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Konzeption und Entwicklung einer mehrsprachigen webbasierten Kinderschutz-App

Extrahierter Dokumenttext · Stand: 24.09.2026, 13:27 (Europe/Berlin)

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Leistungsbeschreibung

  1. Ausgangssituation Im Rahmen des ESF-geförderten Programms „DigiWohl“ entwickelt der Auftraggeber eine digitale Lösung zur Stärkung des Kinderschutzes in Thüringen. Trotz bestehender Hilfs- und Unterstützungsangebote bestehen strukturelle Herausforderungen beim Zugang zu Informationen, insbesondere für Kinder und Jugendliche. Die bestehenden Angebote sind häu昀椀g nicht niedrigschwellig, nicht altersgerecht oder nicht ausreichend sichtbar.

  2. Ziel der Beauftragung Ziel der Beauftragung ist die Konzeption, Entwicklung und technische Umsetzung einer webbasierten Kinderschutz-App, die Kinder und Jugendliche von 6-16 Jahren altersgerecht über ihre Rechte informiert, zur Selbsthilfe befähigt und den Zugang zu Unterstützungsangeboten erleichtert.

Die App soll partizipativ mit der Zielgruppe entwickelt werden und sowohl von Kindern und Jugendlichen als auch von pädagogischen Fachkräften genutzt werden können. Die Umsetzung soll nutzerzentriert und unter besonderer Berücksichtigung der Bedürfnisse von Kindern und Jugendlichen erfolgen.

  1. Leistungsgegenstand Der Auftrag umfasst die Konzeption, Entwicklung und Weiterentwicklung der digitalen Anwendung.

3.1 Allgemeine Anforderungen − Entwicklung einer Web-App (browserbasiert) − responsives Design (Nutzung auf Smartphone, Tablet, Desktop) − DSGVO-konforme Umsetzung − einfache, intuitive Bedienbarkeit − barrierearme Gestaltung unter Berücksichtigung anerkannter Standards (z. B. WCAG 2.1 AA) − Kultursensibilität in Form der Darstellung, Ansprache und Gestaltung (z.B. Vermeidung von Stereotypen in Darstellung) − Altersgerechte und mehrsprachige Aufbereitung der Inhalte (Kinder von 6-11 Jahren, Jugendliche 12-16 Jahren)

3.2 Funktionale Anforderungen Die App soll mindestens folgende Module enthalten:

a. Informationsmodul • Altersgerechte Aufbereitung von Kinderrechten und Themen des Kinderschutzes • verständliche Darstellung von themenbezogenen Informationsangeboten

b. Interaktive Inhalte • Quiz- und Spielformate zur Wissensvermittlung • optionale Gami昀椀cation-Elemente, sofern diese pädagogisch sinnvoll und zielgruppengerecht eingesetzt werden können

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c. Dialogsystem / Chatbot-Funktion • Die Chatbot-Funktion dient der Vermittlung von Informationen, der Orientierung innerhalb der Anwendung sowie der Unterstützung bei der Suche nach passenden Hilfs- und Unterstützungsangeboten • Die Lösung soll auf einem regelbasierten oder redaktionell steuerbaren Dialogsystem basieren und Nutzerinnen und Nutzer durch vorde昀椀nierte Informations- und Entscheidungswege führen • Die Funktion soll insbesondere passende Inhalte innerhalb der Anwendung auf昀椀ndbar machen - sie ersetzt keine individuelle, persönliche Beratung und keine fachliche Einschätzung durch quali昀椀zierte Fachkräfte: eine automatisierte Bewertung, Einstufung oder Diagnose von Situationen ist nicht vorgesehen

d. Netzwerk-/Hilfemodul • Anzeige regionaler und digitaler Beratungsstellen und Hilfsangebote • Kontaktmöglichkeiten (z. B. Telefonnummern, Links) • Filterfunktion nach Standort / Bedarf

e. Backend für Träger Das Backend dient der Administration und P昀氀ege der Anwendung durch den Auftraggeber sowie autorisierte Fachkräfte.

Mindestens folgende Funktionen sind vorzusehen: • Verwaltung von Einrichtungen bzw. Trägern einschließlich der zugehörigen Kontaktinformationen • Verwaltung von Beratungs- und Hilfsangeboten einschließlich der zugehörigen Kontaktinformationen • P昀氀ege und Aktualisierung mehrsprachiger Inhalte

Das Backend ist so zu gestalten, dass Inhalte durch den Auftraggeber bzw. autorisierte Fachkräfte ohne tiefgehende technische Kenntnisse gep昀氀egt und aktualisiert werden können. Für Einrichtungen bzw. Träger muss die Hinterlegung zuständiger Ansprechpersonen für die Kontakt- und Beschwerdefunktion möglich sein. Die technische Lösung ist so zu konzipieren, dass perspektivisch mehrere Träger ihre eigenen Einrichtungen sowie zuständigen Ansprechpersonen innerhalb der Anwendung verwalten können.

f. Beschwerde- und Kontaktfunktion Die Anwendung soll eine digitale Beschwerde- und Kontaktfunktion für Kinder und Jugendliche bereitstellen. Ziel ist es, Kindern und Jugendlichen eine niedrigschwellige Möglichkeit zu bieten, Anliegen, Beschwerden oder Hinweise im Kontext von Kinderrechten und Kinderschutz zu übermitteln sowie Kontakt zu geeigneten Ansprechpersonen aufzunehmen.

Die Funktion soll Bestandteil des Kinderschutzkonzepts des Auftraggebers werden und bestehende Zugangshürden zu Melde- und Unterstützungsstrukturen reduzieren.

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Im Rahmen der Umsetzung sind mindestens folgende Funktionalitäten vorzusehen:

• niedrigschwellige Kontaktaufnahme über eine altersgerechte Eingabemaske • Weiterleitung von Anfragen und Hinweisen an die für die jeweilige Einrichtung oder den jeweiligen Träger hinterlegte Ansprechperson • altersgerechte und verständliche Nutzerführung • datenschutzkonforme Verarbeitung eingehender Anfragen

Die fachliche Bearbeitung eingehender Anfragen und Beschwerden erfolgt durch den jeweiligen Träger und ist nicht Bestandteil der Leistung des Auftragnehmers

g. Mehrsprachigkeit der Inhalte die Anwendung ist mindestens in folgenden Sprachen bereitzustellen: Deutsch, Englisch, Arabisch, Ukrainisch

Die technische Architektur muss die spätere Ergänzung weiterer Sprachen ohne grundlegende technische Anpassungen ermöglichen. Die Übersetzung der Inhalte in die vorgesehenen Sprachversionen ist Bestandteil der Leistung des Auftragnehmers. Der Auftragnehmer hat eine geeignete technische Lösung zur Übersetzung der Inhalte darzustellen. Der Auftraggeber unterstützt bei Bedarf die fachliche Prüfung durch eigene Ressourcen oder externe Sprachmittler: innen.

Die Kinderschutz-App wird in einem partizipativen und nutzerzentrierten Entwicklungsprozess erstellt. Die in dieser Leistungsbeschreibung beschriebenen Funktionen stellen die verbindlichen Kernanforderungen dar. Einzelne fachliche, funktionale und gestalterische Anforderungen können im Projektverlauf auf Grundlage der Ergebnisse von Beteiligungsformaten sowie fachlicher Abstimmungen zwischen Auftraggeber und Auftragnehmer konkretisiert werden. Die Konkretisierungen dürfen den grundsätzlichen Leistungsumfang des Auftrags nicht wesentlich verändern.

3.3 Partizipative Entwicklung Die Entwicklung der Anwendung erfolgt partizipativ unter Einbeziehung von Kindern, Jugendlichen und Fachkräften. Geplant sind Beteiligungs-Workshops mit Kindern und Jugendlichen unterschiedlichen Alters und Fachkräften, organisiert durch die Projektkoordination des Auftraggebers. Der Auftragnehmer unterstützt den Auftraggeber bei der fachlichen und technischen Vorbereitung, Durchführung und Auswertung geeigneter Beteiligungs- und Erprobungsformate. Die Ausgestaltung der Formate erfolgt in Abstimmung mit dem Auftraggeber. Der Auftragnehmer hat ein Konzept zur methodischen Unterstützung der Beteiligungs- und Erprobungsformate vorzulegen.

Die im Rahmen der Beteiligungsprozesse gewonnenen Erkenntnisse sind bei der Weiterentwicklung der Anwendung angemessen zu berücksichtigen. Dies umfasst insbesondere: • iterative Entwicklungs- und Anpassungsprozesse • Integration von Nutzerfeedback in Konzeption und Entwicklung • Unterstützung bei Test- und Erprobungsphasen

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3.4 Technische Anforderungen • skalierbare Systemarchitektur • sichere Datenverarbeitung und DSGVO-konforme Umsetzung • stabile Performance • einfache Wartbarkeit und Weiterentwicklung • Benutzer- und Rechteverwaltung für autorisierte Fachkräfte und Administrator: innen • Bereitstellung einer verständlichen Dokumentation für Betrieb, Administration, P昀氀ege und Weiterentwicklung der Anwendung

3.5 Betrieb und Hosting Die Anwendung soll durch den Auftragnehmer oder einen geeigneten Hosting-Dienst betrieben werden. Der Auftragnehmer hat ein Betriebs- und Hosting-Konzept vorzulegen, das mindestens folgende Aspekte beschreibt:

• Hosting Umgebung und Hosting Standort • Datenschutz- und Sicherheitsmaßnahmen • Datensicherung und Wiederherstellung • Wartungs- und Updateverfahren • Verfügbarkeits- und Supportkonzept • laufende Betriebs- und Hostingkosten

Die Anwendung ist so zu konzipieren, dass ein späterer Wechsel des Hosting-Anbieters oder die Übernahme des Betriebs durch einen Dritten grundsätzlich möglich bleibt.

3.6 Auswertung und Monitoring Die Anwendung soll die anonymisierte Auswertung ausgewählter Nutzungsdaten ermöglichen. Hierzu zählen insbesondere:

• Anzahl der Aufrufe • Nutzung einzelner Inhalte und Themenbereiche • Nutzung des Dialogsystems/ Chatbots • Aufrufe von Hilfs- und Unterstützungsangeboten • Nutzung der Kontakt- und Beschwerdefunktion

Die Auswertung darf keine personenbezogenen Nutzerpro昀椀le erzeugen. Die Auswertungen müssen über das Backend für autorisierte Nutzerinnen und Nutzer einsehbar sein.

  1. Leistungen des Auftragnehmers

Der Auftragnehmer übernimmt insbesondere: • technische Konzeption der Anwendung • Design- und UX-Entwicklung • Programmierung der Anwendung • Implementierung der vereinbarten Funktionen • Abstimmung mit dem Auftraggeber

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• Unterstützung partizipativer Entwicklungs- und Testprozesse • Fehlerbehebung und Optimierung • Betrieb und Hosting der Anwendung während der Projektlaufzeit

Arbeitsergebnisse Im Rahmen der Leistung sind mindestens folgende Arbeitsergebnisse bereitzustellen:

• technisches Gesamt- und Architekturkonzept • Design- und UX-Konzept • klickbarer Prototyp der Anwendung zur Visualisierung und Erprobung zentraler Funktionen, Inhalte und Nutzerwege mit Kindern, Jugendlichen und Fachkräften • lauffähige Web-Anwendung • Backend zur Administration und P昀氀ege der Inhalte • Betriebs- und Hosting-Konzept • technische Dokumentation • Administrationsdokumentation • Übergabe aller erforderlichen Administrationszugänge • Übergabe des vollständigen Quellcodes und aller für den Betrieb erforderlichen Komponenten

inhaltliche Verantwortung Die fachlichen Grundlagen, thematischen Schwerpunkte sowie Ergebnisse aus Beteiligungsprozessen mit Kindern, Jugendlichen und Fachkräften werden durch den Auftraggeber eingebracht und fachlich verantwortet.

Der Auftragnehmer unterstützt den Auftraggeber bei der nutzerorientierten, altersgerechten, didaktischen und digitalen Aufbereitung dieser Inhalte für die Anwendung.

Dies umfasst insbesondere:

• die Entwicklung geeigneter Darstellungs- und Interaktionsformate • die Überführung fachlicher Inhalte in digitale Anwendungskonzepte • die Gestaltung einer zielgruppengerechten Nutzerführung • die Entwicklung geeigneter Quiz-, Spiel- oder Interaktionsformate

  1. Leistungszeitraum Der Leistungszeitraum erstreckt sich von Erteilung des Zuschlags bis 30. April 2028. Die Umsetzung erfolgt in mehreren Phasen (Konzeption, Entwicklung, Test und Weiterentwicklung).

  2. Zusammenarbeit Der Auftragnehmer arbeitet eng mit dem Auftraggeber zusammen. Regelmäßige Abstimmungs- termine sowie Feedbackschleifen sind Bestandteil der Leistung.

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  1. Ergebnis Am Ende des Projekts steht eine funktionsfähige, getestete und nutzbare Web-App (Frontend), die den beschriebenen Anforderungen entspricht und durch Kinder und Jugendliche genutzt werden kann. Darüber hinaus ist eine vollständig einsatzbereite Anwendung bereitzustellen, die neben der Web-App auch die notwendigen technischen Komponenten (insbesondere Backend und Datenstruktur) umfasst.

Die Anwendung ist so auszugestalten, dass sie durch den Auftraggeber eigenständig administriert, inhaltlich gep昀氀egt und ohne tiefgehende technische Kenntnisse weiter genutzt werden kann. Zusätzlich ist eine verständliche Dokumentation bereitzustellen, die den Betrieb, die P昀氀ege sowie die Weiterentwicklung der Anwendung ermöglicht.

  1. Abnahme

Vor der Abnahme erfolgt eine gemeinsame Test- und Erprobungsphase.

Die Abnahme setzt mindestens voraus:

• Umsetzung der vereinbarten Funktionen

• erfolgreiche Durchführung vereinbarter Tests

• Behebung kritischer Fehler

• Bereitstellung der technischen Dokumentation

• Übergabe aller erforderlichen Administrationsrechte und Zugangsdaten

• Nachweis der vereinbarten Betriebsfähigkeit

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