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Realisierungswettbewerb Neubau
Campusmensa, Rottenburg am Neckar
Protokoll der
Preisgerichtssitzung
Stand 19.04.2024
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Realisierungswettbewerb Neubau Campusmensa, Rottenburg am Neckar
1. Preis – 1005
Fritsch+Tschaidse Architekten GmbH mit
Hinnenthal Schaar Landschaftsarchitekten GmbH, München
Die neue Mensa ist mit seiner Längsseite orthogonal zur Festplatzwiese ausgerichtet. Positiv wird die Positionierung des Baukörpers im nördlichen Bereich des Wettbewerbsgebiet gesehen. Die Setzung des Neubaus erfolgt auf dem oberen Niveau von 367.00 Metern, so dass ein ebenengleicher Zugang zum Mensagebäude auf der Nordwestseite und damit eine gute Einbindung in das Campusgelände möglich ist. Zur Südwestseite wird der Höhenunterschied geschickt genutzt um eine attraktive Speiseterrasse als Erweiterung des Gastraums anzubieten. Durch Sitzstufen erfolgt ein Angleich zum Höhenniveau der Festspielwiese. Als kommunikativer Treffpunkt und zentraler Anlaufpunkt auf dem Campus ist der Neubau der Mensa als offener und einladender Pavillon konzipiert.
Durch die klare Zonierung der dienenden Bereiche und der Aufenthaltsbereiche, profitiert die innere Organisation und Funktionalität. Der Küchenbereich ist nordöstlich angeordnet und kann auch von dieser Seite versorgt werden. Der Gastraumbereich ist konsequent nach Südwesten ausgerichtet und kann durch seine klare Geometrie einfach in kleinere Einheiten unterteilt werden. Die umlaufende Fassadenverglasung erlaubt freie Blicke über die Festwiese und über die angrenzende Landschaft.
Über den Haupteingang wird man direkt zur Ausgabetheke geleitet. Sie ist wie gewünscht als lange Theke geplant, was eine hohe Funktionalität ermöglicht. Davor steht ausreichend Raum zur Verfügung, um auch größeren Schülerandrang standzuhalten. Der Warenfluss ist funktional und erfüllt die Vorgaben. Die Rückgabe am Ende der Ausgabe, aufgrund der weiten Wege zum Ausgang kritisch diskutiert. Vorteil wäre jedoch, dass keine Kreuzungspunkte im Schichtbetrieb entstehen. Die Spülküche schließt unmittelbar an die Rückgabe an, was sehr gut gelöst ist. Jedoch müssen die Speisereste über den reinen Bereich der Produktion in den Müllbereich befördert werden. Der Entsorgungsbereich hat einen direkten Ausgang ins Freie, was optimal ist.
Ein Oberlicht entlang der Ausgabetheke betont die klare Struktur und erhöht die Aufenthaltsqualität. Kurze Wege zu den Tischen und eine gute Übersichtlichkeit lassen einen reibungslosen Nutzungsablauf erwarten. Der Mehrzweckraum liegt am Haupteingang und kann auch über den Nebeneingang autark genutzt werden. Kritisch wurden die Umkleiden und Toiletten im Untergeschoss gesehen, jedoch sind die Umkleiden über einen separaten Eingang erreichbar, was eine gute Trennung zwischen rein und unrein mit sich bringt.
Die Verfasser schlagen für das Gebäude eine hybride Bauweise vor. Für das Primartragwerk setzen sie in vertrauter Weise auf Stützen und Unterzüge in Stahlbeton. Dazwischen werden zeitgemäß großformatige Flächenelemente in Holz-Leichtbauweise eingehängt. Leider sind die notwendigen Stützungspunkte/Stützen noch nicht als raumprägende Zwangspunkte in den Grundrissdarstellungen eingeflossen. Die umlaufend weit auskragenden Schürzen sind ebenfalls als Holzleichtbaukonstruktion erkennbar. Sie werden biegesteif an die Stb.-Randträger angeschlossen.
Stand: 19.04.2024 kohler grohe architekten 9
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Realisierungswettbewerb Neubau Campusmensa, Rottenburg am Neckar
Insgesamt überzeugt dieser Beitrag durch seine sensible Einfügung in den städtebaulichen Kontext und seine hohe Funktionalität. Bei der architektonischen Ausbildung bleiben allerdings wegen der noch eher schematischen Darstellung Fragen offen. Aufgrund der Konzeption als Pavillongebäude ist aber gerade bei der Materialwahl und Detailausbildung eine hohe Qualität erforderlich.
Stand: 19.04.2024 kohler grohe architekten 10
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Realisierungswettbewerb Neubau Campusmensa, Rottenburg am Neckar
2. Preis – 1018
Hähnig Gemmeke Architekten, Tübingen
Auf der begrenzten Baufläche platzieren die Verfassenden einen quadratischen Pavillontypus.
Mittels einer sehr subtilen Drehung, heraus aus der Achsialität der Festwiese, nimmt der neue Baukörper den Bezug zu Freiräumen und Baulichkeiten der Umgebung auf.
Die neue Eingangshöhe wird gegenüber dem Bestandsgelände leicht angehoben - die freiräumliche, funktionale Anbindung des Vorplatzes an das Schulgelände gelingt. Gleichzeitig bildet der Neubau einen angemessenen östlichen Abschluss des hier entstehenden zukünftigen Campus.
Im Inneren finden sich die verschiedenen Funktionsbereiche stringent organisiert. Ein zentraler Erschließungsraum teilt als ‚Rue Interieur‘ das Gebäude in einen südwestlich gelegenen Gastraum mit angelagertem Mehrzweckraum und Büro für die Jugendarbeit und einen nordöstlichen Funktionstrakt mit dienenden Räumen. Über drei grüne Lichthöfe wird der zentrale Teil des Innenraums gut belichtet. In ihrer gesamträumlichen Wirkung werden sie im Mensabereich jedoch kritisch diskutiert - hier sollte ggfs. ein Ersatz durch Oberlichter in Erwägung gezogen werden. Mit dem durchgesteckten Erschließungsbereich wird ein durchgehender Blickbezug von Nordwest nach Südost ermöglicht - eine Qualität, die von der Jury ausdrücklich gewürdigt wird. Die Belichtung des Nebenraumtrakts sollte nochmals überprüft werden.
Die Umkleiden sind über einen separaten Eingang erreichbar, was eine gute Trennung zwischen rein und unrein mit sich bringt. Der Warenfluss ist funktional und erfüllt die Auslobungsvorgaben. Die Ausgabe ist wie gewünscht als lange Theke geplant, was einen schnellen Durchsatz der Schüler darstellen wird. Die Rückgabebereiche in den Funktionsnischen werden für Kreuzungspunkte im Schichtbetrieb sorgen. Zudem sind die Wege in die Spülküche sehr lang, was zu einem erheblichen Personalaufwand führen wird. Die Spülküche schließt unmittelbar an die Rückgabe an, was sehr gut gelöst ist. Die Speisereste werden dann über die Umberpackung in den Müllbereich geführt, was durchaus möglich ist.
Die klare Organisation der Nutzungen überzeugt, v.a. die gewünschte optionale Teilung des Gastraums in kleinere Einheiten ist hier gut möglich. Kritisch dagegen wird die Positionierung der Funktionsnischen unmittelbar an den Lichthöfen gesehen, die hier die Transparenz und Raumwirkung stören. Eine separate Nutzung des Mehrzweckraums und Bereichs für die Jugendarbeit ist gut vorstellbar. Insgesamt sind die organisatorischen Prinzipien überzeugend.
Vorplatz und Erschließung des Haupteingangsbereichs bleiben in der Bearbeitung des Reliefs, in der Grünausstattung und im Nutzungsangebot noch etwas vage - hier wäre eine Präzisierung der Darstellung angemessen gewesen.
Zur Festwiese und nach Südosten wird der Mensa eine umlaufende Terrasse angegliedert. Lineare Sitzelemente fassen die Terrasse, das Mini-Spielfeld wird eingebettet in einen Wiesenbereich, der gut zwischen diesen verschiedenen Abschnitten vermitteln könnte. Zum Verkehrsübungsplatz wird die Terrasse vergleichsweise aufwändig mit einer Stützmauer gefasst. Im nordöstlichen Bereich reagiert der Entwurf mit einer Teilunterkellerung für Gebäudetechnik auf die bewegte Topografie, tangiert dabei aber auch die Grenze der Zufahrt zum Verkehrsübungsplatz.
Stand: 19.04.2024 kohler grohe architekten 11
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Realisierungswettbewerb Neubau Campusmensa, Rottenburg am Neckar
Mit ihrem angemessenen Rhythmus aus opaken und transparenten Abschnitten, dem warmen Holzmaterial und den spielerischen Rundfenstern unterstützt die Fassade den Charakter des Pavillons und schafft eine freundliche Adresse, die die Nutzer aller Altersklassen gut anspricht.
Der Wettbewerbsentwurf sieht als prägendes raumbildendes Element vor, die gesamte Flachdachkonstruktion als Trägerost auszubilden. Damit erhoffen sie sich auch die in beiden Richtungen auskragenden und teilweise weit überstehenden Dachüberstände in Anstand zu bewältigen. Durch den hohen Aufwand bei der Herstellung der zahlreichen biegesteifen Verbindung an den Kreuzungspunkten der Bauteile und durch die geringe Ausnutzung einer Vielzahl der Querschnitte scheint die Konstruktion nicht wirtschaftlich. Die Konstruktion ist dadurch wenig materialeffizient.
Das Gebäude weist eine relativ große Hüllfläche auf. Nach ihren wirtschaftlichen Kenndaten liegt die Arbeit im mittleren Bereich.
Insgesamt findet die gute Organisation und Funktionalität Anklang, hinsichtlich der Ausdehnung des Baukörpers und dem Umgang mit der südöstlichen Topografie bleiben aber noch Fragen offen.
Stand: 19.04.2024 kohler grohe architekten 12
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Realisierungswettbewerb Neubau Campusmensa, Rottenburg am Neckar
3. Preis – 1023
Franke Seiffert Architekten PartGmbB mit
Pfrommer + Roeder, Stuttgart
Die Verfasser schlagen für die neue Campusmensa einen einfachen, rechteckigen Baukörper vor, dessen zurückgesetzte Dachlaterne die innenliegende Essensausgabe belichtet. Das neue Gebäude wird auf dem Niveau des anschließenden Festplatzes positioniert. Der Höhenunterschied zum Schulgelände wird mit einer großzügigen Freitreppe und Sitzstufen überwunden.
Der Entwurf ist klar und diszipliniert organisiert. Die dienenden Räume befinden sich auf der Westseite des Hauses. Die Umkleiden sind über einen separaten Eingang erreichbar, was eine gute Trennung zwischen rein und unrein mit sich bringt. Der Warenfluss ist funktional und erfüllt die Auslobungsvorgaben. Die Ausgabe ist wie gewünscht als lange Theke geplant, was einen schnellen Durchsatz der Schüler darstellen wird. Die Rückgabebereiche sind sehr gut angeordnet, da nach der Rückgabe ein direkter Austritt aus dem Gebäude erfolgen kann. Die Spülküche schließt unmittelbar an die Rückgabe an, was sehr gut gelöst ist.
Die nach Osten orientierten Speiseräume blicken durch die Höhenlage des Gebäudes über den Übungsplatz hinweg durch die Alleebäume zum anschließenden Wohngebiet. Kritisch wird bewertet, dass sich die Mensa zu den Schulen hin bis auf den Eingangsbereich geschlossen zeigt. Die zusammen mit dem Mehrzweckraum gereiht angeordneten Speisebereiche sind sehr gut schalt- und unterteilbar. Die Abtrennbarkeit des Nutzungsbereiches für den Mehrzweckraum für separate Nutzungen ist nicht dargestellt und muss noch nachgewiesen werden. Der Küchenbereich ist funktional und effizient organisiert. Leider kreuzt die Zufahrt zur Anlieferung den Weg der Schüler zum Gebäude.
Das Spielfeld wird mit ausreichendem Abstand vom neuen Gebäude in die Südostecke des Grundstücks in den erweiterte Betrachtungsbereich verlegt, die bestehende Ost-/West- Durchwegung zwischen Spielfeld und Mensa neu positioniert.
Die Arbeit ist auf einem holzbaugerechten Raster aufgebaut. Dies lässt eine wirtschaftliche Umsetzung des Gebäudes in Holzbauweise erwarten. Konstruktiv ist das Gebäude in bewährter Weise in einer Flachdachkonstruktion unter Verwendung von einfachen parallelgurtigen Brettschichtholzträgern geplant. Dabei scheinen die gezeigten Querschnitte für die großen Spannweiten ambitioniert.
Die nicht vorhandene bzw. mangelhafte Trennung der Fassade von der tragenden Holzbaukonstruktion erfüllt in der gezeigten Form nicht die Anforderungen an ein dauerhaftes Holzgebäude. Der Schutz der Tragstruktur durch eine umlaufende (vorgesetzte) Fassade ist hier notwendig.
Der architektonische Ausdruck folgt der Stringenz der inneren Organisation. Die Fassade soll dabei den Rhythmus der Tragstruktur des Gebäudes ablesbar machen. Dies wird aufgrund der Anforderungen des konstruktiven Holzschutzes nicht möglich sein.
Der Entwurf liegt mit seinen wirtschaftlichen Kenndaten aufgrund seiner günstigen Flächeneffizienz und des daraus resultierende niedrigen Gebäudevolumens im günstigen Bereich.
Stand: 19.04.2024 kohler grohe architekten 13
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Realisierungswettbewerb Neubau Campusmensa, Rottenburg am Neckar
Insgesamt überzeugt der Entwurf durch seine gute Organisation, die klare Setzung und feingliedrige Durcharbeitung, bei der Rationalität und Ordnung dominieren. Auf für die Nutzung wünschenswerte spielerische Elemente wurde verzichtet.
Stand: 19.04.2024 kohler grohe architekten 14
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Realisierungswettbewerb Neubau Campusmensa, Rottenburg am Neckar
Anerkennung – 1004
2BA Architekten GmbH mit Jetter Landschaftsarchitekten, Stuttgart
Der Entwurf geht sehr eigenständig mit der gegebenen anspruchsvollen topografischen Situation um und versucht zwischen den unterschiedlichen Richtungen des Schulcampus und dem längsgestreckten Grünraum der Festwiese mit Festhalle zu vermitteln. Dabei geben die parallel zum Hang verlaufenden und von Bäumen gesäumten Terrassen Orientierung.
Der Eingang der Mensa an der Nord-West-Ecke verspringt um ein Raster zurück und formuliert somit eine gut auffindbare Eingangssituation. Die vorgeschlagene Neuordnung des Vorplatzes mit Sitzstufen und Spielelementen überzeugt genauso wie die Möglichkeit sich dem Gebäude über einen seitlichen Weg mit weinig Gefälle zu nähern.
Ein gut dimensionierter Windfang mündet in einem längsgerichteten Foyer, von dem auch Büro, Mehrzweckraum sowie WC und Umkleideanlagen erschlossen werden. Das Foyer ist in seiner Größe eher unterdimensioniert – dennoch funktioniert dieses Raumkontinuum als eine geschlossene und autarke Einheit wie auch von der Ausloberin gewünscht.
Der enge und über die Diagonale erschlossene Zugang zur Mensa wird kritisch diskutiert. Die Ausgabe ist wie gewünscht als lange Theke geplant, was einen schnellen Durchsatz der Schüler darstellen wird. Die Rückgabe liegt am Ein/Ausgangsbereich der Mensa. Hier wird ein Kreuzungspunkt im Schichtbetrieb entstehen. Auf Grund des ausreichenden Platzes im Foyer/Rückgabe, kann diese Situation jedoch in Kauf genommen werden. Die Spülküche schließt unmittelbar an die Rückgabe an, was sehr gut gelöst ist. Jedoch müssen die Speisereste über den reinen Bereich der Produktion in den Müllbereich befördert werden. Das ist nur dann möglich, wenn der Müll abgedeckt durch die reinen Bereiche gefahren wird. Das ist eine Erschwernis im Prozess. Die Umkleiden sind über einen separaten Eingang geplant, was eine gute Trennung zwischen rein und unrein mit sich bringt.
Die Warenannahme ist über eine schmale Zufahrt erreichbar. Die Waren werden über die Warenannahme unmittelbar in die unterschiedlichen Lager gebracht. Von hier aus gelangen diese in die Produktion/Regeneration und anschließend in die Ausgabe. So entstehend keine Kreuzungspunkte zwischen rein und unrein. Der Entsorgungsbereich liegt sehr zentral zur Straße, was als gut bewerte werden kann.
Das Gebäude ist in seiner inneren Organisation praktisch zweigeteilt: Nach Norden werden alle dienenden Räume wie Küche, Nebenräume und folgerichtig auch die Andienung dieser organisiert – nach Süden werden die Aufenthaltsräume mit Mehrzweckraum und Lounge sowie dem Gastraum mit Ausblick über 3 Seiten auf die Festwiese und mit Panoramablick zur Schwäbischen Alb abgebildet. Es entsteht an dieser Stelle ein großzügiger Mensaraum, der in seiner Mitte überhöht wird und über seitlich belichtete Oberlichter die Tiefe des Raumes ausleuchtet – eine atmosphärisch schön dargestellte Situation – wenngleich die gewünschte Abtrennbarkeit in drei unterschiedlich große Gasträume dadurch erschwert wird und auch nicht überzeugend dargestellt werden konnte.
Das Spielfeld im Norden in unmittelbarer Nähe an der befahrenen Straße wird von der Jury kontrovers diskutiert, der Zusammenschluss und die räumliche Nähe mit der großen Festwiese und deren Aufenthaltsqualität wird bevorzugt.
Stand: 19.04.2024 kohler grohe architekten 15
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Realisierungswettbewerb Neubau Campusmensa, Rottenburg am Neckar
Die Holzbaukonstruktion ist auf einem regelmäßigen holzbaugerechten Grundraster der Primärkonstruktion von 5 x 5 m aufgebaut. Die Verfasser zeigen erfreulicherweise und eindrücklich die Möglichkeiten, welche heute der innovative Holzbau bittet. So nutzen sie die neu zur Verfügung stehenden Techniken, um auch punktgestützte Flachdecken im Holzbau zu realisieren. Durch eine klare Trennung der Struktur und der Gebäudehülle durch die konsequent umlaufende Ausbildung der Fassade, werden die Anforderungen an ein dauerhaftes Holzbauwerk auf hohem Niveau umgesetzt.
Die Fassaden folgen der eigenen Logik des Holzbaus, sehr diszipliniert und fein ausformuliert – die innere Logik zeigt sich somit auch nach außen.
Der in sich stimmige Entwurf thematisiert die Komplexität der gestellten Bauaufgabe.
Stand: 19.04.2024 kohler grohe architekten 16
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Realisierungswettbewerb Neubau Campusmensa, Rottenburg am Neckar
Anerkennung – 1017
meck architekten GmbH, München mit
silands | Gresz + Kaiser Landschaftsarchitekten PartG mbB, Ulm
Die Arbeit überrascht mit der Setzung eines für einen Mensabau eher untypischen länglichen, schmalen Baukörpers, der sich mit dem Kopf zur Jahnstraße setzt und eine einladende, lange Fassade in Richtung Kindergarten und Schulcampus ausformuliert. Durch die städtebauliche Setzung erhält ein Zwischenraum eine neue Aufgabe und Gestalt, der bisher von Böschungen und unspektakulären Übergangsflächen geprägt ist. Die Arbeit gestaltet diese Fuge neu, macht die Höhenabstufung zum Thema und setzt dort kleine Bewegungs- und Spielflächen. Überraschend gelingt es dabei auch den Kindergarten mehr in den Campus einzubinden und das Gebäude einladend zum Campus zu öffnen.
Das eingeschossige Gebäude betritt man im Nordosten durch eine eher schmal gehaltene Eingangstüre und trifft dort ostseitig die eher öffentlich genutzte Raumeinheit mit Mehrzweckraum, Lounge und Büro an. Die Umkleiden sind über einen separaten Eingang erreichbar, was eine gute Trennung zwischen rein und unrein mit sich bringt, jedoch sind die Umkleiden und WC durch eine Treppe oder Aufzug nur im Untergeschoss erschlossen. Die Größe des Eingangs ohne Darstellung des Windfangs kann in der Länge des Baukörpers nicht vollumfänglich überzeugen.
Die 400 Sitzplätze der Mensa organisieren die VerfasserInnen in 4 baugleichen Teilräumen und Nutzungseinheiten, die auf die gesamte Länge im Riegel zusammengeschaltet sind, aber auch abgetrennt hohe räumliche Qualitäten erwarten lassen. Jede Einheit ist auf kurzem Weg mit einer Ausgabetheke und einer Geschirrrückgabe ausgestattet. Auf Grund der Länge der Küche wird eine klare Strukturierung der einzeln notwendigen Küchenbereiche schwierig abbildbar.
Die Ausgabepunkte als einzelne Segmente können in der Praxis für klaren Anstellbereichen sorge. Ggf. könnten diese jedoch auch zu Verwirrung bei den Schüler/ innen führen. Die Rückgabenischen sind sehr weit vom Spülbereich entfernt, was zu langen Wegen und einem erheblichen Personalaufwand führen wird.
Die Unterteilung in kleine Einheiten lässt eine geordnete Essensausgabe erwarten. Für die Servicekräfte ist die Geschirrrückgabe allerdings nicht optimal organisiert, da diese dezentral an 4 Stellen mit weiten Wegen zur Spühlküche liegen. Es wird mit einem höherer Personalaufwand gerechnet. Die Küche ist gut organisiert und verfügt durch die lange Streckung über einen hohes Platzangebot, das für eine Küchenorganisation dennoch nicht von Vorteil ist. Es wird kritisch diskutiert, inwieweit durch die Lage der Küche wertvolle Außenraumbezüge nach Süden verbaut werden und auch die Blickbeziehungen in Richtung Festwiese und damit Grünraum sehr schmal gehalten werden. Die interessante Anhebung und Faltung des Dachs über den Aufenthaltsräumen lässt unverwechselbare Raumeindrücke und auch Tageslicht erwarten. Der lange Flur nach Westen erscheint aber zu schmal. Die Arbeit würde erst durch mehrere Eingänge entlang der Fassade mit dem überdachten und damit wettergeschützten schönen Vorbereich Ihre Kraft entwickeln und auf die gesamte Länge Innen- und Außenraumbezüge schaffen.
Die Anlieferung der Küche ist folgerichtig von der Schulstraße kommend in den Süden verlegt.
Stand: 19.04.2024 kohler grohe architekten 17
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Realisierungswettbewerb Neubau Campusmensa, Rottenburg am Neckar
Der eingeschossige oberirdische Holzbaukörper ist als solcher auch in der Fassade ablesbar. Er ist dabei sehr wohltuend gegliedert und proportioniert. Fassadengestaltung weist eine hohe Qualität auf. Die durchgehende transparente Öffnung zum Schulcampus ist durch ein auskragendes Dach geschützt und mit einem textilen Sonnenschutz gerahmt, der dem Gebäude einen eigenen Charakter verleiht. Die breite Attika verbindet die Fassade mit dem mittig gesetzten Dachaufbau, in den die Sheddach-Konstruktion hineingesetzt wird, ohne nach außen visuell unruhig wirksam zu werden. Auch an den Stirnseiten und zum Verkehrsübungsplatz überzeugt sowohl die Kubatur als auch die Fassade mit ihrer Definition von geöffneten und geschlossenen Bereichen. Der Fensteranteil bleibt allerdings insgesamt gering.
Die neue Lage das Ballspielfeldes im Süden muss durch topografische Veränderungen und zusätzlichen Stützmauern zum Verkehrsübungsplatz gestaltet werden. Im alltäglichen Gebrauch der Ganztagsbetreuung kann die räumliche Verbindung zur Festwiese und damit erweiterten Spiel- und Bewegungsfläche dennoch überzeugen. Der Arbeit gelingt es einen großen Teil des Baumbestands zu halten und das Gebäude durch wenig Veränderungen in der Topografie ruhig eizubinden.
Die im Schnitt dargestellten Wand-, Decken und Dachaufbauten sind baukonstruktiv schlüssig und lassen einen qualitätsvollen Holzbau erwarten. Konstruktiv ist das Gebäude in drei Teile gegliedert. Die beiden äußeren Zonen werden in bewährter Weise in einer Flachdachkonstruktionen unter Verwendung von einfachen parallelgurtigen Brettschichtholzträgern umgesetzt. In der Sheddachstruktur in der Mittelzone dienen zweiachsial tragende Brettsperrholzelemente effizient als Flächentragwerk.
Die wirtschaftlichen Kenndaten liegen im mittleren Bereich, da durch die Gebäudelänge ein höherer Anteil an Verkehrsflächen notwendig wird und ein hohes Gebäudevolumen entsteht.
Die Jury lobt die hohe gestalterische Qualität der Arbeit und den mutigen Ansatz die Mensa in einem klaren Raster entlang eines neu geschaffenen Freiraums länglich zu gestalten. Auch ist gut vorstellbar, dass insbesondere für die Grundschüler kindgerechte Maßstäbe und Räume zu schaffen. Im organisatorischen Ablauf für den Mensabetrieb kann die Arbeit bisher nicht überzeugen, auch wird kritisch diskutiert, ob es dem Baukörper gelingt von den visuell wertvollen umgebenden Freiräumen zu profitieren und in Dialog zu treten.
Stand: 19.04.2024 kohler grohe architekten 18
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Realisierungswettbewerb Neubau Campusmensa, Rottenburg am Neckar
Anerkennung – 1010
Büro Voigt, Architekten PartGmbB Leipzig mit
Grieger Harzer Dvorak, Landschaftsarchitekten PartGmbB, Berlin
Das Gebäudevolumen der Arbeit „Picknick am Park“ spannt sich zwischen dem Spielfeld im Nordosten und der Festwiese im Südwesten. Die klare Gliederung des Grundrisses in die drei Bereiche Foyer, Funktionsräume und Speisesaal ist nachvollziehbar und wird in der Materialität abgebildet. Positiv fällt der Jury die Raumproportion des Speisesaals, sowie die Öffnung zur Festwiese im Südwesten auf. Hier bietet ein weit auskragendes Dach eine natürliche Verschattung und einen großzügig überdachten Freisitz mit guter Ausrichtung.
Im städtebaulichen Kontext wirkt die Kubatur eigenständig. Hingewandt zum Vorplatz und dem Schulcampus, liegt der Haupteingang an der richtigen Stelle, könnte jedoch in der Fassade noch klarer abgezeichnet werden.
Die Klarheit des Raumdiagramms und die eigenständige Gestaltung führt einerseits zu stimmigen Höhenentwicklungen im Innenraum und andererseits zu funktionalen Zwängen. Hier wird insbesondere die Aufteilung der Küchennebenräume über zwei Geschosse als nicht praktikabel erachtet.
Einen weiteren funktionalen Mangel sieht die Jury in der räumlichen Enge der Ausgabentheke im Funktionsbereich und den funktionalen Einschränkungen bei einer möglichen Teilung der Mensa. So wird ein Gastraum bei der Teilung über den Vorbereich der WCs und ein anderer nur über die Rücknahmefläche erreicht. An dieser Stelle kreuzen sich die Wege der Kinder mit den internen Abläufen der Küche. Die Rückgabe ist gut gelöst, da diese Schüler diese separat passieren können, um zum Ausgang zu gelangen. Auch die unmittelbar angeordnete Spülküche ist gut geplant. Der Entsorgungsbereich liegt gegenüber der Spülküche, was erst einmal als gut bezeichnet werden kann. Jedoch muss der Müll über das Foyer ins Freie befördert werden muss.
Die Umkleiden sind im OG angeordnet und über einen separaten Eingang erreichbar, was eine gute Trennung zwischen rein und unrein mit sich bringt. Der gesamte Warenkreislauf ist nicht wie gefordert geplant. Wichtige Lagerbereiche sind im OG angeordnet, was in der Praxis enorme logistische und somit unwirtschaftliche Probleme schaffen wird.
Die Anordnung des Spielfelds zur Straße und nicht zur Festwiese hin bietet einerseits den Vorteil, dass dieses den freien Blick des Gastraums nicht verstellt, und andererseits wird von den Nutzern die Nähe zur Straße kritisch gesehen. Dies erschwert die Aufsicht aller spielender Kinder und birgt ein Verkehrsrisiko. Die Nutzfläche wurde etwas unterschritten.
Die Verfasser schlagen für die beiden in der Höhe abgesetzten Gebäudeteile in einer zeitgemäßen Weise eine materialoptimierte Holzbaukonstruktion unter Verwendung von Fachwerkstrukturen vor. Das dargestellte holzbaugerechte Grundraster ist Grundlage für eine wirtschaftliche Umsetzung. Die für Fachwerkträger essenziellen Diagonalen sind bei der Ausarbeitung der Wettbewerbsunterlagen sicher verloren gegangen. Der massive Kern im Zentrum des Gebäudes dient als Ankerpunkt auch zur Sicherstellung der geforderten Erdbebensicherheit. Dies wäre auch mit leistungsfähigen Holzbaustrukturen möglich.
Stand: 19.04.2024 kohler grohe architekten 19