[Seite 1]
BERICHT
Datum Auftragsnummer 21.05.2025 4789
Bearbeiter E-Mail Nadine Pohl pohl@geoenergie-konzept.de
Telefon +49 174 6932 165
Seiten Anlagen 10 2
Geothermische Dimensionierung
Lebenshilfe Meißen e.V. Leitmeritzer Bogen 01662 Meißen
AUFTRAGGEBER
Anschrift Ansprechpartner E-Mail Erdwärme & Bohrtechnik GmbH Sachsen Frau Weber weber@erdwaerme-bohrtechnik.com Wilhelm-Liebknecht-Str. 1a 09337 Hohenstein - Ernstthal Telefon Projektnummer AG +49 3723 - 769140
geoenergie-konzept.de Konto Sparkasse Mittelsachsen Handelsregister geoENERGIE Konzept GmbH IBAN DE57 8705 2000 3115 0268 10 Amtsgericht Chemnitz · HRB 23305 Alfred-Lange-Straße 15 BIC WELADED1FGX 09599 Freiberg Identnummern Steuernummer 220/109/02952 Geschäftsführer Finanzamt Freiberg Dipl.-Geol. Rüdiger Grimm USt-IdNr. DE 252240063
[Seite 2]
Inhalt 1 Vorbemerkungen ............................................................................................................................ 3
2 Beschreibung der Technologie ................................................................................................. 3
2.1 Bohrung mit Erdwärmesonde ........................................................................................... 3
2.2 Horizontale Leitungsanbindung ....................................................................................... 3
2.3 Wärmepumpe ........................................................................................................................... 4
3 Übersicht des Bauvorhabens .................................................................................................... 5
4 Geothermische Randbedingungen .......................................................................................... 5
5 Haustechnische Randbedingungen ......................................................................................... 6
6 Simulationsrechnungen ............................................................................................................... 7
6.1 Simulationsprogramm .......................................................................................................... 7
6.2 Simulationsrandbedingungen ............................................................................................ 7
6.3 Lösungsansatz ......................................................................................................................... 8
7 Dimensionierungsergebnisse .................................................................................................... 9
7.1 Simulation ................................................................................................................................. 9
7.2 Anlagenplanung .................................................................................................................... 10
8 Zusammenfassung ...................................................................................................................... 10
Anlagen
1 Lageplan des Bauvorhabens 2 Ein- und Ausgabedaten der EED-Berechnung
Seite 2 von 10 Datum Bericht 21.05.2025 Geothermische Dimensionierung
Auftragsnummer Bauvorhaben 4789 Lebenshilfe e.V., Meißen
[Seite 3]
1 Vorbemerkungen
Durch die Firma Erdwärme & Bohrtechnik GmbH Sachsen wurde die Fa. geoENERGIE Konzept GmbH am 10.04.2025 mit der Durchführung geothermischer Simulationsrechnungen zur Dimen- sionierung einer Geothermieanlage eines geplanten Wohn- und Verwaltungsgebäudes in Meißen beauftragt.
Der vorliegende Bericht enthält die Dimensionierung des Erdwärmesondenfeldes auf Basis der Ergebnisse der geothermischen Testarbeiten an der Pilotbohrung (siehe Bericht vom 24.04.2025) sowie der aktuellen haustechnischen Randbedingungen. Die haustechnischen Rand- bedingungen wurden durch den Auftraggeber am 23.04.2025 übergeben. Die übergebenen An- gaben, auf deren Basis der vorliegenden Dimensionierung des Sondenfeldes durchgeführt wurde, müssen mit den Angaben im Genehmigungsantrag auf das Gesamtsondenfeld überein- stimmen. Zum Zeitpunkt der Fertigstellung dieses Berichtes lag der Fa. geoENERGIE Konzept GmbH seitens des Auftraggebers kein Genehmigungsantrag vor.
2 Beschreibung der Technologie
2.1 Bohrung mit Erdwärmesonde
Für die Erschließung des Untergrundes werden Tiefen- bohrungen durch ein spezielles Bohrgerät hergestellt. In ein Bohrloch mit 152 mm Durchmesser werden Erdwär- mesonden aus PE in Doppel- oder Einfach-U-Form mit ei- nem Außendurchmesser von 32 mm eingebracht. Ab ei- ner Bohrtiefe von ca. 125 m nutzt man zur Verbesserung der hydraulischen Eigenschaften 40 mm-Sonden, wodurch sich der Bohrlochdurchmesser typischerweise auf 168 mm erhöht. In diesem geschlossenen System zir- kuliert ein wasserrechtlich unbedenkliches Wasser-Gly- kol-Gemisch oder in Sonderfällen reines Wasser als Wär- Abbildung 1: Querschnitt durch Erdwärme- meträgermedium. bohrung. Die Verfüllung des Ringraums erfolgt mit thermisch ver- bessertem Material, um einen optimalen Wärmeübergang zwischen Erdwärmesonde und Gestein zu ermöglichen.
Als Platzbedarf sind Freiflächen für die Bohrungen erforderlich, welche im Umfeld des Bauvor- habens ausreichend zur Verfügung stehen. Bei Bedarf können die Flächen später überbaut wer- den.
2.2 Horizontale Leitungsanbindung
Am Kopf der Bohrung erfolgt ein Anschluss der Erdwärmesonde an jeweils eine horizontale Vor- und Rücklaufleitung. Im Falle einer Doppel-U-Sonde werden beide Kreisläufe zunächst über ein Hosenstück verbunden und durch korrosionsfreie Schweißmuffen angeschlossen.
Seite 3 von 10 Datum Bericht 21.05.2025 Geothermische Dimensionierung
Auftragsnummer Bauvorhaben 4789 Lebenshilfe e.V., Meißen
[Seite 4]
Bei der Nutzung von mehreren Erdwärmesonden werden die Vor- und Rücklaufleitungen in ei- nem Verteiler- und Sammlersystem zusammengeführt, sodass üblicherweise lediglich jeweils eine Vor- und Rücklaufleitung zum Anschluss an die Wärmepumpe verlegt werden muss. Das eingesetzte Verteilersystem kann entweder in einem speziellen PE- bzw. Betonschacht oder di- rekt innerhalb des Hausanschlussraums platziert werden.
2.3 Wärmepumpe
Über die fest installierten Sonden wird dem Untergrund Wärme entzogen, die mittels Wärme- pumpe (und Einsatz von ca. ¼ Antriebsenergie) auf das erforderliche Temperaturniveau gebracht wird. Besonders die passive (freie) Kühlung ist als ökonomisch und ökologisch sehr effiziente Nutzung anzusehen, da lediglich geringe Mengen Elektroenergie benötigt werden. Somit stellt die Nutzung der Erdwärme zur Heizung, Kühlung und Warmwasserbereitung eine immer kos- tengünstigere Möglichkeit der Energieversorgung dar.
Abbildung 2: Funktionsprinzip einer Wärmepumpe (Quelle: bwp).
Das Geothermiesystem muss so dimensioniert werden, dass eine natürliche Regeneration des Untergrundes ermöglicht wird, um die Effizienz des Systems langfristig zu wahren. Ist dies ge- währleistet, arbeitet das System ohne Abstriche über einen langen Zeitraum.
Seite 4 von 10 Datum Bericht 21.05.2025 Geothermische Dimensionierung
Auftragsnummer Bauvorhaben 4789 Lebenshilfe e.V., Meißen
[Seite 5]
3 Übersicht des Bauvorhabens
Das geplante Bauvorhaben befindet sich nordöstlich des Zentrums von Meißen, östlich der Elbe. Die Lage der bisher geplanten Bohrungen ist in Abbildung 3 zu sehen.
Abbildung 3: Lageplan der Sonden in Meißen, Leitmeritzer Bogen (Quelle: Ingenieurbüro Meisel).
4 Geothermische Randbedingungen
Die geothermischen Eigenschaften des Untergrundes sind für jeden Standort spezifisch und kön- nen auch kleinräumig signifikant variieren. Die Gesteinseigenschaften werden durch verschie- dene Parameter beeinflusst, wobei besonders Wassergehalt, Grundwasserfluss, Dichte und regi- onale Unterschiede als Einflussfaktoren zu nennen sind. Zur Ermittlung der standortspezifischen Untergrundeigenschaften wurde an einer vollständig ausgebauten Pilotbohrung am Standort ein Thermal Response Test (TRT) durchgeführt (Bericht vom 24.04.2025). Die im Rahmen der Testarbeiten ermittelten Untergrunddaten dienen als Aus- gangsparameter für die anschließende Simulationsrechnung und sind in folgender Tabelle 1 dar- gestellt.
Tabelle 1: Ergebnisse der geothermischen Testarbeiten.
Ergebnisse der Testarbeiten
Mittlere Untergrundtemperatur ohne saisonale Zone T 11,8 °C T-Log
effektive Wärmeleitfähigkeit λ * 4,2 ± 0,1 W/(m·K)
thermischer Bohrlochwiderstand R 0,10 (K·m)/W b
Sondenlänge (berechnet aus TRT) l 125 m TRT
Seite 5 von 10 Datum Bericht 21.05.2025 Geothermische Dimensionierung
Auftragsnummer Bauvorhaben 4789 Lebenshilfe e.V., Meißen
[Seite 6]
Für die Simulationsrechnungen werden die nachfolgenden Parameter zugrunde gelegt: • Mittlere Untergrundtemperatur: 11,8 °C • Wärmeleitfähigkeit: 4,2 W/m•K
5 Haustechnische Randbedingungen
Von dem Ingenieurbüro Meisel wurden am 23.04.2025 Angaben zur Heizlast und der Wärme- pumpe übergeben. Demnach kommt für das Heizen und die Warmwasserbereitung die Wärme- pumpe SI 75TU der Fa. Dimplex zum Einsatz. Es ist eine passive Kühlung vorgesehen, doch da die Kühlmenge nicht abgeschätzt werden kann, wird diese nicht bei der Simulation berücksich- tigt.
Daraus ergeben sich für das Gebäude die in Tabelle 2 dargestellten haustechnischen Randbedin- gungen bezüglich der Heiz- und Warmwasserversorgung.
Tabelle 2: Energetische Randbedingungen.
| Heizen | Warmwasserbereitung | |||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Heizlast Gebäude | 68,6 kW | 68,6 kW | ||||||
| Jahresbetriebsstunden | 1.800 h/a | 600 h/a | ||||||
| Jahresenergiebedarf | 123,5 MWh/a | 41,2 MWh/a |
Die Angaben bezüglich der Jahresbetriebsstunden für Heizen und Warmwasserbereitung wur- den aus vergleichbaren Projekten herangezogen. Die Ansätze sind durch die Haustechnikplanung zu prüfen.
Die Jahresarbeitszahl (JAZ) für den Heizbetrieb wird in Anlehnung an das Datenblatt der Wär- mepumpe mit einem Wert von 4,5 angesetzt. Für die Warmwasserbereitung wird in Anlehnung an übliche, vergleichbare Werte eine JAZ von 3,0 angenommen.
Die nachstehenden monatlichen Bedarfsverteilungen basieren auf den Heizgradtagen der drei nächstgelegenen Klimastationen (65 % Garsebach bei Meißen, 19 % Nossen, 17 % Dresden-Klotz- sche) für den Standort Meißen und werden dementsprechend für die Dimensionierungsberech- nungen angesetzt. Diese sollten im weiteren Planungsprozess präzisiert bzw. durch den Auftrag- geber bestätigt werden.
Seite 6 von 10 Datum Bericht 21.05.2025 Geothermische Dimensionierung
Auftragsnummer Bauvorhaben 4789 Lebenshilfe e.V., Meißen
[Seite 7]
35
35
30
25
h W M 20 n i
t s a ld 15 n u r G 10
5
0
| Wa | rmwass | er | |||||||||||||||||||||||||||||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Hei | zen | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Gru | ndlast | Erdseite |
0 JAN FEB MÄR APR MAI JUN JUL AUG SEP OKT NOV DEZ
Abbildung 4: Monatliche Verteilung des Endenergiebedarfs für Heizung und Warmwasser mit 123,5 MWh/a Heizen und 41,2 MWh/a Warmwasserbedarf.
6 Simulationsrechnungen
6.1 Simulationsprogramm
Die Simulation des Sondenfeldes erfolgt mittels der Software EED (Earth Energy Designer) Ver- sion 4.20 unter Berücksichtigung üblicher Randbedingungen (Bohrtechnik, Energie-Bedarfs- kurve, Nutzungszeitraum).
6.2 Simulationsrandbedingungen
Für eine effiziente Wärmeaufnahme während der Durchströmung der Erdwärmesonden ist das Einhalten einer turbulenten Strömung des Sondenfluids anzustreben. Im Falle eines laminaren Strömungsregimes sinkt die Energieaufnahme signifikant, wodurch häufig die Anzahl der Ge- samtbohrmeter erhöht werden muss.
Auf Grundlage der zur Verfügung stehenden Daten ist die Dimensionierung des Erdwärmeson- denfeldes unter dem Ansatz einer turbulenten Durchströmung der einzelnen Sonden erfolgt.
Die Festlegung der Dimensionierungskriterien ergibt sich grundlegend durch die Anforderungen der zuständigen Untere Wasserbehörde des Landkreises. Diese orientieren sich zum einen an den Angaben in der entsprechenden Richtlinie, der VDI 4640-2 (2019), sowie den Vorgaben der entsprechenden Fachbehörde, meist den geologischen Landesämtern.
Seite 7 von 10 Datum Bericht 21.05.2025 Geothermische Dimensionierung
Auftragsnummer Bauvorhaben 4789 Lebenshilfe e.V., Meißen
[Seite 8]
Für die Simulationsrechnungen sind neben dem Design der Bohrung (Bohrlochdurchmesser, Wär- meleitfähigkeit Verpressmaterial u.a.) vor allem die einzuhaltenden Grenztemperaturen des Son- denfluids entscheidend. Diese werden im genutzten Simulationsprogramm als Mittelung zwi- schen Vor- und Rücklauf bei einer Spreizung von 3 K berechnet.
Als Grenztemperatur im Grundlastfall wird in Anlehnung an die Angaben der VDI 4640-2 eine minimale Sondenfluidtemperatur im Sondenvorlauf von 0 °C angesetzt. Daher ergibt sich als Grenztemperatur eine Sondenfluidmitteltemperatur von 1,5 °C im Programm. Als Grenztemperatur im Spitzenlastfall gilt die Vorgabe des Landesamtes für Umwelt, Landwirt- schaft und Geologie (LfULG), wonach im 50. Betriebsjahr ein Absinken der Fluidmitteltemperatur (Mittelung aus Vor- und Rücklauf) unter -1,5 °C zu verhindern ist.
Wie bereits im Bericht zum Thermal Response Test (TRT) vom 24.04.2025 erläutert, erweist sich der gemessene Wert der effektiven Wärmeleitfähigkeit als erhöht im Vergleich zu Literaturwer- ten für die angetroffenen Gesteine. Aus diesem Grund wird die Dimensionierung des Gesamtson- denfeldes mit einem konservativen Ansatz durchgeführt.
Tabelle 3: Simulationsrandbedingungen
| Randbedingung | Simulationswert | |||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Mittlere Wärmeleitfähigkeit des Gesteins | 4,2 W/(m·K) | |||||||
| Mittlere Untergrundtemperatur | 11,8 °C | |||||||
| Sondentyp | 32 x 3,0 mm Doppel-U Sonden | |||||||
| Verfüllmaterial | thermisch verbessert (λ = 2,0 W/(m·K)) | |||||||
| Wärmeträgermedium (Fluid) | Wasser-Glykol-Gemisch (25%) | |||||||
| Simulationszeitraum | 50 Jahre | |||||||
| Grenztemperatur Grundlast | Min. 1,5 °C Max. - | |||||||
| Grenztemperatur Spitzenlast | Min. -1,5 °C | Max. - |
6.3 Lösungsansatz
Unter Betrachtung der zur Verfügung stehenden Fläche und der dementsprechend durch den Auftraggeber/Bauherrn geplanten Erdwärmebohrungen werden unter Ansatz der übergebenen energetischen Kennwerte (Wärmeentzug und -eintrag) mehrere Simulationen durchgeführt. Das wesentliche Ziel ist es, die Abdeckung des Heizenergiebedarfs des Bauvorhabens zu überprüfen und die Anlage gegebenenfalls zu optimieren.
Für die unterschiedlichen Berechnungsgänge der Simulation mittels EED werden folgende Schritte ausgeführt: • Ermittlung der resultierenden Fluidtemperaturen unter Ansatz der energetischen Rand- bedingungen für ein am Standort mögliches Sondenfeld
Seite 8 von 10 Datum Bericht 21.05.2025 Geothermische Dimensionierung
Auftragsnummer Bauvorhaben 4789 Lebenshilfe e.V., Meißen
[Seite 9]
• Optimierung der Sondenkonfiguration unter Berücksichtigung der einzuhaltenden geneh- migungsrechtlichen Vorgaben und hinsichtlich einer nachhaltigen (ökologischen und öko- nomischen) Betriebsweise
7 Dimensionierungsergebnisse
7.1 Simulation
Im Ergebnis der Simulationen zeigt sich, dass ein Heizenergiebedarf von 123,5 MWh/a und ein Warmwasserbedarf von 41,2 MWh/a durch 11 Bohrungen à 125 m in einem Abstand von 7 m (s. Anlage 1) nachhaltig abgedeckt werden können. Hier wurde der Nenndurchsatz laut den Da- tenblättern der Wärmepumpen angesetzt, wobei sich eine turbulente Durchströmung der einzel- nen Erdwärmesonden ergibt.
Die im Modell angesetzte Sondenanordnung ist in nachstehender Abbildung dargestellt.
Abbildung 5: Abstrahierte Sondenkonfiguration im Berechnungsmodell.
14 C Min. bei Spitzenlast Max. bei Spitzenlast Grundlast ° n 12 i
r u t a 10 r e p m e 8 t le t t im 6 d iu lF 4 x a m 2
n im 0 e h c ilr -2 h ä J -4 0 5 10 15 20 25 30 35 40 45 50 Betriebsjahr
Abbildung 6: Entwicklung der Fluidmitteltemperatur (Mittelung aus Vor- und Rücklauf) über 50 Betriebsjahre. (11 x 125 m; 123,5 MWh/a Heizen und 41,2 MWh/a Warmwasserbereitung).
Seite 9 von 10 Datum Bericht 21.05.2025 Geothermische Dimensionierung
Auftragsnummer Bauvorhaben 4789 Lebenshilfe e.V., Meißen
[Seite 10]
Die Fluidtemperaturen sinken im Grundlastbetrieb nicht unter 1,5 °C und im Spitzenlastbetrieb nicht unter -1,5 °C, weshalb eine Wärmepumpe auch nach 50 Jahren Betrieb noch im optimalen Bereich arbeiten wird.
7.2 Anlagenplanung
Auf Grundlage der durchgeführten Dimensionierung des Erdwärmesondenfeldes und der vorab gesichteten Lagepläne (Außenanlagen, Gebäude) wird die weitere Anlagenplanung präzisiert. In Anlage 1 sind die Positionen der Bohransatzpunkte dargestellt. Der dafür benötigte Verteiler- schacht ist nach aktuellem Stand im Außengelände vorgesehen, wobei der Schachtzugang im Bereich einer Grünfläche gegeben ist. Der Anschluss mit jeweils einer Vor- und Rücklaufleitung zur Wärmepumpe in den Heiztechnikraum soll mithilfe einer Wanddurchführung im Kellerge- schoss (Kernbohrung, Dichtung) geschehen. Nach Errichtung der Erdwärmesonden und Herstellung der Leitungsanbindung wird das System mit einem 25 %igen Wasser-Glykol-Gemisch befüllt und die hydraulische Einregulierung jeder Einzelsonde durchgeführt.
8 Zusammenfassung
Der vorliegende Bericht enthält die Dimensionierung der Geothermieanlage basierend auf den am Standort durchgeführten Geothermischen Testarbeiten und den aktuellen haustechnischen Planungsgrößen.
Im Ergebnis der Berechnung ist festzuhalten, dass der jährliche Heizenergiebedarf von 123,5 MWh/a und der Warmwasserbedarf von 41,2 MWh/a am Standort durch 11 Erdwärme- sonden mit einer Tiefe von 125 m und einem Abstand von 7 m abgedeckt werden kann.
Im späteren Betrieb der Anlage sollten die Betriebsdaten der Wärmepumpe und verschiedene Parameter (z.B. Soletemperaturen, Wärmemenge, …) aufgezeichnet werden, um einen effektiven Anlagenbetrieb nachzuweisen und ggf. Optimierungsansätze herauszuarbeiten.
Sollten sich die angesetzten Auslegungsparameter in der weiteren Planungsphase oder im spä- teren Betrieb ändern, so ist die vorliegende Berechnung entsprechend anzupassen.
Freiberg, 21.05.2025
Nadine Pohl Tom Reinhardt Dipl.-Wirt.-Ing. (FH) M.Sc. Geowissenschaften Projektingenieurin Teamleiter
Seite 10 von 10 Datum Bericht 21.05.2025 Geothermische Dimensionierung
Auftragsnummer Bauvorhaben 4789 Lebenshilfe e.V., Meißen
[Seite 11]
[Seite 11: Text nur als Bild — nicht lesbar]
[Seite 13]
Anlage 2
Ein- und Ausgabedaten
der EED-Berechnung
Datum Bericht 21.05.2025 Geothermische Dimensionierung
Auftragsnummer Bauvorhaben 4789 Lebenshilfe e.V., Meißen
[Seite 14]
EED 4.20 - www.buildingphysics.com - license for geoenergie-konzept.de Eingabedatei:G:\01_Projekte\4501_5000\4789 Leitmeritzer Bogen Meißen\06_Dimensionierung\03 EED\4789 EED.dat Diese Ausgabedatei: 4789 EED.OUT Datum: 16.05.2025 Uhrzeit: 14:16:48
Anmerkungen zum Projekt []
DATEN KURZFASSUNG Kosten - Anzahl Bohrungen 11 Tiefe der Erdwärmesonde 125 m Erdwärmesondenlänge gesamt 1375 m
E I N G A B E D A T E N ( P L A N U N G )
UNTERGRUND
Wärmeleitfähigkeit des Erdreichs 4,2 W/(m·K) Spez. Wärmekapazität des Erdreichs 2,38 MJ/(m³·K) Mittl. Temperatur d. Erdoberfläche 11,8 °C Geothermischer Wärmefluss 0 W/m²
BOHRUNG UND ERDWÄRMESONDE
Sondenanordnung 156 ("11 : 9 x 2 U- configuration") Tiefe der Erdwärmesonde 125 m Abstand der Erdwärmesonden 7 m Sondentyp Doppel-U Bohrlochdurchmesser 152 mm U-Rohr, Außendurchmesser 32 mm U-Rohr, Wandstärke 3 mm U-Rohr, Wärmeleitfähigkeit 0,42 W/(m·K) U-Rohr, Mittenabstand d. U-Schenkel 60 mm Wärmeleitfähigkeit der Verfüllung 2 W/(m·K) Übergangswiderst. Rohr/Verfüllung 0 (m·K)/W
THERMISCHE WIDERSTÄNDE
Thermischer Bohrlochwiderstand wird berechnet Anzahl der Berechnungsstützpunkte 10 Interner Wärmeübergang zw. auf- und abwärts führenden Rohren berücksichtigt
WÄRMETRÄGERMEDIUM
Wärmeleitfähigkeit 0,46 W/(m·K) Spezifische Wärmekapazität 3835 J/(Kg·K) Dichte 1038 Kg/m³ Viskosität 0,004 Kg/(m·s) Gefrierpunkt -11 °C Umwälzmenge pro Bohrloch 0,48 l/s
GRUNDLAST
Jährlicher Warmwasserbedarf 41,2 MWh Jahresheizarbeit 123 MWh
[Seite 15]
Jahreskühlarbeit 0 MWh
Jahresarbeitszahl (WW) 3 Jahresarbeitszahl Heizen 4,5 Jahresarbeitszahl Kühlen 20
Monatliches Bedarfsprofil [MWh] Monat Wärmebedarf Kühlbedarf Erdseite 1 0,219 30,5 0 0 23,3 2 0,187 26,5 0 0 20,2 3 0,145 21,3 0 0 16,2 4 0,062 11,1 0 0 8,24 5 0,017 5,53 0 0 3,92 6 0,002 3,68 0 0 2,48 7 0 3,43 0 0 2,29 8 0 3,43 0 0 2,29 9 0,008 4,42 0 0 3,05 10 0,051 9,73 0 0 7,18 11 0,124 18,7 0 0 14,2 12 0,185 26,3 0 0 20,1
Gesamt 1 165 0 0 123
SPITZENLAST
Monatliche Spitzenlast [kW] Monat Spitzen-Heizlast Dauer Spitzen-Kühllast Dauer [h] 1 73,5 10 0 0 2 73,5 8 0 0 3 73,5 6 0 0 4 0 0 0 0 5 0 0 0 0 6 0 0 0 0 7 0 0 0 0 8 0 0 0 0 9 0 0 0 0 10 73,5 5 0 0 11 73,5 7 0 0 12 73,5 9 0 0
Dauer der Simulation (Jahre) 50 Monat der Inbetriebnahme 9
B E R E C H N E T E W E R T E
- Monthly calculation *
Erdwärmesondenlänge gesamt 1375 m
THERMISCHE WIDERSTÄNDE
Thermischer Widerstand intern 0,19 (m·K)/W
Reynoldszahl 3027 Therm. Widerstand Fluid/Rohr 0,0153 (m·K)/W Therm. Widerstand Rohrmaterial 0,07868 (m·K)/W Übergangswiderstand Rohr/Verfüllung 0 (m·K)/W
[Seite 16]
Thermischer Widerst.Fluid/Erdreich 0,08373 (m·K)/W
Effekt. therm. Bohrlochwiderstand 0,09111 (m·K)/W
SPEZIFISCHER WÄRMEENTZUGSLEISTUNG [W/m]
Monat Grundlast Spitzen-Heizlast Spitzen-Kühllast 1 23,2 41,6 0 2 20,2 41,6 0 3 16,2 41,6 0 4 8,21 0 0 5 3,9 0 0 6 2,47 0 0 7 2,28 0 0 8 2,28 0 0 9 3,04 0 0 10 7,16 41,6 0 11 14,1 41,6 0 12 20 41,6 0
GRUNDLAST: FLUID-MITTELTEMPERATUREN (zum Monatsende) [°C]
Jahr 1 2 5 10 50 1 11,8 5,69 4,34 3,48 1,97 2 11,8 6,13 4,84 3,99 2,49 3 11,8 6,91 5,66 4,83 3,33 4 11,8 8,7 7,49 6,67 5,18 5 11,8 9,77 8,6 7,79 6,31 6 11,8 10,2 9,06 8,27 6,79 7 11,8 10,3 9,21 8,42 6,96 8 11,8 10,4 9,28 8,5 7,05 9 11,1 10,2 9,16 8,39 6,94 10 10,1 9,25 8,23 7,47 6,03 11 8,31 7,56 6,57 5,82 4,39 12 6,72 6,03 5,06 4,33 2,9
GRUNDLAST: JAHR 50 Niedrigste Fluid-Mitteltemperatur1,97 °C zum Ende 1 Höchste Fluid-Mitteltemperatur7,05 °C zum Ende 8
SPITZENLAST HEIZEN: FLUID-MITTELTEMPERATUR (zum Monatsende) [°C]
Jahr 1 2 5 10 50 1 11,8 2,9 1,55 0,7 -0,82 2 11,8 2,97 1,68 0,84 -0,67 3 11,8 3,3 2,05 1,22 -0,28 4 11,8 8,7 7,49 6,67 5,18 5 11,8 9,77 8,6 7,79 6,31 6 11,8 10,2 9,06 8,27 6,79 7 11,8 10,3 9,21 8,42 6,96 8 11,8 10,4 9,28 8,5 7,05 9 11,1 10,2 9,16 8,39 6,94 10 5,29 4,48 3,46 2,7 1,26 11 4,33 3,58 2,59 1,84 0,41 12 3,49 2,8 1,83 1,09 -0,33
SPITZENLAST HEIZEN: JAHR 50 minimale Fluid-Mitteltemperatur-0,82 °C zum Ende 1 maximale Fluid-Mitteltemperatur7,05 °C zum Ende 8
[Seite 17]
SPITZENLAST KÜHLEN: FLUID-MITTELTEMPERATUR (zum Monatsende) [°C]
Jahr 1 2 5 10 50 1 11,8 5,69 4,34 3,48 1,97 2 11,8 6,13 4,84 3,99 2,49 3 11,8 6,91 5,66 4,83 3,33 4 11,8 8,7 7,49 6,67 5,18 5 11,8 9,77 8,6 7,79 6,31 6 11,8 10,2 9,06 8,27 6,79 7 11,8 10,3 9,21 8,42 6,96 8 11,8 10,4 9,28 8,5 7,05 9 11,1 10,2 9,16 8,39 6,94 10 10,1 9,25 8,23 7,47 6,03 11 8,31 7,56 6,57 5,82 4,39 12 6,72 6,03 5,06 4,33 2,9
SPITZENLAST KÜHLEN: JAHR 50 minimale Fluid-Mitteltemperatur1,97 °C zum Ende 1 maximale Fluid-Mitteltemperatur7,05 °C zum Ende 8