Steckbrief
Rückbauvorhaben
Berlin, den 23.07.2026
Abb. 1: Grundstück Landsberger Allee/Danziger Straße
digitales Orthophoto
© Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen (2021)
Schadstoffsanierung und Rückbau Bestandsgebäude
Landsberger Allee 77, 10249 Berlin-Friedrichshain
Kurzbeschreibung / Projektgeschichte
Abb. 2: Bebauungsplan 2-43 (Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg)
Lage / Eckdaten
Lage: Landsberger Allee süd-östliche Straßenseite zwischen Langenbeckstraße
und Danziger Straße in 10249 Berlin (ehemaliges Sport- und Erholungszentrum)
Grundstück: Größe ca. 30.000 m²
Flur: 4
Flurstück: 5123, 5124, 5126, 5127, 5128
BGF Bestand: ca. 45.000 m²
Umbauter Raum: ca. 200.000 m³
Bebauung: Hauptgebäude bestehend aus drei Bauteilen, 5 Geschosse und Untergeschoss
Brückengebäude, 3 Geschosse und Untergeschoss
Freiflächen: Eisbahn, Fundamente von ehemaliger Gründerzeitbebauung, Zaunanlagen, Versiegelte Flächen mittels Asphalt, Pflastersteinen etc.
Ausführung: Schadstoffsanierung und Rückbau 03/2027-10/2028 (ink. Baustelleneinrichtung, etc.)
Abb. 3: Flächen der WBM rot umrandet (© Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen)
Einführung
Das Land Berlin, vertreten durch die BIM Berlin Immobilien Management GmbH übernahm im Okotber 2024 das Areals des ehemaligen Sport- und Erholungszentrums (SEZ) an der Landsberger Allee, Ecke Danziger Straße.
Die Teile des Areals, die im Bebauungsplan als allgemeines Wohngebiet (WA1, WA2, WA3) und als urbanes Gebiet (MU1, MU2) festgesetzt sind, wurden zum 01.01.2025 an die Wohnungsbaugesellschaft Berlin-Mitte mbH (WBM) übertragen.
Chronik
Auf dem früheren Neuen Hain wurde 1951 das Karl‐Friedrich‐Friesen‐Stadion als öffentliches
Schwimmbad und internationale Wettkampfstätte eröffnet. Der Sportplatz Virchowstraße wurde zeitgleich errichtet. Die südlich und östlich angrenzende ursprüngliche Mietshausbebauung wurde zwischen 1956 und 1966 abgerissen und durch industriell gefertigte Wohnungsneubauten, abgerückt von den historischen Straßenfluchten bzw. orthogonal dazu verlaufend ergänzt. Die wenigen Gebäude an der Langenbeckstraße, die nach dem Krieg noch erhalten geblieben waren, wurden für den Neubau des im März 1981 eröffneten Sport‐ und Erholungszentrums (SEZ) beräumt.
Das multifunktionale Bauensemble gliedert sich in drei voneinander abgesetzte Baukörper und Funktionsbereiche, die am Kreuzungsbereich Landsberger Allee / Danziger Straße winkelförmig angeordnet sind. Des Weiteren gibt es ein Funktionsgebäude welches in der Flucht der Langenbeckstraße in Richtung Volkspark Friedrichhain steht. Bestandteil der Anlage waren auch angrenzende Flächen des Neuen Hains. Nach der Wende wurde das SEZ durch das Land Berlin übernommen. Aus hygienischen Gründen wurden ab 1991 Teile des SEZ geschlossen und der Betrieb Ende 2002 schließlich eingestellt.
Im Jahr 2003 wurde das SEZ an einen privaten Investor veräußert und temporär mit verschiedensten Nutzungen betrieben. Nach einem langjährigen Rechtsstreit mit dem privaten Investor befand sich das Objekt seit dem 01.10.2024 im Besitz der Berliner Immobilien Management GmbH (BIM) und wurde zum 01.01.2025 auf die WBM übertragen.
Untersuchungen, Gutachten, Abfragen
Folgende Untersuchungen und Gutachten wurden bereits erstellt:
- Baumkataster (2017)
- Aktualisiertes Baumkataster (2025)
- Artenschutzgutachten (2017)
- Aktualisiertes Artenschutzgutachten (2025)
- Geotechnischer Bericht (nicht unter dem Bestandsgebäude) 2025
- Vorläufiges Schadstoffgutachten (2025)
- Einzelne Bereiche im Keller sind noch nicht beprobt
- Voruntersuchung für ein Bauteilkataster (2025)
- Statische Untersuchungen der Bestandsgebäude (2025, 2026)
Folgende Untersuchungen und Gutachten befinden sich derzeit in der Erstellung:
- Schadstoffgutachten für einzelne Bereiche im Keller (voraussichtlich Sommer 2026)
Folgende Abfragen wurden bereits gestellt und liegen dem AG vor:
- Leitungsabfragen (2024 und 2026)
- Kampfmittelabfrage (2024)
- Denkmalschutz (2024)
- Baulasten (2024)
- Altlasten (2024)
- Abfragen beim Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg, bei der Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt und bei der Sonderabfallgesellschaft Brandenburg/Berlin mbH nach Schadstoffen und weiteren relevanten Themen (2025-2026)
- Abfragen beim Landesarchiv Berlin, Bauaktenkammer Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg nach Plänen (2025)
Auftragsgegenstand/ Losaufteilung
Der AG sucht für das Projekt ein Unternehmen, welches die Schadstoffsanierung und den Rückbau des gesamten Gebäudekomplexes samt Außenanlagen durchführt. Vertiefende Informationen folgen in der 2. Stufe der Ausschreibung.
Die ausgeschriebenen Leistungen werden in zwei Lose aufgeteilt. Angebote können für ein Los oder aber für beide Lose abgegeben werden. Der Auftraggeber behält sich vor, die Vergabe losweise an unterschiedliche Auftragnehmer oder gemeinsam an einen Auftragnehmer vorzunehmen.
Die Leistungen gliedern sich wie folgt:
Los 1
- Stufe 1: Schadstoffsanierung und Rückbau des Brückengebäudes
- Stufe 2: Räumung und Schadstoffsanierung der Bauteile 1 und 3 des ehemaligen SEZ
- Stufe 3: Rückbau der Bauteile 1 und 3 des ehemaligen SEZ mit Ausnahme der gesondert zu bearbeitenden Untergeschossbereiche
- Stufe 4: Rückbau der gesondert zu bearbeitenden Untergeschossbereich der Bauteile 1 und 3 des ehemaligen SEZ einschließlich erforderlicher Verbaumaßnahmen
Los 2
- Stufe 1: Räumung und Schadstoffsanierung des Bauteils 2 des ehemaligen SEZ
- Stufe 2: Rückbau des Bauteils 2 des ehemaligen SEZ mit Ausnahme des Untergeschosses (UG)
- Stufe 3: Rückbau des Untergeschosses (UG) des Bauteils 2 des ehemaligen SEZ
Die Beauftragung erfolgt stufenweise. Zunächst wird jeweils nur die erste Leistungsstufe beauftragt. Der Auftraggeber behält sich vor, weitere Leistungsstufen ganz oder teilweise zu übertragen. Ein Anspruch des Auftragnehmers auf die Beauftragung weiterer Leistungsstufen besteht nicht. Aus der Nichtbeauftragung weiterer Leistungsstufen können keine zusätzlichen Vergütungs-, Schadensersatz- oder sonstigen Ansprüche hergeleitet werden.
Vorgehensweise der Ausschreibung
Die Vergabe erfolgt im Rahmen einer europaweiten Ausschreibung (VOB/A - EU).
Art der Vergabe soll ein nicht offenes Verfahren in Verbindung mit einem Teilnahmewettbewerb sein (§3 VOB/A - EU, Ziff. 2). Der Teilnahmewettbewerb ist ein zweistufiges Verfahren. Zunächst wird in der Stufe 1 mittels Veröffentlichung eine unbeschränkte Anzahl von Unternehmen zur Abgabe von Teilnahmeanträgen aufgefordert. Vom AG werden vorher Eignungsvoraussetzungen festgelegt, anhand derer die Teilnahmeanträge von den Bietern/ Bewerbern einschließlich der Eignungsnachweise formuliert werden können und anhand derer gleichzeitig die Auswahl der für die Stufe 2 des Verfahrens vorgesehenen Bieter/ Bewerber nach „transparenten, objektiven und nichtdiskriminierenden Eignungskriterien“ (§3 VOB/A - EU, Ziff. 2) erfolgt. Die Mindestzahl der Bieter/ Bewerber, die für die Stufe 2 des Verfahrens ausgewählt werden, ist anzugeben, hier fünf Bieter (Bewerber).
In der 2. Stufe werden die ausgewählten Bieter/ Bewerber zur Abgabe eines Preisangebotes auf der Grundlage von Leistungsbeschreibung mit Leistungsverzeichnis gem. § 7 VOB/A aufgefordert. Gleichzeitig mit der Aufforderung zur Abgabe des verpreisten LV werden die Bieter/ Bewerber aufgefordert, die zu erwartende Qualität der Leistung durch schriftliche Ausarbeitungen im Hinblick auf Terminplanung, Personaleinsatzplanung sowie auf die Konzeption der Schadstoffentfernungs- Abbruch- und Entsorgungsleistungen nachzuweisen.
Den Zuschlag soll derjenige Bieter/ Bewerber erhalten, der nach Gewichtung der Kriterien die meisten Wertungspunkte erhält.
Bereits ausgeführte Leistungen
Folgende Leistungen wurden bereits auf dem Grudnstück durchgeführt bzw. befinden sich in der Umsetzung:
- Rückbau von drei Holzhütten im Außenraum
- Rückbau Phase 1
- Rückbau Außenschwimmbecken und verfüllen
- Rückbau rund 40 m² Fassade
- Rückbau rund 200 m² Dach
- Rückbau Phase 2
- Oberirdsicher Rückbau der Schwimmhalle in Richtung Volkspark Friedrichshain (Bauteil II)
- Sicherung von 4 Stützen
- Herrstellung Baustellenzufahrt über die Langenbeckstraße
- Entsorgung eines bereits beschädigten und geöffneten Batterieraum
- Herrstellung einer CEF Konstruktion für Vogelnistkästen
- Fällung von nicht schützenswerten Bäumen
Ergänzende Hinweise des Auftraggebers
Vertraulichkeit
Nach Zuschlagserteilung hat der Bestbieter eine Verschwiegenheitserklärung zu unterzeichnen. Ab diesem Zeitpunkt verpflichtet sich der Auftragnehmer, über den dargestellten Prozess sowie sämtliche daraus entstehenden Ergebnisse vollumfänglich Stillschweigen zu bewahren. Äußerungen oder Weitergaben von Informationen an Dritte – einschließlich behördlicher Anfragen – sind ausschließlich nach vorheriger Abstimmung mit dem Auftraggeber und nur zulässig, sofern etwaig einzubindende Dritte ihrerseits eine entsprechende Vertraulichkeitsvereinbarung unterzeichnet haben.