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| Vergabenummer | LfU_13_28/2026 |
|---|---|
| Vergabeverfahren | Brut- und Rastvogelerfassung in EU-Vogelschutzge- bieten 2027/2028 |
Leistungsbeschreibung (LB) vom 24.07.2026
Inhaltsverzeichnis 1 Veranlassung .................................................................................................................. 1
2 Lose und Gebietskulisse ................................................................................................. 3 3 Konkrete Leistungsbeschreibung der Beauftragung ........................................................ 6
3.3.1 Vollständige Bestandserfassung relevanter Brutvogelarten ............................. 10 3.3.2 Rastbestandserfassung relevanter Zugvogelarten .......................................... 16 3.3.3 Datenerfassung ............................................................................................... 20
4 Anforderungen an die Kommunikation, die Zusammenarbeit und das Personal .............22
5 Ausführungsbestimmungen ...........................................................................................25
5.1.1 Leistungsort .................................................................................................... 25 5.1.2 Erfüllungsort .................................................................................................... 25 5.1.3 Gerichtsstand .................................................................................................. 25
6 Anlagen zur Leistungsbeschreibung (Anlagen LB) .........................................................27
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1 Veranlassung
Hintergrund
Mit Inkrafttreten des novellierten Bundesnaturschutzgesetzes (BNatSchG) am 01.03.2010 ist
das Monitoring gemäß EU-Richtlinie 2009/147/EG („Vogelschutz-Richtlinie“) in § 6 BNatSchG
eingegliedert worden. Dies umfasst insbesondere die Beobachtung des Erhaltungszustands
der europäischen Vogelarten und ihrer Lebensräume. Entsprechend § 7 Abs. 2 Nr. 12
BNatSchG gelten alle in Europa natürlich vorkommenden Vogelarten als „europäische Vogel-
arten“.
Nach Artikel 9 der Fauna-Flora-Habitat (FFH)-Richtlinie (92/43/EWG) beurteilt die EU-Kom-
mission in regelmäßigen Zeitabständen den Beitrag von Natura 2000 zur Verwirklichung der
Ziele aus FFH- und Vogelschutz-Richtlinie. Dies erfordert, den Inhalt der Standarddatenbögen
(SDB) in regelmäßigen Abständen anhand verfügbarer Informationen zu jedem Gebiet des
Netzes zu aktualisieren (Durchführungsbeschluss der Kommission 2011/484/EU). Dafür sind
Informationen zu Beständen, Bestandsentwicklungen und Lebensräumen der gemäß Artikel 4
Absätze (1) und (2) der EU-Richtlinie 2009/147/EG relevanten Arten erforderlich.
Das Monitoring in EU-Vogelschutzgebieten (VSG) als Teil des europäischen Natura 2000-Net-
zes gehört zum Monitoring europäischer Vogelarten und ihrer Lebensräume gemäß § 6
BNatSchG. Als Teilprogramm dient es (gemäß Richtlinien oder Verordnungen 92/43/EWG,
2009/147/EG und 2019/1010)
der Ermittlung von Beständen relevanter Vogelarten mindestens einmalig im sechs- jährigen Berichtsturnus für jedes VSG, der kontinuierlichen Ermittlung der Bestandsentwicklung und gebietsbezogener Erhal- tungszustände maßgeblicher Brutvogelarten, der kontinuierlichen Ermittlung der Bestandsentwicklung und gebietsbezogener Erhal- tungszustände maßgeblicher Zug- und Gastvogelarten sowie der standardisierten Erfassung von Habitatinformationen, Beeinträchtigungen und Gefährdungen auf der Gesamtfläche der VSG zur umfassenden Bewertung der Er- haltungszustände relevanter Vogelarten und ihrer Lebensräume.
Das standardisierte Monitoring in den VSG in Rheinland-Pfalz begann mit einem Pilotprojekt
2025/2026 in zehn ausgewählten VSG (gemäß Koalitionsvertrag für Rheinland-Pfalz im Zeit-
raum 2021–2026). Daher sind die gebietsspezifischen Datengrundlagen und -qualitäten der-
zeit vielfach noch unbefriedigend und die Landesdaten erlauben keine Ermittlung statistisch
belastbarer Bestandstrends und der Erhaltungszustände für die maßgeblichen Vogelarten in
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den rheinland-pfälzischen VSG. Dies verhindert insbesondere eine angemessene Prioritäten-
und Zielplanung der Naturschutzbehörden für Maßnahmen, um – sofern nicht vorliegend –
gute Erhaltungszustände der relevanten Arten zu erreichen. Das hier ausgeschriebene Aufga-
benpaket dient der ergänzenden Erfassung in weiteren VSG mit Hinblick auf den nächsten
Vogelschutzbericht im Jahr 2031 (Datenperiode 2023–2028). Die erwarteten Daten dienen der
Erfüllung der Berichtspflichten gegenüber der EU nach Artikel 12 der Richtlinie 2009/147/EG
und der Verordnung 2019/1010. Perspektivisch (idealerweise ab 2029) sollen alle rheinland-
pfälzischen VSG in einem sechsjährigen Berichtsturnus gemäß eines standardisierten Moni-
toring-Konzepts erfasst werden (nicht Bestandteil dieser Vergabe).
Monitoring in EU-Vogelschutzgebieten
2011 hat die Länderarbeitsgemeinschaft der Vogelschutzwarten (LAG VSW) zusammen mit
dem Dachverband Deutscher Avifaunisten e. V. (DDA) und dem Bundesamt für Naturschutz
(BfN) Empfehlungen zum Monitoring europäischer Vogelarten und ihrer Lebensräume vorge-
legt (LAG VSW et al., 2011). Diese verfolgen das Ziel, einen bundesweit einheitlichen Stan-
dard zur Datenerhebung zu formulieren. Dabei lassen die für das Monitoring in VSG genann-
ten Grundsätze ausreichend Raum für landesspezifische Anpassungen. Die Ergebnisse des
Monitorings bilden die Grundlage für das Gebietsmanagement vor dem Hintergrund der jewei-
ligen Erhaltungsziele und für die Berichtspflicht nach Art. 12 der Richtlinie 2009/147/EG. Au-
ßerdem dienen sie als Referenz für Entscheidungen bei Vor- und Verträglichkeitsprüfungen.
Zwecks Erhebung von Grundlagendaten in EU-Vogelschutzgebieten zur Verbesserung der
Datenqualität für den nächsten Vogelschutzbericht (Berichtsperiode 2023–2028) und zur effi-
zienten Planung des zukünftigen VSG-Monitorings, der Umsetzung des „Griechenland-Urteils“
(EuGH in einem Vorabentscheidungsersuchen eines griechischen Gerichts nach Art. 267
AEUV, 12.9.2024 – C-66/23) sowie der Umsetzung der „Wiederherstellungsverordnung“ (EU-
Verordnung 2024/1991), soll dieses Vergabeverfahren Grundlagendaten zu Vorkommen und
Verbreitung relevanter Arten gemäß Artikel 4 Absätze (1) und (2) der EU-Richtlinie
2009/147/EG in möglichst allen rheinland-pfälzischen VSG bereitstellen.
Leistungsübersicht
Kernaufgabe der zu erbringenden Leistung ist die Durchführung einjähriger systematischer
Erfassungen in 44 ausgewählten EU-Vogelschutzgebieten. Die Bearbeitung der Lose 1–21
erfolgt im Jahr 2027, die Bearbeitung der Lose 22–42 erfolgt im Jahr 2028 (s. Ziff. 2 dieser
LB).
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Die durch den Auftragnehmer (AN) zu erbringende Leistung „Brut- und Rastvogelerfassung in
EU-Vogelschutzgebieten 2027/2028“ besteht aus den folgenden Bestandteilen:
-
Teilnahme an Abstimmungsgesprächen;
-
Vorbereitung, Planung und Koordination der Geländearbeiten gem. Ziff. 3 dieser LB;
-
Vollständige Erfassung der Brutbestände relevanter Vogelarten gemäß Artikel 4 Absätze
(1) und (2) der EU-Richtlinie 2009/147/EG je nach Los 2027 oder 2028 (Bestandserfas-
sung, s. Ziff. 3.3.1 dieser LB);
- Ermittlung der Bestände relevanter Zug- und Rastvogelarten sowie Winter- (soweit inner-
halb der Erfassungsfristen möglich, s. Ziff. 5.3 dieser LB) und Mausergäste gemäß Artikel
4 Absätze (1) und (2) der EU-Richtlinie 2009/147/EG je nach Los 2027 oder 2028 (Rast-
bestandserfassung, s. Ziff. 3.3.2 dieser LB);
- Datenerfassung und –eingabe per App NaturaList (Erfassungsmodule „Standardisierte
Revierkartierung, StaR“ und „Standardisierte Rastvogelerfassung, StaR-trek“, s. Ziff. 3.3.3
dieser LB);
- Berücksichtigung ergänzender externer Daten aus anderen Quellen, z. B. Monitoring ras-
tender Wasservögel, ornitho.de (s. Ziff. 3.4 dieser LB);
- Datenbereitstellung (Reviermittelpunkte) für den Auftraggeber (AG) je nach Los 2027 oder
2028 (s. Ziff. 3.5 dieser LB sowie Formatvorlage "Geopackage SP-Artendaten", Anlage
LB 4);
- Erstellung eines Ergebnis-Berichts mit Ergebnissen der jeweils einjährigen Erfassung je
Los (s. Ziff. 3.5 dieser LB).
Die genaue Beschreibung der zu erbringenden Leistungen sind vornehmlich Kapitel 3 und die
Ausführungsbestimmungen Kapitel 5 dieser Leistungsbeschreibung zu entnehmen.
2 Lose und Gebietskulisse
Die hier beschriebene Leistung ist in Lose aufgeteilt, die jeweils in einem der beiden Jahre zu
bearbeiten sind: Lose 1–21 im Jahr 2027 und Lose 22–42 im Jahr 2028 (s. Tabelle 2). Lage-
bedingt sind in zwei Fällen jeweils zwei VSG zu einer Monitoring-Einheit und damit zu einem
Los zusammengefasst, sodass insgesamt 42 Lose Bestandteil dieser Vergabe sind.
Gemäß der Ausdehnung der Lebensraumkategorien Wälder und Heiden (= Wald), Offenland
bzw. nicht-Wald, inkl. z. B. Schilfgebiete und andere nicht landwirtschaftlich genutzte Flächen
(= Agrarlandschaft) sowie Still- und Fließgewässer (= Binnengewässer) je VSG variiert die zu
bearbeitende Fläche in den einzelnen VSG. In VSG mit über 1.000 ha Fläche der Lebens-
raumkategorien Wald oder Agrarlandschaft erfolgt die Erfassung relevanter Brutvogelarten auf
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ausgewählten Repräsentativen Habitat-Teilflächen (RHT) der jeweiligen Lebensraumkatego-
rie (Lose 2, 3, 5, 8, 11, 15, 17, 20, 27, 29, 30, 36, 39 und 41). Dabei sind die erforderlichen
Mindestflächenanteile zu berücksichtigen (Tabelle 1).
Tabelle 1: Zu kartierende Repräsentative Habitat-Teilflächen (RHT) im Verhältnis zur Ausdeh- nung der Lebensraumkategorien (LR) in den VSG in RLP.
| FLÄCHE LEBENSRAUMKATEGORIE IM VSG | ZU KARTIERENDE TEILFLÄCHE (RHT) | ||||
|---|---|---|---|---|---|
| bis 1.000 ha | 100 % der LR | ||||
| > 1.000–5.000 ha | mind. 1.000 ha | ||||
| > 5.000–10.000 ha | mind. 1.500 ha | ||||
| > 10.000 ha | mind. 2.000 ha |
Für die RHT-Methode qualifizieren sich im Rahmen dieses Projekts 14 VSG (Tabelle 2), mit
Teilflächenerfassung in der Lebensraumkategorie Wald in den VSG „Ahrgebirge“ (Los 2), „Mit-
telrheintal“ (Los 5), „Nahetal“ (Los 8), „Speyerer Wald, Nonnenwald und Bachauen zwischen
Geinsheim und Hanhofen“ (Los 15), „Offenbacher Wald, Bellheimer Wald und Queichwiesen“
(Los 17), „Mittel- und Untermosel“ (Los 29), „Lahnhänge“ (Los 30), „Wälder westlich Kirch-
heimbolanden“ (Los 36), „Pfälzerwald“ (Los 39) und „Bienwald und Viehstrichwiesen“ (Los 41)
sowie in der Lebensraumkategorie Agrarlandschaft in den VSG „Ahrgebirge“ (Los 2), „Dünen-
und Sandgebiet Mainz-Ingelheim“ (Los 3), „Mittelrheintal“ (Los 5), „Nahetal“ (Los 8), „Ober-
Hilbersheimer Plateau“ (Los 11), „Speyerer Wald, Nonnenwald und Bachauen zwischen Ge-
insheim und Hanhofen“ (Los 15), „Offenbacher Wald, Bellheimer Wald und Queichwiesen“
(Los 17), „Maifeld Kaan-Lonnig“ (Los 27), „Mittel- und Untermosel“ (Los 29), „Pfälzerwald“ (Los
- und „Bienwald und Viehstrichwiesen“ (Los 41). Dort sind im Rahmen der Bestandserfas-
sung (s. Ziff. 3.3.1 dieser LB) statt der Gesamtfläche nur die RHT zu bearbeiten. Alle anderen
VSG sind jeweils vollständig zu bearbeiten. Die Auswahl der RHT erfolgte per GIS-Anwendung
durch die VSW (s. Anlagen LB 2 und LB 3).
Tabelle 2: Lose, Lebensraumanteile und relevante Teilflächen-Auswahl (RHT) für EU-Vogel- schutzgebiete (VSG) ab 1.000 ha Größe und sich daraus ergebende Kartierungsfläche je Le- bensraumkategorie (in Klammern) und VSG in Rheinland-Pfalz.
| LOS -NR. | VSG | GEBIET | GRÖSSE VSG [ha] | FLÄCHE WALD (RHT) [ha] | FLÄCHE | FLÄCHE BINNEN- GEWÄS- SER [ha] | FLÄCHE KARTIE- RUNG [ha] | ||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| AGRAR- | |||||||||
| LAND- | |||||||||
| SCHAFT | |||||||||
| (RHT) [ha] | |||||||||
| 2027 | |||||||||
| 1 | DE-5213-401 | Neunkhausener Pla- teau | 370 | 25 | 336 | 9 | 370 | ||
| 2 | DE-5507-401 | Ahrgebirge | 30.423 | 26.167 (2.507) | 4.180 (1.220) | 76 | 3.803 | ||
| 3 | DE-6014-401 | Dünen- und Sandge- biet Mainz-Ingelheim | 2.414 | 751 | 1.660 (1.026) | 3 | 1.780 | ||
| 4 | DE-5706-401 | Vulkaneifel | 1.125 | 629 | 496 | 1.125 |
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| LOS -NR. | VSG | GEBIET | GRÖSSE VSG [ha] | FLÄCHE WALD (RHT) [ha] | FLÄCHE | FLÄCHE BINNEN- GEWÄS- SER [ha] | FLÄCHE KARTIE- RUNG [ha] | ||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| AGRAR- | |||||||||
| LAND- | |||||||||
| SCHAFT | |||||||||
| (RHT) [ha] | |||||||||
| 5 | DE-5711-401 | Mittelrheintal | 15.153 | 13.076 (2.127) | 2.075 (1.279) | 2 | 3.409 | ||
| 6 | DE-6013-403 | NSG Hinter der Mort- kaute | 19 | 18 | 1 | 19 | |||
| 7 | DE-6116-402 | Schilfgebiete zwi- schen Gimbsheim und Oppenheim in- klusive Fischsee | 397 | 36 | 360 | 1 | 397 | ||
| 8 | DE-6210-401 | Nahetal | 12.747 | 8.671 (1.511) | 3.858 (1.803) | 218 | 3.532 | ||
| 9 | DE-6215-401 | Höllenbrand | 600 | 2 | 598 | 600 | |||
| 10 | DE-6216-401 | Eich-Gimbsheimer Altrhein | 666 | 59 | 484 | 123 | 666 | ||
| 11 | DE-6014-403 | Ober-Hilbersheimer Plateau | 2.500 | 10 | 2.490 (1.178) | 1.178 | |||
| 12 | DE-6416-401 | Bobenheimer und Roxheimer Altrhein mit Silbersee | 404 | 48 | 144 | 212 | 404 | ||
| 13 | DE-6512-301 | Mehlinger Heide | 399 | 200 | 199 | 399 | |||
| 14 | DE-6516-401 | Neuhofener Altrhein mit Prinz-Karl-Wörth | 363 | 130 | 123 | 110 | 363 | ||
| 15 | DE-6616-402 | Speyerer Wald, Non- nenwald und Bach- auen zwischen Gein- sheim und Hanhofen | 8.007 | 5.956 (1.548) | 2.019 (1.198) | 32 | 2.778 | ||
| 16 | DE-6710-401 | Hornbach und Sei- tentäler | 690 | 167 | 523 | 690 | |||
| 17 | DE-6715-401 | Offenbacher Wald, Bellheimer Wald und Queichwiesen | 5.316 | 3.544 (1.054) | 1.756 (1.189) | 16 | 2.259 | ||
| 18 | DE-6716-404 | Heiligensteiner Wei- her | 44 | 14 | 24 | 6 | 44 | ||
| 19 | DE-6815-401 | Neupotzer Altrhein | 238 | 42 | 107 | 89 | 238 | ||
| 20 | DE-6816-402 | Hördter Rheinaue in- klusive Kahnbusch und Oberscherpfer Wald | 1.976 | 1.314 (1.093) | 336 | 326 | 1.755 | ||
| DE-6816-403 | Karlskopf und Lei- mersheimer Altrhein | 150 | 105 | 3 | 42 | 150 | |||
| 21 | DE-6915-402 | Wörther Altrhein und Wörther Rheinhafen | 239 | 19 | 32 | 188 | 239 | ||
| 2028 | |||||||||
| 22 | DE-7015-405 | Neuburger Altrheine | 108 | 14 | 71 | 23 | 108 | ||
| 23 | DE-5409-401 | Ahrmündung | 167 | 15 | 146 | 6 | 167 | ||
| 24 | DE-5412-401 | Westerwälder Seen- platte | 416 | 147 | 116 | 153 | 416 | ||
| 25 | DE-5509-401 | Laacher See | 354 | 13 | 9 | 332 | 354 | ||
| 26 | DE-5609-401 | Unteres Mittelrhein- gebiet | 2.066 | 1.047 | 1.017 | 2 | 2.066 | ||
| 27 | DE-5610-401 | Maifeld Kaan-Lonnig | 1.227 | 14 | 1.211 (1.004) | 2 | 1.020 | ||
| 28 | DE-5709-401 | Maifeld Einig-Naun- heim | 609 | 12 | 597 | 609 | |||
| 29 | DE-5809-401 | Mittel- und Untermo- sel | 15.881 | 14.406 (2.240) | 1.375 (1.081) | 100 | 3.421 |
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| LOS -NR. | VSG | GEBIET | GRÖSSE VSG [ha] | FLÄCHE WALD (RHT) [ha] | FLÄCHE | FLÄCHE BINNEN- GEWÄS- SER [ha] | FLÄCHE KARTIE- RUNG [ha] | ||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| AGRAR- | |||||||||
| LAND- | |||||||||
| SCHAFT | |||||||||
| (RHT) [ha] | |||||||||
| 30 | DE-5611-401 | Lahnhänge | 1.500 | 1.279 (1.153) | 221 | 1.374 | |||
| 31 | DE-6014-402 | Selztal zwischen Hahnheim und Ingel- heim | 381 | 10 | 366 | 5 | 381 | ||
| 32 | DE-6315-401 | Klärteiche Offstein | 65 | 24 | 41 | 65 | |||
| 33 | DE-6015-301 | NSG Laubenheimer- Bodenheimer Ried | 72 | 6 | 59 | 7 | 72 | ||
| 34 | DE-6016-302 | NSG Kisselwörth und Sändchen | 73 | 48 | 25 | 73 | |||
| 35 | DE-6304-401 | Saargau Bilzin- gen/Fisch | 322 | 2 | 320 | 322 | |||
| 36 | DE-6313-401 | Wälder westlich Kirchheimbolanden | 3.209 | 2.967 (1.004) | 239 | 3 | 1.246 | ||
| 37 | DE-6616-401 | Otterstadter Altrhein und Angelhofer Alt- rhein inklusive Bins- feld | 1.172 | 453 | 146 | 573 | 1.172 | ||
| 38 | DE-6716-401 | NSG Mechtershei- mer Tongruben | 33 | 14 | 19 | 33 | |||
| DE-6716-402 | Berghausener und Lingenfelder Altrhein mit Insel Flotzgrün | 1.805 | 884 | 448 | 473 | 1.805 | |||
| 39 | DE-6812-401 | Pfälzerwald | 30.232 | 26.787 (2.535) | 3.393 (1.081) | 52 | 3.668 | ||
| 40 | DE-6816-404 | Sondernheimer Ton- gruben | 43 | 5 | 37 | 1 | 43 | ||
| 41 | DE-6914-401 | Bienwald und Vieh- strichwiesen | 16.345 | 13.061 (2.024) | 3.242 (1.061) | 42 | 3.127 | ||
| 42 | DE-6915-403 | Goldgrund und Dax- lander Au | 852 | 373 | 239 | 240 | 852 |
Der AG weist darauf hin, dass Los 34 Rheininseln umfasst. Dies ist bei der Angebotserstellung
durch den AN zu berücksichtigen.
3 Konkrete Leistungsbeschreibung der Beauftragung
Der AN verpflichtet sich zur Erbringung der nachstehend beschriebenen Leistungen, wobei die
zeitliche Aufteilung und die sich daraus ergebenden Vertragslaufzeiten, Ausführungs- und
Auszahlungsfristen (für Details siehe Ziff. 5 Ausführungsbestimmungen) zu beachten sind.
Abstimmungsgespräche
Abstimmungsgespräche werden per E-Mail oder telefonisch vereinbart. Sie werden je nach
Bedarf auf Veranlassung des AG in Präsenz am Sitz des AG (Kaiser-Friedrich-Str. 7, 55116
Mainz) oder als Videokonferenz durchgeführt. Vom AN sind über den Bearbeitungszeitraum
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maximal zwei (2) ca. zweistündige (2 h) Abstimmungsgespräche pro Los einzuplanen (Be-
sprechung Methodik, Begehungs- und Einsatzplan vor Erfassungsbeginn sowie Abschlussge-
spräch), an denen mindestens die für die Projektbearbeitung hauptverantwortliche Person mit
entsprechender Sachkunde gem. Ziff. 4.3 (Punkt (1) bis (5)), teilnehmen muss. Die Vergü-
tung erfolgt pauschal je Abstimmungsgespräch gem. Pos. 1a bzw. 1b (Formular 302 Preisblatt)
unabhängig von der vom AN zur Teilnahme eingesetzten Personen.
Erhält der AN den Zuschlag für mehrere Lose, nimmt mind. eine für die Projektbearbeitung
hauptverantwortliche Person mit entsprechender Sachkunde gem. Ziff. 4.3 Punkt (1) bis
(5), die aktiv an der Kartierung eines bezuschlagten Loses beteiligt ist, verpflichtend teil.
Demensprechend erhält der AN die Pauschale gemäß Pos. 1a und Pos. 1b (Formular 302
Preisblatt pro Los separat auszufüllen) nur einmal ausgezahlt. Werden durch den AN für die
verschiedenen Lose unterschiedliche Pauschalen für Pos. 1a und Pos. 1b angeboten, erfolgt
die Vergütung in Form des arithmetischen Mittelwertes aus den Preispositionen der bezu-
schlagten Lose.
Der AN erstellt für jedes durchgeführte Abstimmungsgespräch ein Ergebnisprotokoll und stellt
dieses dem AG binnen 15 Werktagen (Werktage sind Montag bis Freitag mit Ausnahme von
Feiertagen am Sitz des Auftragnehmers), bezogen auf den Tag des zugrundeliegenden Ge-
sprächs, zur Verfügung. Mögliche Anpassungserfordernisse seitens des AG teilt er dem AN
binnen 14 Werktagen mit und werden vom AN umgehend eingefügt.
Die Durchführung dieser Abstimmungsgespräche wird vom AG organisiert. Zur Teilnahme an
Videokonferenzen sind keine speziellen kostenpflichtigen Programme (Software) erforderlich.
Im Falle einer Videokonferenz werden dem AN notwendige Zugangsdaten bereitgestellt, über
welche sich dieser in die Konferenz einwählen kann. Für die Teilnahme ist ein Internetzugang,
ein Lautsprecher und ein Mikrofon erforderlich. Die Verwendung einer Kamera ist dem Teil-
nehmer freigestellt.
Relevante Brut- und Rastvogelarten
Gemäß Artikel 4 Absätze (1) und (2) der EU-Richtlinie 2009/147/EG sind in den VSG grund-
sätzlich alle Arten des Anhang I der o. g. Richtlinie sowie regelmäßige Zugvogelarten für
die VSG-Erfassungen von Relevanz (Tabelle 3). Ein VSG kann für eine relevante Art die
Funktion eines Vermehrungs- und/oder eines Rastgebietes erfüllen. Grundsätzlich sind alle
Arten immer mitzuerfassen, auch wenn sie nicht für die Gebietsmeldung ausschlaggebend
gewesen sind (s. Anlage 2 zu LNatSchG Rheinland-Pfalz i. d. F. v. 29.12.2025) oder sie nicht
regelmäßig in Rheinland-Pfalz brüten, mausern, rasten oder überwintern (s. Tabelle 4).
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Tabelle 3: Gezielt zu erfassende regelmäßige Brut- und/oder Rastvogelarten in Rheinland-Pfalz gemäß Artikel 4 Absätze (1, fett) und (2) der EU-Richtlinie 2009/147/EG.
| REGELMÄSSIGE BRUTVÖGEL IN RLP | REGELMÄSSIGE RASTVÖGEL IN RLP |
|---|---|
| Austernfischer, Bartmeise, Baumfalke, Baumpieper, Bekas- sine, Beutelmeise, Bienenfresser, Birkenzeisig, Blässhuhn, Blaukehlchen, Brandgans, Braunkehlchen, Buchfink, Dohle, Dorngrasmücke, Drosselrohrsänger, Eichelhäher, Eisvogel, Feldlerche, Feldschwirl, Fichtenkreuzschnabel, Fitis, Flussre- genpfeifer, Flussseeschwalbe, Gänsesäger, Gartengrasmü- cke, Gartenrotschwanz, Gebirgsstelze, Gelbspötter, Goldam- mer, Grauammer, Graugans, Graureiher, Grauschnäpper, Grauspecht, Habicht, Haselhuhn, Haubentaucher, Heideler- che, Kernbeißer, Kiebitz, Klappergrasmücke, Knäkente, Kol- benente, Kolkrabe, Kormoran, Krickente, Kuckuck, Lach- möwe, Löffelente, Mauersegler (Baumbrüter), Mäusebus- sard, Mittelmeermöwe, Mittelspecht, Mönchsgrasmücke, Nachtigall, Nachtschwalbe, Neuntöter, Orpheusspötter, Pi- rol, Purpurreiher, Raubwürger, Raufußkauz, Reiherente, Rohrammer, Rohrschwirl, Rohrweihe, Rothalstaucher, Rot- kehlchen, Rotmilan, Schafstelze, Schilfrohrsänger, Schnat- terente, Schwarzhalstaucher, Schwarzkehlchen, Schwarzmi- lan, Schwarzspecht, Schwarzstorch, Singdrossel, Sommer- goldhähnchen, Sperber, Sperlingskauz, Star, Steinschmät- zer, Stockente, Sumpfrohrsänger, Tafelente, Teichhuhn, Teichrohrsänger, Trauerschnäpper, Turmfalke, Turteltaube, Uferschwalbe, Uhu, Wacholderdrossel, Wachtel, Wachtel- könig, Waldlaubsänger, Waldohreule, Waldschnepfe, Wan- derfalke, Wasserralle, Weißstorch, Wendehals, Wespen- bussard, Wiedehopf, Wiesenpieper, Wiesenweihe, Winter- goldhähnchen, Zaunammer, Zaunkönig, Zilpzalp, Zippam- mer, Zwergdommel, Zwergtaucher. | Alpenstrandläufer, Bachstelze, Bartmeise, Baumfalke, Baumpieper, Bekassine, Bergente, Bergpieper, Beutelmeise, Blässgans, Blässhuhn, Blaukehlchen, Brachpieper, Brachvo- gel, Brandgans, Braunkehlchen, Bruchwasserläufer, Drossel- rohrsänger, Dunkelwasserläufer, Feldlerche, Feldschwirl, Fischadler, Flussregenpfeifer, Flussseeschwalbe, Flussufer- läufer, Gänsesäger, Goldammer, Goldregenpfeifer, Grauam- mer, Graugans, Graureiher, Grünschenkel, Haubentaucher, Heidelerche, Heringsmöwe, Höckerschwan, Kampfläufer, Kiebitz, Kiebitzregenpfeifer, Knäkente, Knutt, Kolbenente, Kormoran, Kornweihe, Kranich, Krickente, Lachmöwe, Löf- felente, Mauersegler, Mehlschwalbe, Merlin, Mittelmeer- möwe, Mittelsäger, Moorente, Mornellregenpfeifer, Oh- rentaucher, Ortolan, Pfeifente, Pfuhlschnepfe, Prachttau- cher, Purpurreiher, Raubseeschwalbe, Raubwürger, Rauch- schwalbe, Regenbrachvogel, Reiherente, Ringdrossel, Rohr- ammer, Rohrdommel, Rohrschwirl, Rohrweihe, Rotdrossel, Rothalstaucher, Rotmilan, Rotschenkel, Säbelschnäbler, Samtente, Sanderling, Sandregenpfeifer, Schafstelze, Schell- ente, Schilfrohrsänger, Schnatterente, Schwarzhalstaucher, Schwarzkehlchen, Schwarzkopfmöwe, Schwarzmilan, Schwarzstorch, Sichelstrandläufer, Silbermöwe, Silberrei- her, Spießente, Star, Steinschmätzer, Steinwälzer, Steppen- möwe, Sterntaucher, Stockente, Sturmmöwe, Sumpf- ohreule, Sumpfrohrsänger, Tafelente, Teichhuhn, Teichrohr- sänger, Temminckstrandläufer, Trauerente, Trauersee- schwalbe, Tundrasaatgans, Tüpfelsumpfhuhn, Ufer- schnepfe, Uferschwalbe, Wacholderdrossel, Wachtel, Wach- telkönig, Waldwasserläufer, Wanderfalke, Wasserralle, Weißstorch, Weißwangengans, Wiesenpieper, Wiesen- weihe, Zwergdommel, Zwergmöwe, Zwergsäger, Zwerg- schnepfe, Zwergseeschwalbe, Zwergstrandläufer, Zwerg- taucher |
In allen VSG erfolgt eine systematische „gezielte“ Erfassung der gem. Art. 4 Abs. 1 (fett mar-
kiert) und Abs. 2 der EU-Richtlinie 2019/149/EG in Tabelle 3 gelisteten Arten, d. h. diese Arten
bestimmen die Erfassungszeiträume und -häufigkeiten im jeweiligen VSG (s. Ziff. 3.3 dieser
LB). Allen anderen in Tabelle 4 gelisteten Arten gem. Art. 4 Abs. 1 (fett markiert) und Abs. 2
der EU-Richtlinie 2019/149/EG sind in allen VSGen bei Anwesenheit vom AN begleitend mit-
zuerfassen („Begleiterfassung“).
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Tabelle 4: Begleitend zu erfassende, unregelmäßige Brut- und/oder Rastvogelarten in Rhein- land-Pfalz gemäß Artikel 4 Absätze (1, fett) und (2) der EU-Richtlinie 2009/147/EG.
| BRUTVÖGEL IN RLP | RASTVÖGEL IN RLP* |
|---|---|
| Auerhuhn, Birkhuhn, Brach- pieper, Kornweihe, Ortolan, Rohrdommel, Schwarzkopf- möwe, Sturmmöwe, Zwerg- seeschwalbe | Adlerbussard, Alpenbraunelle, Alpenkrähe, Alpensegler, Atlantiksturmtaucher, Austernfi- scher, Balkansteinschmätzer, Basstölpel, Baumpieper, Bergfink, Berghänfling, Berglaub- sänger, Bienenfresser, Bindenkreuzschnabel, Birkenzeisig, Blauracke, Brandseeschwalbe, Buchfink, Buschrohrsänger, Dohle, Doppelschnepfe, Dorngrasmücke, Dreizehenmöwe, Drosseluferläufer, Dünnschnabel-Brachvogel, Dünnschnabelmöwe, Eiderente, Eisente, Eismöwe, Eistaucher, Falkenraubmöwe, Feldschwirl, Fichtenkreuzschnabel, Fischmöwe, Fitis, Gartengrasmücke, Gartenrotschwanz, Gelbbrauen-Laubsänger, Gelbschnabeltau- cher, Gelbspötter, Gleitaar, Grasläufer, Graubrust-Strandläufer, Grauschnäpper, Groß- trappe, Grünlaubsänger, Habichtsadler, Häherkuckuck, Halsbandschnäpper, Ibe- rienzilpzalp, Kanadabergente, Kappenammer, Karmingimpel, Kiefernkreuzschnabel, Klap- pergrasmücke, Kleinsumpfhuhn, Korallenmöwe, Krabbentaucher, Krauskopfpelikan, Ku- ckuck, Kuhreiher, Kurzschnabelgans, Kurzzehenlerche, Küstenseeschwalbe, Lachsee- schwalbe, Löffler, Mantelmöwe, Mariskenrohrsänger, Mauerläufer, Maurensteinschmät- zer, Meerstrandläufer, Mönchsgrasmücke, Nachtigall, Nachtreiher, Nachtschwalbe, Neuntöter, Odinshühnchen, Ohrenlerche, Orpheusspötter, Pirol, Polarbirkenzeisig, Prä- riemöwe, Rallenreiher, Raufußbussard, Rennvogel, Ringelgans, Ringschnabelente, Rosaf- lamingo, Rosapelikan, Rosenstar, Rötelfalke, Rötelschwalbe, Rotflügel-Brachschwalbe, Rotfußfalke, Rothalsgans, Rotkehlchen, Rotkehlpieper, Rotkopfwürger, Samtkopf-Gras- mücke, Schelladler, Schlagschwirl, Schlangenadler, Schmarotzerraubmöwe, Schmutz- geier, Schneeammer, Schreiadler, Schwalbenmöwe, Schwarzstirnwürger, Seeadler, Seere- genpfeifer, Seggenrohrsänger, Seidenreiher, Seidenschwanz, Sichler, Singdrossel, Sing- schwan, Skua, Sommergoldhähnchen, Spatelente, Spatelraubmöwe, Sperber, Sperbe- reule, Sperbergrasmücke, Spornammer, Spornpieper, Sprosser, Steinadler, Steinrötel, Stelzenläufer, Steppenflughuhn, Steppenkiebitz, Steppenweihe, Strandpieper, Sumpfläu- fer, Sumpfrohrsänger, Teichwasserläufer, Terekwasserläufer, Thorshühnchen, Tienschan- laubsänger, Tordalk, Trauerschnäpper, Triel, Trottellumme, Turteltaube, Wachtel, Wach- telkönig, Waldlaubsänger, Waldohreule, Waldsaatgans, Waldschnepfe, Weißbart-See- schwalbe, Weißflügel-Seeschwalbe, Weißwangengans, Wellenläufer, Wendehals, Wes- penbussard, Wiedehopf, Wintergoldhähnchen, Würgfalke, Zilpzalp, Zistensänger, Zitro- nenstelze, Zwergadler, Zwergammer, Zwerggans, Zwergohreule, Zwergscharbe, Zwerg- schnäpper, Zwergschwan, Zwergsumpfhuhn, Zwergtrappe |
- Enthält auch Zugvogelarten ohne klar abgrenzbare Rastgebiete oder –ansammlungen.
Begehungstermine und -häufigkeiten werden durch die in Tabelle 3 aufgeführten Arten
bestimmt (s. Ziff. 3.3.1 und 3.3.2 dieser LB). Angelehnt an den „Methodenstandard zur Erfas- sung der Brutvögel Deutschlands“ (nachfolgend kurz: SÜDBECK et al. 2025)1 können ver-
schiedene Arten gemeinsam erfasst werden, wenn sie ähnliche Lebensraumansprüche sowie
tages- und jahreszeitlich ähnliche Erfassungszeiträume aufweisen. Nach TOBIAS et al. (2022)2 lassen sich die Arten aus Tabelle 3 je einer von drei Lebensraumkategorien zuordnen
(Tabelle 5). Die in Tabelle 3 und Tabelle 5 aufgeführten Arten sind grundsätzlich in allen VSG
1 Südbeck P., H. Andretzke, S. Fischer, K. Gedeon, C. Pertl, T. J. Linke, M. Georg, C. könig, T. Schikore, K. Schröder, R. Dröschmeister & C. Sudfeldt (2025): Methodenstandards zur Erfassung der Brutvögel Deutschlands. 1. Überarbeitete Auflage. Münster. 2 Tobias, J. A., C. Sheard & et al. (2022): AVONET: morphological, ecological and geographical data for all birds. – Ecology Letters 25: 581–597. Seite | 9
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immer zu erfassen, auch wenn sie außerhalb der in Tabelle 5 genannten Lebensraumkatego-
rie angetroffen werden (z. B. Kiebitz im Ackerland). Das Begleitmonitoring (alle Arten in
Tabelle 4) findet während der Erfassungstermine für die Arten in Tabelle 3 ohne zusätz-
liche Begehungen statt. Auch diese Arten sind bei Anwesenheit immer mit zu erfassen.
Bestandserfassung in VSG in Rheinland-Pfalz
Nachfolgend beschriebene Vorgaben zu Methodik und Untersuchungsumfang sind für die Er-
fassungen in VSG im Rahmen dieser Ausschreibung zu beachten und einzuhalten. Je VSG
erfolgt eine vollständige einjährige Revierkartierung nach SÜDBECK et al (2025) und eine
zehnmonatige Zählung der Rastvogelarten (Lose 1–21 im Jahr 2027, Lose 22–42 im Jahr
2028). Für die zu erbringenden Leistungen im Rahmen der Freilandarbeit gem. Ziff. 3.3.1 bis
3.3.2 dieser LB sind Personen mit entsprechender Sachkunde gem. Ziff. 4.3 Punkt (1) bis
(3) einzusetzen.
Die VSG-Abgrenzungen, inkl. Lebensraumkategorien nach ATKIS, werden dem AN losweise
in Anlagen LB 2 und LB 3 als Geodatensätze und in Anlage LB 1 als PDF digital zur Verfügung
gestellt. Darüber hinaus werden dem AN die ausgewählten Repräsentativen Habitat-Teilflä-
chen (RHT) für relevante VSG als Geodatensätze bereitgestellt (Anlagen LB 2 und LB 3).
3.3.1 Vollständige Bestandserfassung relevanter Brutvogelarten
Für jedes Los sind im Jahr 2027 (Lose 1–21) bzw. im Jahr 2028 (Lose 22–42) die vollständigen
Bestandsgrößen der relevanten Brutvogelarten gemäß Tabelle 3 per Revierkartierung nach
SÜDBECK et al. (2025) zu ermitteln.
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Tabelle 5: Zuordnung relevanter Brut- und Rastvogelarten gemäß Artikel 4 Absätze (1, fett) und (2) der EU-Richtlinie 2009/147/EG (s. Tabelle 3) zu Lebensraumkategorien nach Tobias et al. (2022).
| LE- | BRUTVÖGEL IN RLP | RASTVÖGEL IN RLP |
|---|---|---|
| BENS- | ||
| RAUM | ||
| d al W | Baumfalke, Baumpieper, Birkenzeisig, Buchfink, Dohle, Dorngrasmücke, Eichelhäher, Fichtenkreuzschnabel, Fi- tis, Gartengrasmücke, Gartenrotschwanz, Gelbspötter, Goldammer, Grauschnäpper, Grauspecht, Habicht, Ha- selhuhn, Heidelerche, Kernbeißer, Klappergrasmücke, Kolkrabe, Kuckuck, Mauersegler (Baumbrüter), Mäuse- bussard, Mittelspecht, Mönchsgrasmücke, Nachtigall, Nachtschwalbe, Neuntöter, Orpheusspötter, Pirol, Raubwürger, Raufußkauz, Rotkehlchen, Rotmilan, Schwarzmilan, Schwarzspecht, Schwarzstorch, Sing- drossel, Sommergoldhähnchen, Sperber, Sperlingskauz, Star, Trauerschnäpper, Turmfalke, Turteltaube, Uhu, Wacholderdrossel, Waldlaubsänger, Waldohreule, Wald- schnepfe, Wanderfalke, Wendehals, Wespenbussard, Wiedehopf, Wintergoldhähnchen, Zaunammer, Zaunkö- nig, Zilpzalp | – |
| t af h c s d n a rl a r g A | Bienenfresser, Braunkehlchen, Feldlerche, Feldschwirl, Grauammer, Schafstelze, Schwarzkehlchen, Stein- schmätzer, Sumpfrohrsänger, Wachtel, Wachtelkönig, Weißstorch, Wiesenpieper, Wiesenweihe, Zippammer | Brachpieper, Brachvogel, Braunkehlchen, Feldlerche, Goldregenpfeifer, Grauammer, Heidelerche, Korn- weihe, Merlin, Mornellregenpfeifer, Neuntöter, Orto- lan, Raubwürger, Ringdrossel, Rotdrossel, Rotmilan, Schafstelze, Schwarzkehlchen, Schwarzmilan, Stein- schmätzer, Sumpfohreule, Wacholderdrossel, Weiß- storch, Wiesenpieper, Wiesenweihe |
| r e s s ä w e G | Austernfischer, Bartmeise, Bekassine, Beutelmeise, Blässhuhn, Blaukehlchen, Brandgans, Drosselrohrsän- ger, Eisvogel, Flussregenpfeifer, Flussseeschwalbe, Gän- sesäger, Gebirgsstelze, Graugans, Graureiher, Hauben- taucher, Kiebitz, Knäkente, Kolbenente, Kormoran, Kri- ckente, Lachmöwe, Löffelente, Mittelmeermöwe, Pur- purreiher, Reiherente, Rohrammer, Rohrschwirl, Rohr- weihe, Rothalstaucher, Schilfrohrsänger, Schnatterente, Schwarzhalstaucher, Stockente, Tafelente, Teichhuhn, Teichrohrsänger, Uferschwalbe, Wasserralle, Zwerg- dommel, Zwergtaucher | Alpenstrandläufer, Bachstelze, Bartmeise, Baumfalke, Bekassine, Bergente, Bergpieper, Beutelmeise, Bläss- gans, Blässhuhn, Blaukehlchen, Brandgans, Bruchwas- serläufer, Drosselrohrsänger, Dunkelwasserläufer, Eis- vogel, Fischadler, Flussregenpfeifer, Flussseeschwalbe, Flussuferläufer, Gänsesäger, Graugans, Graureiher, Grünschenkel, Haubentaucher, Heringsmöwe, Höcker- schwan, Kampfläufer, Kiebitz, Kiebitzregenpfeifer, Knä- kente, Knutt, Kolbenente, Kormoran, Kranich, Krick- ente, Lachmöwe, Löffelente, Mauersegler, Mehlschwal- be, Mittelmeermöwe, Mittelsäger, Moorente, Ohren- taucher, Pfeifente, Pfuhlschnepfe, Prachttaucher, Pur- purreiher, Raubseeschwalbe, Rauchschwalbe, Regen- brachvogel, Reiherente, Rohrammer, Rohrdommel, Rohrschwirl, Rohrweihe, Rothalstaucher, Rotschenkel, Säbelschnäbler, Samtente, Sanderling, Sandregenpfei- fer, Schellente, Schilfrohrsänger, Schnatterente, Schwarzhalstaucher, Schwarzkopfmöwe, Schwarz- storch, Sichelstrandläufer, Silbermöwe, Silberreiher, Spießente, Steinwälzer, Steppenmöwe, Sterntaucher, Stockente, Sturmmöwe, Tafelente, Teichhuhn, Teichro- hrsänger, Temminckstrandläufer, Trauerente, Trauer- seeschwalbe, Tundrasaatgans, Tüpfelsumpfhuhn, Uferschnepfe, Uferschwalbe, Waldwasserläufer, Was- serralle, Zwergdommel, Zwergmöwe, Zwergsäger, Zwergschnepfe, Zwergseeschwalbe, Zwergstrandläu- fer, Zwergtaucher |
Arten mit ähnlichen ökologischen Ansprüchen sowie vergleichbarer Lebensweise und Erfas-
sungsmethodik werden gemeinsam erfasst: Pro Lebensraumkategorie sind die Zielarten mit Seite | 11
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der zugewiesenen Methode, inkl. Begehungsanzahlen je Teil- oder Zählgebiet, zu erfassen
(Tabelle 6). Angelehnt an SÜDBECK et al. (2025) sind für die Bestandserfassung der Brutvo-
gelarten in den VSG von Rheinland-Pfalz lebensraumspezifische (s. Tabelle 5) und artüber-
greifende Erfassungszeitfenster festgelegt. Diese Erfassungszeitfenster sollen pragmatisch
die Erfassung aller relevanten Brutvogelarten je Lebensraumkategorie ermöglichen, d. h. sie
sollen die artspezifischen Erfassungstermine gemäß SÜDBECK et al. (2025) so vollständig
wie möglich abdecken, mind. jedoch zwei Termine je Art. Tabelle 6 fasst die artübergreifenden
Erfassungstermine für die relevanten regelmäßigen Brutvogelarten (gem. Tabelle 3) zusam-
men. Grundsätzlich sind alle relevanten Brutvogelarten unabhängig von der Lebensraumkate-
gorie bei Anwesenheit immer zu erfassen, inkl. Arten der Tabelle 4.
Das Gros der Arten ist für alle drei Lebensraumkategorien mittels Revierkartierung von der
Morgendämmerung bis etwa vier Stunden nach Sonnenaufgang zu erfassen („Standard-Re-
vierkartierung“, StaR). Die einzelnen Lebensraumkategorien unterscheiden sich hinsichtlich
der Begehungsanzahlen und –zeitpunkte (jahreszeitlich) pro Saison (s. Tabelle 6). Tageszeit-
lich abweichende Begehungen sind für nachtaktive Arten erforderlich („Nachtkartierung“,
NK), mit ebenfalls lebensraumabhängig unterschiedlichen Begehungsanzahlen und –zeit-
punkten (s. Tabelle 6). Einige Greifvogelarten und der Schwarzstorch werden auf Ebene grö-
ßerer Landschaftsausschnitte (max. 10.000 ha) von Beobachtungspunkten mit günstiger Ge-
ländeübersicht („Großraumkartierung“, GRK) erfasst (s. Tabelle 6).
Die erwartete zu kartierende Gesamtfläche pro Lebensraumkategorie bzw. pro Methode ist je
Los in Tabelle 7 angegeben. VSG bzw. Lebensraumkategorien < 1.000 ha sind in der Regel
vollständig zu erfassen (= ■ in Tabelle 7). Arten mit großen Aktionsräumen (GRK) werden auf
maximal 10.000 ha großen Landschaftsbereichen erfasst, d. h. VSG < 10.000 ha sind mög-
lichst vollständig zu erfassen, größere VSG mit einem „Zählgebiet“ je 10.000 ha. In VSG ohne
nennenswerte Stillgewässer fokussiert sich die Gewässererfassung auf Fließgewässer und ist
wegen der linearen Ausrichtung als Strecke aufgeführt (betrifft Lose 2, 5, 8, 29). Hier hat der
AN geeignete repräsentative Gewässerabschnitte mit der angegebenen Gesamtlänge (s. Ta-
belle 7) für die Erfassung relevanter Brutvogelarten auszuwählen und zu dokumentieren (1–2
Fließgewässerabschnitte von insgesamt 5 km Länge pro 5.000 ha VSG).
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Tabelle 6: Erfassungstermine relevanter regelmäßiger Brutvogelarten gemäß Artikel 4 Ab- sätze (1) und (2) der EU-Richtlinie 2009/147/EG (s. Tabelle 3) für definierte Lebensraumkatego- rien (s. Tabelle 5) und Methode nach SÜDBECK et al. (2025). Methoden: GRK = Großraumkartierung von Beobachtungspunkten (Landschaftsebene), NK = Erfassung nachtak- tiver Arten, StaR = standardisierte Revierkartierung von Tagesanbruch bis ca. 4 h nach Sonnenaufgang; Lebensräume (kombinierbar): A = Agrarlandschaft, FG = Fließgewässer, G = Stillgewässer, L = Landschafts- ebene, W = Wald; Arten: Bf = Baumfalke, Ev = Eisvogel, Ge = Gebirgsstelze, Ha = Habicht, Mb = Mäusebussard, Rfk = Raufuß- kauz, Rm = Rotmilan, Swm = Schwarzmilan, Sst = Schwarzstorch, Sp = Sperber, Spk = Sperlingskauz, Uh = Uhu, Was = Waldschnepfe, Wf = Wan-derfalke, Wk = Wachtelkönig, Wo = Waldohreule, Wr = Wasserralle, Wsb = Wesepenbussard, Zd = Zwergdommel, Zm = Nachtschwalbe (Ziegenmelker); Erfassungszeiten: A = Anfang (1. Monatsdekade, 1.–10.), M = Mitte (2. Monatsdekade, 11.–20.), E = Ende (3. Monatsdekade, 21.–Monatsende).
| ME- THODE | LE- | ARTEN | JAN. | FEB. | MÄRZ | APRIL | MAI | JUNI | JULI | AUG. | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| BENS- | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| A | A | M | E | E | A | A | M | E | E | A | A | M | E | E | A | A | M | E | E | A | A | M | E | E | A | A | M | E | E | A | A | M | E | E | A | A | M | E | E | |||||||||||||||||||||
| RAUM | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| GRK | L | Bf, Ha, Mb, Rm, Swm, Sst, Sp, Wf, Wsb | 1. | 2. | 3. | 4. | 5. | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| NK | W | Rfk, Spk, Uh, Was, Wo, Zm | 1. | 2. | 3. | 4. | 5. | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| W/G | Rfk, Spk, Uh, Was, Wo, Wr, Zd, Zm | 1. | 2. | 3. | 4. | 5. | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| A | Wk | 1. | 2. | 3. | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| A/G | Wk, Wr, Zd | 1. | 2. | 3. | 4. | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| A/W | Rfk, Spk, Uh, Was, Wk, Wo, Zm | 1. | 2. | 3. | 4. | 5. | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| G | Wr, Zd | 1. | 2. | 3. | 4. | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| StaR | W | Alle ande- ren Arten | 1. | 2. | 3. | 4. | 5. | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| W/G | 1. | 2. | 3. | 4. | 5. | 6. | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| A | 1. | 2. | 3. | 4. | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| A/G | 1. | 2. | 3. | 4. | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| A/W | 1. | 2. | 3. | 4. | 5. | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| G | 1. | 2. | 3. | 4. | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| FG | Ev, Ge | 1. | 2. | 3. |
In VSG mit über 1.000 ha Fläche der Lebensraumkategorien Wald oder Agrarlandschaft –
betrifft die Lose 2, 3, 5, 8, 11, 15, 17, 20, 27, 29, 30, 36, 39 und 41 (vgl. Tabelle 2) – erfolgt
die Erfassung relevanter Brutvogelarten auf ausgewählten Repräsentativen Habitat-Teilflä-
chen (RHT) der jeweiligen Lebensraumkategorie (s. Kapitel 1.3; □ in Tabelle 7). Sollte der Fall
eintreten, dass eine in Anlagen LB2 oder LB 3 festgelegte RHT (betrifft Lose 2, 3, 5, 8, 11, 15,
17, 20, 27, 29, 30, 36, 39 und 41, Tabelle 2) nicht zugänglich ist oder sollte sich das Habitat
innerhalb der RHT so verändert haben (z. B. Landnutzungsänderung), dass die Bearbeitung
der RHT nicht möglich ist, ist der AG umgehend zu informieren. Der AG wird in diesen Fällen
versuchen, dem AN eine alternative RHT in räumlicher Nähe zur ursprünglichen RHT kurzfris-
tig anzubieten, die den Auswahlkriterien entspricht. Seite | 13
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Aufgrund der Flächenausdehnung der Lebensraumkategorien, einschließlich der RHT, ist in
größeren VSG die Unterteilung der Gesamtfläche in pragmatische Erfassungseinheiten (d. h.
während einer Begehung innerhalb des tageszeitlichen Erfassungszeitraumes – in der Regel
Morgendämmerung bis ca. 4 h nach Sonnenaufgang bei StaR – bearbeitbare Fläche) im ei-
genen Ermessen des AN erforderlich, um die Bearbeitung nach SÜDBECK et al. (2025) me-
thodenkonform durchzuführen. Grundsätzlich sind alle Teilflächen und damit die insgesamt zu
bearbeitende Gesamtfläche so oft zu begehen, wie in Tabelle 7 angegeben. Bei VSG, in de-
nen keine Lebensraumkategorie eine Fläche von 1.000 ha wesentlich (< 5 %) überschreitet
(betrifft Lose 1, 4, 6, 7, 9, 10, 12–14, 16, 18, 19, 21–26, 28, 31–35, 37, 40, 42), orientieren sich
die Begehungsanzahlen an der Lebensraumkategorie mit der größten zeitlichen Abdeckung.
Das jeweilige Gesamtgebiet ist entsprechend oft zu begehen, evtl. ergänzt um Zusatzbege-
hungen für die Erfassung von Arten anderer Lebensraumkategorien (z. B. Hauptlebensraum
Wald plus eine Zusatzbegehung im Gesamtgebiet für Gewässerarten: W/G in Tabelle 6 und
Tabelle 7).
Der AN hat zwingend zu gewährleisten, dass die methodenkonforme Erfassung aller relevan-
ten Arten eingehalten wird. Eine nachträgliche Anpassung der Vergütung während der Ver-
tragslaufzeit erfolgt nicht (Ziff. 5.4 Punkt 3). Zusätzlich zu den in Tabelle 3 und Tabelle 5
aufgeführten und gezielt zu erfassenden Arten sind in allen VSG alle weiteren Arten gemäß
Tabelle 4 (Spalte „Brutvögel in RLP“) bei Anwesenheit zwingend mit zu erfassen (Begleitmo-
nitoring).
Tabelle 7: Leistungsübersicht Bestandserfassung 2027 oder 2028 pro Los unter Berücksichti- gung der Erfassungstermine je Lebensraumkategorie (s. Tabelle 6), der jeweils zu kartierenden Fläche und der Begehungsanzahlen pro Zählgebiet. Erfassungstermine nach Lebensraum (kombinierbar, s. Tabelle 6): A = Agrarlandschaft, FG = Fließgewässer, G = Stillgewässer, L = Landschaftsebene, W = Wald; ■ = Gesamtfläche, □ = Teilfläche (RHT, s. Ziff 2 dieser LB); Methode: StaR = Standardrevierkartierung, GRK = Großraumkartierung, NK = Nächtliche Kartierung.
| LOS- NR. | EU-VOGELSCHUTZGEBIET | ERFAS- SUNGSTER- MINE | FLÄCHE [ha] bzw. STRECKE [km] bei FG | BEGEHUNGEN PRO METHODE UND SAISON | |||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| StaR | NK | GRK | |||||||
| 2027 | |||||||||
| 1 | 5213-401 Neunkhausener Plateau | A/W ■ | 370 | 5 | 5 | 5 | |||
| 2 | 5507-401 Ahrgebirge | L □ | 3 × 10.000 | – | – | 5 | |||
| W □ | 2.507 | 5 | 5 | – | |||||
| A □ | 1.220 | 4 | 3 | ||||||
| FG □ | 6 × 5 km | 3 | – | ||||||
| 3 | 6014-401 Dünen- und Sandgebiet Mainz-Ingel- heim | L ■ | 2.414 | – | – | 5 | |||
| W ■ | 754 | 5 | 5 | – | |||||
| A □ | 1.153 | 4 | 3 | ||||||
| 4 | 5706-401 Vulkaneifel | W ■ | 1.125 | 5 | 5 | – |
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| LOS- NR. | EU-VOGELSCHUTZGEBIET | ERFAS- SUNGSTER- MINE | FLÄCHE [ha] bzw. STRECKE [km] bei FG | BEGEHUNGEN PRO METHODE UND SAISON | ||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| StaR | NK | GRK | ||||||||
| 5 | 5711-401 Mittelrheintal | L □ | 2 × 7.500 | – | – | 5 | ||||
| W □ | 2.127 | 5 | 5 | – | ||||||
| A □ | 1.279 | 4 | 3 | |||||||
| FG □ | 3 × 5 km | 3 | – | |||||||
| 6 | 6013-403 NSG Hinter der Mortkaute | A ■ | 19 | 4 | 3 | – | ||||
| 7 | 6116-402 Schilfgebiete zwischen Gimbsheim und Oppenheim inklusive Fischsee | A/W ■ | 397 | 5 | 5 | – | ||||
| 8 | 6210-401 Nahetal | L □ | 2 × 6.000 | – | – | 5 | ||||
| W □ | 1.511 | 5 | 5 | – | ||||||
| A □ | 1.803 | 4 | 3 | |||||||
| FG □ | 2 × 5 km | 3 | – | |||||||
| 9 | 6215-401 Höllenbrand | A ■ | 600 | 4 | 3 | – | ||||
| 10 | 6216-401 Eich-Gimbsheimer Altrhein | W/G ■ | 666 | 6 | 5 | – | ||||
| 11 | 6014-403 Ober-Hilbersheimer Plateau | A □ | 1.179 | 4 | 3 | – | ||||
| 12 | 6416-401 Bobenheimer und Roxheimer Altrhein mit Silbersee | W/G ■ | 404 | 6 | 5 | – | ||||
| 13 | 6512-301 Mehlinger Heide | W ■ | 399 | 5 | 5 | – | ||||
| 14 | 6516-401 Neuhofener Altrhein mit Prinz-Karl- Wörth | W/G ■ | 363 | 6 | 5 | – | ||||
| 15 | 6616-402 Speyerer Wald, Nonnenwald und Bachauen zwischen Geinsheim und Hanhofen | L ■ | 8.007 | – | – | 5 | ||||
| W □ | 1.548 | 5 | 5 | – | ||||||
| A □ | 1.198 | 4 | 3 | |||||||
| G ■ | 32 | 4 | 4 | |||||||
| 16 | 6710-401 Hornbach und Seitentäler | A/W ■ | 690 | 5 | 5 | – | ||||
| 17 | 6715-401 Offenbacher Wald, Bellheimer Wald und Queichwiesen | L ■ | 5.316 | – | – | 5 | ||||
| W □ | 1.054 | 5 | 5 | – | ||||||
| A □ | 1.189 | 4 | 3 | |||||||
| G ■ | 16 | 4 | 4 | |||||||
| 18 | 6716-404 Heiligensteiner Weiher | W/G ■ | 44 | 6 | 5 | – | ||||
| 19 | 6815-401 Neupotzer Altrhein | W/G ■ | 238 | 6 | 5 | – | ||||
| 20 | 6816-402 Hördter Rheinaue inklusive Kahnbusch und Oberscherpfer Wald / 6816-403 Karlskopf und Leimersheimer Altrhein | L ■ | 2.126 | – | – | 5 | ||||
| W □ | 1.093 | 5 | 5 | – | ||||||
| A ■ | 336 | 4 | 3 | |||||||
| G ■ | 326 | 4 | 4 | |||||||
| 21 | 6915-402 Wörther Altrhein und Wörther Rhein- hafen | W/G ■ | 239 | 6 | 5 | – | ||||
| 2028 | ||||||||||
| 22 | 7015-405 Neuburger Altrheine | W/G ■ | 108 | 6 | 5 | – | ||||
| 23 | 5409-401 Ahrmündung | W/G ■ | 167 | 6 | 5 | – | ||||
| 24 | 5412-401 Westerwälder Seenplatte | W/G ■ | 416 | 6 | 5 | – | ||||
| 25 | 5509-401 Laacher See | G ■ | 354 | 4 | 4 | – | ||||
| 26 | 5609-401 Unteres Mittelrheingebiet | A/W ■ | 2.066 | 5 | 5 | – | ||||
| 27 | 5610-401 Maifeld Kaan-Lonnig | A □ | 1.004 | 4 | 3 | – | ||||
| G ■ | 16 | 4 | 4 | |||||||
| 28 | 5709-401 Maifeld Einig-Naunheim | A ■ | 609 | 4 | 3 | – |
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[Seite 17]
| LOS- NR. | EU-VOGELSCHUTZGEBIET | ERFAS- SUNGSTER- MINE | FLÄCHE [ha] bzw. STRECKE [km] bei FG | BEGEHUNGEN PRO METHODE UND SAISON | |||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| StaR | NK | GRK | |||||||
| 29 | 5809-401 Mittel- und Untermosel | L ■ | 2 × 7.900 | – | – | 5 | |||
| W □ | 2.240 | 5 | 5 | – | |||||
| A □ | 1.081 | 4 | 3 | ||||||
| FG □ | 3 × 5 km | 3 | - | ||||||
| 30 | 5611-401 Lahnhänge | F ■ | 1.500 | – | – | 5 | |||
| W □ | 1.026 | 5 | 5 | – | |||||
| A ■ | 221 | 4 | 3 | ||||||
| 31 | 6014-402 Selztal zwischen Hahnheim und Ingel- heim | A/G ■ | 381 | 4 | 4 | – | |||
| 32 | 6315-401 Klärteiche Offstein | A/G ■ | 65 | 4 | 4 | – | |||
| 33 | 6015-301 NSG Laubenheimer-Bodenheimer Ried | A/G ■ | 72 | 4 | 4 | – | |||
| 34 | 6016-302 NSG Kisselwörth und Sändchen | A/W ■ | 73 | 5 | 5 | – | |||
| 35 | 6304-401 Saargau Bilzingen/Fisch | A ■ | 322 | 4 | 3 | – | |||
| 36 | 6313-401 Wälder westlich Kirchheimbolanden | L ■ | 3.209 | – | – | 5 | |||
| W □ | 1.004 | 5 | 5 | – | |||||
| A ■ | 242 | 4 | 3 | ||||||
| 37 | 6616-401 Otterstadter Altrhein und Angelhofer Altrhein inklusive Binsfeld | W/G ■ | 1.172 | 6 | 5 | – | |||
| 38 | 6716-401 NSG Mechtersheimer Tongruben / 6716-402 Berghausener und Lingenfelder Alt- rhein mit Insel Flotzgrün | L ■ | 1.838 | – | – | 5 | |||
| W ■ | 884 | 5 | 5 | – | |||||
| A ■ | 448 | 4 | 3 | ||||||
| G ■ | 473 | 4 | 4 | ||||||
| 39 | 6812-401 Pfälzerwald | L □ | 3 × 10.000 | – | – | 5 | |||
| W □ | 2.535 | 5 | 5 | – | |||||
| A □ | 1.081 | 4 | 3 | ||||||
| G ■ | 52 | 4 | 4 | ||||||
| 40 | 6816-404 Sondernheimer Tongruben | W/G ■ | 43 | 6 | 5 | – | |||
| 41 | 6914-401 Bienwald und Viehstrichwiesen | L □ | 2 × 8.000 | – | – | 5 | |||
| W □ | 2.024 | 5 | 5 | – | |||||
| A □ | 1.061 | 4 | 3 | ||||||
| G ■ | 42 | 4 | 4 | ||||||
| 42 | 6915-403 Goldgrund und Daxlander Au | W/G ■ | 852 | 6 | 5 | – |
3.3.2 Rastbestandserfassung relevanter Zugvogelarten
Für jedes Los sind im Jahr 2027 (Lose 1–21) bzw. im Jahr 2028 (Lose 22–42) während der
definierten Hauptanwesenheitszeiten (s. Tabelle 8) und unter Beachtung der in Ziff. 5.3 dieser
LB genannten Fristen die Rastbestände relevanter Zug- und Rastvogelarten sowie Winter- und
Mausergäste (Individuenanzahlen pro Zählgebiet) zu erfassen (methodisch analog zum Moni-
toring rastender Wasservögel bzw. der Internationalen Wasservogelzählung). Da Durchzugs-
und Rastgeschehen höchst dynamisch sind, bedarf es wiederholter Kontrollen entsprechender
Rastgebiete, um jährliche Rastgebietsmaxima zu ermitteln. Je nach jahreszeitlichem Auftreten Seite | 16
[Seite 18]
(Phänologie) und Durchzugsverhalten/-dynamik der relevanten Arten finden die Zählungen der
Rastbestände dekaden- (1 × in zehn Tagen) oder pentadenweise (1 × in fünf Tagen) statt
(Tabelle 8). Arten mit ähnlichen ökologischen Ansprüchen sowie vergleichbarer Lebensweise
und Erfassungsmethodik werden gemeinsam erfasst.
Da es sich bei den wertgebenden Rastvogelarten überwiegend um gewässergebundene Arten
handelt (s. Tabelle 5), ist in der Regel die Lebensraumkategorie „Gewässer“ (aquatil, ein-
schließlich Uferbereiche und Feuchtgebiete) je VSG vollständig zu erfassen, was nach Auf-
fassung des AG im Rahmen einer Begehung je Erfassungstermin möglich sein sollte (betrifft
Lose 7, 10, 12, 14, 18, 19–25, 32–34, 37, 40 und 42). Ausnahmen betreffen drei Lose (s. auch
Tabelle 9):
Los-Nr. 2 (5507-401 Ahrgebirge): Fokus auf vom AN auszuwählenden und für Rast-
vögel (z. B. Gänsesäger) potenziell geeignet erscheinenden Gewässerabschnitten der
Ahr (max. 76 ha); Los-Nr. 29 (5809-401 Mittel- und Untermosel): Fokus auf Moselabschnitt zwischen
Klotten und Pommern (ca. 100 ha); Los-Nr. 38 (6716-401 NSG Mechtersheimer Tongruben / 6716-402 Berghausener und
Lingenfelder Altrhein mit Insel Flotzgrün): Gewässer (ca. 492 ha), zzgl. der Insel Flotz-
grün mit temporär überflutetem Agrarland (ca. 181 ha).
In allen anderen VSG liegt der Fokus der Rastvogelerfassungen auf der Agrarlandschaft. Da-
bei sind zehn VSG bzw. der Lebensraumanteil „Agrarlandschaft“ darin vollständig zu erfassen
(betrifft Lose 1, 6, 9, 13, 16, 28, 30, 31, 35 und 36; s. Tabelle 9). In größeren VSG hat der AN
besonders geeignete Teilbereiche der Agrarlandschaft (ca. 500 ha) auszuwählen, zu doku-
mentieren (Koordinaten) und zu erfassen (betrifft Lose 3–5, 8, 11, 15, 17, 26, 27, 39 und 41).
Je nach landwirtschaftlicher Nutzung, kann die im Rahmen dieser Ausschreibung für die Rast-
vogelerfassung kontrollierte Fläche saisonal variieren, sollte aber immer eine flächige Ausdeh-
nung von ca. 500 ha aufweisen. Es liegt in der Verantwortung des AN, die für Rastvögel der
Agrarlandschaft besonders geeigneten VSG-Areale zu identifizieren und zu erfassen. Eine
Beschränkung auf die RHT der Brutvogelerfassung ist hierbei nicht erforderlich. Die hiervon
betroffenen VSG weisen in der Regel allenfalls nur sehr kleine Gewässer auf, die nach Mög-
lichkeit mitkontrolliert werden sollten, wenn sie in die Agrarlandschaft integriert sind oder un-
mittelbar daran angrenzen (z. B. Los 8, die Nahe im VSG „Nahetal“).
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[Seite 19]
Tabelle 8: Erfassungstermine relevanter regelmäßiger Rastvogelarten gemäß Artikel 4 Ab- sätze (1) und (2) der EU-Richtlinie 2009/147/EG (s. Tabelle 3) für definierte Lebensraumkatego- rien (s. Tabelle 5) und jahreszeitlichem Auftreten in Rheinland-Pfalz. A = Anfang (1. Monatsdekade, 1.–10.), M = Mitte (2. Monatsdekade, 11.–20.), E = Ende (3. Monatsdekade, 21.– Monatsende), 1 = eine Zählung pro Monatsdekade, 2 = zwei Zählungen pro Monatsdekade (Pentadenzählung).
| Erfassungs- schwerpunkt | JAN. | FEB. | MÄRZ | APRIL | MAI | JUNI | ||||||||||||||||||||||||||||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| A | M | E | A | M | E | A | M | E | A | M | E | A | M | E | A | M | E | |||||||||||||||||||||||
| Agrarlandlandschaft | – | – | 1 | 1 | 2 | 2 | 2 | 2 | 2 | 2 | 1 | – | – | |||||||||||||||||||||||||||
| Gewässer | 1 | 1 | 1 | 1 | 1 | 1 | 1 | 1 | 1 | 2 | 2 | 2 | 2 | 2 | 2 | 1 | 1 | 1 |
| Erfassungs- schwerpunkt | JULI | AUG. | SEPT. | OKT. | NOV. | DEZ. | ∑ Termine | |||||||||||||||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| A | M | E | A | M | E | A | M | E | A | M | E | |||||||||||||||||
| Agrarlandlandschaft | 1 | 1 | 1 | 2 | 2 | 2 | 2 | 2 | 2 | 2 | 2 | 2 | – | – | 36 | |||||||||||||
| Gewässer | 1 | 1 | 1 | 2 | 2 | 2 | 2 | 2 | 2 | 2 | 2 | 2 | – | – | 45 |
Alle Arten sind bei Anwesenheit auch außerhalb dieser Zeitfenster zu erfassen, inkl. Arten der
Tabelle 4 (Spalte „Rastvogelarten in RLP“).
Der AN hat zwingend zu gewährleisten, dass die methodenkonforme Erfassung der relevanten
Arten eingehalten und jedes VSG hinsichtlich der Rastvogelarten gemäß der Flächenangaben
in Tabelle 9 vollständig bearbeitet wird. Eine nachträgliche Anpassung der Vergütung während
der Vertragslaufzeit erfolgt nicht (Ziff. 5.4 Punkt 3).
Die verbindlichen Erfassungszeiträume der Zug- und Rastvogelarten ergeben sich aus dem
jahreszeitlichen Auftreten der betroffenen Arten in Rheinland-Pfalz (z. B. DIETZEN et al. 2016, 2017, 2018 3). Daraus lassen sich für die Bestandserfassung der relevanten Rastvogelarten
lebensraumbezogene Erfassungsschwerpunkte für Vogelarten der Agrarlandschaft und für ge-
wässergebundene Arten (s. Tabelle 5) ableiten und entsprechend artübergreifende Erfas-
sungszeitfenster festlegen (Tabelle 8). Diese Zeitfenster ermöglichen pragmatisch und ge-
bietsspezifisch die Erfassung aller relevanten Gastvogelarten. Rastbestandszählungen erfol-
gen demnach 1–2-mal pro Monatsdekade (s. Tabelle 8 für Details) durch Ermittlung der Indi-
viduenanzahl pro Termin im Zählgebiet. Grundsätzlich sind alle relevanten Rastvogelarten un-
abhängig von den Gebietsspezifika bei Anwesenheit immer zu erfassen, inkl. Arten der Ta-
belle 4. Somit sind auch dem Lebensraum Gewässer zugeordnete Arten (s. Tabelle 5) in der
Agrarlandschaft zu erfassen und umgekehrt. Die Erfassungen sind mit Beachtung der unter
Ziff. 5.3 dieser LB genannten Termine und Fristen durchzuführen.
3 Dietzen, C., T. Dolich, H.-G. Folz et al. (2016–2018): Die Vogelwelt von Rheinland-Pfalz. Bde. 2–4. – GNOR-Eigenverlag, Landau. Seite | 18
[Seite 20]
Tabelle 9: Leistungsübersicht Erfassung Rastvögel 2027 oder 2028 pro Los unter Berücksichti- gung der Lebensraumkategorie, der Begehungsanzahlen pro Zählgebiet und Jahr. Begehungsanzahlen richten sich nach Vogelarten der Gewässer i. w. S. (= aquatil) und Vogelarten der Agrarlandschaft (= terrestrisch) gemäß Tabelle 8.
| Los- Nr. | EU-Vogelschutzgebiet | Fläche [ha] | Begehungen pro Saison (1.1.– 31.10.)* | Beschreibung | |||
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 2027 | |||||||
| 1 | 5213-401 Neunkhausener Plateau | 370 | 36 (terrestrisch) | Gesamtgebiet | |||
| 2 | 5507-401 Ahrgebirge | 76 | 45 (aquatil) | Gewässer (Ahr) | |||
| 3 | 6014-401 Dünen- und Sandgebiet Mainz- Ingelheim | 500 | 36 (terrestrisch) | Agrarland | |||
| 4 | 5706-401 Vulkaneifel | 500 | 36 (terrestrisch) | Agrarland | |||
| 5 | 5711-401 Mittelrheintal | 500 | 36 (terrestrisch) | Agrarland | |||
| 6 | 6013-403 NSG Hinter der Mortkaute | 19 | 36 (terrestrisch) | Gesamtgebiet | |||
| 7 | 6116-402 Schilfgebiete zwischen Gimbsheim und Oppenheim inklusive Fischsee | 397 | 45 (aquatil) | Gesamtgebiet | |||
| 8 | 6210-401 Nahetal | 500 | 36 (terrestrisch) | Agrarland (inkl. Nahe) | |||
| 9 | 6215-401 Höllenbrand | 600 | 36 (terrestrisch) | Gesamtgebiet | |||
| 10 | 6216-401 Eich-Gimbsheimer Altrhein | 666 | 45 (aquatil) | Gesamtgebiet | |||
| 11 | 6014-403 Ober-Hilbersheimer Plateau | 500 | 36 (terrestrisch) | Agrarland | |||
| 12 | 6416-401 Bobenheimer und Roxheimer Alt- rhein mit Silbersee | 404 | 45 (aquatil) | Gesamtgebiet | |||
| 13 | 6512-301 Mehlinger Heide | 399 | 36 (terrestrisch) | Gesamtgebiet | |||
| 14 | 6516-401 Neuhofener Altrhein mit Prinz-Karl- Wörth | 363 | 45 (aquatil) | Gesamtgebiet | |||
| 15 | 6616-402 Speyerer Wald, Nonnenwald und Bachauen zwischen Geinsheim und Hanhofen | 500 | 36 (terrestrisch) | Agrarland | |||
| 16 | 6710-401 Hornbach und Seitentäler | 690 | 36 (terrestrisch) | Gesamtgebiet | |||
| 17 | 6715-401 Offenbacher Wald, Bellheimer Wald und Queichwiesen | 500 | 36 (terrestrisch) | Agrarland | |||
| 18 | 6716-404 Heiligensteiner Weiher | 44 | 45 (aquatil) | Gesamtgebiet | |||
| 19 | 6815-401 Neupotzer Altrhein | 238 | 45 (aquatil) | Gesamtgebiet | |||
| 20 | 6816-402 Hördter Rheinaue inklusive Kahn- busch und Oberscherpfer Wald / 6816-403 Karlskopf und Leimersheimer Altrhein | 368 | 45 (aquatil) | Gewässer | |||
| 21 | 6915-402 Wörther Altrhein und Wörther Rheinhafen | 239 | 45 (aquatil) | Gesamtgebiet | |||
| 2028 | |||||||
| 22 | 7015-405 Neuburger Altrheine | 108 | 45 (aquatil) | Gesamtgebiet | |||
| 23 | 5409-401 Ahrmündung | 167 | 45 (aquatil) | Gesamtgebiet | |||
| 24 | 5412-401 Westerwälder Seenplatte | 416 | 45 (aquatil) | Gesamtgebiet | |||
| 25 | 5509-401 Laacher See | 354 | 45 (aquatil) | Gesamtgebiet | |||
| 26 | 5609-401 Unteres Mittelrheingebiet | 500 | 36 (terrestrisch) | Agrarland | |||
| 27 | 5610-401 Maifeld Kaan-Lonnig | 500 | 36 (terrestrisch) | Agrarland | |||
| 28 | 5709-401 Maifeld Einig-Naunheim | 609 | 36 (terrestrisch) | Gesamtgebiet | |||
| 29 | 5809-401 Mittel- und Untermosel | 100 | 45 (aquatil) | Gewässer* (Mosel) | |||
| 30 | 5611-401 Lahnhänge | 221 | 36 (terrestrisch) | Agrarland | |||
| 31 | 6014-402 Selztal zwischen Hahnheim und Ingelheim | 381 | 36 (terrestrisch) | Gesamtgebiet | |||
| 32 | 6315-401 Klärteiche Offstein | 65 | 45 (aquatil) | Gesamtgebiet | |||
| 33 | 6015-301 NSG Laubenheimer-Bodenheimer Ried | 72 | 45 (aquatil) | Gesamtgebiet |
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| Los- Nr. | EU-Vogelschutzgebiet | Fläche [ha] | Begehungen pro | Beschreibung | ||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Saison (1.1.– | ||||||||
| 31.10.)* | ||||||||
| 2028 | ||||||||
| 34 | 6016-302 NSG Kisselwörth und Sändchen | 73 | 45 (aquatil) | Gesamtgebiet | ||||
| 35 | 6304-401 Saargau Bilzingen/Fisch | 322 | 36 (terrestrisch) | Gesamtgebiet | ||||
| 36 | 6313-401 Wälder westlich Kirchheimbolanden | 239 | 36 (terrestrisch) | Agrarland | ||||
| 37 | 6616-401 Otterstadter Altrhein und Angelhofer Altrhein inklusive Binsfeld | 573 | 45 (aquatil) | Gewässer | ||||
| 38 | 6716-401 NSG Mechtersheimer Tongruben / 6716-402 Berghausener und Lingenfelder Alt- rhein mit Insel Flotzgrün | 673 | 45 (aquatil) | Gewässer + Insel Flotz- grün | ||||
| 39 | 6812-401 Pfälzerwald | 500 | 36 (terrestrisch) | Agrarland | ||||
| 40 | 6816-404 Sondernheimer Tongruben | 43 | 45 (aquatil) | Gesamtgebiet | ||||
| 41 | 6914-401 Bienwald und Viehstrichwiesen | 500 | 36 (terrestrisch) | Agrarland | ||||
| 42 | 6915-403 Goldgrund und Daxlander Au | 852 | 45 (aquatil) | Gesamtgebiet |
- Gemäß den unter Ziff. 5.3 dieser LB genannten Terminen und Fristen müssen Rastvogelerfassungen bis zum 31.10. des laufenden Jahres abgeschlossen sein, d. h. die Begehungsanzahlen beziehen sich je Los auf den Zeitraum 1.1.–31.10. (abweichend zu Tabelle 8).
Rastvogelarten im Wald sind in der Regel nicht als solche identifizierbar, zeigen kaum räumlich
abgrenzbare Konzentrierungen und sind somit nicht exakt quantitativ erfassbar. Sie sind daher
in Tabelle 4 integriert und überall mitzuerfassen, sofern der Status als Rastvögel eindeutig
feststellbar ist.
3.3.3 Datenerfassung
Die Datenerfassung hat über die Anwendung NaturaList (Betriebssystem Android) des DDA
zu erfolgen, damit die Rohdaten ohne zusätzlichen Formatierungsaufwand für den nationalen
Vogelschutzbericht unmittelbar zur Verfügung stehen. Zum Einsatz kommen die Erfassungs-
module „Standardisierte Revierkartierung“ (StaR, basierend auf der Benutzeroberfläche des
Monitorings häufiger Brutvögel, MhB) und „Standardisierte Rastvogelerfassung“ (StaR-trek,
basierend auf der Benutzoberfläche der Internationalen Wasservogelzählung, WVZ).
Zu berücksichtigende Zusatzdaten
Zusätzlich zu den Kartierungen gemäß Ziffer 3.3.1 bis 3.3.2 dieser LB sind im Abschlussbericht
ergänzende Daten für den Projektzeitraum (2027 für Lose 1–21 bzw. 2028 für Lose 22–42) zu
berücksichtigen:
(1) Der AG beschafft die Ergebnisse aus dem ehrenamtlichen Vogelmonitoring (Monitoring
rastender Wasservögel) relevanter Arten für die Jahre 2027 bzw. 2028 und stellt diese
dem AN spätestens zum 31. Oktober des laufenden Jahres (2027 für Lose 1–21 bzw.
2028 für Lose 22–42) für die Berücksichtigung im Abschlussbericht zur Verfügung (s.
Ziff. 3.5).
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[Seite 22]
(2) Der AG beschafft zusätzliche nicht systematisch erhobene Gelegenheits- und Zufalls-
beobachtungen (vor allem www.ornitho.de) relevanter Arten für die Jahre 2027 bzw.
2028 und stellte diese dem AN für die Erstellung des Abschlussberichts spätestens
zum 31. Oktober 2027 bzw. 2028 zur Verfügung. Der AN prüft die Zusatzdaten im Hin-
blick auf ergänzende Feststellungen relevanter Arten (insbesondere seltene oder un-
regelmäßige Brutvögel oder Durchzügler) und auf abweichende (d. h. höhere) Maxi-
malanzahlen relevanter Arten (nur exakte Zählungen), die im Abschlussbericht zu be-
rücksichtigen sind (s. Ziff. 3.5).
Für die Datenprüfung sind Personen mit entsprechender Sachkunde gem. Ziff. 4.3 Punkt
(3) und (4) einzusetzen.
Ergebnisdarstellung und Datenformat
Der AN erstellt einen Ergebnisbericht auf Basis der zu erhebenden (Ziff. 3.3.1 bis 3.3.2 dieser
LB) und der zusätzlichen Daten (Ziff. 3.4 dieser LB) durch mind. eine Person mit entspre-
chender Sachkunde gem. Ziff. 4.3 Punkte (3) bis (5). Für jedes Los (s. Ziffer 2 dieser LB)
ist ein eigenständiger Bericht (MS-Word und PDF) zu erstellen. Der Bericht enthält die ermit-
telten Gesamtbestände, ggf. unterteilt in erhobene (Auftrag AN gemäß Ziff. 3.3 dieser LB) und
zusätzliche Daten (bereitgestellt durch den AG gem. Ziff. 3.4 dieser LB), sowie Grafiken, Kar-
ten (Brutreviere oder Fundpunkte relevanter Arten). Die Kartierungsergebnisse sind in digitaler
Kartenform, als GIS-Projekt und als daraus erstellte Karten im Abschlussbericht, entsprechend
den Layout-Vorgaben des AG (s. Musterkarte) zu visualisieren und bereitzustellen. Die Layout-
Vorlagen werden dem AN nach der Zuschlagserteilung durch den AG bereitgestellt.
Die für den Abschlussbericht erforderliche Revierauswertung durch den AN erfolgt GIS-basiert
mittels der Rohdaten aus der StaR (s. Ziff. 3.3.1 und 3.3.3 dieser LB). Die abschließende
Prüfung der Daten muss durch eine Person mit entsprechender Sachkunde gem. 4.3
Punkt (1) bis (5) erfolgen. Die Reviermittelpunkte sind nach den vorgegebenen Standards
des Landes RLP als Geodatensätze aufzubereiten und dem AG bereitzustellen.
Zur Einhaltung dieser Standards ist die dem AN bereitgestellte Formatvorlage "Geopackage
SP-Artendaten" (siehe Anlage LB 4) zur Erfassung von Artendaten zu verwenden. In der For-
matvorlage sind die gültigen Vorgaben (Inhalte, Attributierungen und Referenzlisten) hinterlegt
(vgl. OSIRIS-Vorgaben: https://naturschutz.rlp.de/?q=Oneo). Diese Vorgaben und weitere In-
formationen zur Eingabe der Artvorkommen nach den in RLP gültigen Standards sind im da-
zugehörigen Handbuch zu finden (siehe Anlage LB 5). Dem AN wird nach der Beauftragung
eine Anleitung zur Eingabe der Daten vom AG zur Verfügung gestellt.
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[Seite 23]
Für VSG, die nicht vollständig sondern über RHT erfasst werden (betrifft Lose 2, 3, 5, 8, 11,
15, 17, 20, 27, 29, 30, 36, 39 und 41, Tabelle 2), übermittelt der AN im Abschlussbericht
sowohl die Anzahl tatsächlich erfasster, als auch eine Abschätzung des potenziellen Gesamt-
bestandes im jeweiligen VSG.
Eine textliche Einführung in das Untersuchungsgebiet mit geographischer Lage, Klima und
naturräumlicher Zuordnung ist stichwortartig abzuhandeln, inkl. Angaben zur historischen Nut-
zung, z. B. aus vorliegenden Bewirtschaftungsplänen. Zudem ist eine aussagekräftige Be-
schreibung des VSG und der Vogellebensräume zu erstellen.
Die Eignung, Verwendbarkeit und Verfügbarkeit weiterer Datenquellen, wie Landnutzungs-
und Fernerkundungsdaten zur Dokumentation von Habitatveränderungen, ist zu prüfen und
ggf. einzubeziehen.
4 Anforderungen an die Kommunikation, die Zusammenar-
beit und das Personal
Kommunikation / Kontaktperson und Zusammenarbeit
Der AN hat die beschriebenen Leistungen im Beauftragungszeitraum in enger Abstimmung
mit dem AG zu erbringen. Dadurch soll gewährleistet werden, dass auftretende Probleme und
Änderungen zeitnah abgesprochen werden. Die Klärung von Fragen in Bezug auf die Metho-
dik, die Durchführung oder die Sicherstellung fachlicher Standards hat immer per E-Mail mit
dem AG zu erfolgen. Im Falle akuter Probleme ist der AG telefonisch erreichbar, die entspre-
chenden Vorkommnisse sind anschließend schriftlich durch den AN zu dokumentieren.
Für die gesamte Kommunikation mit dem AG ist vom AN nach Zuschlagserteilung eine haupt-
verantwortliche Kontaktperson zu benennen, die dem AG bei Rückfragen zur Verfügung
steht. Die Kontaktperson muss eine der mitarbeitenden Personen sein, die für die Leistungs-
erbringung eingesetzt werden und über eine entsprechende Sachkunde (s. Ziff. 4.3 Punkte (1)
bis (5) der LB) verfügen.
SharePoint
Zu Auftragsbeginn wird durch den AG eine SharePoint-Webseite für die VSG-Erfassung
2027/2028 eingerichtet. SharePoint ist ein cloudbasiertes Dokumenten-Managementsystem
von der Firma Microsoft. Die Nutzung von SharePoint benötigt lediglich einen gängigen
Webbrowser und keine zusätzliche Installation.
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Im Rahmen des Kartierungsprojektes dient SharePoint als Austauschplattform, d. h. zur Ver-
waltung von Aufgaben und Terminen sowie dem Austausch und der Bereitstellung von Dateien
und Dokumenten. Alle in SharePoint hochgeladenen Dateien werden in regelmäßigen Abstän-
den serverbasiert gesichert. Darüber hinaus dient SharePoint der Erleichterung der Kommu-
nikation sowie der schriftlichen Dokumentation von Problemen und Fragen, die während der
Projektlaufzeit auftreten bzw. besprochen werden.
Die Einrichtung der SharePoint-Umgebung sowie die Pflege und Verwaltung der Anwendung
wird vom AG durchgeführt.
Auf SharePoint wird nach Zuschlagserteilung für den AN ein persönlicher Ordner eingerichtet.
In den persönlichen Ordnern des AN werden sowohl vom AN als auch vom AG alle Dokumente
abgelegt, die den AN und die Leistungserbringung betreffen, wie z. B. Protokolle aus Abstim-
mungsgesprächen, Erfassungsprotokolle etc.
Die unterschiedlichen Ordner werden mit entsprechenden Zugriffsrechten für die jeweiligen
Nutzer versehen.
Einzusetzende Mitarbeitende
Die unter Ziff. 3 dieser LB beschriebenen Leistungen können auch von verschiedenen Mitar-
beitenden durchgeführt bzw. gemeinsam bearbeitet werden.
Eine Person weist entsprechende Sachkunde nach, sofern sie über folgende Kenntnisse und
Erfahrungen verfügt:
(1) Mindestens drei (3) Jahre Erfahrung im Bereich der Kartierung oder des Monitorings von europäischen Brutvogelarten oder alternativ BANU4-Zertifikat Feldornithologie
mind. Silber-Niveau (Ziff. 3.3.1 dieser LB);
(2) Mindestens drei (3) Jahre Erfahrung im Bereich der Kartierungen oder des Monitorings
von europäischen Rastvogelarten oder alternativ BANU-Zertifikat Feldornithologie
mind. Silber-Niveau (Ziff. 3.3.2 dieser LB);
(3) Mindestens ein (1) Jahr Erfahrung im Umgang mit der digitalen Datenerfassung (Ziff.
3.3.1 bis 3.3.2 dieser LB);
(4) Mindestens ein (1) Jahr Erfahrung im Umgang mit Geobasisdaten (Ziff. 3.3 bis 3.5 der
LB);
4 Bundesweiter Arbeitskreis der staatlich getragenen Bildungsstätten im Natur- und Umweltschutz (https://banu-akademien.de/project/wissen-qualifizieren-zertifizieren-fuer-artenvielfalt/) Seite | 23
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(5) Mindestens ein (1) Jahr Erfahrung in der Analyse, Aufbereitung und Präsentation von
Monitoringdaten oder Kartierungsergebnissen (Ziff. 3.4 und 3.5 der LB).
Die hauptverantwortliche Kontaktperson gem. Ziff. 4.1 der LB muss alle vorgenannten Kennt-
nisse und Erfahrungen mitbringen.
Die Kenntnisse und Erfahrungen müssen durch konstruktive Tätigkeiten der jeweiligen Perso-
nen in Projekten erworben worden sein, deren Laufzeit in der Summe die geforderte Min-
destanzahl an Erfahrungsjahren abdeckt und in denen europäische Vogelarten im Fokus ste-
hen. Dazu zählen ebenfalls Abschlussarbeiten (Bachelorarbeit, Masterarbeit, Diplomarbeit)
sowie durchgeführte Forschungs- bzw. Drittmittelprojekte an Hochschulen oder sonstigen For-
schungseinrichtungen. Bei Projekten, in denen die oben geforderten Bereiche nur eine Teil-
leistung eines Projektes darstellen, ist die Dauer des den Bereich betreffenden Teils der Leis-
tung deutlich zu machen. Hierbei zählt nur diese Dauer der Teilleistung als Nachweis, nicht
die Dauer des gesamten Projektes.
Alternativ kann die Artenkenntnis für Brut- und/oder Rastvogelerfassung (Punkte 3.3.1 und
3.3.2 dieser LB) durch das Zertifikat des BANU (Feldornithologie, Silber-Niveau oder höher)
nachgewiesen werden.
Die vom AN eingesetzten Personen mit Sachkundenachweis müssen in der Lage sein, die
genannten Leistungen in der erforderlichen Qualität zu erbringen. Sofern die vom AN zur Leis-
tungserbringung vorgesehenen Personen noch nicht über spezifische Erfahrungen mit den
Methoden nach SÜDBECK et al. (2025) (gem. Ziff. 3.3.1), den Methoden der Rastvogelerfas-
sung (gem. Ziff. 3.3.2) oder mit der digitalen Datenerfassung über NaturaList (Erfassungsmo-
dule StaR, StaR-trek, MhB, WVZ) verfügen, so müssen die spezifischen Methodenanwendun-
gen in dem zur Leistungserbringung erforderlichen Umfang in Eigenregie ohne Mitwirkung des
AG spätestens bis zum Beginn der Leistungserbringung erarbeitet worden sein.
Der AN legt dem AG vor dem erstmaligen Einsatz eines jeden Mitarbeitenden nach Zu-
schlagserteilung ein ausgefülltes Mitarbeiterprofil (s. Anlage LB 6) vor.
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5 Ausführungsbestimmungen
Im Hinblick auf die zu erbringende Leistung werden nachfolgende Regelungen vereinbart.
Leistungsort, Erfüllungsort, Gerichtsstand
5.1.1 Leistungsort
Leistungsort ist:
-
Sitz des Auftragnehmers
-
Sitz des Auftraggebers, 55116 Mainz,
-
Vor Ort im Gelände.
5.1.2 Erfüllungsort
Erfüllungsort ist
- Sitz des Auftraggebers, 55116 Mainz.
5.1.3 Gerichtsstand
Gerichtsstand ist
- Mainz.
Vertragslaufzeit
Losgruppe I (Lose 1 bis 21):
Die Vertragslaufzeit beginnt mit der Zuschlagserteilung und endet am 10.12.2027.
Losgruppe II (Lose 22 bis 42):
Die Vertragslaufzeit beginnt am 01.12.2027 und endet am 10.12.2028.
Ausführungstermine und -fristen
Die Vogelerfassung in ausgewählten EU-Vogelschutzgebieten ist in den Jahren 2027 (Lose
1–21) und 2028 (Lose 22–42) durchzuführen. Es gilt der nachfolgend dargestellte Terminplan:
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| Leistung | Zeitraum / Zeitpunkt | |
|---|---|---|
| 5.3.1 | Abstimmungsgespräche 2027 (Präsenz und/oder on- line) | Ab Zuschlagserteilung– 17.12.2027 |
| 5.3.2 | Bestandserfassung relevanter Brutvogelarten in aus- gewählten VSG im Jahr 2027 (Lose 1–21) | 01.02.–10.08.2027 |
| 5.3.3 | Bestandserfassung relevanter Rastvogelarten in aus- gewählten VSG im Jahr 2027 (Lose 1–21) | 01.01.–31.10.2027 |
| 5.3.4 | Bereitstellung der geprüften Revierdaten (Formatvor- lage "Geopackage SP-Artendaten") 2027 (gem. 5.3.2) sowie Abschlussbericht 2027 für Lose 1–21 | 30.11.2027 (späteste Ab- gabefrist) |
| 5.3.5 | Abstimmungsgespräche 2028 (Präsenz und/oder on- line) | 01.12.2027 –15.12.2028 |
| 5.3.6 | Bestandserfassung relevanter Brutvogelarten in aus- gewählten VSG im Jahr 2028 (Lose 22–42) | 01.02.–10.08.2028 |
| 5.3.7 | Bestandserfassung relevanter Rastvogelarten in aus- gewählten VSG im Jahr 2028 (Lose 22–42) | 01.01.–31.10.2028 |
| 5.3.8 | Bereitstellung der geprüften Revierdaten (Formatvor- lage "Geopackage SP-Artendaten") 2028 (gem. 5.3.6) sowie Abschlussbericht 2028 für Lose 22–42 | 30.11.2028 (späteste Ab- gabefrist) |
Zahlungsbedingungen
(1) Die Vergütung erfolgt je Los nach Eingang einer prüffähigen Rechnung.
(2) Der AN erhält die Vergütungszahlung nach Vorliegen der Rohdaten (erfasst gem. Ziff.
3.3.3 dieser LB) sowie Abgabe und Abnahme der ermittelten Revierdaten in den Jah-
ren 2027 (Lose 1–21) bzw. 2028 (Lose 22–42) und des Schlussberichts für die Jahre
2027 (Lose 1–21) bzw. 2028 (Lose 22–42) (späteste Abgabefrist: 30.11.2027 bzw.
30.11.2028) in Höhe der vereinbarten Vergütungspreise gemäß der erbrachten Preis-
positionen des Preisblattes (Formular 302).
(3) Bei Bedarf kann der AN zum 31.8. des jeweiligen Jahres (2027 für die Lose 1–21
bzw. 2028 für die Lose 22–42) eine Teilrechnung über die erbrachten Leistungen
gem. Ziff. 3.1 (Abstimmungsgespräche) und gem. Ziff. 3.3.1 (Bestandserfassung re-
levanter Brutvogelarten) in Höhe der vereinbarten Vergütungspreise gemäß Preisblatt
(Formular 302) stellen. Die Teilvergütung erfolgt nach Abnahme der in der NaturaList-
App hochgeladenen Bestandserfassungsdaten relevanter Brutvogelarten gem.
Ziff. 3.3.1.
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(4) Eine Anpassung der vereinbarten Vergütungssätze während der Vertragslaufzeit ist
ausgeschlossen.
(5) Reisekosten, Reisezeiten, Materialkosten, Kosten für die Fahrgenehmigungen und
sonstige Nebenkosten sind in den Pauschalvergütungssätzen enthalten und werden
nicht gesondert vergütet.
(6) Die Zahlungsfrist beträgt 30 Tage nach Eingang einer prüffähigen Rechnung. Mögli-
che SKONTO-Gewährungen innerhalb einer Zahlungsfrist von 14 Tagen sind zu be-
rücksichtigen.
(7) Im Übrigen wird auf Kapitel 5 der Vertragsbedingungen (Formular 411) verwiesen.
6 Anlagen zur Leistungsbeschreibung (Anlagen LB)
Anlage LB 1: Kartierkulisse Bestandserfassung in EU-Vogelschutzgebieten (VSG) 2027/2028 sowie Losaufteilung und –übersicht (PDF).
Anlage LB 2: Lose 1–21 (2027) VSG-Abgrenzungen, inkl. Lebensraumkategorien nach ATKIS und RHT, als Geopackage.
Anlage LB 3: Lose 22–42 (2028) VSG-Abgrenzungen, inkl. Lebensraumkategorien nach ATKIS und RHT, als Geopackage.
Anlage LB 4: Geopackage SP-Artdaten
Anlage LB 5: Handbuch_SP-Artdaten
Anlage LB 6: Mitarbeiterprofil (PDF)
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