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Niedersächsischer Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz
Hinweise zur Bestimmungstiefe und Präparation bei der Determination aquatischer Makroin- vertebraten „Makrozoobenthos“ für Aufträge des NLWKN AB 3.2 Oberflächengewässer
- Stand 08.2026 -
Bestimmungstiefe der einzelnen Gruppen:
Niedere Tiere Hydren bis zur Gattung Hydra. Andere Coelenterata (wie Cordylophora caspia) bis zur Art. Spongillidae sind oft, besonders beim Vorhandensein von Gemmulae, bis zur Art bestimmbar. In den meisten Fällen ist hierzu die Anfertigung eines Präparates notwendig (z.B. einlegen in Berlese oder Milch- säure). Bei den Nematoden genügt die Klasse Nematoda. Sollten nematomorphe Tiere (Gordius) gefunden wer- den, können diese nur elektronenmikroskopisch einigermaßen sicher bestimmt werden.
Planarien Dendrocoelidae bis zur Art. Dugesiidae: Artbestimmung nur bei D. gonocephala und D. tigrina, andere als Artenpaar. Planariidae: Polycelis nigra und P. tenuis nur als Artenpaar (vorausgesetzt Lebendpräparation ist ausgeschlossen), andere bis zur Art.
Mollusken Wenn der Erhaltungszustand es zulässt alle bis zur Art. Kleine Sphaeriidae sind außer charakteristische Arten (z.B. P. amnicum, E. supina, E. henslowana) nur durch Spezialisten sicher bestimmbar. Hierbei kann je nach Fragestellung eine vertiefte Bestimmung beauftragt sein und die entsprechende artspezifische Bestimmung durch Spezialisten vorgenommen werden.
Oligochaeta Naididae bis zur Gattung (Ausnahmen: Ophidonais serpentina, Stylaria lacustris und evtl. einige andere "Nicht-Nais"-Arten. Pristinidae bis zur Gattung Pristina (monotypische Familie mit nur einer Gattung "Pristina" bei uns). Tubificidae: Geschlechtsreife Tiere bis zur Art (Präparat anfertigen!), juvenile Tiere bis zur Gattung oder, wenn Gattungszuordnungen unsicher sind, bis zur Familie. Lumbriculidae wie Tubifi- cidae, jedoch brauchen Lumbriculus variegatus und geschlechtsreife Stylodrilus heringeanus nicht präpa- riert zu werden. Propappidae bis zur Art (P. volki). Enchytraeidae als Familie. In Einzelfällen, wenn Tiere als Präparate vorliegen, auch bis zur Gattung (z.B. Fridericia). Lumbricidae nur bis zur Familie (es sei denn jemand kann die Tiere bestimmen). Haplotaxidae bis zur Art (es gibt nur Haplotaxis gordioides). Aeloso- matidae (Timm stellt sie zu den Polychaeta) bis zur Gattung Aelosoma, alle anderen bis zur Familie. Alle übrigen Familien bis zur Familie.
Hirudinea Wenn der Erhaltungszustand es zulässt alle bis zur Art.
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Hydrachnidia (nur wenn Bestimmung explizit beauftragt) alle Tiere bis zur Gattung. Bei einigen monotypischen Gattun- gen kommt man auch zur Art.
Crustacea (Amphipoda, Decapoda, Isopoda Mysida) Wenn der Erhaltungszustand es zulässt alle bis zur Art. Juvenile Tiere bis zur Gattung bzw. Familie.
Ephemeroptera Wenn der Erhaltungszustand es zulässt, ältere Larvenstadien alle bis zur Art. Juvenile Tiere eventuell nur bis zur Gattung.
Plecoptera Bestimmung älterer Larvenstadien meistens bis zur Art. Ausnahmen: Leuctra, Isoperla (Bergland), Nemoura und Protonemoura.
Trichoptera Wenn der Erhaltungszustand es zulässt, die älteren Larvenstadien meistens bis zur Art. Juvenile Tiere eventuell nur bis zur Gattung. Einige Gattungen sind immer noch nicht sicher bestimmbar: Sericostoma, Lype und Hydroptila, aber auch Rhyacophila (Tiefland).
Odonata Ältere Larvenstadien der Anisopteren und der meisten Zygopteren bis zur Art. Coenagrioniden sind, je nach Larvenstadium, nur einer Gattung bzw. der Familie zuzuordnen.
Heteroptera Erwachsene Männchen bis zur Art. Weibchen können manchmal Männchen zugeordnet werden, wenn nicht, dann nur bis zur Gattung. Juvenile Tiere kann man bis zur Gattung bestimmen (Bestimmungslitera- tur dafür ist vorhanden).
Megaloptera Die Bestimmung bis zur Art ist in fast allen Fällen möglich.
Coleoptera Üblicherweise Imagines, besonders Männchen, bis zur Art. Genitalisierte Tiere sollten in kleinen Sammel- röhrchen separat aufbewahrt werden. Larven, besonders im letzten Stadium, können gegebenenfalls bis zur Art bestimmt werden. Wenn das nicht geht (z.B. bei Elmis), reicht die Gattung.
Chironomidae Es gibt inzwischen die Möglichkeit (wegen verfügbarer neuerer Literatur) etliche Gattungen bis zur Art, zumindest teilweise, zu bestimmen. Das trifft insbesondere auf die Tanypodinae und die Chironomini zu. Die Diamesinae können z.T. bis zur Art, andere nur bis zur Gattung (z.B. Diamesa) bestimmt werden. Prodiamesinae bis zur Art. Bei den Orthocladiinae ist es manchmal möglich bis zur Art zu kommen, z.B. bei monotypischen Gattungen oder bei markanten Arten, meistens jedoch nur bis zur Gattung. Bei den Chironominae gelingt es häufig bei dem Tribus Chironomini bis zur Art zu bestimmen, zumindest jedoch bis zur Gattung. Bei den Tanytarsini ist es zurzeit nur möglich bis zur Gattung zu bestimmen. Für die Gat- tung Tanytarsus liegt zwar Bestimmungsliteratur vor, aber diese ist ziemlich schwierig in ihrer Anwen- dung. Für die Bestimmung ist wichtig, dass man die Tiere präpariert. Meist hilft schon ein Nasspräparat. Manchmal ist auch eine Aufhellung wie bei den Oligochaeta oder durch Kochen in Kalilauge notwendig.
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Simuliidae Reife Larven mit gut entwickelten pupalen Atemfäden und Puppen können bis zur Art bestimmt werden. Jüngere Larven evtl. auch, aber zumindest bis zur Gattung.
Tipulidae Die Bestimmung bis zur Gattung (ev. bis Untergattung) genügt. Die Artdetermination ist wegen veralteter Literatur nicht sicher.
Limoniidae Nur bis zur Gattung.
Diptera (übrige) Larven und Puppen meist nur bis zur Familie, manchmal auch bis zur Gattung.
Bryozoa Liegt eine Kolonie oder ein größeres Teil davon mit Flottoblasten vor, dann ist eine Artbestimmung oft möglich. Durch die Anhäufung neu entdeckter Arten, besonders bei Plumatella, ist aber eine sichere Be- stimmung nur durch eine elektronenmikroskopische Analyse möglich.
Präparate Zur Bestimmung angefertigte mikroskopische Präparate sind als Dauerpräparat der Belegsammlung bei- zufügen.
Präparierte Tiere (z.B. Oligochaeta) nach der mikroskopischen Bestimmung nicht wieder dem Präparat entnehmen, um diese der Belegprobe zuzuführen. Infolge der Präparation ist der Körper stark mazeriert und dadurch verhärtet und brüchig. Als Präparat belassen. Ggf. Anfertigung und Einbettung gleich bei Präparation in dauerhaftes und zugleich mazerierendes Einbettungsmittel.
Genitalpräparate von Coleoptera, Mundpräparate von Ephemeroptera u.ä., in gesonderten Kleingefäßen zusammen mit dem Tier in die Belegprobe zu überführen.
Vollständigkeit: Trichoptera sind nach der Bestimmung wieder in den angestammten Köcher zurückführen.
Bei Unklarheiten bitte nachfragen.
Dr. Thomas Ols Eggers, NLWKN Verden, 2026-08 thomas-ols.eggers@nlwkn.niedersachsen.de