M109 Aufgabenbeschreibung Gebäude G alt _26-59264.docx

Architektenleistungen für die Generalsanierung eines Labor- und Hörsaalgebäudes

Extrahierter Dokumenttext · Stand: 10.09.2026, 14:12 (Europe/Berlin)

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Vergabenummer: 26-59264

Projekt:Technische Hochschule Mannheim, Generalsanierung Gebäude G alt, 68163 Mannheim, Paul-Wittsack-Straße 6
Architektenleistungen nach Teil 3 Abschnitt 1 HOAI

1. Aufgabenbeschreibung

Beabsichtigt ist die Beauftragung von Objektplanungsleistungen für Gebäude nach Teil 3, Abschnitt 1 der HOAI 2021.

    1. Aufgabe
      1. Veranlassung

Das Gebäude G alt der Technischen Hochschule Mannheim wurde in den Jahren 1970 bis 1972 errichtet und dient als Labor- und Hörsaalgebäude. Aufgrund der langen Nutzungszeit von über 50 Jahren entspricht das Gebäude in baulicher, brandschutztechnischer und haustechnischer Hinsicht nicht mehr dem heutigen Stand der Technik, daher soll es generalsaniert werden.

      1. Ausgangssituation

Es handelt sich um einen zweigeschossigen Stahlbetonskelettbau mit Untergeschoss und einer Nutzfläche von 1.473 m². Es beinhaltet bisher auf beiden Geschossen Laborbereiche (Kategorie S1) mit einer großen Anzahl von Digestorien und einen sich über das UG und EG erstreckenden, innenliegenden Hörsaal mit ansteigendem Gestühl, im Bestand derzeit ohne natürliche Belichtung. Die Außenhülle besteht aus Sichtbetonteilen und Fassadenelementen in Holz-Alu-Konstruktion mit Glas- oder Blechfüllungen. Das Flachdach besteht aus einer bituminösen Abdichtung mit Kiesdeckung.

Das Gebäude ist einseitig angebaut, die restlichen Seiten haben einen Abstand von 4-5 Metern zu einer jeweils bestehenden Bebauung. Im 1. OG gibt es zur Südwestseite einen Fluchtbalkon mit Treppe ins EG. Zu zwei Nachbargebäuden besteht im Untergeschoss ein Verbindungsgang zur technischen Anbindung. Die Versorgung der Laborbereiche im 1. OG mit Tageslicht erfolgt über eine größere Anzahl von Oberlichtern. Der überwiegende Teil der Lüftungsanlagen steht als frei bewitterte Bauteile auf dem Flachdach.

Im Untergeschoss befinden sich technische Anlagen, wie die Heizungsübergabestation der Fernwärme, eine Neutralisation und ein Notstromaggregat. Diese Anlagen versorgen weitere Teile der Hochschule mit.

1.1.3 Umgebung

Gebäude G alt liegt zentral auf dem Campus der Technischen Hochschule Mannheim in direkter Nachbarschaft zu einem 11-geschossigen Hochhaus sowie einem Laborgebäude für Versorgungstechnik und ist an ein weiteres Laborgebäude (Gebäude G neu) angebaut. Zur Westseite hin grenzt es mit 4 m Abstand an eine 5 Meter hohe Mauer der Fa. John Deere. Daher wird die Baustelleneinrichtungsfläche teilweise sehr beengt werden.

Die Verkehrserschließung erfolgt über die Speyerer Straße, entlang der Mauer zu John Deere befindet sich derzeit die interne Erschließungsstraße der Technischen Hochschule.

1.1.4 Altlasten / Baugrund

Bei dem Gebäude aus den 70er-Jahren ist mit Altlasten zu rechnen, das Ergebnis einer Schadstoffuntersuchung liegt vor.

1.1.5 Raumprogramm und Flächen

Das Gebäude G alt hat eine Grundfläche von 26,10 m x 39,90 m. Die Flächen der Generalsanierung belaufen sich auf 1.473 m² NUF R, die Gesamtfläche mit Verkehrs- und Technikflächen beläuft sich auf 2.929 m² NRF.

BezeichnungAnz.NUF 1-6 in m²NUF 7 in m²TF in m²VF in m²
Raumprogramm Sanierung
1EG
1.1Laborflächen
1.1.1G004b Techn. Labor mit D.151,74
1.1.2G004a Techn. Labor ohne D.124,40
1.1.3G005 Techn. Labor mit D.150,41
1.1.4G015 Labor mit D.1117,66
1.1.5G015a Labor147,98
1.1.6G006a Labor (Vorbereitung)125,48
1.1.7G016 Labor, Bruker-Zentrum170,26
1.2Büroflächen
1.2.1G006 Büro124,10
1.2.2G002 Büro117,30
1.2.3G003 Büro123,96
1.2.4G007 Werkstatt (Lager)112,17
1.2.5G007a Werkstatt „Reparadel“110,92
1.3Lehrflächen
1.3.1G013 Hörsaal168,04
1.4Sanitärflächen
1.4.1G008 Dusche14,31
1.4.2G009 Dusche14,27
1.4.3G011 WC Damen110,88
1.4.4G012 WC Herren111,16
1.4.5G010 WC barrierefrei13,41
1.4.6G012a Waschraum Herren111,64
1.5Technikflächen
1.5.1Installationsraum12,26
1.5.2Installationsschacht10,94
1.5.3Installationsschacht12,04
1.6Lagerflächen
1.6.1G006b Lager CV123,63
1.6.2G002b Lager (Poststelle)124,50
1.6.3G002a Lager12,15
1.6.4K-Lager (Vorführraum)16,84
1.7Verkehrsflächen
1.7.1G001b Flur 1136,25
1.7.2G001a Flur 21141,90
1.7.3G001 Flur 3147,90
1.7.4Aufzug13,32
1.7.5Treppe19,31
1.7.6Balkon144,43
21. OG
2.1Laborflächen
2.1.1G107 Vorbereitung (Laborraum)137,92
2.1.2G106 Vorbereitung (Laborraum)124,45
2.1.3G105 Laborraum mit D.124,62
2.1.4G103 Laborraum mit D.1179,11
2.1.5G111 Laborraum mit D.1240,94
2.1.6G113 Laborraum mit D.141,83
2.1.7G119 NMR-Laborraum122,68
2.1.8G110 Wägeraum (Lager)123,99
2.1.9G112 Gerätelager, Vorbereitung124,66
2.1.10G107a Gerätelager, Vorbereitung136,19
2.1.11G108 Spülraum111,65
2.1.12G115 Spülraum111,84
2.1.13G114 Vorbereitung (Lager)119,62
2.2Büroflächen
2.2.1G104 Büro (Labor)124,17
2.2.2G109 Büro111,87
2.2.3G117 Büro111,52
2.2.4G116 Büro111,55
2.2.5G102 Putzraum (Lager)117,27
2.3Lehrflächen
2.3.1G120 Lehrraum (Bibliothek)150,05
2.4Technikflächen
2.4.2G102b Abluftraum12,22
2.5Verkehrsflächen
2.5.1G101 Flur1115,30
2.5.2G102a Vorraum12,15
2.5.3Aufzug13,32
2.5.4Treppe19,31
2.5.5Balkon136,05
32. OG
3.1Technikflächen
3.1.1Kühlturm110,82
3.1.2Abluftzentrale185,39
3.1.3Aufgang12,77
41. UG
4.1Technikflächen
4.1.1G-111 Wassertechnik1111,49
4.1.2G-108b Labor / Prüfstand (Wassert.) ?127,64
4.1.3G-107a Fernheizübergabestation170,00
4.1.4G-107 Lager (ehem. Heizzentrale)165,45
4.1.5G-108a Lüftungstechnik166,59
4.1.6G-112 Zuluftzentrale150,32
4.1.7G-112a Filterraum112,07
4.1.8G-113 Lüftungsraum112,87
4.1.9G-105 Notstromaggregat122,82
4.1.10G-102 Wassertechnik116,99
4.1.11G-104 Elektro135,29
4.1.12G-103 Neutralisationstechnik129,43
4.1.13G-102a Aufzugsmaschine14,33
4.1.14G-106 Dampfkesselanlage147,44
4.1.15(Lager)18,61
4.1.16(Lager)15,15
4.1.17G-110 Batterieraum113,30
4.1.18G-109 Serverraum (Vorbereitung)123,49
4.1.19G-111b Netzwerktechnik (Installationsr.)13,59
4.2Verkehrsflächen
4.2.1G-109a Vorraum111,38
4.2.2G-101 Flur1185,32
4.2.3Treppe17,20
4.2.4Aufzug14,33
4.2.5Fluchtweg Lichtschacht 1113,07
4.2.6Fluchtweg Lichtschacht 2113,02
4.2.7Fluchtweg Lichtschacht 313,72
52. UG
5.1Technikflächen
5.1.1G-201 Hebeanlage (Neutralisationsanl.)135,32
Summen1.370,35102,79733,31722,60

Hierbei handelt es sich um die derzeitige Lage und Größe der Räume, diese können sich in der Planung ändern.

Neue bzw. zu ergänzende Räume innerhalb der vorhandenen Kubatur:

  • Lernflächen in Flurzonen
  • Projektgruppen-Arbeitsräume
  • Ruheraum / 1. Hilfe-Raum
  • Barrierefreies WC OG
  • Umkleide Labor EG
  • Umkleide Labor OG
  • Teeküche

1.1.6 Bauliche Ziele

Die Nutzung als Labor- und Hörsaalgebäude bleibt auch für die Zukunft erhalten.

Die Generalsanierung beinhaltet den Rückbau des Gebäudes bis auf die statische Tragkonstruktion. Die bisherige Stahlbetonfertigteilfassade wird demontiert – hier ist in gestalterischer und energetischer Hinsicht eine komplett neue Fassade gewünscht.

Für den innenliegenden Hörsaal ist eine Neukonzeption mit Einbringung von Tageslicht wünschenswert, ebenso ist die Anzahl der Oberlichter zu reduzieren, auch um – falls statisch möglich und technisch erforderlich – eine größere, eingehauste Technikzentrale auf dem Dach zu errichten.

Zwischen dem Gebäudeteil G neu (ebenfalls Laborgebäude) und dem zu sanierenden Gebäude G alt gibt es Verbindungen auf allen Ebenen, die beim Entwurfskonzept zu berücksichtigen sind. Während der Bauzeit werden die Öffnungen brandschutztechnisch verschlossen.

Das Speziallabor / Brukerzentrum mit seinem hochempfindlichen Mikroskop wird (ggf. als eigenes Projekt) dauerhaft ausgelagert, die Fläche soll aber weiterhin als Labor genutzt werden.

Moderne Lernformen sind bei der Neukonzeption zu berücksichtigen und zu ermöglichen, etwa Lernflächen in den Flurzonen oder Projektgruppen-Arbeitsräume. Bisher fehlende Funktionsräume wie z. B. Umkleiden für die Labore oder barrierefreie WC-Anlagen sind zu ergänzen.

1.1.7 Energetische Ziele und Gebäudetechnik

Mit Beschluss des Landtags von Baden-Württemberg vom 6. Oktober 2021 ist für die Landesverwaltung bereits bis 2030 die Netto-Treibhausgasneutralität zu erreichen. Damit verbunden sind anspruchsvolle energetische Ziele für Baumaßnahmen des Landes Baden-Württemberg. Die Gebäudesanierung erfolgt nach Energiestandard GEG 2024 40%.

Die Vorgaben des Energie- und Klimaschutzkonzeptes für Landesliegenschaften 2030 sind zu beachten.

Zur Erreichung eines möglichst niedrigen Primärenergiebedarfs sind die dafür geeigneten, nicht für andere Funktionen erforderlichen Dachflächen vollständig für die Stromerzeugung durch eine Photovoltaikanlage zu nutzen. Ergänzend sollen geeignete Möglichkeiten für den Einsatz bauteilintegrierter PV (z. B. in der Fassade) genutzt werden.

Bei Landesgebäuden ist grundsätzlich auf maschinelle Raumkühlung zu verzichten. Der sommerliche Wärmeschutz ist vorrangig durch geeignete bauliche Maßnahmen zu gewährleisten. Der Verglasungsanteil der Gesamtfassade und der Einzelräume ist daher auf maximal 50 Prozent zu begrenzen. Der solare Eintrag ist vorrangig durch die Verwendung von effizienten Sonnenschutzsystemen und ggf. darüber hinaus durch eine Sonnenschutzverglasung entsprechend gering zu halten. Ist dennoch eine Kühlung unvermeidlich, sind vorrangig bauliche Maßnahmen zu optimieren. Beispielsweise durch eine weitere Reduzierung des Verglasungsanteils auf deutlich unter 50%. Darüber hinaus erforderliche Kühlleistungen sind nach Möglichkeit durch passive Kühlsysteme (z. B. RLT mit adiabater Abluftkühlung) zu erreichen.

Das Gebäude besitzt einen Fernwärmeanschluss. Es ist gewünscht, den Energiestandard vor allem mittels nachhaltiger bzw. recyclierter Baustoffe und einer überschaubaren und leicht zu handhabenden Gebäudetechnik zu erreichen.

Die Verwendung von Baustoffen aus nachwachsenden Rohstoffen und Recyclingmaterialien, wie beispielsweise Recyclingbeton ist – soweit möglich – ausdrücklich erwünscht. Auf die umweltfreundliche Herstellung und unproblematische Entsorgung bzw. Wiederverwertbarkeit der eingesetzten Baustoffe und deren Ökobilanz bzw. Reduzierung grauer Energie wird großer Wert gelegt.

Die Heizungsübergabestation der Fernwärme, eine Neutralisationsanlage und ein Notstromaggregat versorgen weitere Teile der Hochschule mit, daher müssen diese über die gesamte Sanierungsphase in Betrieb bleiben. Die Dampfzentrale wird rückgebaut, die Drucklufterzeugung in den Anbau G neu verlagert. Die IT-Infrastruktur wird rückgebaut, Server dauerhaft ausgelagert und dann im Gebäude die Versorgung dezentral neu aufgebaut.

1.1.8 Barrierefreiheit

Die einschlägigen Normen und Richtlinien für die Barrierefreiheit sind umzusetzen.

1.1.9 Brandschutz

Die einschlägigen Normen und Richtlinien für den Brandschutz sind umzusetzen. Grundsätzlich ist der bauliche Brandschutz dem technischen vorzuziehen. Die in Errichtung und Unterhalt aufwändigen Kompensationsmaßnahmen sind zu vermeiden.

1.1.10 Bestandsdokumentation Flächenmanagement

Um eine dauerhaft wirtschaftliche Nutzung der landeseigenen Gebäude sowie ein effizientes Gebäude- und Flächenmanagement sicherzustellen, benötigt die Staatliche Vermögens- und Hochbauverwaltung Baden-Württemberg fachlich richtige, vollständige und aktuelle Gebäudedaten. Die Erfassung der Flächen erfolgt nach den Vorgaben der Anlage „Bestandsdokumentation Flächenmanagement CAFM“.

1.1.11 Fassadenplanung

Für die in gestalterischer und energetischer Hinsicht neu zu gestaltende Fassade ist eine Planung notwendig. Außerdem soll, wie in den baulichen Zielen erwähnt, ggf. die Fassade auch für eine Photovoltaikanlage genutzt werden. Die Fassadenplanung ist primär Teil der Architektenleistung, gegebenenfalls aber auch als eigenständige Leistung zu vergeben.

    1. Leistungen

Zur Umsetzung der Aufgabe ist beabsichtigt, die in der Anlage 1 zum Vertrag gekennzeichneten Leistungen stufenweise zu übertragen.

    1. Kosten

Geschätzte Bauwerkskosten[1]: rd. 19,3 Mio. Euro brutto.

Aufschlüsselung nach Kostengruppen entsprechend DIN 276-1:2018-12:

KG 300 Bauwerk - Baukonstruktionrd. 8.153.000 Euro brutto
KG 400 Bauwerk - Technische Anlagenrd. 11.224.000 Euro brutto

Dieser Betrag wird der Bemessung der vertraglich zu vereinbarenden Kostenobergrenze zugrunde gelegt.

2. Termine bis Ende

Startgespräch mit Planungsbeteiligten 01/2027

Abschluss LP 2 Vorplanung 01/2028

Abschluss LP 3 + Bauunterlage 08/2028

Genehmigung der Bauunterlage 02/2029

LP 5 + 6 Ausführungsplanung und Ausschreibung (70%) 04/2030

Baubeginn 11/2030

Baufertigstellung 11/2033

3. Zuschlagskriterien

Die Entscheidung über die Auftragserteilung basiert projektbezogen auf den im beigefügten Muster M130 genannten Zuschlagskriterien.

  1. Kostengruppe 300 - 400 nach DIN 276-1: 2018-12
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