Stichprobenmonitoring der FFH-Lebensraumtypen in Sachsen-Anhalt, LRT Terrestrisches Offenland
Vergabe-Nr. 41.15-2026-01_Terrestrische Offenland-LRT
Leistungsbeschreibung
Stand: 09/2026
- Einordnung des Vorhabens
Die Untersuchungen dienen zur Einschätzung des Erhaltungszustandes von FFH-Lebensraumtypen und zur Erfüllung der Monitoringverpflichtungen nach Artikel 11 und 17 FFH-Richtlinie. Die hiermit erhobenen Daten werden Teil der turnusgemäßen FFH-Berichtspflichten der Mitgliedsstaaten an die die EU für die laufende Berichtsperiode 2025 bis 2030.
- Leistungsumfang und Aufteilung in Lose
Die Leistung beinhaltet Wiederholungsuntersuchungen des Erhaltungsgrades von Vorkommen ausgewählter FFH-Lebensraumtypen nach landes- und bundesweit vorgegebenen Kriterien. Die Vorkommen befinden sich im Bereich festgelegter Untersuchungsflächen (UF) im Landesgebiet von Sachsen-Anhalt:
Los 1 - 1340
- 1340 Binnensalzstellen – 5 Untersuchungsflächen
Los 2 - 6120
- 6120 Trockene kalkreiche Sandrasen - 16 Untersuchungsflächen
Los 3 - 6430
- 6430 Feuchte Hochstaudenfluren - 12 Untersuchungsflächen
Los 4 - 6510
- 6510 Magere Flachland-Mähwiesen - 18 Untersuchungsflächen
Los 5 – 7140 und 7150
- 7140 Übergangs- und Schwingrasenmoore - 5 Untersuchungsflächen
- 7150 Senken mit Torfmoorsubstraten – 1 Untersuchungsfläche
Die Los-spezifischen methodischen Anforderungen an die Bearbeitung einschließlich der geforderten Teilleistungen und Arbeitsschritte befinden sich als Anlagen A bis E am Schluss dieser Leistungsbeschreibung.
Die Lage und Ausdehnung der einzelnen Untersuchungsflächen sind als digitale Geodaten den Ausschreibungsunterlagen beigefügt.
Der Auftraggeber verzichtet aus Gründen des Datenschutzes zunächst auf detaillierte inhaltliche Angaben zu den einzelnen Untersuchungsflächen. Auf Anfrage können potentielle Bieter die entsprechenden Informationen erhalten.
Die in den Anlagen aufgeführten Aufgaben sind Bestandteil der Leistungsbeschreibung und vollständig zu erarbeiten. Zu beachten sind die Kartiervorschriften und Monitoringkonzepte des Bundes und Landes Sachsen-Anhalt sowie die darin aufgeführten optimalen Kartierzeiträume.
- Termine, Fristen, sonstige Festlegungen
Folgende Abrechnungs- und Leistungszeiträume werden verbindlich vereinbart:
Los 1 LRT 1340: Die Gesamtleistung ist bis zum 15.11.2028 zu erbringen. Die Abrechnung erfolgt nach Abnahme der Leistung durch den AG im Jahr 2028.
Los 2 LRT 6120: Die Gesamtleistung ist bis zum 15.11.2028 zu erbringen. Bis zum 15.11.2027 sind 50% der Gesamtleistung zu erarbeiten und abzurechnen. Die Restleistung ist im Jahr 2028 zu erbringen und abzurechnen.
Los 3 LRT 6430: Die Gesamtleistung ist bis zum 15.11.2027 zu erbringen. Die Abrechnung erfolgt nach Abnahme der Leistung durch den AG im Jahr 2027.
Los 4 LRT 6510: Die Gesamtleistung ist bis zum 15.11.2028 zu erbringen. Bis zum 15.11.2027 sind 50% der Gesamtleistung zu erarbeiten und abzurechnen. Die Restleistung ist im Jahr 2028 zu erbringen und abzurechnen.
Los 5 LRT 7140 und 7150: Die Gesamtleistung ist bis zum 15.11.2027 zu erbringen. Die Abrechnung erfolgt nach Abnahme der Leistung durch den AG im Jahr 2027.
Der AG behält sich eine Prüf- und Abnahmefrist von 14 Werktagen vor. Die Abrechnung erfolgt für die abgenommene Leistung. Die Abnahme wird dem AN schriftlich erklärt.
- Hinweise zur Kostenkalkulation und Abrechnung
Für die Kalkulation der Bearbeitungskosten ist das vom AG bereitgestellte Preisblatt zu verwenden. Im Preisblatt sind
- die Gesamtleistung für alle Untersuchungsflächen unter Berücksichtigung der Einzelaufgaben inklusive Kosten für eine Anlaufberatung und einen Geländetermin zu kalkulieren.
- Zeitbedarf und Preise für die Einzelleistungen einer einzelnen UF zu kalkulieren
Bei der Kalkulation kann unterschieden werden zwischen LRT mit
- durchschnittlichem Bearbeitungsaufwand (alle nicht unter b aufgeführten LRT)
- erhöhtem Aufwand (Nachbestimmungen bestimmter Artengruppen v.a. Kryptogamen, schwieriges Gelände, erhöhter Dokumentationsaufwand (3140, Moor-LRT 7110, 7120, 7140, 7230, Fels-LRT, Wald-LRT)
Die Zahlungen erfolgen gem. den Angaben in Punkt 3.
- Vom AG bereitgestellte Arbeitsgrundlagen
- digitale Lage- und Sachdaten der Vorkartierung/ Kartierung des vorangegangenen Monitoring-Durchgangs
- Gebietskartierung der betroffenen FFH-Gebiete (BioLRT-Datenbank)
- CIR-Ortho-Luftbild im ECW-Datenformat mit Bodenauflösung 20cm der aktuellsten Befliegung
- Digitale Topografische Karten im Maßstab 1:10.000 (DTK10)
- Kartieranleitung Lebensraumtypen des Landes Sachsen-Anhalt (Teil Offenland und Teil Wald)
- Biotoptypenrichtlinie Sachsen-Anhalt, Liste gesetzlich geschützter Biotope
- Bewertungsschemata für die Bewertung des Erhaltungsgrades von Arten und Lebensraumtypen als Grundlage für ein bundesweites FFH-Monitoring, Teil II: Lebensraumtypen nach Anhang I der FFH-Richtlinie (mit Ausnahme der marinen und Küstenlebensräume), BfN-Skript 481
- Erfassungsbögen LRT-Monitoring: Bundes- und Landesbewertung als digitale Vorlage
- Zusatzbögen LRT Offenland als digitale Vorlage/ Kartierungshinweise
- Eingabeprogramm BioLRT (aktuelle Version)
- Zugang FFH-Monitoring-Cloud Multibase CS
- Vom AN zu übergebende Unterlagen/ Leistungsbestandteile
- Vollständig aufgearbeitete Sachdaten der Erfassung und Bewertung nach BfN-Bewertungsschema als Datenbankinhalte im FFH-Modul des Datenbankprogramms Multibase CS
- BioLRT-Datenbank mit Sachdaten der Erfassung und Bewertung nach Kartieranleitungen Sachsen-Anhalt inklusive Fotodokumentation und Vegetationsaufnahmen
- Digitale GIS-Daten mit Lagepunkten der Vegetationsaufnahmen, Lagepunkten der Fotodokumentation und LRT-Abgrenzung
- Kurztexte in Form eines Kurzberichtes in digitaler Form und als Ausdruck
Anlage A
Leistungsinhalte und Methodische Vorgaben Los 1 LRT 1340 Binnensalzstellen
5 Untersuchungsflächen des LRT 1340 sind im Bereich der Kontinentalen Biogeographischen Region in Sachsen-Anhalt neu einzurichten und zu bewerten. Suchräume und bekannte Vorkommen sind in den digitalen Geodaten enthalten. Die bereits eingerichteten Untersuchungsflächen sind zu beachten (keine Überlagerungen).
Teilaufgabe 1: Auswertung Vorgängerdurchgang, Schaffung Arbeitsgrundlagen
Für die neu einzurichtenden Flächen existiert kein Vorgängerdurchgang. Die Kartierungsdaten soweit vorliegend müssen gesichtet und für die Vorbereitung ausgewertet werden. Die Auswertung der Fachpublikation über die Binnensalzstellen Sachsen-Anhalts wird empfohlen:
LAU (Hrsg.) (2012) Binnenlandsalzstellen im Schutzgebietssystem Natura 2000 des Landes Sachsen-Anhalt. Naturschutz im Land Sachsen-Anhalt 49. Jg. Sonderheft
Die Anfertigung von Arbeitskarten für die Geländearbeit wird empfohlen.
Teilaufgabe 2: Überprüfung und Aktualisierung der Biotop- und LRT-Struktur
Im Gelände ist das Vorkommen des Ziel-LRT räumlich abzugrenzen und zu erfassen. Angrenzende Biotope/LRT sind abzugrenzen und zu benennen (Code). Sofern LRT-Gebietskartierungen vorliegen (meist innerhalb von FFH-Gebieten), sind die Abgrenzungen der LRT und Biotope zwischen Monitoring-Untersuchungsfläche und Gebietskartierung so abzugleichen, so dass keine Widersprüche auftreten und die Kartierergebnisse des LRT-Monitorings in die Gebietskartierung integriert werden können. Meist wird eine Anpassung bzw. Korrektur der FFH-Gebietskartierung erforderlich sein. Ein Gliederungs- und Korrekturentwurf ist zu erstellen. Bei LRT sind unterschiedliche Erhaltungsgrade zu berücksichtigen.
Teilaufgabe 3: LRT-Erfassung nach Bewertungsschema BfN & BLAK 2017 (Bundesbewertung)
Der Gesamtbestand des jeweiligen Ziel-LRT auf der UF, d.h. alle Teilflächen des LRT-Vorkommens, ist kumulativ gemäß Bewertungsschema BfN & BLAK (2017) zu bewerten.
BfN Schriften 481 (2017) - Bewertungsschemata für die Bewertung des Erhaltungsgrades von Arten und Lebensraumtypen als Grundlage für ein bundesweites FFH-Monitoring Teil II: Lebensraumtypen nach Anhang I der FFH-Richtlinie
https://www.bfn.de/publikationen
Ein Kartierbogen „LRTXX_Mantel_BfN_4 Seiten“ wird vom AG bereitgestellt.
Auf diesem Bogen sind zudem allgemeine Angaben zu der Untersuchungsfläche einzutragen und die Sachdaten des Bewertungsschemas nach BfN & BLAK (2017) zu dokumentieren.
Verbale Angaben sowie eine kurze textliche Einschätzung sind auszuführen. Eine Liste der Störzeiger ist zu erstellen.
Teilaufgabe 4: LRT- und Biotoperfassung nach KA LAU
Das LRT-Vorkommen ist nach KA LAU zu bewerten
Weitere LRT-/Biotopflächen der UF werden in verkürzter Form erfasst (Ausnahmen s. unten). Dies umfasst Flächenausdehnung, Aufnahmedatum, Biotop- bzw. LRT-Code und ggf. wichtige Merkmale und Arten in Stichpunktform sofern für den Ziel-LRT bedeutsam (Randeinflüsse)
Der Kartierzeitpunkt ist so zu wählen, dass eine vollständige Erfassung der FFH-LRT möglich ist. Die dazu in der KA Sachsen-Anhalt angegebenen Zeiträume sind einzuhalten.
Für die Datenerhebung im Gelände können BioLRT Report-Ausdrucke der Vorgängerkartierung oder die gruppenspezifischen Erfassungsbögen der Kartieranleitung Sachsen-Anhalt verwendet werden.
Teilaufgabe 5: Vegetationsaufnahmen und Fotodokumentation
Innerhalb des LRT-Vorkommens der UF sind zwei Vegetationsaufnahmen anzufertigen. Die Aufnahmeflächen haben i.d.R. eine Größe von 16 m² im Offenland und 100 m² im Wald. Abweichungen bei kleinflächigen LRT-Vorkommen sind möglich. Die Einschätzung der Deckungsgrade der einzelnen Arten erfolgt nach der Londo-Skala in 10%-Schritten. Die Lagegenauigkeit und Vermarkung müssen dokumentiert werden. Altvermarkungen sind zu prüfen und möglichst wiederzuverwenden. Gegebenenfalls sind Referenzpunkte neu einzumessen und digital zu dokumentieren.
Eine Fotodokumentation ist anzufertigen. Diese umfasst mindestens je ein Foto der beiden Vegetationsaufnahmen und ein charakteristisches Übersichtsbild des FFH-LRT. Eine Orientierung an der Voraufnahme wird empfohlen.
Teilaufgabe 6: Dateneingabe
Die Dateneingabe der Sachdaten der Bundesbewertung erfolgt in Multibase CS über die FFH-Monitoring-Cloud des Landesamtes für Umweltschutz Sachsen-Anhalt. Der Auftragnehmer (AN) erhält dafür Zugang und Schreibrechte auf die entsprechende Dateninfrastruktur des Auftraggebers (AG).
Die Sachdaten der Landesbewertung werden in die aktuelle Version des Programms BioLRT eingegeben. Die Vegetationsaufnahmen mit Lagepunkten und die Fotodokumentation werden den unter Punkt 4 erfassten LRT-Vorkommen zugeordnet und in das Datenbanksystem BioLRT eingebunden.
Weiterhin werden zur Flächenabgrenzung im shape-Format die Lagepunkte der Vegetationsaufnahmen ggf. aktualisiert sowie die Lagepunkte der Fotodokumentation als Punkt-shape mit Angabe der Koordinaten erstellt.
Teilaufgabe 7: Berichterstellung
Die Ergebnisse werden je Untersuchungsfläche in einem Kurztext (in digital und einmal in analoger Form) zusammengefasst. Der Bericht enthält in tabellarischer Form die erfassten Biotope/LRT der Untersuchungsfläche mit den erhobenen Merkmalen (BioLRT-Datenbankauszug).
Arbeitshilfe Londo-Skala (für Vegetationsaufnahmen)
Tabelle: Skala zur Schätzung der Deckungswerte der Arten in den Vegetationsaufnahmen nach Londo (1976, modifiziert)
| Klasseneinteilung | %-Werte für Umwandlung in Datenbank (Mittelwerte der Deckungswertspannen) | Deckungswert in % | Intervall % |
|---|---|---|---|
| r | 0,01 | < 1%, 1 Individuum* | |
| + | 0,1 | < 1 %, 2 - 5 Individuen* | |
| 0.1 | 0,5 | < 1 % | 1 |
| 0.2 | 2 | 1-3 | 2 |
| 0.4 | 4 | > 3-5 | 2 |
| 1 | 10 | > 5-15 | 10 |
| 2 | 20 | > 15-25 | 10 |
| 3 | 30 | > 25-35 | 10 |
| 4 | 40 | > 35-45 | 10 |
| 5 | 50 | > 45-55 | 10 |
| 6 | 60 | > 55-65 | 10 |
| 7 | 70 | > 65-75 | 10 |
| 8 | 80 | > 75-85 | 10 |
| 9 | 90 | > 85-95 | 10 |
| 10 | 97,5 | > 95-100 | 5 |
* Diese Angaben sind fakultativ, d.h. die Klassen können, müssen aber nicht vergeben werden. Bei Verzicht der Anwendung, Einstufung als „0,1“.
Anlage B
Leistungsinhalte und Methodische Vorgaben Los 2 LRT 6120 Trockene kalkreiche Sandrasen
14 bekannte Untersuchungsflächen sind aufzusuchen und zu bearbeiten. 2 Untersuchungsflächen des LRT 6120 sind im Bereich der Kontinentalen Biogeographischen Region in Sachsen-Anhalt neu einzurichten und zu bewerten. Suchräume und bekannte Vorkommen sind in den digitalen Geodaten enthalten. Die bereits eingerichteten Untersuchungsflächen sind zu beachten (keine Überlagerungen).
Teilaufgabe 1: Auswertung Vorgängerdurchgang, Schaffung Arbeitsgrundlagen
Die Daten des Vorgängerdurchganges des LRT-Stichprobenmonitoring und Kartierungsdaten der FFH-Gebietskartierungen müssen gesichtet und für die Vorbereitung ausgewertet werden. Dies betrifft
- Abgrenzung der Vorkommen LRT und Biotoptypen
- Koordinaten und Art der Vermarkung der beiden zu erfassenden Vegetationsaufnahmen
- ggf. Koordinaten der im Vorgängerdurchgang aufgenommenen Fotos für Wiederholungsaufnahmen
- Erläuterungstexte sofern vorliegend
Für die neu einzurichtenden Flächen existiert kein Vorgängerdurchgang. Die Kartierungsdaten soweit vorliegend müssen gesichtet und für die Vorbereitung ausgewertet werden.
Die Anfertigung von Arbeitskarten für die Geländearbeit wird empfohlen.
Teilaufgabe 2: Überprüfung und Aktualisierung der Biotop- und LRT-Struktur
Im Gelände sind im Bereich jeder bekannten Untersuchungsfläche (rechteckig, Größe i.d.R. 1-5 ha) die räumliche Aufteilung der im Vorgängerdurchgang erfassten Biotoptypen bzw. FFH-LRT zu überprüfen und ihre Grenzen den aktuellen Verhältnissen anzupassen. Für neue UF ist im Gelände das Vorkommen des Ziel-LRT räumlich abzugrenzen und zu erfassen. Angrenzende Biotope/LRT sind abzugrenzen und zu benennen (Code). Sofern LRT-Gebietskartierungen vorliegen (meist innerhalb von FFH-Gebieten), sind die Abgrenzungen der LRT und Biotope zwischen Monitoring-Untersuchungsfläche und Gebietskartierung so abzugleichen, so dass keine Widersprüche auftreten und die Kartierergebnisse des Monitorings in die Gebietskartierung integriert werden können. Meist wird eine Anpassung bzw. Korrektur der FFH-Gebietskartierung erforderlich sein. Ein Gliederungs- und Korrekturentwurf ist zu erstellen. Bei LRT sind unterschiedliche Erhaltungsgrade zu berücksichtigen.
In einigen Fällen sind die Ziel-LRT in ihrer Gesamtausdehnung abzugrenzen (UF-übergreifend). Diese Fälle sind in den Anlagen „Einzelaufgaben“ beschrieben und kalkulationsrelevant.
Teilaufgabe 3: LRT-Erfassung nach Bewertungsschema BfN & BLAK 2017 (Bundesbewertung)
Der Gesamtbestand des jeweiligen Ziel-LRT auf der UF, d.h. alle Teilflächen des LRT-Vorkommens, ist kumulativ gemäß Bewertungsschema BfN & BLAK (2017) zu bewerten.
BfN Schriften 481 (2017) - Bewertungsschemata für die Bewertung des Erhaltungsgrades von Arten und Lebensraumtypen als Grundlage für ein bundesweites FFH-Monitoring Teil II: Lebensraumtypen nach Anhang I der FFH-Richtlinie
https://www.bfn.de/publikationen
Ein Kartierbogen „LRTXX_Mantel_BfN_4 Seiten“ wird vom AG bereitgestellt.
Auf diesem Bogen sind zudem allgemeine Angaben zu der Untersuchungsfläche einzutragen und die Sachdaten des Bewertungsschemas nach BfN & BLAK (2017) zu dokumentieren.
Ergänzend zu den Angaben im Bewertungsschema sind Veränderungen des LRT und der Bewertungskriterien gegenüber dem Vorgängerdurchgang des Stichprobenmonitorings kurz zu beschreiben. Die jeweiligen Erfassungsbögen sind vollständig auszufüllen.
Eine Liste der Störzeiger ist zu erstellen.
Teilaufgabe 4: LRT- und Biotoperfassung nach KA LAU
Das Ziel-LRT-Vorkommen ist nach KA LAU zu bewerten
Alle weiteren LRT- und Biotopflächen der UF werden in verkürzter Form erfasst (Ausnahmen s. unten). Dies umfasst Flächenausdehnung, Aufnahmedatum, Biotop- bzw. LRT-Code und ggf. wichtige Merkmale und Arten in Stichpunktform. Dabei sollen vor allem Veränderungen gegenüber dem Vorgängerdurchgang dokumentiert werden.
Ausnahme: Eine vollständige Erfassung und Bewertung von LRT und weiteren Biotopen nach den Kartieranleitungen Sachsen-Anhalt erfolgt nur dann, wenn das LRT-Vorkommen in seiner Gesamtausdehnung bewertet werden kann. Die Begrenzung auf die UF entfällt dabei, wenn das LRT-Vorkommen die Grenzen der UF überschreitet.
Wichtig: Der Bearbeitungsaufwand wird für jede einzelne UF ggf. noch mit dem AG abgestimmt.
Der Kartierzeitpunkt ist so zu wählen, dass eine vollständige Erfassung der FFH-LRT möglich ist. Die dazu in der KA Sachsen-Anhalt angegebenen Zeiträume sind einzuhalten. Aus Gründen der Vergleichbarkeit wird empfohlen, sich am Kartierzeitpunkt der Voraufnahme zu orientieren.
Für die Datenerhebung im Gelände können BioLRT Report-Ausdrucke der Vorgängerkartierung oder die gruppenspezifischen Erfassungsbögen der Kartieranleitung Sachsen-Anhalt verwendet werden.
Teilaufgabe 5: Vegetationsaufnahmen und Fotodokumentation
Innerhalb des LRT-Vorkommens der UF sind zwei Vegetationsaufnahmen an festgelegten und meist vermarkten Lagepunkten anzufertigen (Wiederholungskartierung). Die Aufnahmeflächen haben i.d.R. eine Größe von 16 m² im Offenland und 100 m² im Wald. Abweichungen bei kleinflächigen LRT-Vorkommen sind möglich. Die Einschätzung der Deckungsgrade der einzelnen Arten erfolgt nach der Londo-Skala in 10%-Schritten. Die Lagegenauigkeit und Vermarkung müssen dokumentiert werden. Altvermarkungen sind zu prüfen und möglichst wiederzuverwenden. Gegebenenfalls sind Referenzpunkte neu einzumessen und digital zu dokumentieren.
Eine Fotodokumentation ist anzufertigen. Diese umfasst mindestens je ein Foto der beiden Vegetationsaufnahmen und ein charakteristisches Übersichtsbild des FFH-LRT. Eine Orientierung an der Voraufnahme wird empfohlen.
Teilaufgabe 6: Dateneingabe
Die Dateneingabe der Sachdaten der Bundesbewertung erfolgt in Multibase CS über die FFH-Monitoring-Cloud des Landesamtes für Umweltschutz Sachsen-Anhalt. Der Auftragnehmer (AN) erhält dafür Zugang und Schreibrechte auf die entsprechende Dateninfrastruktur des Auftraggebers (AG).
Die Sachdaten der Landesbewertung werden in die aktuelle Version des Programms BioLRT eingegeben. Die Vegetationsaufnahmen mit Lagepunkten und die Fotodokumentation werden den unter Punkt 4 erfassten LRT-Vorkommen zugeordnet und in das Datenbanksystem BioLRT eingebunden.
Weiterhin werden zur Flächenabgrenzung im shape-Format die Lagepunkte der Vegetationsaufnahmen ggf. aktualisiert sowie die Lagepunkte der Fotodokumentation als Punkt-shape mit Angabe der Koordinaten erstellt.
Teilaufgabe 7: Berichterstellung
Die Ergebnisse aller untersuchten LRT-Vorkommen werden in einem Kurztext (in digital und einmal in analoger Form) für jede Untersuchungsfläche zusammengefasst. Der Bericht enthält in tabellarischer Form die erfassten Biotope/LRT der Untersuchungsfläche mit den erhobenen Merkmalen (BioLRT-Datenbankauszug) und insbesondere eine kurze Kommentierung der Veränderungen zum vorhergehenden 3. Durchgang.
Arbeitshilfe Londo-Skala (für Vegetationsaufnahmen)
Tabelle: Skala zur Schätzung der Deckungswerte der Arten in den Vegetationsaufnahmen nach Londo (1976, modifiziert)
| Klasseneinteilung | %-Werte für Umwandlung in Datenbank (Mittelwerte der Deckungswertspannen) | Deckungswert in % | Intervall % |
|---|---|---|---|
| r | 0,01 | < 1%, 1 Individuum* | |
| + | 0,1 | < 1 %, 2 - 5 Individuen* | |
| 0.1 | 0,5 | < 1 % | 1 |
| 0.2 | 2 | 1-3 | 2 |
| 0.4 | 4 | > 3-5 | 2 |
| 1 | 10 | > 5-15 | 10 |
| 2 | 20 | > 15-25 | 10 |
| 3 | 30 | > 25-35 | 10 |
| 4 | 40 | > 35-45 | 10 |
| 5 | 50 | > 45-55 | 10 |
| 6 | 60 | > 55-65 | 10 |
| 7 | 70 | > 65-75 | 10 |
| 8 | 80 | > 75-85 | 10 |
| 9 | 90 | > 85-95 | 10 |
| 10 | 97,5 | > 95-100 | 5 |
* Diese Angaben sind fakultativ, d.h. die Klassen können, müssen aber nicht vergeben werden. Bei Verzicht der Anwendung, Einstufung als „0,1“.
Anlage C
Leistungsinhalte und Methodische Vorgaben Los 3 LRT 6430 Feuchte Hochstaudenfluren
12 bekannte Untersuchungsflächen sind aufzusuchen und zu bearbeiten. Die UF sind in den digitalen Geodaten enthalten.
Teilaufgabe 1: Auswertung Vorgängerdurchgang, Schaffung Arbeitsgrundlagen
Die Daten des Vorgängerdurchganges des LRT-Stichprobenmonitoring und Kartierungsdaten der FFH-Gebietskartierungen müssen gesichtet und für die Vorbereitung ausgewertet werden. Dies betrifft
- Abgrenzung der Vorkommen LRT und Biotoptypen
- Koordinaten und Art der Vermarkung der beiden zu erfassenden Vegetationsaufnahmen
- ggf. Koordinaten der im Vorgängerdurchgang aufgenommenen Fotos für Wiederholungsaufnahmen
- Erläuterungstexte sofern vorliegend
Die Anfertigung von Arbeitskarten für die Geländearbeit wird empfohlen.
Teilaufgabe 2: Überprüfung und Aktualisierung der Biotop- und LRT-Struktur
Im Gelände sind im Bereich jeder bekannten Untersuchungsfläche (rechteckig, Größe i.d.R. 1-5 ha) die räumliche Aufteilung der im Vorgängerdurchgang erfassten Biotoptypen bzw. FFH-LRT zu überprüfen und ihre Grenzen den aktuellen Verhältnissen anzupassen. Sofern LRT-Gebietskartierungen vorliegen (meist innerhalb von FFH-Gebieten), sind die Abgrenzungen der LRT und Biotope zwischen Monitoring-Untersuchungsfläche und Gebietskartierung so abzugleichen, so dass keine Widersprüche auftreten und die Kartierergebnisse des Monitorings in die Gebietskartierung integriert werden können. Meist wird eine Anpassung bzw. Korrektur der FFH-Gebietskartierung erforderlich sein. Ein Gliederungs- und Korrekturentwurf ist zu erstellen. Bei LRT sind unterschiedliche Erhaltungsgrade zu berücksichtigen.
In einigen Fällen sind die Ziel-LRT in ihrer Gesamtausdehnung abzugrenzen (UF-übergreifend). Diese Fälle sind in den Anlagen „Einzelaufgaben“ beschrieben und kalkulationsrelevant.
Teilaufgabe 3: LRT-Erfassung nach Bewertungsschema BfN & BLAK 2017 (Bundesbewertung)
Der Gesamtbestand des jeweiligen Ziel-LRT auf der UF, d.h. alle Teilflächen des LRT-Vorkommens, ist kumulativ gemäß Bewertungsschema BfN & BLAK (2017) zu bewerten.
BfN Schriften 481 (2017) - Bewertungsschemata für die Bewertung des Erhaltungsgrades von Arten und Lebensraumtypen als Grundlage für ein bundesweites FFH-Monitoring Teil II: Lebensraumtypen nach Anhang I der FFH-Richtlinie
https://www.bfn.de/publikationen
Ein Kartierbogen „LRTXX_Mantel_BfN_4 Seiten“ wird vom AG bereitgestellt. Auf diesem Bogen sind zudem allgemeine Angaben zu der Untersuchungsfläche einzutragen und die Sachdaten des Bewertungsschemas nach BfN & BLAK (2017) zu dokumentieren.
Ergänzend zu den Angaben im Bewertungsschema sind Veränderungen des LRT und der Bewertungskriterien gegenüber dem Vorgängerdurchgang des Stichprobenmonitorings kurz zu beschreiben. Die jeweiligen Erfassungsbögen sind vollständig auszufüllen.
Eine Liste der Störzeiger ist zu erstellen.
Teilaufgabe 4: LRT- und Biotoperfassung nach KA LAU
Das Ziel-LRT-Vorkommen ist nach KA LAU zu bewerten
Alle weiteren LRT- und Biotopflächen der UF werden in verkürzter Form erfasst (Ausnahmen s. unten). Dies umfasst Flächenausdehnung, Aufnahmedatum, Biotop- bzw. LRT-Code und ggf. wichtige Merkmale und Arten in Stichpunktform. Dabei sollen vor allem Veränderungen gegenüber dem Vorgängerdurchgang dokumentiert werden.
Ausnahme: Eine vollständige Erfassung und Bewertung von LRT und weiteren Biotopen nach den Kartieranleitungen Sachsen-Anhalt erfolgt nur dann, wenn das LRT-Vorkommen in seiner Gesamtausdehnung bewertet werden kann. Die Begrenzung auf die UF entfällt dabei, wenn das LRT-Vorkommen die Grenzen der UF überschreitet.
Wichtig: Der Bearbeitungsaufwand wird für jede einzelne UF ggf. noch mit dem AG abgestimmt.
Der Kartierzeitpunkt ist so zu wählen, dass eine vollständige Erfassung der FFH-LRT möglich ist. Die dazu in der KA Sachsen-Anhalt angegebenen Zeiträume sind einzuhalten. Aus Gründen der Vergleichbarkeit wird empfohlen, sich am Kartierzeitpunkt der Voraufnahme zu orientieren.
Für die Datenerhebung im Gelände können BioLRT Report-Ausdrucke der Vorgängerkartierung oder die gruppenspezifischen Erfassungsbögen der Kartieranleitung Sachsen-Anhalt verwendet werden.
Teilaufgabe 5: Vegetationsaufnahmen und Fotodokumentation
Innerhalb des LRT-Vorkommens der UF sind zwei Vegetationsaufnahmen an festgelegten und meist vermarkten Lagepunkten anzufertigen (Wiederholungskartierung). Die Aufnahmeflächen haben i.d.R. eine Größe von 16 m² im Offenland und 100 m² im Wald. Abweichungen bei kleinflächigen LRT-Vorkommen sind möglich. Die Einschätzung der Deckungsgrade der einzelnen Arten erfolgt nach der Londo-Skala in 10%-Schritten. Die Lagegenauigkeit und Vermarkung müssen dokumentiert werden. Altvermarkungen sind zu prüfen und möglichst wiederzuverwenden. Gegebenenfalls sind Referenzpunkte neu einzumessen und digital zu dokumentieren.
Eine Fotodokumentation ist anzufertigen. Diese umfasst mindestens je ein Foto der beiden Vegetationsaufnahmen und ein charakteristisches Übersichtsbild des FFH-LRT. Eine Orientierung an der Voraufnahme wird empfohlen.
Teilaufgabe 6: Dateneingabe
Die Dateneingabe der Sachdaten der Bundesbewertung erfolgt in Multibase CS über die FFH-Monitoring-Cloud des Landesamtes für Umweltschutz Sachsen-Anhalt. Der Auftragnehmer (AN) erhält dafür Zugang und Schreibrechte auf die entsprechende Dateninfrastruktur des Auftraggebers (AG).
Die Sachdaten der Landesbewertung werden in die aktuelle Version des Programms BioLRT eingegeben. Die Vegetationsaufnahmen mit Lagepunkten und die Fotodokumentation werden den unter Punkt 4 erfassten LRT-Vorkommen zugeordnet und in das Datenbanksystem BioLRT eingebunden.
Weiterhin werden zur Flächenabgrenzung im shape-Format die Lagepunkte der Vegetationsaufnahmen ggf. aktualisiert sowie die Lagepunkte der Fotodokumentation als Punkt-shape mit Angabe der Koordinaten erstellt.
Teilaufgabe 7: Berichterstellung
Die Ergebnisse aller untersuchten LRT-Vorkommen werden in einem Kurztext (in digital und einmal in analoger Form) für jede Untersuchungsfläche zusammengefasst. Der Bericht enthält in tabellarischer Form die erfassten Biotope/LRT der Untersuchungsfläche mit den erhobenen Merkmalen (BioLRT-Datenbankauszug) und insbesondere eine kurze Kommentierung der Veränderungen zum vorhergehenden 3. Durchgang.
Arbeitshilfe Londo-Skala (für Vegetationsaufnahmen)
Tabelle: Skala zur Schätzung der Deckungswerte der Arten in den Vegetationsaufnahmen nach Londo (1976, modifiziert)
| Klasseneinteilung | %-Werte für Umwandlung in Datenbank (Mittelwerte der Deckungswertspannen) | Deckungswert in % | Intervall % |
|---|---|---|---|
| r | 0,01 | < 1%, 1 Individuum* | |
| + | 0,1 | < 1 %, 2 - 5 Individuen* | |
| 0.1 | 0,5 | < 1 % | 1 |
| 0.2 | 2 | 1-3 | 2 |
| 0.4 | 4 | > 3-5 | 2 |
| 1 | 10 | > 5-15 | 10 |
| 2 | 20 | > 15-25 | 10 |
| 3 | 30 | > 25-35 | 10 |
| 4 | 40 | > 35-45 | 10 |
| 5 | 50 | > 45-55 | 10 |
| 6 | 60 | > 55-65 | 10 |
| 7 | 70 | > 65-75 | 10 |
| 8 | 80 | > 75-85 | 10 |
| 9 | 90 | > 85-95 | 10 |
| 10 | 97,5 | > 95-100 | 5 |
* Diese Angaben sind fakultativ, d.h. die Klassen können, müssen aber nicht vergeben werden. Bei Verzicht der Anwendung, Einstufung als „0,1“.
Anlage D
Leistungsinhalte und Methodische Vorgaben Los 4 LRT 6510 Magere Flachland-Mähwiesen
18 bekannte Untersuchungsflächen sind aufzusuchen und zu bearbeiten. Die UF sind in den digitalen Geodaten enthalten.
Teilaufgabe 1: Auswertung Vorgängerdurchgang, Schaffung Arbeitsgrundlagen
Die Daten des Vorgängerdurchganges des LRT-Stichprobenmonitoring und Kartierungsdaten der FFH-Gebietskartierungen müssen gesichtet und für die Vorbereitung ausgewertet werden. Dies betrifft
- Abgrenzung der Vorkommen LRT und Biotoptypen
- Koordinaten und Art der Vermarkung der beiden zu erfassenden Vegetationsaufnahmen
- ggf. Koordinaten der im Vorgängerdurchgang aufgenommenen Fotos für Wiederholungsaufnahmen
- Erläuterungstexte sofern vorliegend
Die Anfertigung von Arbeitskarten für die Geländearbeit wird empfohlen.
Teilaufgabe 2: Überprüfung und Aktualisierung der Biotop- und LRT-Struktur
Im Gelände sind im Bereich jeder bekannten Untersuchungsfläche (rechteckig, Größe i.d.R. 1-5 ha) die räumliche Aufteilung der im Vorgängerdurchgang erfassten Biotoptypen bzw. FFH-LRT zu überprüfen und ihre Grenzen den aktuellen Verhältnissen anzupassen. Sofern LRT-Gebietskartierungen vorliegen (meist innerhalb von FFH-Gebieten), sind die Abgrenzungen der LRT und Biotope zwischen Monitoring-Untersuchungsfläche und Gebietskartierung so abzugleichen, so dass keine Widersprüche auftreten und die Kartierergebnisse des Monitorings in die Gebietskartierung integriert werden können. Meist wird eine Anpassung bzw. Korrektur der FFH-Gebietskartierung erforderlich sein. Ein Gliederungs- und Korrekturentwurf ist zu erstellen. Bei LRT sind unterschiedliche Erhaltungsgrade zu berücksichtigen.
In einigen Fällen sind die Ziel-LRT in ihrer Gesamtausdehnung abzugrenzen (UF-übergreifend). Diese Fälle sind in den Anlagen „Einzelaufgaben“ beschrieben und kalkulationsrelevant.
Teilaufgabe 3: LRT-Erfassung nach Bewertungsschema BfN & BLAK 2017 (Bundesbewertung)
Der Gesamtbestand des jeweiligen Ziel-LRT auf der UF, d.h. alle Teilflächen des LRT-Vorkommens, ist kumulativ gemäß Bewertungsschema BfN & BLAK (2017) zu bewerten.
BfN Schriften 481 (2017) - Bewertungsschemata für die Bewertung des Erhaltungsgrades von Arten und Lebensraumtypen als Grundlage für ein bundesweites FFH-Monitoring Teil II: Lebensraumtypen nach Anhang I der FFH-Richtlinie
https://www.bfn.de/publikationen
Ein Kartierbogen „LRTXX_Mantel_BfN_4 Seiten“ wird vom AG bereitgestellt. Auf diesem Bogen sind zudem allgemeine Angaben zu der Untersuchungsfläche einzutragen und die Sachdaten des Bewertungsschemas nach BfN & BLAK (2017) zu dokumentieren.
Ergänzend zu den Angaben im Bewertungsschema sind Veränderungen des LRT und der Bewertungskriterien gegenüber dem Vorgängerdurchgang des Stichprobenmonitorings kurz zu beschreiben. Die jeweiligen Erfassungsbögen sind vollständig auszufüllen.
Eine Liste der Störzeiger ist zu erstellen.
Teilaufgabe 4: LRT- und Biotoperfassung nach KA LAU
Das Ziel-LRT-Vorkommen ist nach KA LAU zu bewerten
Alle weiteren LRT- und Biotopflächen der UF werden in verkürzter Form erfasst (Ausnahmen s. unten). Dies umfasst Flächenausdehnung, Aufnahmedatum, Biotop- bzw. LRT-Code und ggf. wichtige Merkmale und Arten in Stichpunktform. Dabei sollen vor allem Veränderungen gegenüber dem Vorgängerdurchgang dokumentiert werden.
Ausnahme: Eine vollständige Erfassung und Bewertung von LRT und weiteren Biotopen nach den Kartieranleitungen Sachsen-Anhalt erfolgt nur dann, wenn das LRT-Vorkommen in seiner Gesamtausdehnung bewertet werden kann. Die Begrenzung auf die UF entfällt dabei, wenn das LRT-Vorkommen die Grenzen der UF überschreitet.
Wichtig: Der Bearbeitungsaufwand wird für jede einzelne UF ggf. noch mit dem AG abgestimmt.
Der Kartierzeitpunkt ist so zu wählen, dass eine vollständige Erfassung der FFH-LRT möglich ist. Die dazu in der KA Sachsen-Anhalt angegebenen Zeiträume sind einzuhalten. Aus Gründen der Vergleichbarkeit wird empfohlen, sich am Kartierzeitpunkt der Voraufnahme zu orientieren.
Für die Datenerhebung im Gelände können BioLRT Report-Ausdrucke der Vorgängerkartierung oder die gruppenspezifischen Erfassungsbögen der Kartieranleitung Sachsen-Anhalt verwendet werden.
Teilaufgabe 5: Vegetationsaufnahmen und Fotodokumentation
Innerhalb des LRT-Vorkommens der UF sind zwei Vegetationsaufnahmen an festgelegten und meist vermarkten Lagepunkten anzufertigen (Wiederholungskartierung). Die Aufnahmeflächen haben i.d.R. eine Größe von 16 m² im Offenland und 100 m² im Wald. Abweichungen bei kleinflächigen LRT-Vorkommen sind möglich. Die Einschätzung der Deckungsgrade der einzelnen Arten erfolgt nach der Londo-Skala in 10%-Schritten. Die Lagegenauigkeit und Vermarkung müssen dokumentiert werden. Altvermarkungen sind zu prüfen und möglichst wiederzuverwenden. Gegebenenfalls sind Referenzpunkte neu einzumessen und digital zu dokumentieren.
Eine Fotodokumentation ist anzufertigen. Diese umfasst mindestens je ein Foto der beiden Vegetationsaufnahmen und ein charakteristisches Übersichtsbild des FFH-LRT. Eine Orientierung an der Voraufnahme wird empfohlen.
Teilaufgabe 6: Dateneingabe
Die Dateneingabe der Sachdaten der Bundesbewertung erfolgt in Multibase CS über die FFH-Monitoring-Cloud des Landesamtes für Umweltschutz Sachsen-Anhalt. Der Auftragnehmer (AN) erhält dafür Zugang und Schreibrechte auf die entsprechende Dateninfrastruktur des Auftraggebers (AG).
Die Sachdaten der Landesbewertung werden in die aktuelle Version des Programms BioLRT eingegeben. Die Vegetationsaufnahmen mit Lagepunkten und die Fotodokumentation werden den unter Punkt 4 erfassten LRT-Vorkommen zugeordnet und in das Datenbanksystem BioLRT eingebunden.
Weiterhin werden zur Flächenabgrenzung im shape-Format die Lagepunkte der Vegetationsaufnahmen ggf. aktualisiert sowie die Lagepunkte der Fotodokumentation als Punkt-shape mit Angabe der Koordinaten erstellt.
Teilaufgabe 7: Berichterstellung
Die Ergebnisse aller untersuchten LRT-Vorkommen werden in einem Kurztext (in digital und einmal in analoger Form) für jede Untersuchungsfläche zusammengefasst. Der Bericht enthält in tabellarischer Form die erfassten Biotope/LRT der Untersuchungsfläche mit den erhobenen Merkmalen (BioLRT-Datenbankauszug) und insbesondere eine kurze Kommentierung der Veränderungen zum vorhergehenden 3. Durchgang.
Arbeitshilfe Londo-Skala (für Vegetationsaufnahmen)
Tabelle: Skala zur Schätzung der Deckungswerte der Arten in den Vegetationsaufnahmen nach Londo (1976, modifiziert)
| Klasseneinteilung | %-Werte für Umwandlung in Datenbank (Mittelwerte der Deckungswertspannen) | Deckungswert in % | Intervall % |
|---|---|---|---|
| r | 0,01 | < 1%, 1 Individuum* | |
| + | 0,1 | < 1 %, 2 - 5 Individuen* | |
| 0.1 | 0,5 | < 1 % | 1 |
| 0.2 | 2 | 1-3 | 2 |
| 0.4 | 4 | > 3-5 | 2 |
| 1 | 10 | > 5-15 | 10 |
| 2 | 20 | > 15-25 | 10 |
| 3 | 30 | > 25-35 | 10 |
| 4 | 40 | > 35-45 | 10 |
| 5 | 50 | > 45-55 | 10 |
| 6 | 60 | > 55-65 | 10 |
| 7 | 70 | > 65-75 | 10 |
| 8 | 80 | > 75-85 | 10 |
| 9 | 90 | > 85-95 | 10 |
| 10 | 97,5 | > 95-100 | 5 |
* Diese Angaben sind fakultativ, d.h. die Klassen können, müssen aber nicht vergeben werden. Bei Verzicht der Anwendung, Einstufung als „0,1“.
Anlage E
Leistungsinhalte und Methodische Vorgaben Los 5 LRT 7140 und 7150
5 bekannte Untersuchungsflächen des LRT 7140 und 1 bekannte UF des LRT 7150 sind aufzusuchen und zu bearbeiten. Die UF sind in den digitalen Geodaten enthalten.
Teilaufgabe 1: Auswertung Vorgängerdurchgang, Schaffung Arbeitsgrundlagen
Die Daten des Vorgängerdurchganges des LRT-Stichprobenmonitoring und Kartierungsdaten der FFH-Gebietskartierungen müssen gesichtet und für die Vorbereitung ausgewertet werden. Dies betrifft
- Abgrenzung der Vorkommen LRT und Biotoptypen
- Koordinaten und Art der Vermarkung der beiden zu erfassenden Vegetationsaufnahmen
- ggf. Koordinaten der im Vorgängerdurchgang aufgenommenen Fotos für Wiederholungsaufnahmen
- Erläuterungstexte sofern vorliegend
Die Anfertigung von Arbeitskarten für die Geländearbeit wird empfohlen.
Teilaufgabe 2: Überprüfung und Aktualisierung der Biotop- und LRT-Struktur
Im Gelände sind im Bereich jeder bekannten Untersuchungsfläche (rechteckig, Größe i.d.R. 1-5 ha) die räumliche Aufteilung der im Vorgängerdurchgang erfassten Biotoptypen bzw. FFH-LRT zu überprüfen und ihre Grenzen den aktuellen Verhältnissen anzupassen. Sofern LRT-Gebietskartierungen vorliegen (meist innerhalb von FFH-Gebieten), sind die Abgrenzungen der LRT und Biotope zwischen Monitoring-Untersuchungsfläche und Gebietskartierung so abzugleichen, so dass keine Widersprüche auftreten und die Kartierergebnisse des Monitorings in die Gebietskartierung integriert werden können. Meist wird eine Anpassung bzw. Korrektur der FFH-Gebietskartierung erforderlich sein. Ein Gliederungs- und Korrekturentwurf ist zu erstellen. Bei LRT sind unterschiedliche Erhaltungsgrade zu berücksichtigen.
In einigen Fällen sind die Ziel-LRT in ihrer Gesamtausdehnung abzugrenzen (UF-übergreifend). Diese Fälle sind in den Anlagen „Einzelaufgaben“ beschrieben und kalkulationsrelevant.
Teilaufgabe 3: LRT-Erfassung nach Bewertungsschema BfN & BLAK 2017 (Bundesbewertung)
Der Gesamtbestand des jeweiligen Ziel-LRT auf der UF, d.h. alle Teilflächen des LRT-Vorkommens, ist kumulativ gemäß Bewertungsschema BfN & BLAK (2017) zu bewerten.
BfN Schriften 481 (2017) - Bewertungsschemata für die Bewertung des Erhaltungsgrades von Arten und Lebensraumtypen als Grundlage für ein bundesweites FFH-Monitoring Teil II: Lebensraumtypen nach Anhang I der FFH-Richtlinie
https://www.bfn.de/publikationen
Ein Kartierbogen „LRTXX_Mantel_BfN_4 Seiten“ wird vom AG bereitgestellt. Auf diesem Bogen sind zudem allgemeine Angaben zu der Untersuchungsfläche einzutragen und die Sachdaten des Bewertungsschemas nach BfN & BLAK (2017) zu dokumentieren.
Ergänzend zu den Angaben im Bewertungsschema sind Veränderungen des LRT und der Bewertungskriterien gegenüber dem Vorgängerdurchgang des Stichprobenmonitorings kurz zu beschreiben. Die jeweiligen Erfassungsbögen sind vollständig auszufüllen.
Eine Liste der Störzeiger ist zu erstellen.
Teilaufgabe 4: LRT- und Biotoperfassung nach KA LAU
Das Ziel-LRT-Vorkommen ist nach KA LAU zu bewerten
Alle weiteren LRT- und Biotopflächen der UF werden in verkürzter Form erfasst (Ausnahmen s. unten). Dies umfasst Flächenausdehnung, Aufnahmedatum, Biotop- bzw. LRT-Code und ggf. wichtige Merkmale und Arten in Stichpunktform. Dabei sollen vor allem Veränderungen gegenüber dem Vorgängerdurchgang dokumentiert werden.
Ausnahme: Eine vollständige Erfassung und Bewertung von LRT und weiteren Biotopen nach den Kartieranleitungen Sachsen-Anhalt erfolgt nur dann, wenn das LRT-Vorkommen in seiner Gesamtausdehnung bewertet werden kann. Die Begrenzung auf die UF entfällt dabei, wenn das LRT-Vorkommen die Grenzen der UF überschreitet.
Wichtig: Der Bearbeitungsaufwand wird für jede einzelne UF ggf. noch mit dem AG abgestimmt.
Der Kartierzeitpunkt ist so zu wählen, dass eine vollständige Erfassung der FFH-LRT möglich ist. Die dazu in der KA Sachsen-Anhalt angegebenen Zeiträume sind einzuhalten. Aus Gründen der Vergleichbarkeit wird empfohlen, sich am Kartierzeitpunkt der Voraufnahme zu orientieren.
Für die Datenerhebung im Gelände können BioLRT Report-Ausdrucke der Vorgängerkartierung oder die gruppenspezifischen Erfassungsbögen der Kartieranleitung Sachsen-Anhalt verwendet werden.
Teilaufgabe 5: Vegetationsaufnahmen und Fotodokumentation
Innerhalb des LRT-Vorkommens der UF sind zwei Vegetationsaufnahmen an festgelegten und meist vermarkten Lagepunkten anzufertigen (Wiederholungskartierung). Die Aufnahmeflächen haben i.d.R. eine Größe von 16 m² im Offenland und 100 m² im Wald. Abweichungen bei kleinflächigen LRT-Vorkommen sind möglich. Die Einschätzung der Deckungsgrade der einzelnen Arten erfolgt nach der Londo-Skala in 10%-Schritten. Die Lagegenauigkeit und Vermarkung müssen dokumentiert werden. Altvermarkungen sind zu prüfen und möglichst wiederzuverwenden. Gegebenenfalls sind Referenzpunkte neu einzumessen und digital zu dokumentieren.
Eine Fotodokumentation ist anzufertigen. Diese umfasst mindestens je ein Foto der beiden Vegetationsaufnahmen und ein charakteristisches Übersichtsbild des FFH-LRT. Eine Orientierung an der Voraufnahme wird empfohlen.
Teilaufgabe 6: Dateneingabe
Die Dateneingabe der Sachdaten der Bundesbewertung erfolgt in Multibase CS über die FFH-Monitoring-Cloud des Landesamtes für Umweltschutz Sachsen-Anhalt. Der Auftragnehmer (AN) erhält dafür Zugang und Schreibrechte auf die entsprechende Dateninfrastruktur des Auftraggebers (AG).
Die Sachdaten der Landesbewertung werden in die aktuelle Version des Programms BioLRT eingegeben. Die Vegetationsaufnahmen mit Lagepunkten und die Fotodokumentation werden den unter Punkt 4 erfassten LRT-Vorkommen zugeordnet und in das Datenbanksystem BioLRT eingebunden.
Weiterhin werden zur Flächenabgrenzung im shape-Format die Lagepunkte der Vegetationsaufnahmen ggf. aktualisiert sowie die Lagepunkte der Fotodokumentation als Punkt-shape mit Angabe der Koordinaten erstellt.
Teilaufgabe 7: Berichterstellung
Die Ergebnisse aller untersuchten LRT-Vorkommen werden in einem Kurztext (in digital und einmal in analoger Form) für jede Untersuchungsfläche zusammengefasst. Der Bericht enthält in tabellarischer Form die erfassten Biotope/LRT der Untersuchungsfläche mit den erhobenen Merkmalen (BioLRT-Datenbankauszug) und insbesondere eine kurze Kommentierung der Veränderungen zum vorhergehenden 3. Durchgang.
Arbeitshilfe Londo-Skala (für Vegetationsaufnahmen)
Tabelle: Skala zur Schätzung der Deckungswerte der Arten in den Vegetationsaufnahmen nach Londo (1976, modifiziert)
| Klasseneinteilung | %-Werte für Umwandlung in Datenbank (Mittelwerte der Deckungswertspannen) | Deckungswert in % | Intervall % |
|---|---|---|---|
| r | 0,01 | < 1%, 1 Individuum* | |
| + | 0,1 | < 1 %, 2 - 5 Individuen* | |
| 0.1 | 0,5 | < 1 % | 1 |
| 0.2 | 2 | 1-3 | 2 |
| 0.4 | 4 | > 3-5 | 2 |
| 1 | 10 | > 5-15 | 10 |
| 2 | 20 | > 15-25 | 10 |
| 3 | 30 | > 25-35 | 10 |
| 4 | 40 | > 35-45 | 10 |
| 5 | 50 | > 45-55 | 10 |
| 6 | 60 | > 55-65 | 10 |
| 7 | 70 | > 65-75 | 10 |
| 8 | 80 | > 75-85 | 10 |
| 9 | 90 | > 85-95 | 10 |
| 10 | 97,5 | > 95-100 | 5 |
* Diese Angaben sind fakultativ, d.h. die Klassen können, müssen aber nicht vergeben werden. Bei Verzicht der Anwendung, Einstufung als „0,1“.