AwF 140 - Baufortschrittskontrolle DB InfraGO AG, GB Fahrweg_v1.01_Stand 20.10.2026.pdf

Tunnelbauarbeiten für den Tunnel Wartberg einschließlich Technikschacht

Extrahierter Dokumenttext · Stand: 26.10.2026, 13:22 (Europe/Berlin)

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DB InfraGO AG, Geschäftsbereich Fahrweg - Steckbrief BIM-AwF 140

1. STECKBRIEF

BIM-Anwendungsfall 140 – Baufortschrittskontrolle

1.1 Zuordnung des Anwendungsfalls zu den Projekt- bzw. Lebenszyklusphasen

Leistungsphase gem. HOAI

Bedarf Planen Bauen Betreiben

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x

1.2 Definition

Nutzung des Modells für eine gesamtheitliche Baufortschrittskontrolle (Termine, Leistung, Kosten) als Grundlage des aktiven Projekt-Controllings. Durch die regelmäßige Gegenüberstellung des Planungsmodells aus der Ausführungsphase (Soll-Zustand) mit dem Ist-Zustand auf der Baustelle (Darstellung im Modell) ist eine umfassende Sicht auf den Projektfortschritt möglich.

1.3 Nutzen und Ziele

Welcher Mehrwert ist durch die Umsetzung des Anwendungsfalls zu erwarten?

 Schnelle Identifikation von Bereichen mit abweichendem Leistungsfortschritt  Reduzierung von Terminüberschreitungen durch frühzeitige Entscheidung über gezielte Gegensteuerungsmaßnahmen.  Optimierung der Bauablaufanpassungen mit Hilfe von Bauablaufvisualisierungen.  Kontinuierlicher Überblick des Projektfortschrittes anhand von visuellen Darstellungen und Simulationen des Bauablaufs und der Leistungsmeldung.  Reduzierung der Aufwände beim Aufmaß durch modellbasierte Auswertung der Mengen  projektübergreifender Vergleich der Fortschrittsdaten, um die Produktivität zu steigern

Kurzfristige Ziele  Erproben von verschiedenen Aufnahmemethoden zur Datenerhebung auf der Baustelle  Erproben verschiedener Produkte zur Datenverarbeitung und Dokumentation

Langfristige Ziele  Standardisierung einer Methode zur Baufortschrittskontrolle  Erweiterung des AWF in der Umsetzung von einer rein terminbezogenen Baufortschrittskontrolle hin zur gesamtheitlichen Kontrolle des Baufortschritts und Ableitung von Statusinformationen (Kosten, Termine, Qualität)  Einbindung von KI zur Automatisierung

i 1.4 Umsetzung Kurzbeschreibung der Arbeitsschritte.

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  1. Anforderungen aus AIA und BAP erfassen und berücksichtigen
  2. Zusammenführung der für die Baufortschrittskontrolle erforderlichen qualitätsgeprüften Fachmodelle
  3. Erfassung des Ist-Zustandes auf der Baustelle
  4. Darstellung und Simulation des Baufortschritts durch einen modellbasierten Vergleich (Termine, Leistung, Kosten) der Soll-Zustände mit dem Ist-Zustand der Baustelle
  5. Nutzung des aktiven Projektcontrollings
  6. Bereitstellung und Dokumentation des Baufortschritts

1.5 Implementierungsvoraussetzungen

Rahmenbedingungen, die seitens AG und AN erfüllt sein müssen

AG  Vorhaltung von Software zur Speicherung, Betrachtung und Prüfung der modellbasierten Baufortschrittskontrolle sowie Aneignung von Kenntnissen für die Anwendung der Software  Definition einer einheitlichen Vergleichsbasis für alle Methoden der Aufnahme und der Datenverarbeitung als Basis für die modellgestützte Baufortschrittskontrolle AN  Beschaffung entsprechender Software und Schulung der Mitarbeiter  Aneignung von Kenntnissen und Techniken zur Erstellung von Soll-/ Ist-Vergleichen für die Baufortschrittskontrolle  Entwicklung von Vorlagen und Prozessen für die modellgestützte Baufortschrittskontrolle

1.6 Input und Output

Input/ Eingangsdaten  Bauablaufmodell SOLL/SOLL-Modell (IFC, CSV, XML)  Bauablaufmodell IST/IST-Modell (4D- Modell) (IFC, CSV, XML)

Output/ Lieferobjekte
 Bauablaufmodell SOLL-/IST-Vergleich (IFC,
CSV, XML)
 Bauablaufvisualisierung mit Darstellung
der Kosten (AVI)
 Kosten Soll-Ist-Vergleich (IFC, CSV, XML)
 Baufortschrittsbericht/ Auswertungen
(Gantt-Diagramme)

1.7 Projekt-/Praxisbeispiele

Einsatz von Drohnen zur Erfassung des Baufortschritts, Objektüberwachung (Lph 8) / Projekt: KaBa

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2. Umsetzungsdetails

BIM-Anwendungsfall 140 – Baufortschrittskontrolle

2.1 Qualitätskriterien

Welche Vorgaben sind zu beachten?

 Verwendung von qualifizierten 3D Modellen auf Basis folgender Anwendungsfälle: AwF 120 Termin- und Bauphasenplanung: Verknüpfung Modellelemente mit dem Soll-Terminplan AwF 100 Leistungsverzeichnisse: Verknüpfung Modellelemente mit den Leistungspositionen AwF 110 Ausschreibung und Vergabe: Angebotsmodell mit bepreisten LV-Positionen  Gleiche Granularität der Planungsmodelle und der Erfassung der Ist-Zustände, sodass keine Mengendifferenzen aufgrund von z.B. Vereinfachungen und Abstraktionen im Modell entstehen  Abgestimmter Terminplan zwischen AG und AN da unterschiedliche Bedarfe an die Detailierungstiefe bestehen (z.B. Tagesscharf vs. Bauwerksebene)  Detaillierung und Frequenz der Baufortschrittskontrolle sind abhängig vom organisatorischen Aufwand abzustimmen und gemeinsam festzulegen

2.2 Beteiligte Akteure

Welche Akteure sind beteiligt?

 Projektleitung, BIM-Management (AG)  BIM-Gesamtkoordination (AN)  Bauüberwachung (AG)  Auftragnehmer (Bau)

i 2.3 Detaillierte Umsetzung Arbeitsschritte des Anwendungsfalls

  1. Anforderungen aus AIA und BAP erfassen und berücksichtigen  Berücksichtigung der Vorgaben für eine Terminplanstruktur gemäß Bauabschnitten und für die Struktur von Teilleistungskatalogen zur modellbasierten Nachverfolgung der Leistungsfortschritts.  Der AN-BAU hat im BAP darzustellen, wie der Baufortschritt modellbasiert erfasst wird.

  2. Zusammenführung der für die Baufortschrittskontrolle erforderlichen qualitätsgeprüften Fachmodelle  Identifikation der erforderlichen Modelle (Soll-Zustand) inkl. einer modellbasierten Bauablaufplanung (Awf 120 Verknüpfung Modellelemente mit Terminplan) und modellbasierten Leistungsverzeichnissen (Awf 100 Verknüpfung Modellelemente mit Leistungspositionen) aus der gemeinsamen Datenumgebung  Verwendung von qualifizierten 3D Modellen auf Basis oben genannter Anwendungsfälle und Zusammenführung der relevanten Modelle  Nutzung der Modelle für die terminliche Baufortschrittskontrolle als Grundlage des Projekt- Controllings.  Bei Änderungen des Bauablaufplans ist der aktualisierte und mit der BÜW sowie dem AG abgestimmte Bauablaufplan unverzüglich im Soll-Modell Ausführung anzupassen.

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  1. Erfassung des Ist-Zustandes auf der Baustelle  Erfassung des Ist-Zustandes manuell oder automatisiert und Hinterlegung der Ist-Terminwerte und Ist-Leistungswerte im Ist-Modell  Manuelles Erfassen des terminlichen Baufortschritts und der Mengen auf der Baustelle mit Hilfe von mobilen Devices (z.B. Tablet)  Für die automatisierte Zustandserfassung können digital gestützte Methoden der Zustandserfassung wie Drohnenbefliegung, terrestrisches Laserscanning (TLS) oder Methoden der Bildverarbeitung (BV) angewendet werden.  Die BÜW meldet über das mit dem AG vereinbarte CDE (AIA Kap. 4.2) den IST-Zustand und die IST-Termine an den AN-BAU und den AG.  Das Bautagebuch ist durch die BÜW über das mit dem AG vereinbarte CDE (AIA Kap. 4.2) anzulegen und fortzuschreiben.  Durch den AN-BAU sind die IST-Zustände und IST-Termine in den Modellen (IST-Modell) abzubilden und im Bautagesbericht zu dokumentieren.  Durch den AN-BAU ist modellbasiert ein Soll-Ist-Vergleich zu führen.  Die IST-Modelle sind durch zeitnahe IST-Aufnahme des Bauprozesses durch den AN-BAU fortzuschreiben und dem SOLL gegenüberzustellen. Hierdurch entsteht eine digitale Dokumentation und schrittweise Feststellung oder Abnahme des Bauvorgangs im Sinne der Bauaufsicht / BÜW.  Ermöglichung der Plausibilisierung der in Rechnung gestellten Bauleistungen sowie aller notwendigen Zwischenständen anhand des Modells durch den hinterlegten Baufortschritt.

  2. Darstellung und Simulation des Baufortschritts durch einen modellbasierten Vergleich (Termine, Leistung, Kosten) der Soll-Zustände mit dem Ist-Zustand der Baustelle  Die modellbasierte Baufortschrittskontrolle erfolgt durch einen systematischen Vergleich von Soll-Zuständen der Planung mit den Ist-Zuständen der Baustelle anhand von Visualisierungen, Simulationen und Auswertungen. Hierzu erfolgt eine modellbasierte Gegenüberstellung der Ist-Zustände einzelner Bauteile zu den geplanten Soll-Zuständen.  Für den Soll-Ist-Vergleich (Bauablaufplanung - Baufortschritt) ist der Status im IST-Modell farblich zu kennzeichnen. Es ist mindestens folgende Kennzeichnung vorzunehmen: • In Ausführung • Fertiggestellt • Verzögerung < 14 Tage • Verzögerung > 14 Tage

  3. Nutzung des aktiven Projektcontrollings  Regelmäßige Fortschreibung des Ist-Modells für die Erstellung kontinuierlicher und jederzeit verfügbarer, softwaregestützter Soll-Ist-Vergleiche  Nutzung der 4D- und 5D-Modelle während Baubesprechungen zur Darstellung des Soll-Ist- Vergleichs. Bearbeitung instabiler Bauabläufe  Abweichungen von Terminen, Leistungen und Kosten dokumentieren  Gegensteuerungsmaßnahmen als Reaktion auf Abweichungen der Termine und Leistungen einleiten.

  4. Bereitstellung und Dokumentation des Baufortschritts  Dokumentation des Soll-Ist-Vergleichs in regelmäßigen Abständen zur Erstellung von Prognosen und als Entscheidungsgrundlage bei strittigen Fragen von Verzögerungsursachen

2.4 Abhängigkeiten der Anwendungsfälle untereinander

Umsetzung in Zusammenhang folgender Anwendungsfälle

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Basis ist AwF Aktueller AwF Vorrausetzung für AwF

060 100 110 120 140 150  Die Basis für die modellbasierte Leistungsmeldung (AwF 140) ist eine modellbasierte Planung / Soll-Zustand (AwF 060) inkl. einer modellbasierten Termin- und Bauphasenplanung (AwF 120)  Die Basis für die modellbasierte Leistungsmeldung (AwF 140) mit Darstellung eines Kostenvergleichs ist die Erstellung von modellbasierten Leistungspositionen (AwF 100) und die Erstellung eines Angebotsmodells durch Bepreisung der Leistungspositionen (AwF 110)  Die Baufortschrittskontrolle und Leistungsmeldung ist die Voraussetzung für die Erstellung von modellbasierten Bauabrechnungen (AwF 150)

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  1. Prinzipielles Ablauflaufdiagramm

BIM-Anwendungsfall 140 – Baufortschrittskontrolle

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