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B 109, Templin, Ersatzneubau der Brücke über den Verbindungskanal Fährkrug Ergänzende Untersuchung Tiefgründung Bauwerk und Böschungsaufsteilung im nordöstlichen Rampenbereich
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Unterlagen..........................................................................................................................................................2
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Anlagen...............................................................................................................................................................2
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Feststellungen.....................................................................................................................................................3
3.1 Bauvorhaben / Standortbeschreibung / Gültigkeit.........................................................................................3
3.2 Baugrundaufschlüsse....................................................................................................................................4
3.3 Beschreibung der Aufschlussergebnisse......................................................................................................6
3.4 Hydrologische Situation.................................................................................................................................7
3.5 Ergebnisse der Bauwerksgeometrieerkundung.............................................................................................7
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Ergänzende Empfehlungen und Hinweise zu /3 /- Brückenbauwerk..................................................................8
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Ergänzende Empfehlungen und Hinweise zu /3/ - Erdbau, Dammverbreiterung...............................................9
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Unterlagen
/1/ Leistungsangebot, Auftrag
/2/ Lageplan, erstellt vom Vermessungsbüro Dipl.-Ing. Bodo Stein, Templin
/3/ Geotechnischer Bericht Nr. 2-848/05 "B 109, Templin, Ersatzneubau der Brücke über den
Verbindungskanal Fährkrug", aufgestellt am 22.11.2005
/4/ Baugrundaufschlüsse von GDAS Geo-Dienstleistungen Andreas Strencioch, Oktober 2007
/5/ Laborergebnisse (Erdstoffproben) der ABE Bauprüf- und -beratungsgesellschaft mbH Stahnsdorf
/6/ Laborergebnisse (Erdstoffproben) der Fachhochschule Potsdam
/7/ Aufmaß der Aufschlussansatzpunkte durch Dipl.-Ing. Bodo Stein, Templin
/8/ Querprofile M 1 : 100, Stat. 0+150, 0+180, 0+200, 0+230, 0+270, VIC Brücken- und Ingenieurbau GmbH
/9/ Lageplan M 1 : 500 "B 109, Erneuerung über den Verbindungskanal Fährkrug Bau-km 0+000 bis
Bau-km 0+433, Radwegvariante 2 ve=40 km/h", Vorplanung, VIC Brücken- und Ingenieurbau GmbH
/10/ Höhenplan M 1:500/50 "B 109, Erneuerung über den Verbindungskanal Fährkrug Bau-km 0+000 bis
Bau-km 0+433, Radwegvariante 2 ve=40 km/h", Vorplanung, VIC Brücken- und Ingenieurbau GmbH
/11/ Merkblatt über die Verwendung von Blähton als Leichtbaustoff im Unterbau und Untergrund von
Straßen", FGSV 556
- Anlagen
Anlage 1 Blatt 1: Übersichtslageplan ohne Maßstab
Blatt 2: Aufschlusslageplan M 1 : 500
Anlage 2 Blatt 1: Aufschlussprofile Brückenbauwerk M 1 : 150
Blatt 2: Aufschlussprofile nordöstliche Böschungsaufsteilung M 1 : 100
Blatt 3: Aufschlussprofile nordöstliche Böschungsaufsteilung, Aufschlüsse durch
vorhandene Fahrbahn M 1 : 100
Blatt 4: Querprofile 1 und 2, M 1 : 100 / 1 : 50
Blatt 5: Querprofile 3 und 4, M 1 : 100 / 1 : 50
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Blatt 6: Legende der verwendeten Kurzzeichen
Anlage 3 Blatt 1: Tabelle der Erdstoffprüfergebnisse
Anlage 4 Blatt 1 - 21: Laborprotokolle
Anlage 5 Blatt 1 - 8: Prüfbericht 8511/07 - Geometrieerkundung am südlichen Widerlager
Anlage 6 Blatt 1: Setzungsüberschläge Station 0+180 (Baugrund-Querprofil 1)
Blatt 2: Setzungsüberschläge Station 0+200 (Baugrund-Querprofil 2)
Blatt 3: Setzungsüberschläge Station 0+230 (Baugrund-Querprofil 3)
Blatt 4: Setzungsüberschläge Station 0+270 (Baugrund-Querprofil 4)
Blatt 5: Setzungsüberschläge Station 0+150
Blatt 6: Setzungsüberschläge Station 0+180 mit teilweiser Nachverdichtung
Blatt 7: Setzungsüberschläge Station 0+150 mit teilweiser Nachverdichtung
- Feststellungen 3.1 Bauvorhaben / Standortbeschreibung / Gültigkeit
Der Landesbetrieb Straßenwesen Brandenburg, vertreten durch die Niederlassung Ost, Nebensitz Eberswalde,
plant den Ersatzneubau der Brücke Fährkrug. Zu diesem Bauvorhaben wurde bereits 2005 ein geotechnischer
Bericht erstellt. Im Zuge des Planungsfortschrittes wurden ergänzende Untersuchungen notwendig, da eine
erhebliche Gradientenanhebung vorgesehen ist. Die Schwerpunkte der ergänzenden Untersuchung waren auf
eine mögliche Böschungsaufsteilung im nordöstlichen Rampenbereich sowie eine durch die Lastabtragung über
Bohrpfähle notwendige tiefere Baugrunderkundung am Brückenbauwerk gerichtet.
Die Vorzugsvariante berücksichtigt den Ausbau für eine Geschwindigkeit von 40 km/h und erfordert eine
Gradientenanhebung auf bis zu 2,82 m. Westlich wird ein Radweg angelegt. Die daraus resultierende
Dammverbreiterung wird schwerpunktmäßig nach Westen erfolgen. Dazu wird örtlich eine Schüttung gegen den
vorhandenen Eisenbahndamm notwendig. Die Eingriffe in den Fährsee sollen möglichst gering sein, so dass
entland der Uferlinie eine Böschungsaufsteilung in Betracht gezogen wird. Mit /3/ liegen Kenntnisse über
geringtragfähige Böden in unterschiedlichen Tiefen und Mächtigkeiten vor. Das gab Anlass am seeseitigen
Böschungsfuß und stichprobenhaft auch durch den vorhandenen Straßendamm Baugrundaufschlüsse
anzuordnen.
Abb. 1: Blick von Süden auf den Brückenstandort, Markierung Abb. 2: Blick von Süden auf den Abschnitt nördlich des
B 1(07) Brückenbauwerkes
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Abb. 3: Böschungsfuß im Bereich SB 1(07), Blick nach Süden Abb. 4: Böschungsbereich in Höhe B 5(07), Blick nach Norden
Vom vorhandenen Eisenbahndamm liegen keine Kenntnisse aus dem Untergrund vor. Die seeseitige Böschung
dieses Dammes ist jedoch deutlich steiler ausgebildet als die Böschung des Straßendammes und es sind keine
Anzeichen auf frühere Böschungsbewegungen am Bewuchs erkennbar.
Über die Gründung der Straßenbrücke besteht keine Kenntnis. Am südlichen Widerlager wurden im Rahmen
der Baugrunderkundung auch Kernbohrungen beauftragt, mit denen die Unterkanten der Fundamente (Brücke
und Flügelmauer) nachgewiesen werden sollten.
3.2 Baugrundaufschlüsse
Am Brückenbauwerk wurden zwei Baugrundbohrungen bis in 35 m Tiefe ausgeführt. Durch die Dammschüttun-
gen der nördlichen Rampe waren gemäß Auftrag zwei Bohrungen mit 25 m und eine Bohrung mit 15 m auszu-
führen. Entlang des nordöstlichen Dammfußes wurden insgesamt sechs Kleinrammbohrungen mit jeweils
daneben angeordneter schwerer Rammsondierung abgeteuft. Die Aufschlusstiefen waren unter Berücksichti-
gung der Dammhöhen mit 6,00 bis 10,00 m angesetzt. Die schweren Rammsondierungen wurden bis zu dieser
Endteufe geführt. Die Kleinrammbohrungen SB 1(07) bis SB 5(07) mussten aufgrund organischer Einlagerungen
etwas tiefer geführt werden, so dass die endgültigen Aufschlusstiefen zwischen 6 und 13 m variieren.
Zwei Sondierungen waren vom Wasser aus notwendig, um eventuelle Rammhindernisse für den auszufüh-
renden Spundwandverbau nachzuweisen. Aufgrund der geometrischen Randbedingungen und einer möglichst
geringen zeitlichen Beeinträchtigung der Ausflugsschifffahrt wurden dafür schwere Rammsondierungen gewählt.
Die Sondierung DPH 8w(07) traf vor dem südlichen Widerlager im Abstand von 0,50 m vom Betonsockel und in
1,00 m Tiefe unter OK Betonsockel auf ein Hindernis. Da eine weitere Verlegung in die Fahrrinne ohne Be-
einträchtigung der Ausflugsschifffahrt nicht möglich war, wurde der Ansatzpunkt auf Land verlegt. Diese als
DPH 8a(07) bezeichnete Rammsondierung konnte bis zur Solltiefe von 15 m Tiefe ausgeführt werden. Der
Abstand der DPH 7w(07) vom nordöstlichen Betonsockel beträgt 0,50 m, Hier konnte nach anfänglich hohen
Schlagzahlen die Solltiefe am Ort erreicht werden.
Die Ansatzpunkte der Baugrundaufschlüsse wurden durch das Vermessungsbüro Dipl.-Ing. Bodo Stein aus
Templin nach Lage und Höhe eingemessen.
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Tabelle 1: Aufmaß der Aufschlussansatzpunkte (RD83, DHHN92)
| X | Y | Z | |||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| B 1(07) | 5403120,605 | 5890379,663 | 56,10 | ||||||||
| B 2(07) | 5403129,285 | 5890395,245 | 56,12 | ||||||||
| B 3(07) | 5403141,924 | 5890413,857 | 55,49 | ||||||||
| B 4(07) | 5403154,105 | 5890435,720 | 54,73 | ||||||||
| B 5(07) | 5403178,864 | 5890479,976 | 53,31 | ||||||||
| SB 1(07)+DPH 1(07) | 5403138,187 | 5890392,479 | 51,98 | ||||||||
| SB 2(07)+DPH 2(07) | 5403148,558 | 5890407,847 | 51,92 | ||||||||
| SB 3(07)+DPH 3(07) | 5403164,895 | 5890436,699 | 51,91 | ||||||||
| SB 4(07)+DPH 4(07) | 5403175,714 | 5890452,213 | 51,75 | ||||||||
| SB 5(07)+DPH 5(07) | 5403187,879 | 5890479,544 | 51,82 | ||||||||
| SB 6(07)+DPH 6(07) | 5403195,515 | 5890496,939 | 51,81 | ||||||||
| DPH 7w(07) | 5403133.092 | 5890386.884 | 51,55 | ||||||||
| DPH 8w(07) | 5403112.939 | 5890389.188 | 51,54 | ||||||||
| DPH 8a(07) | 5403110.820 | 5890386.474 | 52,35 |
Mit der Ausführung der Kernbohrungen zur Bauwerksgeometrieerkundung am südlichen Widerlager wurde ge-
trennt von der Baugrunderkundung die BPL Baustofftechnisches Prüflabor GmbH beauftragt. Die Ergebnisse
sind in einem gesonderten Prüfbericht ausgewiesen, der hier als Anlage 5 ausgewiesen wird.
Abb. 5: Ansicht WL Süd, östliche Seite Abb. 6: Ansicht WL Süd, westliche Seite
Die Kernbohrungen wurden auf Höhe des Betonsockels zum Ansatz gebracht. Für die Kernbohrungen in Rich-
tung der Flügelgründungen musste die Böschung bereichsweise etwas aufgegraben werden. Nach /2/ können
folgende Ansatzhöhen zugeordnet werden:
KB 1 und 2: rd. 51,90
KB 3 und 4: rd. 51,70.
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3.3 Beschreibung der Aufschlussergebnisse
Die allgemeine geologische Situation wurde bereits in /3/ beschrieben und hier nicht erneut aufgeführt.
Baugrundaufschlüsse am Bauwerk
Die zur tieferen Baugrunderkundung am Brückenbauwerk ausgeführten Bohrungen B 1(07) und B 2(07) wurden
so angeordnet, dass sie den 2005 realisierten Bohrungen gegenüber liegen. Die aktuellen Bohrungen liegen
damit in der Nähe der 2005 niedergebrachten Drucksondierungen. Alle Baugrundaufschlüsse am Brückenbau-
werk sind in Anlage 2, Blatt 1 in höhengerechter Anordnung dargestellt.
Bis auf kleinere Abweichungen werden die Aufschlussergebnisse bis zur 2005 ausgeführten Tiefe von 25 bzw.
29,92 m bestätigt. Die aktuellen Baugrundbohrungen weisen bis in 35 m Tiefe Geschiebemergel nach. Dieser ist
insgesamt sehr sandig ausgebildet und zeigt ab ca. 30 m Tiefe zunehmend Sandeinlagerungen von 0,20 bis
0,50 m Dicke. Die Konsistenzen des Bohrgutes sind sehr unterschiedlich. In Bohrung B 1(07) sind im Tiefenbe-
reich zwischen +35,50 und +26,10 mNHN Tendenzen zur halbfesten Konsistenz festzustellen. Es schwanken
jedoch auch die Tonkornanteile geringfügig, so dass die punktuellen labortechnischen Nachweise der Kon-
sistenzgrenzen nicht allgemeingültig sein können. Am Bohrprofil B 1(07) wurde aus diesem Grund eine steife bis
halbfeste Konsistenz neben dem Bohrprofil markiert.
Durch die hohen Sandanteile wird das gewonnene Bohrgut unter der Einwirkung des Grundwassers stark ver-
ändert, so dass am gestörten Probenmaterial oft nicht die wirkliche Tragfähigkeit der Schichten beurteilt werden
kann. Besonders die im Schichtenverzeichnis der Bohrung B 2(07) im Tiefenbereich von 32,80 bis 35 m unter
dem Ansatzpunkt ausgewiesenen weichen Geschiebemergel könnten zu einer Fehleinschätzung führen. Da aus
dieser Teilschicht jedoch nur gestörte Proben entnommen werden konnten und im darüber lagernde Geschie-
bemergel eine geringere Konsistenz als in Bohrung 1(07) ermittelt wurde, wird die Bohrmeisterangabe "weich"
zur Sicherheit übernommen und am Bohrprofil dargestellt.
Baugrundaufschlüsse am nordöstlichen Böschungsfuß
Im unmittelbaren Uferbereich sind örtlich augenscheinlich Feldsteine erkennbar.
Der Oberboden ist mit Dicken zwischen 0,30 und 0,60 m recht stark ausgebildet. Lokal sind Auffüllungen vor-
handen, die in Bauwerksnähe mit Bauschutt durchsetzt waren. Unter diesen Schichten wurden locker bis gering
mitteldicht gelagerte, enggestufte, oft grobsandige Mittelsande erkundet. Im Tiefenbereich ab ca. +45 bzw.
+46,55 wurde eine stark schluffige, tonige Mudde nachgewiesen. Die Schichtmächtigkeit schwankt zwischen
0,20 und 1,30 m. Darunter folgen wiederum enggestufte Mittelsande in mitteldichter Lagerung.
Diese beschriebene Schluffmudde zieht sich als Band durch das ganze Untersuchungsgebiet. Im Bereich
SB 6(07) wurde sie durch die geringe Aufschlusstiefe der Kleinrammbohrung nicht direkt nachgewiesen. Die
Sondierdiagramme der Rammsondierungen lassen bei sehr geringen Schichtdicken keine wirklich gesicherte
Abschätzung bezüglich der organischen Einlagerungen zu, so dass am Standort der SB 6(07) von einer gerin-
gen Schichtdicke wie in SB 5(07) ausgegangen wird.
Nur in SB 1(07) wurde nach einer 1,40 m starken Feinsandzwischenlage eine weitere, deutlich mächtigere
Schluffmudde erkundet. DPH 1(07) zeigt in dieser Schicht nicht die erwarteten geringen Schlagzahlen. Die
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Schichtunterkante wird jedoch recht gut bei rd. +42,25 müNHN markiert und kann gegenüber den Kleinramm-
bohrungen als exakter gewertet werden. Die Schichtdicken der Mudden sind voraussichtlich etwas geringer als
in den Kleinrammbohrungen ausgewiesen und die Schichtoberkante ist etwas höher zu erwarten.
Baugrundaufschlüsse durch die nördliche Brückenrampe
Durch die nördliche Brückenrampe wurden drei Bohrungen abgeteuft. Nur in B 3(07) wurden organische Böden
mit einer Schichtdicke von 0,80 m erkundet. Hierbei handelt es sich um einen schwach feinsandigen Torf. Mit /3/
werden weitere geringmächtige organische Ablagerungen am nördlichen Bauende dokumentiert. Jedoch liegen
diese, dort auch als Torfe erkundeten Schichten deutlich höher.
Baugrundmodell
Das Baugrundmodell aus /3/ ist bis auf die Schicht 8 am Brückenstandort weiterhin gültig. Die aus indirekten
Baugrundaufschlüssen interpretierte Schicht 8 ist als geringmächtige Sandeinlagerung im Geschiebemergel zu
werten und ist der Schicht 7 zuzuordnen.
Für die Böschungsbetrachtungen kann das Modell etwas vereinfacht werden:
(Schicht 1 - Straßenbefestigung/ Tragschichten)
Schicht 2 - Dammschüttung, Mittelsand, locker, [SE]
Schicht 3 - Mittelsand, locker, SE
Schicht 4 - Faulschlamm (Mudde), schluffig und Torf, sandig, weich-breiig, F, HZ
Schicht 5: - Fein- bis Mittelsand, mitteldicht, SE.
3.4 Hydrologische Situation
Das Oberflächenwasser wurde im Aufschlusszeitraum zwischen 51,54 und 51,55 müNHN eingemessen. Es liegt
damit etwa im Bereich des Mittelwasserstandes. Ergänzungen zu /3/ sind nicht erforderlich.
3.5 Ergebnisse der Bauwerksgeometrieerkundung
Die Ergebnisse der Bauwerksgeometrieerkundung am südlichen Widerlager sind in einem gesonderten Bericht
niedergeschrieben, der als Anlage 5 angefügt wurde.
Zusammengefasst wurden folgende Ergebnisse erzielt:
♦ es liegt kein Betonfundament vor; es wurde aus aufgeschichteten Natursteinen errichtet (Granitblöcke), eine
Vermörtelung war am gewonnen Bohrkern nicht mehr nachweisbar
♦ die Unterkante liegt, abgeleitet aus den Bohrkernlängen (Anlage 5, Tab. 1) zwischen +50,23 und +50,43,
ca. 1,50 m unter dem Betonsockel
♦ auf der östlichen Widerlagerseite wurde geteertes Holz angebohrt, was auf eine Pfahlgründung mit Holz-
rammpfählen deutet
♦ es sind scheinbar keine wesentlichen Unterschiede zwischen Flügel- und Widerlagergründung vorhanden
(man beachte jedoch die Hinweise im letzten Absatz auf Seite 3 der Anlage 5).
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Die aus den Drucksondierungen (2005) unterhalb der Ordinate + 27,00 vermuteten mächtigeren, dicht gelager-
ten Sande oder Kiese konnten nicht in der Form nachgewiesen werden. Es handelt sich um Sandlagen im Ge-
schiebemergel mit begrenzter Schichtdicke und unregelmäßiger Ausbildung. Da der Geschiebemergel jedoch
deutlich fester wird, sind nachfolgende Ergänzungen in den Berechnungskennwerten für Bohrpfähle vertretbar.
Tabelle 2: Empirische Bemessungswerte für Bohrpfähle (Bruchwerte)
| Tiefenbereich | Bruchwert der Mantelreibung | Pfahlspitzenwiderstand 1) | ||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| von - bis | τ [MN/m²] mf | σ [MN/m²] s | ||||
| Schicht 2, 3, 4 | 0,00 | - | ||||
| Schicht 5 | 0,08 | 0,70 / 0,90 / 2,00 | ||||
| Schicht 6/7 (t ≥ +32,00) | 0,04 | 0,35 / 0,45 / 0,80 2) | ||||
| Schicht 7 (+32,00< t ≤ +29,00) | 0,045 | 0,60 / 0,78 / 1,15 2) | ||||
| Schicht 7 (t < +29,00) | 0,065 | 0,70 / 0,90 / 2,00 3) |
gilt für eine bezogene Pfahlkopfsetzung s/D=0,02; 2) Es handelt sich um einen gemischtkörnigen Boden, von dem keine gesicherten Bemessungswerte vorliegen. Die tatsächliche Trag- fähigkeit liegt oft höher und muss über eine Pfahlprobebelastung ermittelt werden. 3) Einbindelänge nicht größer als 2,00 m wählen, wegen der möglichen Unterlagerung weicher Mergelschichten wie in B 2(07)
Die Lasterhöhung der neuen Dammschüttung initiiert Setzungen, die durch die unregelmäßigen Torfeinlagerun-
gen über einen längeren Zeitraum hinaus wirksam werden. Das bedeutet u. a. auch, dass negative Mantelrei-
bung durch das Aufhängen der Böden oberhalb der organischen Schichten wirksam wird. Mit der Herstellung
des Bohrpfahles als Hülsenpfahl kann dieser Zusatzbelastung entgegengewirkt werden.
Im Hinterfüllbereich ist deshalb eine Lastreduzierung durch einen teilweisen Ersatz des Hinterfüllmaterials durch
Leichtbaustoffe zu empfehlen, was z.B. durch EPS-Hartschaumplatten oder geotextilbewehrten Lagen aus
Blähton (siehe auch Pkt. 5) erreicht werden kann. Der Blähton hätte den Vorteil, gleichzeitig eine gute Entwässe-
rungswirkung wie die vorhandenen Sande zu garantieren.
Nach den Ergebnissen der Bauwerksgeometrieerkundung am südlichen Widerlager ist ein recht dichte Anord-
nung der Holzpfähle zu erwarten. Der Abstand der neuen Gründung ist auch unter dem Aspekt zu wählen.
Vor den Widerlagern wurde eine Befestigung der Uferränder vorgenommen (siehe Abbruch DPH 8w). In den
folgenden Baugrundschichten waren punktuell keine Rammhindernisse nachzuweisen. Im Übergangsbereich
zum Geschiebemergel und im Mergel selbst sind geologisch bedingt Steine und Blöcke zu erwarten.
Im Wasser des Fährsees sind in Ufernähe lokal Steine/Blöcke erkennbar.
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Mit der deutlichen Gradientenanhebung wird ein Eingriff im Umfeld der nördlichen Rampenschüttung notwendig.
Die Querprofile /8/ zeigen, dass die größten Geländeanhebungen im westlichen Bereich (Radweg) notwendig
werden, wo auch eine Anschüttung des vorhandenen Eisenbahndammes realisiert werden soll.
Erfahrungsgemäß sind die älteren Dammschüttungen der Eisenbahn recht locker gelagert. Durch die geplante
Anschüttung und die bei der lagenweisen Verdichtung eingetragenen Erschütterungen werden im Randbereich
des Eisenbahndammes Setzungen wirksam. Die Tragfähigkeit dieses Dammes wird damit nicht beeinträchtigt.
Sollte die Eisenbahnstrecke noch vor diesem Bauvorhaben wieder in Betrieb gehen, dann muss ggf. ein
Nachstopfen im Gleisbereich kalkuliert werden. Eine Beweissicherung ist generell zu empfehlen.
Zur Begrenzung der östlichen Verbreiterung erscheint ein Ingenieurbauwerk in Form einer böschungsparallelen
Spundwand als wenig wirtschaftlich, da sich aus den eingelagerten Schluffmudden und Torfen (Schicht 4)
abschnittsweise sehr lange Spundbohlen oder/und entsprechende Rückverankerungen ableiten lassen. Eine
konzentrierte Lasteintragung, wie z.B. durch Gabionenwände oder ähnliche Stützkonstruktionen, kann ebenfalls
nicht empfohlen werden.
Für eine Böschungsaufsteilung ist unter den gegebenen Randbedingungen der Einsatz von geotextilbewehrten
Schüttlagen sinnvoll, für dessen Lösungsansatz jedoch die nachfolgenden Setzungsbetrachtungen beachtet
werden müssen.
Auf der Basis der Querprofile /8/ wurden deshalb Setzungen aus der neuen (zusätzlichen) Sohlpressung über
das gesamte Dammprofil hinweg abgeschätzt. Die Ergebnisse sind in Anlage 6, Blatt 1 bis 5 ausgewiesen. Im
Bereich der Widerlagerhinterfüllung ist jedoch eine größere Aufgrabung notwendig, was dazu führt, dass eine
zusätzliche Lastzunahme aus der nachverdichteten Dammschüttung berücksichtigt werden muss. Diese
Setzungsabschätzungen wurden an den Profilen 0+150 und 0+180 ausgeführt. Die Resultate sind in der
Anlage 6, Blatt 6 und 7 grafisch dargestellt und werden in der nachfolgenden Tabelle zusammengefasst.
Tabelle 3: Setzungsüberschläge in der Übersicht
| abgeschätzte Setzungen | ||||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| Profil | Höchstwert [cm] | Anteil organ. Böden [cm] | Anteil organ. Böden [%] | |||
| 0+150 | ~ 1,1 | ~ 0,2 | ~ 18 | |||
| 0+150 (ca. 3 m Nachverdichtet) | ~ 2,4 | ~ 1 | ~ 42 | |||
| 0+180 | ~ 5 | ~ 2 | ~ 40 | |||
| 0+180 (ca. 3 m Nachverdichtet) | ~ 7,5 | ~ 3,6 | ~ 48 | |||
| 0+200 | ~ 5,5 | ~ 2 | ~ 36 | |||
| 0+230 | ~ 4,5 | ~ 0,3 | ~ 7 | |||
| 0+270 | ~ 3,2 | 0 | 0 |
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Das zeitliche Setzungsverhalten der Schichten ist sehr unterschiedlich und hängt besonders davon ab, ob und
mit welcher Schichtdicke Torfe beteiligt sind. Die hier über die gesamte Baulänge erkundete Schluffmudde zeigt
im Kompressionsversuch eher ein schlufftypisches Verhalten (siehe Anlage 4, Blatt 23), so dass erfahrungsge-
mäß ca. 60 bis 65 % der Setzungen innerhalb der Bauzeit abklingen. Aus den lokal eingeschalteten Torfen sind
jedoch langanhaltende Setzungen abzuleiten. Über das Querprofil der zukünftigen Dammschüttung hinweg
werden ungleichmäßige Setzungsbeträge ermittelt, so dass sowohl die absoluten Setzungsbeträge als auch de-
ren zeitlicher Ablauf sehr unterschiedlich über die Fläche einstellen werden.
Aus diesem Grund wird die für die Böschungsaufsteilung (Ostseite) empfohlene Bauweise als generelle Lösung
im betreffenden Untersuchungsgebiet empfohlen, wo signifikante Mächtigkeiten der Schluffmudden oder Torfe
und Neubelastungen vorhanden sind. In Anbetracht der zeitlich differenten Setzungen kann eine "geschlossene"
- alle baugrundtechnischen Belange berücksichtigende - Lösung nur erzielt werden, wenn entweder über
säulenförmige Tragkörper eine Lastabtragung in die Sande der Schicht 5 realisiert wird oder eine
Lastreduzierung auf das gegenwärtige Niveau vorgenommen wird. Letzteres erfordert den Einsatz von
Leichtbaustoffen, die bereits unter Pkt. 4 erwähnt wurden. Die örtliche Situation, die durch unterschiedliche
Dicken der Weichschichten und Neubelastungen, den angrenzenden Eisenbahndamm und ein im - bezogen auf
die Schichtdicken der organischen Weichschichten - Schwerpunktbereich liegendes Brückenbauwerk
gekennzeichnet ist, lässt den Einsatz geotextilbewehrter Schüttlagen über die gesamte Dammfläche in
Kombination mit dem Leichtbaustoff Blähton empfehlen. Der Einsatz von Leichtbaustoffen ist bereits im
Hinterfüllbereich des südlichen Widerlagers sinnvoll und kann nach dem vorliegenden Höhenplan /10/ im
nördlichen Abschnitt auf den Bereich bis etwa Station 0+270 begrenzt werden. Nördlich davon kann auch der
Einsatz von geotextilbewehrten Schüttlagen auf eine noch ggf. erforderlich Aufsteilung der östlichen Böschung
begrenzt werden.
Die nachfolgende Prinzipskizze soll die vorgeschlagene Lösung unter Verwendung eines "Blähtons" für den o.g.
Abschnitt verdeutlichen. Beim Einsatz dieses Leichtbaustoffes ist das Merkblatt /11/ zu beachten. Es wird die
Verwendung eines Blähtons empfohlen, der mittels Nassaufbereitungsverfahren hergestellt wurde.
Prinzipskizze für den teilweisen Ersatz des Dammschüttmaterials durch Leichtbaustoffe (hier Blähton dargestellt)
1 : 1,5 Auffüllung, frostsicher h u ( n m te in r ) B
e a 0 c , h 70 tu -1 n , g 0 0 d e m r B n a a u ch kl a /1 s 1 s / e
z.B. Blähton, geotextilbewehrt
alte Dammschüttung
Abb. 7: Prinzipskizze zum Einsatz des Leichtbaustoffes Blähton in Kombination mit Geotextilen
Die Geotextilien der Blähtonlagen können hier nicht als reine technische Hilfsmittel für den Einbau gewertet wer-
den, sondern müssen auch unter Beachtung der notwendigen Böschungsaufsteilung bzw. bei nicht ausreichen-
dem "lastneutralem" Ersatz auch hinsichtlicht setzungsbedingter, zusätzlicher Zugkräfte bemessen werden. Da-
für sind jedoch konkretere Planungsvorgaben die Voraussetzung.
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