Kostenloses Live-Webinar: VergabeHero in Aktion erleben.

MZL Projektbeschreibung und -organisation 250317.pdf

Grund- und Feinreinigung des Mobilitätszentrums UrbanLand in Lemgo

Extrahierter Dokumenttext · Stand: 30.09.2026, 09:43 (Europe/Berlin)

Herkunft: www.evergabe.nrw.de

Tabellen, Layout und Zeichen können bei der Extraktion abweichen. Maßgeblich ist die Originaldatei.

Originaldatei öffnen

[Seite 1]

Neubau Mobilitätszentrum UrbanLand (MZL) 17.03.2025

Allgemeine Projektbeschreibung

Inhaltsverzeichnis

0.1 Ambitionen .................................................................................................................... 2

1 Projekthistorie und Organisation .............................................................................. 2 1.1 Prioritäten des Projektes ............................................................................................... 2 1.2 Projektbeteiligte und Planungsteam ............................................................................. 2 1.2.1 Bauherr.......................................................................................................................... 2 1.2.2 Projektleitung ................................................................................................................ 2 1.2.3 Projektteam ................................................................................................................... 2 1.3 Projektorganisation und Termine .................................................................................. 3 1.4 Kosten ........................................................................................................................... 3

2 Kurzbeschreibung Gebäude ...................................................................................... 3 2.1 Grundstück .................................................................................................................... 3 2.2 Erschließung ................................................................................................................. 3 2.3 Gebäude ....................................................................................................................... 4 2.4 Tragwerk ....................................................................................................................... 4 2.5 Bau- und Raumakustik .................................................................................................. 5 2.6 Wärmeschutz ................................................................................................................ 5 2.7 Brandschutz .................................................................................................................. 5 2.8 Technische Gebäudeausrüstung .................................................................................. 5 2.9 Außenanlagen ............................................................................................................... 6 2.10 Nachhaltigkeit und BNB-Zertifizierung .......................................................................... 6

3 Kurzbeschreibung Forschungsinfrastruktur ........................................................... 6 3.1 H2-Testfeld .................................................................................................................... 6 3.2 Prozessanlage .............................................................................................................. 7 3.3 Verteilnetz ..................................................................................................................... 7 3.4 Analytikraum ................................................................................................................. 7 3.5 DC-Netz......................................................................................................................... 7 3.6 DC-Testfelder ................................................................................................................ 7 3.7 Batteriespeicher ............................................................................................................ 8 3.8 PV-Anlage ..................................................................................................................... 8 3.9 Multifunktionsbereich / MONOCAB ............................................................................... 8 3.10 Rollenprüfstand ............................................................................................................. 8 3.11 Energiemanagementsystem ......................................................................................... 8 3.12 Echtzeitsystem .............................................................................................................. 8 3.13 Leitwarte ........................................................................................................................ 8

SIGNMS, 17.03.2025, MZL Projektbeschreibung und -organisation 250317 Seite 1 / 8

[Seite 2]

Neubau Mobilitätszentrum UrbanLand (MZL)

Allgemeine Projektbeschreibung 17.03.2025

0.1 Ambitionen

Auf dem Innovation Campus Lemgo soll ein Forschungszentrum für postfossile Mobi- lität und Energieträger im ländlichen Raum entstehen.

Diese neue Forschungsinfrastruktur wird Wissenschaftlern, öffentlichen und industri- ellen Entscheidungsträgern sowie der Gesellschaft die Möglichkeit bieten, technolo- gieoffen an einer multimodalen, vernetzten und nachhaltigen Mobilität zu forschen.

Konkret soll ein Forschungsgebäude auf höchstem technischem Niveau entstehen, die unter anderem Technologien zur Konversion und Speicherung von Wasserstoff sowie zur effizienten Nutzung erneuerbarer elektrischer Energie in Form von Gleich- strom umfasst. Sie bietet alle notwendigen Infrastrukturen und Ressourcen, um die genannten Forschungs- und Entwicklungsfelder anzugehen und ermöglicht die Veror- tung und Sichtbarkeit des Themas „Postfossile Mobilität im ländlichen Raum“.

Das Mobilitätszentrum UrbanLand (MZL) soll sich zu einem deutschlandweit aner- kannten Forschungs-, Transfer- und Innovationszentrum entwickeln.

1 Projekthistorie und Organisation

Das Mobilitätszentrum Urban Land wird zu 100% aus Mitteln des Bundes finanziert. Da die dazu veranschlagten Fördermittel 6 Mio. € übersteigen, ist ein Vorgehen nach RZBau notwendig (VV Nr. 6.1 zu § 44 BHO).

Im Jahr 2023 wurde der Bedarf geklärt und einen Antrag auf Bewilligung für Förder- mittel gestellt. Daraufhin erfolgte der Zuwendungsbescheid mit Vorbehalt der bau- fachlichen Prüfung am 20.11.2023 durch den Projektträger Jülich im Auftrag und aus Mitteln des Bundesministeriums für Digitales und Verkehr (BMDV).

1.1 Prioritäten des Projektes

Aus den Vorgaben der Förderlinie resultiert folgende Priorisierung der Projektziele:

  1. Einhaltung der Zeitvorgaben, insbesondere das Ende der Gesamtabwicklung / Ab- rechnung des Projektes. Der Bauherr hat auf dieser Vorgabe beruhend den an- hängenden Grobablaufplan erstellt.
  2. Einhaltung der Kostenvorgabe
  3. Einhaltung der vorgegebenen Projektqualitäten und -quantitäten

1.2 Projektbeteiligte und Planungsteam

1.2.1 Bauherr

Bauherr ist die Technische Hochschule OWL.

1.2.2 Projektleitung

Die Projektleitung erfolgt im Team zusammen mit dem Bauherrenvertreter. Die Pro- jektleitung ist die zentrale Schnittstelle zwischen den verschiedenen Projektbeteiligten und zuständig für die Kommunikation, Koordination und Herbeiführung von notwendi- gen Entscheidungen.

1.2.3 Projektteam

Am Projekt beteiligt sind: ● Projektleiter, Projektmanager und Bauherrenvertreter der TH OWL ● Vertretern der Nutzer ● Projektmanagement Bau

SIGNMS, 17.03.2025, MZL Projektbeschreibung und -organisation 250317 Seite 2 / 8

[Seite 3]

Neubau Mobilitätszentrum UrbanLand (MZL)

Allgemeine Projektbeschreibung 17.03.2025

● Architekt – Objektplanung ● Tragwerksplanung ● Thermische Bauphysik ● Brandschutz ● Bau- und Raumakustik ● Technische Gebäudeausrüstung HLSKE und Automation ● BNB-Koordination (Leistungsstufe 2 – Realisierung) ● Sicherheits- und Gesundheitsschutzkoordination ● Grundstücksvermessung

1.3 Projektorganisation und Termine

Der Gesamtablauf des Planungs- und Bauprozesses wurde unter der Prämisse der Aufhebung des Vorbehaltes (Zuwendungsbescheid) Ende August 2024 erstellt.

Für die Gesamtmaßnahme sind die nachfolgenden terminlichen Rahmenbedingun- gen zu beachten: ● Ausschreibung / Vergabe März 2025 bis August 2025 ● Bauausführung Juni 2025 bis November 2026 ● Fertigstellung der Baumaßnahme / Bauübergabe Dezember 2026

1.4 Kosten

Der Gesamtfinanzierungsrahmen des Förderprojekte beträgt 18 Mio. €, brutto

Für die Errichtung und Ausstattung des Gebäudes verbleiben - nach Abzug der Ne- benkosten, Sachkosten und Personalkosten - für die KG 200 bis 600 Mittel in Höhe von ca. 10,97 Mio. € netto bzw. ca. 13,03 Mio. € brutto.

2 Kurzbeschreibung Gebäude

Das Grundstück liegt südlich des Stadtzentrums von Lemgo an der Kreuzung Bun- senstraße / Liebigstraße am Rand des Innovation Campus Lemgo (ICL) und den Ge- bäuden der TH OWL. Nachbarn sind ein Kindergarten im Osten, eine Wohnbebauung im Westen und landwirtschaftlich genutzte Flächen im Süden.

2.1 Grundstück

Das Grundstück von ca. 5.400 m2 wurde bisher landwirtschaftlich genutzt, obwohl schon der 1986 genehmigte Flächennutzungsplan eine Bebauung vorsah.

Das Verfahren zum Bebauungsplan 26 01.68 Südliche Liebigstraße läuft. Die öffentli- che Auslegung gem. § 3 (2) und § 4 (2) BauGB erfolgte vom 29.01.2024 bis zum 01.03.2024. Der Bebauungsplan wird voraussichtlich Ende August 2024 gültig. Die Vorgaben dieses Bebauungsplans wurden bei der Antragsplanung berücksichtigt

Die Ergebnisse des Baugrundgutachtens sind bei der Planung und Ausführung be- rücksichtigt.

2.2 Erschließung

Das Grundstück und das Gebäude werden über die nördlich liegende Liebigstraße erschlossen. Der Bebauungsplan bestimmt die Lage der Zufahrt zum Gelände.

Die Erschließung der Gebäudetechnik erfolgt von der Liebigstraße.

SIGNMS, 17.03.2025, MZL Projektbeschreibung und -organisation 250317 Seite 3 / 8

[Seite 4]

Neubau Mobilitätszentrum UrbanLand (MZL)

Allgemeine Projektbeschreibung 17.03.2025

2.3 Gebäude

Das MZL besteht aus drei unterschiedlichen Gebäudeteilen, die miteinander verbun- den zur Liebigstraße ausgerichtet sind. Die Baukörper gliedern sich in drei verschie- dene Nutzungsbereiche.

Der Eingang des Bürogebäudes verbindet die Hauptfunktionen des Gebäudes. Ne- ben einem Tagungsraum, welcher sich mit der Empfangsfläche zu einem großen Prä- sentationsfeld verbinden lässt, ermöglicht die verglaste Leitwarte das Forschungsge- schehen aus der Forschungshalle wahrzunehmen. Aus dem Empfang heraus bietet sich zudem eine direkte Verbindung in Form einer großen verglasten Tür zu den For- schungsbereichen.

Das Treppenhaus gewährleistet zum einen die Verbindung in das obere Geschoss des Bürogebäudes, zum anderen eine Abtrennung des Sanitärtrakts. Für eine flexible Ausstattung des Tagungs- und Empfangsbereichs befindet sich hier zudem ein Stuhl- lager. Der im hinteren Teil des Bürogebäudes befindliche Technikbereich wird über einen eigenen Zugang von außen erreicht. Ebenfalls von außen sind die Technik- räume im Untergeschoss, sowie die im Erdgeschoss liegende Mittelspannung und der Trafo erreichbar.

Im Obergeschoss liegt, neben dem Bürobereich samt Drucker- und Lager, das Digi- tallabor – in diesem Multifunktionsbereich wird geforscht, gelehrt und gearbeitet wer- den. Weiterhin befindet sich im Obergeschoss ein abtrennbarer Besprechungs- und Sozialbereich.

Zusätzlich zu den im Erdgeschoss liegenden Unisex WCs, Urinalen, der Umkleide sowie dem barrierefreien Erste-Hilfe und Wickelraum liegt im Obergeschoss noch das barrierefreie WC und der Putzmittelraum.

Im Obergeschoss des Treppenhauses lässt sich das Geschehen in der Forschungs- halle durch ein Schaufenster beobachten. Über den Zugang zur Empore und der von dort erreichbarer offener Treppe ist die Halle direkt begehbar. Zudem ist die Empore mit der Kranbahn anfahrbar und wird als Lagerfläche genutzt.

Die größtenteils offen gestaltete Forschungshalle ist in verschieden Zonen unterteilt, in denen ein Großteil der Forschungsinfrastruktur untergebracht ist. Die verschiede- nen Funktionen der Halle sind insgesamt offen zueinander gestaltet. Lediglich ein Teil der DC-Forschung ist über eine Gitterwand abgetrennt, welche aber mögliche Sicht- bezüge in die Halle zulässt. Auch die Abtrennung des Analytikraums bietet über ein verglastes Element in der Wand einen Blick in den freien Hallenbereich.

Ähnlich gestaltet wie die große Forschungshalle bietet die kleinere Halle Flächen für den KFZ- Rollenprüfstand samt zugehöriger Technik und Leitwarte. Diese ist als se- parater Raum mit Fenster zum Prüffeld angeordnet.

NUF: 1.055,27 m²

BGF (R+S): 1.766,99 m²

BRI: 9.419,85 m³

2.4 Tragwerk

Im Bereich der Hallen werden die Dachlasten über ein Trapezblech durch einen Stahl-Fachwerkbinder bzw. Stahlträger an Betonfertigteilstützen abgetragen. Die Aus- steifung des Gebäudes erfolgt über die Kragstützen und über die Dachverbände in

SIGNMS, 17.03.2025, MZL Projektbeschreibung und -organisation 250317 Seite 4 / 8

[Seite 5]

Neubau Mobilitätszentrum UrbanLand (MZL)

Allgemeine Projektbeschreibung 17.03.2025

der Dachebene. Zwischen dem Hallen- und Bürotrakt wird eine Brandwand aus Be- tonfertigteilen erstellt.

Der Bürotrakt soll, neben dem massiven Treppenhauskern, in Holzbauweise ausge- führt werden. Die tragenden und aussteifenden Wände werden dabei als Brettsperr- holzwände ausgeführt. Die Decke über dem Obergeschoss wird als Brettsperrholzde- cke ausgeführt und über dem Erdgeschoss als Holzbetonverbunddecke. Um eine durchgehende tragende Achse für die Decken zu erhalten, kommen Delta-Beam-Trä- ger zur Verwendung. Die Unterkellerung wird in Massivbauweise ausgeführt.

2.5 Bau- und Raumakustik

Für Arbeits- und Unterrichtsräume ergeben sich sowohl Anforderungen an den Schallschutz aus dem öffentlichen Baurecht nach DIN 4109 sowie Anforderungen an den raumakustischen Komfort (Verhältnis von äquivalenter Absorptionsfläche zum Raumvolumen) und die Sprachverständlichkeit (Nachhallzeit) aus der DIN 18041 so- wie Anforderungen aus dem Arbeitsschutz nach der Arbeitsstättenrichtlinie ASR3.7.

2.6 Wärmeschutz

Der Wärmeschutznachweis für das Bauvorhaben Mobilitätszentrum UrbanLand in Lemgo ist - in baurechtlicher Hinsicht - nach den Vorgaben des GEG 2024 (Gebäu- deenergiegesetz) zu führen.

Es wird angestrebt, das zu errichtende Nichtwohngebäude nach dem „Bewertungs- system Nachhaltiges Bauen“ (BNB) zu zertifizieren, mit dem Ziel, den Qualitätsstan- dard „Silber“ zu erfüllen.

2.7 Brandschutz

Baurechtlich ist das Gebäude, aufgrund der Höhe des obersten Geschosses mit Auf- enthaltsräumen von 3,85 m, sowie der Anzahl und Größe der Nutzungseinheiten in die „Gebäudeklasse 3“ im Sinne von § 2 (3) BauO NRW 2018 einzustufen.

Das Gebäude ist aufgrund seiner Größe und Nutzung eine „Bauliche Anlage beson- derer Art oder Nutzung“ im Sinne des § 50 BauO NRW 2018.

2.8 Technische Gebäudeausrüstung

Die Wärmeversorgung erfolgt über das Fernwärmenetz der Stadtwerke Lemgo.

Die Kühlwassererzeugung erfolgt mittels zwei wassergekühlter Kältemaschinen mit jeweils 130 kW Kälteleistung und zwei Rückkühler. Die Kühlwasserversorgung der Forschungshalle erfolgt über ein druckloses Kühlwassernetz. Mittels eines PE/PP Kunststofftank wird das Kühlwasser gepuffert. Die Abwärme aus dem Kühlwasser der Forschungshalle wird über den Wärmetauscher, am Kälteverteiler, als Wärmerückge- winnung dem Heizungsnetz zugeführt.

Alle Räume des Bürogebäudes erhalten eine Fußbodenheizung. Im Sommer kann die Fußbodenheizung auch mit Kühlwasser betrieben werden. Hierdurch werden die Räume angenehm temperiert.

Die Forschungshalle sowie der KFZ-Rollenprüfstanderhalten jeweils ein Kompakt- Lüftungsgerät, welches auf dem jeweiligen Dach aufgestellt wird. Beide RLT-Geräte verfügen über einen Wärmetauscher und einen Lufterhitzer/-kühler. Die Anlagen die- nen zum hygienischen Luftwechsel der Hallen. Im Bereich des Bürogebäudes werden

SIGNMS, 17.03.2025, MZL Projektbeschreibung und -organisation 250317 Seite 5 / 8

[Seite 6]

Neubau Mobilitätszentrum UrbanLand (MZL)

Allgemeine Projektbeschreibung 17.03.2025

alle innenliegenden Räume, außer gekühlte EDV-Räume, mittels Zu- und Abluft RLT- Geräte hygienische be- und entlüftet.

Die Energieversorgung des Neubaus erfolgt aus dem 10 kV Netz des örtlichen Netz- betreibers (Stadtwerke Lemgo). Die Versorgung des MZL erfolgt mittels einem 1250kVA Trafo, welcher im EG des Bürogebäudes angeordnet wird.

Sämtliche Beleuchtungskörper werden in LED-Technik mit Lichtfarbe 4000K ausge- führt. Die grundsätzliche Beleuchtungssteuerung im Gebäude wird mittels KNX-Bus realisiert. An den Ausgängen der Haupt- und Nebeneingänge werden Wandleuchten vorgesehen. Die weiteren Außenanlagen werden mittels Mastleuchten/Wandansatz-, bzw. Pollerleuchten erschlossen. Hinterleuchtete Piktogramme in Einzelbatterieaus- führung werden an den Notausgängen vorgesehen.

Es kommt eine Blitzschutzanlage der Klasse III zur Ausführung

Die LWL-Gebäudeanbindung erfolgt über das Campusnetzwerk.

Die Gebäudeautomation mit Automations- und Visualisierungsebene umfasst die au- tomatische Bedienung, Überwachung, Steuerung und Regelung der Anlagen.

2.9 Außenanlagen

Es wurde sehr viel Wert daraufgelegt, möglichst wenig befestigte Fläche einzuplanen, um den Eingriff in die Natur möglichst gering zu halten.

Die Außenanlagen bestehen aus Stellplätzen für PKW und Fahrrad, Hofbereichen mit Rangierflächen sowie den folgenden Nebenanlagen und Verkehrsflächen Die Ent- wässerung des Grundstücks unterteilt sich in die Starkregenvorsorge Biesterberg, die private Niederschlagswasserentwässerung (Verkehrs- und Dachflächen) sowie die private Schmutzwasserentwässerung.

2.10 Nachhaltigkeit und BNB-Zertifizierung

Im Rahmen dieses Projektes wurde das Gebäude MZL zunächst daraufhin unter- sucht, ob es den Anforderungen des BNB-Systemmodules „Unterrichtsgebäude Neu- bau“ entspricht und somit für eine Zertifizierung in Frage kommt. Das Ergebnis des Pre-Checks im Vorfeld war, dass für das Gebäude das Niveau „Silber“ angestrebt werden kann.

3 Kurzbeschreibung Forschungsinfrastruktur

Die Funktionen der Forschungsinfrastruktur sind in, bzw. auf der Halle untergebracht. Auf den zur Verfügung stehenden Forschungsflächen können vielfältige Experimente zu Kon- versionstechnologien sowie zur Erzeugung und Speicherung von Energie (elektrisch, thermisch, gasförmig oder fluid) installiert werden. Diese Experimente oder Aufbauten werden derart miteinander gekoppelt, dass sie Stoffe, elektrische Energie und Wärme miteinander austauschen können. Die Testfelder in den einzelnen Bereichen gewährleis- ten eine universelle Nutzbarkeit und hohe Flexibilität.

3.1 H2-Testfeld

Das H2-Testfeld ermöglicht die Forschung an Brennstoffzellen, Elektrolyseuren sowie Speicher- und Wandlungsprozessen mit bis zu 200 kW Leistung. Forschungszellen können installiert und individuell überwacht werden. Die Zellen sind mit eigener In-

SIGNMS, 17.03.2025, MZL Projektbeschreibung und -organisation 250317 Seite 6 / 8

[Seite 7]

Neubau Mobilitätszentrum UrbanLand (MZL)

Allgemeine Projektbeschreibung 17.03.2025

strumentierung und Sicherheitstechnik ausgestattet und an eine ATEX-konforme Ab- luftführung angeschlossen. Die Versorgung mit Gasen und Medien erfolgt über eine Traverse.

3.2 Prozessanlage

Die Prozessanlage produziert aus regenerativer Energie, hauptsächlich von der PV- Anlage, grünen Wasserstoff und kann diesen über Brennstoffzellen rückverstromen. Die Anlage besteht aus wassergekühlten Elektrolyseuren mit 20 kW Gesamtleistung, einem Brennstoffzellensystem mit 16 kW und einem Verdichter zur Erhöhung der Speicherkapazität. Eine Aufbereitungsanlage stellt das Speisewasser für die Elektro- lyseure bereit. Die Abwärme der Elektrolyseure und Brennstoffzellen kann zur Ge- bäudeversorgung genutzt werden. Die Prozessanlage ist ebenfalls an das interne Gleichspannungsnetz und das Energiemanagementsystem angeschlossen.

3.3 Verteilnetz

Das Verteilnetz versorgt die Prozessanlage und das Testfeld mit Wasserstoff, Stick- stoff und Kohlendioxid. Leitungen führen vom Gaslager im Außenbereich über Ver- sorgungsleitungen zu Entnahmepunkten für flexible Forschungsaufbauten. Das Gas- lager im Außenbereich beherbergt Nieder- und Hochdruckspeicher für Wasserstoff mit einem Gesamtvolumen von 4800 Litern. Es gibt auch Stellplätze für weitere Gas- flaschenbündel und Gasflaschen.

3.4 Analytikraum

Der Analytikraum ist mit einem Gaschromatographen mit Massenspektrometer (GC/MS) und einem Digitalmikroskop ausgestattet. Diese Instrumente ermöglichen die quantitative und qualitative Analyse von Gas- und Kraftstoffproben sowie die zer- störungsfreie Bestimmung der Oberflächenbeschaffenheit von Materialien. Ein belüf- teter Lösemittelschrank und Lagermöglichkeiten für Chemikalien sind ebenfalls vor- handen.

3.5 DC-Netz

Der fortlaufende Einsatz von Gleichstromtechnologien (DC) in Industrie und Alltag ermög- licht Energieeinsparungen und kosteneffiziente Systemvernetzungen. Im MZL (Modell- zentrum Lemgo) werden diese Technologien erforscht und weiterentwickelt, von der Ge- räteentwicklung bis zur Optimierung des Endprodukts. Die DC-Technologie ist eng mit dem Forschungsbereich Wasserstoff verknüpft.

Ein Gleichspannungsnetz (DC-Netz) nach dem Systemkonzept von DC-INDUSTRIES ermöglicht den Energieaustausch zwischen Forschungsfeldern und bietet flexible Anbin- dungspunkte. Ein bidirektionales Einspeisegerät mit 300kW Leistung versorgt das Netz, und Testfelder können individuell abgeschaltet oder zu Inselnetzen verschaltet werden. Die Erdung erfolgt über den Sternpunkt am Mittelspannungstransformator.

3.6 DC-Testfelder

Zwei DC-Forschungsstationen im offenen Testbereich sind mit einem Schienensystem und AC-Steckdosen ausgestattet. Diese Stationen können sowohl für kleinere DC-Auf- bauten als auch für größere Geräte wie Batteriesysteme genutzt werden. Die flexible Ge- staltung ermöglicht Anpassungen an zukünftige Anforderungen.

SIGNMS, 17.03.2025, MZL Projektbeschreibung und -organisation 250317 Seite 7 / 8

[Seite 8]

Neubau Mobilitätszentrum UrbanLand (MZL)

Allgemeine Projektbeschreibung 17.03.2025

Im zugangsbeschränkten Forschungsfeld können offene Geräte erforscht und entwickelt werden. Eine weitere DC-Forschungsstation mit ähnlicher Ausstattung wie im offenen Be- reich ist vorhanden, ergänzt durch eine Gitter-Gerätewand für repräsentative DC-Anbin- dungen.

Zwei Aufbauten für Ladestationen sind vorgesehen, die über eine eigene DC-Schiene mit Energie versorgt werden. Diese Schiene kann zeitweise über 500 kW Leistung liefern und ist auf bis zu 1.000 kW erweiterbar.

3.7 Batteriespeicher

Ein Batteriesystem mit einer Kapazität von etwa 500kWh ist mit dem DC-Netz gekoppelt. Es kann Energie aufnehmen und abgeben sowie Spitzenlasten abfangen. Aus Sicher- heitsgründen ist der Speicher in einem separaten Container untergebracht, der unabhän- gig klimatisiert und in das Energiemanagementsystem integriert ist.

3.8 PV-Anlage

Auf dem Hallendach wird eine PV-Anlage mit 50kWp installiert, die regenerative Energie erzeugt. Die PV-Anlage ermöglicht die Erforschung des Zusammenspiels zwischen Son- nenenergie, Speichersystemen und Verbrauchern. Neue Komponenten können einfach integriert und getestet werden. Die Erträge können im DC-Netz genutzt oder gespeichert und bei Bedarf ins Stromnetz eingespeist werden.

3.9 Multifunktionsbereich / MONOCAB

Im Multifunktionsbereich sind die Werkstatt und Fläche für ein Gleis angesiedelt. Durch das auf dieser Höhe vorhandene Tor können Ein- und Zweischienenfahrzeuge (z.B. MONOCAB) in die Forschungshalle gefahren oder mittels Kranbahn auf der Schiene von einem LKW platziert werden.

3.10 Rollenprüfstand

Neben der Halle umfasst die Forschungsinfrastruktur ein separater Gebäudeteil, in wel- chem sich der KFZ-Rollenprüfstand befindet.

3.11 Energiemanagementsystem

Das Energiemanagementsystem (EMS) verarbeitet Messdaten aller relevanten Leis- tungsflüsse und Energiebilanzen (Gleichstromtechnologie, Haus-Wechselstrom, Gase, Charging, Wärme, Speicherzustände, PV) der Systeme in den Forschungsfel- dern und im Gebäude (Gebäudetechnik ist unabhängig von den Forschungsfeldern).

3.12 Echtzeitsystem

Das Echtzeitsystem im MZL wird für Simulationen von technischen Anwendungen genutzt, welche in Echtzeit abgebildet werden. Mit dem System können Modelle mit Livedaten aus den Forschungsbereichen arbeiten; beispielsweise kann ein Energie- speichersystem als Modell auf dem Echtzeitsystem laufen und mit dem aktuellen Ver- brauch- und der Erzeugungsdaten der Forschungsinfrastruktur gespeist werden.

3.13 Leitwarte

Die Leitwarte ist mit mehreren Arbeitsplätzen, großen Bildschirmen und genug Re- chenleistung ausgestattet, um Prozesse und Energieflüsse der Forschungsbereiche und des Gebäudes zu steuern und zu visualisieren. Die dort verortete Steuerungs- und Visualisierungstechnik wird zum Teil im Zusammenhang mit den Forschungspro- jekten definiert und (weiter-)entwickelt.

SIGNMS, 17.03.2025, MZL Projektbeschreibung und -organisation 250317 Seite 8 / 8

Alle Unterlagen dieser Ausschreibung