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Arbeitsgemeinschaft Grote - SAV
Funktionsbeschreibung
Stand 29.07.2025
- Allgemeines
Die Seeschleuse Papenburg ist das Tor vom Hafen der Stadt Papenburg zur
Ems.
Sie besteht aus 2 Häuptern, dem Binnen- und dem Außenhaupt und unterliegt
dem Tideeinfluss der Ems/Nordseeküste. Die in beiden Häuptern befindlichen
Schiebetore dienen zum einen als Verschlussorgane für den Schleusenbetrieb
und zum anderen als Sperrtore zum Hochwasserschutz bei Ausfall des
Emssperrwerkes im Rahmen der doppelten Deichsicherheit.
In der zweiten Stufe des Ausbaus der Seeschleuse Papenburg wird das
Binnenhaupt erneuert. Vor das bestehende Binnenhaupt wird ein komplett
neues Binnenhaupt mitsamt neuem Verschlusskörper und zugehöriger
Antriebs-, E- und MSR-Technik errichtet. Da Konstruktion und Funktion ähnlich
dem bestehenden Bauwerk sind, ist das neue Binnenhaupt nach Fertigstellung
in den gesamten Schleusenbetrieb zu integrieren und übernimmt die Funktion
des vorhandenen Binnenhauptes, welches anschließend außer Betrieb gesetzt
wird.
- Betrieb
Der generelle Betrieb der Seeschleuse bleibt unverändert.
Es wird weiterhin bis zu einem maximalen Wasserstand von +2,50m NHN und
bis zu einem minimalen Wasserstand von -1,50m NHN geschleust. Der
Wasserstand im Hafen beträgt dabei im Allgemeinen +0,90m NHN.
Die Wasserstände in der Ems am Pegel Papenburg belaufen sich in etwa auf:
MThw = NHN +1,90 m
MTnw = NHN -1,80 m
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Schleusungen sind mit dem Steigen und Fallen von Flut und Ebbe nur beim
jeweiligen Gleichstand von Hafen- bzw. Emswasserstand zum Schleusen-
kammerwasserstand durchzuführen (betrieblich ist ein maximaler Pegelunter-
schied von 15 cm noch als Wassergleichstand zu betrachten). Die Tore und
Antriebe sind beim Bewegen für eine maximale Wasserstandsdifferenz von
Δh = 0,4m ausgelegt worden.
Für die Durchführung von Schleusungen gibt es keine Begrenzung der
Windstärke!
Die Schleusungen erfolgen nach einem bestimmten Ablaufplan (siehe
„Funktionsablauf“).
Vor jedem Schleusungsvorgang ist mittels der 4 Segment-schütze im jeweiligen
Schiebetor der Wassergleichstand zwischen Schleusen-kammer und Ems bzw.
Hafen herzustellen. Der Bewegungsvorgang der Tore darf erst nach jeweiligem
Wassergleichstand eingeleitet werden. Als weitere Vorbereitungen sind die
Zugänge über die Schiebetore zu sperren (Schrankenanlage).
Die Schifffahrtssignalanlagen sind entsprechend zu schalten.
Erst nach Beendigung aller o.a. Vorbereitungen ist ein Bewegen des jeweiligen
Tores möglich.
Zum Abschlag von erhöhten Niederschlagsmengen aus dem Stadt- und Hafen-
gebiet kann die Seeschleuse zum Sielen benutzt werden. Dabei sind die Tore
im Außen- und im Binnenhaupt jeweils geschlossen und die Schütze in beiden
Toren werden geöffnet.
Dieser Betriebsfall ist in einer gesonderten Betriebsanweisung zu regeln und
ggf. zu automatisieren.
- Betriebsarten / Bedienebenen
Prinzipiell ist die Seeschleuse im Automatikbetrieb zu bedienen. Ein
Umschalten auf manuellen Betrieb ist grundsätzlich möglich (ohne Umgehung
von relevanten Sicherheitsfunktionen) und ggf. punktuell auch sinnvoll.
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Folgende Betätigungsebenen sind festgelegt:
- Betätigungsebene Steuerstand/Touch-Panel = Priorität 1
Zentrale Überwachung und Steuerung der Tore im Normalfall
- Betätigungsebene "Vor Ort" = Priorität 2
Die elektromechanischen Seilwinden und die Schützzylinder sind direkt vor
Ort zu bedienen. Die Steuerung der Komponenten von der Vor-Ort-
Betätigungsebene erfolgt unter Umgehung der Automatisierungsprozesse.
Zusätzlich sind für die Schützzylinder und den Torantrieb Handräder
vorgesehen, für die Seilwinden steht bei Stromausfall ein weiterer
Dieselmotor für den stromlosen Betrieb zur Verfügung.
Die Vor-Ort-Steuerstelle gilt als reine Reparatur- und Not-Bedienebene.
- Not-Aus-Betätigung
Not-Aus-Taster sind an jedem Antrieb und am Schaltpult vorgesehen. Bei der
Betätigung werden jeweils Antriebsgruppen oder verfahrenstechnisch
zusammenhängende Bereiche abgeschaltet.
Das neu zu errichtende Binnenhaupt mit dem neuen Verschlusskörper und der
zugehörigen Antriebstechnik führt bezogen auf die Torbewegungen und die
prinzipielle Funktionsweise der Tore zu keinen wesentlichen Veränderungen
gegenüber der vorhandenen Anlage. Die Vorbereitungen und der Ablauf für die
Schleusungsvorgänge sind analog dem derzeitigen Zustand.
Anlage:
Funktionsablauf
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