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Stadt Remscheid Fachdienst 3.37 – Feuerschutz und Rettungsdienst
Einbaurichtlinie für IuK-Technik und für
elektrische Anlagen
in Fahrzeugen der Feuerwehr und des
Rettungsdienstes der Stadt Remscheid
Version V4.1 - 10/2025 (Stand: 07.10.2025)
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Einbaurichtlinie (IuK-Technik und elektrische Anlagen)
Abkürzungsverzeichnis
AG Auftraggeber oder Auftraggeberin AGM Absorbent Glass Mat – Spezielle Art einer Batterie AN Auftragnehmer oder Auftragnehmerin BGV Berufsgenossenschaftliche Vorschriften CIA CAN in Automation CIA447 CANopen Kommunikation für Sonderfahrzeug CODESYS Herstellerunabhängige IEC-61131-3 Software für Steuerungssysteme DIN Deutsches Institut für Normung e.V. DGUV Deutsche gesetzliche Unfallversicherung ECE Internationales Genehmigungszeichen für Ausrüstungsgegenstände von Automobilen EG-Richtlinien Richtlinien der Europäischen Gemeinschaft FZV Fahrzeug-Zulassungsverordnung ISO Internationale Organisation für Normung IuK Informations- und Kommunikationstechnik KTW Krankentransportwagen LS Leitungsschutzschalter MCB Miniature-Circuit Breaker (Leitungsschutzschalter/LS-Schalter) NEF Notarzteinsatzfahrzeug RCD Residual-Current Device („FI – Fehlerstromschutzschalter“) RCD/MCB Residual-Current Device / Miniature-Circuit Breaker (Kombinierter FI/LS-Schalter) RKL Rundumkennleuchte RTW Rettungswagen Schuko Schutzkontakt SKII Schutzklasse II STVO Straßenverkehrsordnung STVZO Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung TA Technische Anforderungen UDS Unfalldatenschreiber USV Unterbrechungsfreie Stromversorgung VDA Verband der Automobilindustrie e.V. VDE Verband der Elektrotechnik, Elektronik und Informationstechnik VG Verteidigungsgeräte-Normen WLF Wechsellader-Fahrzeug
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Einbaurichtlinie (IuK-Technik und elektrische Anlagen)
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung ......................................................................................................................................... 4
- Elektrotechnische Anforderungen an die Fahrzeuge ...................................................................... 5 2.1 Batterie und Ladung ................................................................................................................ 6 2.2 Fremdstartmöglichkeit ............................................................................................................ 6 2.3 Spannungsebene Verbraucher und Ladegeräte ...................................................................... 7 2.4 Tiefenentladeschutz/Unterspannungsschutz/Überspannungsschutz .................................... 7 2.5 Einspeisung .............................................................................................................................. 8 2.6 Erdung und (Schutz-)Potentialausgleich ................................................................................. 9 2.7 Startverriegelung und automatischer Auswurf ....................................................................... 9 2.8 Wechselrichter ........................................................................................................................ 9 2.9 Ladebooster und DC-DC Wandler bei Generatormanagement .............................................. 9 2.10 Schuko-Steckdosen Farbwahl und Anschlussmöglichkeit ..................................................... 10 2.11 Ausführung und Verkabelung ................................................................................................ 10 2.12 Anordnung spezieller Aufbauten/Anbauten/Bauteilen ........................................................ 11 2.13 Sicherungsverteiler ................................................................................................................ 11 2.14 Zugänglichkeit von Diagnoseschnittstellen / Programmierschnittstellen............................. 12 2.15 CAN-BUS ................................................................................................................................ 12
- Blaulicht- und Warneinrichtungen ................................................................................................ 13
- Spezielle Anschlussbelegungen ..................................................................................................... 13
- Elektrisches Prüfprotokoll ............................................................................................................. 14
- Anlagen: Beispiele ......................................................................................................................... 15 6.1 Prüfprotokoll für die Übernahme der elektrischen Anlage Seite 1 ....................................... 15 6.2 Prüfprotokoll für die Übernahme der elektrischen Anlage Seite 2 ....................................... 16 6.3 Prüfprotokoll für die Übernahme der elektrischen Anlage Seite 3 ....................................... 17
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1. Einleitung
Die Einbaurichtlinie für Informations- und Kommunikationstechnik (IuK-Technik) sowie für elektrische Anlagen in Fahrzeugen der Feuerwehr und des Rettungsdienstes der Stadt Remscheid ist Bestandteil der Ausschreibung und für jeden AN bindend. Sie ist von jedem AN anzuwenden, der für die Feuerwehr und den Rettungsdienst der Stadt Remscheid IuK-Technik oder elektrische Anlagen in Fahrzeuge verbaut.
Alle Arbeiten müssen nach den aktuell geltenden Regelungen der Technik (Stand der Technik) durchgeführt werden. Außerdem müssen alle zutreffenden VDE- und DIN- Normen wie z.B. VDE 0100-717 und VDE 0100-410 eingehalten werden. Die Vorgaben der Fahrzeughersteller, die Vorgaben der DGUV-V, BGV, StVZO/FZV sowie die EG-Richtlinien sind ebenfalls vom AN einzuhalten.
Alle hier beschriebenen Anlagen und Einbauten müssen betriebsfertig und im vollen Funktionsumfang nutzbar verbaut werden. Die verbauten Digitalfunkgeräte werden hierzu mit einer aktuell gültigen Musterprogrammierung des Landes NRW sowie der aktuellen Firmware vom Auftraggeber an den Auftragnehmer ausgeliefert.
Anlagen, Einbauten und Bauteile etc. dürfen keine bereits vorhandenen Original Bauteile wie z.B. OBD Stecker im Fahrzeug behindern. Diese müssen auch weiterhin -wie Original vorgesehen- zugänglich sein.
In der Einbaurichtlinie sind die Standardeinbauten der Feuerwehr Remscheid und des Rettungsdienstes beschrieben. Abweichende Varianten, die nicht über eine Standardeinbauvariante abgebildet werden können, müssen im Vorfeld mit dem AG neu abgestimmt werden. Von dem Abstimmungsgespräch ist vom AN ein Protokoll zu fertigen und vor Arbeitsbeginn vorzulegen.
Als Ansprechpartner für Rückfragen steht dem AN die Feuerwehr Remscheid, Abteilung 3.37.4 – Serviceleistungen und Technik zur Verfügung.
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2. Elektrotechnische Anforderungen an die Fahrzeuge
Grundlage für die elektrische Einrichtung (Verbraucher, Sicherungseinrichtungen, Energiequellen, Ladeeinrichtungen) ist die Energiebilanz, die bei der Fahrzeugplanung durch den AN zu erstellen und zur Kontrolle vorzulegen ist.
Hierbei ist wichtig, darauf zu achten, dass die Fahrzeuge/Fahrzeugladung auch an haushaltsüblichen Schuko Steckdosen (LS Schalter Typ B-16A) betrieben/geladen werden können. Hierfür kann im Einsatz z.B. ein Adapter von Schuko Stecker auf den geforderten Einspeisestecker zum Einsatz kommen. Aus diesem Grund sind im Fahrzeug spezielle RCD/MCB je nach Bedarf: B16/2/003-A, C16/2/003-A, B10/2/003-A oder C10/2/003-A zu verbauen, die den Neutralleiter sowie den Außenleiter absichern (auch bei „falsch Polung“ mittels Schuko Stecker).
Alle Bauteile sind so zu verbauen, dass sie für Reparatur und Instandsetzung leicht zugänglich sind. Bevor die elektrischen Bauteile verbaut werden, ist eine Absprache mit dem AG über genaue Einbauorte durchzuführen und in einem Protokoll durch den AN festzuhalten.
Es ist ein detaillierter Stromlaufplan zu erstellen, und dem AG in gedruckter und Digitaler Form (PDF) zur Verfügung zu stellen. Dieser muss alle Netze (12V/24V/230V), alle Bauteile wie Sicherungen, Relais und Endschalter enthalten. Ebenfalls sind alle verbauten Bauteile wie im Stromlaufplan bezeichnet, maschinell zu beschriften (Aufkleber, gravierte Schilder). Die Beschriftung ist auf dem Bauteil sowie - je nach Möglichkeit- darunter bzw. darüber anzubringen. Zusätzlich ist eine Übersicht mit Sicherung, Funktion und Dimensionierung (Größe) zu erstellen. Diese ist neben dem zugehörigen Verteiler anzubringen.
Beispiel:
F1 F2
Sicherung Funktion Größe F1 LS Licht Aufbau 10A F2 FI/LS Licht Kabine 16A/30mA
F1 F2
F1 F2
Es ist ein Vermerk im Stromlaufplan und eine Liste zu erstellen, in der die genauen Einbauorte der Bauteile inkl. Hersteller und Typenbezeichnung verzeichnet sind. Ebenfalls sind Pläne und Fotos der Leitungswege dem AG zur Verfügung zu stellen. Es ist darauf zu achten, dass keine Zusatzverbraucher durch die Startbatterie gespeist werden. Nur in Ausnahmefällen und nach vorheriger Absprache mit dem AG sind Zusatzverbraucher an der Starterbatterie anzuschließen. Oberstes Ziel ist die ständige Gewährleistung einer ausreichenden „Startspannung“ für das Fahrzeug.
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2.1 Batterie und Ladung
Bei allen Fahrzeugtypen sind als Startbatterie eine AGM und als Zusatzbatterie eine AGM Antriebs- und Beleuchtungsbatterie zu verbauen. Diese sind mit Starterbatterie und Zusatzbatterie zu beschriften. Jede Batterie (Fahrzeug/Aufbau) ist für sich mit einem separaten Ladegerät zu laden, die mit Startbatterie und Zusatzbatterie beschriftet sind. Die Geräte selber müssen anhand der Energiebilanz dimensioniert werden und eine Ladeleistung zwischen 10 – 30% der Batteriekapazität (Ah) leisten. Die genauen Einbauorte und Ladegerätespezifikationen werden mit dem AG in einer Baubesprechung festgelegt.
Die konstante Ladung von Fahrzeug- und Zusatzbatterie über die Lichtmaschine/Generator ist durchgehend bei laufendem Motor zu gewährleisten. Wenn notwendig ist eine entsprechende herstellerspezifische Soft- oder Hardwareanpassung durchzuführen.
Alle Verbraucher wie z.B. Funk, Navigationsgerät, Ladegeräte etc. sind möglichst an die Zusatzbatterie anzuschließen, damit ein Fahrzeugstart immer gewährleistet bleibt. Abweichungen sind mit dem AG abzusprechen.
Ebenfalls ist eine Notstartfunktion vorzusehen, die bei Betätigung die Zusatzbatterie für den Startvorgang der Starterbatterie parallelschaltet.
2.2 Fremdstartmöglichkeit
Jedes Fahrzeug mit einer Bordspannung von 12V muss mit einer 2-Poligen Aluminium Fremdstartbuchse Form nach VG 96917 zivile Anwendung in der Farbe RAL 1021 GELB mit einem Leitungsquerschnitt von 50mm² ausgestattet sein. Diese Buchse ist speziell zu kennzeichnen und unter Bezugnahme auf die Spannung: 12V zu beschriften. Der Einbauort ist in der Baubesprechung entsprechend abzustimmen.
Jedes Fahrzeug mit einer Bordspannung von 24V muss mit einer 2-Poligen Aluminium Fremdstartbuchse Form nach VG 96917 in der Farbe OLIV für 24V mit einem Leitungsquerschnitt von 50mm², sowie einer 2-Poligen Aluminium Fremdstartbuchse Form nach VG 96917 zivile Anwendung in der Farbe RAL 1021 GELB für 12V mit einem Leitungsquerschnitt von 50mm² ausgestattet sein. Diese Buchsen sind speziell zu kennzeichnen und unter Bezugnahme auf die Spannung: 24V bei OLIV und 12V bei gelb zu beschriften. Die Einbauorte sind in der in der Baubesprechung entsprechend abzustimmen.
Falls ein Fremdstartkabel mitgeliefert werden soll, muss es folgende Eigenschaften besitzen:
| 12 V Bordnetz | 24V Bordnetz |
|---|---|
| Steckerfarbe GELB | Steckerfarbe OLIV |
| Ausführung Stecker - Stecker | Ausführung Stecker - Stecker |
| Leitungslänge mindestens 4m | Leitungslänge mindestens 4m |
| Leitungsquerschnitt 35mm² / 50mm² | Leitungsquerschnitt 35mm² / 50mm² |
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Beispiel Anordnung und Beschriftung Fahrzeug 24V Bordnetz:
Beispiel Anordnung und Beschriftung Fahrzeug 12V Bordnetz:
2.3 Spannungsebene Verbraucher und Ladegeräte
Alle Verbraucher wie z.B. Ladegeräte für Handlampen, Ladegeräte für Akkubetriebene Handgeräte sind soweit technisch möglich je nach Fahrzeugtyp (Bordspannungsabhängig) in 12V DC bzw. 24V DC auszuführen.
2.4 Tiefenentladeschutz/Unterspannungsschutz/Überspannungsschutz
Die komplette Spannungsversorgung der Zusatzverbraucher nebst Funkanlage muss mit einem Tiefentladeschutz/Unterspannungsschutz/Überspannungsschutz ausgerüstet werden. Der Schutz muss eine Tiefentladung der Fahrzeugbatterie verhindern. Hierfür muss dieser über einstellbare Schaltschwellen für die Vorwarnung, Abschaltung sowie die Einschaltung verfügen. Die notwendigen Einstellungen erfolgen nach Absprache mit dem AG. Oberstes Ziel ist die ständige Gewährleistung einer ausreichenden „Startspannung“ für das Fahrzeug. Die notwendigen Einstellungen erfolgen nach Absprache mit dem AG. Oberstes Ziel ist die ständige Gewährleistung einer ausreichenden „Startspannung“ für das Fahrzeug.
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Ist eine Aufbaubatterie (Zusatzbatterie) im Fahrzeug verbaut, ist diese ebenfalls mit einem Tiefentladeschutz/Unterspannungsschutz auszurüsten. Einzige Ausnahme besteht bei Rettungsdienstfahrzeugen (RTW, KTW, NEF). Hier werden die Medizinischen Geräte nicht abgeschaltet (welche Geräte abzuschalten sind und welche nicht ist auf der Baubesprechung festzulegen). Es wird hier lediglich bei Erreichen der Schwellwerte mittels optischer Anzeige sowie mit einem akustischen Warnton die Unterspannung signalisiert.
Einstellwerte für Unter- und Überspannungsschutz sind je nach Batterietyp anzupassen und mit dem AG abzustimmen (Vorschläge):
Für das 12V-Bordnetz
| Schutzart | Einstellwert | Kommentar |
|---|---|---|
| Unterspannung-Warnung | 11,8 V | Frühwarnung vor kritischer Abschaltung |
| Unterspannung Abschaltung | 11,5 V | Verhindert Tiefentladung |
| Überspannung-Warnung | > 14,6 V | Hinweis auf fehlerhafte Ladespannung |
| Überspannung-Abschaltung | 15,0 V | Schutz vor Schäden durch defekte Lichtmaschine / Ladegerät |
Für das 24V-Bordnetz
| Schutzart | Einstellwert | Kommentar |
|---|---|---|
| Unterspannung-Warnung | 23,8 V | Frühwarnung vor kritischer Abschaltung |
| Unterspannung Abschaltung | 23,0 V | Verhindert Tiefentladung |
| Überspannung-Warnung | > 28,8 V | Hinweis auf fehlerhafte Ladespannung |
| Überspannung-Abschaltung | 30,0 V | Schutz vor Schäden durch defekte Lichtmaschine / Ladegerät |
2.5 Einspeisung
Grundsätzlich sind alle Fahrzeugeinspeisungen (Netzversorgungen) nach der DIN VDE 0100 Teil 717 in der aktuell gültigen Fassung zu errichten.
Für die Fahrzeugeinspeisung ist eine 230V/16A Spannungsversorgung an der linken Fahrzeugseite im Bereich der Fahrereingangstür vorzusehen, die mit einem RCD/MCB B16A/30mA bzw. RCD/MCB C16A/30mA abgesichert ist. Die Fahrzeugeinspeisung ist so zu verbauen, dass ein Austausch ohne Ausbau von Fahrzeugverkleidungen möglich ist. Falls nicht in der Einspeisung vorhanden, muss eine zusätzlich montierte optische Anzeige mittig über oder unter der Einspeisedose das anstehen der Eingangsspannung in grün signalisieren. Bei Einspeisungen mit mehr als einer Phase, ist eine Netzüberwachung zu verbauen.
Für die Einspeisung wird je nach Bedarf eine Einspeisedose mit automatischem Auswurf oder ohne automatischen Auswurf verwendet. Je nachdem welches System verbaut wird, muss eine entsprechende Anschlussleitung mitgeliefert werden.
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Sollte das Fahrzeug über Pneumatische Komponenten verfügen, wie z.B. Luftfahrwerk, ausfahrbare Stufen, Druckluftbremse etc. ist hier eine Einspeisedose mit Drucklufteinspeisung zu wählen und die entsprechenden Komponenten mit dieser zu versorgen.
Nach Möglichkeit ist die CAN Bus Anbindung (falls vorhanden) der Einspeisebox zu nutzen.
Die Leitung von der Einspeisedose bis zum Verteiler muss vom Typ H07RN-F bzw. H07BQ-F in Übereinstimmung mit der DIN VDE 0282-4 oder gleichwertiger Ausführung mit einem Mindestquerschnitt von 2,5mm² Cu ausgeführt werden.
2.6 Erdung und (Schutz-)Potentialausgleich
Damit laut DIN VDE 0100-721 im elektrischen Fehlerfall keine gefährlichen Berührungsspannungen zwischen Türen, Klappen, Metallgehäuse und Fahrzeugrahmen entstehen, und der FI-Schutzschalter sicher auslösen kann, müssen diese mit der Fahrzeugmasse und/oder dem Schutzleiter verbunden werden. Hierfür ist eine passende und entsprechend der DIN VDE 0100-540 flexible Erdungsleitung (z.B. Erdungsband, feindrahtige Kupferlitze) zu verwenden.
2.7 Startverriegelung und automatischer Auswurf
Das Fahrzeug muss bei gestecktem Stecker der Netzversorgung über eine Startverriegelung verfügen (unabhängig davon, ob Netzspannung anliegt oder nicht). Jede Einspeisemöglichkeit ist zu überwachen. Für die Startverriegelung ist eine Kontrollanzeige im Fahrerbereich vorzusehen. Nach Möglichkeit ist für die Startverriegelung der Kontakt der Einspeisebox zur Startverriegelung zu nutzen. Sollte der Einbau/die Nutzung dieser Startverriegelung nicht möglich sein, ist ein Relais zu verbauen. Das Relais darf nicht in einer unbelüfteten Verteilerkiste o.ä. verbaut werden und soll leicht zugänglich für Reparaturen verbaut werden. Der Automatische Auswurf (falls vorhanden) wird erst beim Motorstart und nicht bereits bei Zündung aktiviert/betätigt.
2.8 Wechselrichter
Wird ein Wechselrichter verbaut, so muss automatisch zwischen Batterieversorgungsbetrieb (12V bzw. 24V) und Netzbetrieb (230V) umgeschaltet werden. Bei Netzbetrieb ist der Wechselrichter abzuschalten, da laut DIN VDE 0100-551 nicht beide Stromquellen gleichzeitig das Bordnetz versorgen dürfen. Des Weiteren müssen verbaute Wechselrichter über eine automatische Abschaltung bei Unfällen verfügen oder ein Ausschalter an einer gut zu erreichenden Position im Fahrzeug verbaut werden.
2.9 Ladebooster und DC-DC Wandler bei Generatormanagement
Um eine optimale Ladespannung der Batterien unabhängig von Spannungsschwankungen oder Lichtmaschinentechnik sowie eine Schnellladung während der Fahrt zu erreichen, ist ein Ladebooster vorzusehen, welcher möglichst über CAN-Bus zu steuern ist.
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Sollte mittels Generatormanagement für das Laden von 12V Zusatzbatterien aus dem 24V Bordspannungsnetz und umgekehrt ein DC-DC Wandler benötigt werden, ist dieser ebenfalls möglichst mittels CAN-Bus zu steuern.
2.10 Schuko-Steckdosen Farbwahl und Anschlussmöglichkeit
Je nach Fahrzeugtyp können verschiedene Schuko-Steckdosen benötigt werden. Diese haben unterschiedliche Funktionen, welche über die jeweilige Farbe fest zugeordnet sind.
Farbe GELB: Betrieb über USV oder Wechselrichter ohne „Motor läuft“ Farbe WEISS: Betrieb über Netzversorgung z.B. Einspeisestecker 230V Farbe BRAUN: Betrieb über Wechselrichter bei „Motor läuft“
Die Schuko-Steckdosen BRAUN für den Betrieb über Wechselrichter bei „Motor läuft“ können z.B. wie folgt realisiert werden:
Ob, und welche Schuko-Steckdosen benötigt werden, sowie die genauen Einbauorte sind in der Baubesprechung entsprechend abzustimmen.
2.11 Ausführung und Verkabelung
Alle Einbauten sind so auszuführen, dass weder die Sicherheit der im Fahrzeug befindlichen Personen, noch die Betriebssicherheit des Fahrzeugs gefährdet ist. Die Vorschriften der verschiedenen Fahrzeughersteller zum Einbau von zusätzlichen elektrischen Anlagen sowie der notwendigen Verkabelung sind zu beachten und einzuhalten. Verbindungsleitungen sind so einzubauen, dass ein störungsfreier Betrieb jederzeit gegeben ist und notwendige Wartungsarbeiten problemlos durchzuführen sind.
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Sofern Leitungen um Kanten geführt werden müssen, sind diese durch geeignete Maßnahmen zu schützen. Insbesondere muss ein Durchscheuern ausgeschlossen werden. Durchführungs- bzw. Durchbruchstellen müssen dauerhaft korrosionssicher sowie staub- und wasserdicht verschlossen werden. Leitungen im Kleinspannungsbereich sind in der Ausführung Min. H07V-K gemäß der VDE 0292 auszuführen. Der Leitungsquerschnitt einzelner Zuleitungen ist für den jeweiligen Verbraucher zu berechnen und zu dimensionieren. Es ist zwingend darauf zu achten, dass für kritische/empfindliche Verbraucher ein Spannungsfall von maximal 4% bei 12V und 2% bei 24V eingehalten wird. Bei unempfindlichen elektrischen Verbrauchern wie z.B. Lampen ist ein maximaler Spannungsfall von 8% bei 12V und 4% bei 24V einzuhalten. Abweichende Leitungsquerschnitte sind nur nach Absprache und Freigabe durch den AG zu verwenden. Die Farbkennzeichnung ist bei 12V/24V mit Plus in rot, und minus in schwarz oder braun auszuführen. Leitungsenden müssen mit geeigneten Aderendhülsen oder Kabelschuhen ausgeführt werden. Kleinspannungsführende Leitungen sind getrennt von allen Niederspannungsleitungen zu verlegen. Auch innerhalb von Leitungen ist eine strikte Trennung zwischen Klein- und Niederspannungsleitungen einzuhalten. Alle Leitungen die außen am Fahrzeug verlegt werden, müssen (auch wenn diese im Schutzrohr verlegt werden) in zweifacher Isolierung ausgeführt werden.
Beispiel:
2.12 Anordnung spezieller Aufbauten/Anbauten/Bauteilen
Um eine bestmögliche Verfügbarkeit/Erreichbarkeit der Fahrzeuge zu gewährleisten, sind Antennen jeglicher Art (Funk/GPS…) auf dem Fahrzeugdach zu montieren. Die verbauten Antennen müssen von unten durch sogenannte Inspektionsluken (rund, 145 mm x 100 mm) erreichbar sein.
Sollten Zusatzgeräte wie Navigationsgeräte/Displays/Steuerungen etc. verbaut werden, müssen diese ohne Demontagearbeiten von Verkleidungen, Radio etc. austauschbar sein.
Werden USB Ladebuchsen gefordert, müssen Vorne im Fahrzeug im mittleren Bereich des Armaturenbretts sowie im Fahrzeugaufbau an gut zugänglichen Stellen verbaut, und an die Zusatzbatterie angeschlossen und speziell abgesichert werden. Die genauen Einbauorte sind in der Baubesprechung festzulegen.
2.13 Sicherungsverteiler
Ein zentraler und zugänglicher Sicherungsverteiler mit Verteilerfunktion ist für die Aufnahme von mehreren Standard ATO Flachstecksicherungen nach DIN/ISO 72581/3C als Spannungsversorgung der Zusatzverbraucher vorzusehen. Es sind mindestens je fünf freie Reservesicherungen für
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Fahrzeug/Aufbau mit mindestens 15A für eventuelle Nachrüstungen zusätzlich zu den geforderten Sicherungen einzubauen und betriebsfertig vorzurüsten. Zusätzlich zur Maschinellen Beschriftung der Sicherungen ist eine Übersicht mit Sicherung, deren Funktion und Dimensionierung (Größe) zu erstellen, und neben dem Verteiler anzubringen. Einzelne „fliegende“ Sicherungen sind in KEINEM FALL zulässig! Alle Sicherungen sind nach Möglichkeit als Sicherungsautomaten auszuführen. Die Absicherung der Zusatzverbraucher sind gemäß Herstellerangaben durchzuführen. Die einzelnen Sicherungen müssen über eine manuelle Testfunktion verfügen. Diese funktioniert wie folgt: Jede Sicherung verfügt über eine dazugehörige LED. Wird diese Überprüfung mittels Test-Taste ausgeführt, leuchtet bei intakter Sicherung die dazugehörige LED (unterhalb oder oberhalb) der Sicherung.
Beispiel:
F1 F2 F3 F4 F5 Sicherung Funktion Größe S1 F1 Licht Aufbau 10A 1 F 2 F 3 F 4 F 5 F F2 Licht Kabine 15A F3 USB-Ladung 10A Sicherungs- F4 Funk 20A Test F5 Reserve 15A
Zugehörige LED leuchtet bei Bestätigen des Tasters S1 und intakter Sicherung
2.14 Zugänglichkeit von Diagnoseschnittstellen / Programmierschnittstellen
Alle Diagnoseschnittstellen / Programmierschnittstellen (falls vorhanden) im Fahrzeug müssen leicht zugänglich, und ohne Demontage von Sitzen, Verkleidungen etc. erreichbar sein:
• UDS • Luftfederung • Standheizung • Funkgerät • Navigationsgerät
2.15 CAN-BUS
Wenn CAN-Bus Anlagen in einem Fahrzeug verbaut werden, sollten diese dem CIA447 System entsprechen.
Es ist eine Netztopologie mit möglichst hoher Ausfallsicherheit zu wählen ist z.B. Sternnetz. Des Weiteren müssen alle Leitungen beidseitig und eindeutig beschriftet werden. Die Leitungen sind so zu verlegen, dass ein einfaches Austauschen der Leitung möglich ist. Das Projekt / Programm sowie die entsprechenden Pläne (z.B. zur Fehlersuche) sind als PDF sowie als Programmdatei (z.B. CODESYS Quellcode mit der entsprechenden Programmdatei) bei der Auslieferung zur Verfügung zu stellen. Werden alternative Systeme verwendet, so ist dieses in der Baubesprechung vorher abzusprechen und schriftlich zu dokumentieren.
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3. Blaulicht- und Warneinrichtungen
Alle Blaulicht- und Warneinrichtungen müssen den aktuellen Anforderungen der • STVZO • DIN (insbesondere 14610, 14630) • ECE-R (insbesondere ECE-R 6, ECE-R 10 und ECE-R 65) • TA (insbesondere Ta13a, TA 13b, Ta20, Ta32, Ta32a) entsprechen. Werden Signalhörner abgesetzt vom Dachbalken in der Stoßstange verbaut, sind diese so einzubauen, dass ein Austausch ohne Demontage der Stoßstange oder anderen Fahrzeugteilen erfolgen kann. Diese sind in geeigneten Rahmen im Kühlergrill mittels Schrauben so einzulassen, dass ein einfacher Austausch erfolgen kann. Werden Frontblitzer verbaut, sind diese ebenfalls so zu verbauen, dass ein Austausch ohne Demontage der Stoßstange erfolgen kann.
Die Blitzreihenfolge der Signale ist wie folgt einzustellen:
• Blaulicht Dachbalken; alternierender Doppelblitz • Frontblitzer; synchroner Doppelblitz • Heckblaulichter; alternierender Doppelblitz • Heckwarneinrichtung; (gelb) synchroner Doppelblitz
4. Spezielle Anschlussbelegungen
Anschlussbelegung Abrollbehälter
Die Verbindungsleitung zwischen Abrollbehälter und Wechselladefahrzeug der Feuerwehr Remscheid sind alle mittels 12 poligen 12V/24V Steckverbinder nach DIN 14505:2004-10 Tabelle 2: VG 96923-3 zu realisieren. Die gekuppelte Steckverbindung muss durch eine akustische Anzeige beim Einlegen des Nebenantriebs angezeigt werden. Da die Abrollbehälter und Wechselladerfahrzeuge untereinander getauscht werden, ist zwingend die Belegung der einzelnen Funktionen nachfolgender Anordnung durchzuführen:
| PIN/Kennbuchstabe | Bezeichnung/Funktion/Stromkreis |
|---|---|
| A | Fahrtrichtungsanzeiger - links |
| B | Fahrtrichtungsanzeiger - rechts |
| C | Türschließkontrolle |
| D | Masse |
| E | Linke Schluss- und Begrenzungsleuchte |
| F | Rechte Schluss- und Begrenzungsleuchte |
| G | Kontakt nicht vorhanden |
| H | Bremsleuchten |
| I | Kennsignaleinheit(en) bzw. Kennleuchte(n) vorn und/oder hinten |
| J | Kontakt nicht vorhanden |
| K | Warneinrichtungen für elektrische Verbindung zum Trägerfahrzeug |
| L | Steuerung für Hauptrelais |
| M | zur freien Verfügung |
| N | zur freien Verfügung |
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Eine zusätzliche Belegung von freien Kontakten ist zwingend mit dem AG im Vorfeld abzustimmen. Es sind keinen Abweichungen ohne Absprache zugelassen.
5. Elektrisches Prüfprotokoll
Es ist ein elektrisches Prüfprotokoll zu erstellen. Dieses Protokoll muss alle wichtigen Messwerte enthalten. Hierzu gehören mindestens:
• Messwerte Schutzleiterwiderstand Potentialausgleich / Schutzpotentialausgleich -Durchgängigkeit Potentialausgleich zwischen Einspeisung und aller Türen, Klappen, Rahmen -Durchgängigkeit des Schutzleiters zwischen Einspeisung und aller Schuko Steckdosen / Verbraucher
• Messwerte Fehlerstrom Schutzeinrichtung: -Auslösestrom -Berührungsspannung -Auslösezeit
• Messwerte Überstrom Schutzeinrichtung: -Netzinnenwiderstand und der hieraus errechnete Kurzschlussstrom
• Messwerte Spannung: -Spannungsmessung jeder Schuko Steckdose -Spannungsmessung jeder USB Steckdose -Spannungsmessung jeder 12V / 24V Steckdose
• Messwerte Isolationswiderstand -Messung zwischen Außenleiter / Neutralleiter und Schutzleiter bzw. Erde
• Polung L, N, PE -Korrekte Zuordnung von L, N und PE in und an allen Bauteilen
• Netzinnenwiderstand ZI bzw. Schleifenimpedanz ZS -Messung des Netzinnenwiderstands bzw. der Schleifenimpedanz und den daraus errechneten Kurzschlussstrom IK
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6. Anlagen: Beispiele
6.1 Prüfprotokoll für die Übernahme der elektrischen Anlage Seite 1
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6.2 Prüfprotokoll für die Übernahme der elektrischen Anlage Seite 2
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6.3 Prüfprotokoll für die Übernahme der elektrischen Anlage Seite 3
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