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SACHVERSTÄNDIGENBÜRO
FÜR URBANE VEGETATION
Ökologische Baubegleitung an fünf Stadtbahnhaltestellen
entlang der Bundesstraße B1 im Stadtgebiet Dortmund
ProjektNr.2210620-01
Bewässerungshinweise
–ErgänzendeStellungnahmezumaktuellenPlanungsstand(07/2025)–
SACHVERSTÄNDIGENBÜROFÜRURBANEVEGETATION
Dipl.-Biol.Dr.MarkusStreckenbach Büro:+49(0)23479463299 Mobil: +49(0)17622666559 USt-IdNr.: DE287696989 DirschauerStraße15(cid:1)44789Bochum Fax: +49(0)23495199028 E-Mail: info@urbanevegetation.de Web: urbanevegetation.de
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Auftraggeberin
TiefbauamtderStadtDortmund
-AbteilungStadtgrün-
Königswall14
44137Dortmund
Beauftragter
SachverständigenbürofürurbaneVegetation
Dipl.-Biol.Dr.MarkusStreckenbach
DirschauerStraße15
44789Bochum
Auftrag
ÖkologischeBaubegleitunganfünfStadtbahnhaltestellenvon
StadtbahnhaltestellenentlangderBundesstraßeB1imStadtgebietDortmund.
DieseStellungnahmebestehtausinsgesamt6SeitenundistausschließlichzumGebrauchderAuf-
traggeberinbestimmt.EineWeitergabeandritteStellenistzulässig,jedochnurinvollständigerForm,
d.h. ohne die Entnahme von Textpassagen oder Tabellen bzw. Abbildungen. Für dieses Dokument
geltendiegesetzlichenBestimmungendesUrheberrechts.EineVervielfältigungundVerbreitungdie-
serArbeitinjeglicherForm,vonTextteilendavonoderTabellenbzw.Abbildungenhieraus,bedürfen
desschriftlichenEinverständnissesdesVerfassers.
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Anlass
DieStadtDortmundplantdenUmbauvoninsgesamtfünfHaltestellenderStadtbahnlinieU47.Ziel
derMaßnahmenistdieHerstellungvonbarrierefreienBahnsteigen,diezumTeilimSchutzbereichvon
Bäumendurchgeführtwerdensollen.ImZugederPlanungenergabensichhierdurchUnsicherheiten
darüber,obundwiederangestrebteErhaltderGehölzerealisiertwerdenkann.
VordiesemHintergrundwurdeeineArbeitsgemeinschaftbestehendausdenSachverständigenFrau
Dr.KatharinaWeltecke(BadArolsen),HerrDr.JürgenKutscheidt(Tönisvorst)undHerrDr.MarkusStre-
ckenbach(Bochum)mitderbaumfachlichenBegleitungdesBauvorhabensbeauftragt.
VonApril2019bisApril2020wurdenhierzuandenHaltestellenKohlgartenstraße,Voßkuhle,Lübke-
straße,Max-Eyth-StraßeundStadtkroneOstUntersuchungendurchgeführt.DieErgebnissewurden
derAuftraggeberininFormvonGutachtenmitDatumvom28.April2020und3.Juni2020vorgelegt.
ImweiterenVerlaufhabensichhinzukommendAspekteergeben,diestellenweiseergänzendebaum-
fachlicheÜberprüfungendesVorhabensnotwendiggemachthaben.DieErgebnissewurdenzuletzt
mitGutachtendesUnterzeichnersvom11.April2025vorgelegt,indemdieErgebnisseauseinerSicht-
kontrollederBaumbeständeandeno.g.Haltestellendargestelltwurden.
ErgänzenddazuhabensichnunUnsicherheitendazuergeben,obundwiedieBewässerungvonin
dieHaltestelleStadtkroneOstintegriertenBäumensichergestelltwerdenkann.
ErkenntnisseausdembisherigenPlanungsstand
NachKenntnisdesUnterzeichnersistbishergeplant,unterandereminsgesamtfünfanderHaltestelle
StadtkroneOstimBereichdeszukünftigenBahnsteigsvorhandeneLindensozuerhalten,dassdas
BauwerküberdieStandortehinwegkonstruiertwird.DieErrichtungdesBahnsteigssollalso umdie " Bäumeherum\erfolgen,sodassdieLindenmitihrenStämmenimBahnsteigstehenundihreKronen
über das Dach des Bahnsteigs ragen. Hierdurch liegen, neben anderem, zwei konstruktive Ebenen
überdemWurzelraumderBäume,wasdenbisherigenEintragvonNiederschlagswasserverhindert.
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KonsequenzenfürdieweiterePlanungundUmsetzung
AufdiemiteinerÜberfüllungoderÜberdeckungderBaumstandorteeinhergehendenBeeinträchti-
gungen (Sauerstoffarmut und Trockenheit) wurde zurückliegend bereits hingewiesen. Unabhängig
davonergibtsich,bereitsallgemeinnachvollziehbar,dassBäume-wiealleLebewesen-Wasserzur
AufrechterhaltungihrerVitalfunktionenzwingendbenötigen.EntsprechendisteszuErhaltderLin-
denunabdingbar,dassihreBewässerungsichergestelltistunddieeingetragenenMengennichtwe-
sentlichunterjenenliegen,welchedortderzeitversickernkönnen.
InsbesondereimZusatzberichtvom11.August2023wurdeaufdieFunktionendergroßflächigenGit-
terrostkonstruktionenimzukünftigenBahnsteigandenBaumstandortenhingewiesen.DessenOber-
flächewird,gemäßdeszujenemZeitpunktaktuellenPlanungsstands,übermittigimBahnsteigein-
gelasseneRinneninRichtungjenerGitterroste(unddamitinRichtungderdarunterliegendenBaum-
standorte)entwässert.
DiesesKonzeptderZuführungdesNiederschlagswassersindenWurzelraumderBäumeistauchin
der Folge beibehalten worden (s. Ergänzungsbericht des Unterzeichners vom 8. September 2024).
Danach müsste die Dachfläche der Haltestelle in die Rinnen des Bahnsteigs entwässern und diese
wiederuminRichtungderGitterrosteandenBaumstandorten.ImGegensatzzueinemgroßflächigen
Eintrag der Niederschläge in den Wurzelraum der Linden (aktueller Zustand), ergibt sich durch die
KanalisierungaucheineerhöhteDurch-undAbflussgeschwindigkeitdeszugeführtenRegenwassers.
BedenkenbestehennunhinsichtlicheinermöglichenUnterspülungdesBahnsteigs.Umdieszuver-
hindernmüsstedieKanalisierungderNiederschlägebreitergefächerterfolgen-alsonichtnurinei-
nemHauptkanal-und/oderesmüsstederAblaufdesNiederschlagswassersgedrosseltwerden.
DieNachfragebeieinemderführendenHerstellervonEntwässerungssystemenhatergeben,dasses
fürdenAuslasseinerentsprechendenLeitungkeinedaranmontierbareOptiongibt,sodassdasWas-
servondortausinmehrereAbzweigeverteiltwürde.Dessenungeachtetwürdensolche(inderNenn-
weitekleinerdimensionierte)AbzweigedieAbflussgeschwindigkeitdesdarinfließendenWassersbei
Starkregenereignissenweitererhöhen.DiesführtzuderÜberlegung,dasseinsolcherWasserzustrom
wahrscheinlichbesseranmehrerenStellenzubrechenwäre.
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SolcheBrechungsbarrierendürfenjedochnichtzukleinteiligausgeführtwerden,dadiesinsbeson-
deredurchdenFruchtfallbeiLindenansonstenzuVerstopfungenführenwürde.Danachmüsstealso
zumindestderAbflussdesDachwassersbarrierefreiinFallrohreerfolgenkönnen.EineweitereMög-
lichkeitergibtsichdanachindenEntwässerungsrinnendesBahnsteigs.IndiesekönntenHindernis-
se(z.B.Schroppen)eingesetztwerden,diezueinerDrosselungderAbflussgeschwindigkeitführen.
DieswürdesowohleinewiederkehrendeReinigungdieserRinnennachsichziehenalsauchdieMög-
lichkeit nicht ausschließen, dass sich bei Starkregenereignissen Wasser aufgrund einer temporären
ÜberstauungaufdemBahnsteigansammelt.
EineDrosselungderAbflussgeschwindigkeitkönntedarüberhinausdadurcherfolgen,dassdieFall-
rohredenNiederschlagvomDachdesBahnsteigsinmehrereRinnen(anstellenureinerzentralenRin-
ne)abgeben.DieswürdediesichwomöglichamAuslassdieserRinnenergebendeAbflusssituation
zumindestmildernhelfen(DrosselungderAbflussgeschwindigkeit).
Wieobendargestellt,lässtsichderAuslasstechnischnichtverzweigenundeswirddavonausgegan-
gen,dassdieEntwässerungderRinne(n)z.B.überdaranangeschlosseneflexibleDrainrohrezumWur-
zelraumderBäumeerfolgensoll.IndieseFallsolltendieDrainrohredemWurzelraumjeweilsstamm-
nahringförmigaufliegen.ZurStabilisierungkönntensiemiteinemgrobenKiesleichtaufgefülltwer-
den.DerAbstanddererstenWindungeinessolchenRingeszurStammaußenkantesollteetwa50cm
betragenunddiefolgende(n)Windung(en)mindestensetwa5-10cmAbstandzueinanderhaben.
DieEndendieser”Drainage-Ringe”könntendannjeweilsmiteinerKiespackungumgebenwerden,so-
dassdortwomöglichherauslaufendesWasserinseinerAbflussgeschwindigkeitdadurchgedrosselt
würde.KiesauflagenaufdemWurzelraumderBäumedürfendenGasaustauschdesBodensjedoch
nicht so stark beeinträchtigen, dass die Wurzeln anschließend aufgrund von Sauerstoffmangel ab-
sterben.Eswäredaherdaraufzuachten,dassdorteingesetzteKiesefreivonNullkornanteilen,nicht
verdichtungswillig(alsonichtstarkgebrochen)sindundsiedenWurzelraumnurpunktuellbedecken.
FürdenweiterenvitalenundverkehrssicherenErhaltderhierinFragestehendenfünfLindenistesele-
mentar,dassihnendasNiederschlagswassermöglichstflächigzugeführtwird.Einestarkfokussierte
ZuleitungwirdzueinemAbsterbenvonWurzelnindauerhafttrockenenBodenbereichenführen.
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Aus den bisherigen Voruntersuchungen ist bekannt, dass sich im Mittelstreifen auf einer Tiefe von
etwa-30bis-40cmeinemassivePacklagebefindet.DerHauptwurzelraumderLindenbefindetsich
entsprechendindenBodenschichtendarüberunddasRisikoderAusspülungderPacklagewird,im
GegensatzzudiesemRisikobeieinemnormalgelagertenBoden,wesentlichgeringereingeschätzt.
Aus Sicht des Unterzeichners sollte auch daher eine möglichst großflächige Verteilung des Nieder-
schlagswassersandiesemStandortangestrebtwerden.Hierfürkanndarübernachgedachtwerden
dieAnzahldervondenFallrohrenabgehendenRinnenimBahnsteigzuerhöhen,womitsichsowohl
dieAbflussgeschwindigkeitdrosselnalsauchdieAnzahlderAus-bzw.Abflussstellennachunten,zum
WurzelraumderLinden,steigernließe.
ErneutistaufdieimBerichtvom11.August2023gegebenenHinweisedesUnterzeichnersaufwo-
möglich (d.h. von der Witterung abhängige) zusätzliche Bewässerungsgänge hinzuweisen. Sollten
diehierinFragestehendenBäumenachdemUmbaudesBahnsteigesbeispielsweisefrühzeitigdas
Laubabwerfen,wäredieseinsehrkonkretesIndizdafür,dassdieindenWurzelraumeingetragenen
NiederschlagswassermengenindenFolgejahrenerhöhtbzw.ergänztwerdenmüssten.
SolltedieBewässerungderLindennichtsichergestelltwerdenkönnen,würdeihrWurzelraumkon-
struktionsbedingtalsotrockenfallenmüssen,wäredasVorhabenmiteinemErhaltdieserBäumenicht
vereinbar.
Bochum,28.Juli2025
Dr.MarkusStreckenbach SACHVERSTÄNDIGENBÜROFÜRURBANEVEGETATION
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