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Feuerwehrtechnische und feuerwehrtaktische Beschreibung
Spezial Lösch- und Bergungsfahrzeuges
- FEUERWEHRTECHNISCHE BESCHREIBUNG
1.1 Fahrgestell und Mobilität
Fahrzeugtyp: Geländegängiges Einsatzfahrzeug (GEF) Kategorie: Spezialfahrzeug für schwieriges, unwegsames Gelände
Technische Kerndaten:
• Länge: max. 7 000 mm, zur Unterbringung auf einem Stellplatz in der Fahrzeughalle der Feuerwehr nach DIN EN 1846-1
• Breite: max. 2.500 mm (ohne Außenspiegel)
• Höhe: max. 3.300 mm
• Wattiefe: min 1.200 mm
• Antriebskonzept: Automatisiertes Schaltgetriebe, Allradantrieb (4x4) mit zuschaltbarer Geländeuntersetzung (ausklappbares Kupplungspedal für Fahrten im extremen Gelände)
• Steigfähigkeit: min 35 Grad
• Rampenwinkel: min 30 Grad
• Wendekreis: < 17 m
• Böschungswinkel: vorne/hinten optimiert für Geländegängigkeit (min 35 Grad)
• Hitzebeständigkeit: Alle betriebsrelevanten Leitungen müssen gegen Hitze und mechanische Beschädigungen geschützt sein und bei einer Temperatur von mindestens plus 130 Grad Celsius mindestens 10 Minuten lang voll funktionsfähig bleiben.
• Reifenausstattung: geländegängige Singlebereifung – spurgleiche Singlebereifung / Notlauffähig bei plötzlichem Luftverlust
• Fahrerkabine: Doppelkabine RAL 3000
• Elektrik: Nach Verfügbarkeit LED, ansonsten Halogen
• Anbautechnik: Aufnahme, Hydraulik, Elektronik und Bedienfeld für Geröll-Räum-Schild und Kehrwalze bzw. Frontwinde
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1.2 Aufbau und Beladung
Löschwasserbehälter: aus glasfaserverstärktem Kunstsoff mind. 2.200 Liter, max. 3.000 Liter
Fahrerhaus:
• fahrerhausintegrierter Mannschaftsraum,
Laderaum:
• Kofferaufbau in selbsttragender Aluminium-Bauweise ohne stabilitätstragende Innenverstrebungen, hoch eigenstabil, geschraubt, Inneneinbau horizontal und vertikal verstellbar
Aufbaudach: • selbstarretierende Aufstiegsleiter zum Dach am Heck rechts montiert, im abgeklappten Zustand ergonomisch geneigt, im angeklappten Zustand darf die Aufstiegsleiter den hinteren Böschungswinkel nicht reduzieren
• Dach vollständig begehbar, verschleißfeste Antirutschbeschichtung, Lauffläche mit Rutschhemmung min. R11
• Revisionsöffnungen für die Löschmitteltanks
1.3 Feuerwehrtechnische Ausstattung
Allgemeine Ausrüstung:
• Einbauten für Funktechnik
• Feuerlöschkreiselpumpe mit automatischer Pumpenregulierung
• Pneumatisch fernbedienter Druckabgang auf dem Aufbaudach
• Halterungen für die Aufnahme von Geräten
• Seilwinde vorne (mit Selbstrettungsfunktion)
• Beladung gemäß Lastenheft (z.B. Warnkleidung, Schläuche, Strahlrohre, Waldbrandrucksäcke u.s.w.)
- FEUERWEHRTAKTISCHE BESCHREIBUNG
2.1 Einsatzgrundsatz
Das GEF ist als taktische Ergänzung zu konventionellen Löschfahrzeugen konzipiert und ermöglicht:
• Zubringung von Löschwasser Material bei unwegsamen Einsatzstellen in schwierigem Gelände
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• Unterstützung bei Hochwasserlagen
• Beseitigung von Geröll und Verschmutzungen nach Hochwasser- und Starkniederschlagsereignissen
• Transporte von Sandsäcken für Bevölkerungsschutz
• Einsatz bei Bahnunfällen
Wichtig: Das Fahrzeug ersetzt nicht Tanklöschfahrzeuge oder Löschgruppenfahrzeuge, sondern dient der logistischen Unterstützung der verschiedenen Einsatzszenarien.
2.2 Einsatzschwerpunkt Waldbrand
Taktische Vorteile/Verwendung:
• Durchfahrt durch Wasserdurchlässe und Furten
• Wasser- und Materialversorgung zu vorgeschobenen Einsatzabschnitten
• Transport von Waser, Pumpen, Schläuchen, Tragkraftspritzen, Wasserbehältern und Verpflegung
2.3 Einsatzschwerpunkt Hochwasser
Taktische Vorteile:
• Watfähigkeit ermöglicht Zugang zu überfluteten Bereichen – bis 1,20 m
• Transport von Pumpen und Sandsäcken
• Geröllschild ermöglicht die Beseitigung von Sperren und Hindernissen
• Unabhängigkeit von befestigten Wegen
Taktische Verwendung:
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Befahren überfluteter Bereiche zur Lagebeurteilung
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Transport von Sicherungsmaterial
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Verbringen von Pumpen an unzugängliche Stellen
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Geröllbeseitigung zum wieder befahrbar machen von Wegen
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Reinigung von Hochwasserrückständen auf befestigten Wegen
2.4 Weitere taktische Einsatzmöglichkeiten
• Wiesen-, Feld-, Böschungsbrände
• Bergearbeiten, Sturmschäden
• Material- und Gerätetransport bei Großschadenslagen
• Einsätze in abgelegenen Gebieten
2.5 Besatzung und Einbindung
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Besatzung: 1/3 (Fahrzeugführer + Maschinist)
- FAZIT
Das beschriebene geländegängige Einsatzfahrzeug schließt die taktische Lücke zwischen konventionellen Feuerwehrfahrzeugen und extremen Einsatzlagen. Die Kombination aus:
✓ Hoher Watfähigkeit (1.200 mm) ✓ Geröllschild ✓ Löschwassertank ✓ Geländegängigkeit
ermöglicht Einsätze, die mit Standardfahrzeugen nicht realisierbar sind. Besonders bei Waldbränden und Hochwasser stellt es einen erheblichen taktischen Mehrwert dar.