2.1.1 Technische Mängel des Tragwerks - Stellungnahme_.pdf

Objektplanung für die Grundinstandsetzung des Landesamts für Denkmalpflege in Hannover

Extrahierter Dokumenttext · Stand: 14.09.2026, 15:19 (Europe/Berlin)

Herkunft: vergabe.niedersachsen.de

Tabellen, Layout und Zeichen können bei der Extraktion abweichen. Maßgeblich ist die Originaldatei.

Originaldatei öffnen

[Seite 1]

Hallo Frau Kaminski,

im Anhang erhalten Sie einige Auszüge aus den „Historischen Bautabellen“ der Jahre 1870 bis 1960 nur zur Info.

Für den Erweiterungsbau aus dem Jahre 1884 „Anbau an der Scharnhorst Straße“ wären folgende Lasten anzusetzen:

  1. Dachbodenräume von 1,50 bis 2,50 kN/m²
  2. Für die Normalgeschosse „Wohnräume“ (es gab zum Errichtungszeitraum keine Lastansätze für Büro- oder Krankenräume) ist ein Lastansatz von 2,25 kN/m² anzusetzen.
  3. Im Bereich größerer Menschenansammlungen waren 3,00 bis 3,75 kN/m² anzusetzen.

Durch die Zerstörung des Gebäudes im Krieg in den 1943er Jahren und dem Wiederaufbau im Jahre 1945 galten die Verkehrslasten gem. DIN 1055, Blatt 3 (d. preuß. Finanzministeriums) b. Für Dachbodenräume 200 kg/m² c. Für Räume in Krankenhäusern und ähnlichen Anstalten einschl. der Flure 300 kg/m² Die Angaben unter b. und c. galten für Belastungen durch Menschen, Möbel, Geräte, unbeträchtliche Warenmengen und dergl.; bei einzelnen Räumen etwa vorkommenden besonderen Belastungen durch Akten, Bücher, Warenvorräte sind Zuschläge zu berücksichtigen.

Für Treppenräume, Treppenabsätze ist gemäß den geforderten Lastansätzen eine Verkehrslast von 350 kg/m² anzusetzen.

Die heutigen Verkehrslasten für Büroräume (DIN EN 1991-1-1 (12.2010) / NA) sind mit 200 kg/m² anzusetzen, somit wäre eine Reserve für Aktenregale oder Leichtwände von 100 kg/m² vorhanden.

Bei den großen Modernisierungs- und Umbaumaßnahmen von 1978/79 wurden größere Eingriffe im Bestand vorgenommen, es wurden diverse Türen in den tragenden Wänden verschoben, tragende Wände wurden verschoben und teilweise komplett entfernt. In einigen Räumen wurden zusätzliche Tragkonstruktionen eingebaut um die Lasten auf den Decken zu steigern. Für diese damaligen Maßnahmen liegen uns derzeit keine Unterlagen vor, es gibt nur Bedarfszeichnungen mit den Abbruch- und Neubaumaßnahmen.

Da keine statischen Unterlagen von den großen Maßnahmen aus dem Jahre 1978/79 vorliegen und ggf. durchgeführte Sanierungsmaßnahmen nach 1978/79 ausgeführt wurden muss die Bausubstanz noch festgestellt werden. Ob es sich bei der Decke über dem 2.OG tatsächlich um eine Holzbalkendecke handelt konnte bisher nicht eindeutig geklärt werden, da die Dachkonstruktion aus Stahl erstellt ist und das Gebäude im Kriege teilweise bis komplett zerstört wurde kann es sich auch um eine Stahlsteindecke handeln.

Hinweis: Die Fundamente des Gebäudes wurden zur Bauzeit im Jahre 1887/88 mit geringeren Lasten belastet als nach dem Neuaufbau im bzw. nach dem Kriege. In Abstimmung mit einem Bodengutachter sollte noch einmal über Sondierungen des Bodens innerhalb des Gebäudes nachgedacht werden inwieweit die zulässigen Bodenpressungen (auch durch die Vorkonsolidierung des Bodens) nach oben korrigiert werden könnten.

Dies nur als kurzer Exkurs vorab.

[Seite 2]

Kann / Soll ich am 22.07.2020 an der internen Besprechung teilnehmen so geben Sie mir doch kurz Info … so kann ich meinen Stand einmal mitteilen.

Hallo Herr Harbers,

wir haben am Mittwoch, den 22.07.2020 eine interne Planungsbesprechung mit dem Staatlichen Baumanagement und dem Niedersächsischen Landesamt für Denkmalpflege bezüglich der Fertigstellung unserer Machbarkeitsstudie. Wir würden im Hinblick auf das Gutachten zum Tragwerk gern auskunftsfähig sein. Haben Sie mittlerweile einen Ortstermin zur Bestandsaufnahme im NLD vornehmen können? Werden noch Bauteilöffnungen erforderlich? Oder wurden vielleicht schon Öffnungen erstellt?

Wir würden uns sehr über eine kurze Rückmeldung – gern auch telefonisch – von Ihnen freuen. Vielen Dank im Voraus.

Mit freundlichen Grüßen i. A. Jelena Kaminski

woelk wilkens architekten bda dwb yorckstraße 13 30161 hannover t +49 511 235 55 09 - 26 f +49 511 235 55 09 - 19

st-nr 24 / 235 / 53808

j.kaminski@woelk-wilkens.de www.woelk-wilkens.de

Alle Unterlagen dieser Ausschreibung