bauteiloberflächen (z.B. den Dachbalken und Rohrleitungen oder den Spanplatten und offen liegenden neuen Mineralwollematten) erhöhte Faserkontaminationen vorhanden sind. Aus diesem Grund empfehlen wir Ihnen, auf dem Dachboden eine KMF-Sanierung durchzuführen, bei der alle vorhandenen Mineralwollematten sowie die Spanplatten unter Berücksichtigung der Vor- gaben der TRGS 521 von einem Sanierungsfachunternehmen entfernt werden. Darüber hinaus sind im Zuge der Sanierung alle Oberflächen unter Verwendung zugelassener H-Sauger zu reini- gen und einer Restfaserbindung zu unterziehen.

Da bei der Durchführung von Arbeiten auf dem Dachboden davon auszugehen ist, dass Fasern aufgewirbelt werden und gegenüber den ermittelten Hintergrundwerten deutlich erhöhte Faser- konzentrationen in der Luft auftreten können, sollten anstehende Arbeiten auf dem Dachboden bis zum Abschluss der KMF-Sanierung auf ein notwendiges Minimum reduziert werden. Ein weite- rer Umgang mit den alten Mineralwollematten sollte dabei unterbleiben. Bei notwendigen Arbeiten im hinteren Bereich des Dachboden sollten als persönlicher Arbeitsschutz Einmalschutzanzüge und filtrierende Halbmasken (FFP2) getragen werden, die vor dem Verlassen des Dachbodens abzulegen sind. Beim Betreten des Dachbodens sollten aus Vorsorgegründen filtrierende Halb- masken (FFP2) getragen werden.

Für Rückfragen stehen wir Ihnen jederzeit gerne zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen Anlage

Dr. H. Kieper

GfS mbH, Hoher Hainweg 35A , 48153 Münster info@gfs-ms.de Bankverbindung: Sparkasse Münsterland-Ost Tel.: (0251) 91 91 6-0, Fax: (0251) 91 91 6-29 www.gfs-ms.de Konto: 340 28 274, BLZ: 400 501 50 Geschäftsführer: Hans-Joachim Hemminghaus, Dr. Hansjörg Kieper / Handelsregister AG Münster HRB 6454 / USt-IdNr.: DE 225 386 083

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Datum: 14.03.2014, Seite 1 von 3

Prüfbericht

70017-026 B03

Auftraggeber: Stadt Coesfeld Markt 8 48653 Coesfeld

Auftrag vom: 28.02.2014

Prüfgegenstand:

ArtAnzahl
Materialproben1
Luftproben2
Oberflächenkontaktproben3

Prüfziel: Analyse auf künstliche Mieralfasern.

Probenahme: Die Probe wurde von der GfS am 04.03. und 13.03.2014 in der Laurenti- usschule, Overhagenweg 11 in Coesfeld entnommen.

Probeneingang: 05./14.03.2014

Prüfverfahren: - Bestimmung der Faser-Anzahlkonzentration nach VDI 3492. Die Auswertung erfolgte rasterelektronenmikroskopisch (REM- Auswertung) mit integrierter energiedispersiver Röntgenmikroanalyse (EDXA).

  • Bestimmung des KI-Wertes nach BGIA 7488 (IV/07) Abschnitt 10 mit- tels REM/EDX-Analyse.
  • Rasterelektronenmikroskopische Asbest- und KMF-Bestimmung nach VDI 3488 (REM-Auswertung) mit integrierter energiedispersiver Röntgenmikroanalyse (EDXA.

Prüfbeginn: 05.03.2014

Prüfende: 14.03.2014

Prüfergebnisse: siehe Tabellen 01 - 03

Bemerkungen:

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GfS-Prüfbericht-Nr.: 70017-026 B03 Datum: 14.03.2014 Seite 2 von 3

Tab 01: Ergebnis der KI-Wert Bestimmung

ParameterMassengehalt der Oxide [%]
Proben-Nr.P 01
Probenbeschreibungalte Mineralwollematte der unteren
Fußbodendämmung des Dachbodens
SiO 236,0
Na O 23,6
MgO9,6
Al O 2 313,3
K O 22,2
CaO15,9
TiO 23,6
FeO15,8
BaO0,0
B O 2 31)
KI-Wert = (Na O+K O+B O + CaO+MgO+BaO)-(2x Al O ) 2 2 2 3 2 34,7
  1. EDX-Detektoren sind i.d.R. nicht ausreichend empfindlich für den Nachweis geringer Mengen Bor. Da erfahrungsgemäß in künstlichen Mineralfasern der Borgehalt überwiegend niedrig ist, wird durch das Weglassen von Bor der KI-Wert nur unwesentlich beeinflusst. Die Analysen wurden an Fasern gemäß der WHO-Definition (Länge über 5µm, Durchmesser kleiner 3 µm, Länge/Durchmesser größer 3:1) durchgeführt. Gemäß TRGS 905 erfolgt die Bewertung nach den Kategorien für krebserzeugende Stoffe in Anhang VI Nr. 4.2.1 der RL 67/548/EWG auf Grundlage des Kanzerogenitätsindexes KI: Kategorie 2 gilt für glasige WHO-Fasern mit einem KI ≤ 30 Kategorie 3 gilt für glasige WHO-Fasern mit einem KI > 30 und < 40 Keine Einstufung erfolgt bei einem KI ≥ 40

Tab 02: Ergebnisse der Faser-Raumluftmessung (Messung zur Bestandsaufnahme) vom 13.03.2014 auf dem Dachboden der Laurentiusschule (Probenahmedauer: 11:15 – 15:15 Uhr)

ProbenahmeortProben-FaserartAnzahl der Fa-OVG in Fasern
Nr.sern mit L ≥ 5 µmmit L ≥ 5 µm
pro m3 (FA)pro m³
hinterer Bereich des Dach- bodensP 02Asbestfasern KMF Gipsfasern Sonstige anorganische Gesamtfasern< FA (200) 2000 (200) 1200 (200) 2600 (200) 5800 (200)599 3678
vorderer Bereich des Dach- bodens ca. 2 m hinter der ZugangstürP 03Asbestfasern KMF Gipsfasern Sonstige anorganische Gesamtfasern< FA (190) 1360 (190) 3300 (190) 3490 (190) 8150 (190)581 2798

n.a. = nicht auswertbar wegen zu hoher Staubkonzentration FA = Konzentrationswert für eine gefundene Faser OVG = obere Vertrauensgrenze einer Poissonverteilung (95 %) für Fasern L ≥ 5 µm

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GfS-Prüfbericht-Nr.: 70017-026 B03 Datum: 14.03.2014 Seite 3 von 3

Tab 03: Ergebnisse der Untersuchung von Klebekontaktproben vom Dachboden der Lauren- tiusschule nach VDI 3877

ProbenahmeortProbenbeschreibungProben-Nr.Bewertung a)
hinterer Bereich des Dach- bodensOberfläche von zwei sicht- bar verstaubten Dachbal- kenP 04- kein Asbest nachgewiesen - Oberfläche stark mit KMF belastet
vorderer Bereich des Dach- bodens hinter der abge- deckten Lagerfläche der alten ausgebauten Mineral- wolleOberfläche von einer sicht- bar verstaubten Heizungs- rohrisolierungP 05- kein Asbest nachgewiesen - Oberfläche deutlich mit KMF belastet
vorderer Bereich des Dach- bodens ca. 2 m hinter der ZungangstürOberfläche von dem Holz- weihnachtsbaumP 06- kein Asbest nachgewiesen - kein KMF nachgewiesen

a) Gewichtetes Zählergebnis Z gem. VDI 3877: W

BewertungZ in cm-2 W
n.n.Kein Asbest/KMF nachgewiesen0
+Asbest/KMF nachgewiesen1 bis 100
++Oberfläche deutlich mit Asbest/KMF belastet101 – 500
+++Oberfläche stark mit Asbest /KMF belastet> 500

Münster, den 14.03.2014 ___________________________ Dr. H. Kieper

Hinweis: Die Prüfergebnisse beziehen sich ausschließlich auf die Prüfgegenstände. Auszugsweise darf der Prüfbericht nur mit schriftlicher Genehmigung der GfS mbH vervielfältigt werden.

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