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Arbeitsanweisung zum Management von FFH-Waldlebensraumtypen
Inhaltsverzeichnis
-
Einleitung 3
-
Grundsätze zur Erfassung und Bewertung sowie der Festlegung von Erhaltungszielen und
Maßnahmen bei Wald-LRT 4
2.1 Begriffsbestimmungen 4
2.2 Erfassung und Bewertung 9
2.3 Erhaltungsziele, Maßnahmenplanung und Berichte im Wald 12
2.3.1 Erhaltungsziele für Wald-FFH-Lebensraumtypen unter Berücksichtigung der Erhaltungszustände
12
2.3.2 Maßnahmenplanung (Schutz-, Wiederherstellungs- und Entwicklungsmaßnahmen) 14
2.3.3 Wirkungscontrolling 15
2.3.4 Inhalte und Aufbau des Fachbeitrages Wald als Bestandteil im FFH-Managementplan 16
- Kartier- und Bewertungsanleitung 17
3.1 Bewaldete Küstendünen der atlantischen, kontinentalen und borealen Region (EU-Code
- 17
3.2 Hainsimsen-Buchenwald (EU-Code 9110) 22
3.3 Waldmeister-Buchenwald (EU-Code 9130) 26
3.4 Mitteleuropäische Kalkbuchenwälder (EU-Code 9150) 30
3.5 Sternmieren-Eichen-Hainbuchenwald (EU-Code 9160) 33
3.6 Schlucht- und Hangmischwälder (Tilio-Acerion) (EU-Code 9180*) 36
3.7 Alte bodensaure Eichenwälder mit Quercus robur auf Sandebenen (EU-Code 9190) 40
3.8 Moorwälder (EU-Code 91D0*) 43
3.9 Erlen- und Eschenwälder an Fließgewässern (Alno-Padion, Alnion incanae) (EU-Code
91E0*) 48
3.10 Weichholzauenwälder an Fließgewässern (Salicion albae) (EU-Code 91E0*) 53
3.11 Pannonische Wälder mit Quercus petraea und Carpinus betulus (EU-Code 91G0*) 56
3.12 Mitteleuropäische Flechten-Kiefernwälder (EU-Code 91T0) 61
3.13 Kiefernwälder der sarmatischen Steppe (EU-Code 91U0) 64
- Anlagen 67
4.1 Kartierhinweise zur Erfassung von Moorwäldern 91D0* 67
4.2 Kartierung von Mooren mit kürzlich veränderten Wasserständen (infolge Wiedervernässung
oder Entwässerung) 68
4.3 Managementmaßnahmen im Wald Natura 2000 76
4.4 Naturschutzfachliche Invasivitätsbewertungen und Gesamtartenliste der in Deutschland
wild lebenden gebietsfremden Gefäßpflanzen 90
Mecklenburg-Vorpommern - Ministerium für Klimaschutz, Landwirtschaft, 2 Ländliche Räume und Umwelt
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Arbeitsanweisung zum Management von FFH-Waldlebensraumtypen
1. Einleitung
Laut Kabinettsbeschluss vom 25.05.2004 erfolgt die Managementplanung für FFH-Gebiete
im Wald für Wald-Lebensraumtypen (sogenannter „Fachbeitrag Wald“) durch die Landes-
forstverwaltung im Einvernehmen mit der Naturschutzverwaltung. Die Arbeitsanweisung gibt
die Methodik zur Abgrenzung der Wald-LRT, zur Bewertung ihrer Erhaltungszustände, zur
Ermittlung der Erhaltungsziele sowie zur Maßnahmenplanung vor. Wald-LRT im Sinne dieser
Arbeitsanweisung sind:
Bewaldete Küstendünen der atlantischen, kontinentalen und borealen Region, EU-
Code 2180
Hainsimsen-Buchenwald (Luzulo-Fagetum), EU-Code 9110
Waldmeister-Buchenwald (Asperulo-Fagetum), EU-Code 9130
Mitteleuropäische Kalk-Buchenwälder (Cephalanthero-Fagion),
EU-Code 9150
Sternmieren-Eichen-Hainbuchenwald (Stellario-Carpinetum), EU-Code 9160
Schlucht- und Hangmischwälder (Tilio-Acerion), EU-Code 9180*
Alte bodensaure Eichenwälder mit Quercus robur auf Sandebenen,
EU-Code 9190
Moorwälder, EU-Code 91D0*
Erlen-Eschenwälder und Weichholzauenwälder an Fließgewässern
(Alno-Padion, Alnion incanae, Salicion albae), EU-Code 91E0*
Pannonische Wälder mit Quercus petraea und Carpinus betulus,
EU-Code 91G0*
Kiefernwälder der sarmatischen Steppe, EU-Code 91U0
Mitteleuropäische Flechten-Kiefernwälder, EU-Code 91T0
Die Arbeitsanweisung unterliegt der Fortschreibung, die zwischen der obersten Forst- und
der obersten Naturschutzbehörde einvernehmlich abzustimmen und zu dokumentieren ist.
Die Umsetzung der FFH-Richtline ist in Mecklenburg-Vorpommern immer an den aktuellen
Stand der Wissenschaft und Rechtsprechung anzupassen, um eine zeitgemäße Anwendung
neuester Erkenntnisse und des aktuellen wissenschaftlichen Niveaus zu ermöglichen. Aktu-
elle Gründe für die Fortschreibung waren beispielsweise neue wissenschaftliche Erkennt-
nisse wie die im Jahr 2026 erfolgte Änderung der Klimastufen in Mecklenburg-Vorpommern
an die veränderten klimatischen Bedingungen. Bisher ausgewiesene Wald-LRT bleiben
Mecklenburg-Vorpommern - Ministerium für Klimaschutz, Landwirtschaft, 3 Ländliche Räume und Umwelt
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Arbeitsanweisung zum Management von FFH-Waldlebensraumtypen
grundsätzlich erhalten. Neuausweisungen von zusätzlichen Lebensraumtypenflächen wer-
den auf der Grundlage der neuen Klimastufengrenzen vollzogen. Darüber hinaus erfolgte
eine stärkere Orientierung an den durch das Bundesamt für Naturschutz empfohlenen Min-
deststandards für die Erhebung und Bewertung für FFH-Lebensraumtypen im Wald.
Die Kartier- und Bewertungsergebnisse werden getrennt dargestellt.
Die Erfassung und Bewertung der Lebensraumtypen des Anhang I (Offenland) und der Arten
des Anhangs II der FFH-Richtlinie erfolgt durch die Naturschutzverwaltung, auch wenn sie im
Wald vorkommen.
2. Grundsätze zur Erfassung und Bewertung sowie der Festlegung
von Erhaltungszielen und Maßnahmen bei Wald-LRT
2.1 Begriffsbestimmungen
A. Lebensraumtypische Habitatstrukturen
Unter Waldentwicklungsphase versteht man einen Abschnitt im Rahmen der Waldentwick-
lung, in der die Waldbestände eine bestimmte Struktur (Höhe und BHD) aufweisen. Die
Wuchsklasse ist ein synonymer Begriff hierfür. Um als Waldentwicklungsphase gewertet zu
werden, muss der Flächenanteil an der Bewertungseinheit (BE) für die Phasen 1 und 6
mindestens 5% und für die Phasen 2-5 mindestens 10 % sein.
Folgende sechs Waldentwicklungsphasen werden als Abgrenzungsmerkmal nach der
Wuchsleistung unterschieden:
- Etablierungsphase Blöße bis Bäume mit einem Deckungsgrad ≥ 0,5 und einer
Höhe ≥ 1,5m
-
Verjüngungsphase Jungwuchs bis Stangenholz, BHD ≤ 19cm
-
Qualifizierungsphase geringes Baumholz, BHD ≥ 20cm bis < 35cm
-
Optimalphase mittleres Baumholz, BHD ≥ 35cm bis < 50cm
-
Altholzphase I starkes Baumholz, BHD ≥ 50 bis < 70cm
-
Altholzphase II sehr starkes Baumholz / Altholz, BHD ≥ 70cm
Schlussgrad: Volumenschluss- bzw. Bestockungsgrad.
Nutzungsfreie Wälder
Mit der Bezeichnung „nutzungsfreie Wälder“ werden in dieser Arbeitsanweisung inhaltlich
alle BHE zusammengefasst die temporär (mind. die nächsten 10 Jahre) oder dauerhaft
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Arbeitsanweisung zum Management von FFH-Waldlebensraumtypen
nicht mehr einer forstlichen Bewirtschaftung unterliegen. Dazu gehören Altholzinseln, Na-
turwaldreservate, nutzungsfreie Flächen in Schutzgebiete usw.
Unter Altholzinseln werden 0,5 bis 5,0 Hektar große Altholzbestände überwiegend heimi-
scher Baumarten verstanden, die mindestens 100 Jahre alt sind. Der Schlussgrad darf bei
Ausweisung nicht unter 0,6 (d. h. Bestandesschluss geschlossen bis locker) liegen. Althol-
zinseln bleiben temporär, d. h. bis zum Zeitpunkt ihres weitest gehenden Zerfalls nut-
zungsfrei. Bei einem Schlussgrad von unter 0,1 werden sie wieder in die bewirtschaftete
Fläche eingegliedert (vgl. "ABT-Konzept Konzept zum Schutz von Altholzinseln, Biotop- bäumen und Totholz für die Landesforstanstalt MV"1). Vorhandene Naturwaldreservate
werden unabhängig von ihrem Alter, ihrem Schlussgrad und ihrer Fläche als Altholzinseln
erfasst, wenn sie Teil eines Wald-LRT sind. Die Flächenanteile beziehen sich auf die Flä-
che der jeweiligen Bewertungseinheit des Wald-LRT.
Biotopbäume und Totholz:
Biotopbäume sind Höhlen- und Horstbäume sowie Bäume ab BHD > 30 cm mit Faulstellen,
abfallender Rinde, Pilzkonsolen, Stamm- oder Kronenbrüchen, Blitzrinnen, Rissen oder
Spalten, Mulmkörpern oder solche mit bizarren Formen.
Weitere Erläuterungen:
Höhlenbaum: Höhle muss vorhanden sein; BHD hierbei auch < 30 cm zulässig; aber
kein Totholz mit Höhle!
Horstbaum: eindeutiger Mittel- oder Großhorst (z.B. Greifvogel, Schwarzstorch)
Faulstellen: Stamm- oder Astfäule ab ca. fünffacher Handtellergröße (ca. 500 cm2)
Tiefgehende Faulstellen: z. B. Wassertopf oder starker Schleimfluss sichtbar
Pilzbaum: Fruchtkörper sind sichtbar
Stammbruch: Bruch unterhalb der Krone; Baum hat wieder ausgetrieben
Kronenbruch: vollständiger oder teilweiser Kronenbruch; Baum hat wieder ausgetrieben
Risse: mit einer Länge ab ca. 20 cm (grobe Richtgröße)
Spalten
Rindentaschen zulässig
Bizarre Formen: starkastige Bäume an Waldinnen- und –außenrändern, Schneitel-
bäume, Mehrstämmigkeit mit Ausnahme von Zwieseln, Trieseln und Erlenstockausschlag,
Windflüchter
1 Herausgegeben durch das Ministerium für Klimaschutz, Landwirtschaft, ländliche Räume und Umwelt Mecklenburg-Vorpommern im Dezember 2026
Mecklenburg-Vorpommern - Ministerium für Klimaschutz, Landwirtschaft, 5 Ländliche Räume und Umwelt
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Totholz (Starktotholz): Hierunter versteht man abgestorbene Bäume oder Teile hiervon (z.
B. Hochstümpfe, abgebrochene Starkäste oder Kronenteile) bzw. gefälltes Holz, das keiner
wirtschaftlichen Verwendung mehr zugeführt werden soll ab einem Mindest-BHD (bei ste-
hendem Totholz) bzw. ab einem Mindestdurchmesser des stärkeren Endes bei liegendem Totholz 30 cm und ab einer Mindesthöhe/-länge von 3 Metern. Unabhängig von der Erfassung der Biotopbäume sowie des Totholzes führt eine vollstän-
dige Beräumung eines Altbestandes i. d. R. zu erheblichen Beeinträchtigungen in den
Wald-LRT (vgl. „Grundsätze zur Behandlung von Wald-LRT in NATURA 2000-Gebieten“,
Fortschreibung vom 04.12.2014).
Lebensraumtypisches Arteninventar
Die Ermittlung des Arteninventars erfolgt an Hand des Gesamtflächenanteils der
Schichten sowie aller lebensraumtypischen Haupt- und Nebenbaumarten in den als Wald-
LRT identifizierten Flächen einer Bewertungseinheit.
Die Herleitung der Baumartenanteile erfolgt flächengewogen unter Einbeziehung des
Volumenschlussgrades der jeweiligen Schicht.
Das Vorhandensein einer lebensraumtypischen Artenzusammensetzung der Krautschicht
ist ebenfalls ein Kennzeichen für einen günstigen Erhaltungszustand. Diese ist jedoch
sehr stark abhängig vom Kronenschlussgrad des Oberstandes und ggf. auch vom Vor-
handensein eines Zwischen- und Unterstandes, so dass sich auf die Erfassung von soge-
nannten Störzeigern beschränkt wird. Hiermit sind Pflanzenarten gemeint, die sich infolge
anthropogen bedingter Veränderung der lebensraumtypischen Standortbedingungen aus-
breiten konnten (z. B. durch Eutrophierung).
In Abhängigkeit vom Lebensraumtyp sind dies Vorkommen folgender Arten:
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| Wald- | Art | De- | Störung | ||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| LRT | ckung | ||||||
| 2180, 9110, 9130, 9150, 9190 9160, 9180*, 91G0* | Flatterbinse (Juncus effusus) | > 5% | Verdichtung | ||||
| Sumpfreitgras (Calamagrostis canescens) | > 5% | ||||||
| Winkelsegge (Carex remota) | > 25% | ||||||
| Rasenschmiele (Deschampsia caespitosa) | > 25% | ||||||
| Brombeere (Rubus fruticosus) | > 25% | N-Eintrag | |||||
| Holunder (Sambucus nigra) | > 5% | ||||||
| Brennnessel (Urtica dioica) | > 5% | ||||||
| 91D0* | Pfeifengras (Molinia caerulea)*1 | > 50 % | Entwässerung | ||||
| Flatterbinse (Juncus effusus)*³ | > 5% | ||||||
| Himbeere (Rubus idaeus) | |||||||
| Brombeere (Rubus fruticosus) | |||||||
| Adlerfarn (Pteridium aquilinum) | |||||||
| 91E0* | Rasenschmiele (Deschampsia cespitosa) | >25 % | Entwässerung | ||||
| Brennnessel (Urtica dioica) | > 5% | Entwässerung / N-Eintrag | |||||
| Holunder (Sambucus nigra) | |||||||
| Giersch (Aegopodium podagraria)*2 | |||||||
| Bingelkraut (Mercurialis perennis)*2 | |||||||
| Kletten-Labkraut (Galium aparine) | |||||||
| Gemeine Nelkenwurz (Geum urbanum)*2 | |||||||
| Stinkender Storchschnabel (Geranium roberti- anum)*2 | |||||||
| Hexenkraut (Circaea lutetiana)*2 | |||||||
| Gemeiner Wurmfarn (Dryopteris filix mas) | |||||||
| Hopfen (Humulus lupulus) | |||||||
| 91T0 | Grünstengliges Astmoos (Scleropodium purum) | > 5% | N-Eintrag | ||||
| Rotstengliges Astmoos (Pleurozium schreberi) | |||||||
| Landreitgras (Calamagrostis epigeos) | |||||||
| Blaubeere (Vaccinium myrtillus) | |||||||
| Drahtschmiele (Avenella flexuosa) | |||||||
| Adlerfarn (Pteridium aquilinum) | |||||||
| Brombeere (Rubus fruticosus) | |||||||
| 91U0 | Gemeines Knäuelgras (Dactylus glomerata) | > 25% | N-Eintrag | ||||
| Glatthafer (Arrhenatherum elatius) | |||||||
| Landreitgras (Calamagrostis epigejos) | > 5 % |
*1 wenn Torfmoos > 50% Artmächtigkeit aufweist, ist Pfeifengras kein Störzeiger *2 kein Störzeiger auf N…2w, O…4ü und O…4w-Standorten
*³ kein Störzeiger im Randsumpfbereich
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Beeinträchtigungen
Wesentliche Beeinträchtigungen, die für die meisten Wald-LRT von Bedeutung sind, wer-
den im Folgenden erläutert.
Befahrung:
Bei forstwirtschaftlich genutzten Wald-LRT kann eine Befahrung im Zuge der Holzent-
nahme die Böden zerwühlen und verdichten, wodurch die Bodenlebewelt, die Vegeta-
tion und störungsempfindliche Arten beeinträchtigt werden. Für eine Bewertung wird
der Flächenanteil der gesamten Aufnahmefläche mit Bodenverdichtung infolge Befah-
rung geschätzt.
Das Vorhandensein von Störzeigern in der Krautschicht ist ein Hinweis für eine er-
hebliche Beeinträchtigung. Außerdem werden die räumliche Verteilung der Befahrung
auf und neben den Rückegassen sowie die Intensität der Befahrung in Hinblick auf
eine Gleisbildung gutachterlich bewertet. Beachtungszeitraum sind dabei die letzten
10 Jahre. Die Befahrung wird entsprechend der ökosystemaren Empfindlichkeit be-
wertet. Bei erkennbarer Befahrung ohne Rückegassensystem erfolgt die Bewertung
im Zustand „C“.
Bodenbearbeitungsverfahren sind immer mit Befahrung und/oder Bodenverdichtung
verbunden. Sie werden daher als flächige Befahrung bewertet.
Schäden an der Waldvegetation:
Gemeint sind hier Verletzungen oder Schäden an Bäumen, die zeitweise oder auch
ständig zu einer deutlich eingeschränkten Vitalität oder Stabilität führen, sowie Beein-
trächtigungen der Bodenvegetation. Als Schäden werden angesprochen (Erfassung
des Flächenanteils in 5 %-Stufen):
frische oder frisch überwallte, deutlich sichtbare Rindenverletzungen
100 cm² (Fäll- und Rückeschäden, Schälschäden)
Verbiss des Leittriebes
Trittschäden an der Bodenvegetation oder flächige Vermüllung
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Arbeitsanweisung zum Management von FFH-Waldlebensraumtypen
Weitere Beeinträchtigungen:
Dieses Merkmal deckt weitere wesentliche Schäden an lebensraumtypischen Standort-
verhältnissen, der Waldvegetation und Struktur der Bestände (einschließlich Nutzung) ab.
Die Bewertung erfolgt gutachterlich. Liegen solche Schäden vor, muss in dem Bemer-
kungsfeld die Art dieser Schäden genannt werden. Bei der Kartierung vor Ort können not-
wendige Ergänzungen aufgenommen und dokumentiert werden.
Bei Vorkommen der Beeinträchtigungen auf > 10 % der LRT-Fläche wird diese Bewer-
tungseinheit grundsätzlich um eine Bewertungsstufe herabgesetzt. (A→B; B→C).
- Durch überhöhte Schalenwildbestände fehlt die natürliche Verjüngung der Haupt-
baumarten und/oder Nebenbaumarten trotz ausreichenden Lichteinfalls (ausge-
schlossen 91D0*).
- Für die WLRT 9110, 9130 und 9150 wurden Großschirmschlagverfahren angewen-
det (vollflächiges Verjüngungsverfahren ab einer Flächengröße von 2,00 ha; es ent-
stehen Zweischichtbestände mit einem Höhenunterschied von > 10 m und einer flä-
chigen Einzelbaumverteilung mit Volumenschlussgrad < 0,4).
2.2 Erfassung und Bewertung
Wald-Lebensraumtypen werden aufgrund vorhandener Baumarten (über alle Schichten)
und der vorherrschenden Bodenform/Stamm-Standortsformengruppe gebildet. Als Min-
destbedingung für die Baumarten gilt grundsätzlich:
- mind. 30% Anteil Hauptbaumart + mind. 20% Anteil Nebenbaumart + max.
20% natürlich vorkommende Pionierbaumart
- mind. 70% lebensraumtypische Baumarten
Auswertung der Standortskartierung und Bestockungsangaben (Haupt- und Neben-
baumarten) auf der Ebene der forstlichen Behandlungseinheit. Bei den grundwasserbe-
einflussten Wald-LRT 9160, 91D0* und 91E0* ist in jedem Fall eine Vorort-Überprüfung der Standortsmerkmale erforderlich,2. Alle Waldlebensraumtypen werden durch einen
Vorort-Begang aktuell erfasst, bewertet und mit möglichen Erhaltungs- oder Entwick-
lungsmaßnahmen beplant.
Die Mindestgröße für zu erfassende Teilflächen von Wald-LRT beträgt 0,5 ha, d. h. klei-
nere Wald-LRT-Flächen werden nicht erfasst. Für die prioritären Wald-LRT 9180*,
91D0*, 91E0*, 91G0* sowie für die sehr seltenen Wald-LRT 91T0 und 91U0 liegt die
Mindestgröße bei 0,1 ha. Bei allen Wald-LRT-Flächen mit einer Fläche < 0,5 ha sollte
2 Über die Aktualität einer Kartierung entscheidet der BT 2 der LFoA M-V.
Mecklenburg-Vorpommern - Ministerium für Klimaschutz, Landwirtschaft, 9 Ländliche Räume und Umwelt
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Arbeitsanweisung zum Management von FFH-Waldlebensraumtypen
die Mindestbreite und Mindestlänge 25 m betragen3 (eine Ausnahme bildet der 9180* -
kartografische Draufsicht mindestens 10 m Breite).
Die im Wald ausgewiesenen Offenland-Lebensraumtypen (ab 0,1 ha Flächengröße) sind
in die Forstgrundkarte zu übertragen und wenn möglich als Nichtholzböden (NHB) zu
kennzeichnen. Unstimmigkeiten zur Grenzziehung und Ausweisung sind direkt mit dem
zuständigen Staatlichen Amt für Landwirtschaft und Umwelt zu klären.
Nur Orchideenbuchenwälder (Wald-LRT 9150) und Steppenkiefernwälder (Wald-LRT
91U0) werden laut Biotopkartieranleitung (2013) im Bereich von Steilküsten als eigener
Wald-LRT kartiert. Alle anderen Wald-LRT werden dem LRT 1230 (Steilküsten) zuge-
ordnet.
Bewertungseinheiten (BE) bestehen aus den Flächen eines Wald-LRT in einem FFH-
Gebiet. Die Abgrenzung der Bewertungseinheiten erfolgt nach natürlichen/anthropoge-
nen Landschaftsstrukturen und/oder Verwaltungseinheiten, wobei die Größe des jeweili-
gen Wald-LRT von 250 ha nicht überschritten werden darf. Für die Wald-LRT 91D0* und
91E0* sind Bewertungseinheiten nach hydrologischen Gegebenheiten abzugrenzen. D.
h. Waldflächen sind nur zusammenzufassen, wenn sie auch hydrologisch eine Einheit
bilden und weniger als 100 m auseinanderliegen. Es werden demnach drei Kennzeich-
nungen für die Bewertungseinheiten vorgenommen (Kennzeichnung 1 = alle 91D0*;
Kennzeichnung 2 = alle 91E0*; Kennzeichnung 3 = 2180, 9110, 9130, 9150, 9160, 9190,
91U0, 91T0; Kennzeichnung 4 = 9180*; Kennzeichnung 5 = 91G0*).
Die Ermittlung des Erhaltungszustandes eines Wald-LRT im GGB erfolgt als flächenge-
wogenen Mittel aus den Bewertungseinheiten.
Bewertungseinheiten werden zusätzlich für Naturschutzgebiete und nutzungsfreie Wäl-
der gebildet. Naturschutzgebiete werden grundsätzlich nicht mit sonstigen nutzungs-
freien Wäldern zusammengefasst. Nutzungsfreie Wälder müssen eine Mindestfläche
von 50 ha aufweisen.
Die Bewertung des Erhaltungszustands des Wald-LRT auf der Ebene der Bewertungs-
einheit erfolgt durch Auswertung der Bestockungsunterlagen und Begehung. Die Doku-
mentation der Bewertung erfolgt anhand der Wald-LRT-spezifischen Bewertungsvor-
schriften.
3 Schmalere Flächen können ggf. zu Offenland-LRT gehören (z. B. Erlensäume an Fließgewässern zu LRT 3260)
Mecklenburg-Vorpommern - Ministerium für Klimaschutz, Landwirtschaft, 10 Ländliche Räume und Umwelt
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Arbeitsanweisung zum Management von FFH-Waldlebensraumtypen
Die drei Hauptbewertungskriterien werden pro Wald-LRT für jede Bewertungseinheit zu
einem Wert (entsprechend dem Wert im Standard-Datenbogen: A, B oder C) aggregiert. o Für das Hauptkriterium „Beeinträchtigungen“ gilt:
Sollte ein Unterkriterium mit „C“ bewertet worden sein, so wird das gesamte
Hauptkriterium mit „C“ bewertet.
Eine Bewertung in „A“ kann nur erfolgen, wenn mehr als die Hälfte der Unter-
kriterien mit „A“ bewertet wurden und alle landschaftsbeeinflussenden Unter-
kriterien (Bodenbearbeitung, Befahrung, Wasserhaushalt etc.) mit „A“ bewer-
tet wurden.
o Fehlende Beeinträchtigungen (A) dürfen im Bewertungsprozess nicht zur Verbes-
serung von ungünstigen Zuständen (C) in den Habitatstrukturen oder dem Artenin-
ventar führen.
Die Bewertung der Habitatstrukturen ist im Entscheidungsfall schwerwiegender als die Be-
wertung des Arteninventars.
Eine Ausnahme bildet die Bewertung des Wald-LRT 91D0*. Das Kriterium „Habitatstruk-
tur“ wird nicht erfasst. Das Kriterium „Arteninventar“ wird doppelt gewertet und dann mit
dem Kriterium „Beeinträchtigungen“ zu einem Gesamtwert aggregiert.
Innerhalb der Hauptkriterien Arteninventar und Habitatstrukturen wird, sofern mind. drei
selbständige Unterkriterien vorhanden sind, folgende Aggregationsregel angewendet, o 1 x A, 1 x B und 1 x C ergibt B o 2 x A und 1 x C ergibt B o In allen anderen Fällen entscheidet der doppelt vergebene Wert (2 x A und 1
x B ergibt A, 2 x B und 1 x A ergibt B, 2 x B und 1 x C ergibt B,
2 x C und 1 x A ergibt C, 2 x C und 1 x B ergibt C)
| Habitatstruk- turen | A | A | A | A | A | A | A | A | A | B | B | B | B | B | B | B | B | B | C | C | C | C | C | C | C | C | C | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Artinventar | A | A | A | B | B | B | C | C | C | A | A | A | B | B | B | C | C | C | A | A | A | B | B | B | C | C | C | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Beeinträchti- gungen | A | B | C | A | B | C | A | B | C | A | B | C | A | B | C | A | B | C | B | A | C | A | B | C | A | B | C | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Ergebnis | A | A | B | A | B | B | B | B | C | A | B | B | B | B | C | B | B | C | B | B | C | B | B | C | C | C | C |
Die besonders standortssensiblen Wald-LRT 9180*, 91D0* und 91E0* können nur in
den Erhaltungszustand A eingestuft werden, wenn keine Befahrung und eine extensive,
einzelstammweise Nutzung stattgefunden hat – gutachterliche Einschätzung.
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Arbeitsanweisung zum Management von FFH-Waldlebensraumtypen
2.3 Erhaltungsziele, Maßnahmenplanung und Berichte im Wald
2.3.1 Erhaltungsziele für Wald-FFH-Lebensraumtypen unter Berücksichtigung der Erhaltungs-
zustände
Die Wald-Lebensraumtypen nach Anhang I der FFH-Richtlinie sind wesentliche Bestandteile
des Natura-2000-Netzes. Übergeordnetes Ziel ist der Erhalt sowie – bei ungünstigem Aus-
gangszustand – die schrittweise Verbesserung des Erhaltungszustandes dieser Lebens-
raumtypen. Maßgebliche Zielgröße ist ein günstiger Erhaltungszustand (A oder B), der sich
durch eine lebensraumtypische Artenausstattung, naturnahe Strukturen, funktionierende
ökologische Prozesse sowie eine ausreichende Flächengröße und Kohärenz auszeichnet
(Art. 1 lit. e i. V. m. Art. 2 Abs. 2 der Richtlinie 92/43/EWG (FFH-Richtlinie)). Eine Ver-
schlechterung des aktuellen Erhaltungszustandes ist in allen Fällen zu vermeiden (Ver-
schlechterungsverbot FFH-Richtlinie Art. 6 Abs. 2 sowie § 33 BNatSchG).
Die Forstbehörden sind für die Erhaltung des zum Zeitpunkt der Meldung (bzw. der Manage-
mentplanung) vorhandenen günstigen Erhaltungszustandes bezogen auf die Gebietsebene
im Bereich des landeseigenen Waldes (Landeswald und Wald der Landesforstanstalt M-V)
verantwortlich. Mittels Beratung, Betreuung sowie Anwendung des forstlichen Ordnungs-
rechts und der forstlichen Förderprogramme wird in allen übrigen Waldbesitzarten die not-
wendige Einhaltung des Verschlechterungsverbots unterstützt.
Zur differenzierten Zielsetzung wird zwischen prioritären bzw. seltenen Wald-Lebensraumty-
pen und großflächigen bzw. forstwirtschaftlich genutzten Wald-Lebensraumtypen unterschie-
den.
- Prioritäre bzw. seltene Wald-Lebensraumtypen (9150, 9180*, 91D0*, 91E0*, 91E1*,
91G0*, 91T0, 91U0):
Für prioritäre Wald-Lebensraumtypen gilt das Ziel, einen sehr guten Erhaltungszustand
(A) zu erreichen und dauerhaft zu sichern. Befindet sich ein prioritärer Wald-Lebens-
raumtyp aktuell im guten Erhaltungszustand (B), ist dessen Stabilisierung sowie – soweit
fachlich und standörtlich möglich – eine Weiterentwicklung zu Erhaltungszustand A an-
zustreben. Weist ein prioritärer Wald-Lebensraumtyp einen ungünstigen Erhaltungszu-
stand (C) auf, besteht eine verpflichtende Verbesserung mindestens zu Zustand B.
Der Erhaltungszustand A zeichnet sich insbesondere durch eine standorttypische Baum-
artenzusammensetzung, einen ausgeprägten Strukturreichtum mit allen Alters- und Zer-
fallsphasen, hohe Anteile an starkem Totholz, eine lebensraumtypische Bodenvegeta-
tion sowie das Wirken natürlicher Waldentwicklungsprozesse aus. Diese Strukturen und
Prozesse sind zu erhalten bzw. wiederherzustellen.
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Arbeitsanweisung zum Management von FFH-Waldlebensraumtypen
Forstwirtschaftliche Nutzungen sind in prioritären Wald-Lebensraumtypen nur in sehr
eingeschränktem Umfang zulässig und ausschließlich dann, wenn sie den Erhaltungszu-
stand nicht beeinträchtigen oder der Erreichung der Erhaltungsziele dienen. Forstwirt-
schaftliche Nutzungen, die zu einer Verschlechterung des Erhaltungszustandes führen
könnten, sind auszuschließen. Der Schutz der natürlichen Lebensraumfunktionen besitzt
Vorrang vor wirtschaftlichen Nutzungsinteressen.
- Großflächige bzw. forstwirtschaftlich genutzte Wald-Lebensraumtypen (2180, 9110, 9130,
9160, 9190):
Für großflächig verbreitete, nicht prioritäre Wald-Lebensraumtypen ist das Ziel der Erhalt
eines günstigen Erhaltungszustandes (mindestens B) unter Einbindung einer naturna-
hen, nachhaltigen forstwirtschaftlichen Nutzung. Wald-Lebensraumtypen im sehr guten
Erhaltungszustand (A) sind in diesem Zustand zu sichern; eine Verschlechterung zu B
oder C ist grundsätzlich auszuschließen.
Befinden sich großflächige Wald-Lebensraumtypen im guten Erhaltungszustand (B), ist
dieser langfristig zu stabilisieren. Forstliche Maßnahmen sind so auszurichten, dass le-
bensraumtypische Strukturen, insbesondere eine standortgerechte Baumartenzusam-
mensetzung, ein strukturreicher Waldaufbau, eine lebensraumtypische Bodenvegetation
sowie angemessene Totholzanteile, erhalten bleiben.
Bei Wald-Lebensraumtypen im ungünstigen Erhaltungszustand (C) ist eine Entwicklung
zu Erhaltungszustand B umzusetzen. Hierzu sind bewirtschaftungslenkende Maßnah-
men zu ergreifen, die eine naturnahe Waldentwicklung fördern und strukturelle Defizite
abbauen. Nutzungsintensivierungen, die einer Verbesserung des Erhaltungszustandes
entgegenstehen, sind verboten.
Zusammenfassende Zielvorgaben:
Erhaltungszustand A: Erhalt und Sicherung des Zustandes
Erhaltungszustand B: Stabilisierung; bei prioritären Wald-LRT Weiterentwicklung zu A
Erhaltungszustand C: Weiterentwicklung mindestens zu B
Die Überwachung der Erhaltungszustände im Rahmen der Fortschreibung der Fachbeiträge
Wald mit Durchführung eines Wirkungscontrollings, stellt die Auswirkungen der getroffenen
Maßnahmen sowie ggf. von Plänen und Projekten dar. Durch sie wird der Artikel 11 der FFH-
RL direkt umgesetzt:
Mecklenburg-Vorpommern - Ministerium für Klimaschutz, Landwirtschaft, 13 Ländliche Räume und Umwelt
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Arbeitsanweisung zum Management von FFH-Waldlebensraumtypen
Die Mitgliedstaaten überwachen den Erhaltungszustand der in Artikel 2 genannten Arten und
Lebensräume, wobei sie die prioritären natürlichen Lebensraumtypen und die prioritären Ar-
ten besonders berücksichtigen.
2.3.2 Maßnahmenplanung (Schutz-, Wiederherstellungs- und Entwicklungsmaßnahmen)
Die Maßnahmenfestlegung für die Wald-LRT erfolgt durch die Forstverwaltung.
Die Maßnahmen werden durch den Bearbeitenden des Fachbeitrages Wald festgelegt.
Bereits laufende oder festgesetzte Maßnahmen (wie z.B. Kompensations- oder Moorschutz-
maßnahmen) sind nachrichtlich zu übernehmen.
Die Maßnahmenplanung sichert die Umsetzung von Artikel 2, Abs. 2 der FFH-RL:
Die aufgrund dieser Richtlinie getroffenen Maßnahmen zielen darauf ab, einen günstigen Er-
haltungszustand der natürlichen Lebensräume und wildlebenden Tier- und Pflanzenarten von
gemeinschaftlichem Interesse zu bewahren oder wiederherzustellen.
Die Maßnahmenplanung muss den Anforderungen aus der Gebietsbewertung gerecht werden
und soll sozioökonomischen und örtlichen Belangen Rechnung tragen („Anforderungen von
Wirtschaft, Gesellschaft und Kultur sowie den regionalen und örtlichen Besonderheiten“, vgl.
Art. 2 Abs. 3 FFH-RL).
Grundsätzlich soll der „günstige“ Erhaltungszustand der Schutzobjekte erreicht werden.
Die Übersicht der Maßnahmen im Wald ist in Anlage 5.3. ersichtlich.
Kategorien der Maßnahmen:
- Schutzmaßnahmen – Maßnahmen die zwingend notwendig sind um den aktuellen
Zustand der LRT oder Habitate zu erhalten
- Wiederherstellungsmaßnahmen – Maßnahmen die zwingend umgesetzt werden
müssen um einen LRT / Habitat wiederherzustellen oder den verschlechterten Zu-
stand wieder zu verbessern
- Vorrangige Entwicklungsmaßnahmen – Maßnahmen die zwingend notwendig sind
um einen erkennbaren Verschlechterungstrend für LRT oder Habitate aufzuhalten
- Wünschenswerte Entwicklungsmaßnahmen – Maßnahmen die der grundsätzlich po-
sitiven Entwicklung von LRT oder Habitaten dienen
Die vorabgestimmten Maßnahmen werden schutzgutbezogen, raumbezogen und adressa-
tenbezogen mit Hilfe einer Maßnahmentabelle sowie einer damit korrespondierenden Dar-
stellung in einer digitalen Karte dokumentiert.
Mecklenburg-Vorpommern - Ministerium für Klimaschutz, Landwirtschaft, 14 Ländliche Räume und Umwelt
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Arbeitsanweisung zum Management von FFH-Waldlebensraumtypen
Maßnahmenplanung bei Überlagerung von Natura2000-Gebieten
In GGB mit sich überlagernden EU-Vogelschutzgebieten sind die Maßnahmen für die rele-
vanten Waldbestände mit den Erhaltungszielen des jeweiligen anderen Gebietes abzuglei-
chen. Sofern für das jeweils zu berücksichtigende EU-Vogelschutzgebiet noch kein Manage-
mentplan vorliegt, ist die Anlage 1 der Natura2000-LVO M-V heranzuziehen.
Die Überprüfung der Verträglichkeit der Maßnahmen mit den Erhaltungszielen des jeweils
anderen Gebietes ist in kurzer Form darzulegen. Sofern keine Konflikte ersichtlich sind, ge-
nügt eine überblickshafte Betrachtung.
Maßnahmenplanung bei Überlagerung mit Naturschutzgebieten (NSG)
Für Waldflächen eines GGB mit gleichzeitigem Schutz durch Naturschutzgebiete erfolgt eine
zusammenfassende Maßnahmenplanung. Die Verbote und Gebote der Naturschutzgebiets-
verordnung werden in der Maßnahmenplanung geprüft und die Maßnahmen werden diesen
Anforderungen angepasst. Unstimmigkeiten werden in Zusammenarbeit mit der Obersten
Naturschutzverwaltung geklärt.
2.3.3 Wirkungscontrolling
Das Wirkungscontrolling bei Wald-LRT dient der systematischen Überprüfung von:
-
Umsetzung der geplanten Managementmaßnahmen
-
Wirkung der geplanten Managementmaßnahmen.
Das Wirkungscontrolling sichert u.a. die Umsetzung von Satz 3 der FFH-RL: Es sind Vorkeh-
rungen zu treffen, durch die sich eine Überwachung des Erhaltungszustandes der in dieser
Richtlinie genannten natürlichen Lebensräume und Arten sicherstellen lässt.
Die Ergebnisse der Zustandsüberwachung werden mit den festgelegten Erhaltungszielen ab-
geglichen. Bei Zielverfehlung erfolgt eine Diskussion der Zielsetzung und der Maßnah-
menausrichtung. Daraufhin können Managementmaßnahmen angepasst, intensiviert oder
neu ausgerichtet werden.
Ziel des Wirkungscontrollings ist es, die Ursachen beobachteter Zustandsveränderungen dif-
ferenziert zu analysieren. Dabei ist insbesondere zu prüfen, ob eine Verschlechterung durch:
eine unzureichende Umsetzung von zuvor geplanten Managementmaßnahmen,
eine nicht naturschutzfachlich ausgerichtete forstliche Bewirtschaftung,
natürliche Dynamiken (z. B. Sukzession, Klimafaktoren, Schadereignisse), oder
methodische Änderungen in der Datenerhebung bzw. Bewertung
bedingt ist.
Mecklenburg-Vorpommern - Ministerium für Klimaschutz, Landwirtschaft, 15 Ländliche Räume und Umwelt
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Arbeitsanweisung zum Management von FFH-Waldlebensraumtypen
Das Wirkungscontrolling verbindet damit Zustandsüberwachung und Management und soll
sicherstellen, dass Maßnahmen nicht nur umgesetzt werden, sondern auch hinsichtlich ihrer
Wirkung bewertet werden. Dadurch wird Transparenz geschaffen, die fachliche Qualität der
Schutzgebietsbetreuung erhöht und eine langfristige Sicherung der Wald-Lebensraumtypen
gewährleistet.
Das Wirkungscontrolling liefert damit die fachliche Grundlage für eine adaptive Steuerung
des Gebietsmanagements und zielgerichteten Maßnahmenplanung.
Die Parameter des Controllings sind:
Kriterien und Parametern der FFH-Zustandsüberwachung (Strukturen und Funktio-
nen, Beeinträchtigungen)
Fläche der Lebensraumtypen
wechselseitige Beeinflussung von Maßnahmen der FFH-Lebensraumtypen (Anhang
I) und FFH-Arten (Anhang II und IV)
2.3.4 Inhalte und Aufbau des Fachbeitrages Wald als Bestandteil im FFH-Managementplan
Der Fachbeitrag Wald sollte die nachstehenden Inhalte abdecken:
einleitend Anlass, Zielstellung und rechtlicher Rahmen
Datengrundlage und Methodik
Gebietsbezogene Ausgangssituation Wald (Überblick über die Wald-Lebensraumty-
pen im Gebiet, Schutzgebiete, nutzungsfreie Wälder, weitere Biotope und FFH-
Arten im Wald)
Detailkapitel je Wald-LRT (Bezeichnung, Verbreitung, Flächengröße, standörtliche
Ausprägung, strukturelle Ausstattung, Bewertung des Erhaltungszustandes, Beein-
trächtigungen und Gefährdungen)
Zielkonzept Wald-LRT (Übergeordnete Erhaltungsziele, Verschlechterungsverbote
je LRT, Ziel-Erhaltungszustand je Wald-LRT, flächenbezogene Entwicklungsziele)
Maßnahmenplanung Wald (LRT-spezifische Maßnahmen (Schutzmaßnahmen, Wie-
derherstellungsmaßnahmen und Entwicklungsmaßnahmen)
Wirkungscontrolling
Zusammenfassende Bewertung ggf. mit Priorisierung von Handlungsbedarfen und
Dringlichkeiten (Schwerpunkte)
Anlagen (LRT-Flächenkarte, Tabelle Erhaltungszustände, Maßnahmenmatrix, Flä-
chenbilanz)
Mecklenburg-Vorpommern - Ministerium für Klimaschutz, Landwirtschaft, 16 Ländliche Räume und Umwelt
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Arbeitsanweisung zum Management von FFH-Waldlebensraumtypen
3. Kartier- und Bewertungsanleitung
3.1 Bewaldete Küstendünen der atlantischen, kontinentalen und borealen
Region (EU-Code 2180)
Definition
Dieser Lebensraumtyp umfasst auf Küstendünen alle Waldgesellschaften vom Kiefernwald
über den Stieleichenwald bis zum Buchenwald, die zur natürlichen Sukzessionsfolge von Dü-
nenmosaiken der Küstenschwemmsandgebiete gehören. Auch anthropogen entstandene
und forstlich beeinflusste standortstypische Bestände mit lebensraumtypischer Bodenvegeta-
tion gehören dazu.
Die Hauptbaumarten der Küstendünenwälder stellen die Gemeine Kiefer, Stieleiche, Trau-
beneiche und Rotbuche dar. Die Gemeine Kiefer besiedelt als Pionierbaumart die bodenge-
schichtlich wenig entwickelten jungen Küstendünen. Forstlich gefördert nimmt sie auch po-
tenzielle Stieleichen- und Buchenwaldstandorte der Küstendünen ein. Die natürliche Sukzes-
sionsfolge ist in diesen Beständen gestört, d.h. die Bodenentwicklung steht mit der Baumar-
tenentwicklung nicht in einem harmonischen Verhältnis (Astmoos-Drahtschmielen-Kiefern-
wald). Eine Besonderheit sind die durch Windschur und Salzeinfluss niedrigwüchsigen und z.
T. strauchwüchsigen Buchenwälder, welche im Zuge des Küstenabtrags sekundär durch Dü-
nen übersandet wurden. Als Nebenbaumarten der Küstendünenwälder können mit unter-
schiedlichen Anteilen Sandbirke, Moorbirke, Wildobst und Roterle sowie in der 2. Baum-
schicht Eberesche, Stechpalme, Eibe und Wacholder vorkommen. Der Anteil der lebens-
raumtypischen Gehölzarten muss wenigstens 70 % betragen. Dabei können entsprechend
der anthropogenen Beeinflussung und des Sukzessionsverlaufes die Haupt- und Neben-
baumarten mit verschiedenen Anteilen (Gemeine Kiefer, Stieleiche, Traubeneiche, Rotbuche
30 %) und mit unterschiedlichem Schlussgrad auftreten.
Das potenzielle Vorkommen der Küstendünenwälder beschränkt sich auf Gebiete im unmit-
telbaren Einwirkungsbereich der Ostsee und der Boddengewässer, wo marine Sande zu
Küstendünensystemen aufgeweht und durch Vegetationsbedeckung stabilisiert wurden.
Küstendünenwälder bestocken trockene bis mittelfrische arme und ziemlich arme Standorte.
Zum Komplex der bewaldeten Küstendünen gehören auch die vom Wind bis zum Grundwas-
serstand ausgeblasenen Dünen-Täler (Deflationsmulden) sowie vom Meer abgeschnittene
Strandseen (Riegen), wenn sie bewaldet sind. Auf diesen feuchten-nassen Standorten kön-
nen in Abhängigkeit von den Feuchte- und Nährkraftverhältnissen Feucht- und Bruchwälder
verschiedener Ausprägung entwickelt sein.
Mecklenburg-Vorpommern - Ministerium für Klimaschutz, Landwirtschaft, 17 Ländliche Räume und Umwelt
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Arbeitsanweisung zum Management von FFH-Waldlebensraumtypen
Die Humuszustände weisen bei unterschiedlicher Feuchte eine Spannbreite bei unterschied-
licher Feuchte von Rohhumus (auch Magerrohhumus und Hungerrohhumus) bis zum rohhu-
musartigen Moder auf.
Kartierungs- und Abgrenzungshinweise
Grundlage der Abgrenzung des Lebensraumtyps bilden Angaben zum Dünenrelief aus der
forstlichen Naturraumkartierung. Um als Sukzessionsstadium bzw. Standortstyp erfasst zu
werden, muss eine räumlich zusammenhängende Fläche von 0,1 ha dem jeweiligen Sukzes-
sionsstadium entsprechen.
Forstliche Naturraum- und Standortsmerkmale
| Reliefangabe aus der Naturraumkarte | Häufige Hauptbodenformen |
|---|---|
| u - Küstendünenfelder i - Küstenniederungen | Sand-Ranker Sand-Saumpodsole Sand-Filzsaumpodsole Sand-Graupodsole Sand-Filzgraupodsole |
Pflanzensoziologische Einordnung
| Pflanzensoziologi- sche Einheit | lateinische Be- zeichnung | deutsche Bezeichnung | Weitere Wald-LRT und Ver- wechslungsmöglichkeiten |
|---|---|---|---|
| Klasse | Vaccinio- Piceetea | Boreal-hochmontane Nadelwälder | |
| Ordnung | Piceetalia excelsae | Bodensaure Nadelwälder Eurasi- ens | |
| Verband | Dicrano-Pinion syl- vestris | Trockene Tieflandskiefernvorwäl- der und Kiefern-Halbforste nähr- stoffarmer, saurer Standorte | |
| Assoziation | Vaccinio-myrtilli-Pi- netum sylvestris | Beerstrauch-Kiefernwald | |
| Empetro nigri–Pine- tum sylvestris Cladino-Pinetum sylvestris | Wintergrün-Küsten-Kiefernwald Flechten-Kiefern-Wald | 91T0, außerhalb von Küsten- dünenstandorten | |
| Verband | Festuco-Pinion syl- vestris | Trockene Waldsteppen-Kiefern- Wälder und -Halbforste | |
| Assoziation | Peucedano oreose- lini-Pinetum sylve- stris Pino-Festucetum | Haarstrang-Kiefern-Trockenwald Dünenschafschwingel-Kiefern- Wald | 91U0, außerhalb von Küsten- dünenstandorten |
| Ausbildungsform | |||
| Klasse | Quercetea robori- petaeae | Bodensaure Eichen- und Buchen- Mischwälder | 9110 bei Dominanz der Bu- che, außerhalb von Küsten- dünenstandorten; 9190 bei Dominanz der Stiel-/ Traubeneiche, außerhalb von Küstendünenstandorten |
Ordnung Quercetalia roboris Bodensaure Eichen- und Buchen- 9110 bei Dominanz der Bu- Mischwälder West- und Osteuro- che, außerhalb von Küsten- pas dünenstandorten; 9190 bei Dominanz der Stiel-/ Traubeneiche, außerhalb von Küstendünenstandorten
Mecklenburg-Vorpommern - Ministerium für Klimaschutz, Landwirtschaft, 18 Ländliche Räume und Umwelt
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Arbeitsanweisung zum Management von FFH-Waldlebensraumtypen
| Pflanzensoziologi- sche Einheit | lateinische Be- zeichnung | deutsche Bezeichnung | Weitere Wald-LRT und Ver- wechslungsmöglichkeiten |
|---|---|---|---|
| Verband Assoziation Verband Assoziation | Luzulo luzuloides- Fagion sylvaticae Vaccinio myrtilli-Fa- getum sylvaticae Quercion roboris Betulo-pendulae- Quercetum roboris | Buchenwälder nährstoffarmer, bo- densaurer Standorte Schattenblümchen-Buchen-Wald Eichen-Wälder bodensaurer Standorte Birken-Eichenwald bodensaurer Standorte | 9110 bei Dominanz der Bu- che, außerhalb von Küsten- dünenstandorten 9110 bei Dominanz der Bu- che, außerhalb von Küsten- dünenstandorten 9190 bei Dominanz der Stiel-/ Traubeneiche, außerhalb von Küstendünenstandorten 9190 bei Dominanz der Stiel-/ Traubeneiche, außerhalb von Küstendünenstandorten |
Abgrenzung gegen andere Wald-LRT Die Abgrenzung der Waldgesellschaften des Wald-LRT 2180 gegen alle anderen Lebensraumtypen, die Waldgesellschaften mit vergleichbarer Baumartenzusammensetzung und ähnlichen Feuchte- und Trophieansprüchen umfassen (9110, 9190, 91T0, 91U0; in den Dünentälern auch 91D0* und 9160), ergibt sich aus dem Standort (Küstendünen).
Biotope des LRT 2180 (nach BKA MV 2013) WNA - Birken- (und Erlen-) Bruch nasser, mesotropher Standorte WNR – Erlen- (und Birken-) Bruch nasser, eutropher Standorte WFA - Birken- (und Erlen-) Bruch feuchter, mesotropher Standorte WFR - Erlen- (und Birken-) Bruch feuchter, eutropher Standorte WBP - Feuchter Buchenwald armer bis ziemlich armer Standorte WBD - Frischer bis trockener Buchenwald armer bis ziemlich armer Standorte WBV - Frischer bis trockener Buchenwald verhagerter Standorte WEM - Nasser Moorbirken-Stieleichenwald armer bis ziemlich armer Standorte WEV - Feuchter Vogelbeer-Stieleichenwald armer bis ziemlich armer Standorte WEA – Frischer bis trockener Eichenwald armer bis ziemlich armer Standorte WKS – Steppen-Kiefernwald mäßig nährstoffversorgter bis kräftiger Standorte WKF – Flechten-Kiefernwald WKA – Bodensaurer Kiefernwald WKZ – Sonstiger Kiefernwald trockener bis frischer Standorte WVT - Vorwald aus heimischen Baumarten trockener Standorte In Verbindung mit UGK – Überlagerungscode für Küstendünenstandorte
Lebensraumtypische Gehölzarten Baumschicht: Betula pendula, Betula pubescens, Fagus sylvatica, Pinus sylvestris, Populus tremula, Quer- cus robur, Quercus petraea, Sorbus aucuparia, in Dünentälern Alnus glutinosa
Strauchschicht: Betula pendula, Fagus sylvatica, Frangula alnus, Lonicera periclymenum, Pinus sylvestris, Quercus robur, Rubus idaeus, Sorbus aucuparia, Rubus fructicosus
Maßgebliche Bestandteile
| Standörtliche Voraussetzungen: | Küstendünenstandorte einschl. Dünentälern; Küstendynamik mit An- landungs- und Dünenbildungsprozessen |
|---|---|
| Lebensraumstrukturen: | Vollständigkeit und Abfolge der Wald-Sukzessionsstadien mit Über- gängen zu anderen Küstendünen-LRT entsprechend des Standortpo- tentials (2120, 2130, 2140, 2150, 2160, 2170, 2190) |
| Funktionale Beziehungen auch au- ßerhalb des FFH-Gebietes: | Abtragungsbereiche als Materialquellen für die Anlandung; seeseitig an den LRT angrenzender Bereich als Raum für Anlandungs- und Dü- nenbildungsprozesse; weitere Küstendünen-LRT (Verzahnung, Arten- potenzial) |
Mecklenburg-Vorpommern - Ministerium für Klimaschutz, Landwirtschaft, 19 Ländliche Räume und Umwelt
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Arbeitsanweisung zum Management von FFH-Waldlebensraumtypen
Bewertung des Erhaltungszustands (Wald-LRT 2180)
| Kriterien / Parameter | A | B | C | ||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Vollständigkeit der le- bensraumtypischen Ha- bitatstrukturen | hervorragende Ausprägung | gute Ausprägung | durchschnittliche Ausprägung | ||||||||
| Waldentwicklungsphasen | Mind. 3 Waldentwicklungspha- sen; dabei Auftreten der Phasen 4, 5 und 6 in der Summe auf ei- nem Flächenanteil von > 35% in guter Verteilung | Mind. 2 Waldentwicklungs- phasen; dabei Auftreten der Phasen 4, 5 und 6 in der Summe auf einem Flächen- anteil von > 20% in guter Ver- teilung oder > 35 % bei un- günstiger Verteilung oder reine Altholzbestände | sofern nicht A oder B | ||||||||
| Vorkommen verschiedener | mindestens drei verschiedene Typen (Flächenanteil jeweils ≥ 10 %) flächenhaft im küstennahen Be- reich (Breite mehr als 10 m) | mindestens zwei verschie- dene Typen (Flächenanteil je- weils ≥ 10 %) linear im küstenseitigen Be- reich verlaufend (Breite höchstens 10 m) | sofern nicht A oder B nicht vorhanden | ||||||||
| Sukzessionsstadien und | |||||||||||
| Standorttypen (Kiefern-Dü- | |||||||||||
| nenwald – Flechtentyp, | |||||||||||
| Kiefern-Dünenwald - Hei- | |||||||||||
| detyp, bodensaurer Ei- | |||||||||||
| chenwald, bodensaurer | |||||||||||
| Buchenwald, Bruch-/Moor- | |||||||||||
| wald) | |||||||||||
| und | |||||||||||
| lückiger Kiefern-Küstendü- | |||||||||||
| nenwald oder Buchen- | |||||||||||
| Buschwald mit charakteris- | |||||||||||
| tischen Wuchsformen (kein | |||||||||||
| Forst) | |||||||||||
| Flächenanteil Nutzungs- | > 2 % | > 1 % | Bei Fehlen des Kriteriums er- | ||||||||
| freier Wälder | folgt keine Abwertung | ||||||||||
| Biotopbäume | > 6 Stück / ha | > 3 Stück / ha | sofern nicht A oder B | ||||||||
| Totholz | ≥ 5 Stück/ha, dabei sowohl lie- | ≥ 3 Stück/ha, dabei liegendes | sofern nicht A oder B | ||||||||
| gendes als auch stehendes vor- | und/oder stehendes vorhan- | ||||||||||
| handen | den | ||||||||||
| charakterist. Wuchsformen | Kiefer tritt überwiegend in cha- rakterist. Wuchsformen auf | Kiefer tritt zu mind. 1/3 in cha- rakterist. Wuchsformen auf | sofern nicht A oder B | ||||||||
| Vollständigkeit des le- | lebensraumtypisches Artenin- ventar vorhanden | lebensraumtypisches Artenin- ventar weitgehend vorhanden | lebensraumtyp. Arteninven- tar. nur in Teilen vorhanden | ||||||||
| bensraumtypischen Ar- | |||||||||||
| teninventars | |||||||||||
| Haupt- u. Nebenbaumarten | ≥ 100 % der lebensraumtypi- schen Arten; mind. 5 dieser Baumarten > 90 % der Fläche mit lebens- raumtypischer Artenkombination | ≥ 90 % der lebensraumtypi- schen Arten; mind. 3 dieser Baumarten ≥ 70 % der Fläche mit lebens- raumtypischer Artenkombina- tion | ≥ 70 % der lebensraumtypi- schen Arten > 70 % der Fläche mit le- bensraumtypischer Arten- kombination | ||||||||
| und | |||||||||||
| Bodenvegetation (Arten- | |||||||||||
| vorkommen nach Biotop- | |||||||||||
| kartieranleitung (2)) | |||||||||||
| Beeinträchtigungen | keine/geringe Beeinträchtigun- | mäßige Beeinträchtigungen | starke Beeinträchtigungen | ||||||||
| gen | |||||||||||
| Anteil standortfremder | fehlen (allenfalls einzelne Exemplare) | < 10% | > 10-30% | ||||||||
| Baumarten | |||||||||||
| Anteil Störungszeiger | Störungszeiger fehlen oder spärlich, allenfalls Einzelexemp- lare | nur punktuelle Vorkommen, invasive Arten ohne Ausbrei- tungstendenz | flächige Vorkommen oder Tendenz zur Ausbreitung | ||||||||
| (z.B. Ruderalarten, Neo- | |||||||||||
| phyten (1) | |||||||||||
| Beeinträchtigung bzw. Prä- | Keine | Gering bis mäßig | Stark | ||||||||
| gung der Struktur durch | |||||||||||
| Küstenschutzmaßnahmen | |||||||||||
| Störungen des Wasser- haushalts | Keine | Geringe Entwässerung durch | starke Entwässerung durch | ||||||||
| Gräben oder Trinkwasserge- | Gräben oder Trinkwasser-ge- | ||||||||||
| winnung | winnung | ||||||||||
| Freizeitnutzung (inkl. Tritt- belastung) | Gering, Schädigung nicht er- kennbar | Kleinflächig bzw. in mäßigem Umfang | Starke Störungen (z.B. starke | ||||||||
| Zerschneidung durch Wege | |||||||||||
| oder Trampelpfade) | |||||||||||
| Bodenbearbeitung | keine | < 10% | > 10% | ||||||||
| Befahrungsschäden | keine | < 10% | > 10% |
Mecklenburg-Vorpommern - Ministerium für Klimaschutz, Landwirtschaft, 20 Ländliche Räume und Umwelt
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Arbeitsanweisung zum Management von FFH-Waldlebensraumtypen
| Kriterien / Parameter | A | B | C | ||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Schäden an der Waldvege- | nicht zu erkennen oder festzu- | maximal auf 1/3 der Fläche | auf > 1/3 der Fläche | ||||||||
| tation | stellen | ||||||||||
| Weitere Beeinträchtigun- | |||||||||||
| gen (gutachterliche Ein- | |||||||||||
| schätzung) |
(1) Ob die Ausbreitung von Nitrophyten in Brutvogelkolonien als Beeinträchtigung zu bewerten ist, muss im Ein- zelfall entschieden werden. Sofern das Dünengebiet so ausgedehnt ist, dass auch die typische Dünenvegetation nährstoffärmerer Standorte großflächig vorkommt, ist eine Abwertung der eutrophierten Brutbereiche nicht erfor- derlich. Neophyten sind dann als Beeinträchtigung zu bewerten, wenn es sich um invasive, konkurrenzstarke Ar- ten handelt.
Mecklenburg-Vorpommern - Ministerium für Klimaschutz, Landwirtschaft, 21 Ländliche Räume und Umwelt
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Arbeitsanweisung zum Management von FFH-Waldlebensraumtypen
3.2 Hainsimsen-Buchenwald (EU-Code 9110)
Definition
Die Rotbuche stellt die allein- bis vorherrschende Baumart der Hainsimsen-Buchenwälder
dar. Als Nebenbaumarten können in unterschiedlichen Anteilen, Stieleiche und Traubenei-
che, seltener Hainbuche und Winterlinde, Spitz- und Bergahorn sowie natürlich vorkom-
mende Pionierbaumarten wie Gemeine Kiefer und Gemeine Birke (max. 20%) beigemischt
sein. Für die Mindestausstattung der Hainsimsen-Buchenwälder muss der Anteil der standör-
tlich lebensraumtypischen Gehölzarten (Buche > 30 %) wenigstens 70 % betragen. Die Aus-
prägung der Krautschicht hinsichtlich Artenvielfalt und –mächtigkeit hängt im Wesentlichen
von der verfügbaren Lichtmenge ab. Hainsimsen-Buchenwälder weisen jedoch durchschnitt-
lich ein geringeres Arteninventar als Waldmeister- und Orchideen-Buchenwälder auf.
Das potenzielle Vorkommen der Hainsimsen-Buchenwälder beschränkt sich in Mecklenburg-
Vorpommern auf sandige Moränenflächen und Böden der Sander, Talsande, Beckensande
und Dünen (bodensaure Buchenwälder auf Küstendünen werden dem Lebensraumtyp 2180
zugeordnet). Die Hainsimsen-Buchenwälder besiedeln natürlicherweise innerhalb dieser
Landschaftsareale die anhydromorphen trockenen bis frischen und semihydromorphen
feuchten bodensauren (basenarmen) Standorte mit mittlerer bis armer Nährkraftausstattung.
Außerdem stellen sie die natürliche Waldgesellschaft (Schlusswaldstadium) auf stark ent-
wässerten Moorböden armer bis mittlerer Trophie dar, häufig mit einem hohen Anteil an
Stieleiche. Die Humuszustände weisen eine Spannbreite bei unterschiedlicher Feuchte von
Rohhumus über rohhumusartigen Moder bis Moder auf.
Im äußersten Südosten des Landes M-V werden die Hainsimsen-Buchenwälder auf den an-
hydromorphen Standorten infolge der zunehmenden Kontinentalität bei Niederschlägen von
wenig über 500 mm im Jahr von Linden-Eichen- und Eichen-Kiefernwaldgesellschaften ab-
gelöst.
Kartierungs- und Abgrenzungshinweise
Grundlage der Abgrenzung des Lebensraumtyps bilden vorhandene forstliche Unterlagen mit
Angaben zu den Stamm-Standortsgruppen aus der Karte der Forstlichen Standortskartierung
sowie die Angaben zur Bestockung. Zur Abgrenzung des Lebensraumtyps eignen sich au-
ßerdem besonders die Zustands-Vegetationsformengruppen für die Nährkraftstufen A (=
arm), Z (= ziemlich arm) und M (= mäßig nährstoffversorgt) der an- und semihydromorphen
Standorte der forstlichen Standortskartierung M-V (siehe auch „Forstliche Standortskartie-
rung in Mecklenburg-Vorpommern, Teil B: Standortsformen und –gruppen“ 1999). Erstauf-
forstungen mit BHD unter 19 cm sind ausgeschlossen.
Mecklenburg-Vorpommern - Ministerium für Klimaschutz, Landwirtschaft, 22 Ländliche Räume und Umwelt
[Seite 23]
Arbeitsanweisung zum Management von FFH-Waldlebensraumtypen
Forstliche Standortsmerkmale
| Klimastufe | Standortsformengruppen |
|---|---|
| f, lf, m, lm | M3, M3v, M2, M2g, M+2, M+2g, M2v, M1, M1w, WM2, NM3, NM2, NM2w, OM4, OM4w |
| Z3, Z3v, Z2, Z2g, Z+2, Z+2g, Z2v, Z1, Z1w, WZ2, NZ3, NZ2, NZ2w, OZ4, OZ4w | |
| A3, A3v, A2, A2g, A+2, A+2g, A2v, A1, A1w, WA2, NA3, NA2, NA2w, OA4, OA4w | |
| t | NM2, NM2w, OM4, OM4w |
| NZ2, NZ2w, OZ4, OZ4w | |
| NA2, NA2w, OA4, OA4w | |
| t* | M3, M3v, M2, M2g, M+2, M+2g, M2v, M1, M1w, WM2, NM3 |
| Z3, Z3v, Z2, Z2g, Z+2, Z+2g, Z2v, Z1, Z1w, WZ2, NZ3 | |
| A3, A3v, A2, A2g, A+2, A+2g, A2v, A1, A1w, WA2, NA3 |
t* nur an Nordhängen möglich
Pflanzensoziologische Einordnung
| Pflanzen-soziolo- gische Einheit | lateinische Bezeich- nung | deutsche Bezeichnung | Weitere Wald-LRT und Ver- wechslungsmöglichkeiten |
|---|---|---|---|
| Klasse | Quercetea robori-pe- traeae | Bodensaure Eichen- und Buchen-Mischwälder | 9190 bei Dominanz der Eiche; 2180 auf Küstendünen |
| Ordnung | Quercetalia roboris | Bodensaure Eichen- und Buchen- Mischwälder West- und Mitteleuropas | 9190 bei Dominanz der Eiche; 2180 auf Küstendünen |
| Verband | Luzulo luzuloidis-Fa- gion sylvaticae | Buchen-Wälder nährstoff- armer, bodensaurer Standorte | 9190 bei Dominanz der Eiche; 2180 auf Küstendünen |
| Assoziation Ausbildungsform außerdem | Lonicero-periclymeni- Fagetum sylvaticae | Pfeifengras-Eichen-Bu- chen-Wald | 9190 bei Dominanz der Eiche; 2180 in feuchten Dünentälern |
| Vaccinio myrtilli-Fa- getum sylvaticae Dicrano-Fagetum Milio-Fagetum | Schattenblümchen-Bu- chenwald Hagermoos-Buchenwald Flattergras-Buchenwald | 2180 auf Küstendüne 2180 auf Küstendünen (9130 auf kräftigen Standorten); 2180 auf Küstendünen | |
| Fraxino-Fagetum | Rasenschmielen- Eschen- Buchenwald | (9130 auf kräftigen feuchten Standorten); 9180* bei Domi- nanz von Edellaubbaum-arten an Hängen; 2180 in feuchten Dünentälern |
Abgrenzung gegen andere Lebensraumtypen Abgrenzung gegen 9130: anspruchsvollere Standorte und Arten in der Krautschicht, i. d. R. ar- tenreicher, anspruchsvollere Nebenbaumarten in der Baum- und Strauchschicht Abgrenzung gegen 9150: kalkführende Standorte und anspruchsvollere Arten in der Krautschicht, nur in den FFH-Gebieten DE1447-302 Jasmund und DE2242-302 Stauchmoräne nördlich von Remplin Abgrenzung gegen 9180*: Anteil der Buche < 30 %, Anteil der Edellaubbaumarten ≥ 50 %, i. d. R. steile kühl feuchte Hänge > 25° Abgrenzung gegen 9190: Anteil der Buche < 30 %, Anteil von Stiel- und Traubeneiche ≥ 30 % Abgrenzung gegen 91G0*: nur im trockenen Tieflandsklima (Klimastufe t, außer an Nordhängen oder auf semihydromorphen Standorten) und kleinflächig im mäßig tro- ckenen Tieflandsklima auf anhydromorphen Standorten der Süd- und Südosthänge mit ungünstigen Wachstumsbedingungen für die Buche, Dominanz von Winterlinde und Traubeneiche.
Mecklenburg-Vorpommern - Ministerium für Klimaschutz, Landwirtschaft, 23 Ländliche Räume und Umwelt
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Arbeitsanweisung zum Management von FFH-Waldlebensraumtypen
Biotope des LRT 9110 WBP - Feuchter Buchenwald armer bis ziemlich armer Standorte WBR - Feuchter Buchenwald mäßig nährstoffversorgter Standorte WBD - Frischer bis trockener Buchenwald armer bis ziemlich armer Standorte WBL - Frischer bis trockener Buchenwald mäßig nährstoffversorgter Standorte WBV - Frischer bis trockener Buchenwald verhagerter Standorte WBX - Sonstiger Buchenmischwald
Lebensraumtypische Gehölzarten Baumschicht: Acer platanoides, Acer pseudoplatanus, Betula pendula, Carpinus betulus, Fagus sylvatica, Pinus sylvestris (nur natürliche Vorkommen), Quercus petrea, Quercus robur, Tilia cordata, Strauchschicht: Fagus sylvatica, Ilex aquifolium, Lonicera periclymenum, Sorbus aucuparia,
Maßgebliche Bestandteile
| Standörtliche Voraussetzungen: | Nährstoffarme bis mäßig nährstoffversorgte Böden | ||||
|---|---|---|---|---|---|
| Lebensraumstrukturen: | mehrere Waldentwicklungsphasen / Kronenschlussgrad; Totholz, Biotopbäume | ||||
| Funktionale Beziehungen auch außerhalb des FFH-Gebietes: | Angrenzende Flächen (Waldklima, Artenpotenzial) |
Mecklenburg-Vorpommern - Ministerium für Klimaschutz, Landwirtschaft, 24 Ländliche Räume und Umwelt
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Arbeitsanweisung zum Management von FFH-Waldlebensraumtypen
Bewertung des Erhaltungszustands (Wald-LRT 9110)
| Erhaltungszustand | A – hervorragend | B - gut | C - mäßig bis durch- | ||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| schnittlich | |||||||||||
| Vollständigkeit der lebensraumty- pischen Habitatstrukturen | hervorragende Ausprä- gung | gute Ausprägung | durchschnittliche Ausprä- gung | ||||||||
| Waldentwicklungsphasen | ≥ 3 Waldentwicklungs- phasen, dabei Auftreten der Phasen 5 und 6 in der Summe auf einem Flä- chenanteil von 40% | ≥ 2 Waldentwicklungs- phasen, dabei Auftreten der Phasen 5 und 6 in der Summe auf einem Flä- chenanteil von 20% | sofern nicht A oder B | ||||||||
| Biotopbäume | > 6 Stück / ha | > 3 Stück / ha | sofern nicht A oder B | ||||||||
| Totholz | > 3 Stück/ha, dabei so- wohl liegendes als auch stehendes vorhanden | > 1 bis ≤ 3 Stück/ha, da- bei liegendes und/oder stehendes vorhanden | sofern nicht A oder B | ||||||||
| Vollständigkeit des lebensraumty- pischen Arteninventars | lebensraumtypisches Arteninventar vorhan- den | lebensraumtypisches Arteninventar weitge- hend vorhanden | lebensraumtypisches Ar- teninventar nur in Teilen vorhanden | ||||||||
| Haupt- und Nebenbaumarten | ≥ 90 % der Arten sind le- bensraumtypisch | ≥ 80 % der Arten sind le- bensraumtypisch | ≥ 70 % der Arten sind le- bensraumtypisch | ||||||||
| Beeinträchtigungen | keine / geringe Beein- | mäßige Beeinträchti- | starke Beeinträchtigun- | ||||||||
| trächtigungen | gungen | gen | |||||||||
| Deckungsanteil von Störungs-/ Eutro- | ≤ 5% | > 5 bis ≤ 25 % | > 25 % | ||||||||
| phierungszeigern (inkl. Neophyten) in | |||||||||||
| der Krautschicht (Artenliste erstellen, | |||||||||||
| Gesamtdeckung [%] nennen) | |||||||||||
| Deckungsanteil neophytischer Ge- | ≤ 5% | > 5 bis ≤ 10 % | > 10 % | ||||||||
| hölzarten gemäß Fußnote in der | |||||||||||
| Baum- und Strauch-schicht (Arten | |||||||||||
| und Deckungsanteil [%] der einzelnen | |||||||||||
| Arten nennen) | |||||||||||
| Befahrungsschäden | < 10 % Flächenanteil (mind. 40m Abstand), keine Fahrspuren und Gleisbildung außerhalb von Feinerschließungsli- nien und Gleisbildung auf den Rückelinien höchs- tens gering | 11-15 % Flächenanteil (>20m Abstand), wenige Fahrspuren und Gleisbil- dung außerhalb von Fei- nerschließungslinien und/oder mäßige Gleisbil- dung auf den Rückelinien | > 15 % Flächenanteil (bis 20m Abstand), erhebliche Fahrspuren und Gleisbil- dung außerhalb von Feiner- schließungslinien oder starke Gleisbildung auf den Rückelinien | ||||||||
| Schäden an der Waldvegetation | ≤ 5% | > 5 bis ≤ 25 % | > 25 % | ||||||||
| Weitere Beeinträchtigungen (gut- | ≤ 5% | > 5 bis ≤ 25 % | > 25 % | ||||||||
| achterliche Einschätzung) |
-
Erfasst werden neophytische Gehölzarten, bei denen die Gefahr einer unkontrollierbaren Vermehrung bzw. Aus- breitung besteht, insbesondere Acer negundo (Eschen-Ahorn), Ailanthus altissima (Götterbaum), Amelanchier la- marckii (Kupfer-Felsenbirne), Buddleja davidii (Fliederspeer), Fraxinus pennsylvanica (Rot-Esche), Fraxinus ame- ricana (Weiß-Esche), Mahonia spp. (Mahonien), Prunus laurocerasus (Lorbeerkirsche), Prunus serotina (Spätblü- hende Traubenkirsche), Rhus spp. (Essigbaum), Robinia pseudoacacia (Robinie), Symphoricarpus spp. (Schnee- beere). Weitere neophytische Gehölzarten können berücksichtigt werden, wenn nach gutachterlicher Einschätzung im Einzelfall die Gefahr einer unkontrollierbaren Vermehrung bzw. Ausbreitung besteht.
-
Im Falle eines vorübergehenden Auftretens größerer Mengen von Störungs-/Eutrophierungszeigern wie z. B. Impatiens parviflora kann bei geringer Gesamtdeckung der Krautschicht die Bewertung dieses Merkmals in be- troffenen Beständen gutachterlich korrigiert werden.
Mecklenburg-Vorpommern - Ministerium für Klimaschutz, Landwirtschaft, 25 Ländliche Räume und Umwelt
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Arbeitsanweisung zum Management von FFH-Waldlebensraumtypen
3.3 Waldmeister-Buchenwald (EU-Code 9130)
Definition
Die Rotbuche stellt die allein- bis vorherrschende Baumart dieses Lebensraumtyps dar. Als
Nebenbaumarten können in unterschiedlichen Anteilen Stieleiche, Traubeneiche, Hainbuche,
Vogelkirsche, Esche, Bergahorn und seltener Bergulme, Elsbeere und Linde beigemischt
sein. Für die Mindestausstattung der Waldmeister-Buchenwälder muss der Anteil der lebens-
raumtypischen Gehölzarten (Buche > 30 %) wenigstens 70 % betragen. Die Ausprägung der
Krautschicht hinsichtlich Artenvielfalt und –mächtigkeit hängt im Wesentlichen von der ver-
fügbaren Lichtmenge ab. Wälder dieses Lebensraumtyps weisen jedoch ein höheres Arten-
inventar als die Hainsimsen-Buchenwälder auf. Ausgewiesene Waldmeister-Buchenwälder
die sich aufgrund der natürlichen Entwicklung in eine Phase mit Dominanz des Bergahorns
entwickeln, werden weiterhin als Waldlebensraumtyp entsprechend der FFH-RL geführt.
Die Waldmeister-Buchenwälder würden potenziell den größten Teil der terrestrischen
Standorte in Mecklenburg-Vorpommern bestocken. Das betrifft vor allem die geschiebelehm-
und –mergelreichen Moränenflächen, aber auch die nährstoffreicheren Sandbereiche der
Moränen und moränennahen Sander. Der Lebensraumtyp besiedelt natürlicherweise die
anhydromorphen trockenen bis frischen und semihydromorphen feuchten basenreichen
Standorte mit kräftiger bis reicher Nährkraftausstattung. Die natürlichen Humuszustände
weisen damit eine Spannbreite bei unterschiedlicher Feuchte von mullartigem Moder bis Mull
auf.
Im äußersten Südosten des Landes M-V werden die Waldmeister-Buchenwälder auf den an-
hydromorphen Standorten infolge zunehmender Kontinentalität bei Niederschlägen wenig
über 500 mm im Jahr von Eichen-Lindenwaldgesellschaften abgelöst.
Kartierungs- und Abgrenzungshinweise
Grundlage der Abgrenzung sind vorhandene forstliche Unterlagen mit Angaben zu den
Stamm-Standortsgruppen aus der Karte der Forstlichen Standortskartierung sowie Angaben
zur Bestockung. Zur Abgrenzung des Lebensraumtyps eignen sich außerdem besonders die
Zustands-Vegetationsformengruppen für die Nährkraftstufen K (= kräftig) und R (= reich) der
an- und semihydromorphen Standorte der forstlichen Standortskartierung M-V (siehe auch
„Forstliche Standortskartierung in Mecklenburg-Vorpommern, Teil B: Standortsformen und
–gruppen“ 1999). Erstaufforstungen mit BHD unter 19 cm sind ausgeschlossen.
Mecklenburg-Vorpommern - Ministerium für Klimaschutz, Landwirtschaft, 26 Ländliche Räume und Umwelt
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Arbeitsanweisung zum Management von FFH-Waldlebensraumtypen
Forstliche Standortsmerkmale
| Klimastufe | Standortsformengruppen |
|---|---|
| f, lf, m, lm | R3, RC3, R2, R2g, RC2, RC2g, R1, R1w, WR2, RC1, RC1w, WRC2, NR3, NR2, NR2w, OR4 |
| K3, KC3, K2, K2g, KC2, KC2g, K1, K1w, WK2, KC1, KC1w, WKC2, NK3, NK2, NK2w, OK4 | |
| MC3, MC2, MC2g, MC1, MC1w, WMC2 | |
| t | WR2, WRC2, R1w, RC1w, NR2, NR2w, OR4 |
| WK2, WKC2, K1w, KC1w, NK2, NK2w, OK4 | |
| WMC2, MC1w |
Pflanzensoziologische Einordnung
| Pflanzen-soziolo- gische Einheit | lateinische Bezeich- nung | deutsche Bezeichnung | Weitere Wald-LRT und Ver- wechslungs-möglichkeiten |
|---|---|---|---|
| Klasse | Carpino-Fagetea | Edellaubholz- und Bu- chenwälder mäßig nähr- stoffarmer bis nährstoff- reicher Standorte | 9150 auf hochanstehendem Kalk; 9160 bei Dominanz von Hainbuche u./o. Stieleiche; 9180* bei Dominanz von Edellaubbaumarten; 91G0* auf trockeneren Standor- ten der Klimastufen t und m |
| Ordnung | Fagetalia sylvaticae | Buchen- und Buchen- mischwälder nährstoffrei- cher Standorte | 9150 auf hochanstehendem Kalk; 9160 bei Dominanz von Hainbu- che u./o. Stieleiche |
| Verband | Fraxino excelsioris- Fagion sylvaticae | Buchenwälder reicher, fri- scher bis mäßig frischer Standorte | 9150 auf hoch anstehendem Kalk; 9160 bei Dominanz von Hainbuche u./o. Stieleiche |
| Assoziation | Fraxino excelsioris- Fagetum sylvaticae | Eschen-Buchenwald | (9110 auf mittleren feuchten Standorten); 91E0* bei Dominanz von Esche u./o. Erle; 9160 bei Dominanz von Hainbuche u.o. Stieleiche |
| Mercuriali perennis- Fagetum sylvaticae | Frühlingsplatterbsen-Bu- chenwald | (9150 auf hochanstehendem Kalk) | |
| Verband | Fagion sylvaticae | Buchenwälder kräftiger, frischer bis mäßig frischer Standorte | |
| Assoziation Ausbildungsform | Asperulo odorati-Fa- getum sylvaticae | Waldmeister-Buchenwald | |
| Milio-Fagetum | Flattergras-Buchenwald | (9110 auf mittleren anhydromor- phen Standorten) |
Abgrenzung gegen andere Lebensraumtypen Abgrenzung gegen 9110: anspruchslose Standorte und Arten in der Krautschicht, i. d. R. artenär- mer, anspruchslose Nebenbaumarten in der Baum- und Strauchschicht Abgrenzung gegen 9150: kalkführende Standorte und anspruchsvollere Arten in der Krautschicht, i. d. R. artenreicher, anspruchsvollere Nebenbaumarten in der Baum- und Strauchschicht; i. d. R. durch Vorkommen kalkliebender Orchideen charakterisiert; nur in den FFH-Gebieten DE1447-302 Jasmund und DE2242-302 Stauchmoräne nördlich von Remplin Abgrenzung gegen 9160: Anteil der Buche < 30 %, Anteil von Stieleiche und Hainbuche ≥ 30 % Abgrenzung gegen 9180*: Anteil der Buche < 30 %, Anteil der Edellaubbaumarten ≥ 50 %, i. d. R. steile kühl feuchte Hänge > 25° Hangneigung Abgrenzung gegen 91G0*: nur im trockenen Tieflandsklima (Klimastufe t, außer an Nordhängen oder auf semihydromorphen Standorten) und kleinflächig im mäßig tro- ckenen Tieflandsklima auf anhydromorphen Standorten der Süd- und Südosthänge mit ungünstigen Wachstumsbedingungen für die Buche, Dominanz von Winterlinde und Traubeneiche
Mecklenburg-Vorpommern - Ministerium für Klimaschutz, Landwirtschaft, 27 Ländliche Räume und Umwelt
[Seite 28]
Arbeitsanweisung zum Management von FFH-Waldlebensraumtypen
Abgrenzung gegen 91E0*: Anteil der Buche < 30 %, Anteil der Esche und/oder Erle ≥ 30 % und hydrologischer Zusammenhang mit einem natürlichen Fließgewässer muss gegeben sein
Biotope des LRT 9130 WBE - Feuchter Buchenwald kräftiger und reicher Standorte WBW - Frischer bis trockener Buchenwald kräftiger Standorte WBG - Frischer bis trockener Buchenwald reicher Standorte WBX - Sonstiger Buchenmischwald
Lebensraumtypische Gehölzarten Baumschicht: Acer platanoides, Acer pseudoplatanus, Carpinus betulus, Fagus sylvatica, Fraxinus excelsior, Prunus avium, Quercus petrea, Quercus robur, Sorbus torminalis, Tilia cordata, Ulmus glabra Strauchschicht: Corylus avellana, Fagus sylvatica, Fraxinus excelsior, Sambucus nigra
Maßgebliche Bestandteile
| Standörtliche Voraussetzungen: | Kräftige bis reiche Bodenverhältnisse | ||||
|---|---|---|---|---|---|
| Lebensraumstrukturen: | mehrere Waldentwicklungsphasen / Kronenschlussgrad; Totholz, Biotopbäume | ||||
| Funktionale Beziehungen auch außerhalb des FFH-Gebietes: | Angrenzende Flächen (Waldklima, Artenpotenzial) |
Mecklenburg-Vorpommern - Ministerium für Klimaschutz, Landwirtschaft, 28 Ländliche Räume und Umwelt
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Arbeitsanweisung zum Management von FFH-Waldlebensraumtypen
Bewertung des Erhaltungszustands (Wald-LRT 9130)
| Erhaltungszustand | A – hervorragend | B - gut | C - mäßig bis durch- | ||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| schnittlich | |||||||||||
| Vollständigkeit der lebens- raumtypischen Habitatstruktu- ren | hervorragende Ausprägung | gute Ausprägung | durchschnittliche Aus- prägung | ||||||||
| Waldentwicklungsphasen | ≥ 3 Waldentwicklungsphasen, dabei Auftreten der Phasen 5 und 6 in der Summe auf ei- nem Flächenanteil von 40% | ≥ 2 Waldentwicklungspha- sen, dabei Auftreten der Phasen 5 und 6 in der Summe auf einem Flächen- anteil von 20% | sofern nicht A oder B | ||||||||
| Biotopbäume | > 6 Stück / ha | > 3 Stück / ha | sofern nicht A oder B | ||||||||
| Totholz | > 3 Stück/ha, dabei sowohl lie- gendes als auch stehendes vorhanden | > 1 bis ≤ 3 Stück/ha, dabei liegendes und/oder stehen- des vorhanden | sofern nicht A oder B | ||||||||
| Vollständigkeit des lebens- raumtypischen Arteninventars | lebensraumtypisches Ar- teninventar vorhanden | lebensraumtypisches Ar- teninventar weitgehend vorhanden | lebensraumtypisches Arteninventar nur in Teilen vorhanden | ||||||||
| Haupt- und Nebenbaumarten | ≥ 90 % der Arten sind lebens- raumtypisch | ≥ 80 % der Arten sind le- bensraumtypisch | ≥ 70 % der Arten sind le- bensraumtypisch | ||||||||
| Beeinträchtigungen | keine / geringe Beeinträch- | mäßige Beeinträchtigun- | starke Beeinträchtigun- | ||||||||
| tigungen | gen | gen | |||||||||
| Deckungsanteil von Störungs-/ | ≤ 5% | > 5 bis ≤ 25 % | > 25 % | ||||||||
| Eutrophierungszeigern (inkl. Neo- | |||||||||||
| phyten) in der Krautschicht (Ar- | |||||||||||
| tenliste erstellen, Gesamtdeckung | |||||||||||
| [%] nennen) | |||||||||||
| Deckungsanteil neophytischer | ≤ 5% | > 5 bis ≤ 10 % | > 10 % | ||||||||
| Gehölzarten gemäß Fußnote in | |||||||||||
| der Baum- und Strauch-schicht | |||||||||||
| (Arten und Deckungsanteil [%] | |||||||||||
| der einzelnen Arten nennen) | |||||||||||
| Befahrungsschäden | < 10 % Flächenanteil (mind. 40m Abstand), keine Fahr- spuren und Gleisbildung au- ßerhalb von Feinerschlie- ßungslinien und Gleisbildung auf den Rückelinien höchs- tens gering | 11-15 % Flächenanteil (>20m Abstand), wenige Fahrspuren und Gleisbil- dung außerhalb von Feiner- schließungslinien und/oder mäßige Gleisbildung auf den Rückelinien | > 15 % Flächenanteil (bis 20m Abstand), erhebliche Fahrspuren und Gleisbil- dung außerhalb von Fei- nerschließungslinien oder starke Gleisbildung auf den Rückelinien | ||||||||
| Schäden an der Waldvegetation | ≤ 5% | > 5 bis ≤ 25 % | > 25 % | ||||||||
| Weitere Beeinträchtigungen (gut- achterliche Einschätzung) | ≤ 5% | > 5 bis ≤ 25 % | > 25 % |
-
Erfasst werden neophytische Gehölzarten, bei denen die Gefahr einer unkontrollierbaren Vermehrung bzw. Aus- breitung besteht, insbesondere Acer negundo (Eschen-Ahorn), Ailanthus altissima (Götterbaum), Amelanchier la- marckii (Kupfer-Felsenbirne), Buddleja davidii (Fliederspeer), Fraxinus pennsylvanica (Rot-Esche), Fraxinus ame- ricana (Weiß-Esche), Mahonia spp. (Mahonien), Prunus laurocerasus (Lorbeerkirsche), Prunus serotina (Spätblü- hende Traubenkirsche), Rhus spp. (Essigbaum), Robinia pseudoacacia (Robinie), Symphoricarpus spp. (Schnee- beere). Weitere neophytische Gehölzarten können berücksichtigt werden, wenn nach gutachterlicher Einschätzung im Einzelfall die Gefahr einer unkontrollierbaren Vermehrung bzw. Ausbreitung besteht.
-
Im Falle eines vorübergehenden Auftretens größerer Mengen von Störungs-/Eutrophierungszeigern wie z. B. Impatiens parviflora kann bei geringer Gesamtdeckung der Krautschicht die Bewertung dieses Merkmals in be- troffenen Beständen gutachterlich korrigiert werden.
Mecklenburg-Vorpommern - Ministerium für Klimaschutz, Landwirtschaft, 29 Ländliche Räume und Umwelt
[Seite 30]
Arbeitsanweisung zum Management von FFH-Waldlebensraumtypen
3.4 Mitteleuropäische Kalkbuchenwälder (EU-Code 9150)
Definition
Die Rotbuche stellt i. d. R. die alleinige bis vorherrschende Baumart der Orchideen-Kalk-Bu-
chenwälder dar. Als Nebenbaumarten können in unterschiedlichen Anteilen Gemeine Esche,
Vogelkirsche, Bergahorn, Spitzahorn, Elsbeere, Hainbuche und in der 2. Baumschicht Feld-
ahorn, seltener Eibe beigemischt sein. Als Mindestausstattung der Orchideen-Kalk-Buchen-
wälder muss der Anteil der standörtlich lebensraumtypischen Gehölzarten (Buche > 30 %)
wenigstens 70 % betragen. Die Ausprägung der Krautschicht hinsichtlich Artenvielfalt und –
mächtigkeit hängt im Wesentlichen von der verfügbaren Lichtmenge ab. Diese Wälder wei-
sen ein deutlich höheres Arteninventar als die Hainsimsen-Buchenwälder auf. Charakteris-
tisch sind i. d. R. Kalk liebende Orchideen. Dagegen spielt das Vorkommen thermophiler Ar-
ten in Mecklenburg-Vorpommern eine eher untergeordnete Rolle.
Der Lebensraumtyp besiedelt die anhydromorphen mittelfrischen und die aufgrund von Kup-
pen- und Hanglage trockenen Standorte reicher bis kräftiger Trophie bei denen Kreide ober-
flächig ansteht. Das ist vor allem im Nordosten der Insel Rügen der Fall.
Die kennzeichnende Humusform der Orchideen-Kalk-Buchenwälder ist Mull und mullartiger
Moder, in exponierten verhagerten Bereichen auch trockener Moder. Auf kalkreichen anhyd-
romorphen Standorten im äußersten Südosten des Landes werden die Orchideen-Kalk-Bu-
chenwälder bei Niederschlägen wenig über 550 mm/Jahr von Linden-Eichenwaldgesellschaf-
ten abgelöst.
Kartierungs- und Abgrenzungshinweise
Grundlage der Abgrenzung sind vorhandene forstliche Unterlagen mit Angaben zu den
Stamm-Standortsgruppen aus der Karte der Forstlichen Standortskartierung sowie Angaben
zur Bestockung. Darüber hinaus müssen lebensraumtypische Trennarten gegenüber dem
Wald-LRT 9130 vorkommen (s. u.). Der Wald-LRT ist nur in den FFH-Gebieten DE1447-302
Jasmund und DE2242-302 Stauchmoräne nördlich von Remplin zu kartieren.
Forstliche Standortsmerkmale
Standortsformengruppen RC3, RC2, RC1, RC1w, WRC2 KC3, KC2, KC1, KC1w, WKC2 MC3, MC2, MC2g, MC1, MC1w, WMC2
Mecklenburg-Vorpommern - Ministerium für Klimaschutz, Landwirtschaft, 30 Ländliche Räume und Umwelt
[Seite 31]
Arbeitsanweisung zum Management von FFH-Waldlebensraumtypen
Pflanzensoziologische Einordnung
| Pflanzen-sozi- ologische Ein- heit | lateinische Be- zeichnung | deutsche Be- zeichnung | Weitere Wald-LRT und Verwechslungsmög- lichkeiten |
|---|---|---|---|
| Klasse | Carpino-Fagetea | Edellaubholz- und Buchenwälder mäßig nährstoffar- mer bis nährstoff- reicher Standorte | 9130 auf kräftigen und reichen Standorten ohne hoch anstehenden Kalk* 9160 bei Dominanz von Hainbuche u./o. Stielei- che 9180* bei Dominanz von Edellaubbaumarten 91G0* auf trockenen Standorten der Klimastufe t und m |
| Ordnung | Fagetalia sylvati- cae | Buchen- und Bu- chenmischwälder nährstoffreicher Standorte | 9130 auf kräftigen und reichen Standorten ohne hoch anstehenden Kalk* 9160 bei Dominanz von Hainbuche u./o. Stielei- che 91G0* auf trockenen Standorten der Klimastufe t und m |
| Verband | Sorbo-Fagion sylvaticae | Gehölz trockener Kalk- und Mergel- hänge | 91G0* auf trockenen Standorten der Klimastufe t und m |
| Assoziation | Carici-Fagetum sylvaticae | Orchideen-Bu- chenwald | |
| Verband | Fraxino exelsio- ris - Fagion syl- vaticae | Buchenwälder rei- cher, frischer bis mäßig frischer Standorte | 9130 auf kräftigen und reichen Standorten ohne hoch anstehenden Kalk* 9160 bei Dominanz von Hainbuche u./o. Stielei- che 91E0* bei Dominanz von Esche u./o. Erle |
| Assoziation | Mercuriali peren- nis – Fagetum syvaticae | Frühlingsplatterb- sen-Buchenwald | 9130 auf kräftigen und reichen Standorten ohne hoch anstehenden Kalk* |
- außer auf frischen und wechselfrischen Standorten
Abgrenzung gegen andere Lebensraumtypen Abgrenzung gegen 9110: anspruchslose Standorte und Arten in der Krautschicht, artenärmer, an- spruchslose Nebenbaumarten in der Baum- und Strauchschicht; Kreide und Kalk stehen oberflächig nicht hoch an Abgrenzung gegen 9130: Buche bestockt sowohl an- als auch semihydromorphe, sowohl kräftige als auch reiche Standorte, bei denen Kreide und Kalk oberflächig nicht hoch anstehen, außer auf frischen und wechselfrischen Standorten; le- bensraumtypische Trennarten fehlen Abgrenzung gegen 9180*: Anteil der Edellaubbaumarten ≥ 50 %, steile kühl feuchte Hänge > 25° Hangneigung; Kreide und Kalk stehen oberflächig nicht hoch an Abgrenzung gegen 91G0*: nur im trockenen Tieflandsklima (Klimastufe t, außer an Nordhängen oder auf semihydromorphen Standorten) und kleinflächig im mäßig tro- ckenen Tieflandsklima auf anhydromorphen Standorten der Süd- und Südosthänge mit ungünstigen Wachstumsbedingungen für die Buche, Dominanz von Winterlinde und Traubeneiche
Biotope des LRT 9150 WBO - Buchenwald trockener bis mäßig frischer Kalkstandorte
Lebensraumtypische Pflanzenarten Baumschicht (Trennarten gegenüber Wald-LRT 9130 fett gedruckt): Acer campestre, Acer platanoides, Acer pseudoplatanus, Carpinus betulus, Fagus sylvatica, Fraxinus excelsior, Prunus avium, Pyrus communis, Sorbus torminalis, Taxus baccata Strauchschicht (Trennarten gegenüber Wald-LRT 9130 fett gedruckt): Acer campestre, Acer platanoides, Acer pseudoplatanus, Cornus sanguinea, Corylus avellana, Fagus sylvatica, Fraxinus excelsior, Lonicera xylosteum, Pyrus communis, Ribes alpinum, Sorbus torminalis, Taxus baccata, Viburnum opulus
Mecklenburg-Vorpommern - Ministerium für Klimaschutz, Landwirtschaft, 31 Ländliche Räume und Umwelt
[Seite 32]
Arbeitsanweisung zum Management von FFH-Waldlebensraumtypen
Krautschicht (nur Trennartren gegenüber Wald-LRT 9130): Bromus ramosus, Cephalanthera damasonium, Cephalanthera longifolia, Cephalanthera rubra, Cypripedium calceolus, Epipactis helle- borine, Hypericum montanum, Orchis purpurea, Phyteuma spicatum, Pimpinella saxifraga, Platanthera bifolia, Pyrola rotundifolia, Solidago virgaurea, Vincetoxicum hirundinaria, Viola mirabilis
Maßgebliche Bestandteile
| Standörtliche Voraussetzungen: | Kalkreiche Bodenverhältnisse | |||
|---|---|---|---|---|
| Lebensraumstrukturen: | Mehrere Waldentwicklungsphasen / Kronenschlussgrad; Totholz, Biotopbäume, artenreiche Baum-, Strauch- und Krautschicht | |||
| Funktionale Beziehungen auch außerhalb des FFH-Gebietes: | Angrenzende Flächen (Waldklima, Artenpotenzial) |
Bewertung des Erhaltungszustands (Wald-LRT 9150)
| Erhaltungszustand | A – hervorragend | B - gut | C - mäßig bis durchschnitt- | |||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| lich | ||||||||
| Vollständigkeit der le- bensraumtypischen Habi- tatstrukturen | hervorragende Ausprägung | gute Ausprägung | durchschnittliche Ausprä- gung | |||||
| Vollständigkeit der le- | ||||||||
| bensraumtypischen Habi- | ||||||||
| tatstrukturen | ||||||||
| Waldentwicklungsphasen | ≥ 3 Waldentwicklungsphasen, dabei Auftreten der Phasen 5 und 6 in der Summe auf einem Flächenanteil von 40% | ≥ 2 Waldentwicklungsphasen, dabei Auftreten der Phasen 5 und 6 in der Summe auf einem Flächenanteil von 20% | sofern nicht A oder B | |||||
| Biotopbäume | > 6 Stück / ha | > 3 Stück / ha | sofern nicht A oder B | |||||
| Totholz | > 3 Stück/ha, dabei sowohl lie- gendes als auch stehendes vor- handen | > 1 bis ≤ 3 Stück/ha, dabei lie- gendes und/oder stehendes vorhanden | sofern nicht A oder B | |||||
| Vollständigkeit des le- | lebensraumtypisches Arten- inventar vorhanden | lebensraumtypisches Arten- inventar weitgehend vorhan- den | lebensraumtypisches Ar- teninventar nur in Teilen vorhanden | |||||
| bensraumtypischen Ar- | ||||||||
| teninventars | ||||||||
| Haupt- und Nebenbaumar- | ≥ 90 % der Arten sind lebens- | ≥ 80 % der Arten sind lebens- raumtypisch > 3 Arten | ≥ 70 % der Arten sind lebens- | |||||
| ten und | raumtypisch | raumtypisch | ||||||
| lebensraumtypischer Trenn- | > 7 Arten | > 1 Art | ||||||
| arten gegenüber Wald-LRT | ||||||||
| 9130 | ||||||||
| Beeinträchtigungen | keine / geringe Beeinträchti- | mäßige Beeinträchtigungen | starke Beeinträchtigungen | |||||
| gungen | ||||||||
| Deckungsanteil von Stö- | ≤ 5% | > 5 bis ≤ 25 % | > 25 % | |||||
| rungs-/ Eutrophierungszei- | ||||||||
| gern (inkl. Neophyten) in | ||||||||
| der Krautschicht (Artenliste | ||||||||
| erstellen, Gesamtdeckung | ||||||||
| [%] nennen) | ||||||||
| Deckungsanteil neophyti- | ≤ 5% | > 5 bis ≤ 10 % | > 10 % | |||||
| scher Gehölzarten gemäß | ||||||||
| Fußnote in der Baum- und | ||||||||
| Strauch-schicht (Arten und | ||||||||
| Deckungsanteil [%] der ein- | ||||||||
| zelnen Arten nennen) | ||||||||
| Befahrungsschäden | < 10 % Flächenanteil (mind. 40m Abstand), keine Fahrspu- ren und Gleisbildung außerhalb von Feinerschließungslinien und Gleisbildung auf den Rückelinien höchstens gering | 11-15 % Flächenanteil (>20m Abstand), wenige Fahrspuren und Gleisbildung außerhalb von Feinerschließungslinien und/o- der mäßige Gleisbildung auf den Rückelinien | > 15 % Flächenanteil (bis 20m Abstand), erhebliche Fahrspuren und Gleisbildung außerhalb von Feinerschlie- ßungslinien oder starke Gleis- bildung auf den Rückelinien | |||||
| Schäden an der Waldvege- | ≤ 5% | > 5 bis ≤ 25 % | > 25 % | |||||
| tation | ||||||||
| Weitere Beeinträchtigungen (gutachterliche Einschät- zung) | ≤ 5% | > 5 bis ≤ 25 % | > 25 % |
Mecklenburg-Vorpommern - Ministerium für Klimaschutz, Landwirtschaft, 32 Ländliche Räume und Umwelt
[Seite 33]
Arbeitsanweisung zum Management von FFH-Waldlebensraumtypen
3.5 Sternmieren-Eichen-Hainbuchenwald (EU-Code 9160)
Definition
Die Hauptbaumarten dieses meist artenreichen Lebensraumtyps sind Stieleiche und Hainbu-
che. Als Nebenbaumarten können in unterschiedlichen Anteilen, Roterle, Flatterulme und
Esche vorkommen. Als Mindestausstattung der Sternmieren-Eichen-Hainbuchenwälder
muss der Anteil der standörtlich lebensraumtypischen Gehölzarten (Stieleiche und/oder
Hainbuche > 30 %) wenigstens 70 % betragen.
Ihren Verbreitungsschwerpunkt haben die Sternmieren-Stieleichen-Hainbuchenwälder in Be-
reichen der flachen lehmigen Grundmoräne mit hoch anstehendem Stauwasser. Außerdem
besiedelt diese Waldgesellschaft in Talsandgebieten die Standorte, welche von nährstoffrei-
chem, hoch anstehendem Grundwasser beeinflusst werden. Der Lebensraumtyp besiedelt
natürlicherweise primär die nassen mineralischen kräftigen bis reichen Böden.
Die charakteristischen Humuszustände sind nasser mullartiger Moder und Mull.
Kartierungs- und Abgrenzungshinweise
Grundlage der Abgrenzung sind vorhandene forstliche Unterlagen mit Angaben zu den
Stamm-Standortsgruppen aus der Karte der Forstlichen Standortskartierung sowie Anga-
ben zur Bestockung. Erstaufforstungen mit BHD unter 19 cm sind ausgeschlossen.
Forstliche Standortsmerkmale
Standortsformengruppen (natürlich) NR1, NR1w, NK1, NK1w
Pflanzensoziologische Einordnung
| Pflanzensoziolo- gische Einheit | lateinische Be- zeichnung | deutsche Bezeichnung | Weitere Wald-LRT und Ver- wechslungsmöglichkeiten |
|---|---|---|---|
| Klasse | Carpino-Fagetea | Edellaubholz- und Bu- chenwälder mäßig nähr- stoffarmer bis nährstoff- reicher Standorte | 9130 bei Dominanz der Buche; 9150 bei Dominanz der Buche auf hochanstehendem Kalk; 9180* bei Dominanz von Edel- laubbaumarten an Hängen |
| Ordnung | Fagetalia sylvaticae | Buchen- und Buchen- mischwälder nährstoffrei- cher Standorte | 9130 bei Dominanz der Buche; 9150 bei Dominanz der Buche auf hochanstehendem Kalk |
| Verband | Fraxino excelsioris- Fagion sylvaticae | Buchenwälder reicher, fri- scher bis mäßig frischer Standorte | 9130 bei Dominanz der Buche; 9150 bei Dominanz der Buche auf hochanstehendem Kalk |
| Assoziation | Fraxino excelsioris- Fagetum sylvaticae | Eschen-Buchenwald | 9110 bei Dominanz der Buche auf mittleren feuchten Standorten; 9130 bei Dominanz der Buche |
Mecklenburg-Vorpommern - Ministerium für Klimaschutz, Landwirtschaft, 33 Ländliche Räume und Umwelt
[Seite 34]
Arbeitsanweisung zum Management von FFH-Waldlebensraumtypen
| Pflanzensoziolo- gische Einheit | lateinische Be- zeichnung | deutsche Bezeichnung | Weitere Wald-LRT und Ver- wechslungsmöglichkeiten |
|---|---|---|---|
| Ausbildungsform4 | Stellaria-Carpinetum | Eichen-Hainbuchenwald |
Abgrenzung gegen andere Wald-LRT Abgrenzung gegen 9130: Anteil der Buche ≥ 50 %, Anteil von Stieleiche und Hainbuche < 50 %, Abgrenzung gegen 9180*: Anteil der Edellaubbaumarten ≥ 50 %, Anteil von Stieleiche und Hainbuche < 50 %, steile kühlfeuchte Hänge > 25°, auf an- und semihydromorphen Standorten Abgrenzung gegen 9190: anspruchslose Standorte und Arten in der Krautschicht, i. d. R. artenärmer auf Grund der geringen Trophieausstattung, auf an- und semihydromorphen Standorten Abgrenzung gegen 91G0*: nur im trockenen Tieflandsklima und kleinflächig im mäßig trockenen Tief- landsklima auf anhydromorphen Standorten, Dominanz von Winterlinde und Traubeneiche Abgrenzung gegen 91E0*: Anteil der Esche und/ oder Erle ≥ 30 %, Anteil von Stieleiche und Hainbuche < 50 %, es besteht ein hydrologischer Zusammenhang mit einem natürli- chen Fließgewässer oder einem Quellstandort.
Biotope des LRT 9160 WEH - Nasser Hainbuchen-Stieleichenwald kräftiger bis reicher Standorte WEE - Feuchter Hainbuchen-Stieleichenwald kräftiger bis reicher Standorte WHE - Nasser Stieleichen-Hainbuchenwald kräftiger bis reicher Standorte WHF - Feuchter Stieleichen-Hainbuchenwald kräftiger bis reicher Standorte
Lebensraumtypische Gehölzarten Baumschicht: Acer pseudoplatanus, Alnus glutinosa, Carpinus betulus, Fagus sylvatica, Fraxinus excelsior, Quercus robur, Ulmus laevis; Cerasus avium Strauchschicht: Corylus avellana, Crataegus spec., Fagus sylvatica, Fraxinus excelsior, Prunus padus, Ribes sanguinea, Sambucus nigra, Viburnum opulus
Maßgebliche Bestandteile
| Kräftige und reiche Standorte mit zumindest zeitweise hohem | |||
|---|---|---|---|
| Grundwasserstand | |||
| Lebensraumstrukturen: | Waldentwicklungsphasen, Totholz, Biotopbäume | ||
| Funktionale Beziehungen auch außerhalb des FFH-Gebietes: | Angrenzende Flächen (Wasserhaushalt, Waldklima, Artenpo- tenzial) |
4 Die Abgrenzung einer eigenen Gesellschaft der Eichen-Hainbuchenwälder wurde durch BERG, C. et. al., 2004, für M-V nicht vorgenommen. Nach ELLENBERG, H. und anderen Autoren (z. B. TÜXEN) werden die feuchten Sternmieren-Eichen-Hainbuchenwälder als Stellario-Carpinetum stachyetosum dem Verband Carpinion zugeord- net.
Mecklenburg-Vorpommern - Ministerium für Klimaschutz, Landwirtschaft, 34 Ländliche Räume und Umwelt
[Seite 35]
Arbeitsanweisung zum Management von FFH-Waldlebensraumtypen
Bewertung des Erhaltungszustands (Wald-LRT 9160)
| Erhaltungszustand | A – hervorragend | B - gut | C - mäßig bis durchschnitt- | ||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| lich | |||||||||
| Vollständigkeit der lebens- raumtypischen Habitatstruk- turen | hervorragende Ausprä- gung | gute Ausprägung | durchschnittliche Ausprä- gung | ||||||
| Waldentwicklungsphasen | ≥ 3 Waldentwicklungspha- sen, dabei Auftreten der Phasen 5 und 6 in der Summe auf einem Flä- chenanteil von 40% | ≥ 2 Waldentwicklungsphasen, dabei Auftreten der Phasen 5 und 6 in der Summe auf ei- nem Flächenanteil von 20% | sofern nicht A oder B | ||||||
| Biotopbäume | > 6 Stück / ha | > 3 Stück / ha | sofern nicht A oder B | ||||||
| Totholz | > 3 Stück/ha, dabei sowohl liegendes als auch stehen- des vorhanden | > 1 bis ≤ 3 Stück/ha, dabei lie- gendes und/oder stehendes vorhanden | sofern nicht A oder B | ||||||
| Vollständigkeit des lebens- raumtypischen Arteninven- tars | lebensraumtypisches Ar- teninventar vorhanden | lebensraumtypisches Ar- teninventar weitgehend vorhanden | lebensraumtypisches Arten- inventar nur in Teilen vorhan- den | ||||||
| Haupt- und Nebenbaumarten | ≥ 90 % der Arten sind le- bensraumtypisch | ≥ 80 % der Arten sind lebens- raumtypisch | ≥ 70 % der Arten sind lebens- raumtypisch | ||||||
| Beeinträchtigungen | keine / geringe Beein- | mäßige Beeinträchtigungen | starke Beeinträchtigungen | ||||||
| trächtigungen | |||||||||
| Deckungsanteil von Störungs-/ Eutrophierungszeigern (inkl. Ne- ophyten) in der Krautschicht (Artenliste erstellen, Gesamtde- ckung [%] nennen | ≤ 5% | > 5 bis ≤ 25 % | > 25 % | ||||||
| Deckungsanteil neophytischer Gehölzarten gemäß Fußnote in der Baum- und Strauchschicht (Arten und Deckungsanteil [%] der einzelnen Arten nennen) | ≤ 5% | > 5 bis ≤ 10 % | > 10 % | ||||||
| Befahrungsschäden | < 10 % Flächenanteil (mind. 40m Abstand), keine Fahrspuren und Gleisbildung außerhalb von Feinerschließungslinien und Gleisbildung auf den Rückelinien höchstens ge- ring | 11-15 % Flächenanteil (>20m Abstand), wenige Fahrspuren und Gleisbildung außerhalb von Feinerschließungslinien und/oder mäßige Gleisbil- dung auf den Rückelinien | > 15 % Flächenanteil (bis 20m Abstand), erhebliche Fahrspu- ren und Gleisbildung außerhalb von Feinerschließungslinien o- der starke Gleisbildung auf den Rückelinien | ||||||
| Schäden an der Waldvegetation | ≤ 5% | > 5 bis ≤ 25 % | > 25 % | ||||||
| oberflächliche Entwässerung, z. | keine | gering bis mäßig, z. B. durch einige flache Gräben | starke Entwässerung, z. B. durch tiefe Gräben | ||||||
| B. durch Gräben (Expertenvo- | |||||||||
| tum mit Begründung) | |||||||||
| Weitere Beeinträchtigungen | ≤ 5% | > 5 bis ≤ 25 % | > 25 % | ||||||
| (gutachterliche Einschätzung) |
Mecklenburg-Vorpommern - Ministerium für Klimaschutz, Landwirtschaft, 35 Ländliche Räume und Umwelt
[Seite 36]
Arbeitsanweisung zum Management von FFH-Waldlebensraumtypen
3.6 Schlucht- und Hangmischwälder (Tilio-Acerion) (EU-Code 9180*)
Definition
“Schlucht- und Hangwälder” sind edellaubholzreiche Mischwälder („Hangmischwälder“) auf
Standorten steiler Hänge (Hangneigung > 25°), auf denen die Buche aufgrund menschlicher
Einflussnahme (Störung durch Nutzung wie Weide, Kahlschlag u. a.) oder durch ausge-
prägte natürliche Windwurfdisposition zeitweilig fehlt, wenig präsent oder nicht dominant ist.
Die Hauptbaumarten dieses Lebensraumtyps stellen in M-V Bergahorn, Gemeine Esche und
Winterlinde dar. Als Nebenbaumarten können in unterschiedlichen Anteilen Rotbuche, Stiel-
eiche, Traubeneiche, Flatter-, Bergulme, Vogelkirsche, Hainbuche und Spitzahorn vorkom-
men. Der Anteil der lebensraumtypischen Gehölzarten muss wenigstens 70% betragen. Da-
bei können entsprechend der anthropogenen Beeinflussung und des unterschiedlichen Suk-
zessionsverlaufes verschiedene Mischungsanteile von Haupt- und Nebenbaumarten (Rotbu-
che und/oder Stiel- und Traubeneiche < 50 %) auftreten.
Ihren Verbreitungsschwerpunkt haben die Schlucht- und Hangwälder in M-V (als Zwischen-
waldstadien der Buchenwälder) in den Durchbruchstälern von Bächen und Flüssen der End-
moräne, in den Übergängen von den Hochflächen der kuppigen Grundmoräne und der End-
moräne zu den ebenen Moränenflächen sowie dem Sander. Sie finden sich auch kleinflächig
im Bereich der Steilküste, werden hier jedoch einem anderen Wald-LRT zugeordnet. Außer-
dem können sie innerhalb der Grundmoräne die zu den Seen hin steil abfallenden Hänge
und Erosionsrinnen an den Rändern der großen Zungenbecken besiedeln. Schlucht- und
Hangmischwälder besiedeln die Hänge kräftiger bis reicher Nährkraft der steilen Moränenab-
fälle, der Täler und Rinnen. Die meist schattseitige Lage, die Nähe zu Bach- und Flussläufen
sowie Sickerwassereinfluss sorgen für eine erhöhte Luftfeuchtigkeit, im Oberhangbereich
können auch mittelfrische bis trockene Standorte dazugehören.
Am Hangfuss auf nährstoffreichem, aus Bodenabtrag vom Hang stammendem Material (Kol-
luvium) kann der Hangmischwald mosaikartig mit einem Giersch-Moschuskraut-Ahorn-
Eschenwald verzahnt sein.
Die Humuszustände weisen eine Spannbreite bei unterschiedlicher Feuchte von mullartigem
Moder bis Mull auf. Im äußersten Südosten des Landes M-V stellen bei Niederschlägen we-
nig über 500 mm/Jahr und infolge zunehmender Kontinentalität auf anhydromorphen Hang-
standorten hainbuchen- und spitzahornreiche Hangwälder Zwischenwaldstadien der linden-
reichen Eichen-Hainbuchen-Wälder des Lebensraumtyps 91G0* (Pannonische Eichen-Hain-
buchenwälder) dar. „Hangmischwälder“ können anthropogen oder natürlich bedingt in ver-
Mecklenburg-Vorpommern - Ministerium für Klimaschutz, Landwirtschaft, 36 Ländliche Räume und Umwelt
[Seite 37]
Arbeitsanweisung zum Management von FFH-Waldlebensraumtypen
schiedenen Waldentwicklungsphasen (z.B. Jungwuchs; Baumholz etc.), und zwar mit unter-
schiedlicher Verzahnung und Raumstruktur auftreten. Außerdem können Übergänge zu den
Waldlebensraumtypen 9130, 9150 und 91G0* vorkommen.
Kartierungs- und Abgrenzungshinweise
Die Mindestkartierfläche muss eine Größe von 0,1 ha und eine mittlere Breite von
mindestens 25 m aufweisen.
Grundlage der Abgrenzung sind die Angaben zu den Stamm-Standortsgruppen aus der
Karte der Forstlichen Standortskartierung. Zur Abgrenzung des Lebensraumtyps im Gelände
eignen sich besonders die Zustands-Vegetationsformengruppen für die Nährkraftstufen K (=
kräftig) und R (= reich) und die Feuchtestufen 3 (trocken), 2 (mäßig frisch) und 1 (frisch) der
forstlichen Standortskartierung M-V (siehe auch „Forstliche Standortskartierung in
Mecklenburg-Vorpommern, Teil B: Standortsformen und –gruppen“ 1999). Erstaufforstungen
mit BHD unter 19 cm sind ausgeschlossen.
Forstliche Naturraum- und Standortsmerkmale
| Reliefneigung | Standortsformengruppen |
|---|---|
| >25° | R3, RC3, R2, R2g, RC2, RC2g, R1, R1w, RC1, RC1w, WR2, WRC2 |
| K3, KC3, K2, K2g, KC2, KC2g, K1, K1w, KC1, KC1w, WK2, WKC2 | |
| MC3, MC2, MC2g, MC1, MC1w , WMC2 |
Pflanzensoziologische Einordnung
| Pflanzen-soziologi- sche Einheit | lateinische Be- zeichnung | deutsche Bezeichnung | Weitere Wald-LRT und Ver- wechslungs-möglichkeiten |
|---|---|---|---|
| Klasse | Carpino-Fagetea | Edellaubholz- und Buchen-wäl- der mäßig nährstoffarmer bis nährstoffreicher Standorte | 9130 bei Dominanz der Buche; 9150 bei Dominanz der Buche auf hoch-anstehendem Kalk; 9160 bei Dominanz von Hainbuche u./ o. Stieleiche; 91G0* bei Dominanz von Eiche und Linde auf anhydromorphen Standorten der Klimastufe t und trockenen süd-exponierten Standorten der Klimastufe m |
| Ordnung | Aceretalia pseu- doplatani | Edellaubholzreiche Mischwäl- der | |
| Verband | Tilio platyphylli- Acerion | Edellaubholzreiche Mischwäl- der | |
| Assoziation | Adoxo moschatel- linae-Aceretum pseudoplatani | Ahorn-Eschen-Hangwald | |
| Prunus avium- Aceretum plata- noides2 | Vogelkirschen-Spitzahorn-Steil- hangwald1 | 9150 bei Dominanz der Buche auf hochanstehendem Kalk; 91GO bei Dominanz von Eiche und Linde auf anhydromorphen |
2 Bei Ausprägung ohne nennenswerten Buchenanteil. Gesellschaft auf warmtrockenen-sickerfrischen Bereichen von Kalk- und Mergelhängen mit häufigen Erosionsereignissen
Mecklenburg-Vorpommern - Ministerium für Klimaschutz, Landwirtschaft, 37 Ländliche Räume und Umwelt
[Seite 38]
Arbeitsanweisung zum Management von FFH-Waldlebensraumtypen
| Pflanzen-soziologi- sche Einheit | lateinische Be- zeichnung | deutsche Bezeichnung | Weitere Wald-LRT und Ver- wechslungs-möglichkeiten |
|---|---|---|---|
| Hangstandorten der Klimastufe t und trockenen süd-exponierten Standorten der Klimastufe m |
Abgrenzung gegen andere Lebensraumtypen Abgrenzung gegen 9130: Anteil der Buche ≥ 30 % Abgrenzung gegen 9150: Anteil der Buche ≥ 30 %, kalkführende Standorte, i. d. R. durch Vor- kommen kalkliebender Orchideen charakterisiert; nur in den FFH- Gebieten DE1447-302 Jasmund und DE2242-302 Stauchmoräne nörd- lich von Remplin Abgrenzung gegen 9160: Anteil von Stieleiche und Hainbuche ≥ 30 %, vollhydromorphe Stand- orte Abgrenzung gegen 9190: Anteil von Stiel- und Traubeneiche ≥ 30 %, anspruchslose Arten in der Krautschicht, i. d. R. artenärmer auf Grund der geringen Trophieaus- stattung Abgrenzung gegen 91G0*: nur im trockenen Tieflandsklima (Klimastufe t, außer an Nordhängen oder auf semihydromorphen Standorten) und kleinflächig im mäßig tro- ckenen Tieflandsklima auf anhydromorphen Standorten der Süd- und Südosthänge mit ungünstigen Wachstumsbedingungen für die Buche, Dominanz von Winterlinde und Traubeneiche Abgrenzung gegen 91E0*: ein hydrologischer Zusammenhang mit einem Fließgewässer oder ei- nem Quellstandort ist gegeben Abgrenzung gegen 1230: Standort unmittelbar an der Küste
Biotope des LRT 9180* WSA - Ahorn-Steilhangmischwald
Lebensraumtypische Gehölzarten Baumschicht: Acer platanoides, Acer pseudoplatanus, Carpinus betulus, Fagus sylvatica, Fraxinus excelsior, Prunus avium, Quercus petraea, Quercus robur, Sorbus torminalis, Tilia cordata, Ulmus glabra
Strauchschicht: Acer platanoides, Acer pseudoplatanus, Corylus avellana, Fagus sylvatica, Fraxinus excelsior, Sambucus nigra, Ulmus glabra, Viburnum opulus, Ribes uva-crispa, Ribes rubrum
Maßgebliche Bestandteile
| Standörtliche Voraussetzungen: | Hangneigung mind. 25° aktives Erosionsgeschehen |
|---|---|
| Lebensraumstrukturen: | mehrere Waldentwicklungsphasen Kronenschluss- grad, Totholzanteil, Biotopbäume |
| Funktionale Beziehungen auch außerhalb des FFH-Gebietes: | Angrenzende Flächen (Materialtransport durch Rut- schung) |
Mecklenburg-Vorpommern - Ministerium für Klimaschutz, Landwirtschaft, 38 Ländliche Räume und Umwelt
[Seite 39]
Arbeitsanweisung zum Management von FFH-Waldlebensraumtypen
Bewertung des Erhaltungszustands (Wald-LRT 9180*)
| Erhaltungszustand | A – hervorragend | B - gut | C - mäßig bis durchschnitt- | ||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| lich | |||||||||
| Vollständigkeit der le- bensraumtypischen Ha- bitatstrukturen | hervorragende Ausprägung | gute Ausprägung | durchschnittliche Ausprä- gung | ||||||
| Waldentwicklungsphasen | ≥ 3 Waldentwicklungsphasen | Auftreten mind. einer Baum- holzphase (Phase 3 und hö- her) | sofern nicht A oder B | ||||||
| Raumstruktur infolge be- stimmter Pflege- und Nut- zungsverfahren | Keine Nutzung | einzelbaumweise auf 100 % der Fläche | sofern nicht A oder B | ||||||
| Biotopbäume | > 6 Stück / ha | > 3 Stück / ha | sofern nicht A oder B | ||||||
| Totholz | > 3 Stück/ha, dabei sowohl lie- gendes als auch stehendes vor- handen | > 1 bis ≤ 3 Stück/ha, dabei liegendes und/oder stehen- des vorhanden | sofern nicht A oder B | ||||||
| Vollständigkeit des lebens- raumtypischen Arteninven- tars | lebensraumtypisches Artenin- ventar vorhanden | lebensraumtypisches Ar- teninventar weitgehend vorhanden | lebensraumtypisches Ar- teninventar nur in Teilen vorhanden | ||||||
| Haupt- u. Nebenbaumar- ten | 100 % der lebensraumtypischen Arten | ≥ 90 % der lebensraumtypi- schen Arten | ≥ 70 % der lebensraumtypi- schen Arten | ||||||
| Beeinträchtigungen | keine/geringe Beeinträchti- | mäßige Beeinträchtigungen | starke Beeinträchtigungen | ||||||
| gungen | |||||||||
| Deckungsanteil von Stö- | ≤ 5% | > 5 bis ≤ 25 % | > 25 % | ||||||
| rungs-/ Eutrophierungszei- | |||||||||
| gern (inkl. Neophyten) in | |||||||||
| der Krautschicht (Arten- | |||||||||
| liste erstellen, Gesamtde- | |||||||||
| ckung [%] nennen | |||||||||
| Deckungsanteil neophyti- | 0% | > 0 bis ≤ 10 % | > 10 % | ||||||
| scher Gehölzarten gemäß | |||||||||
| Fußnote in der Baum- und | |||||||||
| Strauchschicht (Arten und | |||||||||
| Deckungsanteil [%] der | |||||||||
| einzelnen Arten nennen) | |||||||||
| Befahrungsschäden | keine Fahrspuren | ≤ 10 % Flächenanteil (40m Abstand), wenige Fahrspuren und Gleisbildung außerhalb von Feinerschließungslinien und/oder mäßige Gleisbil- dung auf den Rückelinien | > 10 % Flächenanteil (bis 20m Abstand), erhebliche Fahrspuren und Gleisbildung außerhalb von Feinerschlie- ßungslinien oder starke Gleis- bildung auf den Rückelinien | ||||||
| weitere Schäden an le- | ≤ 5% | > 5 bis ≤ 25 % | > 25 % | ||||||
| bens-raumtypischen | |||||||||
| Standortverhältnissen, | |||||||||
| Waldvegetation und Struk- | |||||||||
| tur (einschließlich Nut- | |||||||||
| zung) (Expertenvotum mit | |||||||||
| Begründung) | |||||||||
| Weitere Beeinträchtigun- gen (gutachterliche Ein- schätzung) | ≤ 5% | > 5 bis ≤ 25 % | > 25 % |
- Hier ggf. auch zu berücksichtigen: Einschlag von Habitatbäumen oder selektive Entnahme von Neben- oder Pionierbaumarten. Forstliche Maßnahmen zur Waldverjüngung, die die Zukunft von Wald-LRT-Flächen entschei- dend negativ beeinflussen können, z. B. Unterpflanzung/Voranbau mit neophytischen oder nicht standortgerech- ten Gehölzen.
- Soweit in den Bewertungsbögen nicht anders festgelegt, stellt eine naturnahe, boden- und waldpflegliche Waldbewirtschaftung keine Beeinträchtigung dar. Einzelne Bewirtschaftungsweisen, in deren Folge sich das le- bensraumtypische Waldinnenklima erheblich negativ verändert, können aber zu starken Beeinträchtigungen füh- ren.
Mecklenburg-Vorpommern - Ministerium für Klimaschutz, Landwirtschaft, 39 Ländliche Räume und Umwelt
[Seite 40]
Arbeitsanweisung zum Management von FFH-Waldlebensraumtypen
3.7 Alte bodensaure Eichenwälder mit Quercus robur auf Sandebenen (EU- Code 9190)
Definition
Die Eichenwälder der bodensauren Standorte stellen relativ artenarme, durch beide Eichen-
arten (Quercus robur, Quercus petraea) geprägte Wälder dar, deren Krautschicht auf Grund
der relativ hohen Lichtdurchlässigkeit der Baumschicht aber meist deckungsreich ausgeprägt
ist. Die Stieleiche und/oder Traubeneiche stellen die vorherrschenden Baumarten dar. Als
Nebenbaumarten können in unterschiedlichen Anteilen Moorbirke, Roterle, Gemeine Kiefer,
Rotbuche, Sandbirke, Aspe und Vogelbeere, trophiebedingt seltener auch Linde, Hainbuche,
Esche und Bergahorn vorkommen. Als Mindestausstattung muss der Anteil der lebensraum-
typischen Gehölzarten (Eiche > 30 %) wenigstens 70 % betragen.
Der Lebensraumtyp besiedelt natürlicherweise primär die armen und ziemlich armen terrest-
rischen Standorte und die armen und ziemlich armen feuchten und entwässerungsfrischen
Nassstandorte innerhalb der kontinental getönten, niederschlagsarmen Klimastufe t im äu-
ßersten Südosten und Osten des Landes. In den restlichen Klimastufen besiedelt der Wald-
LRT natürlicherweise nur die feuchten Nassstandorte armer Trophie.
Die Humusformen des Lebensraumtyps 9190 können Rohhumus, rohhumusartiger Moder
und Moder mit den verschiedenen Feuchteabstufungen sein.
Kartierungs- und Abgrenzungshinweise
Grundlage der Abgrenzung sind vorhandene forstliche Unterlagen mit Angaben zu den
Stamm-Standortsgruppen aus der Karte der Forstlichen Standortskartierung sowie
Angaben zur Bestockung. Zur Abgrenzung des Lebensraumtyps eignen sich besonders
die Zustands-Vegetationsformengruppen für die Nährkraftstufen A (= arm), Z (= ziemlich
arm) der an- und semihydromorphen Standorte und die Nährkraftstufen A und Z der
vollhydromorphen Standorte der forstlichen Standortskartierung M-V (siehe auch
„Forstliche Standortskartierung in Mecklenburg-Vorpommern, Teil B: Standortsformen
und –gruppen“ 1999). Erstaufforstungen mit BHD unter 19 cm sind ausgeschlossen.
Forstliche Standortsmerkmale
| Klimastufe | Standortsformengruppen (natürlich) |
|---|---|
| t | Z3, Z3v, Z2, Z2g, Z2v, Z+2, Z+2g, Z1, NZ3, NZ2, NZ2w, NZ1, NZ1w, OZ4, OZ4ü |
| A3, A3v, A2, A2g, A2v, A+2, A+2g, A1, NA3, NA2, NA2w, NA1, NA1w, OA4, OA4ü | |
| f, lf, m, lm | NA2, NA2w, NA1, NA1w, OA4, OA4ü, NZ1, NZ1w, OZ4ü |
Mecklenburg-Vorpommern - Ministerium für Klimaschutz, Landwirtschaft, 40 Ländliche Räume und Umwelt
[Seite 41]
Arbeitsanweisung zum Management von FFH-Waldlebensraumtypen
Pflanzensoziologische Einordnung
| Pflanzen-sozio- logische Einheit | lateinische Be- zeichnung | deutsche Bezeichnung | Weitere Wald-LRT und Ver- wechslungs-möglichkeiten |
|---|---|---|---|
| Klasse | Quercetea robori- petraeae | Bodensaure Eichen- und Buchen-Mischwälder | 9110 bei Dominanz der Buche; 2180 auf Küstendünen |
| Ordnung | Quercetalia roboris | Bodensaure Eichen- und Buchen-Mischwälder West- und Mitteleuropas | 9110 bei Dominanz der Buche; 2180 auf Küstendünen |
| Verband | Quercion roboris | Eichenwälder bodensaurer Standorte | 2180 auf Küstendünen |
| Assoziation | Betulo pendulae- Quercetum roboris | Birken- Eichen- Wald bo- densaurer Standorte | 2180 auf Küstendünen |
| außerdem3 | Fago-Quercetum | Eichen-Buchenwald | (9110- bei Dominanz der Buche), 2180 auf Küstendünen |
| Verband | Luzulo luzuloides – Fagion sylvaticae | Buchenwälder nährstoffar- mer, bodensaurer Standorte | 9110 bei Dominanz der Buche; 2180 auf Küstendünen |
| Assoziation Ausbildungsform4 | Lonicero peri- clymeni-Fagetum sylvaticae | Pfeifengras-Eichen-Buchen- Wald | (9110- bei Dominanz der Buche); 2180 in feuchten-nassen Küsten- Dünentälern |
| Querco roboris- Be- tuletum molinieto- sum | Feuchter Birken-Eichen- Wald | 2180 in feuchten- nassen Küsten- Dünentälern | |
| Klasse | Molinio-Betuletea pubescentis | Wälder und Gebüsche mä- ßig nährstoffarmer Feucht- standorte | 91D0* auf vollhydromorphen Moorstandorten |
| Ordnung Verband | Calamagrostio ca- nescentis-Saliceta- lia cinereae Lysimachio vulga- ris-Quercion robo- ris | Torfmoos-Moorbirkengehölz Gilbweiderich-Pfeifengras- Stieleichen-Gehölze | 91D0* auf vollhydromorphen Moorstandorten 91D0* auf vollhydromorphen Moorstandorten |
| Assoziation | Lysimachio vulga- ris-Quercetum ro- boris | Gilbweiderich-Pfeifengras- Stieleichen-Wald | (91D0* auf vollhydromorphen Moorstandorten) |
| außerdem4 | Betulo-Quercetum alnetesum | Nasser Birken-Eichen-Wald | 2180 in feuchten-nassen Küsten- Dünentälern |
Abgrenzung gegen andere Wald-LRT Abgrenzung gegen 9110: Anteil der Buche ≥ 50 %, Anteil der Stieleiche < 30 % Abgrenzung gegen 9160: anspruchsvollere Arten in der Krautschicht, i.d.R. artenreicher, anspruchs- vollere Nebenbaumarten in der Baum- und Strauchschicht, auf vollhydro- morphen kräftigen und reichen Standorten Abgrenzung gegen 91D0*: Anteil von Gemeiner Kiefer und Moorbirke ≥ 30 %, auf organischen Nass- standorten, stetiges Vorkommen von Torfmoosen Abgrenzung gegen 91G0*: nur im trockenen Tieflandsklima und kleinflächig im mäßig trockenen Tief- landklima, auf anhydromorphen mittleren, kräftigen und reichen Standorten, neben der Traubeneiche hoher Anteil an Winterlinde und Hainbuche
Biotope des LRT 9190 WEM - Nasser Moorbirken-Stieleichenwald armer bis ziemlich armer Standorte WEV - Feuchter Vogelbeer-Stieleichenwald armer bis ziemlich armer Standorte WEA - Frischer bis trockener Eichenwald armer bis ziemlich armer Standorte
Lebensraumtypische Gehölzarten Baumschicht: Alnus glutinosa, Betula pendula; Betula pubescens, Fagus sylvatica, Pinus sylvestris, Populus tremulus, Quercus petraea, Quercus robur, Sorbus aucuparia,
3 Die buchenreiche Variante der bodensauren Eichenwälder auf anhydromorphen Standorten wird nach ELLENBERG, H., 1996, dem Verband Quercion robori-petreae – den eichenreichen Mischwäldern – zugeordnet. 4 Bei dieser Ausbildungsform handelt es sich nach ELLENBERG, H., 1996, um bodenfeuchtebedingte Subassozi- ationen innerhalb der Assoziation Betulo-Quercetum des Verbandes Quercion robori-petreae
Mecklenburg-Vorpommern - Ministerium für Klimaschutz, Landwirtschaft, 41 Ländliche Räume und Umwelt
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Arbeitsanweisung zum Management von FFH-Waldlebensraumtypen
Strauchschicht:Betula pendula, Betula pubescens, Frangula alnus, Lonicera periclymenum, Quercus petraea, Quercus robur, Rubus fructicosus; Rubus idaeus, Sorbus aucuparia,
Maßgebliche Bestandteile
| Standörtliche Voraussetzungen: | Nährstoffarme und ziemlich arme Bodenverhältnisse | ||||
|---|---|---|---|---|---|
| Lebensraumstrukturen: | Mehrere Waldentwicklungsphasen / Kronenschlussgrad; Totholz, Biotopbäume | ||||
| Funktionale Beziehungen auch außerhalb des FFH-Gebietes: | Angrenzende Flächen (Waldklima, Artenpotenzial) |
Bewertung des Erhaltungszustands (Wald-LRT 9190)
| Erhaltungszustand | A – hervorragend | B - gut | C - mäßig bis durchschnitt- | ||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| lich | |||||||||
| Vollständigkeit der lebens- raumtypischen Habitatstruk- turen | hervorragende Ausprä- gung | gute Ausprägung | durchschnittliche Ausprä- gung | ||||||
| Waldentwicklungsphasen | ≥ 3 Waldentwicklungspha- sen, dabei Auftreten der Phasen 5 und 6 in der Summe auf einem Flä- chenanteil von 40% | ≥ 2 Waldentwicklungsphasen, dabei Auftreten der Phasen 5 und 6 in der Summe auf ei- nem Flächenanteil von 20% | sofern nicht A oder B | ||||||
| Biotopbäume | > 6 Stück / ha | > 3 Stück / ha | sofern nicht A oder B | ||||||
| Totholz | > 3 Stück/ha, dabei sowohl liegendes als auch stehen- des vorhanden | > 1 bis ≤ 3 Stück/ha, dabei lie- gendes und/oder stehendes vorhanden | sofern nicht A oder B | ||||||
| Vollständigkeit des lebens- raumtypischen Arteninven- tars | lebensraumtypisches Ar- teninventar vorhanden | lebensraumtypisches Ar- teninventar weitgehend vorhanden | lebensraumtypisches Arten- inventar nur in Teilen vorhan- den | ||||||
| Haupt- und Nebenbaumarten | ≥ 90 % der Arten sind le- bensraumtypisch | ≥ 80 % der Arten sind lebens- raumtypisch | ≥ 70 % der Arten sind lebens- raumtypisch | ||||||
| Beeinträchtigungen | keine / geringe Beein- | mäßige Beeinträchtigungen | starke Beeinträchtigungen | ||||||
| trächtigungen | |||||||||
| Deckungsanteil von Störungs-/ | ≤ 5% | > 5 bis ≤ 25 % | > 25 % | ||||||
| Eutrophierungszeigern (inkl. Ne- | |||||||||
| ophyten) in der Krautschicht | |||||||||
| (Artenliste erstellen, Gesamtde- | |||||||||
| ckung [%] nennen | |||||||||
| Deckungsanteil neophytischer Gehölzarten gemäß Fußnote in der Baum- und Strauchschicht (Arten und Deckungsanteil [%] der einzelnen Arten nennen) | ≤ 5% | > 5 bis ≤ 10 % | > 10 % | ||||||
| oberflächliche Entwässerung, z. B. durch Gräben (Expertenvo- tum mit Begründung) | keine | gering bis mäßig, z. B. durch einige flache Gräben | starke Entwässerung, z. B. durch tiefe Gräben | ||||||
| Befahrungsschäden | < 10 % Flächenanteil (mind. 40m Abstand), keine Fahrspuren und Gleisbildung außerhalb von Feinerschließungslinien und Gleisbildung auf den Rückelinien höchstens ge- ring | 11-15 % Flächenanteil (>20m Abstand), wenige Fahrspuren und Gleisbildung außerhalb von Feinerschließungslinien und/oder mäßige Gleisbil- dung auf den Rückelinien | > 15 % Flächenanteil (bis 20m Abstand), erhebliche Fahrspu- ren und Gleisbildung außerhalb von Feinerschließungslinien o- der starke Gleisbildung auf den Rückelinien | ||||||
| Schäden an der Waldvegetation | ≤ 5% | > 5 bis ≤ 25 % | > 25 % | ||||||
| Weitere Beeinträchtigungen | ≤ 5% | > 5 bis ≤ 25 % | > 25 % | ||||||
| (gutachterliche Einschätzung) |
Mecklenburg-Vorpommern - Ministerium für Klimaschutz, Landwirtschaft, 42 Ländliche Räume und Umwelt
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Arbeitsanweisung zum Management von FFH-Waldlebensraumtypen
3.8 Moorwälder (EU-Code 91D0*)
Definition
Moorwälder mit den prägenden Baumarten Gemeine Kiefer, Moorbirke und/oder Gemeiner
Birke besiedeln die nassen und sehr nassen Standorte mit permanent hohem Wasserstand
der oligotroph-sauren, mesotroph-sauren und mesotroph-subneutralen bzw. –kalkreichen
Moore.
Gemeine Kiefer, Moorbirke und/oder Gemeine Birke stellen meist die alleinherrschenden
Baumarten der Moorwälder dieses Lebensraumtyps in Mecklenburg-Vorpommern dar. Es
kommen jedoch auch erlenreichere, oft sekundär versauerte Ausbildungen vor (z. B. auf den
Durchströmungsmooren der östlichen Flusstäler). Reine Erlenbruchwälder gehören im Re-
gelfall nicht zum Waldlebensraumtyp 91D0*. Für die Moorwälder der basen- und kalkreichen
Moorstandorte ist zusätzlich das Vorkommen von Kreuzdorn typisch. Für die Mindestausstat-
tung der Moorwälder muss der Anteil der standörtlich lebensraumtypischen Gehölzarten we-
nigstens 70 % betragen (Kiefer/Birke > 30 %).
Grundlage für die Zuordnung zum Lebensraumtyp Moorwald sind typische Standortbedin-
gungen, die Ausprägung eines Waldcharakters und eine lebensraumtypische Bodenvegeta-
tion. mit spärlicher, lückiger oder dichter Torfmoosschicht. Die lebensraumtypische Bodenve- getation entspricht folgenden Zustands-Vegetationsformengruppen5:
| Zustands-Vegetationsformengruppe/ ökologische Moortypen | Feuchte; Nährkraft; Standortsformen- gruppe; (Exposition) |
|---|---|
| Braunmoos-Sumpfreitgras-Kreuzdorn-(Erlen)- Birken-Moorwald | nass; mesotroph –basen-/ kalkreiche Moore; OMC3, OZC3 |
| Braunmoos-Seggen-Pfeifengras-Kreuzdorn- (Erlen)-Birken-Moorwald | sehr nass; mesotroph –basen-/ kalkreiche Moore; OMC2, OZC2 |
| Sauerklee-Torfmoos-Pfeifengras-Kiefern-Birken- Moorwald | nass; mesotroph- saure Moore; OZ3, OZC3 |
| Torfmoos-Schnabelseggen-Pfeifengras-Kiefern- Birken-Moorwald | sumpfig; mesotroph- saure Moore; OZ2 |
| Trunkelbeeren-Kiefern-Moorwald-Formengruppe | nass; oligotroph- saure Moore; OA3 |
| Torfmoos-Zwergstrauch-Scheidiges-Wollgras- Birken-Kiefern-Moorwald | sumpfig; oligotroph- saure Moore; OA2 |
Moorwälder entwickeln sich natürlicherweise vor allem in den Rand- und Übergangsberei-
chen von Regenmooren, Verlandungsmooren, Durchströmungsmooren und Kesselmooren.
Besonders im Fall der Kessel- und Verlandungsmoore können Moorwälder das gesamte
Moor überziehen, wenn der Torfkörper dem Grundwasserspiegel weit genug entwachsen ist.
5 Zustands-Vegetationsformengruppen zur standörtlichen Ansprache im Gelände (LFG 1999, Forstli- che Standortskartierung in M-V, Teil B: Standortsformen und –gruppen und Gliederung der ökologi- schen Moortypen nach SUCCOW, M. und JOOSTEN, H., 2001)
Mecklenburg-Vorpommern - Ministerium für Klimaschutz, Landwirtschaft, 43 Ländliche Räume und Umwelt
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Arbeitsanweisung zum Management von FFH-Waldlebensraumtypen
Der größte Teil der Moorwälder hat sich aber erst auf Grund von anthropogen bedingten Stö-
rungen des Moorwasserhaushaltes entwickeln können.
Das Hauptvorkommen der Moorwälder entspricht der Verbreitung der genannten Moortypen
in Mecklenburg-Vorpommern. Regenmoore konnten sich vor allem in den niederschlagsrei-
chen westlichen und küstennahen Landesteilen entwickeln. Der Schwerpunkt der Kessel-
moore liegt innerhalb der Endmoräne und kuppigen Grundmoräne. Verlandungsmoore kom-
men in den seenreichen Grundmoränengebieten vor. Bei den Durchströmungsmooren han-
delt es sich um den charakteristischen Moortyp der Flusstäler der ostmecklenburgischen und
vorpommerschen Grundmoränenebene.
Moorwälder können vor allem standortsfeuchtebedingt in verschiedenen Waldentwicklungs-
phasen auftreten. Eine kleinflächige Verzahnung verschiedener Waldentwicklungsphasen in
Form von vertikalen und horizontalen Schichtungen ist für Moorwälder untypisch.
Des Weiteren sind Übergänge zu den Gebüschstadien der jeweiligen Moortypen, flächige
Absterbeerscheinungen und Totholzreichtum typisch.
Kartierungs- und Abgrenzungshinweise
Die Mindestkartierfläche muss eine Größe von 0,1 ha und eine mittlere Breite von mindes- tens 25 m aufweisen.
Grundlage der Abgrenzung sind vorhandene forstliche Unterlagen mit Angaben zu den
Stamm-Standortsgruppen aus der Karte der Forstlichen Standortskartierung sowie Angaben
zur Bestockung. Der Volumenschlussgrad muss mindestens 0,3 betragen und die Höhe der
Baumschicht > 5 m sein. Die Bewertungseinheiten sind nach hydrologischen Gegebenheiten
abzugrenzen. Tritt eine Verzahnung mit stark entwässerten Bereichen auf, muss die, dem
Wald-LRT entsprechende Bodenvegetation auf > 50 % der Fläche ausgebildet sein, wobei
zumindest eine räumlich zusammenhängende Fläche von 0,1 ha dem Wald-LRT entspre-
chen muss. Linienförmig ausgebildete eutrophe Randsumpfbereiche gehören bis zu einer
durchschnittlichen Breite von 10 m zum Wald-LRT.
Forstliche Standortsmerkmale
Standortsformengruppen OMC3, OMC2 OZ3, OZ3ü OZC3, OZC3ü, OZ2, OZC2 OA3, OA3ü, OAC3, OAC3ü, OA2, OAC2, (OA1), OD3, OD2, ODC2, ODC3
Mecklenburg-Vorpommern - Ministerium für Klimaschutz, Landwirtschaft, 44 Ländliche Räume und Umwelt
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Arbeitsanweisung zum Management von FFH-Waldlebensraumtypen
Pflanzensoziologische Einordnung
| Pflanzen-soziolo- gische Einheit | lateinische Bezeich- nung | deutsche Bezeichnung | Weitere LRT und Ver- wechslungs-möglichkei- ten ( ) |
|---|---|---|---|
| Klasse | Vaccinio uliginosi-Pine- tea sylvestris | Wälder und Gebüsche nähr- stoffarmer Feucht- und Nass- standorte | (7120); (7140) |
| Ordnung | Vaccinio uliginosi- Pine- talia sylvestris | Wälder und Gebüsche nähr- stoffarmer Feucht- und Nass- standorte | (7120); (7140) |
| Verband | Vaccinio uliginosi-Pi- nion sylvestris | Kiefern-Moorwälder feuchter Standorte | (7120); (7140) |
| Vaccinio uliginosi-Pine- tum sylvestris | Trunkelbeer- Kiefern-Wald |
Assoziation Ledo palustris-Pinetum Sumpfporst-Kiefernwald sylvestris Klasse Molinio-Betuletea pube- Wälder und Gebüsche mäßig 9190 Dominanz der Stiel- scentis nährstoffarmer Feuchtstand- eiche auf mineralischen orte Standorten und stark entwässerten Moorbö- den; (7140); (7210); (7230) Ordnung Salici pentandro-Betule- Basiphile Lorbeerweiden- (7140); (7210); (7230) talia pubescentis Moorbirken-Gehölze Verband Salici pentandro-Betu- Basiphile Lorbeerweiden- (7140); (7210); (7230) lion pubescentis Moorbirken-Gehölze Assoziation Junco subnodulosi-Be- Sumpfbaldrian-Moorbirken- (7140) tuletum pubescentis Gehölz Assoziation Salici pentandro-Betule- Lorbeerweiden-Moorbirken- (7140) tum pubescentis Gehölz Verband Rhamno catharticae- Kreuzdorn-Moorbirken-Gehölz Betulion pubescentis Assoziation Rhamno catharticae- Kreuzdorn-Moorbirken-Gehölz Betuletum pubescentis
Ordnung Calamagrostio cane- Torfmoos-Moorbirken-Gehölze 9190 Dominanz der Stiel- scentis- Salicetalia ci- eiche auf mineralischen nereae Standorten und stark entwässerten Moorbö- den (7120); (7140) Verband Lysimachio vulgaris- Gilbweiderich-Pfeifengras- 9190 Dominanz der Stiel- Quercion roboris Stieleichen-Gehölze eiche auf mineralischen Standorten und stark entwässerten Moorbö- den (7129); (7140) Assoziation Molinio-Franguletum Pfeifengras-Faulbaum-Ge- (7120); (7140) alni büsch Assoziation Lysimachio vulgaris- Gilbweiderich-Pfeifengras- 9190 Dominanz der Stiel- Quercetum roboris Stieleichen-Wald4 eiche auf mineralischen Standorten und stark entwässerten Moorbö- den
Mecklenburg-Vorpommern - Ministerium für Klimaschutz, Landwirtschaft, 45 Ländliche Räume und Umwelt
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Arbeitsanweisung zum Management von FFH-Waldlebensraumtypen
Abgrenzung gegen andere Lebensraumtypen Abgrenzung gegen 91E0: im Falle der erlen- und moorbirkenreichen Ausprägungen auf Durchströmungsmooren der östlichen Flusstäler besteht durch periodische Überflutungen ein hydrologischer Zusammenhang mit einem Fließgewässer Abgrenzung gegen 9190: Anteil von Stiel- und Traubeneiche ≥ 30 %, Anteil von Moorbirke und Kiefer auf den feuchten organischen Standorten < 30 % Abgrenzung gegen 9110: Anteil der Buche ≥ 50%, Anteil von Moorbirke und Kiefer auf den feuchten organischen Standorten < 30 % Abgrenzung gegen 7140, 7120, 7230: Deckung der Baumschicht < 30 % oder Höhe der Baumschicht < 5 m
Biotope des LRT 91D0* WNA - Birken- (und Erlen-) Bruch nasser, mesotropher Standorte WFA - Birken- (und Erlen-) Bruch feuchter, mesotropher Standorte MDB – Birken-Kiefernmoorwald MZM – Birkenmoorwald der Basen- und Kalk-Zwischenmoore
Lebensraumtypische Pflanzenzarten Baumschicht: Betula pendula, Betula pubescens, Pinus sylvestris, Alnus glutinosa; Rhamnus cathartica, Salix pentandra, Sorbus aucuparia Strauchschicht: Andromeda polifolia, Betula humilis, Betula pubescens, Calluna vulgaris, Empetrum nig- rum, Erica tetralix, Frangula alnus, Ledum palustre, Myrica gale, Pinus sylvestris, Rham- nus cathartica, Salix aurita, Salix cinerea, Salix pentandra, Salix repens, Sorbus aucupa- riaVaccinium uliginosum Krautschicht: Agrostis canina, Calamagrostis canescens, Carex elongata, Carex appropinquata, Carex canescens, Carex lasiocarpa, Carex nigra, Carex rostrata, Cirsium palustre, Deschampsia cespitosa, Dryopteris cristata, Eriophorum angustifolium, Eriophorum vaginatum, Galium palustre, Galium uliginosum, Lotus uliginosus, Lysimachia thyrsiflora, Lysimachia vulgaris, Lythrum salicaria, Molinia caerulea, Oxalis acetosella, Peucedanum palustre, Phragmites australis, Potentilla erecta, Potentilla palustris, Thelypteris palustris, Trientalis europaea, Vaccinium oxycoccus, Valeriana dioica Moose: Aulacomnium palustre, Bryum pseudotriquetum, Calliergonella cuspidata, Campylium po- lygamum, Climacium dendroides, Drepanocladus revolvens, Fissidens adianthoides, Mylia anomala, Plagiomnium elatum, Plagomnium undulatum, Pohlia sphagnicola, Polytrichum commune, Polytrichum strictum, Sphagnum angustifolium, Sphagnum capillifolium, Sphagnum fallax, Sphagnum fimbriatum, Sphagnum palustre, Sphagnum squarrosum, Sphagnum terres
Maßgebliche Bestandteile
| Standörtliche Voraussetzungen: | Arme und ziemlich arme Moorstandorte mit naturnahem Was- | ||
|---|---|---|---|
| serhaushalt (dauerhaft hoher Grundwasserstand) | |||
| Lebensraumstrukturen: | Natürliche Dynamik der Aufwuchs- und Absterbeprozesse | ||
| Funktionale Beziehungen auch außerhalb des FFH-Gebietes: | Angrenzende Flächen (Wasserhaushalt) |
Mecklenburg-Vorpommern - Ministerium für Klimaschutz, Landwirtschaft, 46 Ländliche Räume und Umwelt
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Arbeitsanweisung zum Management von FFH-Waldlebensraumtypen
Bewertung des Erhaltungszustands (Wald-LRT 91D0*)
| Kriterien/Wertstufen | A | B | C | ||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Vollständigkeit des lebensraumtypischen | vorhanden | vorhanden | weitgehend vorhanden | weitgehend vorhanden | nur in Teilen vorhanden | nur in Teilen vorhanden | |||||
| Arteninventars | |||||||||||
| Deckungsanteil [%] der lebensraumtypischen Gehölzarten in Baum- und Strauchschicht | 100 | ≥ 90 bis < 100 | < 90 | ||||||||
| lebensraumtypisches Arteninventar und Do- minanzverteilung der Krautschicht | charakteristisch | gering verändert | stark verändert | ||||||||
| Deckung [%] Torfmoose | ≥ 30 | ≥ 10 bis < 30 | < 10 | ||||||||
| Beeinträchtigungen | keine bis ge- | mittel | stark | ||||||||
| ring | |||||||||||
| Deckungsanteil [%] neophytischer Gehölzar- ten in der Baum- und Strauchschicht | 0 | > 0 bis ≤ 10 | > 10 | ||||||||
| Deckungsanteil [%] von Störungs-/Eutrophie- rungszeigern (inkl. Neophyten) in der Kraut- schicht | ≤ 5 | > 5 bis ≤ 10 | > 10 | ||||||||
| Bodenverdichtung infolge Befahrung, die eine erhebliche Beeinträchtigung der Krautschicht verursacht | keine Befahrung | ≤ 10 % Flächenanteil mit Bodenverdichtung und/oder wenige Fahrspuren und we- nig Gleisbildung außerhalb von Rückegassen und/oder mäßige Gleisbildung auf den Rückegassen- | > 10 % Flächenanteil mit Bodenverdichtung und/oder erhebliche Fahrspuren und Gleisbildung außerhalb von Rückegassen und/oder starke Gleisbildung auf den Rückegassen | ||||||||
| Veränderungen der Hydrologie inklusive oberflächlicher Entwässerung, z. B. durch Gräben | Keine oder ober- flächennaher Anstau | geringe bis mäßige, z. B. durch einige flache Gräben | starke, z. B. durch tiefe Gräben | ||||||||
| Veränderungen des Torfkörpers (Sackung, Zersetzung, Mineralisation), betroffenen Flä- chenanteil nennen [%] | auf ganzer Flä- che nicht oder nur punktuell er- kennbar | mehr als nur punktuell er- kennbar bis ≤ 50 % der Flä- che | auf > 50 % der Fläche er- kennbar, insgesamt be- standsgefährdend | ||||||||
| weitere Schäden an lebensraumtypischen Standortverhältnissen, Waldvegetation und Struktur (einschließlich Nutzung) | keine (unge- stört) | geringe bis mittlere | starke | ||||||||
| weitere Beeinträchtigungen für LRT 91D0* (Expertenvotum mit Begründung) | keine bis ge- ringe | mittlere | starke |
Mecklenburg-Vorpommern - Ministerium für Klimaschutz, Landwirtschaft, 47 Ländliche Räume und Umwelt
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Arbeitsanweisung zum Management von FFH-Waldlebensraumtypen
3.9 Erlen- und Eschenwälder an Fließgewässern (Alno-Padion, Alnion incanae) (EU-Code 91E0*)
Definition
In Mecklenburg-Vorpommern kommt überwiegend der Subtyp „Erlen- und Eschenwälder“
vor. Dieser besiedelt einerseits Uferstandorte entlang von naturnahen Flüssen und Bächen,
die im Beeinflussungsraum der Fließgewässer liegen und andererseits intakte Quellstandorte
mit stetig sickerndem abfließendem Grundwasser.
Roterle und/oder Gemeine Esche stellen die vorherrschenden Baumarten dieses Lebens-
raumtyps dar. Die Esche besiedelt natürlicherweise verstärkt die kräftigen bis reichen, feuch-
ten oder wasserzügigen Standorte. Als Nebenbaumarten können Stieleiche, Flatterulme,
Weidenarten, in der 2. Baumschicht auch Gewöhnliche Traubenkirsche vorkommen. (In den
ufernahen periodisch überfluteten Erlen-Uferwäldern, auf den Durchströmungsmooren der
östlichen Flusstäler, kann auch die Moorbirke einen höheren Anteil einnehmen.) Der Anteil
der lebensraumtypischen Gehölzarten muss wenigstens 70 % betragen (Anteil der Haupt-
baumarten Erle / Esche > 30 %).
Uferbegleitende Erlen- und Eschenwälder, die episodisch überflutet werden oder deren
Standort zumindest, in Abhängigkeit vom Wasserstand des Fließgewässers, vom Grundwas-
ser durchsickert wird, können die Talbereiche von Flüssen und Bächen innerhalb der End-
moräne, der Grundmoräne, des Sanders und des Urstromtales besiedeln.
Quellstandorte mit Wasserabfluss, die von Erlen- und Eschenwäldern besiedelt werden,
kommen vor allem an Hängen der Täler innerhalb der Endmoräne und kuppigen Grund-
moräne vor. Viele dieser Quellgebiete stellen Zuflüsse für Bäche und Flüsse dar. Entwäs-
serte Bereiche mit ausschließlich nitrophiler Bodenvegetation und Erlen-Eschenwälder
entlang von Gräben (künstlich angelegte Entwässerungsanlagen) gehören nicht zum Le-
bensraumtyp.
Bei den Erlen-Eschenwäldern des Lebensraumtyps 91E0* handelt es sich somit um Waldge-
sellschaften mit verschiedenartiger Ausprägung auf mineralischen und organischen Standor-
ten verschiedenster Feuchte- und Nährkraftstufen (siehe Tabelle 1, Forstliche Standorts-
merkmale). Die Humusformen dieses Lebensraumtyps weisen auf den mineralischen Stand-
orten eine Spannbreite bei unterschiedlicher Feuchte von Moder bis Mull auf.
Mecklenburg-Vorpommern - Ministerium für Klimaschutz, Landwirtschaft, 48 Ländliche Räume und Umwelt
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Arbeitsanweisung zum Management von FFH-Waldlebensraumtypen
Kartierungs- und Abgrenzungshinweise
Die Mindestkartierfläche muss eine Größe von 0,1 ha und eine mittlere Breite von min- destens 25 m aufweisen6. Grundlage der Abgrenzung sind vorhandene forstliche Unterla-
gen mit Angaben zu den Stamm-Standortsgruppen aus der Karte der Forstlichen Stand-
ortskartierung sowie Angaben zur Bestockung. Erstaufforstungen mit BHD unter 19 cm
sind ausgeschlossen. Die Bewertungseinheiten sind nach hydrologischen Gegebenheiten
abzugrenzen. Erlensäume an Fließgewässern, die kein Wald sind, gehören bis zu einer
Größe von 0,5 ha und einer Breite von 25 m zum LRT 3260, sofern das Gewässer als
solcher identifiziert wird. Tritt eine Verzahnung mit stark entwässerten Bereichen auf,
muss der, dem Wald-LRT entsprechende Standort auf > 50% der Fläche ausgebildet
sein, wobei zumindest eine räumlich zusammenhängende Fläche von 0,1 ha dem Wald-
LRT entsprechen muss.
Forstliche Standortsmerkmale
| Standortsformengruppen | ||
|---|---|---|
| NR2w, NR1, NR1w, NR0, | ÜR2, ÜRC2, ÜR1, ÜR0 | OR4w, OR4ü , OR3, OR3ü |
| NK2w, NK1, NK1w, NK0, | ÜK2, ÜKC2, ÜK1, ÜK0 | OK4w, OK4ü, OK3, OK3ü, OK2, (OK1) |
| NM2w, NM1, NM1w, NM0 | ÜM2, ÜM1, ÜM0 | OM4w, OM4ü, OM3, OM3ü, OMC3, OMC3ü, OM2, (OM1) |
Pflanzensoziologische Einordnung
| Pflanzen-sozi- ologische Ein- heit | lateinische Bezeich- nung | deutsche Bezeich- nung | Weitere LRT und Verwechslungs- möglichkeiten ( ) |
|---|---|---|---|
| Klasse | Alnetea glutinosae | Erlen-Eschen- und Wei- dengehölze nährstoff- reicher Feucht- und Nassstandorte außer- halb der Stromauen | |
| Ordnung | Cardamino amarae– Al- netalia glutinosae | Schaumkraut-Erlen-Ge- hölze | |
| Verband | Cardamino amarae- Fraxinion excelsioris | Schaumkraut-Eschen- Erlen-Gehölze | |
| Assoziation | Cratoneuro filicini-Alne- tum glutinosae | Kalk-Quell-Gehölze | 7220 |
| Cardamino amarae-Al- netum glutinosae | Schaumkraut-Erlen-Ge- hölz |
| Verband | Carici remotae- Fraxinion excelsioris | Winkelseggen-Erlen- Eschen-Wald | |
|---|---|---|---|
| Assoziation | Carici remotae-Fraxi- netum excelsioris | Winkelseggen-Erlen- Eschen-Wald | |
| Ordnung | Alnetalia glutinosae | Walzenseggen-Erlen- Bruchgehölze | |
| Verband | Irido pseudacori-Alnion glutinosae | Schwertlilien-Erlen- Bruchwälder |
6 Fließgewässerbegleitende Bestände, die nicht diese Größe aufweisen, werden als maßgebliche Be- standteile der Fließgewässer-LRT, sofern es sich um solche handelt, bzw. als Uferstruktur der Fließ- gewässer-LRT erfasst.
Mecklenburg-Vorpommern - Ministerium für Klimaschutz, Landwirtschaft, 49 Ländliche Räume und Umwelt
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Arbeitsanweisung zum Management von FFH-Waldlebensraumtypen
| Pflanzen-sozi- ologische Ein- heit | lateinische Bezeich- nung | deutsche Bezeich- nung | Weitere LRT und Verwechslungs- möglichkeiten ( ) |
|---|---|---|---|
| Assoziation | Irido pseudacori-Alne- tum glutinosae | Beinwell-Schwertlilien- Erlen-Bruchwald | |
| Ordnung | Alno glutinosae-Fraxi- netalia excelsioris | Mädesüß-Erlen- Eschen-Gehölze | |
| Verband | Alno-Ulmion-minoris | Traubenkirschen-Erlen- Eschen-Gehölze | |
| Assoziation | Pruno padi-Fraxinetum excelsioris | Traubenkirschen-Erlen- Eschen-Wald | |
| Klasse | Molinio-Betuletea pube- scentis | Wälder und Gebüsche mäßig nährstoffarmer Feuchtstandorte | 91D0* Dominanz von Moorbirke und Gemeiner Kiefer [selten Erle] auf mesotrophen Moorstandorten ohne Bezug zu einem Fließgewässer |
| Ordnung | Salici pentandro-Betule- talia pubescentis | Basiphile Lorbeerwei- den-Moorbirken-Ge- hölze | 91D0* Dominanz von Moorbirke und Gemeiner Kiefer [selten Erle] auf mesotrophen Moorstandorten ohne Bezug zu einem Fließgewässer |
| Verband | Salici pentandro-Betu- lion pubescentis | Basiphile Lorbeerwei- den-Moorbirken-Ge- hölze | 91D0* Dominanz von Moorbirke und Gemeiner Kiefer [selten Erle] auf mesotrophen Moorstandorten ohne Bezug zu einem Fließgewässer |
| Assoziation | Junco subnodulosi-Be- tuletum pubescentis | Sumpfbaldrian-Moorbir- ken- Gehölz | 91D0* Dominanz von Moorbirke und Gemeiner Kiefer [selten Erle] auf mesotrophen Moorstandorten ohne Bezug zu einem Fließgewässer |
| Assoziation | Salici pentandro-Betule- tum pubescentis | Lorbeerweiden-Moorbir- ken-Gehölz | (91D0* Dominanz von Moorbirke und Gemeiner Kiefer [selten Erle] auf mesotrophen Moorstandorten ohne Bezug zu einem Fließgewässer) |
| Verband | Rhamno catharticae- Betulion pubescentis | Kreuzdorn-Moorbirken- Gehölze | 91D0* Dominanz von Moorbirke und Gemeiner Kiefer [selten Erle] auf mesotrophen Moorstandorten ohne Bezug zu einem Fließgewässer |
| Assoziation | Rhamno catharticae- Betuletum pubescentis | Kreuzdorn-Moorbirken- Gehölz | (91D0* Dominanz von Moorbirke und Gemeiner Kiefer [selten Erle] auf mesotrophen Moorstandorten ohne Bezug zu einem Fließgewässer) |
Abgrenzung gegen andere Lebensraumtypen Abgrenzung gegen 9160: Anteil von Stieleiche und Hainbuche ≥ 30 %, kein hydrologischer Zu- sammenhang mit einem Fließgewässer Abgrenzung gegen 9180*: Mischungen verschiedener Edellaubbaumarten besiedeln steile, in der Regel kühlfeuchte Hänge > 25°, kein hydrologischer Zusammen- hang mit einem Fließgewässer, es werden keine Quellstandorte mit austretendem und oberflächig abfließendem Grundwasser bestockt Abgrenzung gegen 91D0*: Die Moorbirken-Erlen-Moorwälder des Wald-LRT 91D0* bestocken Bereiche der Durchströmungsmoore der Flusstalmoore, die nicht im Überflutungsbereich der Flüsse liegen.
Biotope des LRT 91E0* WNÜ - Erlen-Eschenwald auf überflutungsnassen, eutrophen Standorten WNQ - Erlen- und Eschen-Quellwald WFÜ -Erlen-Eschenwald auf überflutungsfeuchten, eutrophen Standorten VSZ – Standorttypischer Gehölzsaum an Fließgewässern (ab 25 m Breite und 0,5 ha Größe)
Mecklenburg-Vorpommern - Ministerium für Klimaschutz, Landwirtschaft, 50 Ländliche Räume und Umwelt
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Arbeitsanweisung zum Management von FFH-Waldlebensraumtypen
Lebensraumtypische Gehölzarten Baumschicht: Acer pseudoplatanus, Alnus glutinosa, Betula pubescens, Fraxinus excelsior, Quercus robur, Rhamnus cathartica, Salix alba, Salix pentandra, Ulmus laevis Strauchschicht: Acer pseudoplatanus, Alnus glutinosa, Crataegus laevigata, Fraxinus excelsior, Prunus padus, Ribes nigrum, Salix aurita, Salix cinerea, Sambucus nigra, Ulmus laevis, Vibur- num opulus,
Maßgebliche Bestandteile:
| Standörtliche Voraussetzungen: | Naturnaher Wasserhaushalt und naturnahe Gewässerdynamik | ||||
|---|---|---|---|---|---|
| Lebensraumstrukturen: | mehrere Waldentwicklungsphasen, Totholz, Biotopbäume; natur- nahe Uferstrukturen | ||||
| Funktionale Beziehungen auch außerhalb des FFH-Gebietes: | Angrenzende Flächen (Wasserhaushalt, Artenpotenzial); Gewäs- seroberlauf |
Mecklenburg-Vorpommern - Ministerium für Klimaschutz, Landwirtschaft, 51 Ländliche Räume und Umwelt
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Arbeitsanweisung zum Management von FFH-Waldlebensraumtypen
Bewertung des Erhaltungszustands (Wald-LRT 91E0*, Subtyp Erlen- und Eschenwäl- der an Fließgewässern):
| Erhaltungszustand | A – hervorragend | B - gut | C - mäßig bis durchschnittlich | ||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Vollständigkeit der le- bensraumtypischen Ha- bitatstrukturen | hervorragende Ausprä- gung | gute Ausprägung | durchschnittliche Ausprägung | ||||||||
| Waldentwicklungsphasen | ≥ 3 Waldentwicklungspha- sen, dabei Auftreten der Phasen 5 und 6 in der Summe auf einem Flächen- anteil von 40% | ≥ 2 Waldentwicklungsphasen, dabei Auftreten der Phasen 5 und 6 in der Summe auf einem Flächenanteil von 20% | sofern nicht A oder B | ||||||||
| Raumstruktur infolge be- stimmter Pflege- und Nut- zungsverfahren | Keine Nutzung | einzelbaumweise auf 100 % der Fläche | sofern nicht A oder B | ||||||||
| Biotopbäume | > 6 Stück / ha | > 3 Stück / ha | sofern nicht A oder B | ||||||||
| Totholz | > 3 Stück/ha, dabei sowohl liegendes als auch stehen- des vorhanden | > 1 bis ≤ 3 Stück/ha, dabei lie- gendes und/oder stehendes vorhanden | sofern nicht A oder B | ||||||||
| Vollständigkeit des le- bensraum-typischen Arteninventars | lebensraumtypisches Ar- teninventar vorhanden | lebensraumtypisches Arten- inventar weitgehend vorhan- den | lebensraumtypisches Artenin- ventar nur in Teilen vorhanden | ||||||||
| Gehölzarten | Anteil der lebensraumtypi- schen Gehölzarten = 100 % | Anteil der lebensraumtypischen Gehölzarten > 90 % | sofern nicht A oder B | ||||||||
| Beeinträchtigungen | keine/geringe Beeinträch- | mäßige Beeinträchtigungen | starke Beeinträchtigungen | ||||||||
| tigungen | |||||||||||
| Deckungsanteil von Stö- | ≤ 5% | > 5 bis ≤ 25 % | > 25 % | ||||||||
| rungs-/ Eutrophierungs- | |||||||||||
| zeigern (inkl. Neophyten) | |||||||||||
| in der Krautschicht (Ar- | |||||||||||
| tenliste erstellen, Ge- | |||||||||||
| samtdeckung [%] nen- | |||||||||||
| nen) | |||||||||||
| Deckungsanteil neophyti- | ≤ 5% | > 5 bis ≤ 10 % | > 10 % | ||||||||
| scher Gehölzarten ge- | |||||||||||
| mäß Fußnote in der | |||||||||||
| Baum- und Strauch- | |||||||||||
| schicht (Arten und De- | |||||||||||
| ckungsanteil [%] der ein- | |||||||||||
| zelnen Arten nennen) | |||||||||||
| Veränderungen der Hyd- | keine | geringe bis mäßige, z. B. durch einige flache Gräben | starke Entwässerung, z. B. durch tiefe Gräben | ||||||||
| rologie inklusive ober- | |||||||||||
| flächlicher Entwässerung, | |||||||||||
| z. B. durch Gräben (Ex- | |||||||||||
| pertenvotum mit Begrün- | |||||||||||
| dung) | |||||||||||
| Bodenverdichtung infolge Befahrung, die eine er- hebliche Beeinträchti- gung der Kraut-schicht verursacht (betroffener Flächenanteil [%]) | keine Befahrung | ≤ 10 % Flächenanteil mit Bo- denverdichtung und/oder we- nige Fahrspuren und wenig Gleisbildung außerhalb von Rückegassen und/oder mäßige Gleis-bildung auf den Rücke- gassen | > 10 % Flächenanteil mit Boden- verdichtung und/oder erhebliche Fahrspuren und Gleisbildung au- ßerhalb von Rückegassen und/oder starke Gleisbildung auf den Rücke- gassen | ||||||||
| Schäden an der Waldve- | nicht zu erkennen oder fest- | maximal auf 1/3 der Fläche | auf > 1/3 der Fläche | ||||||||
| getation | zustellen | ||||||||||
| Weitere Beeinträchtigun- | ≤ 5% | > 5 bis ≤ 25 % | > 25 % | ||||||||
| gen (gutachterliche Ein- | |||||||||||
| schätzung) |
Mecklenburg-Vorpommern - Ministerium für Klimaschutz, Landwirtschaft, 52 Ländliche Räume und Umwelt
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Arbeitsanweisung zum Management von FFH-Waldlebensraumtypen
3.10 Weichholzauenwälder an Fließgewässern (Salicion albae) (EU-Code 91E0*)
Definition:
Zu den in Mecklenburg-Vorpommern nur sporadisch vorkommenden Weichholzauenwäldern
gehören einerseits die Weiden-Auengebüsche im direkten, regelmäßig überfluteten Uferbe-
reich und andererseits der Auenwald, zumeist aus Silberweide, der die höher gelegenen,
nicht mehr so oft und rasch überströmten, feinkörnigeren Auenböden besiedelt. Die Auen-
wälder und –gebüsche können in störungsfreien Zeiten aufgrund der vom Fluss regelmäßig
abgelagerten Nährstofffracht eine üppige Bodenvegetation aufweisen. Zur lebensraumtypi-
schen Baumartenzusammensetzung gehören Silberweide, Salweide und Bruchweide sowie
seltener die Schwarzpappel, außerdem die strauchförmigen weiden wie Mandelweide, Pur-
purweide und Korbweide. Nebenbaumarten können Roterle, Gemeine Esche und Ulmenar-
ten sein. Kennzeichnend ist eine lockere Baumschicht. Für die Mindestausstattung muss der
Anteil lebensraumtypischer Baum- und Straucharten wenigstens 70% betragen (Anteil der
Hauptbaumarten Salweide, Silberweide, Bruchweide und Schwarzpappel >=50%). Der Le-
bensraumtyp besiedelt die mineralischen Böden, die neben den Überflutungsereignissen
auch der Dynamik des zügigen, stark wechselnden Grundwassers unterliegen. Es handelt
sich um meist kräftige bis reiche überflutungsfeuchte bis überflutungssumpfige, mineralische
Standorte. Humusformen können sich im Bereich der periodisch überfluteten Aueböden nicht
entwickeln. Das natürliche Vorkommen der Weichholzauenwälder ist in Mecklenburg-Vor-
pommern auf das Elbtal sowie die durch das Elbehochwasser entstandenen Aueböden ent-
lang der zum Rückstaugebiet der Elbe gehörenden und in diese mündenden Flüsse be-
schränkt. Die Bestände unterliegen in Abhängigkeit von der Hochwasserdynamik starken pe-
riodischen Veränderungen, was Auswirkungen auf die möglichen Waldentwicklungsphasen,
deren Verzahnung und Raumstruktur hat.
Kartierungs- und Abgrenzungshinweise:
Die Mindestkartierfläche muss eine Größe von 0,1 ha und eine mittlere Breite von min- destens 25 m aufweisen7. Grundlage der Abgrenzung sind vorhandene forstliche Unterla-
gen mit Angaben zu den Stamm-Standortsgruppen aus der Karte der Forstlichen Stand-
ortskartierung sowie Angaben zur Bestockung. Erstaufforstungen mit BHD unter 20 Jah-
ren sind ausgeschlossen.
7 Fließgewässerbegleitende Bestände, die nicht diese Größe aufweisen, werden als maßgebliche Be- standteile der Fließgewässer-LRT, sofern es sich um solche handelt, bzw. als Uferstruktur der Fließ- gewässer-LRT erfasst.
Mecklenburg-Vorpommern - Ministerium für Klimaschutz, Landwirtschaft, 53 Ländliche Räume und Umwelt
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Arbeitsanweisung zum Management von FFH-Waldlebensraumtypen
Forstliche Standortsmerkmale
Standortsformengruppen ÜR0, ÜR1; ÜR2 ÜK0, ÜK1, ÜK2 NR0ü, NK0ü
Pflanzensoziologische Einordnung
| Pflanzen-sozi- ologische Ein- heit | lateinische Bezeich- nung | deutsche Bezeich- nung | Weitere LRT und Verwechslungs- möglichkeiten ( ) |
|---|---|---|---|
| Klasse | Salicetea purpureae | Weiden-Ufergebüsche und -Wälder | |
| Ordnung | Salicetalia purpureae | Weiden-Ufergebüsche und -Wälder | |
| Verband | Salicion albae | Tiefland-Weiden-Auge- hölz | |
| Assoziation | Salicetum triandro-vini- malis | Mandelweiden-Auege- büsch | |
| Salici albae – Popule- tum nigrae | Silberweiden-Auwald89 |
Abgrenzung gegen andere Kartiereinheiten Abgrenzung gegen 91F0: Hartholz wie Eiche, Esche und Ulme können lediglich als Neben- baumarten auftreten; höhere Grundwasserstände Abgrenzung gegen 91D0*: Die Moorbirken-Erlen-Moorwälder des Wald-LRT 91D0* bestocken Bereiche der Durchströmungsmoore der Flusstalmoore, die nicht im Überflutungsbereich der Flüsse liegen
Biotope des LRT 91E1* WAW - Weichholzauenwald im Überflutungsbereich WAS - Weichholzauenwald im nicht mehr überfluteten Bereich der Flussaue
Lebensraumtypische Gehölzarten: Baumschicht: Populus nigra; Salix alba, Salix fragilis; Salix triandra, Salix minimali; Salix purpurea Strauchschicht: Salix triandra; Salix vinimalis; Humulus lupulus; Salix x rubens; Salix pendrata; Salix fra- gilis; Rubus caesius; Salix alba,
Maßgebliche Bestandteile (LRT *91E0, Subtyp Weiden-Weichholzaue):
| Naturnaher Wasserhaushalt und naturnahe Gewässerdynamik | |||
|---|---|---|---|
| mit regelmäßigen Hochwasserereignissen | |||
| Funktionale Beziehungen auch außerhalb des FFH-Gebietes: | Angrenzende Flächen (Wasserhaushalt, Artenpotenzial); Gewäs- seroberlauf | ||
| Lebensraumstrukturen: | Schichtung; Naturnahe Uferstrukturen |
8 Weichholzauwald im Überflutungsbereich (WAW) nach Biotopkartieranleitung M-V 9 Standortstypischer Gehölzsaum an Fließgewässern (VSZ) nach Biotopkartierlanleitung M-V
Mecklenburg-Vorpommern - Ministerium für Klimaschutz, Landwirtschaft, 54 Ländliche Räume und Umwelt
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Arbeitsanweisung zum Management von FFH-Waldlebensraumtypen
Bewertung des Erhaltungszustands (LRT *91E0, Subtyp Weiden-Weichholzaue):
| Kriterien / Parameter | A | B | C | ||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Vollständigkeit der lebensraumtypi- schen Habitatstrukturen | hervorragende Ausprä- gung | gute Ausprägung | mäßige bis durchschnittliche Ausprägung | ||||||||
| Überflutungsschlenken und Blößen | vorhanden bzw. direkt angrenzend | nicht vorhanden | |||||||||
| Biotopbäume | > 6 Stück / ha | > 3 Stück / ha | sofern nicht A oder B | ||||||||
| Totholz | > 3 Stück / ha | 1 - 3 Stück /ha | sofern nicht A oder B | ||||||||
| Vollständigkeit des lebensraum-typi- schen Arteninventars | lebensraumtypisches Ar- teninventar vorhanden | lebensraumtypisches Ar- teninventar weitgehend vorhanden | lebensraumtypisches Artenin- ventar nur in Teilen vorhan- den | ||||||||
| Gehölzarten (Baum- und Straucharten) | Anteil der lebensraumty- | Anteil der lebensraumty- pischen Gehölzarten ≥90% | sofern nicht A oder B | ||||||||
| pischen Gehölzarten = | |||||||||||
| 100 % | |||||||||||
| Beeinträchtigungen: | keine/geringe Beeinträch- | mittlere Beeinträchtigun- | starke Beeinträchtigungen | ||||||||
| tigungen | gen | ||||||||||
| Deckungsanteil von Störungs-/ Eutrophie- | ≤ 5% | > 5 bis ≤ 25 % | > 25 % | ||||||||
| rungszeigern (inkl. Neophyten) in der Kraut- | |||||||||||
| schicht (Artenliste erstellen, Gesamtde- | |||||||||||
| ckung [%] nennen) | |||||||||||
| Deckungsanteil neophytischer Gehölzarten | ≤ 5% | > 5 bis ≤ 10 % | > 10 % | ||||||||
| gemäß Fußnote in der Baum- und Strauch- | |||||||||||
| schicht (Arten und Deckungsanteil [%] der | |||||||||||
| einzelnen Arten nennen) | |||||||||||
| Veränderungen der Hydrologie inklusive oberflächlicher Entwässerung, z. B. durch Gräben (Expertenvotum mit Begrün-dung) | keine | geringe bis mäßige, z. B. durch einige flache Grä- ben | starke Entwässerung, z. B. durch tiefe Gräben | ||||||||
| Fahrspuren und Bodenbearbeitung und forstliche Nutzung 1 | nicht sichtbar | sofern nicht A oder B | |||||||||
| keine | |||||||||||
| keine | |||||||||||
| Standortsverhältnisse, Nutzung | keine erkennbaren Ver- | keine wesentlichen Ver- änderungen der lebens- raumtypischen Standorts- verhältnisse | erhebliche Veränderungen der lebensraumtypischen Standortsverhältnisse | ||||||||
| änderungen der lebens- | |||||||||||
| raumtypischen Standorts- | |||||||||||
| verhältnisse | |||||||||||
| Schäden an der Vegetation | nicht zu erkennen oder festzustellen | maximal auf 1/3 der Flä- che | auf > 1/3 der Fläche |
[1] Initialpflanzungen sowie Maßnahmen im Zusammenhang mit der Buhnenerhaltung zählen nicht als Beeinträchtigung
Mecklenburg-Vorpommern - Ministerium für Klimaschutz, Landwirtschaft, 55 Ländliche Räume und Umwelt
[Seite 56]
Arbeitsanweisung zum Management von FFH-Waldlebensraumtypen
3.11 Pannonische Wälder mit Quercus petraea und Carpinus betulus (EU-Code 91G0*)
Definition Die Pannonischen Eichen-Hainbuchenwälder besiedeln in M-V natürlicher Weise die trocke-
nen, mäßig trockenen und frischen anhydromorphen Standorte mit mittlerer bis reicher Nähr-
kraftausstattung innerhalb des trockenen Tieflandsklimas t (Niederschläge um 500 mm/Jahr),
insofern es sich nicht um reliefbedingt kühl-feuchte Nordhänge handelt.
Auf wärme- und sonneneinstrahlungsbegünstigten Standorten des mäßig trockenen Tief-
landklimas kann der Lebensraumtyp im Einzelfall auch vorkommen.
Die Eichen (Stieleiche, Traubeneiche), Linden (Winter- und Sommerlinde) und die Hainbu-
che stellen die charakteristischen Baumarten der subkontinentalen Eichen-Hainbuchenwäl-
der dar. Als Nebenbaumarten können in unterschiedlichen Anteilen Esche, Elsbeere, Spit-
zahorn, Feldahorn, Feld- und Bergulme außerdem mit geringem Anteil Gemeiner Birke bei-
gemischt sein. Für die Mindestausstattung der Eichen-Hainbuchenwälder muss der Anteil
der standörtlich lebensraumtypischen Gehölzarten wenigsten 70% (Eichen, Linden, Hainbu-
chen >30 %) betragen. Die Krautschicht weist trophie- und feuchteabhängig ein den Buchen-
wäldern vergleichbares Arteninventar auf, ergänzt durch wärmeliebende Arten der thermo-
philen Säume.
Das potenzielle Vorkommen dieses Lebensraumtyps in M-V ist gering und beschränkt sich
auf sandig-lehmige und lehmig-mergelige Böden der Moränen in den östlichen und südöstli-
chen Landesteilen und kleinklimatisch bedingten Ausnahmen in anderen Landesteilen.
Die Humuszustände weisen eine Spannbreite von Moder bis Mull auf.
Kartierungs- und Abgrenzungshinweise
Die Mindestkartierfläche muss eine Größe von 0,1 ha und eine mittlere Breite von min-
destens 25 m aufweisen.
Grundlage der Abgrenzung sind vorhandene forstliche Unterlagen mit Angaben zu den
Stamm-Standortsgruppen aus der Karte der Forstlichen Standortskartierung sowie Anga-
ben zur Bestockung. Erstaufforstungen mit BHD unter 19 cm sind ausgeschlossen.
Als Mindestausstattung eines Wald-LRT 91G0* müssen Indikatorarten in der Krautschicht vor-
handen sein:
Mecklenburg-Vorpommern - Ministerium für Klimaschutz, Landwirtschaft, 56 Ländliche Räume und Umwelt
[Seite 57]
Arbeitsanweisung zum Management von FFH-Waldlebensraumtypen
Pflanzenarten mit hohem Indikationswert:
| Biotoptyp | Latein. Name | Deutscher Name | Biotoptyp | Latein. Name | Deutscher Name | ||
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| WHT / WEL | WES | Alliaria petiolata | Knoblauchsrauke | WES | Phleum phleoides | Steppen-Liesch- gras | |
| WES | Allium oleraceum | Kohl-Lauch | WES | Pimpinella saxifraga | Kleine Bibernelle | ||
| WES | Allium scoro- doprasum | Schlangen-Lauch | WHT / WEL | Poa nemoralis | Hain-Rispengras | ||
| WES | Arrhenatherum elatius | Gewöhnlicher Glatthafer | WHT / WEL | WES | Primula elatior | Hohe Schlüssel- blume | |
| WES | Brachypodium pinnatum | Fieder-Zwenke | WHT / WEL | WES | Primula veris | Echte Schlüssel- blume | |
| WHT / WEL | Brachypodium syl- vaticum | Wald-Zwenke | WHT / WEL | Pulmonaria obs- cura | Dunkles Lungen- kraut | ||
| WES | Chaerophyllum temulum | Hecken-Kälber- kropf | WHT / WEL | Sanicula euro- paea | Sanikel | ||
| WHT / WEL | Dactylis polygama | Wald-Knäuelgras | WES | Solidago virgau- rea | Echte Goldrute | ||
| WES | Euphorbia cyparis- sias | Zypressen-Wolfs- milch | WES | Thalictrum minus | Kleine Wiesenraute | ||
| WES | Geranium sangui- neum | Blutroter Storch- schnabel | WES | Trifolium medium | Mittlerer Klee | ||
| WHT / WEL | Hepatica nobilis | Leberblümchen | WES | Veronica teucrium | Großer Ehrenpreis | ||
| WHT / WEL | Lathyrus niger | Schwärzende Platterbse | WHT / WEL | Vicia cassubica | Kassuben-Wicke | ||
| WES | Orobanche caryo- phyllacea | Nelken-Sommer- wurz | WHT / WEL | Vicia sylvaticum | Wald-Wicke | ||
| WES | Peucedanum oreoselinum | Berg-Haarstrang | WES | Vincetoxicum hi- rundinaria | Weiße Schwalben- wurz |
Forstliche Standortsmerkmale
| Klimastufe | Standortsformengruppen |
|---|---|
| t (m-sonnenexponierte Lagen) | R3, RC3, R2, R2g, RC2, R1, RC1, NR3 |
| K3, KC3, K2, K2g, KC2, K1, KC1, NK3 | |
| M3, M3v, MC3, M2, M2g, M2v, MC2, MC2g, M+2, M+2g, M1, MC1 |
Mecklenburg-Vorpommern - Ministerium für Klimaschutz, Landwirtschaft, 57 Ländliche Räume und Umwelt
[Seite 58]
Arbeitsanweisung zum Management von FFH-Waldlebensraumtypen
Pflanzensoziologische Einordnung
| Pflanzen-sozi- ologische Ein- heit | lateinische Bezeich- nung | deutsche Bezeichnung | Weitere LRT und Verwechs- lungsmöglichkeiten ( ) |
|---|---|---|---|
| Klasse | Carpino-Fagetea | Edellaubholz- und Bu- chenwälder mäßig nähr- stoffarmer bis nährstoff- reicher Standorte | 9130 bei Dominanz der Bu- che auf kräftigen und rei- chen an- und semihydro- morphen Standorten 9150 bei Dominanz der Bu- che auf anhydromorphen Standorten mit hoch an- stehendem Kalk 9160 bei Dominanz der Stieleiche und Hainbuche auf kräftigen und reichen semi- und vollhydromor- phen Standorten 9180* Edellaubholzreiche Wälder auf steilen Hang- standorten kräftiger und reicher Trophie |
| Ordnung | Fagetalia sylvaticae | Buchen- und Buchen- mischwälder nährstoffrei- cher Standorte | 9130 bei Dominanz der Bu- che auf kräftigen und rei- chen an- und semihydro- morphen Standorten 9150 bei Dominanz der Bu- che auf anhydromorphen Standorten mit hoch an- stehendem Kalk 9160 bei Dominanz der Stieleiche und Hainbuche auf kräftigen und reichen semi- und vollhydromor- phen Standorten |
| Verband10 | Carpinion betuli | Eichen-Hainbuchenwälder | |
| Unterverband | Galio-sylvatici-Carpe- nion | gemäßigt kontinentale Ei- chen-Hainbuchenwälder | |
| Assoziation | Tilio-Carpinetum | Eichen-Linden-Hainbu- chenwald11 | |
| Verband | Sorbo-Fagion sylvati- cae | Gehölz trockener Kalk- und Mergelhänge | 9150 bei Dominanz der Bu- che auf anhydromorphen Standorten mit hoch an- stehendem Kalk |
| Assoziation12 | Vincetoxico hirundina- riae – Quercetum pe- traeae | Schwalbenwurz-Eichen- Trockenwald |
Abgrenzung gegen andere Lebensraumtypen Abgrenzung gegen 9110: Anteil der Buche ≥ 30%, Anteil von Linde, Eiche und Hainbuche ≤ 50% Abgrenzung gegen 9130: Anteil der Buche ≥ 30%, Anteil von Linde, Eiche und Hainbuche ≤ 50% Abgrenzung gegen 9150: Anteil der Buche ≥ 30% bzw. im Bereich steiler Lagen ≥ 30% zugunsten der Esche, oberflächig hoch anstehender Kalk und Kreide; Anteil von Linde, Eiche, Hainbuche ≤ 50 %, auf trockenen und mäßig frischen
10 BERG, C. et al.2004, weisen für MV diese pflanzensoziologischen Einheiten nicht extra aus. Sie wurden den Ausführungen von ELLENBERG, H 1996, entnommen und umfassen die trocken-frischen, mittleren-reichen Standorte ohne reliefbedingte Besonderheiten. 11 Winterlinden-Hainbuchenwald (WHW) nach Biotopkartieranleitung M-V 12 Diese Waldgesellschaft ist auf südlich exponierte Hänge beschränkt, die im Sommer einer starken Erwärmung unterliegen.
Mecklenburg-Vorpommern - Ministerium für Klimaschutz, Landwirtschaft, 58 Ländliche Räume und Umwelt
[Seite 59]
Arbeitsanweisung zum Management von FFH-Waldlebensraumtypen
Standorten; nur in den FFH-Gebieten DE1447-302 Jasmund und DE2242-302 Stauchmoräne nördlich von Remplin zu kartieren Abgrenzung gegen 9160: Eichenwälder auf vollhydromorphen Standorten Abgrenzung gegen 9180*: Anteil von Gemeiner Esche und Bergahorn ≥ 50 %, i. d. R. kühl- feuchte Hänge und deren Hangkuppen Abgrenzung gegen 9190: Eichenwälder bodensaurer Standorte mit armer bis mittlerer Tro- phie, eventueller Anteil von Linde und Hainbuche gering; weniger als drei lebensraumtypische Trennarten vorhanden
Biotope des LRT 91G0* WEL - Hainbuchen-Winterlinden-Traubeneichenwald WES - Linden-Traubeneichen-Trockenwald WHT - Traubeneichen-Winterlinden-Hainbuchenwald
Lebensraumtypische Baumarten Acer campestre, Acer platanoides, Betula pendula, Carpinus betulus, Fraxinus excelsior, Malus sylvestris, Prunus avium, Quercus petraea, Quercus robur, Sorbus torminalis, Tilia cordata, Tilia platyphyllos, Ulmus glabra, Ulmus minor
Maßgebliche Bestandteile
| Standörtliche Voraussetzungen: | Kontinental geprägtes Klima; reiche bis mittlere Bodenverhält- | ||
|---|---|---|---|
| nisse ohne bzw. mit geringem Grundwassereinfluss | |||
| Lebensraumstrukturen: | Mehrere Waldentwicklungsphasen / Kronenschlussgrad; Totholz, Biotopbäume, artenreiche Baum-, Strauch- und Krautschicht | ||
| Funktionale Beziehungen auch außerhalb des FFH-Gebietes: | Angrenzende Flächen (Waldklima, Artenpotenzial,) |
Mecklenburg-Vorpommern - Ministerium für Klimaschutz, Landwirtschaft, 59 Ländliche Räume und Umwelt
[Seite 60]
Arbeitsanweisung zum Management von FFH-Waldlebensraumtypen
Bewertung des Erhaltungszustands (Wald-LRT 91G0*)
| A – hervorragend | B - gut | C - mäßig bis durch- | ||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| Erhaltungszustand | ||||||
| schnittlich | ||||||
| hervorragende Ausprägung | gute Ausprägung | durchschnittliche Aus- prägung | ||||
| Vollständigkeit der lebens- | ||||||
| raumtypischen Habitatstruktu- | ||||||
| ren | ||||||
| ≥ 3 Waldentwicklungsphasen, dabei Auftreten der Phasen 5 und 6 in der Summe auf ei- nem Flächenanteil von 40% | ≥ 2 Waldentwicklungsphasen, dabei Auftreten der Phasen 5 und 6 in der Summe auf ei- nem Flächenanteil von 20% | sofern nicht A oder B | ||||
| Waldentwicklungsphasen | ||||||
| Biotopbäume | > 6 Stück / ha | > 3 Stück / ha | sofern nicht A oder B | |||
| > 3 Stück/ha, dabei sowohl liegendes als auch stehendes vorhanden | > 1 bis ≤ 3 Stück/ha, dabei liegendes und/oder stehen- des vorhanden | sofern nicht A oder B | ||||
| Totholz | ||||||
| lebensraumtypisches Ar- teninventar vorhanden | lebensraumtypisches Ar- teninventar weitgehend vorhanden | lebensraumtypisches Arteninventar nur in Teilen vorhanden | ||||
| lebensraumtypisches Ar- | lebensraumtypisches | |||||
| Vollständigkeit des lebens- | ||||||
| teninventar weitgehend | Arteninventar nur in | |||||
| raumtypischen Arteninventars | ||||||
| vorhanden | Teilen vorhanden | |||||
| ≥ 90 % der Arten sind lebens- raumtypisch | ≥ 80 % der Arten sind lebens- raumtypisch | ≥ 70 % der Arten sind le- bensraumtypisch | ||||
| Haupt- und Nebenbaumarten | ||||||
| keine / geringe Beeinträch- | mäßige Beeinträchtigungen | starke Beeinträchtigun- | ||||
| Beeinträchtigungen | ||||||
| tigungen | gen | |||||
| ≤ 5% | > 5 bis ≤ 25 % | > 25 % | ||||
| Deckungsanteil von Störungs-/ | ||||||
| Eutrophierungszeigern (inkl. Neo- | ||||||
| phyten) in der Krautschicht (Ar- | ||||||
| tenliste erstellen, Gesamtdeckung | ||||||
| [%] nennen | ||||||
| 0% | > 0 bis ≤ 10 % | > 10 % | ||||
| Deckungsanteil neophytischer | ||||||
| Gehölzarten in der Baum- und | ||||||
| Strauch-schicht (Arten und De- | ||||||
| ckungsanteil [%] der einzelnen | ||||||
| Arten nennen) | ||||||
| < 10 % Flächenanteil (mind. 40m Abstand), keine Fahr- spuren und Gleisbildung au- ßerhalb von Feinerschlie- ßungslinien und Gleisbildung auf den Rückelinien höchs- tens gering | 11-15 % Flächenanteil (>20m Abstand), wenige Fahrspuren und Gleisbildung außerhalb von Feinerschließungslinien und/oder mäßige Gleisbil- dung auf den Rückelinien | > 15 % Flächenanteil (bis 20m Abstand), erhebliche Fahrspuren und Gleisbil- dung außerhalb von Fei- nerschließungslinien oder starke Gleisbildung auf den Rückelinien | ||||
| Befahrungsschäden | ||||||
| Schäden an der Waldvegetation | ≤ 5% | > 5 bis ≤ 25 % | > 25 % | |||
| Weitere Beeinträchtigungen (gut- | ≤ 5% | > 5 bis ≤ 25 % | > 25 % | |||
| achterliche Einschätzung) |
Mecklenburg-Vorpommern - Ministerium für Klimaschutz, Landwirtschaft, 60 Ländliche Räume und Umwelt
[Seite 61]
Arbeitsanweisung zum Management von FFH-Waldlebensraumtypen
3.12 Mitteleuropäische Flechten-Kiefernwälder (EU-Code 91T0)
Definition
Zum Lebensraumtyp gehören die flechtenreichen Kiefernwälder auf bodensauren Sand-
standorten im Binnenland des nordostdeutschen Tieflands mit der Vegetation der Gesell-
schaft Cladino-Pinetum sylvestris innerhalb des Verbandes Dicrano-Pinion sylvestris. Die
Flechten-Kiefernwälder des Wald-LRT besiedeln extrem arme, arme und ziemlich arme tro-
ckene bis mäßig frische Sandböden, bei denen es sich um anthropogen entstandene Rohbö-
den (z.B. Truppenübungsplätze und Binnendünen) mit weitgehend fehlender Humusdecke
handelt.
Die Flechten-Kiefernwälder des Wald-LRT besitzen ihren aktuellen Verbreitungsschwerpunkt
im Dünensandgebiet innerhalb des weichselglazialen Urstromtales zwischen Lübtheen, Lud-
wigslust und Dömitz sowie auf ehemals entwaldeten Sanderflächen der Griesen Gegend und
im Neustrelitzer Klein Seenland südlich von Neustrelitz. Kleinflächig kommt der Flechten-Kie-
fernwald auch am Rande der großen Truppenübungsplätze in der Ueckermünder Heide öst-
lich von Torgelow vor.
Der Lebensraumtyp wird von der Gemeinen Kiefer (Pinus sylvestris) als Hauptbaumart mit
mehr als 30 % dominiert und kann Nebenbaumarten wie Traubeneiche (Quercus petraea),
Stieleiche (Quercus robur), Gemeine Birke (Betula pendula), Aspe (Populus tremula) und
Vogelbeere (Sorbus aucuparia) aufweisen. An der Deckung der vorhandenen Bodenvegeta-
tion besitzen Strauchflechten einen Anteil von mindestens 10 %.
Zur Wahrung seiner Lebensraumfunktionen benötigt der Flechten-Kiefernwald ein Mosaik
aus vegetationsarmen bis vegetationslosen Blößen und waldbestockten Flächen in günstiger
räumlicher Verzahnung. Dabei sind neben einem relativ niedrigen Kronenschlussgrad inner-
halb der waldbestockten Flächen besonders Störungen der natürlichen Prozesse der Boden-
und Vegetationsentwicklung (z. B. durch Übersandung) von Bedeutung.
Flechten-Kiefernwälder stellen ein Pionierstadium der Waldentwicklung auf rohen bodensau-
ren Sandböden dar. Mit zunehmender Bodenalterung und Sukzession entwickeln sich die
Flechten-Kiefernwälder über Beerstrauch- oder Drahtschmielen-Kiefernwälder zu bodensau-
ren Laubwäldern.
Forstliche Standortsmerkmale
| Standortsformengruppen | Humusform |
|---|---|
| A3, A3v, A2, A2v, A2g, A+2, A+2g Z3, Z3v, Z2, Z2v, Z2g, Z+2, Z+2g | Hu – Hungerrohhumus, Rb - Rohbodenhumus |
Mecklenburg-Vorpommern - Ministerium für Klimaschutz, Landwirtschaft, 61 Ländliche Räume und Umwelt
[Seite 62]
Arbeitsanweisung zum Management von FFH-Waldlebensraumtypen
Pflanzensoziologische Einordnung
| Pflanzen-soziolo- gische Einheit | lateinische Bezeichnung | deutsche Bezeichnung und Biotoptyp | Weitere LRT und Ver- wechslungsmöglich- keiten ( ) |
|---|---|---|---|
| Klasse | Vaccinio-Piceatea | Boreal-hochmontane Nadelwäl- der | |
| Ordnung | Piceatalia excelsae | Bodensaure NadelwälderEurasi- ens | |
| Verband | Dicrano-Pinion syl- vestris | Trockene Tieflands-Kiefern-Vor- wälder und Kiefern-Halbforste nährstoffarmer, saurer Standorte | |
| Assoziation | Cladino-Pinetum sylvestris | Flechten-Kiefernwald; WKF | 2180 auf Küsten-dü- nen; (91U0 bei Dominanz östlich verbreiteter Sandtrockenrasen- arten) |
Abgrenzung gegen andere Lebensraumtypen Abgrenzung gegen 91U0: nur auf M3, MC3, K3 und KC3 Abgrenzung gegen 2180: nur auf Küstendünen Abgrenzung gegen 2310, 2330, 4010: keine Waldeigenschaft (Kronenschluss < 0,5; Flächen im Offenland < 0,5 ha oder mittlere Breite < 25 m)
Biotope des LRT 91T0 WKF - Flechten-Kiefernwald
Lebensraumtypische Pflanzenarten: Gehölzschicht: Betula pendula, Calluna vulgaris, Pinus sylvestris, Populus tremula, Quercus pet- rea, Quercus robur, Sorbus aucuparia, Vaccinium vitis-idaea Krautschicht: Aira caryophyllea, Aira praecox, Carex arenaria, Corynephorus canescens, Festuca ovina, Hieracium pilosella, Hieracium umbellatum, Jasione montana, Rumex acetosa Moosschicht: Dicranum scoparius, Hypnum cupressiforme agg., Polytrichum piliferum, Ptilidium ciliare Strauchflechten: Cladonia arbuscula ssp. mitis, Cladonia foliacea, Cladonia furcata ssp. furcata, Cladonia glauca, Cladonia gracilis, Cladonia macilenta, Cladonia portentosa, Cladonia rangiferina, Cladonia squamosa, Cladonia uncialis
Maßgebliche Bestandteile
| Standörtliche Voraussetzungen: | trockene bis mäßig frische Standorte auf armen und ziemlich armen | ||
|---|---|---|---|
| Sandböden mit den Humusformen Hungerrohhumus (Hu) und Rohbo- | |||
| denhumus (Rb) | |||
| Lebensraumstrukturen: | lichtes Kronendach mit ausgeprägtem Lückensystem (Lichtungen, Blößen) | ||
| Funktionale Beziehungen auch außer- halb des FFH-Gebietes: | die Verzahnung mit Trockenrasen, Heiden und ähnlichen Flächen er- höht das Artenpotenzial |
Mecklenburg-Vorpommern - Ministerium für Klimaschutz, Landwirtschaft, 62 Ländliche Räume und Umwelt
[Seite 63]
Arbeitsanweisung zum Management von FFH-Waldlebensraumtypen
Bewertung des Erhaltungszustandes (Wald-LRT 91T0)
| Erhaltungszustand | A – hervorragend | B - gut | C - mäßig bis durchschnittlich | ||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Vollständigkeit der lebens- raumtypischen Habitatstruk- turen | hervorragende Ausprägung | gute Ausprägung | durchschnittliche Ausprägung | ||||||||
| Waldentwicklungsphasen und | ≥ 3 Waldentwicklungsphasen, dabei Auftreten der Phase 3 und höher | Auftreten mind. einer Baum- holzphase (Phase 3 oder hö- her) | sofern nicht A oder B | ||||||||
| Deckung [%] von Strauchflech- | ≥ 25 % im überwiegenden Teil des jeweiligen Vorkommens | ≥ 15 bis < 25 % im überwiegen- den Teil des jeweiligen Vorkom- mens | < 15 % im überwiegenden Teil des jeweiligen Vorkommens | ||||||||
| ten (inkl. Cladonia-Arten mit | |||||||||||
| becher- und stabförmigen Po- | |||||||||||
| detien) auf dem Waldboden 1) | |||||||||||
| Biotopbäume | > 6 Stück / ha | > 3 Stück / ha | sofern nicht A oder B | ||||||||
| Totholz | > 3 Stück/ha, dabei sowohl lie- gendes als auch stehendes vorhanden | ≥ 1 bis ≤ 3 Stück/ha, dabei lie- gendes und/oder stehendes vorhanden | sofern nicht A oder B | ||||||||
| Vollständigkeit des lebens- raumtypischen Arteninven- tars | lebensraumtypisches Arten- inventar vorhanden | lebensraumtypisches Arten- inventar weitgehend vorhan- den | lebensraumtypisches Arteninven- tar nur in Teilen vorhanden | ||||||||
| Haupt- und Nebenbaumarten | ≥ 90 % der Arten sind lebens- | ≥ 80 % der Arten sind lebens- raumtypisch | ≥ 70 % der Arten sind lebensraumty- | ||||||||
| und | raumtypisch | pisch | |||||||||
| Anzahl typischer Arten der | > 6 | 3-5 | ≤ 2 | ||||||||
| Strauch-/Becherflechten | |||||||||||
| Beeinträchtigungen | keine / geringe Beeinträchti- | mäßige Beeinträchtigungen | starke Beeinträchtigungen | ||||||||
| gungen | |||||||||||
| Deckungsanteil von Störungs-/ Eutrophierungszeigern (inkl. Neophyten) in der Krautschicht (Artenliste erstellen, Gesamt- deckung [%] nennen | ≤ 5% | > 5 bis ≤ 25 % | > 25 % | ||||||||
| Deckungsanteil neophytischer Gehölzarten in der Baum- und Strauchschicht (Arten und De- ckungsanteil [%] der einzelnen Arten nennen) | ≤ 5% | > 5 bis ≤ 10 % | > 10 % | ||||||||
| Befahrungsschäden | ≤ 5 % Flächenanteil (mind. 40m Abstand), keine Fahrspu- ren und Gleisbildung außer- halb von Feinerschließungsli- nien und Gleisbildung auf den Rückelinien höchstens gering | > 5 bis ≤ 10 % Flächenanteil (>20m Abstand), wenige Fahr- spuren und Gleisbildung außer- halb von Feinerschließungsli- nien und/oder mäßige Gleisbil- dung auf den Rückelinien | > 10 % Flächenanteil (bis 20m Ab- stand), erhebliche Fahrspuren und Gleisbildung außerhalb von Feiner- schließungslinien oder starke Gleis- bildung auf den Rückelinien | ||||||||
| Deckung [%] Degeneration an- zeigender Gräser, insbeson- dere Deschampsia flexuosa | ≤ 5% | > 5 bis ≤ 25 % | > 25 % | ||||||||
| Schäden an der Waldvegeta- | ≤ 5% | > 5 bis ≤ 25 % | > 25 % | ||||||||
| tion | |||||||||||
| Weitere Beeinträchtigungen | ≤ 5% | > 5 bis ≤ 25 % | > 25 % | ||||||||
| (gutachterliche Einschätzung) |
Erfasst werden neophytische Gehölzarten, bei denen die Gefahr einer unkontrollierbaren Vermehrung bzw. Aus- breitung besteht, insbesondere Acer negundo (Eschen-Ahorn), Ailanthus altissima (Götterbaum), Amelanchier lamarckii (Kupfer-Felsenbirne), Buddleja davidii (Fliederspeer), Fraxinus pennsylvanica (Rot-Esche), Fraxinus americana (Weiß-Esche), Mahonia spp. (Mahonien), Prunus laurocerasus (Lorbeerkirsche), Prunus serotina (Spätblühende Traubenkirsche), Rhus spp. (Essigbaum), Robinia pseudoacacia (Robinie), Symphoricarpus spp. (Schneebeere). Weitere neophytische Gehölzarten können berücksichtigt werden, wenn nach gutachterlicher Ein- schätzung im Einzelfall die Gefahr einer unkontrollierbaren Vermehrung bzw. Ausbreitung besteht.
Mecklenburg-Vorpommern - Ministerium für Klimaschutz, Landwirtschaft, 63 Ländliche Räume und Umwelt
[Seite 64]
Arbeitsanweisung zum Management von FFH-Waldlebensraumtypen
3.13 Kiefernwälder der sarmatischen Steppe (EU-Code 91U0)
Definition
Zum Lebensraumtyp gehören Kiefernwälder im Binnenland des nordostdeutschen Tieflands
auf basenreicheren oder kalkhaltigen Sandstandorten mit Vegetation der Gesellschaft
Peucedano oreoselini – Pinetum sylvestris innerhalb des Verbandes Festuco- Pinion. Ausbil-
dungen des Steppen-Kiefernwaldes kommen nur kleinflächig entwickelt auf mesoklimatisch
wärmebegünstigten trockenen Standorten mit mittlerer bis kräftiger Trophie vor, bei denen es
sich um anthropogen entstandene Rohböden mit unterbrochener oder gestörter Humus-
bzw. Oberbodenentwicklung handelt (z.B. Waldrodung, Ackernutzung, Freilage, Trockenra-
sen, Waldweide, Streunutzung). Charakteristische Standorte stellen basenreichere Sande
der Binnendünen, Oszüge, sandig-kiesige Erosionshänge, Talhänge und Hänge der großen
Zungenbecken dar. Aktuelle Vorkommen gibt es am Ostufer der Feisneck bei Waren, im
NSG Schwarze Berge im Uecker-Randow-Tal und an Hängen der Travemündung.
Der Lebensraumtyp wird von der Gemeinen Kiefer (Pinus sylvestris) als Hauptbaumart mit
mehr als 30 % dominiert und kann Nebenbaumarten wie Traubeneiche (Quercus petraea),
Stieleiche (Quercus robur), Gemeine Birke (Betula pendula) und Aspe (Populus tremula) auf-
weisen. An der Bodenvegetation besitzen licht- und wärmeliebende „Sandtrockenrasenarten“
die ihren Verbreitungsschwerpunkt z. T. im östlichen Mitteleuropa oder in Osteuropa haben,
einen prägenden Anteil. Zur Wahrung seiner Lebensraumfunktionen benötigt der Steppen-
Kiefernwald daher einen niedrigen Kronenschlussgrad mit einem ausgeprägten System von
Lichtungen und Blößen. Dabei sind innerhalb der waldbestockten Flächen besonders Störun-
gen der natürlichen Prozesse der Boden- und Vegetationsentwicklung von Bedeutung.
Steppen-Kiefernwälder stellen in M-V ein Vorwaldstadium dar. Bei ungestörter Bodenalte-
rung und Sukzession entwickeln sich die Steppen-Kiefernwälder zu mesophilen Laubwäl-
dern.
Kartierungs- und Abgrenzungshinweise
Grundlage der Abgrenzung sind vorhandene forstliche Unterlagen mit Angaben zu den
Stamm-Standortsgruppen aus der Karte der Forstlichen Standortskartierung sowie Anga-
ben zur Bestockung.
Forstliche Standortsmerkmale
Standortsformengruppen K3, KC3, M3, MC3
Mecklenburg-Vorpommern - Ministerium für Klimaschutz, Landwirtschaft, 64 Ländliche Räume und Umwelt
[Seite 65]
Arbeitsanweisung zum Management von FFH-Waldlebensraumtypen
Pflanzensoziologische Einordnung
| Pflanzen-soziolo- gische Einheit | lateinische Bezeichnung | deutsche Bezeichnung und Biotoptyp | Weitere Wald-LRT und Ver- wechslungsmöglichkeiten |
|---|---|---|---|
| Klasse | Vaccinio-Piceatea | Boreal-hochmontane Na- delwälder | |
| Ordnung | Piceatalia excelsae | Bodensaure Nadelwälder Eurasiens | |
| Verband | Festuco-Pinion syl- vestris | Waldsteppen-Kiefern- Wälder und -halbforste | |
| Assoziation | Peucedano oreose- lini-Pinetum sylve- stris | Haarstrang-Kiefern-Tro- ckenwald; WKS | 2180 auf Küstendünen; (91T0 bei Dominanz acido- philer Strauchflechten) |
Abgrenzung gegen andere LRT Abgrenzung gegen 91T0: nur auf A- und Z-Standorten Abgrenzung gegen 2180: nur auf Küstendünen Abgrenzung gegen 2330, 6120*: keine Waldeigenschaft (Kronenschluss < 0,5; Flächen im Offenland < 0,5 ha oder mittlere Breite < 25 m)
Biotope des LRT 91U0 WKS - Steppen-Kiefernwald mäßig nährstoffversorgter bis kräftiger Standorte
Lebensraumtypische Baumarten: Betula pendula, Pinus sylvestris, Populus tremula, Quercus petraea, Quercus robur
Pflanzenarten mit hohem Indikationswert für den hervorragenden Erhaltungszustand des Wald-LRT: Astragalus arenarius, Dianthus arenarius, Filipendula vulgaris, Melampyrum arvense, Peucedanum oreoselinum, Pulsatilla pratensis, Pulsatilla vulgaris, Silene otites,
Maßgebliche Bestandteile
| Standörtliche Voraussetzungen: | trockene wärmebegünstigte Standorte auf basenreichen oder kalkhal- | ||
|---|---|---|---|
| tigen Sanden | |||
| Lebensraumstrukturen: | lichtes Kronendach mit ausgeprägtem Lückensystem (Lichtungen, Blößen) | ||
| Funktionale Beziehungen auch außer- halb des FFH-Gebietes: | die Verzahnung mit Trockenrasen und ähnlichen Flächen erhöht das Artenpotenzial |
Mecklenburg-Vorpommern - Ministerium für Klimaschutz, Landwirtschaft, 65 Ländliche Räume und Umwelt
[Seite 66]
Arbeitsanweisung zum Management von FFH-Waldlebensraumtypen
Bewertung des Erhaltungszustandes (Wald-LRT 91U0)
| Erhaltungszustand | A – hervorragend | B - gut | C - mäßig bis durch- | ||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| schnittlich | |||||||||||
| Vollständigkeit der lebens- raumtypischen Habitatstruktu- ren | hervorragende Ausprä- gung | gute Ausprägung | durchschnittliche Aus- prägung | ||||||||
| Waldentwicklungsphasen | ≥ 3 Waldentwicklungspha- sen, dabei Auftreten der Phase 3 und höher | Auftreten mind. einer Baumholzphase (Phase 3 oder höher) | sofern nicht A oder B | ||||||||
| Biotopbäume | > 6 Stück / ha | > 3 Stück / ha | sofern nicht A oder B | ||||||||
| Totholz | > 3 Stück/ha, dabei sowohl liegendes als auch stehen- des vorhanden | > 1 bis ≤ 3 Stück/ha, dabei liegendes und/oder ste- hendes vorhanden | sofern nicht A oder B | ||||||||
| Vollständigkeit des lebens- raumtypischen Arteninventars | lebensraumtypisches Arteninventar vorhan- den | lebensraumtypisches Arteninventar weitge- hend vorhanden | lebensraumtypisches Arteninventar nur in Teilen vorhanden | ||||||||
| Haupt- und Nebenbaumarten | ≥ 90 % der Arten sind le- | ≥ 80 % der Arten sind le- bensraumtypisch | ≥ 70 % der Arten sind le- | ||||||||
| bensraumtypisch | bensraumtypisch | ||||||||||
| Beeinträchtigungen | keine / geringe Beein- | mäßige Beeinträchti- | starke Beeinträchtigun- | ||||||||
| trächtigungen | gungen | gen | |||||||||
| Deckungsanteil von Störungs-/ Eutrophierungszeigern (inkl. Ne- ophyten) in der Krautschicht (Ar- tenliste erstellen, Gesamtde- ckung [%] nennen | ≤ 5% | > 5 bis ≤ 25 % | > 25 % | ||||||||
| Deckungsanteil neophytischer Gehölzarten in der Baum- und Strauch-schicht (Arten und De- ckungsanteil [%] der einzelnen Arten nennen) | ≤ 5% | > 5 bis ≤ 10 % | > 10 % | ||||||||
| Deckung [%] Degeneration an- zeigender Gräser, insbesondere Deschampsia flexuosa | ≤ 5% | > 5 bis ≤ 25 % | > 25 % | ||||||||
| Befahrungsschäden | < 10 % Flächenanteil (mind. 40m Abstand), keine Fahrspuren und Gleisbildung außerhalb von Feinerschließungsli- nien und Gleisbildung auf den Rückelinien höchs- tens gering | 11-15 % Flächenanteil (>20m Abstand), wenige Fahrspuren und Gleisbil- dung außerhalb von Fei- nerschließungslinien und/oder mäßige Gleisbil- dung auf den Rückelinien | > 15 % Flächenanteil (bis 20m Abstand), erhebliche Fahrspuren und Gleisbil- dung außerhalb von Fei- nerschließungslinien oder starke Gleisbildung auf den Rückelinien | ||||||||
| Schäden an der Waldvegetation | ≤ 5% | > 5 bis ≤ 25 % | > 25 % | ||||||||
| Weitere Beeinträchtigungen (gut- | ≤ 5% | > 5 bis ≤ 25 % | > 25 % | ||||||||
| achterliche Einschätzung) |
Mecklenburg-Vorpommern - Ministerium für Klimaschutz, Landwirtschaft, 66 Ländliche Räume und Umwelt
[Seite 67]
Arbeitsanweisung zum Management von FFH-Waldlebensraumtypen
4. Anlagen
4.1 Kartierhinweise zur Erfassung von Moorwäldern 91D0*
Grundsätzlich sind für die zweifelsfreie Kartierung vom Wald-LRT 91D0* Vorkennt-
nisse zu Entstehungsgeschichte, der Ökologie und der naturräumlichen Einordnung
von Mooren notwendig. Ebenso sind Vorkenntnisse zur Siedlungsgeschichte und zur
Landnutzung in MV notwendig, um eine sichere Bewertung von Moorwäldern vorneh-
men zu können. Die Unterschiede zwischen den hydrologischen Moortypen (z. B.
Verlandungsmoor, Kesselmoor, Durchströmungsmoor, Regenmoor etc.) als auch
zwischen den ökologischen Moortypen (Sauer-Armmoor, Sauer-Zwischenmoor, Ba-
sen-Zwischenmoor, Kalk-Zwischenmoor etc.) sollten den Bearbeitern in Theorie und
Praxis bekannt sein.
Moorwälder können sowohl primäre als auch sekundäre Lebensraumtypen darstel-
len, letztere entstehen häufig nach Entwässerung und Torfnutzung.
Des Weiteren können sich verschiedene Faktoren (z. B. Klima, Abtorfung, Entste-
hungsgeschichte) überlagern und sich unterschiedlich beeinflussen, was eine Einord-
nung und Bewertung von Moorwäldern erschwert. Zum Beispiel kann der weitgehend
unbeeinflusste Moorwald eines Sauer-Armmoores im Bereich der Verbreitungs-
grenze von Regenmooren in MV wesentlich „entwässerter“ aussehen, trotz der Na-
türlichkeit dieses Sukzessionsprozesses, als der sekundäre Moorwald auf einem ab-
getorften Regenmoor im klimatischen Optimum.
Häufig sind Übergänge zwischen den verschiedenen Moortypen zu finden. Um diese
Moore und deren Moorwälder erkennen und bewerten zu können, sind ebenso
Kenntnisse über die bisherige Entwicklungsgeschichte und die mögliche weitere Ent-
wicklung notwendig. Diese Kenntnisse sind bei dem vorhandenen Grundlagenwissen
(s. o.) meist logisch ableitbar.
Anders als pflanzensoziologische Einheiten basieren die Zustands-Vegetationsfor-
mengruppen der SEA 95 als Ansprachehilfe für Moorstandorte auf einem dynami-
schen nachvollziehbaren naturräumlichen Gesamtkonzept und ermöglichen die Ein-
stufung in die aktuelle Trophie- und Wasserversorgung.
Je nährstoffärmer und je wassergesättigter ein ph-saures Moor ist, umso spezialisier-
ter und damit i. d. R. artenärmer ist dieses. Basen- und Kalk-Zwischenmoore weisen
trotz ihrer relativen Nährstoffarmut eine deutlich höhere Pflanzenartenvielfalt auf. Der
Mecklenburg-Vorpommern - Ministerium für Klimaschutz, Landwirtschaft, 67 Ländliche Räume und Umwelt
[Seite 68]
Arbeitsanweisung zum Management von FFH-Waldlebensraumtypen
Wald-LRT 91D0* kann nur unter bestimmten Wasserverhältnissen existieren. Natürli-
cherweise ist dieser Moorwald eine Folge der hydrologischen Zonierung eines Moo-
res in Abhängigkeit von dessen Sukzessions- und Alterungsprozesses, oder, (und
das ist in MV häufig der Fall), eine Folge von Entwässerung und Abtorfung. Eine da-
nach wieder einsetzende oder einsetzbare natürliche Entwicklung ist fallweise mög-
lich.
Moorwälder auf Basen- und Kalk-Zwischenmooren reagieren mit ihrem Pflanzenar-
tenspektrum sehr empfindlich auf Entwässerungen und lassen sich deshalb nach
derzeitigen Erkenntnissen nicht nach den Nährkraftstufen „Z“ und „M“ trennen. Des-
halb werden diese Moorwälder auf den vermuteten OZC3 und OMC3 Standorten zu-
sammengefasst. Auf „A“ Standorten sind Moorwälder dieser Ausprägungen in M-V
nicht bekannt. Für Moorwälder auf OZC2- und OMC2-Standorten existieren in MV
derzeit keine statistisch gesicherten Vegetationsaufnahmen. Diese Moorwälder tre-
ten ohnehin nur sehr kleinflächig auf (z. B. Kalkflachmoor Zarrentin am Schaalsee)
und weisen je nach Typ meist höhere Deckungen von Cladium mariscus, Carex ap-
propinquata, Thelypteris palustris oder Calliergonella spec. und anderen Braunmoo-
sen auf.
4.2 Kartierung von Mooren mit kürzlich veränderten Wasserständen (infolge Wiedervernässung oder Entwässerung)
Die Ansprache des Wald-LRT erfolgt über die Zustands-Vegetationsform (als For-
mengruppe). Diese entspricht in wiedervernässten oder entwässerten Mooren in wel-
chen sich die Vegetation noch nicht an den geänderten Wasserstand angepasst hat,
nicht der Stamm-Standortsformengruppe.
Das bedeutet, dass ein über den aktuellen Wasserstand als
- O..4-Standort kartiertes Moor, welches über die Vegetation mit Torfmoosen als To-
SiKi, BrSeBi oder ToSkBi (siehe nachfolgende Seiten) angesprochen wird, als LRT
ausgewiesen wird.
-O..3-Standort kartiertes Moor, welches in der Bodenvegetation keine Torfmoose auf-
weist, nicht als LRT ausgewiesen wird.
Mecklenburg-Vorpommern - Ministerium für Klimaschutz, Landwirtschaft, 68 Ländliche Räume und Umwelt
[Seite 69]
Arbeitsanweisung zum Management von FFH-Waldlebensraumtypen
Die Diskrepanz zwischen Zustands-Vegetationsform und Stamm-Standortsformen-
gruppe geht bei Entwässerungen in die Bewertung des Kriteriums Beeinträchtigun-
gen ein und muss in jedem Fall im MAP erläutert werden.
Mecklenburg-Vorpommern - Ministerium für Klimaschutz, Landwirtschaft, 69 Ländliche Räume und Umwelt
[Seite 70]
Arbeitsanweisung zum Management von FFH-Waldlebensraumtypen
Stamm-Standortsformengruppe OA2 Zustands-Vegetationsformengruppe: Torfmoos-Wollgras-Kiefern-Birken-Formengruppe ToWoKi
Feuchtestufe sumpfig sumpfig Grundwasserform 13 23 33 Humusform keine
Kennzeichnende Pflanzenarten (besonders charakteristische Arten grau)
beim Auftreten der Art nur geringe Deckung beim Auftreten der Art nur geringe Deckung beim Auftreten der Art nur geringe Deckung
beim Auftreten der Art nur geringe Deckung hochstete Art mit oft hoher Deckung
Trennart (auf OZ2 Standorten nicht vorhanden) Trennart (auf OZ2 Standorten nicht vorhanden)
Trennart (auf OZ2 Standorten nicht vorhanden)
| Andromeda polifolia | ||
|---|---|---|
| Aulacomnium palustre | ||
| Betula pubescens B | ||
| Calluna vulgaris S | ||
| Carex lasiocarpa | ||
| Carex nigra | ||
| Carex rostrata | ||
| Cephalozia connivens | ||
| Drosera rotundifolia | ||
| Erica tetralix S | ||
| Eriophorum angustifolium | ||
| Eriophorum vaginatum | ||
| Frangula alnus B | ||
| Ledum palustre S | ||
| Molinia caerulea | ||
| Oxycoccus palustris S | ||
| Pinus sylvestris B | ||
| Pleurozium schreberi | ||
| Polytrichum commune | ||
| Polytrichum strictum | ||
| Sorbus aucuparia B | ||
| Sphagnum fallax | ||
| Sphagnum fimbriatum | ||
| Sphagnum fuscum | ||
| Sphagnum magellanicum | ||
| Sphagnum palustre | ||
| Sphagnum recurvum | ||
| Sphagnum rubellum | ||
| Vaccinium myrtillus S | ||
| Vaccinium uliginosum S |
Mecklenburg-Vorpommern - Ministerium für Klimaschutz, Landwirtschaft, 70 Ländliche Räume und Umwelt
[Seite 71]
Arbeitsanweisung zum Management von FFH-Waldlebensraumtypen
Stamm-Standortsformengruppe OA3 Zustands-Vegetationsformengruppe: Torfmoos-Siebenstern-Kiefern-Birken-Formengruppe ToSiKi
Feuchtestufe nass 24 34 Grundwasserform 44 Humusform keine
Kennzeichnende Pflanzenarten (besonders charakteristische Arten grau)
meist nur im Küstenraum auftretend
hochstete Art oft noch mit hoher Deckung
Trennart (auf OZ3 Standorten selten, auf OA2 Standorten nicht vorhanden) im Küstenraum meist mit höherer Deckung meist nur im Küstenraum auftretend
Trennart (auf OZ3 Standorten selten vorhanden)
Trennart (auf OZ3 Standorten nicht vorhanden) Trennart (auf OZ3 Standorten nicht vorhanden)
Trennart (auf OZ3 Standorten nicht vorhanden) Trennart (auf OZ3 Standorten nicht vorhanden)
Trennart (auf OZ3 Standorten nicht vorhanden)
| Aulacomnium palustre | ||
|---|---|---|
| Avenella flexuosa | ||
| Betula pubescens B | ||
| Calluna vulgaris S | ||
| Carex nigra | ||
| Cephalozia connivens | ||
| Dryopteris carthusiana | ||
| Empetrum nigrum | ||
| Erica tetralix | ||
| Eriophorum angustifolium | ||
| Eriophorum vaginatum | ||
| Frangula alnus B | ||
| Ledum palustre S | ||
| Leucobryum glaucum | ||
| Leucobryum glaucum | ||
| Molinia caerulea | ||
| Myrica gale S | ||
| Oxycoccus palustris S | ||
| Pinus sylvestris B | ||
| Pleurozium schreberi | ||
| Pohlia nutans | ||
| Polytrichum commune | ||
| Polytrichum strictum | ||
| Quercus robur B | ||
| Scleropodium purum | ||
| Sorbus aucuparia B | ||
| Sphagnum fallax | ||
| Sphagnum fimbriatum | ||
| Sphagnum fuscum | ||
| Sphagnum magellanicum | ||
| Sphagnum palustre | ||
| Sphagnum papillosum | ||
| Sphagnum rubellum | ||
| Sphagnum recurvum agg. | ||
| Trientalis europaea | ||
| Vaccinium myrtillus S | ||
| Vaccinium uliginosum S |
Mecklenburg-Vorpommern - Ministerium für Klimaschutz, Landwirtschaft, 71 Ländliche Räume und Umwelt
[Seite 72]
Arbeitsanweisung zum Management von FFH-Waldlebensraumtypen
Stamm-Standortsformengruppe OZC2, OZC3, OMC2, OMC3 Zustands-Vegetationsformengruppe: Braunmoos-Seggen-Birken-Erlen-Formengruppe BrSeBi
Feuchtestufe nass (sumpfig) Grundwasserform 24 34 44 (13 23 33) Humusform keine
Kennzeichnende Pflanzenarten (besonders charakteristische Arten rot)
hochstete Art hochstete Art Charakterart
Charakterart
Charakterart
oft mit hoher De- ckung hochstete Art
Charakterart
hochstete Art Charakterart
| Alnus glutinosa B | ||
|---|---|---|
| Betula humilis S | ||
| Betula pubescens B | ||
| Bryum pseudotriquetrum | ||
| Calamagrostis canescens | ||
| Calamagrostis stricta | ||
| Calliergonella cuspidata | ||
| Carex appropinquata | ||
| Carex diandra | ||
| Carex dioica | ||
| Carex elata | ||
| Carex elongata | ||
| Carex flacca | ||
| Carex flava | ||
| Carex nigra | ||
| Carex panicea | ||
| Carex pulicaris | ||
| Carex pulicaris | ||
| Carex rostrata | ||
| Cirsium palustre | ||
| Cladium mariscus | ||
| Dactylorhiza incarnata | ||
| Deschampsia cespitosa | ||
| Eriophorum latifolium | ||
| Equisetum fluviatile | ||
| Eupatorium cannabinum | ||
| Frangula alnus B | ||
| Geum rivale | ||
| Juncus subnodulosus |
| Lotus pedunculatus | ||
|---|---|---|
| Lysimachia vulgaris | ||
| Molinia caerulea | ||
| Peucedanum palustre | ||
| Phragmites australis | ||
| Pinus sylvestris B | ||
| Plagiomnium elatum | ||
| Potentilla erecta | ||
| Potentilla palustris | ||
| Rhamnus catharticus S | ||
| Salix cinerea S | ||
| Salix pentandra S | ||
| Salix repens S | ||
| Sphagnum contortum | ||
| Sphagnum teres | ||
| Sphagnum warnstorfii | ||
| Thelypteris palustris | ||
| Thelypteris palustris | ||
| Valeriana dioica |
Mecklenburg-Vorpommern - Ministerium für Klimaschutz, Landwirtschaft, 72 Ländliche Räume und Umwelt
[Seite 73]
Arbeitsanweisung zum Management von FFH-Waldlebensraumtypen
Stamm-Standortsformengruppe OZ2 Zustands-Vegetationsformengruppe Torfmoos-Seggen-Birken-Kiefern-Erlen-Formengruppe ToSeBi
Feuchtestufe sumpfig Grundwasserform 13 23 33 Humusform keine
Kennzeichnende Pflanzenarten (besonders charakteristische Arten grau) Agrostis canina Alnus glutinosa B Andromeda polifolia Aulacomnium palustre Betula pubescens B Calamagrostis canescens Trennart (auf OA2 Standorten nicht vorhanden) Carex canescens Carex lasiocarpa Carex nigra Carex rostrata Dryopteris carthusiana Eriophorum angustifolium Eriophorum vaginatum geringe Deckung Frangula alnus B Galium palustre Trennart (auf OA2 Standorten nicht vorhanden) Molinia caerulea Peucedanum palustre Pinus sylvestris B Pleurozium schreberi Polytrichum commune Sorbus aucuparia B Sphagnum capillifolium Sphagnum fallax Sphagnum fimbriatum Sphagnum palustre Sphagnum recurvum agg. Sphagnum russowii Trennart (auf OA2 Standorten meist nicht oder nur Sphagnum squarrosum im Randbereich vorhanden) Vaccinium uliginosum
Mecklenburg-Vorpommern - Ministerium für Klimaschutz, Landwirtschaft, 73 Ländliche Räume und Umwelt
[Seite 74]
Arbeitsanweisung zum Management von FFH-Waldlebensraumtypen
Stamm-Standortsformengruppe OZ3 Zustands-Vegetationsformengruppe Torfmoos-Sauerklee-Birken-Kiefern-Erlen-Formengruppe ToSkBi
Feuchtestufe nass Grundwasserform 24 34 44 Humusform keine
Kennzeichnende Pflanzenarten (besonders charakteristische Arten grau) Agrostis canina meist höhere Stetigkeit und Deckung als auf OZ2 Alnus glutinosa B Standorten Aulacomnium palustre Avenella flexuosa Betula pubescens B Calamagrostis canescens hochstete Art mit oft hoher Deckung Carex canescens Carex elongata Carex nigra Carex rostrata Deschampsia cespitosa Dryopteris carthusiana Dryopteris dilatata Eriophorum angustifolium Eriophorum vaginatum Frangula alnus B Galium palustre Trennart (auf OZ2 und OA3 Standorten meist nicht Lysimachia thyrsiflora vorhanden)
Lysimachia vulgaris Trennart (auf OA3 Standorten nicht vorhanden)
Mnium hornum Molinia caerulea im Küstenraum meist mit höherer Deckung Trennart (auf OZ2 und OA3 Standorten meist nicht Oxalis acetosella vorhanden) Peucedanum palustre Pinus sylvestris B Quercus robur B nur mit geringer Deckung auftretend, sonst OA4 Rubus idaeus S Standort Scleropodium purum Sorbus aucuparia B
Mecklenburg-Vorpommern - Ministerium für Klimaschutz, Landwirtschaft, 74 Ländliche Räume und Umwelt
[Seite 75]
Arbeitsanweisung zum Management von FFH-Waldlebensraumtypen
Sphagnum capillifolium Sphagnum fallax Sphagnum fimbriatum Sphagnum palustre Sphagnum recurvum Sphagnum squarrosum Verbindungsart zu kalkreichen Mooren, keine hohe Thelypteris palustris Stetigkeit und Deckung Vaccinium myrtillus Viola palustris
Mecklenburg-Vorpommern - Ministerium für Klimaschutz, Landwirtschaft, 75 Ländliche Räume und Umwelt
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4.3 Managementmaßnahmen im Wald Natura 2000
| lfd. Nr. | Maß- nahme Nr. | Ziel | Maßnahme Be- schreibung | Erläuterung | Zuordnung Wald-LRT | Zuordnung Maß- | Zuordnung OLRT | Profitierende Arten- gruppen | Profitierende Arten (Bsp.) | ||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| nahmen Ma- | |||||||||||
| nagement-pla- | |||||||||||
| nung | |||||||||||
| 1 | Ws1 | Schutz | Erhalt von vorhande- nen nutzungsfreien alten Bäumen (Alter > 120 Jahre; RER > 60 Jahre) | nur bei Restvorrat oder Überhalt lebensraumtypi- scher Baumarten; | 2180, 9110, 9130, 9150, 9160, 9180*, 9190, 91E0*, 91G0*, 91T0, 91U0 | -- | -- | baum- und/oder horst-bewohnende Arten | Hohltaube, Wiedehopf, Raufußkauz, Sperlings- kauz, Baumfalke, Rotmilan, Schwarzmilan, Wes- penbussard, Mittelspecht, Schwarzspecht, Schrei- adler, Eremit, Heldbock, Grünes Besenmoos, Mopsfledermaus, Großes Mausohr, Schwarz- storch, Heidelerche, Zwergschnäpper | ||
| 2 | Ws2 | Schutz | Erhalt von Habitat- bäumen (Höhlen-, Horst-, Träger-, Quartier-, Brut-, kar- tierte Potentialbäume etc.) und Biotopbäu- men durch Belassen, Markieren und ggf. Freistellen | es ist das grundsätzliche Ziel mind. 10 Stück/ha Bio- topbäume zu entwickeln bzw. zu erhalten; vorzugs- weise in Gruppen mit Kro- nenschluss | 2180, 9110, 9130, 9150, 9160, 9180*, 9190, 91E0*, 91G0*, 91T0, 91U0 | We03, We04, We08, We12 | -- | baum-, horst-und/o- der totholz-bewoh- nende Arten | Hohltaube, Wiedehopf, Raufußkauz, Sperlings- kauz, Baumfalke, Rotmilan, Schwarzmilan, Wes- penbussard, Mittelspecht, Schwarzspecht, Schrei- adler, Eremit, Heldbock, Grünes Besenmoos, Mopsfledermaus, Großes Mausohr, Schwarz- storch, Heidelerche, Zwergschnäpper | ||
| 3 | Ws3 | Schutz | Erhalt von Totholz (liegend und ste- hend), Stubben und Wurzeltellern | stehendes und liegendes Totholz mind. 20m3/ha alle Wald-LRT außer 91D0* | 2180, 9110, 9130, 9150, 9160, 9180*, 9190, 91E0*, 91G0*, 91T0, 91U0 | Wv09 | -- | gewässer-, baum-, horst-, totholz-bewoh- nende Arten | Kammmolch, Großes Mausohr, Mittelspecht, Schwarzspecht, Rotbauchunke, Eremit, Heldbock, Grünes Besenmoos, Mopsfledermaus, Großes Mausohr, Ziegenmelker, Zwergschnäpper | ||
| 4 | Ws4 | Schutz | Erhalt von Altholzin- seln | 2180, 9110, 9130, 9150, 9160, 9180*, 9190, 91E0*, 91G0*, 91T0, 91U0 | -- | -- | baum-, horst-und/o- der totholz-bewoh- nende Arten | Mittelspecht, Schwarzspecht, Mopsfledermaus, Großes Mausohr, Eremit, | |||
| 5 | Ws6 | Schutz | Erhalt dichter und geschlossener Wald- teile (mind. 100m um das Vorkommen) | Waldstruktur erhalten, dau- erhafte Beschattung des Standorts sowie kühl, feuchtes Waldinnenklima für das Grüne Besenmoo- ses | unabhängig vom Wald- LRT | -- | -- | boden-, baum- und horst-bewohnende Arten | Grünes Besenmoos, Schreiadler |
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Arbeitsanweisung zum Management von FFH-Waldlebensraumtypen
| lfd. Nr. | Maß- nahme Nr. | Ziel | Maßnahme Be- schreibung | Erläuterung | Zuordnung Wald-LRT | Zuordnung Maß- | Zuordnung OLRT | Profitierende Arten- gruppen | Profitierende Arten (Bsp.) | ||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| nahmen Ma- | |||||||||||
| nagement-pla- | |||||||||||
| nung | |||||||||||
| 6 | Ws7 | Schutz | Dauerbestockung er- halten | Sofern eine Dauerbesto- ckung benötigt oder ein Wald-LRT und seine Arten- gemeinschaft durch starke Eingriffe gefährdet würde (z.B. Erosion). Der B° des Oberstandes darf erst unter 0,5 abgesenkt werden wenn die Höhe des Unter- standes mind. 10m beträgt. alle Wald-LRT außer 91D0*, 91T0, 91U0 | 2180, 9110, 9130, 9150, 9160, 9180*, 9190, 91E0*, 91G0* | Wv10 | -- | boden-, baum- und horst-bewohnende Arten | Zwergschnäpper, Grünes Besenmoos, Mopsfleder- maus, Schreiadler | ||
| 7 | Ws8 | Schutz | Erhalt von Lichtun- gen, offenen Waldflä- chen und lückigen Beständen in Wäl- dern und deren Randbereichen - keine Aufforstung von Nichtholzboden- flächen, keine Voran- oder Unterbauten | diese Maßnahme bezieht sich auf die Wald-LRT 91T0 und 91U0 (im günstigen Er- haltungszustand) als auch auf die Waldränder in den Vogelschutzgebieten | 91T0, 91U0; in VSG unab- hängig vom Wald-LRT | We06 | -- | alle Artengruppen | Großes Mausohr, Hohltaube, Wiedehopf, Raufuß- kauz, Sperlingskauz, Uhu, Schwarzmilan, Rotmilan, Baumfalke, Wanderfalke, Schwarzspecht, Bauchige Windelschnecke, Schmale Windelschnecke, Hirsch- käfer, Biber, Neuntöter, Heldbock, Ziegenmelker, Schwarzstorch, Heidelerche, Wendehals | ||
| 8 | Ws9 | Schutz | Erhalt von dauerhaf- ten Freiflächen von 0,1-1 ha (z.B. Wald- lichtungen) | in VSG unab- hängig vom Wald-LRT | We06 | -- | boden- und/oder ge- wässer-bewohnende Arten | Wiedehopf, Neuntöter, Rotbauchunke, Kamm- molch, Ziegenmelker, Heidelerche | |||
| 9 | Ws10 | Schutz | Erhalt naturnaher ge- wässerbegleitender Bestockung | für die LRT 91E0*/3260 und insektenfressende Arten | 91E0* | Ae11, Ae12 | 3260 | gewässer-, horst-, baum- und boden-be- wohnende Arten | Kammmolch, Groppe, Eisvogel, Baumfalke, Neuntöter, Mittelspecht, Schwarzstorch, Mopsfle- dermaus | ||
| 10 | Ws11 | Schutz | Auf Einbringung nicht lebensraumtypischer Baumarten verzich- ten | Diese Maßnahme zielt da- rauf ab, dass der Anteil nicht lebensraumtypischer Baumarten bereits sehr hoch ist und die Bewertung bereits C ist oder von B nach C zu kippen droht. alle WaldLRT | 2180, 9110, 9130, 9150, 9160, 9180*, 9190, 91D0*, 91E0*, 91G0*, 91T0, 91U0 | -- | -- | ||||
| 11 | Ws12 | Schutz | Erhalt von Kleinge- wässern sowie deren Trophie | keine Befahrung mit schwe- ren Maschinen; keine Abla- gerung von Schlagabraum | -- | Ae08, Ae13, We01, We02 | 3130, 3140, 3150, 3160 | gewässer- und baum- bewohnende Arten | Kammmolch, Rotbauchunke, Große Moosjungfer, Mopsfledermaus |
Mecklenburg-Vorpommern - Ministerium für Klimaschutz, Landwirtschaft, 77 Ländliche Räume und Umwelt
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Arbeitsanweisung zum Management von FFH-Waldlebensraumtypen
| lfd. Nr. | Maß- nahme Nr. | Ziel | Maßnahme Be- schreibung | Erläuterung | Zuordnung Wald-LRT | Zuordnung Maß- | Zuordnung OLRT | Profitierende Arten- gruppen | Profitierende Arten (Bsp.) | ||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| nahmen Ma- | |||||||||||
| nagement-pla- | |||||||||||
| nung | |||||||||||
| 12 | Ws13 | Schutz | Erhalt des vorhande- nen Wasserstandes | keine Entwässerungsmaß- nahmen; Wald-LRT 9160, 9190, 91D0*, 91E0* | 9160, 9190, 91D0*, 91E0* | Ae09 | 3130, 3140, 3150, 3160 | gewässer- und baum- bewohnende Arten | Kammmolch, Rotbauchunke, Große Moosjungfer, Mopsfledermaus, Schreiadler | ||
| 13 | Ws15 | Schutz | Keine Freistellung von Horst- und Höh- lenbäumen | unabhängig vom Wald- LRT | -- | -- | horst- und höhlenbe- wohnende Arten | Greifvogelschutz, Rot- und Schwarzmilan, Schwarzspecht, Großes Mausohr, Mopsfledermaus | |||
| 14 | Ws16 | Schutz | Freistellung von Ha- bitatbäumen / Poten- tialbäumen | mit dieser Maßnahme ist ausschließlich der einzelne Biotopbaum gemeint, es handelt sich nicht um eine flächige Maßnahme | unabhängig vom Wald- LRT | Wv03 | -- | baum-bewohnende Arten | Eremit | ||
| 15 | Ws17 | Schutz | Verzicht auf flächi- gen Insektizideinsatz | 1. direkter Artenschutz 2. Reduktion des Nah- rungsangebotes für Insek- tenfresser, Akkumulation von PSM durch gehäufte Aufnahme geschädigter In- sekten ggf. mit Auswirkun- gen auf Fertilität und Re- produktionsrate | unabhängig vom Wald- LRT | We11 | -- | alle Artengruppen | Eremit, Heldbock, Hirschkäfer, Große Moosjungfer, alle Windelschnecken, Mopsfledermaus, Großes Mausohr | ||
| 16 | Ws18 | Schutz | Verzicht auf Umbau von Laubbaum- in Nadelbaumbestände | alle Wald-LRT außer 91T0 und 91U0 | 2180, 9110, 9130, 9150, 9160, 9180*, 9190, 91D0*, 91E0*, 91G0* | -- | -- | gewässer-, horst-, baum- und boden-be- wohnende Arten | Moorwälder, Mittelspecht, Schwarzspecht, Schrei- adler, Mopsfledermaus, Eremit | ||
| 17 | Ws19 | Schutz | 10% aller Buchen- Baumholzbestände sollen einen Besto- ckungsgrad von mind. 0,9 aufweisen | Buchenbestände ab 20cm BHD (ab ca. 60 Jahren) mit B°>0,9 | unabhängig vom Wald- LRT | -- | -- | baum-bewohnende Arten | Zwergschnäpper | ||
| 18 | Ws20 | Schutz | Fahrschäden vermei- den durch Erschlie- ßungskonzept | Erschließungskonzept soll hier umfassend, d.h. ein- schließlich der Anlage von Feinerschließungslinien und der Verlegung ungüns- tig platzierter Erschlie- ßungseinrichtungen ver- standen werden; Maß- nahme wird verwendet wenn kein Erschließungs- | 2180, 9110, 9130, 9150, 9160, 9180*, 9190, 91D0*, 91E0*, 91G0*, 91T0, 91U0 | -- | -- | alle Artengruppen |
Mecklenburg-Vorpommern - Ministerium für Klimaschutz, Landwirtschaft, 78 Ländliche Räume und Umwelt
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Arbeitsanweisung zum Management von FFH-Waldlebensraumtypen
| lfd. Nr. | Maß- nahme Nr. | Ziel | Maßnahme Be- schreibung | Erläuterung | Zuordnung Wald-LRT | Zuordnung Maß- | Zuordnung OLRT | Profitierende Arten- gruppen | Profitierende Arten (Bsp.) | ||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| nahmen Ma- | |||||||||||
| nagement-pla- | |||||||||||
| nung | |||||||||||
| konzept erkennbar ist; alle Wald-LRT | |||||||||||
| 19 | Ws21 | Schutz | Wildschäden redu- zieren | Wildverbiss, Fege- und Schälschäden, Selektions- fraß durch Schalenwild; Maßnahme wird für die Be- wertungseinheit verwendet, wenn die Verjüngung auf über 10% der Fläche ge- schädigt wird; alle Wald- LRT | 2180, 9110, 9130, 9150, 9160, 9180*, 9190, 91D0*, 91E0*, 91G0*, 91T0, 91U0 | -- | -- | alle Artengruppen | |||
| 20 | Ws22 | Schutz | Reduzierung von Störungen, Erhalt störungsarmer Berei- che | Besucherlenkung; Beseiti- gung von Abfällen jeglicher Art; Umsetzung der Ma- nagementplanung z.B.: In- formation der Öffentlichkeit, Sperrung von Wegen für Fahrzeuge und/oder Fuß- gänger | 2180, 9110, 9130, 9150, 9160, 9180*, 9190, 91D0*, 91E0*, 91G0*, 91T0, 91U0 | Se01, Sv01, Sv02, Sv03, Sv04, Sv05, Sv06, Sv07, Sv08, Sv09, Sv11, Sv12 | alle offenen LRT | alle Artengruppen | |||
| 21 | Ws23 | Schutz | Anlage und Unterhal- tung von Rückegas- sen im Abstand von mind. 40m | Maßnahme wird verwendet auf allen Nass-Standorten (N), wechselfeuchten Standorten (W) und Über- flutungsstandorten (Ü) - gilt nicht für den 91D0* | 9110, 9130, 9160, 9190, 91E0*, 91G0* | -- | -- | baum-bewohnende Arten | Schreiadler | ||
| 22 | Ws24 | Schutz | Umsetzung der Ver- kehrssicherungs- pflicht aufgrund rechtlicher Vorgabe (doppelte Baum- länge) | Maßnahme wird verwendet in Flächen in denen die Verkehrssicherungspflicht besteht, es werden alle be- stehenden artenschutz- rechtlichen Belange zum Zeitpunkt der Maßnahmen- planung geprüft | unabhängig vom Wald- LRT | -- | -- | ||||
| 23 | Ws25 | Schutz | Prozessschutz | Verzicht auf forstwirtschaft- liche Bewirtschaftung jegli- cher Art | unabhängig vom Wald- LRT | -- | -- | boden-bewohnende Arten | Grünes Besenmoos, Mopsfledermaus, Großes Mausohr, Schreiadler |
Mecklenburg-Vorpommern - Ministerium für Klimaschutz, Landwirtschaft, 79 Ländliche Räume und Umwelt
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Arbeitsanweisung zum Management von FFH-Waldlebensraumtypen
| lfd. Nr. | Maß- nahme Nr. | Ziel | Maßnahme Be- schreibung | Erläuterung | Zuordnung Wald-LRT | Zuordnung Maß- | Zuordnung OLRT | Profitierende Arten- gruppen | Profitierende Arten (Bsp.) | ||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| nahmen Ma- | |||||||||||
| nagement-pla- | |||||||||||
| nung | |||||||||||
| 24 | Ws26 | Schutz | Erhalt der ausgewie- senen Habitatfläche in Fläche und Erhal- tungszustand | unterwuchsarme Laub(misch)-waldbestände (BHD >= 20, SG>=0,8 ; mind. 20% RBU-Anteil ; max. 60% Eichen- oder Ndh-Anteil) 1. Ohne UN 2. UN mit BHD<20cm, SG<0,4 3. UN RBU mit BHD>=20cm | unabhängig vom Wald- LRT | -- | -- | baum-bewohnende Arten | Großes Mausohr | ||
| 25 | Ws27 | Schutz | Dauerhafte Offenhal- tung von LRT und NHB | FFH-Lebensraumtypen des Offenlandes sind dauerhaft bestockungsfrei zu halten | -- | Ae06, Nv09 | alle offenen LRT | Rotbauchunke, Kammmolch, Gr. Moosjungfer, Bau- chige Windelschnecke, Schmale Windelschnecke | |||
| 26 | Ws28 | Schutz | Nutzungen sterben- der/abgestorbener Bäume mit Rin- denablösung dürfen nur im Zeitraum No- vember bis Ende Februar stattfinden, sofern mind. 10 Bio- topbäume/ha auf der Fläche verbleiben | Umsetzung des §44 BNatSchG | unabhängig vom Wald- LRT | -- | -- | baum-bewohnende Arten | Mopsfledermaus, vorkommende Brutvögel | ||
| 27 | Ws29 | Schutz | Erhalt der Dynamik und des Reliefs | Schutzmaßnahmen für LRT 2110 – 2190, Wald-LRT 2180 | 2180 | Ae05, Ae06, Ae07 | 2110 - 2190 | ||||
| 28 | Ws30 | Schutz | Erhalt naturnaher Fließgewässerstruk- turen inkl. vorhande- ner Überflutungsbe- reiche | Schutzmaßnahmen für LRT 3260, Wald-LRT 91E0* | 91E0* | Ae10, Ae11, Ae12, Ae13, Ae15 | 3260 | gewässer- und feuchtstellen-bewoh- nende Arten | |||
| 29 | Ws31 | Schutz | Ausgewiesene LRT 4110-6510 gemäß Managementplanung erhalten | Schutz von offenen LRT 4110-6510 | -- | alle Maßnahmen Ne, Np | 4110 - 6510 | ||||
| 30 | Ws32 | Schutz | Erhalt von Sonder- strukturen (Hecken, Feldgehölzen, Gebü- schen, Bäumen, Al- leen, Waldsäumen, | keine Beseitigung, Beschä- digung oder sonstige er- hebliche Beeinträchtigung | unabhängig vom Wald- LRT | alle Maßnahmen He | -- | horst-, baum- und bo- den-bewohnende Ar- ten | Spechte, Greifvögel, Eremit, Fledermäuse, Amphi- bien, Insekten |
Mecklenburg-Vorpommern - Ministerium für Klimaschutz, Landwirtschaft, 80 Ländliche Räume und Umwelt
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Arbeitsanweisung zum Management von FFH-Waldlebensraumtypen
| lfd. Nr. | Maß- nahme Nr. | Ziel | Maßnahme Be- schreibung | Erläuterung | Zuordnung Wald-LRT | Zuordnung Maß- | Zuordnung OLRT | Profitierende Arten- gruppen | Profitierende Arten (Bsp.) | ||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| nahmen Ma- | |||||||||||
| nagement-pla- | |||||||||||
| nung | |||||||||||
| Waldrändern und Le- sesteinhaufen) | |||||||||||
| 31 | Ws33 | Schutz | Sperrung von Wald- wegen von März bis August | Schutzmaßnahme aus der Managementplanung | unabhängig vom Wald- LRT | Wv04 | -- | horst-, baum- und bo- den-bewohnende Ar- ten | |||
| 32 | Ws34 | Schutz | Erhalt toter Nadel- bäume mit ablösen- der Rinde, vorzugs- weise in Gruppen | Tötungen von Mopsfleder- mäusen können effektiv nur verhindert werden, wenn der Einschlag sterben- der/toter Nadelbäume vor der Schollenbildung oder nach deren Abfall erfolgt | unabhängig vom Wald- LRT | -- | baumbewohnende Arten | Mopsfledermaus | |||
| 33 | Ws35 | Schutz | Hiebsruhe bis zur nächsten Zustands- überwachung | aufgrund von Artenschutz wird in der Waldfläche bis zur nächsten Inventur keine Nutzung stattfinden | unabhängig vom Wald- LRT | -- | -- | horst-, baum- und bo- den-bewohnende Ar- ten | Mopsfledermaus, Großes Mausohr, Grünes Besen- moos | ||
| 34 | Ws36 | Schutz | Erhalt des Schluss- grades im Oberstand auf > 0,40 | zum Schutz des Erhal- tungszustandes für Wald- Lebensraumtypen muss der Schlussgrad des Oberstan- des > 0,40 gehalten werden | 2180, 9110, 9130, 9150, 9160, 9180*, 9190, 91E0* | -- | -- | alle Artengruppen | |||
| 35 | Ww1 | Wieder- herstel- lung | In Verbindung mit Schutz- und Entwick- lungsmaßnahmen soll ein sehr guter Er- haltungszustand ei- nes Wald-LRT er- reicht werden. Event. Durchführung einer Machbarkeitsstudie! | Maßnahme zielt auf Wie- derherstellung eines sehr guten Erhaltungszustandes eines Wald-LRT ab. | 2180, 9110, 9130, 9150, 9160, 9180*, 9190, 91D0*, 91E0*, 91G0*, 91T0, 91U0 | -- | alle offenen LRT | alle Artengruppen | |||
| 36 | Ww2 | Wieder- herstel- lung | In Verbindung mit Schutz- und Entwick- lungsmaßnahmen soll ein günstiger Er- haltungszustand ei- nes Wald-LRT er- reicht werden. Event. Durchführung einer Machbarkeitsstudie! | Maßnahme zielt auf Wie- derherstellung eines günsti- gen Erhaltungszustandes eines Wald-LRT ab. | 2180, 9110, 9130, 9150, 9160, 9180*, 9190, 91D0*, 91E0*, 91G0*, 91T0, 91U0 | -- | alle offenen LRT | alle Artengruppen |
Mecklenburg-Vorpommern - Ministerium für Klimaschutz, Landwirtschaft, 81 Ländliche Räume und Umwelt
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Arbeitsanweisung zum Management von FFH-Waldlebensraumtypen
| lfd. Nr. | Maß- nahme Nr. | Ziel | Maßnahme Be- schreibung | Erläuterung | Zuordnung Wald-LRT | Zuordnung Maß- | Zuordnung OLRT | Profitierende Arten- gruppen | Profitierende Arten (Bsp.) | ||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| nahmen Ma- | |||||||||||
| nagement-pla- | |||||||||||
| nung | |||||||||||
| 37 | Ww3 | Wieder- herstel- lung | Wiederherstellung ei- ner verloren gegan- genen Wald-LRT- Fläche | Herstellung einer Wald- LRT-Fläche im Bereich des GGB | 2180, 9110, 9130, 9150, 9160, 9180*, 9190, 91D0*, 91E0*, 91G0*, 91T0, 91U0 | -- | alle offenen LRT | alle Artengruppen | |||
| 38 | We1 | Entwick- lung | Erhöhung der Anzahl an nutzungsfreien al- ten Bäumen mind. 10/ha | Maßnahme zielt auf Erhö- hung von Altbäumen ab. Sie meint vorrangig eine sukzessive Erhöhung durch Belassen alter Bäume (Al- ter > 120 Jahre) inkl. deren Förderung (B° ≤0,1). Alle Wald-LRT außer 91D0*. | 2180, 9110, 9130, 9150, 9160, 9180*, 9190, 91E0*, 91G0*, 91T0, 91U0 | -- | -- | alle Artengruppen | Hohltaube, Wiedehopf, Raufußkauz, Sperlings- kauz, Baumfalke, Rotmilan, Schwarzmilan, Wes- penbussard, Mittelspecht, Schwarzspecht, Schrei- adler, Eremit, Heldbock, Grünes Besenmoos, Mopsfledermaus, Großes Mausohr, Schwarz- storch, Heidelerche, Zwergschnäpper | ||
| 39 | We2 | Entwick- lung | Erhöhung der Anzahl an Biotopbäu- men/Potentialbäu- men | Maßnahme zielt auf Erhö- hung von Biotopbäumen ab. Sie meint vorrangig eine sukzessive Erhöhung durch Belassen neu entste- hende Biotopbäume inkl. deren Förderung (mind. 10 Stück/ha)in allen Wald-LRT | 2180, 9110, 9130, 9150, 9160, 9180*, 9190, 91E0*, 91G0*, 91T0, 91U0 | Wv01 | -- | alle Artengruppen | Hohltaube, Wiedehopf, Raufußkauz, Sperlings- kauz, Baumfalke, Rotmilan, Schwarzmilan, Wes- penbussard, Mittelspecht, Schwarzspecht, Schrei- adler, Eremit, Heldbock, Grünes Besenmoos, Mopsfledermaus, Großes Mausohr, Schwarz- storch, Heidelerche, Zwergschnäpper | ||
| 40 | We3 | Entwick- lung | Erhöhung der Tot- holzmenge | Maßnahme zielt auf Erhö- hung von Totholz ab - mind. 20m³. Sie meint vorrangig eine sukzessive Erhöhung durch Belassen anfallenden Totholzes, in allen Wald- LRT außer 91D0* und 91U0 | 2180, 9110, 9130, 9150, 9160, 9180*, 9190, 91E0*, 91G0*, 91T0, 91U0 | -- | -- | alle Artengruppen | Kammmolch, Großes Mausohr, Mittelspecht, Schwarzspecht, Rotbauchunke, Eremit, Heldbock, Grünes Besenmoos, Mopsfledermaus, Großes Mausohr, Ziegenmelker, Zwergschnäpper | ||
| 41 | We3a | Entwick- lung | Erhöhung der Menge an stehendem Tot- holz | Maßnahme zielt auf Erhö- hung von stehendem Tot- holz ab (mind. 3 Stück pro ha), besonders bedeutend für den Artenschutz | - | - | - | baum- und höhlenbe- wohnende Artengrup- pen | Eremit, Mopsfledermaus, Großes Mausohr, Mit- telspecht, Schwarzspecht |
Mecklenburg-Vorpommern - Ministerium für Klimaschutz, Landwirtschaft, 82 Ländliche Räume und Umwelt
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Arbeitsanweisung zum Management von FFH-Waldlebensraumtypen
| lfd. Nr. | Maß- nahme Nr. | Ziel | Maßnahme Be- schreibung | Erläuterung | Zuordnung Wald-LRT | Zuordnung Maß- | Zuordnung OLRT | Profitierende Arten- gruppen | Profitierende Arten (Bsp.) | ||
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| nahmen Ma- | |||||||||||
| nagement-pla- | |||||||||||
| nung | |||||||||||
| 42 | We4 | Entwick- lung | Ausweisung von temporären Altholzin- seln | Diese Maßnahme soll dazu dienen Strukturen reifer Entwicklungsphasen in Endnutzungsbeständen in die nächste Waldgeneration zu überführen. (Richtlinie zur Sicherung von Alt- und Totholzanteilen im Wirt- schaftswald) | 2180, 9110, 9130, 9150, 9160, 9180*, 9190, 91E0*, 91G0*, 91T0, 91U0 | Wv08 | -- | alle Artengruppen | Schreiadler, Mittelspecht, Schwarzspecht, Mopsfle- dermaus, Großes Mausohr, Eremit, | ||
| 43 | We4a | Entwick- lung | Ausweisung von dauerhaften Althol- zinseln (B°≥1,0, Al- ter≥120 Jahre) | Diese Maßnahme soll dazu dienen natürliche Waldpro- zesse dauerhaft zu gewähr- leisten (inkl. Totholzakku- mulation). | 2180, 9110, 9130, 9150, 9160, 9180*, 9190, 91E0*, 91G0*, 91T0, 91U0 | Wv08 | -- | alle Artengruppen | Hirschkäfer, Eremit, Fledermäuse, Spechte | ||
| 44 | We5 | Entwick- lung | Stammzahlreicher Überhalt | Diese Maßnahme soll dazu dienen, Strukturen reifer Entwicklungsphasen in Endnutzungsbeständen in die nächste Waldgeneration zu überführen (B° ≥0,1- 0,35). Wald-LRT 9110, 9130, 9150 | 9110, 9130, 9150 | -- | -- | baum-bewohnende Arten | Spechte, Schnäpper, Käuze, Greifvögel | ||
| 45 | We7 | Entwick- lung | Mischwuchsregulie- rung zugunsten von Laubholz / lebens- raumtypischen Baumarten | alle Wald-LRT, außer 91T0 und 91U0 | 2180, 9110, 9130, 9150, 9160, 9180*, 9190, 91E0*, 91G0* | -- | -- | alle Artengruppen | Großes Mausohr, Hohltaube, Raufußkauz, Mit- telspecht, Biber, Eremit, Heldbock, Grünes Besen- moos, Mopsfledermaus | ||
| 46 | We8 | Entwick- lung | Lebensraumtypische Baumarten fördern | Maßnahme ist erforderlich, wenn ohne aktive Förde- rung der lebensraumtypi- schen Baumarten der güns- tige Zustand nicht gewahrt oder hergestellt werden kann; gemeint ist die Förde- rung durch waldbauliche Maßnahmen | 2180, 9110, 9130, 9150, 9160, 9180*, 9190, 91D0*, 91E0*, 91G0*, 91T0, 91U0 | -- | -- |
Mecklenburg-Vorpommern - Ministerium für Klimaschutz, Landwirtschaft, 83 Ländliche Räume und Umwelt
[Seite 84]
Arbeitsanweisung zum Management von FFH-Waldlebensraumtypen
| lfd. Nr. | Maß- nahme Nr. | Ziel | Maßnahme Be- schreibung | Erläuterung | Zuordnung Wald-LRT | Zuordnung Maß- | Zuordnung OLRT | Profitierende Arten- gruppen | Profitierende Arten (Bsp.) | ||
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| nahmen Ma- | |||||||||||
| nagement-pla- | |||||||||||
| nung | |||||||||||
| 47 | We9 | Entwick- lung | Nichtlebensraumtypi- sche Baumarten ent- fernen inkl. Nadel- holzanteilen | Maßnahme ist erforderlich, wenn ohne das Entfernen der lebensraumuntypischen Baumarten der günstige Zustand nicht gewahrt oder hergestellt werden kann; alle Wald-LRT | 2180, 9110, 9130, 9150, 9160, 9180*, 9190, 91D0*, 91E0*, 91G0*, 91T0, 91U0 | -- | -- | baum-, horst-, gewäs- ser-, boden-bewoh- nende Arten | Biber, Bauchige Windelschnecke, Hohltaube, Ere- mit, Heldbock, Grünes Besenmoos, Mopsfleder- maus, Schwarzstorch | ||
| 48 | We10 | Entwick- lung | Maßnahmen zur Ein- leitung der Naturver- jüngung von lebens- raumtypischen Baumarten | Maßnahme ist erforderlich, um spezielle Baumarten zu unterstützen oder um mehr- schichtige Strukturen zu er- halten oder zu schaffen, alle Wald-LRT | 2180, 9110, 9130, 9150, 9160, 9180*, 9190, 91E0*, 91G0*, 91T0, 91U0 | -- | -- | ||||
| 49 | We11 | Entwick- lung | Räumung des Schlagabraums aus dem Gewässerbett | Maßnahme für wasserfüh- rende OLRT | -- | Av11 | 3130, 3140, 3150, 3160, 3260 | gewässer-bewoh- nende Arten | Kammmolch, Gemeine Flussmuschel, Neunaugen, Fische | ||
| 50 | We12 | Entwick- lung | Renaturierung und Wiedervernässung von Moorstandorten | Wald-LRT 91D0* und 91E0* | 91D0*, 91E0* | Av01 | 7120, 7140, 7150, 72XX | alle Artengruppen | Rotbauchunke, Kammmolch, Biber, Bauchige Win- delschnecke, Schmale Windelschnecke, Eisvogel, Sperlingskauz, Uhu, Schwarzmilan, Schwarzstorch, Mittelspecht | ||
| 51 | We13 | Entwick- lung | Entwässerungsein- richtungen beseitigen bzw. verbauen | Wichtigste Maßnahme in Mooren; Verbau kann im Verfüllen von Schlitzgräben mit Torf, oder aber im Ein- bau von Stauwehren beste- hen; für die Detailplanung ist in der Regel eine detail- lierte Erhebung des Reliefs und der Gräben erforder- lich, Wald-LRT 9160, 9190, 91D0* u. 91E0* | 9160, 9190, 91D0*, 91E0* | alle Maßnahmen Av | 3130, 3140, 3150, 3160, 3260, 7120, 7140, 7150, 72XX | alle Artengruppen | Rotbauchunke, Kammmolch, Biber, Bauchige Win- delschnecke, Schmale Windelschnecke, Eisvogel, Sperlingskauz, Uhu, Schwarzmilan, Schwarzstorch, Mittelspecht | ||
| 52 | We14 | Entwick- lung | Naturnahen Wasser- haushalt wieder her- stellen | Maßnahme ist erforderlich wenn der günstige Zustand aufgrund des Wasserman- gels nicht gewahrt oder nicht hergestellt werden kann (Wald-LRT 9160, 9190, 91D0* und 91E0*) | 9160, 9190, 91D0*, 91E0* | alle Maßnahmen Av | 3130, 3140, 3150, 3160, 3260, 7120, 7140, 7150, 72XX | alle Artengruppen | Rotbauchunke, Kammmolch, Biber, Bauchige Win- delschnecke, Schmale Windelschnecke, Eisvogel, Sperlingskauz, Uhu, Schwarzmilan, Schwarzstorch, Mittelspecht |
Mecklenburg-Vorpommern - Ministerium für Klimaschutz, Landwirtschaft, 84 Ländliche Räume und Umwelt
[Seite 85]
Arbeitsanweisung zum Management von FFH-Waldlebensraumtypen
| lfd. Nr. | Maß- nahme Nr. | Ziel | Maßnahme Be- schreibung | Erläuterung | Zuordnung Wald-LRT | Zuordnung Maß- | Zuordnung OLRT | Profitierende Arten- gruppen | Profitierende Arten (Bsp.) | ||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| nahmen Ma- | |||||||||||
| nagement-pla- | |||||||||||
| nung | |||||||||||
| 53 | We15 | Entwick- lung | Freistellen und offen- halten besiedelter Kleingewässer | Entwicklungsmaßnahme für Arten der Feuchtgebiete | unabhängig vom Wald- LRT | Nv09 | unabhängig vom LRT | Gewässer-bewoh- nende Arten | Kammmolch, Rotbauchunke, Schwarzmilan, Eisvo- gel | ||
| 54 | We16 | Entwick- lung | Nährstoffeinträge vermeiden | Maßnahme ist erforderlich wenn der günstige Zustand aufgrund des Nährstoffein- trages nicht gewahrt oder nicht hergestellt werden kann (hauptsächlich Wald- LRT 91D0*, 91T0)) | 2180, 9110, 9130, 9150, 9160, 9180*, 9190, 91D0*, 91E0*, 91G0*, 91T0, 91U0 | Av09 | alle oligo- und me- sotrophen LRT | Firnisglänzendes Sichelmoos | |||
| 55 | We17 | Entwick- lung | Fahrschäden vermei- den durch Erschlie- ßungskonzept (grundsätzliches Ziel sollte dabei ein Rückegassenab- stand von 40m sein) | Erschließungskonzept soll hier umfassend, d.h. ein- schließlich der Anlage von Feinerschließungslinien und der Verlegung ungüns- tig platzierter Erschlie- ßungseinrichtungen ver- standen werden. | 2180, 9110, 9130, 9150, 9160, 9180*, 9190, 91D0*, 91E0*, 91G0*, 91T0, 91U0 | -- | -- | ||||
| 56 | We18 | Entwick- lung | Wildschäden redu- zieren | Wildverbiss, Fege- und Schälschäden, Selektions- fraß durch Schalenwild ist deutlich erkennbar, über- schreitet aber noch nicht den 10%-Flächenanteil | 2180, 9110, 9130, 9150, 9160, 9180*, 9190, 91D0*, 91E0*, 91G0*, 91T0, 91U0 | -- | -- | ||||
| 57 | We19 | Entwick- lung | Reduzierung von Störungen | Besucherlenkung; Umset- zung der Managementpla- nung z.B.: Information der Öffentlichkeit, Sperrung von Wegen für Fahrzeuge und/oder Fußgänger | 2180, 9110, 9130, 9150, 9160, 9180*, 9190, 91D0*, 91E0*, 91G0*, 91T0, 91U0 | Se01, Sv01, Sv02, Sv03, Sv04, Sv05, Sv06, Sv07, Sv08, Sv09, Sv11, Sv12 | alle offenen LRT | alle Artengruppen |
Mecklenburg-Vorpommern - Ministerium für Klimaschutz, Landwirtschaft, 85 Ländliche Räume und Umwelt
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Arbeitsanweisung zum Management von FFH-Waldlebensraumtypen
| lfd. Nr. | Maß- nahme Nr. | Ziel | Maßnahme Be- schreibung | Erläuterung | Zuordnung Wald-LRT | Zuordnung Maß- | Zuordnung OLRT | Profitierende Arten- gruppen | Profitierende Arten (Bsp.) | ||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| nahmen Ma- | |||||||||||
| nagement-pla- | |||||||||||
| nung | |||||||||||
| 58 | We20 | Entwick- lung | Umbau von Nadel- baum- in Laub- bzw. Buchenwald | Maßnahme ist erforderlich, um das Waldinnenklima und die Grundwasser-neu- bildung positiv zu verän- dern; auf humussensiblen Standorten soll aufgrund des Bodenschutzes kein dominierendes Nadelholz wachsen; Waldbestände in der direkten Umgebung von 3130, 3140, 3150, 3160 so- wie offene Moore (7140) | unabhängig vom Wald- LRT | Wv11 | 3130, 3140, 3150, 3160 | baum-bewohnende Arten | Zwergschnäpper, Schreiadler | ||
| 59 | We21 | Entwick- lung | Förderung blühender Pflanzen und Ge- hölze -Anlage von Waldaußenrändern (10-30m) | Maßnahme ist erforderlich, um Nährstoffzufuhr aus dem benachbarten Offen- land zu verhindern und/o- der Windruhe im Wald zu erhöhen; Förderung blü- hender Gehölze zur Erhö- hung Insektenreichtums | unabhängig vom Wald- LRT | -- | -- | alle Artengruppen | |||
| 60 | We21a | Entwick- lung | Förderung blühender Pflanzen und Ge- hölze - Anlage von Waldinnenrändern (10-15m) | Maßnahme ist erforderlich, um unterschiedlich ausge- prägte Waldstrukturen, z. B. entlang von Waldwegen, Bachläufen und Lichtungen zu erhalten bzw. zu entwi- ckeln; Förderung blühender Gehölze und blühenden krautigen Pflanzen, Erhö- hung der Besonnung, Erhö- hung des Insektenangebo- tes | unabhängig vom Wald- LRT | -- | -- | alle Artengruppen | |||
| 61 | We22 | Entwick- lung | Nutzungsverzicht sensibler Bereiche | Maßnahme ist erforderlich, um besonders sensible Be- reiche von Wald-Lebens- raumtypen und/oder Habi- taten positiv zu entwickeln | unabhängig vom Wald- LRT | -- | -- | alle Artengruppen | |||
| 62 | We23 | Entwick- lung | Ausweisung von Puf- ferflächen im Offen- landbereich | Maßnahme ist erforderlich, um prioritäre Wald-Lebens- raumtypen im Grenzbereich zum Offenland positiv zu entwickeln, Wald-LRT 9180*, 91D0*, 91E0*,91G0* | 9180*, 91D0*, 91E0*,91G0* | Nv05, Ne00 | -- | Arten-gemeinschaf- ten aller Moorstand- orte |
Mecklenburg-Vorpommern - Ministerium für Klimaschutz, Landwirtschaft, 86 Ländliche Räume und Umwelt
[Seite 87]
Arbeitsanweisung zum Management von FFH-Waldlebensraumtypen
| lfd. Nr. | Maß- nahme Nr. | Ziel | Maßnahme Be- schreibung | Erläuterung | Zuordnung Wald-LRT | Zuordnung Maß- | Zuordnung OLRT | Profitierende Arten- gruppen | Profitierende Arten (Bsp.) | ||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| nahmen Ma- | |||||||||||
| nagement-pla- | |||||||||||
| nung | |||||||||||
| 63 | We24 | Entwick- lung | Schaffung von Lich- tungen, offenen Waldflächen und lü- ckigen Beständen in Wäldern und deren Randbereichen - keine Aufforstung von Nichtholzboden- flächen, keine Voran- oder Unterbauten | Maßnahme ist erforderlich, um Wald-Lebensraumtypen 91T0 und 91U0 in einen günstigen Erhaltungszu- stand zu entwickeln, in VSG die Vögel der Wald- ränder zu unterstützen und in Moorkomplexen die Was- serverdunstung zu reduzie- ren | 91T0, 91U0; in VSG und Moorkomple- xen unabhän- gig vom Wald-LRT | Ne06, Nv10 | -- | Hohltaube, Wiedehopf, Raufußkauz, Sperlingskauz, Uhu, Schwarzmilan, Rotmilan, Baumfalke, Wander- falke, Schwarzspecht, Neuntöter, Heldbock, Zie- genmelker, Heidelerche, Wendehals | |||
| 64 | We25 | Entwick- lung | Pflege von Kleinge- wässern, inkl. Neu- anlage und Vergrö- ßerung | Maßnahme ist erforderlich um Kleingewässer zu ent- wickeln bzw. vorsorglich eine Verschlechterung des Erhaltungszustandes zu verhindern | -- | Av01, Av04, Av11, Av14 | 3130, 3140, 3150, 3160 | Kammmolch, Rotbauchunke | |||
| 65 | We26 | Entwick- lung | Freilegen des Roh- bodens | Maßnahme ist erforderlich, um Wald-Lebensraumtyp 91T0 positiv zu entwickeln | 91T0 | Nv10 | -- | Strauchflechten | |||
| 66 | We27 | Entwick- lung | Anpflanzung lebens- raumtypischer Baum- arten | Maßnahme ist erforderlich, um durch Kalamitäten oder Naturereignisse gestörte Wald-Lebensraumtypen wiederherzustellen | 2180, 9110, 9130, 9150, 9160, 9180*, 9190, 91D0*, 91E0*, 91G0*, 91T0, 91U0 | -- | -- | ||||
| 67 | We28 | Entwick- lung | Pflanzung von Ei- chen und Förderung von Eichen aus Na- turverjüngung | Maßnahme ist erforderlich für den Artenschutz | unabhängig vom Wald- LRT | Wv02, Wv05 | -- | Eremit, Hirschkäfer, Mittelspecht | |||
| 68 | We29 | Entwick- lung | Neuanlage bzw. Ent- wicklung von zusätz- lichen Lebensraum- typen (FFH-RL) | Maßnahme ist erforderlich um die Fläche der FFH- Waldlebensraumtypen dau- erhaft zu sichern und zu er- höhen. Besondere Bedeu- tung haben dabei die Ei- chenwälder 9160, 9190 und 91G0*. | 9160, 9190, 91G0*, 91T0, 91U0 | Av03 | -- | alle Artengruppen | Mittelspecht, Zwergschnäpper, Eremit, Heldbock, Rotbauchunke, Kammmolch, Große Moosjungfer, Windelschnecken |
Mecklenburg-Vorpommern - Ministerium für Klimaschutz, Landwirtschaft, 87 Ländliche Räume und Umwelt
[Seite 88]
Arbeitsanweisung zum Management von FFH-Waldlebensraumtypen
| lfd. Nr. | Maß- nahme Nr. | Ziel | Maßnahme Be- schreibung | Erläuterung | Zuordnung Wald-LRT | Zuordnung Maß- | Zuordnung OLRT | Profitierende Arten- gruppen | Profitierende Arten (Bsp.) | ||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| nahmen Ma- | |||||||||||
| nagement-pla- | |||||||||||
| nung | |||||||||||
| 69 | We30 | Entwick- lung | Umbau von Fichten- beständen in laub- holzdominierte Mischbestände | Maßnahme ist erforderlich um die Klimaresilienz der Wälder zu verbessern, bei den Laubhölzern sollen die tiefwurzelnden Hartholzar- ten dominieren | unabhängig vom Wald- LRT | -- | -- | alle Artengruppen | |||
| 70 | We31 | Entwick- lung | Auflichtung der Be- stockung in/an Habi- taten sowie am Rand von Gewässerle- bensraumtypen | Reduktion der Besto- ckungsdichte um Licht- und Wärmeeinfall zu ermögli- chen (LRT 3140-3160, 3260) | unabhängig vom Wald- LRT | Av06 | 3130, 3140, 3150, 3160, 3260, 4010, 6410, 6430, 6440, 7110*, 7120, 7140, 7210*, 7220, 7230 | Kammmolch, Rotbauchunke | |||
| 71 | We32 | Entwick- lung | Ausweisung einer Bi- otopbaumgruppe | um einen Quartierbaum ef- fektiv zu schützen kann eine Biotopbaumgruppe um das Quartier ausgewiesen werden, damit bleibt das unmittelbare Umfeld dauer- haft geschützt | unabhängig vom Wald- LRT | -- | -- | Vögel und Fleder- mäuse | Mittelspecht, Schwarzspecht, Mopsfledermaus | ||
| 72 | We33 | Entwick- lung | Erhalt von Sonder- strukturen (Hecken, Feldgehölzen, Gebü- schen, Bäumen, Al- leen, Waldsäumen, Waldrändern und Le- sesteinhaufen) | Verbesserung von Habita- ten (Pflanzung von Gehöl- zen, Anlage von Hecken o- der Lesestein-/Totholzhau- fen) | unabhängig vom Wald- LRT | alle Maßnahmen Hv | unabhängig vom OLRT | bodenbewohnende Artengruppen, Vögel | Spechte, Greifvögel, Eremit, Fledermäuse, Amphi- bien, Insekten | ||
| 73 | We34 | Entwick- lung | Ausgewiesene LRT gemäß Manage- mentplanung entwi- ckeln | Verbesserung von offenen LRT 4110-6510 | -- | alle Maßnahmen Nv | 4110 - 6510 | bodenbewohnende Artengruppen | Amphibien, Insekten | ||
| 74 | We35 | Entwick- lung | Beseitigung von Müllablagerungen | Beseitigung von Abfällen jeglicher Art | 2180, 9110, 9130, 9150, 9160, 9180*, 9190, 91D0*, 91E0*, 91G0*, 91T0, 91U0 | alle offenen LRT | alle Artengruppen |
Mecklenburg-Vorpommern - Ministerium für Klimaschutz, Landwirtschaft, 88 Ländliche Räume und Umwelt
[Seite 89]
Arbeitsanweisung zum Management von FFH-Waldlebensraumtypen
| lfd. Nr. | Maß- nahme Nr. | Ziel | Maßnahme Be- schreibung | Erläuterung | Zuordnung Wald-LRT | Zuordnung Maß- | Zuordnung OLRT | Profitierende Arten- gruppen | Profitierende Arten (Bsp.) | ||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| nahmen Ma- | |||||||||||
| nagement-pla- | |||||||||||
| nung | |||||||||||
| 75 | We36 | Entwick- lung | Waldweide | Einführung, Fortführung o- der Anpassung einer an die Ansprüche des Schutzguts angepassten Waldnutzung, Erhalt od. Entwicklung lich- ter Waldbereiche durch re- gelmäßige mechanische Freistellung der Höhlen- bäume und Waldweide, Er- halt der Brutbäume, Förde- rung der Potentialbäume | 9160, 9190, 91G0, 91TU, 91U0 | Xylobionte Käfer, co- prophage Insekten, Pflanzenarten ther- mophiler Säume | Eremit, Östlicher Juchtenkäfer, Heldbock, Hirschkä- fer, Schmetterlinge, Wildbienen, Mittelspecht, Sper- lingskauz, Neuntöter, Mopsfledermaus, Bechstein- fledermaus, Großer Abendsegler |
Mecklenburg-Vorpommern - Ministerium für Klimaschutz, Landwirtschaft, 89 Ländliche Räume und Umwelt
[Seite 90]
4.4 Naturschutzfachliche Invasivitätsbewertungen und Gesamtartenliste der in Deutschland wild lebenden gebietsfremden Gefäßpflanzen (BfN 2025, Skript 731)
| Wissenschaftlicher | Deutscher Name | Status - Einstufung | ||
|---|---|---|---|---|
| Name | ||||
| Acaena novae-zelan- diae | Piripiri-Stachelnüsschen | Unbeständig Potenziell invasive Art - Beobachtungs- liste | ||
| Acer negundo | Eschen-Ahorn | Etabliert Invasive Art - Managementliste | ||
| Ailanthus altissima* | Drüsiger Götterbaum | Etabliert Invasive Art - Managementliste | ||
| Allium paradoxum | Wunder-Lauch | Etabliert Potenziell invasive Art - Beobachtungsliste | ||
| Amaranthus tubercula- tus | Warzenfrüchtiger Fuchs- schwanz | Unbeständig Potenziell invasive Art - Beobachtungs- liste | ||
| Ambrosia artemisiifolia | Beifuß-Ambrosie | Etabliert Potenziell invasive Art - Handlungsliste | ||
| Amelanchier spicata | Besen-Felsenbirne | Etabliert Potenziell invasive Art - Handlungsliste | ||
| Amorpha fruticosa | Gewöhnlicher Bastardin- digo | Etabliert Potenziell invasive Art - Handlungsliste | ||
| Artemisia verlotiorum | Verlot-Beifuß | Etabliert Potenziell invasive Art - Beobachtungsliste | ||
| Asclepias syriaca* | Echte Seidenpflanze | Etabliert Invasive Art - Managementliste | ||
| Azolla filiculoides | Großer Algenfarn | Etabliert Invasive Art - Managementliste | ||
| Cotoneaster horizonta- lis | Fächer-Zwergmispel | Etabliert Potenziell invasive Art - Handlungsliste | ||
| Crassula helmsii | Nadelkraut | Etabliert Invasive Art - Managementliste | ||
| Cynodon dactylon | Gewöhnliches Hunds- zahngras | Etabliert Invasive Art - Managementliste | ||
| Cyperus esculentus | Erdmandel | Etabliert Potenziell invasive Art - Beobachtungsliste | ||
| Dianthus giganteus | Riesen-Nelke | Etabliert Potenziell invasive Art - Handlungsliste | ||
| Dipsacus strigosus | Schlanke Karde | Etabliert Potenziell invasive Art - Beobachtungsliste | ||
| Dittrichia graveolens | Klebalant | Etabliert Potenziell invasive Art - Beobachtungsliste | ||
| Echinocystis lobata | Gelappte Stachelgurke | Etabliert Potenziell invasive Art - Beobachtungsliste | ||
| Echinops exaltatus | Drüsenlose Kugeldistel | Etabliert Potenziell invasive Art - Beobachtungsliste | ||
| Echinops sphaeroce- phalus | Drüsige Kugeldistel | Etabliert Potenziell invasive Art - Beobachtungsliste | ||
| Elaeagnus angustifolia | Schmalblättrige Ölweide | Etabliert Potenziell invasive Art - Handlungsliste | ||
| Elodea canadensis | Kanadische Wasserpest | Etabliert Invasive Art - Managementliste | ||
| Elodea nuttallii* | Nuttall-Wasserpest | Etabliert Invasive Art - Managementliste | ||
| Epilobium brachycar- pum | Kurzfrüchtiges Weiden- röschen | Etabliert Potenziell invasive Art - Handlungsliste | ||
| Epilobium ciliatum | Drüsiges Weidenröschen | Etabliert Invasive Art - Managementliste | ||
| Erigeron annuus | Einjähriges Berufkraut | Etabliert Potenziell invasive Art - Handlungsliste | ||
| Fallopia bohemica | Bastard-Flügelknöterich | Etabliert Invasive Art - Managementliste | ||
| Fallopia japonica | Japanischer Flügelknöte- rich | Etabliert Invasive Art - Managementliste |
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Arbeitsanweisung zum Management von FFH-Waldlebensraumtypen Mecklenburg-Vorpommern
| Wissenschaftlicher | Deutscher Name | Status - Einstufung | ||
|---|---|---|---|---|
| Name | ||||
| Fallopia sachalinensis | Sachalin-Flügelknöterich | Etabliert Invasive Art - Managementliste | ||
| Fraxinus pennsylva- nica | Rot-Esche | Etabliert Invasive Art - Managementliste | ||
| Galega officinalis | Echte Geißraute | Etabliert Potenziell invasive Art - Beobachtungsliste | ||
| Galeobdolon argenta- tum | Silberblättrige Goldnessel | Etabliert Invasive Art - Managementliste | ||
| Gleditsia triacanthos | Amerikanische Gledit- schie | Unbeständig Potenziell invasive Art - Beobachtungs- liste | ||
| Glyceria striata | Gestreifter Schwaden | Etabliert Potenziell invasive Art - Beobachtungsliste | ||
| Helianthus tuberosus | Topinambur | Etabliert Potenziell invasive Art - Handlungsliste | ||
| Heracleum mantegaz- zianum* | Riesen-Bärenklau | Etabliert Invasive Art - Managementliste | ||
| Humulus scandens* | Japanischer Hopfen | Unbeständig Invasive Art - Aktionsliste | ||
| Hyacinthoides massar- tiana | Bastard-Hasenglöckchen | Etabliert Potenziell invasive Art - Handlungsliste | ||
| Hydrocotyle ra- nunculoides* | Hahnenfuß-Wassernabel | Etabliert Invasive Art - Managementliste | ||
| Impatiens balfourii | Balfour-Springkraut | Unbeständig Potenziell invasive Art - Handlungsliste | ||
| Impatiens edgeworthii | Buntes Springkraut | Etabliert Potenziell invasive Art - Beobachtungsliste | ||
| Impatiens glandulifera* | Drüsiges Springkraut | Etabliert Invasive Art - Managementliste | ||
| Impatiens parviflora | Kleinblütiges Springkraut | Etabliert Potenziell invasive Art - Beobachtungsliste | ||
| Koenigia polystacha* | Himalaja-Bergknöterich | Etabliert Invasive Art - Managementliste | ||
| Lagarosiphon major* | Große Scheinwasserpest | Etabliert Invasive Art - Managementliste | ||
| Lemna minuta | Zierliche Wasserlinse | Etabliert Potenziell invasive Art - Handlungsliste | ||
| Lemna turionifera | Rote Wasserlinse | Etabliert Potenziell invasive Art - Handlungsliste | ||
| Lepidium draba | Pfeil-Kresse | Etabliert Potenziell invasive Art - Beobachtungsliste | ||
| Lonicera henryi | Henry-Heckenkirsche | Unbeständig Potenziell invasive Art - Handlungsliste | ||
| Lonicera japonica | Japanisches Geißblatt | Unbeständig Potenziell invasive Art - Handlungsliste | ||
| Lonicera tatarica | Tataren-Heckenkirsche | Etabliert Potenziell invasive Art - Handlungsliste | ||
| Ludwigia grandiflora* | Großblütiges Heusenk- raut | Etabliert Invasive Art - Managementliste | ||
| Ludwigia x kentiana | Kent-Heusenkraut | Unbeständig Invasive Art - Aktionsliste | ||
| Lupinus polyphyllus | Stauden-Lupine | Etabliert Invasive Art - Managementliste | ||
| Lycium barbarum | Gewöhnlicher Bocksdorn | Etabliert Potenziell invasive Art - Handlungsliste | ||
| Lysichiton americanus* | Gelbe Scheincalla | Etabliert Invasive Art - Managementliste | ||
| Mahonia aquifolium | Gewöhnliche Mahonie | Etabliert Potenziell invasive Art - Beobachtungsliste | ||
| Mimulus guttatus | Gefleckte Gauklerblume | Etabliert Potenziell invasive Art - Beobachtungsliste |
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Arbeitsanweisung zum Management von FFH-Waldlebensraumtypen Mecklenburg-Vorpommern
| Wissenschaftlicher | Deutscher Name | Status - Einstufung | ||
|---|---|---|---|---|
| Name | ||||
| Miscanthus saccharif- lorus | Großes Stielblütengras | Unbeständig Potenziell invasive Art - Beobachtungs- liste | ||
| Miscanthus sinensis | Japanisches Stielblüten- gras | Unbeständig Potenziell invasive Art - Beobachtungs- liste | ||
| Muscari armeniacum | Armenische Traubenhya- zinthe | Etabliert Potenziell invasive Art - Beobachtungsliste | ||
| Myriophyllum aquati- cum* | Brasilianisches Tausend- blatt | Etabliert Invasive Art - Managementliste | ||
| Myriophyllum hetero- phyllum* | Verschiedenblättriges Tausendblatt | Etabliert Invasive Art - Managementliste | ||
| Oenothera biennis | Zweijährige Nachtkerze | Etabliert Potenziell invasive Art - Beobachtungsliste | ||
| Oenothera coronifera | Kronen-Nachtkerze | Etabliert Potenziell invasive Art - Beobachtungsliste | ||
| Parthenocissus quin- quefolia agg. | Jungfernreben | Etabliert Potenziell invasive Art - Beobachtungsliste | ||
| Paulownia tomentosa | Kaiser-Paulownie | Etabliert Potenziell invasive Art - Beobachtungsliste | ||
| Phedimus spurius | Kaukasus-Asienfetthenne | Etabliert Invasive Art - Managementliste | ||
| Phedimus stolonifer | Ausläufer-Asienfetthenne | Unbeständig Invasive Art - Aktionsliste | ||
| Phytolacca americana | Amerikanische Kermes- beere | Etabliert Potenziell invasive Art - Handlungsliste | ||
| Pinellia ternata | Dreizählige Pinellie | Unbeständig Potenziell invasive Art - Beobachtungs- liste | ||
| Pinus contorta | Küsten-Kiefer | Unbeständig Potenziell invasive Art - Beobachtungs- liste | ||
| Pinus nigra | Schwarz-Kiefer | Etabliert Potenziell invasive Art - Handlungsliste | ||
| Pinus strobus | Weymouth-Kiefer | Etabliert Invasive Art - Managementliste | ||
| Pistia stratiotes* | Wassersalat | Unbeständig Potenziell invasive Art - Handlungsliste | ||
| Populus canadensis | Kanadische Pappel | Etabliert Invasive Art - Managementliste | ||
| Potentilla indica | Scheinerdbeer-Finger- kraut | Etabliert Potenziell invasive Art - Beobachtungsliste | ||
| Prunus laurocerasus | Pontische Lorbeerkirsche | Etabliert Potenziell invasive Art - Handlungsliste | ||
| Prunus serotina | Späte Trauben-Kirsche | Etabliert Invasive Art - Managementliste | ||
| Pseudotsuga menziesii | Grüne Douglasie | Etabliert Invasive Art - Managementliste | ||
| Quercus rubra | Rot-Eiche | Etabliert Invasive Art - Managementliste | ||
| Rhododendron ponti- cum | Pontische Alpenrose | Unbeständig Invasive Art - Managementliste | ||
| Rhus typhina | Essigbaum | Etabliert Potenziell invasive Art - Handlungsliste | ||
| Robinia pseudoacacia | Gewöhnliche Robinie | Etabliert Invasive Art - Managementliste | ||
| Rosa rugosa | Kartoffel-Rose | Etabliert Invasive Art - Managementliste | ||
| Rubus armeniacus | Armenische Brombeere | Etabliert Potenziell invasive Art - Handlungsliste | ||
| Rubus laciniatus | Schlitzblättrige Brom- beere | Etabliert Potenziell invasive Art - Beobachtungsliste | ||
| Rubus phoenicolasius | Japanische Weinbeere | Etabliert Potenziell invasive Art - Beobachtungsliste |
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Arbeitsanweisung zum Management von FFH-Waldlebensraumtypen Mecklenburg-Vorpommern
| Wissenschaftlicher | Deutscher Name | Status - Einstufung | ||
|---|---|---|---|---|
| Name | ||||
| Rudbeckia laciniata | Schlitzblättriger Sonnen- hut | Etabliert Potenziell invasive Art - Handlungsliste | ||
| Sagittaria latifolia | Breitblättriges Pfeilkraut | Etabliert Potenziell invasive Art - Beobachtungsliste | ||
| Salvinia molesta* | Lästiger Schwimmfarn | Unbeständig Invasive Art - Aktionsliste | ||
| Sarracenia purpurea | Rotbraune Schlauch- pflanze | Etabliert Invasive Art - Managementliste | ||
| Senecio inaequidens | Schmalblättriges Greis- kraut | Etabliert Potenziell invasive Art - Beobachtungsliste | ||
| Sicyos angulatus | Haargurke Unbeständig | Potenziell invasive Art - Beobachtungsliste | ||
| Silphium perfoliatum | Durchwachsene Silphie | Unbeständig Potenziell invasive Art - Handlungsliste | ||
| Solanum carolinense | Karolina-Nachtschatten | Unbeständig Potenziell invasive Art - Beobachtungs- liste | ||
| Solidago canadensis | Kanadische Goldrute | Etabliert Invasive Art - Managementliste | ||
| Solidago gigantea | Riesen-Goldrute | Etabliert Invasive Art - Managementliste | ||
| Spartina anglica | Englisches Schlickgras | Etabliert Invasive Art - Managementliste | ||
| Symphoricarpus albus | Weiße Schneebeere | Etabliert Potenziell invasive Art - Beobachtungsliste | ||
| Symphyotrichum lanceolatum | Lanzett-Herbstaster | Etabliert Invasive Art - Managementliste | ||
| Symphyotrichum novi- belgii | Neubelgien-Herbstaster | Etabliert Invasive Art - Managementliste | ||
| Syringa vulgaris | Gewöhnlicher Flieder | Etabliert Invasive Art - Managementliste | ||
| Telekia speciosa | Gewöhnliche Telekie | Etabliert Potenziell invasive Art - Beobachtungsliste | ||
| Toxicodendron radi- cans | Efeu-Giftsumach | Unbeständig Potenziell invasive Art - Beobachtungs- liste | ||
| Vaccinium atlanticum | Amerikanische Strauch- Heidelbeere | Etabliert Potenziell invasive Art - Handlungsliste | ||
| Vallisneria spiralis | Gewöhnliche Wasser- schraube | Etabliert Potenziell invasive Art - Handlungsliste | ||
| Viburnum rhytido- phyllum | Runzelblättriger Schnee- ball | Unbeständig Potenziell invasive Art - Handlungsliste |
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