Formblatt A12 - Auftragsverarbeitungsvertrag.pdf

Bereitstellung und Hosting eines Lernmanagementsystems für die Stadtverwaltung Regensburg

Extrahierter Dokumenttext · Stand: 14.09.2026, 21:52 (Europe/Berlin)

Herkunft: www.meinauftrag.rib.de

Tabellen, Layout und Zeichen können bei der Extraktion abweichen. Maßgeblich ist die Originaldatei.

Originaldatei öffnen

[Seite 1]

Anlage

Vertrag zur Verarbeitung personenbezogener Daten

im Auftrag (AVV)

nach Art. 28 Abs. 3

Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO)

zwischen

Stadt Regensburg, D.-Martin-Luther-Straße 3, 93047 Regensburg

  • Verantwortlicher (nachfolgend Auftraggeber genannt) -

und

  • Auftragsverarbeiter (nachfolgend Auftragnehmer genannt) -

Präambel

Dieser Vertrag ergänzt die Verpflichtungen der Vertragsparteien zum Datenschutz nach Art.

28 Abs. 3 DSGVO, die sich aus den Vergabeunterlagen

oder Vertrag

(im Folgenden „Auftrag“ genannt), ergeben. Er findet Anwendung auf alle Verarbeitungen

personenbezogener Daten, die mit dem Auftrag in Zusammenhang stehen und bei denen der

Auftragnehmer oder durch den Auftragnehmer beauftragte Dritte personenbezogene Daten für

den Auftraggeber verarbeiten.

Version: 01.07.2026 Seite

[Seite 2]

  1. Gegenstand, Dauer und Spezifizierung der Auftragsverarbeitung

1.1 Art, Zweck und Gegenstand der Verarbeitung

Dauer der Verarbeitung

Art der verarbeiteten personenbezogenen Daten

Kategorien der betroffenen Personen

1.2 Die in diesem Vertrag vereinbarten Leistungen werden ausschließlich in einem Mitgliedsstaat

der Europäischen Union oder in einem Vertragsstaat des Abkommens über den Europäi-

schen Wirtschaftsraum erbracht. Jede Verlagerung der Leistungen oder von Teilarbeiten

dazu in ein Drittland bedarf der vorherigen Zustimmung des Auftraggebers und darf nur er-

folgen, wenn die besonderen Voraussetzungen der Art. 44 ff. DSGVO erfüllt sind.

Version: 01.07.2026 Seite

[Seite 3]

  1. Rechte und Pflichten des Auftragnehmers

2.1 Der Auftragnehmer verarbeitet Daten von betroffenen Personen ausschließlich im Rahmen

der getroffenen Vereinbarungen und der dokumentierten Weisungen des Auftraggebers so-

wie entsprechend den datenschutzrechtlichen Regelungen, sofern er nicht zu einer anderen

Verarbeitung durch das Recht der Union oder der Mitgliedstaaten, dem der Auftragnehmer

unterliegt, verpflichtet ist. In letzterem Fall teilt der Auftragnehmer dem Auftraggeber diese

rechtlichen Anforderungen vor der Verarbeitung mit, sofern das betreffende Recht eine

solche Mitteilung nicht wegen eines wichtigen öffentlichen Interesses verbietet (Art. 28 Abs. 3

Satz 2 Buchstabe a DSGVO). Der Auftragnehmer verwendet die zur Verarbeitung überlas-

senen Daten für keine anderen Zwecke und insbesondere nicht für eigene Zwecke. Kopien

der Daten werden, ohne dass sie im Auftrag oder in dieser Vereinbarung geregelt sind, nicht

erstellt. Hiervon ausgenommen sind Kopien, soweit sie zur Gewährleistung einer

ordnungsgemäßen Auftragsverarbeitung und zur ordnungsgemäßen Erbringung der IT-

Dienstleistungen einschließlich einer etwaigen geschuldeten Datensicherung erforderlich

sind, sowie Kopien, die im Hinblick auf die Einhaltung gesetzlicher Aufbewahrungspflichten

erforderlich sind.

Sofern Weisungen des Auftraggebers zunächst mündlich erfolgen, sind sie unverzüglich

schriftlich oder elektronisch zu bestätigen.

2.2 Der Auftragnehmer informiert den Auftraggeber unverzüglich, wenn er der Auffassung ist,

dass eine Weisung gegen gesetzliche Vorschriften verstößt (Art. 28 Abs. 3 Satz 3 DSGVO).

Ist die Rechtmäßigkeit einer Weisung zweifelhaft, ist der Auftragnehmer berechtigt, die

Durchführung der Weisung solange auszusetzen, bis sie durch den Auftraggeber bestätigt

oder geändert wird. Stehen schwere Persönlichkeitsrechtsverletzungen im Raum oder nimmt

der Auftragnehmer bei weisungsgemäßem Handeln das Risiko einer strafbaren Handlung

auf sich, darf er die Umsetzung der Weisung darüber hinaus aussetzen, bis die Parteien eine

einvernehmliche Lösung gefunden haben.

2.3 Der Auftragnehmer gestaltet seine innerbetriebliche Organisation so, dass sie den Anforde-

rungen des Datenschutzes gerecht wird. Er trifft insbesondere geeignete technische und

organisatorische Maßnahmen, um einen dem Risiko angemessenen Schutz der Daten des

Auftraggebers zu gewährleisten (Art. 32 Abs. 1 DSGVO). Sofern personenbezogene Daten

in Telearbeit und Heimarbeit verarbeitet werden, ist er verpflichtet, dies dem Auftraggeber

mitzuteilen. Er trifft diese technischen und organisatorischen Maßnahmen so, dass die Ver-

traulichkeit, Integrität, Verfügbarkeit und Belastbarkeit der Systeme und Dienste im Zusam-

menhang mit der Verarbeitung auf Dauer sichergestellt sind.

Version: 01.07.2026 Seite

[Seite 4]

Die entsprechenden technischen und organisatorischen Maßnahmen ergeben sich aus (bitte

ausführen - ggf. mit Verweisung -, z. B. aus der Anlage zu diesem Vertrag, dem Sicherheits-

konzept etc.).

Änderungen der getroffenen Maßnahmen durch den Auftragnehmer sind nur zulässig, wenn

sichergestellt ist, dass das vertraglich vereinbarte Schutzniveau nicht unterschritten wird.

Wesentliche Änderungen sind dem Auftraggeber mitzuteilen und mit diesem abzustimmen.

2.4 Der Auftragnehmer unterstützt den Auftraggeber nach Möglichkeit mit geeigneten techni-

schen und organisatorischen Maßnahmen dabei, seiner Pflicht zur Beantwortung von Anträ-

gen betroffener Personen auf Wahrnehmung der in Kapitel III der DSGVO genannten Rechte

(Art. 28 Abs. 3 Satz 2 Buchstabe e DSGVO) nachzukommen und unterstützt den Auftrag-

geber unter Berücksichtigung der ihm zur Verfügung stehenden Informationen bei der Ein-

haltung der in den Art. 32 bis 36 DSGVO genannten Pflichten, wie etwa bei erforderlichen

Datenschutz-Folgenabschätzungen (Art. 28 Abs. 3 Satz 2 Buchstabe f DSGVO).

2.5 Der Auftragnehmer gewährleistet, dass es den mit der Verarbeitung der Daten des Auftrag-

gebers befassten Beschäftigten und anderen für den Auftragnehmer tätigen Personen unter-

sagt ist, die Daten außerhalb der Weisung zu verarbeiten. Ferner gewährleistet der Auftrag-

nehmer, dass sich die zur Verarbeitung der personenbezogenen Daten befugten Personen

zur Vertraulichkeit verpflichtet haben oder einer angemessenen gesetzlichen Verschwiegen-

heit unterliegen (Art. 28 Abs. 3 Satz 2 Buchstabe b DSGVO). Die Vertraulichkeits-/Ver-

schwiegenheitspflicht besteht auch nach Beendigung des Auftrages fort.

2.6 Der Auftragnehmer unterrichtet den Auftraggeber unverzüglich, wenn ihm im Rahmen des

Auftragsverhältnisses Verletzungen des Schutzes personenbezogener Daten des Auftrag-

gebers bekannt werden. Er trifft die erforderlichen Maßnahmen zur Sicherung der Daten und

zur Minderung möglicher nachteiliger Folgen für die betroffenen Personen.

Version: 01.07.2026 Seite

[Seite 5]

2.7 Der Auftragnehmer nennt dem Auftraggeber Ansprechpartner für im Rahmen dieses Vertra-

ges anfallende Weisungen sowie eines/einer etwaigen Datenschutzbeauftragten. Bei einem

Wechsel oder einer längerfristigen Verhinderung der Ansprechpartner sind dem Auftrag-

geber die Kontaktdaten eines/einer neuen zuständigen Ansprechpartner/in bzw. eines/einer

etwaigen Datenschutzbeauftragten unverzüglich anzuzeigen.

Ansprechpartner/in des Auftragnehmers:

(Name, Vorname, Funktion, Organisationseinheit, Telefon, E-Mail)

Datenschutzbeauftragte/r des Auftragnehmers:

(Name, Vorname, Funktion, Organisationseinheit, Telefon, E-Mail)

2.8 Der Auftragnehmer berichtigt, löscht oder sperrt die vertragsgegenständlichen Daten, wenn

der Auftraggeber dies anweist und dies vom Weisungsrahmen umfasst ist, es sei denn, die

Weisung widerspricht etwaigen gesetzlichen Aufbewahrungspflichten.

2.9 Nach Auftragsende sind Daten (einschließlich vorhandener Kopien), Datenträger sowie

sonstige Materialien auf Verlangen und nach Wahl des Auftraggebers entweder zurückzu-

geben oder zu löschen, sofern nicht nach dem Unionsrecht oder dem Recht der Mitglied-

staaten eine Verpflichtung zur weiteren Speicherung der personenbezogenen Daten besteht

(Art. 28 Abs. 3 Satz 2 Buchstabe g DSGVO).

2.10 Im Falle einer Inanspruchnahme des Auftraggebers durch eine Person hinsichtlich etwaiger

Schadensersatzansprüche nach Art. 82 DSGVO verpflichtet sich der Auftragnehmer, den

Auftraggeber bei der Abwehr der Ansprüche im Rahmen seiner Möglichkeiten zu unter-

stützen.

Version: 01.07.2026 Seite

[Seite 6]

  1. Rechte und Pflichten des Auftraggebers

3.1 Der Auftraggeber ist im Rahmen dieses Vertrages für die Einhaltung der gesetzlichen

Bestimmungen der Datenschutzgesetze, insbesondere für die Beurteilung der Rechtmäßig-

keit der Verarbeitung gemäß Art. 6 Abs. 1 DSGVO, die Datenweitergabe an den Auftrag-

nehmer sowie für die Wahrung der Rechte der betroffenen Personen nach den Art. 12 bis 22

DSGVO verantwortlich („Verantwortlicher“ im Sinne des Art. 4 Nr. 7 DSGVO).

3.2 Der Auftraggeber informiert den Auftragnehmer unverzüglich, falls er in den Auftrags-

ergebnissen Fehler oder Unregelmäßigkeiten bzgl. datenschutzrechtlicher Bestimmungen

feststellt.

3.3 Im Falle einer Inanspruchnahme des Auftragnehmers durch eine Person hinsichtlich etwaiger

Schadensersatzansprüche nach Art. 82 DSGVO verpflichtet sich der Auftraggeber, den Auf-

tragnehmer bei der Abwehr der Ansprüche im Rahmen seiner Möglichkeiten zu unterstützen.

3.4 Der Auftraggeber nennt dem Auftragnehmer weisungsberechtigte Personen für im Rahmen

der Vereinbarung anfallende Weisungen sowie den/die Datenschutzbeauftragte/n. Bei einem

Wechsel oder einer längerfristigen Verhinderung der Ansprechpartner sind dem Auftragneh-

mer unverzüglich die Kontaktdaten eines neuen, zuständigen Ansprechpartners bzw. Daten-

schutzbeauftragte/n anzuzeigen.

Weisungsberechtigte Personen des Auftraggebers sind:

(Name, Vorname, Funktion, Organisationseinheit, Telefon, E-Mail)

Datenschutzbeauftragte/r des Auftraggebers

Behördlicher Datenschutz der Stadt Regensburg, Postfach 110643, 93019 Regensburg E-Mail: datenschutz@regensburg.de

3.5 Der Auftraggeber ist verpflichtet, alle im Rahmen des Vertragsverhältnisses erlangten Kennt-

nisse von Geschäftsgeheimnissen und Datensicherheitsmaßnahmen des Auftragnehmers

vertraulich zu behandeln. Diese Verpflichtung bleibt auch nach Beendigung dieses Vertrages

bestehen. Die Befugnisse der Aufsichtsbehörden – insbesondere nach Art. 58 Abs. 1

DSGVO – bleiben hiervon unberührt.

Version: 01.07.2026 Seite

[Seite 7]

  1. Anfragen betroffener Personen

Macht eine betroffene Person ihre Rechte gemäß Art. 15 ff. DSGVO gegenüber dem Auf-

tragnehmer geltend, wird dieser die betroffene Person an den Auftraggeber verweisen,

sofern eine Zuordnung an den Auftraggeber auf Basis der Angaben der betroffenen Person

möglich ist. Gemäß Nr. 2.4 dieses Vertrages unterstützt der Auftragnehmer den Auftraggeber

nach Möglichkeit mit geeigneten technischen und organisatorischen Maßnahmen bei der

Erfüllung von Anträgen betroffener Personen auf Wahrnehmung der in Kapitel III der DSGVO

genannten Rechte.

  1. Kontrollrechte des Auftraggebers

Es ist mindestens ein Feld durch den Auftragnehmer anzukreuzen und zu belegen!

5.1 Der Auftragnehmer stellt dem Auftraggeber alle erforderlichen Informationen zum Nachweis

der Einhaltung der in Art. 28 DSGVO niedergelegten Pflichten zur Verfügung (Art. 28 Abs. 3

Satz 2 Buchstabe h DSGVO).

Folgende Nachweise sind diesem Vertrag als Anlage beigefügt:

Ergebnisse eine Selbstaudits (Anlage )

Zertifikat zu Datenschutz- und/oder Informationssicherheit (z.B. ISO 27001) (Anlage )

Genehmigte Verhaltensregeln (Art. 40 DSGVO) vom (Datum) (Anlage )

Zertifizierungen gemäß Art. 42 DSGVO (Anlage )

Verbindliche interne Datenschutzvorschriften (Art. 47 DSGVO) (Datum) (Anlage )

Aktuelles Testat und/oder Berichte oder Berichtsauszüge unabhängiger Instanzen (z. B. Wirtschaftsprüfer/in, Revision, Datenschutzbeauftragte/r, IT-Sicherheitsabteilung, Datenschutzauditor/in, Qualitätsauditor/in) (Anlage )

(Anlage )

5.2 Sofern einschlägig, verpflichtet sich der Auftragnehmer, den Auftraggeber über den Aus-

schluss von genehmigten Verhaltensregeln nach Art. 41 Abs. 4 DSGVO und den Widerruf

einer Zertifizierung nach Art. 42 Abs. 7 DSGVO unverzüglich zu informieren.

5.3 Der Auftraggeber ist berechtigt, sich vor Beginn und während der Verarbeitung von der Ein-

haltung der beim Auftragnehmer getroffenen technischen und organisatorischen Maß-

nahmen sowie der in diesem Vertrag festgelegten Verpflichtungen zu überzeugen. Dies und

Version: 01.07.2026 Seite

[Seite 8]

Maßnahmen nach Nr. 5.4 werden nicht durch die Vorlage von Nachweisen nach Nr. 5.1 aus-

geschlossen.

5.4 Inspektionen durch den Auftraggeber oder durch einen von diesem beauftragten Prüfer wer-

den grundsätzlich nach vorheriger Anmeldung unter Berücksichtigung einer angemessenen

Vorlauffrist zu den üblichen Geschäftszeiten durchgeführt. Der Auftragnehmer hat die

Inspektion von der Unterzeichnung einer Verschwiegenheitserklärung abhängig zu machen,

wenn die Möglichkeit besteht, dass der Auftraggeber oder ein/e von diesem beauftragte/r

Prüfer/in im Rahmen seiner/ihrer Inspektion auch Kenntnis von Daten erlangt, die der

Auftragnehmer im Auftrag eines anderen Verantwortlichen verarbeitet. Der Auftraggeber

stellt sicher, dass ein von ihm beauftragter Prüfer in keinem Wettbewerbsverhältnis zu dem

Auftragnehmer steht.

  1. Unterauftragsverarbeiter (weitere Auftragsverarbeiter)

6.1 Ein Unterauftragsverarbeitungsverhältnis liegt vor, wenn der Auftragnehmer weitere

Auftragsverarbeiter mit der ganzen oder einer Teilleistung der im Vertrag vereinbarten

Leistung beauftragt.

Der Auftragnehmer trägt bei der Auswahl eines Unterauftragsverarbeiters insbesondere

Sorge dafür, dass dieser hinreichende Garantien dafür bietet, dass die geeigneten

technischen und organisatorischen Maßnahmen so durchgeführt werden, dass die

Verarbeitung personenbezogener Daten entsprechend den Anforderungen der Datenschutz-

Grundverordnung erfolgt.

Nicht als Unterauftragsverarbeitungsverhältnis im Sinne dieser Regelung sind solche Leis-

tungen zu verstehen, die der Auftragnehmer bei Dritten als Nebenleistung zur Unterstützung

bei der Auftragsdurchführung in Anspruch nimmt. Hierzu zählen z.B. Telekommunikations-

leistungen, Wartung und Benutzerservice (wenn ein Zugriff auf personenbezogene Daten

des Auftraggebers ausgeschlossen ist), Reinigungskräfte und Prüfer. Der Auftragnehmer

trifft mit diesen Dritten im erforderlichen Umfang schriftliche Vereinbarungen, um angemes-

sene Datenschutz- und Informationssicherheitsmaßnahmen zu gewährleisten und behält

sich Kontrollmaßnahmen vor, um den Schutz und die Sicherheit der Daten des Auftraggebers

zu gewährleisten.

6.2 Der Auftragnehmer nimmt keinen Unterauftragsverarbeiter ohne vorherige gesonderte oder

allgemeine schriftliche Genehmigung in Anspruch. Der Auftragnehmer teilt dem Auftraggeber

die bereits bei Abschluss dieses Vertrages bestehenden Unterauftragsverarbeitungsverhält-

nisse vorab mit. Die bei Vertragsbeginn bestehenden Unterauftragsverarbeitungsverhält-

nisse sind in Anlage zu diesem Vertrag aufgeführt. Diese gelten als von Beginn des

Auftrages an genehmigt.

Version: 01.07.2026 Seite

[Seite 9]

6.3 Weitere Unterauftragsverarbeiter

Alternative 1:

Gemäß den vorgenannten Regelungen erteilt der Auftraggeber dem Auftragnehmer die

allgemeine Genehmigung, weitere Auftragsverarbeiter im Sinne des Art. 28 Abs. 2

DSGVO in Anspruch zu nehmen (Art. 28 Abs. 2 Satz 1 Alt. 2, Satz 2 DSGVO). Der Auf-

tragnehmer informiert den Auftraggeber frühzeitig, wenn er Änderungen in Bezug auf die

Hinzuziehung oder die Ersetzung weiterer Auftragsverarbeiter beabsichtigt. Der Auftrag-

geber kann gegen derartige Änderungen Einspruch erheben. Der Einspruch ist innerhalb

von einem Monat nach Zugang der Information über die Änderungen schriftlich gegenüber

dem Auftragnehmer einzulegen. Kann keine einvernehmliche Lösung erzielt werden,

erfolgt eine Einschränkung oder Beendigung der Auftragsverarbeitung.

Alternative 2:

Der Auftragnehmer nimmt einen Unterauftragsverarbeiter nur in Anspruch, wenn der Auf-

traggeber dies zuvor gesondert schriftlich genehmigt hat (Art. 28 Abs. 2 Satz 1 Alt. 1

DSGVO). Der Auftragnehmer informiert den Auftraggeber frühzeitig, wenn er Änderungen

in Bezug auf die Hinzuziehung oder die Ersetzung von Unterauftragsverarbeitern beab-

sichtigt.

6.4 Der Vertrag mit dem Unterauftragsverarbeiter muss schriftlich abgefasst werden, was auch

in einem elektronischen Format erfolgen kann (Art. 28 Abs. 4 und Abs. 9 DSGVO). In dem

Vertrag mit dem Unterauftragsverarbeiter sind dieselben datenschutzrechtlichen Pflichten

aus der vorliegenden Vereinbarung diesem wirksam aufzuerlegen. Insbesondere muss der

Auftraggeber berechtigt sein, im Bedarfsfall angemessene Überprüfungen und Inspektionen,

auch vor Ort, bei Unterauftragsverarbeitern durchzuführen oder durch von ihm beauftragte

Dritte durchführen zu lassen.

6.5 Der Auftragnehmer haftet gegenüber dem Auftraggeber dafür, dass der Unterauftragsverar-

beiter den Datenschutzpflichten nachkommt, die ihm durch den Auftragnehmer im Einklang

mit dem vorliegenden Abschnitt vertraglich auferlegt wurden (Art. 28 Abs. 4 Satz 2 DSGVO).

6.6 Eine Beauftragung von Unterauftragsverarbeiter in Drittstaaten darf nur erfolgen, wenn die

besonderen Voraussetzungen der Art. 44 ff. DSGVO erfüllt sind und der Auftraggeber vorab

zustimmt.

Version: 01.07.2026 Seite

[Seite 10]

  1. Haftung und Schadensersatz

Die Vertragsparteien haften entsprechend den einschlägigen gesetzlichen Bestimmungen

bzw. gegenüber betroffenen Personen gemäß Art. 82 DSGVO.

  1. Schlussbestimmungen

8.1 Die Laufzeit und Kündigungsmöglichkeit dieses Vertrages richtet sich grundsätzlich nach der

Laufzeit und den Regelungen des zugrundeliegenden Auftrages. Änderungen des Verarbei-

tungsgegenstandes und Verfahrensänderungen bedürfen der Schriftform oder eines elektro-

nischen Formates. Sowohl schriftliche als elektronische Dokumente sind aufgrund der Nach-

weispflicht aufzubewahren.

8.2 Der Auftragnehmer informiert den Auftraggeber unverzüglich, wenn die Daten des Auftrag-

gebers durch Pfändung oder Beschlagnahme, durch ein Insolvenz- oder Vergleichsverfahren

oder durch sonstige Ereignisse oder Maßnahmen Dritter beim Auftragnehmer gefährdet wer-

den. Der Auftragnehmer informiert in diesem Fall alle Beteiligten unverzüglich darüber, dass

das Eigentum an den Daten ausschließlich beim Auftraggeber liegt.

8.3 Änderungen und Ergänzungen dieses Vertrages und aller ihrer Bestandteile – einschließlich

etwaiger Zusicherungen des Auftragnehmers – bedürfen einer schriftlichen oder in einem

elektronischen Format abgefassten Vereinbarung, die den ausdrücklichen Hinweises darauf

enthält, dass es sich um eine Änderung bzw. Ergänzung dieses Vertrages handelt.

8.4 Sollten einzelne Bestimmungen dieses Vertrages ganz oder teilweise unwirksam oder

undurchführbar sein oder werden, so ist die Wirksamkeit der übrigen Regelungen hiervon

nicht betroffen. In diesem Falle werden die Parteien einvernehmlich eine neue Regelung oder

Ergänzung der bestehenden Regelung vereinbaren, die die unwirksame oder undurchführ-

bare Regelung in einer Art und Weise ersetzt bzw. ergänzt, die der ursprünglich von den

Parteien bei Abfassung dieser Anlage beabsichtigten Regelung am nächsten kommt, hätten

sie denn die Unwirksamkeit oder Undurchführbarkeit bedacht. Dies gilt auch für Regelungs-

lücken.


Ort, Datum Ort, Datum Auftragnehmer Auftraggeber


Unterschrift Auftragnehmer (Name in Druckschrift) Unterschrift Auftraggeber (Name in Druckschrift)

Version: 01.07.2026 Seite

Alle Unterlagen dieser Ausschreibung