Wissenschaftliche Untersuchung zu Verfahrensanforderungen bei Risikoentscheidungen im Atomrecht

Status
Offen
Angebotsfrist
02.12.2026, 08:00 (Europe/Berlin)
Geschätzter Wert
Nicht angegeben
Lose
1
Erfüllungsregion
Berlin
Verfahren
Verfahrensart unbekannt
Auftragsart
Nicht angegeben
Veröffentlicht
21.10.2026
CPV-Codes
Forschungs- und Entwicklungsdienste und zugehörige Beratung (73000000)
Bekanntmachung
evergabe-online.de
Bekanntmachungsnummer
3911619d-0f3f-4f00-b490-3642c9311df8
Verfahrensnummer
aeb54816-f8ac-47f7-86f3-5f2531070d96

Fragenkatalog

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Kurzbeschreibung

Das Bundesamt für die Sicherheit der nuklearen Entsorgung (BASE) sucht eine wissenschaftliche Untersuchung zu behördlichen Risikoentscheidungen im Atomrecht. Das Vorhaben soll klären, ob Verfahrensvorgaben präzisiert werden müssen und an welchen Stellen menschliche Entscheidungsprozesse besonders anfällig für Verzerrungen sind. Die Ausschreibung ist der Region Berlin zugeordnet; die Angebotsfrist endet am 2. Dezember 2026.

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Leistungsbeschreibung

Dem Bundesamt für die Sicherheit der nuklearen Entsorgung (BASE) obliegt im Genehmigungsverfahren die Beurteilung der nach dem Stand von Wissenschaft und Technik erforderlichen Schadensvorsorge (§6 Abs. 2 Nr. 2 AtG). Bei der Ausfüllung ihres Beurteilungsspielraums trägt es die Verantwortung für die Risikoermittlung und -bewertung (Risikovorsorge). Dabei kann das BASE teils auf untergesetzliche Standardisierungen in Form des kerntechnischen Regelwerks zurückgreifen. Im Übrigen ist es Aufgabe des BASE, die Grenze zum hinnehmbaren Restrisiko anhand des Maßstabs praktischer Vernunft selbst zu bestimmen. Der Gesetzgeber macht hier vergleichsweise wenige Vorgaben. Soweit Bewertungskriterien fehlen, muss das BASE diesen Maßstab konkretisieren und für das Genehmigungsverfahren operationalisieren. Vor dem Hintergrund aktueller Entwicklungen, insbesondere des derzeit nicht abschließend bestimmbaren Zeitraums für die Zwischenlagerung hochradioaktiver Abfälle, gewinnen Fragen der Risikovorsorge zusätzlich an Bedeutung. Die damit einhergehenden Unsicherheiten könnten erhöhte Anforderungen an die Transparenz und Nachvollziehbarkeit behördlicher Risikoentscheidungen begründen. Zugleich ist in der Forschung gut belegt, dass menschliche Entscheidungsfindung anfällig für systematische Verzerrungen ist, etwa durch die Nutzung von Heuristiken oder durch gruppendynamische Effekte. Diese Erkenntnisse werfen die Frage auf, inwiefern auch behördliche Entscheidungsprozesse, trotz institutioneller Einbettung und fachlicher Expertise, entsprechenden Einflüssen unterliegen können und ob hieraus spezifische Anforderungen an die Ausgestaltung von Verwaltungsverfahren folgen. Ziel dieses Vorhabens ist es, zu klären, ob ein Handlungsbedarf zur Festlegung oder Präzisierung von Verfahrensvorgaben für behördliche Risikoentscheidungen im Atomrecht besteht. Außerdem sollen die Ergebnisse des Vorhabens dafür sensibilisieren, an welchen Stellen des atomrechtlichen Genehmigungsverfahrens menschliche Entscheidungsfindung besonders fehleranfällig ist. Es soll ein gewinnbringender Dialog zwischen verschiedenen Rechtsgebieten zu diesen Fragestellungen angestoßen werden.

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Leistungen nach Losen (1)

  • LOT-0000 · 4727F90301 - Prozedurale Anforderungen an Risikoentscheidungen im Atomrecht (PARAT)

    Dem Bundesamt für die Sicherheit der nuklearen Entsorgung (BASE) obliegt im Genehmigungsverfahren die Beurteilung der nach dem Stand von Wissenschaft und Technik erforderlichen Schadensvorsorge (§6 Abs. 2 Nr. 2 AtG). Bei der Ausfüllung ihres Beurteilungsspielraums trägt es die Verantwortung für die Risikoermittlung und -bewertung (Risikovorsorge). Dabei kann das BASE teils auf untergesetzliche Standardisierungen in Form des kerntechnischen Regelwerks zurückgreifen. Im Übrigen ist es Aufgabe des BASE, die Grenze zum hinnehmbaren Restrisiko anhand des Maßstabs praktischer Vernunft selbst zu bestimmen. Der Gesetzgeber macht hier vergleichsweise wenige Vorgaben. Soweit Bewertungskriterien fehlen, muss das BASE diesen Maßstab konkretisieren und für das Genehmigungsverfahren operationalisieren. Vor dem Hintergrund aktueller Entwicklungen, insbesondere des derzeit nicht abschließend bestimmbaren Zeitraums für die Zwischenlagerung hochradioaktiver Abfälle, gewinnen Fragen der Risikovorsorge zusätzlich an Bedeutung. Die damit einhergehenden Unsicherheiten könnten erhöhte Anforderungen an die Transparenz und Nachvollziehbarkeit behördlicher Risikoentscheidungen begründen. Zugleich ist in der Forschung gut belegt, dass menschliche Entscheidungsfindung anfällig für systematische Verzerrungen ist, etwa durch die Nutzung von Heuristiken oder durch gruppendynamische Effekte. Diese Erkenntnisse werfen die Frage auf, inwiefern auch behördliche Entscheidungsprozesse, trotz institutioneller Einbettung und fachlicher Expertise, entsprechenden Einflüssen unterliegen können und ob hieraus spezifische Anforderungen an die Ausgestaltung von Verwaltungsverfahren folgen. Ziel dieses Vorhabens ist es, zu klären, ob ein Handlungsbedarf zur Festlegung oder Präzisierung von Verfahrensvorgaben für behördliche Risikoentscheidungen im Atomrecht besteht. Außerdem sollen die Ergebnisse des Vorhabens dafür sensibilisieren, an welchen Stellen des atomrechtlichen Genehmigungsverfahrens menschliche Entscheidungsfindung besonders fehleranfällig ist. Es soll ein gewinnbringender Dialog zwischen verschiedenen Rechtsgebieten zu diesen Fragestellungen angestoßen werden.

    Frist: 02.12.2026, 01:00 (Europe/Berlin)

Vergabeunterlagen

17 Dateien laut Portal · Stand 21.10.2026
_Hinweise von der e-Vergabe.txtSonstiges1 KB
01 4727F90301 Bewerbungsbedingungen.pdfAnschreiben190 KB
02 4727F90301 Bewertungsmatrix.pdfSonstiges105 KB
03 4727F90301 Leistungsbeschreibung.pdfLVLeistungsverzeichnis248 KB
04 4727F90301 Vertragstext.pdfVertragsbedingungen146 KB
05 4727F90301 Anlage zum Vertrag - ABFE-BMUV.pdfVertragsbedingungen253 KB
06 4727F90301 Anlage zum Vertrag - Elektronische Rechnungen.pdfVertragsbedingungen270 KB
07 4727F90301 Anlage zum Vertrag - Mustervorlage Mitteilung an Auftragnehmer nach § 4 Abs. 3 BTTG.pdfVertragsbedingungen80 KB
08 4727F90301 Anlage zum Vertrag - Mustervorlage Tariftreueversprechen Unterauftragnehmende und Verleiher.pdfVertragsbedingungen82 KB
09 4727F90301 Anlage zum Vertrag - Vereinbarung zur Auftragsverarbeitung.pdfVertragsbedingungen175 KB
10 4727F90301 Formblatt Angebotsvordruck.pdfFormular369 KB
11 4727F90301 Formblatt Erklärung Ausschlussgründe UVgO.docxFormular144 KB
12 4727F90301 Formblatt Erklärung nach Verordnung (EU) Nr. 833-2014.docxFormular92 KB
13 4727F90301 Formblatt Erklärung zur Eignung -Leistungsfähigkeit des Unternehmens-.docxFormular88 KB
14 4727F90301 Formblatt Bietergemeinschaftserklärung.docxFormular85 KB
15 4727F90301 Formblatt Eignungsleihe.docxFormular87 KB
16 4727F90301 Formblatt Unterauftragnehmende.docxFormular66 KB

Änderungen und Bieterfragen

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