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OU Mantel, BW 0-3: Neubau Haidenaabtalbrücke
Inhaltsverzeichnis Seite
1 BEAUFTRAGUNG 5
2 UNTERLAGEN 5
3 BAUVORHABEN 6
3.1 Projekt 6
3.2 Örtliche Verhältnisse 7
3.3 Geplanter Neubau 7
4 UNTERGRUND- UND GRUNDWASSERVERHÄLTNISSE 9
4.1 Geologie 9
4.2 Hydrogeologie 9
4.3 Erdbebenzone nach DIN 4149 10
4.4 Baugrunderkundung 10
4.5 Aufschlüsse 11
4.6 Grundwasserverhältnisse 14
5 LABORUNTERSUCHUNGEN 17
5.1 Boden- und felsmechanische Untersuchungen 17 5.1.1 Korngrößenverteilung 17 5.1.2 Glühverlust 17 5.1.3 Einaxiale Druckfestigkeiten 18 5.1.4 Abrasivität 19
5.2 Chemische Laboruntersuchungen 20 5.2.1 Betonaggressivität Wasser nach DIN 4030 20 5.2.2 Orientierende abfallrechtliche Untersuchung Boden 20
6 BAUGRUNDMODELL, HOMOGENBEREICHE 23
6.1 Grundlagen 23
6.2 Homogenbereiche 23
6.3 Kennwerte Homogenbereiche 24
6.4 Charakteristische Bodenkennwerte 27
6.5 Geotechnische Kategorie 27
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7 GRÜNDUNG 28
7.1 Gründungsempfehlung 28
7.2 Tiefgründung 28 7.2.1 Axiale Pfahlwiderstände 28 7.2.2 Querbelastung 29 7.2.3 Negative Mantelreibung 31 7.2.4 Hinweise, Anmerkungen 32
8 HINTERFÜLLUNG DER WIDERLAGER 33
9 BAUAUSFÜHRUNG 35
9.1 Baugrube und Wasserhaltung 35
9.2 Erdarbeiten 35
Geotechnischer Bericht GB02 vom 22.05.2026 Seite 3 / 36
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Tabellen Seite
Tabelle 1: Aufschlüsse 10
Tabelle 2: Homogenbereiche 13
Tabelle 3: Grundwasserstände 14
Tabelle 4: Korngrößenverteilung 17
Tabelle 5: Bestimmung Glühverlust 17
Tabelle 6: Einaxiale Druckfestigkeiten 18
Tabelle 7: Abrasivität von Lockergestein nach NF P18-579 19
Tabelle 8: Abrasivität von Festgestein mit LCPC-Versuch bzw. Cerchar-Versuch 19
Tabelle 9: Betonaggressivität Wasser 20
Tabelle 10: Orientierende abfallrechtliche Untersuchung Boden 21
Tabelle 11: Kennwerte Homogenbereich Oberboden 25
Tabelle 12: Kennwerte Homogenbereiche Lockerboden 25
Tabelle 13: Kennwerte Homogenbereiche Fels 26
Tabelle 14: Charakteristische Bodenkennwerte 27
Tabelle 15: Charakteristische Kennwerte Dimensionierung Bohrpfähle (axial) 29
Tabelle 16: Steifemodulverteilung Querbelastung Pfähle 31
Tabelle 17: Hinterfüllung Widerlager 33
Anlagen
Anlage 1 Übersichtslageplan
Anlage 2 Lageplan
Anlage 3 Bohr- und Sondierprofile
Anlage 4 Bohrkernfotos
Anlage 5 Bohr- und Sondierprofile Bohrfirma
Anlage 6 Laborversuche Korngrößenverteilung nach DIN EN ISO 17892-4
Anlage 7 Laborversuche Glühverlust nach DIN 18128
Anlage 8 Laborversuche Einaxiale Druckfestigkeit nach TP BF-StB, Teil C1
Anlage 9 Laborversuche Punktlastversuch nach TP BF-StB, Teil C5
Anlage 10 Laborversuche Abrasivität von Felsgestein nach DGGT-Empf. Nr. 24
Anlage 11 Laborversuche Abrasivität von Lockergesteinen nach NF P18-579
Anlage 12 Laborversuche Untersuchung Wasserprobe nach DIN 4030
Anlage 13 Bericht Orientierende Altlastenuntersuchung
Anlage 14 Geotechnischer Längsschnitt
Geotechnischer Bericht GB02 vom 22.05.2026 Seite 4 / 36
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Der vorliegende Bericht behandelt den Neubau des Bauwerks BW0-3: Haidenaabtalbrücke.
2 Unterlagen
Zur Bearbeitung des Geotechnischen Berichtes standen folgende Unterlagen zur Verfügung:
(U1) Mantel, Verlegung bei Mantel; Übersichtskarte, M 1: 100.000 vom 28.02.2017, erstellt
vom Staatlichen Bauamt Amberg-Sulzbach
(U2) Mantel, Verlegung bei Mantel, Bau-km 0+000 bis Bau-km 0+897; Lageplan Tektur A,
M 1: 1.000 vom 17.12.2018, erstellt vom Staatlichen Bauamt Amberg-Sulzbach
(U3) -km 0+000 bis Bau-km 0+897; Höhenplan Tektur
A, M 1: 1.000/100 vom 17.12.2018, erstellt vom Staatlichen Bauamt Amberg-Sulzbach
(U4) Kreisstraße NEW 21 OU Mantel, Leistungsbeschreibung vom 06.07.2018, erstellt vom Staatlichen Bauamt Am-
berg-Sulzbach
(U5) Neubau OU Mantel, BW 0-3, Haidenaabbrücke; BW-Ansicht, Längsschnitt, Grundriss; M1:250, anonymisiert,
erhalten am 20.05.2026
(U6) Neubau OU Mantel, BW 0-3, Haidenaabbrücke; Regelquerschnitte, Korrosions-/ Lagertabelle; M1:50, anony-
misiert, erhalten am 2005.2026
(U7) Neubau OU Mantel, BW 0-3, Haidenaabbrücke; Widerlager Achse 10 Nord Teil -1 Draufsicht, Schnitte/An-
sicht, Details; M1:100 :50 :20 :10, anonymisiert, erhalten am 20.05.2026
(U8) Neubau OU Mantel, BW 0-3, Haidenaabbrücke; Widerlager Achse 140 Süd Teil -1 Draufsicht, Schnitte/An-
sicht, Details; M1:100 :50 :20 :10, anonymisiert, erhalten am 20.05.2026
(U9) Geologische Karte von Bayern, 6338 Weiden i. d. Opf., Maßstab 1: 25.000, Stand 1968, Bayerisches Geologi-
sches Landesamt 2003
Geotechnischer Bericht GB02 vom 22.05.2026 Seite 5 / 36
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3 Bauvorhaben
3.1 Projekt
Das Staatliche Bauamt Amberg-Sulzbach plant den Bau der Ortsumgehung Mantel im Zuge der
Kreisstraße NEW 21.
Die Gesamtbaumaßnahme erstreckt sich über eine Länge von etwa 900 m. Sie beginnt südwestlich
von Mantel etwa an der vorhandenen Brücke der NEW21 über den Hohlbach. Diese Brücke
(BW 0-1) wird im Zuge des Bauvorhabens erweitert. Nordöstlich des vorhandenen Brückenbauwerks
ist der Neubau eines Kreisverkehrs vorgesehen. Von dort aus verläuft die geplante Ortsumgehung
östlich vom vorhandenen Hohlbach in Dammlage. Bei etwa Bau-km 0+300 wird der Bachverlauf
angepasst, sodass die Ortsumgehung den Bachlauf in einem Winkel von etwa 60° überquert
(BW 0-2). Anschließend verläuft die Straße weiterhin in Dammlage bis Bau-km 0+522,5. Dort führt
die neu geplante Haidenaabtalbrücke (BW 0-3) mit einer lichten Weite von 307 m über die Talauen
der Haidenaab. Am Ende der Ortsumgehung wird die Strecke mit einer T-Kreuzung an die vorhan-
dene St 2166 angeschlossen. Am Anfang und am Ende der Ortsumgehung werden die vorhandenen
Straßen jeweils auf einer Länge von etwa 300 m angepasst. Zudem ist am Ende der Ortsumgehung
die Anordnung eines Regenrückhaltebeckens vorgesehen.
Die einzelnen Maßnahmen werden jeweils in gesonderten Geotechnischen Berichten behandelt. Im
Einzelnen werden Angaben zu folgenden Baumaßnahmen beschrieben:
Neubau Haidenaabtalbrücke (BW 0-3)
Erweiterung Hohlbachbrücke (BW 0-1)
Neubau Hohlbachbrücke (BW 0-2)
Streckenbau und Regenrückhaltebecken
Im Rahmen dieses Gutachtens wird der Neubau der Haidenaabtalbrücke von Bau-km 0+522,5 bis
Bau-km 0+829,5 behandelt.
Zum geplanten Brückenbauwerk liegt ein Längsschnitt, ein Grundriss sowie eine Ansicht im Maßstab
1:250 (U5) vor. Weiterhin liegen Regelquerschnitte sowie eine Korrosion-/ Lagertabelle (U6) vor.
(U7) und (U8) zeigen die Draufsicht, Schnitte/ Ansicht und Details der geplanten Widerlager.
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3.2 Örtliche Verhältnisse
Das Bauvorhaben befindet südwestlich von Mantel, siehe Übersichtslageplan auf Anlage 1.
Im Bereich der geplanten Haidenaabbrücke ist das Gelände als nahezu eben zu beschreiben. Die
Geländeoberkante wurde im Bereich der durchgeführten Bohrungen und Sondierungen zwischen
391,3 bis 393,1 m NHN eingemessen.
Die Haidenaab fließt im Bereich des Baufeldes von Südwesten nach Nordosten. Nördlich vom ge-
planten Bauwerk befinden sich die Sportplätze des Marktes Mantel. Zudem verläuft ein vorhandener
Feldweg nahezu parallel zum Fluss. Südlich des geplanten Bauwerks befindet sich das Firmenge-
lände eines metallverarbeitenden Betriebes. Genaue Abstandsverhältnisse liegen aktuell nicht vor.
Im Bereich der geplanten Pfeiler sind keine Gebäude vorhanden. Im Nahbereich des geplanten Bau-
werks, etwa bei Bau-km 0+600 sowie bei Bau-km 0+850 befinden sich vorhandene Weiher.
3.3 Geplanter Neubau
Bei dem geplanten Bauwerk handelt es sich nach (U5) um ein 13-feldriges Stahlverbund Bauwerk
mit folgenden Kenndaten:
-
Kreuzungswinkel: 90 gon
-
Lichte Weite zw. Widerlagern: 307,00 m
-
Einzelstützweite: 26,40 m + 32,0 m +25,0 m + 10 x 22,5 m
-
Lichte Höhe: 4,5 m (über öFW); 1,50 (über Gelände)
-
Breite zwischen den Geländern: 11,0 m
Gemäß vorliegenden Planungen (U5) und (U6) erfolgt die Lastübertragung des Überbaus auf die
Widerlager und Pfeiler über Brückenlager. Der Lastabtrag in den Baugrund ist über Bohrpfähle vor-
gesehen.
Die geplante Ortsumgehung verläuft von Nordwesten nach Südosten. Das nordwestlich gelegene
Widerlager der Haidenaabbrücke wird als WL Achse 10 Nord und das südöstlich gelegene Wider-
lager als WL Achse 140 Süd bezeichnet.
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Von Nordwesten herkommend verläuft die geplante Ortsumgehung auf einem etwa 6 m hohen
Damm. Im Bereich des Brückenbauwerks fällt die Gradiente der Straße von etwa 397,803 m NHN
auf etwa 394,09 m NHN. Im Südosten bindet das Bauwerk an einen etwa 1 m hohen Damm an.
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Die Aufschlüsse wurden (durch die Bohrfirma) lage- und höhenmäßig mittels GPS-Vermessung ein-
gemessen (UTM, DHHN16).
Die Lage der Aufschlüsse zeigt der Lageplan auf Anlage 2. Die Bohr- und Sondierprofile sind als
Anlage 3 beigefügt. Auf Anlage 4 sind die Bohrkerne im Bild festgehalten.
4.5 Aufschlüsse
Grob kann von der nachfolgenden Schichtenfolge ausgegangen werden:
Oberboden
Umlagerungsböden und künstliche Auffüllungen
Sand/ Kies (Flusskies), örtlich mit quartärer Deckschicht
Sandstein mit Tonsteinlagen, mürbe bis mittelhart
Oberboden
Im Bereich der durchgeführten Bohrungen wurde zuoberst meist eine etwa 0,1 bis 0,5 m mächtige
Oberbodenschicht erkundet.
Umlagerungsböden und künstliche Auffüllungen
Unter der Oberbodenschicht folgen Umlagerungsböden (Schwemmböden) sowie zum Teil künstli-
che Auffüllungen. Diese reichen bis maximal 1,3 m unter GOK. Sie bestehen überwiegend aus
schwach kiesigen Sanden mit teils schwach schluffigen bis stark schluffigen Bestandteilen. Teilweise
sind schwach organische bis organische Bestandteile in Form vom Wurzelresten enthalten. Es ist
davon auszugehen, dass die Umlagerungsböden und künstlichen Auffüllungen in einer überwiegend
lockeren Lagerung anstehen.
Die Umlagerungsböden und Auffüllungen wurden überwiegend zwischen Achse 10 und Achse 100
angetroffen.
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Sand/ Kies (Flusskies), örtlich mit quartärer Deckschicht
Unter dem Oberboden bzw. den künstlichen Auffüllungen folgen die holozänen Auenablagerungen
aus Sand und Kies. Diese werden örtlich von einer quartären Deckschicht überlagert.
Die quartäre Deckschicht wurde nur örtlich bis maximal 2,0 m unter GOK erkundet, sie besteht über-
wiegend aus weichen bis steifen Schluffen und enthält zum Teil schwach organische Bestandteile.
Örtlich (BK41) wurde innerhalb der quartären Deckschicht Torf erkundet.
Darunter folgen überwiegend schwach kiesige, schwach schluffige Sande sowie sandige bis stark
sandige, teils schwach schluffige bis schluffige Kiese mit teils schwach steinigen Bestandteilen.
Die Rammsondierungen weisen im Bereich des anstehenden Sand/ Kies überwiegend Schlagzah-
len zwischen 8 bis 20 Schlägen auf, dies lässt auf eine überwiegend mitteldichte bis dichte Lagerung
der Sande und Kiese schließen.
Sandstein mit Tonsteinlagen
Im Anschluss an die holozänen Auenablagerungen folgt in allen Bohrungen Sandstein mit Tonstein-
lagen. Der Sandstein ist zuoberst entfestigt bzw. steht nur in einer sehr mürben Festigkeit an. Zum
Teil war infolge des Bohrvorgangs kein Korngefüge mehr erkennbar.
Mit zunehmender Tiefe nimmt die Festigkeit des Sandsteins zu. Der Übergang kann jedoch nicht
einheitlich festgelegt werden. Der sehr mürbe Sandstein reicht bis etwa 380,5 bis 386,9 mNHN.
Darunter folgt in allen Bohrungen mürber bis mittelfester Sandstein in großer Tiefe können zum Teil
harte Sandsteine angetroffen werden. Innerhalb des Sandsteins sind im oberen Bereich Tonsteinla-
gen bis zu einer Mächtigkeit von etwa 2,5 m enthalten. Mit zunehmender Tiefe nimmt die Mächtigkeit
der Tonsteinlagen ab.
Die erkundeten Homogenbereiche sind in nachfolgender Tabelle zusammengestellt, außerdem kön-
nen die Homogenbereiche dem Längsschnitt in Anlage 14 entnommen werden.
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innerhalb des Sandsteins gespanntes Wasser anzutreffen ist, vermutlich besteht teilweise eine hyd-
raulische Verbindung zu den quartären Wasserständen.
Südöstlich vom Bauvorhaben (Mantel Q1) sowie nördlich vom Bauvorhaben (WEIDENSTAUDE)
befinden sich zwei Grundwassermessstellen, welche vom WWA Weiden betrieben werden. Die bei-
den Pegel messen ebenfalls unterschiedliche Grundwasserleiter. Die Messstelle Mantel Q1 gibt den
Wasserstand in den Quartären Ablagerungen wieder. Der Pegel WEIDENSTAUDE misst den
Grundwasserstand innerhalb des mittleren Buntsandsteins. Die beiden Pegelmessungen bestätigen
ebenfalls relativ niedrige Wasserstände zum Zeitpunkt der Baugrunduntersuchungen.
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6 Baugrundmodell, Homogenbereiche
6.1 Grundlagen
Gemäß ATV DIN 18300ff sind Boden und Fels entsprechend ihrem Zustand vor dem Lösen in Ho-
mogenbereiche einzuteilen. Der Homogenbereich ist ein begrenzter Bereich, bestehend aus einzel-
nen oder mehreren Boden- oder Felsschichten, der für einsetzbare Erdbaugeräte, Bohrgeräte usw.
vergleichbare Eigenschaften aufweist.
Oberboden ist gemäß ATV DIN 18320 unabhängig von seinem Zustand vor dem Lösen ein eigener
Homogenbereich.
6.2 Homogenbereiche
Der im Projektbereich anstehende Untergrund kann, ausgehend von den durchgeführten Erkundun-
gen, in sieben, für die relevanten Normen ATV DIN 18300 Erdarbeiten und ATV DIN 18301 Bohrar-
beiten gleichermaßen gültige Homogenbereiche gegliedert werden. Jeder Homogenbereich reprä-
sentiert eine Zusammenfassung von Boden- bzw. Felsarten mit weitgehend einheitlichen geotech-
nischen Eigenschaften. Im Einzelnen beschreiben die Homogenbereiche folgende Boden- bzw.
Felsarten:
Homogenbereich O1 - Oberboden
Der Homogenbereich O1 fasst die lokal vorhandenen (künstlich aufgefüllten) Mutterbodenschichten
zusammen. Die Schichtmächigkeit des Oberbodens variiert zwischen 0,1 und 0,5 m.
Homogenbereich B1 Umlagerungsböden und künstliche Auffüllungen
Der Homogenbereich B1 umfasst die Umlagerungsböden und künstlichen Auffüllungen. Diese be-
stehen aus schwach kiesigen bis kiesigen Sanden mit teils bindigen, teils schwach organischen bis
stark organischen Bestandteilen in Form von Wurzeln sowie aus stark sandigen bis sandigen Schluf-
fen. Vereinzelt sind Ziegelreste enthalten. I. d. R. ist eine lockere und mitteldichte Lagerung gege-
ben. Der Homogenbereich B1 steht in der Regel ab Geländeoberkante an und weist eine Schicht-
mächtigkeit von 0,3 m bis 1,3 m auf, vgl. Tabelle 2.
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Homogenbereich B2.1 bindige Deckschichten
Die teilweise anstehende Deckschicht aus teils sandigem bis stark sandigem Schluff bzw. tonigen
Schluff mit schwach kiesigen Bestandteilen welcher in einer weichen bis steifen Konsistenz ansteht
bildet den Homogenbereich B2.1. Örtlich kann diese schwach bis stark organische Beimengungen
(Torf) enthalten.
Homogenbereich B2.2 Sand / Kies
Der Homogenbereich B2.2 beschreibt die unterhalb der quartären Deckschicht bzw. unter den künst-
lichen Auffüllungen teilweise anstehenden nicht bindigen bis schwach bindigen Sande und Kiese
der Auenablagerungen. Die Kiese weisen eine gerundete Kornform auf. Zum Teil sind steinige Be-
standteile enthalten. Die Böden des Homogenbereichs B2.2 gelagert. Die Schichtoberkante wurde ab etwa 0,6 bis 2,0 m unter GOK erkundet. Die Schichtmächtigkeit variiert
zwischen 1,9 m und 4,0 m.
Homogenbereich X1 Sandstein mit Tonsteinlagen, sehr mürbe
Der Homogenbereich X1 beschreibt die sehr mürben Sandsteine und Tonsteine. Insgesamt kann
von einer dünnplattigen bis dünnbankigen Schichtung, sehr stark klüftig bis klüftig ausgegangen
werden.
Homogenbereich X2 Sandstein mit Tonsteinlagen, mürbe bis mittelhart, örtlich hart
Die Sandsteine mit Tonsteinlagen des Homogenbereichs X2 sind mürbe bis fest. In größerer Tiefe
können örtlich harte Sandsteine angetroffen werden. Das Trennflächengefüge ist überwiegend dick-
plattig bis dickbankig, teilweise massig. Der Fels ist klüftig bis kompakt.
Die interpolierte räumliche Verteilung der Homogenbereiche ist auf Anlage 14 in einem geologischen
Längsschnitt dargestellt. Die in Tabelle 2 (Kapitel 4.5) für die einzelnen Bohrungen angegebenen
Homogenbereiche gelten sinngemäß.
6.3 Kennwerte Homogenbereiche
Für die Homogenbereiche ist von folgenden Eigenschaften und Kennwerten sowie deren ermittelten
Bandbreiten auszugehen. Die angegebenen Eigenschaften und Kennwerte beruhen auf Feldversu-
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7 Gründung
7.1 Gründungsempfehlung
Nach (U5) werden die Widerlager und Pfeiler planmäßig tief auf Bohrpfählen gegründet.
Eine Tiefgründung auf Bohrpfählen stellt hinsichtlich des hoch anstehenden Grundwassers eine
sinnvolle Gründungsvariante dar. Inwiefern der Aufwand für die Wasserhaltungsmaßnahmen jedoch
tatsächlich reduziert werden kann, hängt vom Wasserstand zum Zeitpunkt der Bauausführung sowie
von der erforderlichen Baugrubentiefe ab.
Nach vorliegenden Planunterlagen (U5) werden für die Herstellung der Pfeiler und Widerlager etwa
2,0 m tiefe Baugruben erforderlich. Ausgehend von den Grundwasserständen zum Zeitpunkt der
Baugrunduntersuchung kommen die Baugrubensohlen unter dem quartären Grundwasserstand zu
liegen. Aufgrund der anstehenden stark durchlässigen, wasserführenden Kiese wird ein wasserab-
sperrender Verbau erforderlich. Gemäß vorliegender Planung (U7) und (U8) soll dieser als Spund-
wandkasten ausgeführt werden. Die OK des Spundwandkastens ist im Bereich der Widerlager bei
382,65 m ü NHN (Achse 10) bzw. 382,55 m ü NHN (Achse 140) vorgesehen, entsprechend 2 cm
über einem HQ20 Hochwasserstand. Nach Fertigstellung der Widerlager wird der Spundwandkasten
auf Höhe OK Pfahlkopfplatte abgetrennt. Gleiches Vorgehen ist auch bei den Pfeilern vorzusehen.
7.2 Tiefgründung
7.2.1 Axiale Pfahlwiderstände
Für die Dimensionierung von Bohrpfählen kann von den in nachfolgender Tabelle angegebenen
charakteristischen Werten ausgegangen werden. Die Bohrpfähle sind mindestens 2,5 m in die für
den angesetzten Homogenbereich tragfähige Schicht einzubinden. Die Mindestpfahllänge beträgt
5,0 m. Gemäß vorliegender Planung (U5) sind Pfahllängen zwischen 7,5 und 13 m geplant.
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Hierfür kann von folgender Steifemodulverteilung ausgegangen werden:
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7.2.4 Hinweise, Anmerkungen
Die tatsächliche Beschaffenheit der durchteuften Homogenbereiche ist mindestens an einem
Bohrpfahl pro Bauwerksachse durch den Sachverständigen für Geotechnik aufzunehmen
und im Bohrprotokoll zu vermerken.
Zum Erreichen der Gründungstiefe müssen ggf. auch harte, massige, kompakte Felshori-
zonte mit einaxialen Druckfestigkeiten bis zum oberen Wert der Bandbreite der Druckfestig-
keiten durchbohrt werden.
deren geotechnischen Arbeiten (Spezialtiefbau)
Die Bohrarbeiten sind auf die Untergrund- und Grundwasserverhältnisse anzupassen.
Während der Bohrarbeiten ist ein Wasserüberdruck im Bohrrohr aufrecht zu erhalten (Bohren
mit Wasserauflast).
Geotechnischer Bericht GB02 vom 22.05.2026 Seite 32 / 36
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Das Auffüllmaterial ist lagenweise einzubauen und zu verdichten. Die Lagenstärke muss maximal
0,3 m im verdichteten Zustand betragen. Die Einbaudichte muss mindestens 100 % der einfachen
Proctordichte entsprechen.
Das anfallende Aushubmaterial des Homogenbereiches B1 und B2.1 kann nicht ohne Zusatzmaß-
nahen (z. B. Einfräsen von hydraulischen Bindemitteln) für die Hinterfüllung verwendet werden.
Das anfallende Aushubmaterial des Homogenbereichs B2.2 ist für die Hinterfüllung geeignet.
Anfallendes Aushubmaterial des Homogenbereich X1 und X2 ist abhängig vom vorhandenen Fein-
kornanteil für die Hinterfüllung zum Teil geeignet. Bindige Lagen des Homogenbereichs X1 und X2 mit einem Feinkornanteil von 15 Massen-% wären zu separieren und können nicht ohne Zusatz- maßnahmen (z. B. Einfräsen von hydraulischen Bindemitteln) für die Hinterfüllung verwendet wer-
den.
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9 Bauausführung
9.1 Baugrube und Wasserhaltung
Für die Herstellung der Pfeiler und Widerlager werden gemäß (U5) etwa 2 m tiefe Baugruben erfor-
derlich. Die Baugrubensohlen für die Widerlager und Pfeiler liegen jeweils unterhalb des Grundwas-
ser- bzw. des Flusswasserspiegels.
Aufgrund des hoch anstehenden Grundwassers ist eine freie Abböschung der Baugruben nicht mög-
lich. Die Baugruben für die Herstellung der Pfeiler und Widerlager sind im Schutze eines wasser-
dichten Verbaus herzustellen. Gemäß vorliegenden Planungen ist hierzu ein in Schloss gerammter
Spundwandkasten vorgesehen.
Zum Einbringen der Spundbohlen können Austauschbohrungen erforderlich werden. Um eine bessere Dichtwirkung zu erzielen, sind die unte-
ren 0,75 m mit Tonpellets zu ersetzten. Darüber ist ein Sand-Kies Gemisch zu verwenden.
Zur Absenkung des Grundwasserspiegels sowie zur Restwasserhaltung innerhalb der (wasserdicht
umschlossenen) Baugrube ist eine offene Wasserhaltung mit Pumpensümpfen/Schachtbrunnen
ausreichend. Es ist mindestens eine leistungsfähige Pumpe mit einer Pumpleistung von 20m³/h vor-
zusehen.
Die Sicherheit gegen hydraulischen Grundbruch ist nachzuweisen. Als Bemessungswasserstand ist
der Hochwasserstand HQ20 der Haidenaab anzusetzen.
9.2 Erdarbeiten
Um das Baufeld mit Baugeräten befahren zu können, sind Baustraßen anzulegen. Hierzu ist der
anstehende Oberboden, sowie organische/humose Böden, stark durchwurzelte Böden, Wurzelstö-
cke (Homogenbereich O1) abzutragen. Nach Abtrag dieser Böden stehen in Höhe Aushubsohle
künstliche Auffüllungen bzw. Umlagerungsböden (Homogenbereich B1), die bindige Deckschicht
(Homogenbereich B2.1) bzw. quartären Talfüllungen (Homogenbereich B2.2) an. Die Aushubsohle
ist nachzuverdichten bzw. abzuwalzen. Sofern in Höhe Aushubsohle aufgeweichte Böden anstehen
können, die durch das Eindrücken von Schroppen stabilisiert werden. Anschließend ist ein Geotextil
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