Standsicherheitsuntersuchung zur Müllhalde Lausche (Standsicherheitseinschätzung) vom 21.12.1990 Bergsicherung Suhl_NEU.pdf

Ingenieur- und Gutachterleistungen zur Standsicherheitsbewertung der Böschungen der Deponie Lauscha

Extrahierter Dokumenttext · Stand: 22.09.2026, 16:52 (Europe/Berlin)

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STAJTOSICHSRH3ITSUI’ITERSUGimi\TG ZUR ~LLHALDE LAUSCHA

(Standsiclierheitseinsch(cid:228)tzung)

Auftraggeber: Rat der Stadt Lauscha Bahnliof stra(cid:223)e 12 6426 Lauscha

/- -^ Bearbeiter: Dipl.-Ing. K. Itlro-fczek

Bergsicherung Suhl Schmalenbuchner Str* 48 6420 Neuhaus am Rennweg ’<

Neuhaus, den 21. 12. 1990

^v^-

gepr(cid:252)ft: Dr.-Ing. I/ Pfarre von der Obersten. Bergbeh(cid:246)rde ^ anerkann-fcer Sachverst(cid:228)ndiger

^.

f(cid:252)r B(cid:246)schuiigen

Verteiler: 1-x R«d«St» Lauscha 1 x Landratsamt Neuhaus < Dezernat Umv^elt 1 x BVB Suhl. ?’B Geologie 1 x Bergbeh(cid:246)rde Erfurt 1 x Bergsicherung Suhl

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INHALTSVERZEICHNIS Seite 3

  1. Auf gab ens tel lung

3 2* Allgemeine Angaben

4 3. Arbeit sun-fc erlagen 4 3.1. Marks clieideris die Unterlagen

3.2, Geologisch-hydi-ologisclie Unt erlagen 4

7 3 (cid:149) 3. Geoteohniscl’ie Unter la gen 9 3.4» Berechnuiigsverfahreii /(cid:149)

9 4« S’taiidsicl-ierhei-fcsberechnung 4.1. Eigenstabili-fc(cid:228)-fc der Halde 9 4.2. S’ban(cid:252)sicherheit in der PIaldenauflage 10 4.3. Standsicherheit im B(cid:246)scl-iungssystem 11

  1. Schlu(cid:223)bemerkungen urL(cid:228) Ma(cid:223)nahmen 12

r

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1 (cid:149)_ Auf_gabenst ellun^

Im Zusammeriliang mit der Erweiterung der M(cid:252)llhalde im Steinach- grand beauftragte der Rat der Stadt Lauscha mit Schreiben vom 10. ?(cid:149) 90 die Bergsicherung Suhl mit einer Un.tex’suchung zur Standsicherheit der Deponie. Bei einer Standortberatung zwi- sehen Vertretern des Territonalorgans und dem Bearbeiter am 19- 7. 90 vmrde die Aufgabenstellung dahingehend pr(cid:228)zisiert, da(cid:223) die St^n(cid:228)sicherheit der Halde im IST-Zustand gepr(cid:252)f-t und schlu(cid:223)folgernd daraus m(cid:246)gliche bzw. n(cid:246)tige Sicherungsma(cid:223)nahmen imter dem oben genarLnten Aspekt abzuleiten sind.

Zur Bestimmung des Altlastgef(cid:228)hrdungspo-fcentials im Standort’be- ( reich vmrden vom Bearbeiter ^vasseranalytische Untersuchungen angeregt, die jedocb. n.iclit Bestand-fceil der Standsicherheits- un-fcersuchung sein sollen.

  1. Allgeraeine Angaben

Die M(cid:252)llhalde der Stadt Lauscha stellt eine ungeoi-’dnete Deponie dar, d« h«, sie v^ird als I(cid:252)p_pe oline ee^’egel-fcen technologischen Betrieb an. einem von 0 nach W geneigten Hang im SteirLachgrund ("^1,2 kra von Unter laus cha) "De-trieben. Konkrete Angaben zum Bntstehungszeitpunkt der Halde sowie zu den Ablagerungsprod.ukten und -mengen existieren nicht;» lieben der Verkippung voll Sie(cid:228)- lungsabf(cid:228).llen_(Hausra(cid:252)ll, Spei-’rm(cid:252).ll) und Bauschutt/-aushul3 v/urden vermutlich auch gro(cid:223)e Mengen von Industrieabf(cid:228)llen_ ortsans(cid:228)ssi-

(

) ger Betriebe (Glasbruch, Asche u» (cid:228)«) mittels P.lanien-’aupe ein.ge- baut. Gegenw(cid:228)rtig sind Ablagerungen auf der Halde nur mit Son(cid:228)er- genehmigimg fiestatte-fc»

Das Haldenvorland v/ird von einem flach. geneigten, teils bewalde- ten Gegenhaiig gebildet» In der Talsohle verl(cid:228)uft der Vorfluter

Steinacl-i, dessen. Abstand zum B o s ch-un.gs fu(cid:223) ^ 5 m betr(cid:228)gt, Andie

B(cid:246) schungsschulterflache grenzt ein unbefestig-fcer Fahrweg an, von welchem das abflie(cid:223)ende Niederschlagsvvasser (cid:252)ber ein, Gerinne auf das Haldenplanum geleitet wird« In n(cid:228)herer Zukunft soll die Kippe in n(cid:246)rdliche Rich.tuiig vorge- 9 trieben werden, v/obei eine Verlegung der Steinach geplant ist« c’

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4

3 (cid:149) ^’Lr’bei-t s unt erlasen

3.1. Markscheiderische Unterlagen

Eine vermessmigstechnische Aufnahme der Halde erfolgte im Juni 1989 durch die Bergsicherung Suhl. Die Srge’bnisse sind als Lage- und H(cid:246)henplan in Anlage 1 so\vie als Schnitt A-A in An- l(cid:228)ge 2 enthalten. Danach erstreckt sich die Halde in NO-SW- Richtung auf eine L(cid:228)nge von />/300 m, die Breite schv/ankt zwi- sehen 30 m und 70 m. Die gr(cid:246)(cid:223)te H(cid:246)he betr(cid:228)gt ^ 15 m.

Ajihand von alten Vermessun.gsunterlagen (Lageplan aus dem J.alire 1912), die dem Bearbeiter vom Auftraggeber (cid:252)bergeben vmrden, vrar zu vermuten, da(cid:223) der gegenw(cid:228)rtige Plu(cid:223)lauf der Steinach /’ bereits einmal verlegt vmrde. Nachforschu.ngen im Liegensch.af’fcs- dienst Neuhaus sowie die in Ajilage 3 dargestellte Urauf n(cid:228)hme des Standortbereiches best(cid:228)tigten diese Amiahme. Bei einer Er- g(cid:228)nzungsmessung im September 1990 vmrde deshalb der ehemalige Verlauf der Steinach in den Lage- -und H(cid:246)henplan der Bergsicherung Suhl eingepa(cid:223)t« Es ist zu erkennen, da(cid:223) dieses (cid:228)ltere Flu(cid:223)’bett gegenw(cid:228)rtig vom Deponiek(cid:246)rper (cid:252)berkipp-fc ist. Weiterhin l&(cid:223)t sich ableiten, da(cid:223) die Neigung der Haldenauflageflache nicht wie ur-

spr(cid:252)nglich angenommen ^ 11(cid:176), sondern 18(cid:176) l3etr(cid:228)g-fc.

Ent sprechend der angewendeten, nnzul(cid:228)ssigei-i Verkippuiigstechn.ologie, direkte Kopfscl-i(cid:252)t-fcung (cid:252)ber die BoschurLgsechulter, hat sich eine nach IW einfallende, ungebrochene B(cid:246)schungsfl(cid:228)clie mit einer I?ei-

gung von 45(cid:176) (1:1) ausgebildet. Ill dem seit l(cid:228)ngerer Zeit nicht

r mehr betriebenen »^ 6 m hohen Deponiebereich (s(cid:252)dlicher Teil der Halde), hat sich die B(cid:246)scliuiigsfl(cid:228)che lokal bereits auf t 33^ 0 (Neigung 1 : 1,5) abgeflacht«

3.2. Geologisch-hydrologische Unterlagen

Der Deponiestandort liegt an der SE-1’lanke des Schwarzburger Sattels,-im Verbrei-fcungsgebiet des Ordoviziums, Speziell strei- chen hier Gesteine der P^codenserie von tremadozisch.em Alter aus. Die ans’fcehend.en Phycodens chief er sind als gr(cid:252)nlichgraue oder blaugraue, gro’bpelitische Tonschiefer zu bezeichnen, die M(cid:228)chtig- keiten von 600 - 900 m aufweisen (1). In rhythmischen Abst(cid:228)nden

sind ^ starke, , quarzitische B(cid:228)nderzmgen erkenn’bar, v\robei gele-

gentlicli auch cm- bis dm-m(cid:228)ch-bige Quarzitb(cid:228)nke eingelagert sein

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k(cid:246)nnen. Da die tonigen -und quarzitischen Lagen fest miteinander verv/achsen sind, tritt eine Abl(cid:246)sung nach der Schichtung kaum ein, hingegen zeigen die transversal ges chieferten Gesteine an den Schief erungsfl(cid:228)chen. deutlicl-i ausgepr(cid:228)gte A’bloseerschei- nungen. Die Schichten streichen generell SW - NE und fallen halbsteil nach SB ein.

Die hydrogeologische Situation am Standort wird durch die mor- phologischen Verh(cid:228)ltnisse und die Niederschlagst(cid:228)tigkeit cha- rakterisiert« Anfallende V/(cid:228)sser flie(cid:223)en dem Vorfluter, der S-fceinach, dem wichtigsten Wasserlauf Im Territorium zu. Ge- messen an der geringen Gr-(cid:246)(cid:223)e__des. Einzugsgebietes un(cid:228)^mi-t; Ab-

r fluBspen.den von 28 1/s/km^" bis S-fceinach und mit mehr als 20 1/s/km’

am Gebirgsrand (cid:252)bertrifft die_SteinacIi alle vergleichbaren th(cid:252)- ringischen Fl(cid:252)sse und widerspiegelt den. Niederschlagsreicl-itum der im Luv gelegenen Ge’birgsabso(cid:252)nitte /2/« Das cl’iarakteristi- sehe Abflu(cid:223)regime verdeutlicht Bild 1« L~ber Inkoh(cid:228)renzf lachen

(Spalten, Kl(cid:252)fte, Schicht- und Schiefermigsfugen) wandert ein

Teil der O’berfl(cid:228)ch.enw(cid:228)sser in den passiven Grundvifasserhorizon-i;, der etwa im Niveau des Vorflu-fcers liegt, ab< Im Bereich des ak- tiven Grundwasserhorizontes, der von der Hangschut-fc- und Auf - lockerungszpne des Phycodenschiefers gebildet wird, ist mit periodischer Grundwasserf(cid:252)lirung in Abh(cid:228)ngigkeit vom Oberfl(cid:228)-

chenwas s er andrang (Schneeschmelze, Niedersclilag u. a.) zu rech-

< neu« Besonders im Bereich des Seitent(cid:228)lchens am "Teufelsholz"

c

ist ein verst(cid:228)rkter V/asserandrang zu erv/arteii« Da die Talachse im NW am Deponiestandort endet, k(cid:246)m-ien Gr(cid:252)n dwa sseraustritt e_iii der Ha’ldenauflage als sogenamite Hangque’llen niclit ausgeschlos- sen werden« Entlang des Haldenfu(cid:223)es ist Staun(cid:228)sge fes-fczus-fcellen.

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mVs

6 -i

5-

4 -

MOL 3^ms/s

3

Horb 2 -

M (cid:214)l I.Omi/S 1 Sleinach

Nov Dez. Jan Febr. Mrz. Juli Sep. Nov Abb. i Mittlerer Abflu(cid:223)gang der Steinach (Entwurf F. GRIMM) Me(cid:223)stcllp Steinach: Kf:hf 1961/68, Einzugsgrbiet 36km1 Mr(cid:223)stellc Horb (BRD): Reihe 1954/6^. Eiiizugsei-ljift 225 kni’

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7

3.3» Geo-technische Unterlagen

Der Untergrund der Halde wzirde anhand vorhandener Aufschl(cid:252)sse entlang des Zufahrtsweges sowie der Haldenauflage an der n(cid:246)rd- lichen Deponiegrenze ’beurteilt. Danach besteht die Basisflache aus dem Verwitterungsschutt des Phycodenschiefers, dessen M(cid:228)ch- tigkeit im Mittel zwischen 0,30 m im oberen Hangbereich und ca» 2,0 m am Hangfu(cid:223) betr(cid:228)gt» Mit Azin(cid:228)herung an die Talaue geht der Verwitterungs~/Hangschutthorizont in fluviatile Ablagerungen (i. allg. Schotter) (cid:252)ber.

Im bodenmechanischen Sinn kami die Haidenaufl(cid:228)ge als schwach bindiger, tonig-sandiger Kies mit eingelagerten dickplattigen

(

scheitartigen Tons chieferbruc(cid:252)st(cid:252)cken bezeichnet werden»

Um brauchbare Daten f(cid:252)r die Standsicherheitsberechniing zu er- langen, ist eine repr(cid:228)sentative Keimwertermittlung bodenphysika- lischer Parameter sowohl f(cid:252)r den Haldenuntergrund als auch f(cid:252)r den Deponiek(cid:246)rper notwendig»

Umfangreiche Untersuchungen an Hangschuttmaterial wurden vom GPE Jena (3) im Rahmen eines Erlnmdungsprogrammes f(cid:252)r den Bau einer Talsperre im Th(cid:252)ringer Schiefergebirge durchgef(cid:252)hrt. Da es sich dabei lithogenetisch nahezu um gleiches Material wie im Untergrund des Deponiestandortes handelt, k(cid:246)nnen diese Kermwerte analog angesetzt werden«

Die Kennwerte f(cid:252)r den Felsuntergrund sind a priori ohne gr(cid:246)(cid:223)ere

l

Bedeutung, da die entscheidenden Scherfestigkeitsparameter deut- lich (cid:252)ber denen des Hangschut-tes liegen» Sie wiirden deshalb empirisch festgelegt (vgl. Tab, 1)«

F(cid:252)r M(cid:252)lldeponien k(cid:246)imen Kennwerte herangezogen werden, die an 2 Proben der M(cid:252)llhalde S(cid:252)(cid:223)enborn/Umpferstedt mittels gro(cid:223)forma- tigern Laborversuch ermittelt wurden und f(cid:252)r l(cid:228)nger gelagerten, aschereichen Hausm(cid:252)ll gelten« Nach /4/ betragen

- die Reindichte Sj = 2,17 t/m3

- die nat(cid:252)rliche Rohdichte ^ =1,37 t/m3

’ft

- der wirksame Reibungswirikel <^

22

- die wirksame Koh(cid:228)sion G* =20-41 kN/m 2

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Die Deponie im Steinachgrund weist jedoch hinsichtlich Material- zusamiTiensetzung deutliche Unterschiede zur Kippe S(cid:252)(cid:223)enToorn/ Umpferstedt auf. Bei einem Anteil von Bauschutt- od-er Erdaushub- massen 2 20 ^ ist mit einem Anstieg der Reibungskomponente der- Sclierfes-tigkeit zu rechnen, w(cid:228)hreii(cid:228). sich der Koh(cid:228)sions ante il G’ . verringert» Der wirksame Reibungswinkel kann in solchen F(cid:228)llen erfahrungsgem(cid:228)(cid:223) mit ^ >30 angesetzt v\rerden«

Der Schuf t\virLkel einer PrischiTi(cid:252)ll’b(cid:246)schung ist nur in geringem Ma(cid:223)e h(cid:246)henabh(cid:228)ngig. Entspr’ecliend der Einbautechnologie hat sicli gegenw(cid:228)rtig eine ungebrochene B(cid:246)schungsfl(cid:228)che mit einem mittleren B(cid:246)schungswinkel von 45 _eingestellt, F(cid:252)r derartige Einbauverfah- f ren weist M(cid:252)ll naturgem(cid:228)(cid:223) geringere nat(cid:252)rliche Rohdicliten auf, die nach neuen Untersuchungen. /5/ an anderen M(cid:252)llhalden mit 3 5, +z: 0,8 t/m-^ ermi-b-telt v/urden. Au(cid:223)erdem kazm davon ausgegan- n gen werden, da(cid:223) der B(cid:246)schungswinkel bei frisch gesch(cid:252)t’fceten Kip- | pen etwa dem Y/inkel der inneren Reibung en’fcspricht. Somit werden f(cid:252)r den Standort Parameter nach Tabelle 1 zum Ansatz gebracl-i-fc«

Tab. 1 : Kemiv/erte zum Deponiestandort im SteirLacligrund

^/

Parameter M(cid:252)ll Haltenaufl« FeIsmit ergrund Kippen- verrottet (Hangs chut-fc) (angewittert) kant en- versturz

nat(cid:252)rl. Roh- ( di elite

/kK/m3/

8,0 13,7 19,5 25,0

\virksamer Reibungswinkel ?’/0/ 45 22 31, 5 36

wirksame Koh(cid:228)sion.

O* /kN/m2/

0 41 9 100

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3.4* 3ere chnungs verf ahr en

F(cid:252)i- die Staridsiclierheitsberechnung wurde das von der Obersten Bergbeh(cid:246)rde zugelassene Erdstatikprogramm BOROWICILA. II Version Januar 1990 (Pr(cid:228)dikat "sehr gut") genutzt* Bei allen Berech- nungen. v/urde davon ausgegangen, da(cid:223) sich aufgrund der spezifi- sehen Standort Verh(cid:228)ltnisse keine zusammenli(cid:228)rLgei-Lde Sickerlinie im Deponiekorper ausgebildet hat»

Die Untersuchung der Staiidsicherheit erfolgte an dem reclitwiiilc- lig zur B(cid:246)schung gelegten re’levanten Schnitt A-A nach folgender Methode:

  1. Betrachtungen zur ^Eigenstabilit(cid:228)t der I-Ialde unter Ber(cid:252)ck- (. sichtigung verschie(cid:228)enster Ran(cid:228).’bedlngungen

  2. Beurteilung der Standsicherheit in der Halden-auflagef lache, die als vorgegebene Gleitfl(cid:228)che angesehen v/ir(cid:246).

Die Festlegung des Sicherheitsbeiwertes T^ erfolgt entsprechend der Bedeutung des vorhandenen O’b.jek-fces, F(cid:252)r die Betriebsb’(cid:246)schuiig

der M(cid:252)llhalde Lauscha ist ein Sicherheitsfaktor von ^:=a 1 ,1

ausreichend, beim Einsatz von Mas chiiien (Planier raupe o< (cid:228).) wird ein Sicherheitskoeffizient von \ = 1,2 f(cid:252)r notv/endig er- achtet« Die sp(cid:228)tere Endbosch’ung sollte einen Sicherheitsbeiwert von ir| ~ 1,4 aufv/eisen.

4» Standsicherheitsberechnunp;

(

4.1. Eigens t abilit at der Halde

Die Betraohtur-gen der Eigens-tabilit(cid:228)t der Halde erfolgen un-fcer der Annalime, da(cid:223) sich ein Boscl-iungsbruch_auf^ kreiszylindr’ischen Gleitfl(cid:228)chen_ereignet, welche nur flach, in das Liegende (Basis- fl(cid:228)che) eins ohne iden. Aiilage 4 widerspiegelt die Ergebnisse der Stan.dsicherheitsberechn.ung f(cid:252)r die B(cid:246)schung im Ist-Zustand ohne Belastung, wobei die Gleitkreisaustritte im B(cid:246)schungsfu(cid:223) fixiert v/urden. Die Sic^ierlieitsfaktoren betragen. 17 = 1,00 bzw. wenig dar(cid:252)ber und zeigen, da(cid:223) in der (cid:228)u(cid:223)ersten Ran.dz one das_ Grenz- gleichgev^icht erreicht ist» ˜hnliche Ergebnisse ergaben sich f(cid:252)r beliebig gew(cid:228)hlte Gleitkreisaustrit-te (vgl. Anlage 5), wobei die kritischen Austri-fctspunkte im unteren Drittel der B(cid:246)schungs- fl(cid:228)che lagen. Er.^t_Z.um Haldeninn£.E^'&-simm–-_dj.e Sicherheit zu

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Im Betriebs zustand der B(cid:246)schung mu(cid:223) davon ausgegangen werden, da(cid:223) Belastungen der B(cid:246)schungsschulterflache durch den Einsatz von Planierte(cid:246)hnik und/oder Zubringerfahrzeuge entstehen, die als Pl(cid:228)chenlast p wirken. Diese Last wurde mit 100 kN/m’~ angesetzt und deren Einflu(cid:223) auf die Standsicherheit der Halde in unter- schiedlicher Entfernung zur B(cid:246)schung s ober kante untersucht« Aus Anlage 6 ist ersichtlich, da(cid:223) der kritische Gleitkreis bei Fahr- ten bis an die B(cid:246)schungsoberkante heran, die B(cid:246)schungsschult er

sclmeidet« Ein Sijcherheitsfaktor voi^nur /^ 0,97 verdeutlicht.

da(cid:223) die Standsicherheit der B(cid:246)schung und damit der Ger(cid:228)te nicht gew(cid:228)hrleistet ist« Bereits in geringer Entfernung der Fl(cid:228)chen- las^fc zur B(cid:246)schungsOberkante (cid:228)ndern sich die Austrittspunkte der kritischen Gleitkreise und verlaufen wie f(cid:252)r die Betrachtungen in Anlage 4.

Infolge von Yerrc)’fc’t;un^sT:)rozessen .im M(cid:252)ll sowie zahlreichen ande- ren Einfl(cid:252)ssen (Einbautechnologie, Abfallstoffzusammensetzung/ Verteilung, Mikroklima am Standort u. a«) wird sich der zur Zeit anzutreffende B(cid:246)schungswinkel in der Regel als Funk-fcion der Zeit abflachen. In Anlage 7 wurde deshalb f(cid:252)r die unbelastete B(cid:246)schung (H = 15 m) die Gr(cid:246)(cid:223)e des Sicherheitsfaktors in Abh(cid:228)ngigkeit vom Neigungswinkel (cid:223) dargestellt. Der Kurvenverlauf macht deutlich,

da(cid:223) erst B(cid:246)schungsne^gmigen (cid:223)<: 35(cid:176) die empfohlene Sicherheit von

= 1,4 aufweisen. Schlu(cid:223)folgernd ergibt sich, da(cid:223) zur Erh(cid:246)hung der Standsicherheit der M(cid:252)llhalde der B(cid:246)schungswinkel flacher <" gestaltet werden mu(cid:223)«

4.2. Standsicherheit in der Haldenauflageflache

Bei der Analyse der Standsicherheit in der Grenzschicht Halde- Liegendes wurde die Basisflache (entsprechend Anlage 2) als vor- gegebene ebene Gleitfl(cid:228)che angesehen. Die Untersuchungen erfolg- ten analog zu den Betrachtimgen des reinen B(cid:246)schungsbruches f(cid:252)r verschiedene Lastf(cid:228)lle und Schwerparameter» Die Ergebnisse in Tabelle 2 zeigen, da(cid:223) f(cid:252)r alle betrachteten Varianten ein Si-

clierheitsfaktor ^ 2 3,0 erreicht wird, so da(cid:223) die M(cid:246)glichkeit

der Bildung ebener Gleitfl(cid:228)chen bei dem vorhandenen Halden- und ^ Untergrundmaterial nicht wahrsch,einlich ist«

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Tab« 2: Sicherheitsbeiwerte In der Basisflache

I Lastfall Sclierparameter { •Boschungsver- Standsicherheits- hältnisse faktor unbela stete f 45°, ß 45 0 ' 1 3,74 =: Eir-z e lb ö s dig. 2 i CT = 0 kIJ/m H 15 m t

§^ = 8 kN/m3

belaste-te äto. üto. I f 0 m; »^ = 3,74 1 Einzelböschg,

I f

2 m; r^= 3,66

2 t ( t f 3 4 m; »i = 3.63

35°;

unbelaste-be dto< 1 3,48 Eii'izelboschg« H 15 m

unbelaste-fce f t 22°; ß 45°; H = 1= 3.21

Binzellsöschg. l .2 Gt 41 kK/m' 15 m

13,7 ki'J/m3

§, I ( /1

f - Abstand der Plächenlast (100 kN/m ) zur Böschungsoberkante

c

4.3. Standsicherheit im 3'öschungssys'bera

Ausgehend von der Schlußfolgerung im Punkt 4.1. kai-m das Abf.la- chen des Boschmigsv/ii'ikels und damit eine Sr-höhmig der Standsi- clier-heit der Haläe durch das AxLlegen einer Vorschüttmig erreicht werden. Das ent stehende Boschungssystem sollte bei einem gevi?ähl-

ten Generaln-eigm'igswinkel von ß^ =^3^5__ä_as in Anlage 8 darge-

stellte Regelprofil aufwe~Tsen< Die ttrLgeglieä.erte Boschungsfläche wird durch eine 6 m breite Berme im Niveau von 601 m HN in zv.'ei Einzelböschungen mit einer Neigung von 1 : 1 und einer Höhe von. ^7,5 m unterteilt. Der Haldenfuß verlagert sich dementsprechend

i 6 m in das Vorland. Für den Stützkorper kann Abfallmaterial in

Porm von Hausmüll, Bauaushu"b/-schutt u» ä, eingesetzt werden. Die kritischen. Gleitkreise ergaben für den Pali eines reinen

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Reibungsmull (Ct = 0) einen Sicherheit sb eiwert von IT) = 1,90 bzw* bei Ansatz der Kennwerte für teilweise verrotteten Müll einen Wert von '»} = 2,83. In der Haldenauflageflache erhöhten sich dem- entsprechend die Sicherheitsfaktoren auf ^ = 5,63 bzw. T} = 4>94» l» Diese Standsicherheitsbeiwerte genügen den Sich.erheitsanforde- rangen, v/enn Wasser z ir Ini la •t i onen im^ Deponiekörper und in der Grenzschicht unterbunden wer'den.

  1. Schlußl^emerkungen und Maßnahmen
  • Pur die ungeordnete Müllhalde im Steinacligrund bei Laus cha er- folgte die Beurteilung der Standsicherheit mittels Standsicher- ( heit s eins chat zung auf der Grundlage bodenpl-iysikalischei-" Keim- v/erte, die über Alialogie Schlüsse gewonnen wurden. Die berech-

neten Standsicherheitskoeffizienten von nr} = ^ 1,00 v^eisen aus,

daß sovtrohl für die Müllhalde im Betriebs zustand als auch eine

Dauers-tandsicherheit der Böschung nicht gewährleistet ist.

  • Eine Erhöhung der S'tandsicherheit ist durch das Anlagen einer Vor s cliüt-t ung nach dem in Anlage 8 dargestellten. Regelprofil zu erreichen. Das Material kann sich aus Hausmüll und 3auaushub/ -Schutt zusammensetzen» Eine Erweiterung der Deponie in n'örd- liche Richtung ist daher vorerst vfen.ig sinnvoll. Durch den

Stützkörper wird der Haldenfuß ^ 6 m in das Vorlau-d verlagert.

so daß es z. T. zu einer Uberfeippung oder Verrollen des Vor- f Inters komm-fc. Damit würüe cier no-fcy/endigen Forderung zur

('

Vermeidung von Y/asserzirkulationen in der Basisflache und im \ Deponiekörper keine Kechnung getragen« Für 'die Regelung der Vorflutverhältnisge bieten sich folgende Varianten an:

• Verrohrung des Flußlaufes

Diese relativ einfache und billige Variante wird jedoch aufgrund der z. T. erheblichen Wasserführung und der hohen Fließgeschwindigkeit der Steinach sowie der schlechten Kontrollfähigkeit der Verrohrung (Dichtheit, Intaktheit) als ungünstig angesehen.

• Verlegung des Flußlaufes als offenes Gerinne

Eine Verlegung des Flußlaufes nach Anlage 9 sollte nur in Be-fcracli-t kommen, wenn nach Fertigstellung der Sanierun.gs- vorschüttung^ kein weiteres Betreiben der Müllhalde vorge-

sehen wird« Zwischen Haldenfu.ß und Flußlauf ist ein mind«

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1,50 m hoher Y/a'll aus wasserdurchlässigem Material an- zulegen.

  • Eine konzentrierte Ableitung aller anfallenden Oberflächen- wässer auf das Haldenplanum muß vermieden werden. Dement- sprechend is-fc der gegenv/ärtig vorlianderLe ^Entwäs s eruiigs graben im Deponiebereich an die Hangs eile zu verlegen.

  • Der Vorbau des Stü-fczkörpers muß von SW aus erfolgen, wobei die Eippscheibe als Kopfscliüttujig mi-fc-fcels Planierraupe vor- getrieben, werden kai'm« Entsprechend rLotweiidige Einsätze der Planiert eclinik sind vorzusehen. Zu beachten ist, daß 1'arallel- falirten der Planierraupe zur Böscliungsschulter nicht statt- r haft sind. Zwischen Böschungsschul-fcer und Planierschild ist ein ständiger Sicherheit s ab s t and von 1-2m einzuhalten.

  • Pertiggestellte Bo schuiigsf lachen sind tCTegen das Eindringen von Oberflächen.Y^ässem zu scl'iützen.

Empfehlung

Eine andere Lösung der Vorflu-fcproblematik wird notwendig, wemi zukünftig eine Erweiterung der Deponie bis ziun Gegenhang in Be- tracht kommt«

,-r

Neben der Auffahrung eines ümgehungsstollens ist auch die ko- stengünstigere Anlage eines begehbaren Stollens in offener Bau- ( weise unter der Deponie möglich« Abgesehen von den. daraus re- sultierenden günstigeren Stand.sicherheitsbeä.ingungen würde dies eine erhebliche Vergrößerung der Haldenkapazl-bät bedeuten« Eine Eri-fcscheidung über die Regelung der VorflutVerhältnisse ist nich-t | zuletzt abhängig von den. Ergebnis sen der wasseranalytischen Un- / •tersuchungen mit Aussagen zum Gefährdungspotential der Halde, j

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lU, Be;gslcherung

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LITERATURVERZEICHNIS

/1/ HOPPE, V/. u. S3IDEL, G.: Geologie von Th-Liringen, VEB Herman Haack Verlag, Go-fcha/Leipzig 1974 /2/ AUTORENKOLL3KTIV: Zwischen Rennsteig und Sonneberg, Aka- demie-Verlag Berlin, 1986, 2. Auflage /3/ Komplexgutachten: Erge'bnisbericht VI PSW Goldisthal Stau- räum Unteres Becken, VEB G^E Halle, BT Jena, 31. 10. 77 /4/ Standsicherheitsnachweis der Mülllialde Süßen^orn/Umpfer— sted-fc, Kreis Weimar, VE3. GF3 Freiberg, BT Jena, 1974 f /5/TURCZTOSEI, U.: Geotechnische Aspekte beim Aufbau voii Mehrkoniponeiitendeponien Disser-fcation, Bergakademie Freiberg, 1938 (zinveröffent- licht)

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ANI. A GEI'TVER Z EI CHN I S

Anlage 1 - Lage- und I-Iöhenplan Mülllialde Laus cüa M 1 : 500

Anlage 2 - Schnitt A-A Müllhaläe Lauscha LI 1 : 250

Anlage 3 - K&rtenpause zuii-i Stanö-ort aus dem Jahi'-e 1912 LI 1 : 2500

Anlage 4 - I^ritiscl-ie Gleitkreise mit Austrittspunkten im Böscliungsfuß

Aialage 5 ~ lyritische Gleitkreise mit variabel gev,rählten Aus- tritt spunkt en

Anlage 6 - Kritische Glei-fckreise bei belasteter Böschung f Anlage 7 - Darstellung des Sicherheitsfak-fcors in Abhängigkeit von der Böscliuiigsneigung

Ajilage 8 - Regelprofil iiach der Yor-schüttung M 1 : 250

Anlage 9 - Sanierungskoiizeption

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Alle Unterlagen dieser Ausschreibung