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Kampfmittelbeseitigungsdienst Kampfmittelbeseitigungsdienst | Ruppmannstraße 21 | 70565 Stuttgart Name: Monique Vögele Telefon: 0711 904-40288 Regierungspräsidium Tübingen Aktenzeichen: TÜ-2128 (bei Antwort bitte angeben) Ref. 47.1 – Baureferat Nord Datum: 04.03.2026 z. Hd. Frau Mayer Grathwohlstraße 4 72762 Reutlingen
Kampfmittelvorerkundung/Luftbildauswertung
Vorhaben: Hirschau, L 371, Ersatzneubau Neckarbrücke Hirschau
Ihr Schreiben vom 28.01.2026 Ihr Zeichen (Eingangsdatum: 13.02.2026) RPT0471-3942-859/7/4
Sehr geehrte Damen und Herren,
für das o.g. Vorhaben wurde eine Kampfmittelvorerkundung/Luftbildauswertung durchgeführt. Informationen zur Methodik finden Sie in Anlage 1. Aus der Kampfmittelvorerkundung/Luftbildauswertung ergeben sich Anhaltspunkte, die es er- forderlich machen, dass weitere Maßnahmen durchgeführt werden.
Untersucht wurde das in der Karte blau umrandete Gebiet (s. Anlage 3). Schlussfolgerungen über angrenzende Gebiete sind nicht zulässig. Das Ergebnis der Kampfmittelvorerkundung/ Luftbild- auswertung ist an den Daten- und Informationsstand zum Zeitpunkt der Erstellung gebunden. Zu einem späteren Zeitpunkt gewonnene Erkenntnisse können eine Neubewertung der Fläche erforderlich machen.
Eine absolute Kampfmittelfreiheit kann auch für eventuell freigegebene Bereiche nicht be- scheinigt werden!
Die Kampfmittelvorerkundung/Luftbildauswertung darf vom Auftraggeber nur als Gesamtwerk in unveränderter Form genutzt werden. Sie darf an am Bauvorhaben beteiligte Unternehmen ausgehändigt, aber darüber hinaus nicht an Dritte weitergegeben werden. Jegliche Veröffentli- chung der Luftbildauswertung ist untersagt.
Mit freundlichen Grüßen
Postanschrift Ruppmannstraße 21 E-Mail: kmbd@rps.bwl.de Seite 1 von 4 70565 Stuttgart Homepage: https://rp.baden-wuerttemberg.de Telefon: 0711 904-40000 Serviceportal: www.service-bw.de Telefax: 0711 904-40029 Dienstzeiten: Montag bis Donnerstag 7:00 - 16:00 Freitag 7:00 - 12:30
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Ergebnis zu TÜ-2128
Auswertung der vorliegenden Luftbilder ja nein
Bombardierung mit Sprengbomben, Brandbomben X
Artilleriebeschuss X
Bebauung zerstört X
Stellungslöcher, Flakstellung, Grabensysteme X
Kleine Teile des Untersuchungsgebietes liegen in einem kampfmittelbelasteten Bereich. Auf den uns vorliegenden Kriegsluftbildern sind Stellungen erkennbar. Des Weiteren wurde gegen Ende des Krieges die damalige Brücke über den Neckar gesprengt. Im orange schraffierten Bereich ist mit Munition bei der gesprengten Brücke und innerhalb eines 3m Radius um Stellungen zu rechnen. Weitere Vorortmaßnahmen halten wir für erforderlich.
In den bombardierten Bereichen kann das Vorhandensein von Bombenblindgängern nicht aus- geschlossen werden. Weitere Maßnahmen sind erforderlich. In bombardierten Bereichen und Kampfmittelverdachtsflächen sind i.d.R. flächenhafte Vorortüberprüfungen zu empfehlen. In Flä- chen, die als „Freigabe Luftbild“ ausgewiesen worden sind, sind nach derzeitigem Kenntnisstand des Kampfmittelbeseitigungsdienstes Ba.-Wü. keine Vorortüberprüfungen erforderlich.
Bemerkungen:
Die vorliegende Luftbildauswertung ist grundsätzlich für das geplante Bauvorhaben gültig, für das sie ausgestellt wurde. Bei Verzögerungen im Bauablauf sollte spätestens nach drei Jahren eine Aktualisierung der Luftbildauswertung eingeholt werden. Gründe für die begrenzte Gültig- keit sind unter anderem: Erfassung von Zufallsfunden, Erweiterung des Luftbildarchivs oder Er- schließung weiterer historischer Quellen.
Wir weisen darauf hin, dass sich aufgrund der VwV-Kampfmittelbeseitigungsdienst des Innen- ministeriums Baden-Württemberg vom 31.08.2013 (GABl. S. 342) die Aufgaben des Kampfmittel- beseitigungsdienstes Baden-Württemberg auf die Entschärfung, den Transport und die Vernich- tung von Kampfmitteln sowie die Auswertung von Luftbildmaterial beschränken. Die Beratung von Grundstückseigentümern sowie die Suche nach und die Bergung von Kampf- mitteln kann vom Kampfmittelbeseitigungsdienst nur gegen vollständige Kostenerstattung (z. Zt. geltende Kostensätze s. Anlage) übernommen werden. Für diese Aufgaben können jedoch auch private Kampfmittelräumfirmen beauftragt werden. Sollten Sie eine kostenpflichtige Betreuung durch den KMBD wünschen, bitten wir Sie, unter Hinweis auf o.g. Aktenzeichen einen Termin für eine Ortsbesichtigung mit uns (Tel.: 0711 904400-24, Herr A. Müller) abzusprechen.
Anlage 1: Methodik der Luftbildauswertung, Anlage 2: Kostensätze KMBD, Anlage 3: Ergebniskarte
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Anlage 1
Methodik der Kampfmittelvorerkundung/Luftbildauswertung des KMBD
Baden-Württemberg
Die Kampfmittelvorerkundung/Luftbildauswertung basiert hauptsächlich auf der Auswertung von Archivalien, Luftbildern, aktuellen Dokumenten (z. B. Räumberichten) und Sekundärquellen (s. Datengrundlagen). Ziel ist eine fundierte Gefährdungsabschätzung hinsichtlich einer poten- tiellen Kampfmittelbelastung des jeweiligen Untersuchungsgebiets. Mit Hilfe des eigens vorhandenen Luftbildarchivs, welches ständig erweitert wird, erfolgt eine multitemporale Luftbildauswertung. Zur Ermittlung der potentiellen Kampfmittelbelastung wer- den dabei vor allem Blindgängerverdachtspunkte und Trichter von Sprengbomben, zerstörte Bauwerke sowie Kampfmittelverdachtsflächen kartiert. Letztere beinhalten nicht nur Flächen mit Hinweisen auf Artilleriebeschuss u.a. infolge von Bodenkämpfen, sondern auch gesprengte Bauwerke oder Flächen mit Verdacht auf vergrabene Munition, kampfmittelrelevante Nutzungs- formen wie Stellungen, Flak und Grabensysteme, sondern auch Kriegsanlagen (Panzergräben, flächenhafte Flak- und Stellungssysteme) sowie militärische Nutzungen (Truppenübungsplätze, Schießanlagen sowie Räum- und Sprenganlagen). Die aus der Interpretation der Luftbilder her- vorgegangenen Informationen werden mit den bereits vorhandenen Daten aus dem Kampfmit- telinformationssystem des KMBD Baden-Württemberg, aus dem Altaktenarchiv und den vorhan- denen Sekundärdaten vervollständigt und fließen in die Bewertung der potentiellen Kampfmit- telbelastung des Untersuchungsgebietes ein. Letztlich werden die Ergebnisse der Kampfmittelvorerkundung/Luftbildauswertung im Kampf- mittelinformationssystem des KMBD zusammengeführt, auf eine aktuelle Kartengrundlage über- tragen und als Bericht ausgegeben. Dieser Bericht, inkl. Karte, dient dem kampfmitteltechni- schen Personal bei Geländebegehungen und der Planung weiterer Maßnahmen vor Ort als Grundlage.
Datengrundlagen: Luftbilder aus eigenem umfassenden Luftbildarchiv (>100.000 Luftbilder, 1939-50) Altakten aus eigenem Archiv (seit 1949 geführt) Kampfmittelinformationssystem des KMBD Baden-Württemberg (seit 2001 geführt, ent- hält z.B. Einzelfunde, geborgene Bomben, geräumte Flächen) Sekundärquellen (z.B. Angriffsberichte etc., Unterlagen aus Archiven (u.a. Stadt-/ Lan- desarchiv) sowie Schadenpläne, Fachliteratur und Internetinformationen Digitales Geländemodell aus Baden-Württemberg Aussagen von Zeitzeugen
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Anlage 2
Kostensätze für Leistungen des
Kampfmittelbeseitigungsdienstes Baden-Württemberg
(gültig ab 1.10.2025)
Kampfmittelbeseitigungsmaßnahmen
Personalkosten
Feuerwerker € 77,00/Std. (zzgl. MwSt.)*
Munitionsfacharbeiter € 77,00/Std. (zzgl. MwSt.)*
Kfz-Kosten
Kfz bis 2.500 cm³ € 0,60/km (zzgl. MwSt.)
Kfz > 3,5 t zul. Gesamtgewicht € 12,50/km (zzgl. MwSt.)
Bagger € 125,00/Std. (zzgl. MwSt.)*
Gerätekosten
Werkzeuge und Suchgeräte € 5,50/Std. (zzgl. MwSt.)*
Munitionsvernichtung (gilt nur für bundeseigene Liegenschaften) € 7,00/kg
Luftbildauswertung
Personalkosten einschließlich Arbeitsmittel € 95,00/Std. (zzgl. MwSt.)*
*Erfassung des Zeitaufwandes erfolgt im 15-Minuten-Takt.
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