Anlage 3_Abschlussbericht_Sanierungsmanagement 2024.PDF

Sanierungsmanagement für Heven-Ost und Crengeldanz

Extrahierter Dokumenttext · Stand: 20.10.2026, 09:52 (Europe/Berlin)

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Witten Energiequartier Universitätsstadt an der Ruhr Heven*Ost/Crengeldanz

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Abschlussbericht Dezember 2021 - November 2024

Energiequartier Heven-Ost/Crengeldanz

Auftraggeberin

Witten

Universitätsstadt an der Ruhr

Auftragnehmerin

Innovation City Management GmbH

Gleiwitzer Platz 3

46236 Bottrop

Tel.: 02041 / 723 06 50

www.icm.de

Zuwendungsgeber

KfW-Bankengruppe

November 2024

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Inhalt

  1. Einführung.6

  2. Das Energiequartier Heven-Ost/Crengeldanz.7

  3. Ziele und Angebote des Sanierungsmanagements.11

3.1 Aufgabenbereiche und Leistungsbausteine des Sanierungsmanagements.14

3.2 Das Quartiersbüro.17

  1. Aktivierungsmaßnahmen.18

4.1 Gesamtübersicht der Aktivierungsmaßnahmen.21

4.2 Auswertung der Aktivierungsmaßnahmen.29

4.3 Zeit- und Maßnahmenplanung.36

  1. Controlling.39

  2. Bilanzierung.44

6.1 Bilanzierungsmethodik.44

6.2 Evaluation der Energieberatung.47

6.3 Evaluation weiterer Umsetzungen durch Akteure im Quartier.48

6.4 Ergebnisse der Energie- und Emissionsbilanz.49

6.5 Abgleich der Potenzial- und Zielgrößen des IEQK.51

  1. Fazit und Ausblick.59

  2. Anhang.61

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Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Prozentuale Verteilung der Baualtersklassen (Integriertes Energetisches Quartierskonzept Witten Heven-Ost/Crengeldanz 2019: 59).10

Abbildung 2: Szenario: Entwicklung der THG-Emissionen (Integriertes Energetisches Quartierskonzept Witten Heven-Ost/Crengeldanz 2019: 91).13

Abbildung 3: Quartiersbüro Sprockhöveler Straße 28.17

Abbildung 4: Aktivierungsmaßnahme zur Neueröffnung des Quartiersbüros.18

Abbildung 5: Anmeldungen Themenabende.29

Abbildung 6: Auftaktveranstaltung des Energiequartiers am 07.04.2022.30

Abbildung 7: Anmeldungen Stadtteilspaziergänge.31

Abbildung 8: Stand auf dem Nachbarschaftsfest Heven-Ost (ICM).32

Abbildung 9: Durchführung der Eisblockwette auf dem Eselsmarkt.33

Abbildung 10: Thermografie-Aufnahmen im WDR erklärt (Screenshot ICM: WDR Aktuelle Stunde vom 12.03.2023).34

Abbildung 11: Infostand Sparkasse Heven (ICM).34

Abbildung 12: Maßnahmenplanung 1/2022.36

Abbildung 13: Maßnahmenplanung 2/2022.37

Abbildung 14: Maßnahmenplanung 1/2023.37

Abbildung 15: Maßnahmenplanung 2/2023.38

Abbildung 16: Maßnahmenplanung 1/2024.38

Abbildung 17: Kontaktaufnahmen pro Monat.39

Abbildung 18: Eigentümer*innenstruktur.40

Abbildung 19: Aktivierungswege.41

Abbildung 20: Beratungsinteressen Prozentual.42

Abbildung 21: Beratungsinteressen nach Anzahl.42

Abbildung 22: Untersuchte Gebäudetypen im Sanierungsmanagement.43

Abbildung 23: Emissionsfaktoren gemäß IEQK (BISKO 2019).47

Abbildung 24: Aufteilung der umgesetzten Maßnahmen.48

Abbildung 25: Darstellung der THG-Emissionen und Energiebezüge vorher und nach umgesetzten Maßnahmen.49

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Abbildung 26: Der Durchschnittliche Emissionsfaktor der Ratsuchenden im Quartier im Vergleich zu den Emissionsfaktoren der Energieträger.50

Abbildung 27: Einsparungen im Quartier durch tatsächlich umgesetzte Sanierungsmaßnahmen.50

Abbildung 28: Aufteilung der quantifizierbaren Einsparungen auf die einzelnen Maßnahmen.51

Abbildung 29: Annahmen zur Potenzialbewertung aus dem IEQK (vgl. IEQK, S.88).52

Abbildung 30: Vergleich der Einsparungen zwischen IEQK (Konzept), Beratungspotenzial und der Umsetzung durch das Sanierungsmanagement.53

Abbildung 31: Türanhänger Außen.61

Abbildung 32: Türanhänger Innen.61

Abbildung 33: Plakat Kampagne Mobilität und Photovoltaik.62

Abbildung 34: Einladung Kampagne Heizungsmodernisierung Seite 1.62

Abbildung 35: Einladung Kampagne Heizungsmodernisierung Seite 2.63

Abbildung 36: Zufriedenheit mit der Energieberatung vor Ort.63

Abbildung 37: Gründe für ausbleibende Sanierung.64

Abbildung 38: Wünsche an Aktionen im Energiequartier.64

Abbildung 39: Zu welchem Thema sind mehr Informationen gewünscht?.65

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1. Einführung

Das vorliegende Dokument dient als Abschlussbericht für das Projekt „Energiequartier Heven-

Ost/Crengeldanz“ (im weiteren Energiequartier HOC genannt), welches im Rahmen des KfW

432 Programms durchgeführt wurde. Es gibt einen umfassenden Überblick über Entwicklung,

Umsetzung und Ergebnisse des Projekts zur Förderung von nachhaltiger Stadtentwicklung

und Energieeffizienz.

Im Zuge des „InnovationCity roll out“ wurde für die Stadt Witten ein Integriertes Energetisches

Quartierskonzept (IEQK) nach dem Vorbild des Projekts „InnovationCity Ruhr | Modellstadt

Bottrop“ erstellt. Bei dem Pilotprojekt gab es die Zielsetzung, den CO2-Ausstoß im Pilotgebiet

um 50% zu reduzieren. Das Sanierungsmanagement konnte durch verschiedenste Maßnah¬

men die Vorgabe erfüllen. In das Projekt Energiequartier HOC flossen daher die Erkenntnisse

und Erfahrungen des erfolgreichen Bottroper Projekts mit ein. Die im Modellprojekt entwickel¬

ten Maßnahmen und Aktionen bildeten die Grundlage des Sanierungsmanagements in Witten

und gaben somit die Struktur der Arbeitsprozesse vor.

Die InnovationCity Management GmbH (ICM) wurde mit der Umsetzung des Sanierungsma¬

nagements beauftragt. Das Projekt startete im Dezember 2021 mit einer Laufzeit von drei Jah¬

ren. Das Quartiersbüro an der Sprockhöveler Straße 28, in welchem auch das Quartiersma¬

nagement Heven-Ost/Crengeldanz untergebracht ist, bildete dabei die zentrale Anlaufstelle für

alle Bürgerinnen und Bürger im Quartier.

Der vorliegende Endbericht erläutert die Tätigkeiten des Sanierungsmanagements für den ge¬

samten Projektzeitraum vom 01.12.2021 bis 30.11.2024. Dabei werden das Vorgehen und die

entsprechenden Arbeitsbausteine des Sanierungsmanagements fokussiert und erläutert. Die

CO2-Bilanzierung bildet einen wesentlichen Inhalt und damit die Grundlage für die Berichter¬

stattung, um die Treibhausemissionen der Akteure im Projektgebiet zu beziffern. Anhand die¬

ser Grundlage werden der CO2-Ausstoß, der Primär- und Endenergiebedarf und eine Moder¬

nisierungsquote abgeschätzt. Darüber hinaus sollen die verschiedenen Aktivierungsmaßnah¬

men vorgestellt werden.

Der vorliegende Bericht beginnt mit den Charakteristika des Quartiers und Angaben zum Ge¬

bäudebestand. Dabei spielen die Ist-Zustände bei Projektbeginn eine große Rolle. Im dritten

Kapitel werden zunächst Ziele und Angebote des Sanierungsmanagements vorgestellt. Das

Unterkapitel 3.1 befasst sich dabei dezidiert mit den Aufgabenbereichen und Leistungsbau¬

steinen des Sanierungsmanagements. Das vierte Kapitel behandelt dann Aktivierungsma߬

nahmen. Im Konzept geplante Aktivierungsmaßnahmen werden hierbei den tatsächlich statt¬

gefundenen gegenübergestellt. Ein statistischer Teil folgt im fünften und sechsten Kapitel. Hier

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wird zunächst das Controlling beziehungsweise die Beratungszahlen dargestellt. In der Fol¬

genden Bilanzierung zeigen die Zahlen die Sanierungsquote und die Reduzierung des CO2-

Ausstoßes auf. Der Abschlussbericht schließt mit einem Fazit und Ausblick.

Bereits im Rahmen des Integrierten Klimaschutzkonzepts (IKSK) von 2013 hat die Stadt Witten

mit den Maßnahmen „Erstellung quartiersbezogener Energiekonzepte“ und „Quartiersbezo¬

gene Beratungsaktionen“ die Relevanz des Themas Energieeffizienz im Quartierskontext ver¬

deutlicht. Mit der Erstellung des IEQK (2019), der positiven Antragsstellung für die Kfw-Förde-

rung (2020) sowie der Aufnahme des Projektes in die Nachhaltigkeitsstrategie der Stadt Witten

(2021) wurde der weitere Weg für das Energiequartier HOC geebnet. Aktuell wird die Fort¬

schreibung des IKSK erarbeitet.

2. Das Energiequartier Heven-Ost/Crengeldanz

Die Initiierung des Projekts „InnovationCity Ruhr Modellstadt Bottrop“ bildet den Ausgangs¬

punkt für die Schaffung eines Energiequartiers in der Stadt Witten. Das 2010 ins Leben geru¬

fene Bottroper Projekt hatte zum Ziel, die CO2-Emissionen der Gesamtstadt innerhalb von

zehn Jahren um 50 % zu reduzieren. Die Erfahrungen und Erfolge des Projekts sollten mit

dem roll out-Prozess an 20 weitere Kommunen im Ruhrgebiet weitergegeben werden. Die

Stadt Witten nahm erfolgreich am roll out-Prozess teil und wurde 2016 durch eine Fachjury

ausgewählt, auf Quartiersebene ein vergleichbares Projekt, wenn auch mit kürzerer Laufzeit,

umzusetzen. Für den Bereich Heven-Ost/Crengeldanz wurde auf dieser Grundlage ein IEQK

erstellt. Das Konzept bildete die Grundlage für die Umsetzungsphase des KfW-432-geförder-

ten Sanierungsmanagements, welches durch die Zusammenarbeit der Stadt Witten und der

ICM umgesetzt wurde und quartiersspezifische Strategien zur energetischen Sanierung ver¬

folgte. Ziel war es, eine langfristige Aufwertung des Quartiers zu erreichen, den Gebäudebe¬

stand energetisch zu modernisieren und dadurch eine Reduktion der CO2-Emissionen zu er¬

zielen. Im Dezember 2021 startete das Sanierungsmanagement mit der Vorbereitungsphase.

Die Umsetzung des Projekts erfolgte über drei Jahre.

Auf der nachfolgenden Seite ist die Quartiersabgrenzung kartografisch dargestellt. Die Karte

versteht beide Teilquartiere als Einheit und nimmt keine Unterteilung in Heven-Ost und Cren¬

geldanz vor, wodurch sich ein zusammenhängendes Energiequartier ergibt.

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Energiequartier Heven-Ost/Crengeldanz

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Ausgangslage

Das Energiequartier HOC erstreckt sich über Teilbereiche der Stadtteile Witten-Mitte und Wit¬

ten-Heven und umfasst ca. 13.713 Einwohnerinnen in 1.849 Gebäuden. Aufgrund seiner

Größe wurde das Projektgebiet in zwei Teilquartiere eingeteilt: Heven-Ost und Crengeldanz.

Bei näherer Betrachtung zeigt sich, dass die Wohnquartiere einen städtebaulichen und sozia¬

len Zusammenhang aufweisen. Der Neubaubestand ist gering, nahezu der gesamte Woh¬

nungsbestand stammt aus den 50er- und 60er-Jahren oder der Wiederaufbauzeit. Während

im Teilquartier Heven-Ost die Mehrfamilien- und Reihenhausbebauung die Gebäudestruktur

dominiert, wird das Teilquartier Crengeldanz von großen Industriebetrieben und einer Vielzahl

gewerblich genutzter Gebäude geprägt. Das gesamte Projektgebiet hat aufgrund der genann¬

ten Faktoren einen hohen Energieverbrauch und Sanierungsrückstand aufgewiesen.

Energieverbrauch im Quartier

Zur Erstellung einer Energie- und Treibhausgasbilanz für das Quartier wurden im IEQK ver¬

schiedene Parameter untersucht. Die Betrachtung der Energieinfrastruktur verdeutlichte, dass

in der Wärmeversorgung der Heizträger Erdgas dominierte. Punktuell kamen Nachtspeicher¬

und Ölheizungen zum Einsatz und vereinzelt konnten bereits 2016 Wärmepumpen und Block¬

heizkraftwerke identifiziert werden. Im Bilanzjahr 2016 wurde für das Quartier (ausgenommen

des im Quartier befindlichen Edelstahlwerks) ein Endenergieverbrauch von 197.000 MWh/a

berechnet. In der genauen Betrachtung der Energieträger wurde deutlich, dass 38,7 % auf

Strom (Netz) und 45,8 % auf Erdgas entfielen. Knapp 5 % wurden durch Heizöl abgedeckt.

Damit lagen andere Energieträger wie Photovoltaik, Holz oder auch Kohle bei etwa 10 %. Die

Stromerzeugung des Quartiers wurde lediglich zu 1,3 % von regenerativer Solarenergie abge¬

deckt. Die Berechnung der aus den Endenergieverbräuchen resultierenden Treibhaus¬

gasemissionen belief sich im Jahr 2016 auf ca. 77.500 t CO2eq/a. Auf den Sektor Wohnen

entfielen ca. 27.900 t CO2eq/a (36 %) der Emissionen, während der Wirtschaftssektor für

49.300 t CO2eq/a (64 %) der Emissionen verantwortlich war.1

Gebäudebestand

Das Energiequartier umfasst 1.849 Gebäude. Ausschlaggebend für die Notwendigkeit eines

Sanierungsmanagements waren unteranderem die Baualtersklassen des Gebäudebestands.

Die prozentuale Verteilung der Baualtersklassen in Abbildung 1 veranschaulicht, dass 95 %

der Gebäude des Energiequartiers vor der ersten Wärmeschutzverordnung 1977 errichtet

1 Integriertes Energetisches QuartierskonzeptWitten Heven-Ost/Crengeldanz 2019: 53-57. 9

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wurden. Daraus ließ sich im IEQK schlussfolgern, dass nur etwa 5 % des Bestands den ge¬

setzlichen Mindestanforderungen an einen Wärmeschutzstandard entsprechen müssen.

1--!-VWSV-(497-7)

1 000

„ vor 1918 1919- 1949- 1969- 1984- ab 2010 CERTEC 1948 1968 1983 2009

Abbildung 1: Prozentuale Verteilung der Baualtersklassen (Integriertes Energetisches Quartierskonzept Witten He- ven-Osl/Crengeldanz 2019: 59)

Der dominierende Gebäudetyp des Energiequartiers sind Mehrfamilienhäuser mit einem Anteil

von 46 %. Etwa 30 % des Bestands sind Reihenhäuser und 13 % Einfamilienhäuser. Nicht¬

wohngebäude und Gebäude mit Mischnutzung machen 11 % aus.2 Besonders große und

energieintensive Gewerbe- und Industriebetriebe ist ein Edelstahlwerk, die DB-Netz AG und

ein Betrieb zur Glasherstellung.

2 Integriertes Energetisches Quartierskonzept Witten Heven-Ost/Crengeldanz 2019: 58. 10

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3. Ziele und Angebote des Sanierungsmanagements

Mit dem Sanierungsmanagement im Energiequartier HOC wurde eine Umsetzungsbegleitung

der im IEQK festgelegten Zielen initiiert. Das IEQK identifizierte die Potenziale in den folgen¬

den Bereichen3:

Sanierung des Wohngebäudebestands

Energieeffizienz im Bereich Nichtwohnen

Energieeffizienz durch Heizungsmodernisierungen

  • Aufbau von Wärmenetzen

Nutzung von erneuerbaren Energien

Nutzung von Kraft-Wärme-Kopplung

Stromeinsparung in privaten Haushalten

Sanierung des Wohngebäudebestands

Unter der Sanierung des Wohngebäudebestands wird die Verbesserung der Wärmeisolierung

der Gebäudehülle (inkl. Außenwänden, Fenster, Dach und Keller) zusammengefasst. Mit ver¬

besserter Wärmeisolierung sinkt der Energiebedarf in Form von Wärme und daraus folgt ein

geringerer Treibhausgas-Ausstoß (THG-Ausstoß). Für das Energiequartier wird im Quartiers¬

konzept angenommen, dass die Sanierungsrate auf 3,0 % im Jahr gesteigert werden kann.

Für einen Umsetzungszeitraum von fünf Jahren wurde auf Basis dieser Sanierungsrate eine

mögliche Reduzierung der THG-Emissionen um ca. 1.100 t CO2eq/a festgestellt.

Energieeffizienz im Bereich Nichtwohnen

Etwa 55 % der im Quartier verbrauchten Energie entfällt auf den Bereich Nichtwohnen und

setzt sich aus dem Energiebedarf für Heizenergie und Strom zusammen. Durch mögliche

Energieeffizienzsteigerung im Bereich Nichtwohnen gibt das Quartierskonzept ein Einsparpo¬

tenzial von 1.900 t CO2eq/a an.

Energieeffizienz durch Heizungsmodernisierungen

Das Quartierskonzept von 2019 versteht unter dem Begriff Heizungsmodernisierung den Aus¬

tausch eines alten Heizkessels gegen einen Brennwertkessel und die Optimierung der Hei¬

zungsanlage. Ein verbessertes Heizungssystem führt zu einer effizienteren Nutzung des

Brennstoffs und zu niedrigeren THG-Emissionen. Das Quartierskonzept berechnete ein Ein¬

sparpotenzial von 430 t CO2eq/a für den Umsetzungszeitraum von fünf Jahren, wenn in allen

3 Integriertes Energetisches Quartierskonzept Witten Heven-Ost/Crengeldanz 2019: 73 ff. 11

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Gebäuden, in denen der Heizungskessel älter als 20 Jahre ist, ein Austausch des Heizkessels

durchgeführt wird.

Aufbau von Wärmenetzen

Zum Zeitpunkt der Erstellung des Quartierskonzepts existierten keine Wärmenetze im Quar¬

tier. Das theoretische Potenzial wurde aufgrund der hohen Wärmedichten im Quartier als hoch

erachtet. Da die Realisierung eines Wärmenetzes jedoch von vielen Faktoren abhängig ist

(Wärmebedarfe, Abnehmer*innen etc.), wurden im Konzept keine potenziellen THG-Einspa-

rungen angegeben.

Nutzung von erneuerbaren Energien

Die Nutzung erneuerbarer Energien bedeutete für das Energiequartier den Einsatz von Pho-

tovoltaik, Solarthermie, Biomasse oder Umweltwärme. Die Installation von 40 zusätzlichen

Photovoltaikanlagen zur Stromerzeugung, welche einer Verdoppelung der bestehenden Anla¬

gen entspricht, barg laut Konzept ein Potenzial zur THG-Einsparung von 73 t CO2eq/a. Der

Einsatz von fünf Solarthermie-Anlagen zur Trinkwassererwärmung und Unterstützung von

Wasserheizungen wurde mit einem Einsparpotenzial von 20 t CO2eq/a bewertet. Gleiches gilt

für den Einsatz von Biomasse als alternativen Energieträger zu Gas oder Heizöl. Die Umstel¬

lung von Heizungsanlagen auf Wärmepumpen wurde im Konzept für fünf Gebäude als realis¬

tisch erachtet und eine THG-Einsparung von etwa 7 t CO2eq/a prognostiziert.

Nutzung von Kraft-Wärme-Kopplung

Mithilfe von Kraft-Wärme-Kopplung wird gleichzeitig Strom und Wärme aus mechanischer

Energie gewonnen. Als Energieträger können neben Erdgas auch Biomasse oder Brennstoff¬

zellen eingesetzt werden. Für eine fünfjährige Umsetzungsphase sah das Quartierskonzept

die Installation von sechs Blockheizkraftwerken vor, durch welche sich ein Einsparpotenzial

von 50 t CO2eq/a ergab.

Stromeinsparung in privaten Haushalten

Das Quartierskonzept stellte 2019 einen Strombedarf von 11.800 MWh/a fest. Durch den Ein¬

satz effizienter Haushaltsgeräte wurde ein Einsparpotenzial von etwa 7,5 % (knapp 900

MWh/a) und 540 t CO2eq/a in einer Projektlaufzeit von fünf Jahren berechnet.

Entwicklung der THG-Emissionen

Das Quartierskonzept sah diverse Maßnahmen vor, um die THG-Minderungsziele zu errei¬

chen. Auf Grundlage einer prognostizierten Projektlaufzeit von fünf Jahren wurde eine

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Reduktion der Quartiersemissionen um 4.2001 CO2eq/a, also von 77.5001 CO2eq/a auf 72.200

t CO2eq/a errechnet, was einer Minderung um etwa 5,4 % entspricht.

Abbildung 2: Szenario: Entwicklung der THG-Emissionen, Status Quo = 2O16.(lntegriertes Energetisches Quar¬ tierskonzept Witten Heven-Ost/Crengeldanz 2019: 55 und 91)

Zielgruppen des Sanierungsmanagements

Im Energiequartier HOC bestanden vier zentrale Zielgruppen, die durch die Beratungen des

Sanierungsmanagements zu den oben genannten Zielen und Maßnahmen informiert und mo¬

tiviert werden sollten: Privateigentümer*innen, Gewerbetreibende, die Wohnungswirtschaft

und Mieterinnen. Im Rahmen des Aktivierungskonzepts waren unterschiedliche Strategien

zur Ansprache dieser Zielgruppen vorgesehen, um auf die zielgruppenspezifischen Motivatio¬

nen einzugehen. Junge Familien und Neuerwerber boten ein anderes Potenzial als Eigentü¬

merinnen im Rentenalter ohne Kinder. Die variierende Investitionsbereitschaft aufgrund von

Amortisationszeiten galt es in den Beratungen zu berücksichtigen. Eine grundsätzliche Tren¬

nung der Zielgruppen erfolgte jedoch vor allem zwischen Eigentümerinnen und Mieterinnen.

Insbesondere bei Mieterinnen galt es, die Vorteile des Stromsparens zu erläutern und Wege

aufzuzeigen, die Vermieterinnen auf die Wichtigkeit von Sanierungs- und Modernisierungs¬

maßnahmen aufmerksam zu machen.

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3.1 Aufgabenbereiche und Leistungsbausteine des Sanierungsmanagements

Die wesentlichen Aufgaben des Sanierungsmanagements umfassten folgende Inhalte:

Projektsteuerung

  • Aktivierung der relevanten Zielgruppen

Energie- und Fördermittelberatung für Gebäudeeigentümerinnen zur energetischen

Gebäudemodernisierung und Effizienzmaßnahmen

  • Ansprache und Vernetzung von Schlüsselakteurinnen

Kommunikation zwischen Bürgerschaft, der Stadt und den Kooperationspartnerinnen

Information und Beratung der Quartiersbewohnerinnen zur Energieeinsparung

  • Allgemeine Öffentlichkeits- und Kommunikationsmaßnahmen, administrative Tätigkei¬

ten und das Projektcontrolling

Die Aufgabenbereiche des Sanierungsmanagements lassen sich in vier Leistungsbausteine

einteilen, die im Folgenden genauer ausgeführt werden.

Projektmanagement

Das Projektmanagement des Sanierungsmanagements im Energiequartier HOC war der zent¬

rale Baustein bei der Planung, Steuerung und Durchführung verschiedenster Maßnahmen. Die

Gesamtkoordination des Sanierungsmanagements erfolgte durch die Sanierungsmanagerin /

den Sanierungsmanager der ICM in direkter Abstimmung mit der Stadt Witten. In regelmäßi¬

gem Turnus wurden Steuerungsrunden durchgeführt, an denen Mitarbeiterinnen der Stadt¬

verwaltung aus dem Planungsamt, der Koordinierungsstelle Stadterneuerung und Klimaschutz

und dem zentralen Zuschussmanagement teilnahmen. Die Steuerungsrunde diente als Sta¬

tus-Update über das Projekt und wurde gleichzeitig genutzt, um strategische Entscheidungen

gemeinsam zu diskutieren. Das Sanierungsmanagement strebte eine enge Kooperation mit

dem bereits im Quartier ansässigen Quartiersmanagement an. Um die Synergien zwischen

Sanierungsmanagement und Quartiersmanagement möglich zu machen, fand etwa alle zwei

Monate ein Jour fixe mit dem Quartiersmanagement, Mitarbeiterinnen des Planungsamtes

und des zentralen Zuschussmanagements und dem Team des Sanierungsmanagements statt.

In den ersten anderthalb Projektjahren haben zusätzlich die Quartiersarchitektinnen teilge¬

nommen, die mit der Durchführung des Hof- und Fassadenprogramms beauftragt waren.

Im Rahmen des Projektmanagements wurden die durchgeführten Aktivierungsmaßnahmen

konzipiert. Dazu zählten unter anderem die Kontaktaufnahme und das Einbeziehen externer

Akteurinnen als Multiplikatorinnen oder fachliche Expertinnen. Demnach fiel auch die Netz¬

werkarbeit in die Zuständigkeit des Projektmanagements. Dies galt sowohl auf organisatori¬

scher Ebene als auch zwischen Bürgerinnen des Quartiers.

14

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Öffentlichkeitsarbeit und Marketing

Ein wesentlicher Bestandteil des Projekts war die Öffentlichkeitsarbeit. Als zentrales Element

zur Information der Quartiersbewohner*innen über die Angebote des Sanierungsmanage¬

ments war dieser Leistungsbaustein eng mit den Inhalten des Projektmanagements verzahnt.

Er bildete die Schnittstelle zwischen den Bereichen der Bürger*innenaktivierung und Informa¬

tionsvermittlung und sorgte für eine aktive Beteiligung der Quartiersbewohner*innen am Erfolg

des Projekts.

Die erste Aufgabe der Öffentlichkeitsarbeit war die Etablierung des Sanierungsmanagements

und der Marke Energiequartier HOC. Über verschiedene Kommunikationskanäle, wie die

Webseite, den E-Mailverteiler, Printprodukte und personalisierte Anschreiben konnte über die

Leistungen des Sanierungsmanagements informiert werden. Im Laufe des Projekts entstan¬

den zahlreiche Pressemitteilungen, Social-Media- und Radiobeiträge und auch das WDR-

Fernsehen berichtete über die Möglichkeiten der energetischen Beratung im Wittener Ener¬

giequartier. Das Marketing des Energiequartiers erfolgte über Produkte, wie Stifte, Blöcke oder

Meterstäbe, die in den individuellen Beratungsgesprächen oder auf Veranstaltungen verteilt

wurden.

Aktivierung

Der Leistungsbaustein Aktivierung beschreibt den Kern des Projekts. Unter die Aktivierung

fallen alle Angebote und Formate, die das Sanierungsmanagement den Bürgerinnen des

Energiequartiers gemacht hat. Hierunterfielen die Durchführung von Themenabenden, Stadt¬

teilspaziergängen, Quartiersfesten, Bürger*innenversammlungen, Wettbewerben und Infor¬

mationsständen im Quartier (siehe dazu Tabelle 2). Eng verknüpft mit der Öffentlichkeitsarbeit

wurden für die jeweiligen Formate Einladungen, zusätzliches Informationsmaterial und Wer¬

beplakate erstellt, um möglichst viele Personen auf die Angebote aufmerksam zu machen. Die

genaue Ausgestaltung und der Erfolg der Aktivierungsmaßnahmen werden in Kapitel 4 be¬

schrieben.

Energieerstberatung und Controlling

Ein weiterer Schwerpunkt der Arbeit im Energiequartier HOC liegt in der Energie- und Förder¬

mittelberatung für private und gewerbliche Eigentümerinnen. Die sogenannte Beratungskette

besteht aus der Fördermittelberatung durch die Sanierungsmanagerin / den Sanierungsmana¬

ger und die individuelle technische Sanierungsberatung durch einen Energieberater an der

jeweiligen Immobilie selbst. Die Beratung für private Immobilieneigentümerinnen in zwei

Schritten ermöglichte es, die individuellen Sanierungsmöglichkeiten und eventuelle Förderun¬

gen der Sanierungsmaßnahmen detailliert abzuklären, um eine Umsetzung der

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vorgeschlagenen Maßnahmen konkreter werden zu lassen. Die Beratung der gewerblich ge¬

nutzten Immobilien erfolgte unabhängig von der Beratungskette und fand ohne Vorab-Bera-

tung durch die Sanierungsmanagerin / den Sanierungsmanager direkt im Unternehmen statt.

Das Projektcontrolling war ein wichtiger Bestandteil, um die Leistungen des Sanierungsmana¬

gements zu erfassen und ihren Erfolg auswerten zu können. Insbesondere in Hinblick auf die

Erstellung der CO2-Bilanzierung für diesen Abschlussbericht war ein ordentliches Controlling

der Sanierungsberatungen notwendig. Eine genaue Beschreibung des Controllings und seine

Auswertung erfolgt in Kapitel 5.

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3.2 Das Quartiersbüro

Das Quartiersbüro, in welchem das Sanierungs- aber auch das Quartiersmanagement unter¬

gebracht sind, befindet sich an der Sprockhöveler Straße 28 und hat eine zentrale Lage inner¬

halb des Quartiers, wodurch die Erreichbarkeit aus den Teilquartieren Heven-Ost und Cren¬

geldanz gewährleistet wurde. Das Quartiersbüro bestand schon vor der Einführung des Sa¬

nierungsmanagements. Die Hauptnutzung besteht durch das Quartiersmanagement Heven-

Ost/Crengeldanz, welches unabhängig vom Projektende des Energiequartiers seine Arbeit

fortführen wird. Das Quartiersbüro verfügte über zwei Büroräume und einen Besprechungs¬

raum, welcher dem Sanierungsmanagements als Beratungs- und Veranstaltungsraum zur

Verfügung stand.

Die Sprechstunde des Sanierungsmanagements hat immer donnerstags von 10:00 bis 12:00

Uhr und von 14:00 bis 17:00 Uhr stattgefunden. Die Energieberatungstermine an der Immobilie

wurden individuell festgelegt.

Abbildung 3: Quartiersbüro Sprockhöveler Straße 28

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4. Aktivierungsmaßnahmen

Das Energiequartier HOC machte in seiner dreijährigen Laufzeit ein breites Angebot an Akti¬

vierungsmaßnahmen, um die Bürgerinnen für die Wichtigkeit der energetischen Sanierung

und damit der Einsparung von CO2-Emissionen im Quartier zu sensibilisieren. In diesem Ka¬

pitel werden die durchgeführten Aktvierungsmaßnahmen zunächst nach Kategorien aufgeführt

und anschließend anhand einer tabellarischen Übersicht detaillierter dargestellt.

Abbildung 4: Aktivierungsmaßnahme zur Neueröffnung des Quartiersbüros

Auftaktveranstaltung

Die Durchführung eines Informationsabends am 07. April 2022 bildete die Auftaktveranstaltung

zum Projektstart. In der Auftaktveranstaltung wurde das Beratungsangebot vorgestellt, an¬

schließend informierte ein Energieberater der ICM in einem Fachvortrag zur Dämmung von

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Gebäuden. Der Informationsabend fand in der St. Franziskus Gemeinde in Witten-Heven statt

und wurde von ca. 25 Personen besucht.

(Online-)Themenabende

Themenabende sind eine wichtige Aktivierungsmaßnahme, um möglichst viele Personen

gleichzeitig zu einer Thematik zu informieren und ihre Rückfragen beantworten zu können.

Während der Projektlaufzeit haben insgesamt 13 Themenabende stattgefunden. Die Themen¬

abende haben sowohl in Präsenz im Quartier als auch online stattgefunden, um insbesondere

der Zielgruppe der Eigentümerinnen, die nicht im Quartier wohnen oder eingeschränkt mobil

sind, die Möglichkeit zur Teilnahme geben zu können. Die folgenden Kampagnen, welche

Themenabende und Werbemaßnahmen einschließen, sollen dabei besonders hervorgehoben

werden:

Kampagne Photovoltaik 2022: Information und Aktivierung von Privateigentümerinnen und

Mieterinnen in zwei Fachvorträgen und Bewerbung durch die Presse, den Newsletter des

Quartiersmanagements und die Webseite. In einem Grundlagenvertrag zu Photovoltaik refe¬

rierte ein Energieberater der ICM. Der zweite Themenabend mit dem Schwerpunkt auf Steuern

und Finanzierung wurde in Zusammenarbeit mit dem Bundesverband Solarwirtschaft durch¬

geführt.

Kampagne Sanierung 2022: Aktivierung von Privateigentümerinnen und Mieterinnen in drei

Fachvorträgen und Bewerbung durch Einladungsflyer. Zu den drei Themen gehörten Dach-

und Fassadenbegrünung (in Zusammenarbeit mit dem Bundesverband für Gebäudegrün), mo¬

derne Heiztechnik (mit den Stadtwerken Witten) und Energiesparen im Winter.

Kampagne Mobilität und Photovoltaik 2023: Information und Aktivierung von Privateigentü¬

merinnen und Mieterinnen in zwei Fachvorträgen und Bewerbung durch Einladungsflyer. Der

Online-Themenabend E-Mobilität wurde in Kooperation mit der Verbraucherzentrale NRW

durchgeführt.

Kampagne Heizungsmodernisierung 2023: Information und Aktivierung von Privateigentü¬

merinnen und Mieterinnen in drei Fachvorträgen und Bewerbung durch Einladungsflyer. Der

erste Themenabend befasste sich thematisch mit der Novellierung des Gebäudeenergiege¬

setzes. Ein zweiter Themenabend wurde in Kooperation mit einem externen Energieberater

durchgeführt und diskutierte den Einsatz von Wärmepumpen und anderen innovativen Heiz¬

geräten. Der dritte Themenabend widmete sich in besonderem Maße der Zielgruppe der Mie¬

terinnen und informierte zu Tipps rund um die Heizkostenabrechnung und die CO2-Steuer.

Sommerkampagne 2024: In Vorbereitung auf die Eisblockwette im Energiequartier wurde ein

Themenabend zum Thema Gebäudedämmung durchgeführt. Unter erneuter Kooperation mit

19

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dem Bundesverband Solarwirtschaft wurde in einer weiteren Veranstaltung das Thema Pho-

tovoltaik und Steuern aufgegriffen. Die Veranstaltungsreihe wurde mit Türanhängern als Ein¬

ladungsflyer beworben, welche quartiersweit verteilt wurden.

Präsenz auf Veranstaltungen und im Quartier

Die Präsenz auf quartiers- und auch stadtweiten Veranstaltungen konnte dem Energiequartier

zu größerer Bekanntheit verhelfen. Zu den stadtweiten Veranstaltungen gehörten ein Infostand

auf dem Klimamarkt 2022 und ein Infostand auf dem Nachhaltigkeitsforum 2023. Jährlich wur¬

den in den Sommerferien Infostände an der Sparkasse Heven aufgestellt und Passant*innen

auf die Angebote des Energiequartiers HOC aufmerksam gemacht. Hinzu kamen zwei Teil¬

nahmen an den Versammlungen einer Wohnungseigentümergemeinschaft des Quartiers und

beim Verband Wohneigentum in den Jahren 2022 und 2023. Das Team des Sanierungsma¬

nagements hat ebenso an den vom Quartiersmanagement organisierten Stadtteilfesten Cren¬

geldanz und Heven-Ost in den Jahren 2023 und 2024 teilgenommen und Aktivierungs- bzw.

Sensibilisierungsarbeit für Kinder und Erwachsenegeleistet. In der dreijährigen Projektlaufzeit

wurden kontinuierlich Projekt- und Werbeflyer, Einladungen zu Veranstaltungen im Quartier

und saisonale Werbegrüße verteilt.

Stadtteilspaziergänge

Im Rahmen von zwei Stadtteilspaziergängen konnten die Bewohnerinnen Praxisbeispiele für

Sanierungsmaßnahmen in ihrer Nachbarschaft kennenlernen und in einen niederschwelligen

Informationsaustausch mit anderen Bürgerinnen treten. Dies ist insbesondere deswegen her¬

vorzuheben, weil es sich von den sonstigen Informationsveranstaltungen insofern abhebt, da

hier der Dialog von Bürgerinnen zu Bürgerinnen im Mittelpunkt steht und nicht die Informati¬

onsvermittlung von Expertinnen zu Bürgerinnen. 2023 wurde ein Fassadenspaziergang in

Kooperation mit dem Quartiersmanagement HOC und eine WATT-Wanderung (Solarspazier¬

gang) in Kooperation mit der Koordinierungsstelle Stadterneuerung und Klimaschutz der Stadt

Witten durchgeführt.

Wettbewerbe

Um die Attraktivität der angebotenen Energieberatungen zu steigern, wurden vom Energie¬

quartier drei Wettbewerbe veranstaltet, die den Teilnehmenden einen Gewinn versprachen.

Ziel war hierbei auch, die Bekanntheit des Angebots des Energiequartiers zu erhöhen. 2023

wurde zur Thermo-Tombola aufgerufen, bei welcher die Gewinnerinnen Thermografiebe-

richte ihrer Immobilien erhalten haben. Anfang 2024 fand die Energieausweis-Tombola statt,

in welcher sich Eigentümerinnen zu Energieausweisen informieren konnten und nach ihrer

Beratung im Lostopf für ein Balkonkraftwerk berücksichtigt wurden. Im Sommer 2024 wurde

20

[Seite 21]

die Eisblockwette durchgeführt, die das Quartier über den Nutzen von Gebäudedämmung zu

allen Jahreszeiten aufklären sollte. Verlost wurden Freibadgutscheine und Karten für das Aus¬

flugsschiff MS Schwalbe.

Quartiersumfragen

Im zweiten Projektjahr wurde eine Zufriedenheitsumfrage eingeführt, die alle Personen adres¬

sierte, die bereits eine Leistung (Beratung/Veranstaltung) des Energiequartiers in Anspruch

genommen haben. In der Umfrage wurde die Zufriedenheit mit der Beratungsleistung sowie

eine Abfrage von Wünschen für die künftigen Veranstaltungen und weiteren Angebote des

Sanierungsmanagements durchgeführt.

Im letzten Quartal des Projekts begann die Nacherfassung der Daten der beratenen Eigentü¬

merinnen durch die Projektleitung. Zunächst wurde über ein Online-Formular nach dem Um¬

setzungsstand von energetischen Sanierungsmaßnahmen gefragt. Da nur ein geringer Anteil

der Beratungsempfängerinnen die Fragen online beantwortete, wurde zusätzlich im Rahmen

einer telefonischen Umfrage der Umsetzungsstand sowie Hindernisse in der Realisierung von

Sanierungsmaßnahmen besprochen. Die erhobenen Daten bilden die Grundlage für die in Ka¬

pitel 6 beschriebene Bilanzierung.

Gewerbeberatung

Als neue Zielgruppe wurden im zweiten Projektjahr die Eigentümerinnen gewerblicher Immo¬

bilien aktiviert. Im März 2023 wurde durch ein Anschreiben im Namen des Bürgermeisters der

Auftakt des Beratungsangebots beworben. Knapp anderthalb Jahre später wurde im August

2024 ein zweites Anschreiben durch die Wirtschaftsförderung der Stadt Witten versendet. Die¬

ses zweite Anschreiben adressierte die Betriebe, mit denen eine Kontaktaufnahme durch das

erste Anschreiben nicht gelang.

4.1 Gesamtübersicht der Aktivierungsmaßnahmen

Alle durchgeführten Aktivierungsmaßnahmen innerhalb des Berichtzeitraums sind in der Ta¬

belle 1 chronologisch dargestellt. Die Übersicht beinhaltet das Datum, die Maßnahme, die

Zielgruppe, die Beteiligten, die Bewerbung und die Resonanz der Maßnahme. Außerdem wird

sie den Maßnahmenkürzeln aus dem IEQK zugeordnet. Um die Verknüpfung zum IEQK her¬

zustellen, befindet sich anschließend an die Übersicht der Aktivierungsmaßnahmen der Um¬

setzungsfahrplan, in welchem ebenfalls markiert wurde, welche Handlungsfelder in den jewei¬

ligen Projektjahren bearbeitet wurden.

21

[Seite 22]

[Zoitraum /I ■ Reso-J 1 Konzept-1 Maßnahme/Inhalt ■ Zielgruppe ■ IBewerbungl ^paturr]^ InanzJ Iverweisl " STARTPHASE: Entwicklung der Marke "Energiequartier Heven-Ost/Crengeldanz" & Aufbau Beratungsangebot

E ntwicklung der Marke „Energiequartier Witten- ■ Projektvorbe-j H OC“ und Aufbau Beratungsangebot im reitung: A S tadte rneuerungsbüro ■ Dezember ■ * Entwicklung Corporate Design und Quartierslogo A 2021 1 * Projektflyer Sanierungsmanagement AK-01 Ibis März 2022J * Einrichtung der Projektwebseite

  • Weitere Marketingprodukte (z. B. Roll-Up, Eigentümerinnen K undenstopper, BeachFlag, Counter, Notizblock, Mieterinnen ICM K ugelschreiber) Vermieterinnen Stadt Witten

Pressegespräch im Stadterneuerungsbüro zur Bekanntmachung des Angebotes des ■■ Sanierungsmanagements (Start Beratung ab dem ^yOffizieller^H 31.03.2022) ■ Projektstart: ■ AK-01 I 24.03.2022 ■ —> mit Stadtbaurat Herr Rommelfanger, Frau Eigentümerinnen ICM Rodenbusch, Frau Fehren, Herr Drescher Vermieterinnen Stadt Witten (Geschäftführung ICM), Herr Wüller und Herr Spies Bewohnerinnen Pressevertre¬ (Vorstellung SanMan) Akteure terinnen

►

Aktivierung {

Eigentümerinnen Pressemitteilung: Heven-Ost/Crengeldanz wird Vermieterinnen AK-01 Wittens erstes Energiequartier Bewohnerinnen ICM Akteure Stadt Witten WAZ

Versand Anschreiben Privateigentümerinnen (postalisch) —> inkl. Projektflyer Sanierungsmanagement 806 AK-01 —»inkl. Einladung zur Auftaktveranstaltung (Flyer Eigentümerinnen ICM postalisches Anschrei¬ Auftaktveranst.) Vermieterinnen Stadt Witten Anschreiben ben Versand Anschreiben Akteure & Multiplikatoren (digital) Akteure und —> inkl. Projektflyer Sanierungsmanagement Multiplikatoren vgl. AK-01 —»inkl. Einladung zur Auftaktveranstaltung (Flyer (Quartier und ICM Mail mit digitalem Akteurs¬ Auftaktveranst.) stadtweit) Stadt Witten Anschreiben liste Start der Beratungsphase ab April 2022

Auftaktveranstaltung -^Vorstellung des Angebotes des SanMans (Nikolai Spies) AK-01 —> Fachvotrag Dämmung: "Vom Keller bis zum Dach" Eigentümerinnen ca. 25 Teil¬ durch Markus Wohlgemuth (Energieberater) Vermieterinnen ICM nehmende Frühlingsgruß ca. 200 —> Flyer zur Bewerbung des Beratungsangebots Eigentümerinnen verteilte AK-01 —»Wildblumensamen als Geschenk Mieterinnen ICM Flyer Flyer Infostand auf dem Klimamarkt Eigentümerinnen -^Vorstellung des Angebots des Mieterinnen Vernet¬ AK-01 Sanierungsmanagements Vermieterinnen ICM zungs¬ —> Kurzberatung an Ort und Stelle Vernetzung Akteure Stadt Witten PM arbeit Werbemittel Notizblock und Kugelschreiber Eigentümerinnen —> Herausgabe in der Beratung für das Notieren von Mieterinnen AK-01 Informationen Vermieterinnen ICM

Be ratungsm appe jab August V —»Herausgabe in der Beratung an der Immobilie bisher ca. AK-01 A 2022 1 —> enthält Fördermittelinformationen, Flyer und ggf. Eigentümerinnen 25 Mappen Notizblock und Kugelschreiber Vermieterinnen ICM verteilt

22

[Seite 23]

<

Themenblock Photovoltaik

Eigentümerinnen AK-01 Pressemitteilung: Onlineveranstaltung zum Thema Vermieterinnen ICM AK-07 Photovoltaik am 2. Juni Bewohnerinnen Stadt Witten Witten Aktuell TM-10 Eigentümerinnen AK-01 Pressemitteilung: Rechnet sich die Solarenergie? Vermieterinnen ICM AK-07 Bewohnerinnen Stadt Witten WAZ TM-10

Themenabend PV Allgemein AK-01 —► Angebot des Sanierungsmanagements AK-07 —►Fachvortrag durch Markus Wohlgemuth Eigentümerinnen ICM PM, Newsletter 27 Teil¬ TM-10 (Energieberater) Mieterinnen Stadt Witten QM, Homepage nehmende ICM AK-01 Pressemitteilung: Lohnt sich eine Photovoltaik- Stadt Witten AK-07 Anlage für mich? Thomas TM-10 Eigentümerinnen Seltmann Witten Aktuell

Themenabend PV und Steuern -^Angebot des Sanierungsmanagements ICM AK-01 —► Fachvortrag durch Thomas Seltmann (Referent Stadt Witten AK-07 Solartechnik und Speicher beim Bundesverband Thomas PM, Newsletter 16 Teil¬ TM-10 Solarwirtschaft (BSW)) Eigentümerinnen Seltmann QM, Homepage nehmende Zeitraum j ■ ReSO-T VKonzeptJ Maßnahme/Inhalt ■ Zielgruppe ■ I Beteiligte] I Bewerbung] k.Daturru Kjianzl ft verweis! Beratungen im Quartier

Infostand Sparkasse Heven —► Angebot des Sanierungsmanagements —► Kurzberatung an Ort und Stelle Eigentümerinnen AK-01 —► Fylerauslegung bei Backhaus, Sparkasse und Mieterinnen 10 Edeka Vermieterinnen ICM Gespräche Vorstellung von Sanierungsoptionen in einer Versamm¬ Wohnungseigentümergemeinschaft lung mit IP-12 ^Vortrag durch Markus Wohlgemuth und Melissa ICM ca. 30 Jahnke zu Förderungen und Techniken Eigentümerinnen WEG Personen Eigentümerinnen ICM AK-01 Pressemitteilung: Witten: Weitere Hausfassade Vermieterinnen Stadt Witten TM-02 bekommt einen frischen Anstrich Bewohnerinnen QA WAZ AK-07 < Start der Kampagne "Sanierungsdonnerstag"

19.09.2022 Eigentümerinnen ca. 200 Einladungen "Sanierungsdonnerstag" Mieterinnen verteilte AK-01 —► Produktentwicklung und Verteilung Vermieterinnen ICM Flyer Flyer

Sanierungsdonnerstag Themenabend Dach- und Fassadenbegrünung ICM PM AK-01 -^Angebot des Sanierungsmanagements AK-07 Stadt Witten Newsletter QM —►Fachvortrag durch Felix Mollenhauer IP-09 Eigentümerinnen Felix Flyer 11 Teil¬ (Bundesverband GebäudeGrün e.V.) Vermieterinnen Mollenhauer Poster nehmende

Pressemitteilung: "Moderne Heiztechnik und AK-01 Förderungen": Online-Themenabend des AK-07 Eigentümerinnen ICM Energiequartiers Witten Heven-Ost/Crengeldanz TM-05 Vermieterinnen Stadt Witten Witten Aktuell Sanierungsdonnerstag Themenabend Moderne ICM AK-01 Heiztechnik Stadt Witten PM AK-07 -^Angebot des Sanierungsmanagements Eigentümerinnen Stadtwerke Flyer 18 Teil¬ TM-05 —► Fachvortrag durch Axel Denecke (Energieberater) Vermieterinnen Witten Poster nehmende Eigentümerinnen 08.11.2022’ Pressemitteilung: Online-Themenabend AK-01 Vermieterinnen ICM Lokalkompass 09.11.2022 "Energiesparen im Winter" AK-09 Bewohnerinnen Stadt Witten WAZ Sanierungsdonnerstag Themenabend Energiesparen im Winter AK-01 -^Angebot des Sanierungsmanagements Eigentümerinnen PM AK-09 —► Fachvortrag durch Markus Wohlgemuth Vermieterinnen ICM Flyer (Enerqieberater) Bewohnerinnen Stadt Witten Poster Eigentümerinnen ca. 500 Energiesparflyer Mieterinnen verteilte AK-01 —► Produktentwicklung und Verteilung Vermieterinnen ICM Flyer Flyer

23

[Seite 24]

I7p 1i LtI rCla U 1u 1m 1/ /l ■ Konzept] Maßnahme/ Inhalt ■ Zielgruppe V Bewerbung IResonanz! ^DatumJ verweis! Eigentümerinnen Vermieterinnen ca. 200 AK-01 Wintergrüße Bewohnerinnen ICM Flyer verteilte Flyer AK-01 TM-01 TM-02 Pressemitteilung: Stadt ruft auf zur Eigentümerinnen TM-03 Thermo-Tombola Vermieterinnen ICM WAZ TM-04 AK-01 TM-01 TM-02 Pressemitteilung: Witten: "Thermo- Eigentümerinnen Image TM-03 Tombola" startet Vermieterinnen ICM Witten TM-04 AK-01 TM-01 12 TM-02 Eigentümerinnen Teilnahmen, TM-03 Thermografie-Tombola Vermieterinnen PM 3 Gewinner TM-04 ICM Stadt Witten TM-11 Wirtschafts¬ förderung 15 Auftakt Gewerbeberatung Gewerbetreibende Witten Anschreiben Anschreiben KiKiWW Frühlingsgrüße ICM Flyer 50 Stück AK-01 • Kampagne zu Mobilität und Photovoltaik Anschreiben Eigentümerinnen als Vorzeigeimmobilie für den PV 12 AK-01 Spaziergang ICM Anschreiben Anschreiben Eigentümerinnen 19.04.2023 Verteilung Türanhäger Kampagne Mieterinnen AK-01 27.04.2023 Mobilität und Photovoltaik Vermieterinnen ICM 500 Stück □ Vorstellung von Sanierungsoptionen AK-01 beim Verband Wohneigentum (Witten) TM-01 —>■ Vortrag durch Markus Wohlgemuth und TM-02 Melissa Jahnke zu Förderungen und 3 Beratungs¬ TM-03 Techniken Eigentümerinnen ICM anfragen TM-04 Türanhänger ICM PM Verbrauche Newsletter rzentrale Poster Eigentümerinnen NRW Homepage Mieterinnen Stadt Kalender 10 Online-Themenabend E-Mobilität Vermieterinnen Witten KlimaAllianz Anmeldungen TM-13 Türanhänger PM ■ Newsletter AK-01 112.05.20231 ICM Poster TM-01 Eigentümerinnen QM Homepage TM-02 Mieterinnen Stadt Kalender 10 TM-03 Fassadenspaziergang Vermieterinnen Witten KlimaAllianz Anmeldungen TM-04

24

[Seite 25]

Türanhänger PM Newsletter AK-01 ^^0^ Poster AK-07 Eigentümerinnen ICM Homepage TM-10 Mieterinnen Stadt Kalender 12 Themenabend Photovoltaik Vermieterinnen Witten KlimaAllianz Anmeldungen Türanhänger PM Newsletter AK-01 ^^0^ Poster TM-10 Eigentümerinnen ICM Homepage Mieterinnen Stadt Kalender 13 WATT-Wanderu n g Vermieterinnen Witten KlimaAllianz Anmeldungen

Presseartikel "Photovoltaik- ICM AK-01 kJul i 201231 Interessierte nahmen an WATT- Stadt TM-10 Wanderung teil" Eigentümerinnen Witten Image Witten b Beratung und Aktivierung im Quartier 1 Über die Eigentümerinnen ICM Kanäle des Mieterinnen Quartiers- Quartiers¬ Vermieterinnen manageme management ca. 10 Quartiersfest Crengeldanz Kinder nt HOC HOC Gespräche Infostand Sparkasse Heven Eigentümerinnen Social Media 10.08.2023] —► Angebot des Sanierungsmanagements Mieterinnen Sparkasse ca. 6 AK-01 —► Kurzberatung an Ort und Stelle Vermieterinnen ICM Witten Gespräche Eigentümerinnen 2^^02^ Mieterinnen Verteiler 19 AK-11 Start Zufriedenheitsumfrage Vermieterinnen ICM Webseite Teilnahmen ■J Über die Eigentümerinnen ICM Kanäle des AK-01 Mieterinnen Quartiers- Quartiers¬ AK-10 Vermieterinnen manageme management ca. 15 Quartiersfest Heven-Ost Ki nder nt HOC HOC Gespräche 1 Herbstkampagne Heizungsmoderhisierung 1

d fl o o >

■I °

■ TM-05 TM-06 TM-07 Verteilung der Einladungen zur Eigentümerinnen TM-08 Herbstkampagne Mieterinnen TM-09 Heizungsmodernisierung Vermieterinnen ICM 400 Stück AK-01 Flyer PM Newsletter Poster TM-05 Newsletter TM-06 QM TM-07 Kalender TM-08 KlimaAllianz TM-09 Veranstal¬ AK-01 tungskalen¬ Eigentümerinnen ICM der Stadt Heizungsgesetz - Aktuelle Mieterinnen Stadt Witten 20 Entwicklungen zumGEG Vermieterinnen Witten Social Media Anmeldungen Flyer PM Newsletter Poster TM-05 Newsletter TM-06 QM TM-07 Kalender TM-08 KlimaAllianz TM-09 Veranstal¬ AK-01 tungskalen¬ ICM der Stadt Clever Heizen - Lohnt sich eine Eigentümerinnen Stadt Witten 36 Wärmepumpe? Vermieterinnen Witten Social Media Anmeldungen ICM Stadt Witten Eigentümerinnen Quartiers- Mieterinnen manageme Nachhaltigkeitsforum Witten PM Newsletter TM-05 Kalender TM-06 ICM KlimaAllianz TM-07 28.11.2023] Verbrauche Veranstal¬ TM-08 rzentrale tungskalen¬ TM-09 Eigentümerinnen NRW der Stadt AK-01 u Heizkostenabrechnung - alles im Mieterinnen Stadt Witten 17 Blick? Vermieterinnen Witten Social Media Anmeldungen 25

[Seite 26]

'■ pCil tlr| aQiU 1I 1 m1 1i ^Konzept^B ■ Maßnahme/ Inhalt ■ M Zielgruppe m 1 Beteiligte! Bewerbung I Resonanz! kDatum^ ^kwerweis^B Eigentümerinnen anuar 202« Vermieterinnen ca. 50 verteilte AK-01 Wintergrüße Bewohnerinnen ICM Flyer Flyer Flyer PM Newsletter Poster Newsletter jbruar202 QM Kalender KlimaAllianz

w

k Veranstal¬ Eigentümerinnen ICM tungskalen¬ 12 Energieausweis-Tombola Mieterinnen Stadt Witten der Stadt Teilnehmende PM Newsletter Poster Newsletter QM Kalender KlimaAllianz ICM Veranstal¬ Online-Themenabend Stadt Witten tungskalen¬ Durchblick im Eigentümerinnen Verbraucherze der Stadt 13 Förderdschungel Vermieterinnen ntrale NRW Witten Anmeldungen

Eigentümerinnen April 2024 Verteilung Türanhäger Mieterinnen AK-01 Sommerkampagne Vermieterinnen ICM 1.000 Stück Über die Quartiers¬ Kanäle des management Quartiers¬ ! HOC management Eröffnungsfest Akteurinnen des ICM HOC Quartiers büro Quartiers Stadt Witten Türanhänger Flyer PM Newsletter Poster Newsletter QM 05.2024 Kalender KlimaAllianz Veranstal¬ tungskalen¬ 1 Eigentümerinnen ICM der Stadt 15 Themenabend Dämmung Vermieterinnen Stadt Witten Witten Teilnehmende Flyer PM Newsletter Poster Newsletter QM Kalender KlimaAllianz Veranstal¬ 30 ICM tungskalen¬ Teilnehmende, Eigentümerinnen Stadt Witten der Stadt 4 Mieterinnen Stadtwerke Witten Gewinner*inne Eisblockwette Vermieterinnen Witten Social Media n Quartiers¬ Kanäle des Eigentümerinnen management Quartiers¬ Mieterinnen HOC management Vermieterinnen ICM HOC ca. 5 Quartiersfest Crengeldanz Kinder Stadt Witten Türanhänger Gespräche Flyer PM Newsletter Poster Newsletter AK-01 QM AK-07 Kalender TM-10 KlimaAllianz ICM Veranstal¬ Eigentümerinnen Stadt Witten tungskalen¬ Online-Themenabend PV Mieterinnen Thomas der Stadt 25 Teil- und Steuern

Tabelle 1: Gesamtübersicht Aktivierungsmaßnahmen

26

[Seite 27]

Der nachfolgende Umsetzungsfahrplan auf Basis des erstellten Quartierskonzepts (s. Tabelle

  1. zeigt die Erfüllung der Maßnahmen innerhalb der drei Projektjahre. Der Umsetzungsfahr¬

plan bildet eine Auswahl an Maßnahmen ab, die in den unterschiedlichen Handlungsfeldern

genutzt werden konnten. Dabei war der Umsetzungsfahrplan nicht so zu verstehen, dass alle

Maßnahmen bis zum Ende der Projektlaufzeit durchgeführt sein müssen. Das Team musste,

abhängig von den individuellen Bedürfnissen im Quartier, wählen, welche Maßnahmen das

Projekt besonders gut unterstützen und welche Maßnahmen durch bspw. veränderte politische

Rahmenbedingungen in den Hintergrund gerückt sind. Die Umsetzung der Maßnahmen war

außerdem abhängig von den Kooperationen mit der Stadt Witten und weiteren Akteuren in¬

nerhalb des Energiequartiers.

Handlungsfeld 1 1 Nr. 1 k Maßnahme 1 ^Priorität 7073 II 707d 1 fourchge führt 2022^ | Durchgeführt |1. Etablierung 1. Thermografie- Kostenlose (Erst-) ■ , , Beratungsangebot Tombola AK-01 _ . , \ ' | hoch Energieberatung K 12. Themenabende 2. Themenabende ^3. Printprodukte 3. Printprodukte Energie lotsen für AK-02 mittel fremdsprachige Haushalte 1 AK-03 Haus-zu-Haus-Beratung ■ hoch

öl Wettbewerb: Älteste E AK-04 mittel .c Heizung re c cä H r E e 1 AK-05 Neueigentümer-Infopaket 1 hoch i C E S n T V Akti ivierung AK-06 A W u a s r t e a uschaktion Weiße mittel S 1. p a P r ri s n a t m -P e r odukt: O Haushaltsgeräte '> 32 Beratung zu 1. (Erst-) < 0) AK-07 Barriereabbau, Sicherheit mittel Energieberatung c 'S und Modernisierung 2. Themenabende E Q CT Live-Verbrauchs- < AK-08 mittel messungen (Strom)

  1. Themenabend Stromeinsparprojekte für AK-09 mittel 2. Printprodukt Privatpersonen
  2. Pers. Beratung

Klimaschutz im AK-10 mittel 1. Quartiersfeste Kindergarten / Schule

AK-11 Bürgerbefragung mittel 1. Zufriedenheitsumfrage

27

[Seite 28]

nemhanßaM ehcsinhceT A r 4 k Durchgeführt Handlungsfeld 1 Maßnahme | Priorität Durchgeführt 2022 Nr k 4 1 2022 , , 2023 | | 2024 | 2023

Generationenwechsel - 1-01 mittel Jung kauft von Alt Impulsprojekte

1 1-02 Quartiersmobilität mittel

  1. Thermografie- Energetische A Tombola Gebäudesanierung des f. . (Erst-) 2. Stadtteilspaziergang TM-01 1 Energieberatung Reduzierung de: MFH-bestands aus den 1 00 12. Themenabende 3. (Erst-) Jahren 1919 bis 1948 K Energieberatung Wärmebedarfs ii

  2. Themenabende k (größtenteils)

  3. Thermografie- | vermieteten Energetische Tombola ^^Jl. (Erst-) Gebäudesanierung des 2. Stadtteilspaziergang I TM-02 hoch Energieberatung MFH-bestands aus den 3. (Erst-)

  4. Themenabende Jahren 1949 bis 1968 Energieberatung

  5. Themenabende

  6. Thermografie- Energetische A Tombola Gebäudesanierung des B TM-03 Einfamilienhausbestands ■ hoch i Energieberatung 2. Stadtteilspaziergang

  7. (Erst-) aus den Jahren 1919 bis A 12. Themenabende Reduzierung de: Energieberatung 1948 B Wärmebedarfs ii 4. Themenabende

  8. Thermografie- Energetische B Tombola Gebäudesanierung des V 1. (Erst-) 2. Stadtteilspaziergang I TM-04 Energieberatung Reihenhausbestands aus 1 3. (Erst-)

  9. Themenabende den Jahren 1919 bis 1968 B Energieberatung

  10. Themenabende

  11. (Erst-) 1. (Erst-) Heizungsmodernisierungen [ hoch Energieberatung Energieberatung

  12. Themenabende 2. Themenabende F Moderne 1 Umstellung des k Heiztechnik Heizsystems auf Erdgas ■, . ^^1. <Erst_) 1. (Erst-) Energieberatung Energieberatung (ggf. in Kombination mit K

  13. Themenabende 2. Themenabende Solarthermie) B Nutzung von Kraft-Wärme- 1. (Erst-) TM-07 mittel Kopplung Energieberatung

  14. (Erst-) TM-08 Umstellung auf Biomasse mittel Energieberatung

Umstellung auf 1. (Erst-) TM-09 mittel Umweltwärme Energieberatung

  1. Stadtteilspaziergang Erneuerbare Ausbau von Photovoltaik * *1 2. (Erst-) Energie TM-10 hoch Themenabende im Wohngebäudebestand Energieberatung
  2. Themenabende Ausbau von Photovoltaik TM-11 im Nichtwohngebäude¬ hoch 1. Gewerbeberatung bestand

Mieterstrommodelle TM-12 mittel initiieren

  1. Stadtteilspaziergang
  2. (Erst-) Mobilität TM-13 Klimagerechte Mobilität mittel Energieberatung
  3. Themenabende

Tabelle 2: Umsetzungsfahrplan

28

[Seite 29]

4.2 Auswertung der Aktivierungsmaßnahmen

Der Erfolg der Aktivierungsmaßnahmen im Energiequartier kann zum Teil anhand ihrer Teil¬

nehmerzahlen erfolgen. Aufgrund der Bandbreite an Maßnahmen, die im Quartier stattgefun¬

den haben, wird es an den Stellen, an denen keine quantitative Auswertung sinnvoll ist, eine

qualitative Bewertung geben.

Themenabende

Auftakt & Themenabend Dämmung

Themenabend Photovoltaik

Online-Themenabend PV und Steuern

Online-Themenabend Dach- und Fassadenbegrünung

Online-Themenabend Moderne Heiztechnik

Themenabend Energiesparen im Winter [ABGESAGT]

Online-Themenabend E-Mobilität

Themenabend Photovoltaik

Themenabend GEG "Heizungsgesetz"

Online-Themenabend Wärmepumpe

Online-Themenabend Heizkostenabrechnung

Online-Themenabend Durchblick im Förderdschungel

Themenabend Dämmung

Online-Themenabend PV und Steuern

Abbildung 5: Anmeldungen Themenabende

Themenabende sind ein nützliches Instrument im Sanierungsmanagement, um einerseits eine

breite Masse über die Grundzüge eines Themas zu informieren und andererseits auf das

grundsätzliche Angebot des Energiequartiers aufmerksam zu machen. Im Rahmen von The¬

menabenden sind die Bürgerinnen einerseits in direktem Expertenkontakt und können sich

andererseits untereinander austauschen, diskutieren und voneinander lernen. Die Themen¬

abende strukturierten sich nach allgemeinen Informationen über das Projekt, gefolgt von ei¬

nem Expertenvortrag samt Fördermittelüberblick und schlossen mit einer Frage- und Diskus¬

sionsrunde ab. Es ließ sich feststellen, dass die gestellten Fragen sich häufig auf spezifische

und individuelle Sachverhalte bezogen. In den meisten Fällen konnte dadurch umso 29

[Seite 30]

erfolgreicher für die Vereinbarung eines individuellen Beratungstermins durch einen Energie¬

berater des Energiequartiers geworben werden.

Für die vierzehn kostenlosen Themenabende haben sich insgesamt 248 Personen angemel¬

det (siehe Abbildung 5). Die Maßnahme der Themenabende hat sowohl in Präsenz an unter¬

schiedlichen Orten des Quartiers (Gemeindesäle, Konferenzräume, Quartiersbüro und an¬

dere) als auch in Form von Onlinekonferenzen stattgefunden. Online-Themenabende hatten

den Vorteil, dass Eigentümerinnen von Immobilien im Quartier, mit einem privaten Wohn¬

standort außerhalb des Quartiers, unkompliziert an Informationsveranstaltungen teilnehmen

können. So bot es sich an, das Format regelmäßig zu wechseln. Eine deutliche Präferenz für

das eine oder andere Format konnte sich im Quartier nicht herausbilden. Der Zulauf an Zuhö¬

renden variierte von Thema zu Thema. Festhalten lässt sich jedoch, dass insbesondere die

Themen der neuen Heiztechnik und der Stromgewinnung durch Photovoltaik das größte Inte¬

resse geweckt haben.

Abbildung 6: Auftaktveranstaltung des Energiequartiers am 07.04.2022

Insgesamt ist die Resonanz auf die Veranstaltungen in der Projektlaufzeit als gut einzuschät¬

zen. Insbesondere die thematische Orientierung der Themenabende an aktuellen politischen

Themen rund um die Gebäudesanierung verhalf zum Erfolg. Lediglich ein Themenabend in

30

[Seite 31]

der gesamten Projektlaufzeit musste aufgrund von zu geringen Anmeldezahlen (weniger als 3

Personen) abgesagt werden.

Stadtteilspaziergänge

Fassadenspaziergang 10

WATT-Wanderung 13

Abbildung 7: Anmeldungen Stadtteilspaziergänge

Die Stadtteilspaziergänge waren eine hilfreiche Methode, um die Bürgerinnen noch intensiver

in den gemeinsamen Austausch zu bringen. Vorab wurden Eigentümerinnen kontaktiert und

gebeten, über die Maßnahmen, die an ihrer Immobilie durchgeführt wurden, zu berichten. Da¬

bei standen sowohl positive als auch negative Erfahrungen im Fokus, von denen die Eigentü¬

merinnen aus der Nachbarschaft lernen konnten. Die Stadtteilspaziergänge starteten an

Treffpunkten im Quartier mit einer kurzen Einführung in das Thema. Anschließend wurden drei

bis fünf Immobilien (von außen) besichtigt und Erfahrungen aus erster Hand geteilt. Insbeson¬

dere die WATT-Wanderung hat dazu geführt, dass weitere Photovoltaikanlagen im Quartier

installiert wurden. Das lag auch daran, dass die Stadt Witten im Sommer 2023 eine Förder¬

richtlinie für Photovoltaikanlagen und Balkonkraftwerke eingeführt hat.

31

[Seite 32]

Quartiersfeste und städtische Veranstaltungen

Die enge Zusammenarbeit mit dem Quartiersma¬

nagement HOC sorgte für die jährliche Teil¬

nahme an den Quartiersfesten der beiden Teil¬

quartiere. Im Rahmen von Kreativangeboten

zum Klimaschutz und über Informationsmaterial

zum Energiequartier konnte das Sanierungsma¬

nagement für die energetische Sanierung sensi¬

bilisieren. Der enge Austausch mit den Bür¬

gerinnen und die Präsenz der Marke Energie¬

quartier verhalf stets zu einem erhöhten Zulauf

nach Durchführung der Veranstaltungen. Bereits

zu Beginn der Projektlaufzeit wurde das Energie¬

quartier auf dem Klimamarkt 2022 der Stadt

Witten vorgestellt. Der Klimamarkt hat diverse Abbildung 8: Stand auf dem Nachbarschaftsfest He- Akteure im Bereich des Klimaschutzes in Witten ven-Ost (ICM) zusammengeführt und an 25 Informationsstän¬

den zu Umweltschutz und Nachhaltigkeit informiert. Gemeinsam mit der Koordinierungsstelle

Stadterneuerung und Klimaschutz wurde das Energiequartier vertreten und konnte einige Ge¬

spräche zu Sanierungs- und Fördermöglichkeiten mit Privateigentümer*innen führen. Im Jahr

2023 begleitete das Sanierungsmanagement gemeinsam mit dem Quartiersmanagement

HOC einen Informationsstand auf dem Nachhaltigkeitsforum 2023, welches eine vielfältige

Akteurslandschaft adressierte. Die Veranstaltung wurde stadtweit beworben und sollte Inte¬

ressierten aufzeigen, mit welchen Themen sich die Stadt zur Umsetzung der Nachhaltigkeits¬

strategie befasst. Bei einem Klimaquiz konnten den Teilnehmenden für das Sanierungsma¬

nagement relevante Inhalte nähergebracht werden.

32

[Seite 33]

Wettbewerbe

Eine weitere Aktivierungsmaßnahme

stellt die Durchführung der Thermogra-

fie-Tombola im Jahr 2023 dar. Alle Ei¬

gentümerinnen des Quartiers hatten

die Möglichkeit, sich niedrigschwellig für

den Lostopf der Tombola anzumelden

und Thermografie-Aufnahmen ihrer Im¬

mobilie zu gewinnen. Zu den Aufnah¬

men gab es außerdem ein Erklärungs¬

gespräch mit dem Energieberater. Im

Jahr 2024 wurden zwei Wettbewerbe im Abbildung 9: Durchführung der Eisblockwette auf dem Esels¬ Energiequartier durchgeführt. Zu Jah¬ markt

resbeginn lockte eine Energiespar-

Tombola viele Beratungsinteressierte, die sich über den Nutzen von Energieausweisen und

generellen Informationen zur energetischen Sanierung beraten ließen. Als Hauptgewinn wurde

eine Balkon-PV-Anlage samt Montage verlost. Zusätzliche Gewinne waren portable Solarpa¬

nels und smarte Steckdosen. Im Sommer 2024 führte das Energiequartier die sogenannte

Eisblockwette durch. Der Eröffnungstag wurde durch den Stadtbaurat, Mitarbeiterinnen aus

dem Planungsamt und das Sanierungsmanagement begleitet. Insgesamt eine Woche standen

zwei identische Blockhütten auf dem Eselsmarkt - Ecke Unterkrone/Oberkrone. Die eine war

gedämmt, die andere nicht. Im Inneren befanden sich je 200 kg Eisblöcke in Behältern, die als

Anschauungsobjekt zeigen sollten, dass Dämmung auch gegen sommerliche Überhitzung

hilft. Die Teilnehmer der Wette sollten schätzen, wie groß der Unterschied des geschmolzenen

Wassers in Litern zwischen den Häusern nach sieben Tagen ist. Die Presse berichtete in Ta¬

geszeitungen sowie in den sozialen Medien über das Event. Insbesondere der Instagram-Ka-

nal des Radiosenders Ennepe-Ruhr konnte mit einem Kurzvideo zur Aktion große Aufmerk¬

samkeit erregen. Das Video wurde über 1 Million Mal abgespielt und ist damit das am häufigs¬

ten abgespielte Video des Radio-EN-Instagramprofils. Im Rahmen des Wettbewerbs wurden

vier Gutscheine für die Schwimmbäder und das Ausflugsschiff MS Schwalbe durch die Stadt¬

werke Witten gesponsert.

33

[Seite 34]

Sonstige Maßnahmen und Veranstaltungen

Zum Zeitpunkt der Thermografie-Tombola ist der Wetter Verkehr | WDR auf das Energiequartier Heven Ost/Cren- Nachrichten Sport Wissen Verbraucher Kultur Unterhaltung

geldanz aufmerksam geworden und hat in einem

Beitrag einer Wochenendausgabe der „Aktuellen

Stunde“ über die Arbeit in Witten und die Notwen¬

digkeit der energetischen Gebäudemodernisie¬

rung im Regionalfernsehen berichtet.

Im zweiten Projektjahr hat das Sanierungsma¬

nagement Kontakte zum Verband Wohneigentum

aufgenommen. Energieberater Markus Wohlge¬

muth und Sanierungsmanagerin Melissa Jahnke Aktuelle Stunde 112.03.2023 haben am 21.04.2023 an der Jahreshauptver- Abbildung 10: Thermografie-Aufnahmen im WDR erklärt (Screenshot ICM: WDR Aktuelle Stunde vom 12.03.2023) Sammlung des Verband Wohneigentum -

Kreisverband Witten teilgenommen, um vor Ort für das Angebot des Sanierungsmanagements

zu werben. Aus dem Termin resultierten drei Beratungsanfragen. Da die Zielgruppe des Kreis¬

verbands die Gesamtstadt betrifft, mussten bereits vor Ort weitere Anfragen zur Beratung zu¬

rückgestellt werden. Interessierte konnten jedoch in den Newsletter aufgenommen werden und

haben an den Informationsveranstaltungen des Energiequartiers teilgenommen.

Durch Infostände im zentralen Einzelhandelsbe¬

reich des Quartiers konnte in den Sommerferien der

ersten beiden Projektjahre die Marke des Sanie¬

rungsmanagements im öffentlichen Raum bekannt

gemacht werden (siehe Abbildung 10). Der Info¬

stand wurde zwischen der Sparkasse Heven und

dem Backhaus aufgestellt und konnte dort die Auf¬

merksamkeit von Passanten auf sich ziehen. Als

Anlaufstelle mit Informationsmaterial hat der Stand

dabei geholfen, neue Beratungsempfänger*innen

zu aktivieren und mit bereits beratenen Personen in Abbildung 11: Infostand Sparkasse Heven (ICM) erneuten Austausch zu treten. Der Informations¬

stand im Jahr 2023 wurde über den Instagram-Kanal der Sparkasse Witten beworben.

Um die Meinungen der Quartiersbewohner*innen zum Angebot des Sanierungsmanagements

einzufangen, wurde Ende August 2023 eine digitale Zufriedenheitsumfrage im Quartier

durchgeführt. Die Zufriedenheitsumfrage sollte dem Sanierungsmanagement Anhaltspunkte

34

[Seite 35]

zur Verbesserung bieten und dient dazu, dass in kommenden Veranstaltungen näher auf die

Bedürfnisse der Bewohnerinnen des Quartiers eingegangen werden kann. Zunächst wurde

die Umfrage über den E-Mail-Verteiler des Energiequartiers geteilt. Ein QR-Code, der zur Um¬

frage führt, wurde danach in alle Veranstaltungspräsentationen eingebaut. Bis zum 30.11.2023

haben 19 Personen an der Umfrage teilgenommen, von denen 15 bereits eine Energiebera¬

tung in Anspruch genommen haben. Eine Auswahl der grafischen Aufarbeitung der Umfrage¬

ergebnisse ist im Anhang in den Abbildungen 36 bis 39 zu finden.

Die Umfrage lieferte dem Sanierungsmanagement wichtige Antworten für die weitere Ausge¬

staltung des Angebots. Die meistgenannten Gründe, aus welchen (noch) keine Sanierungs¬

maßnahmen durchgeführt wurden, waren die unsichere Gesetzeslage und finanzielle Gründe.

Das Sanierungsmanagement setzte an diesen Punkten an, um die Vorzüge der kostenlosen

Beratung zu bewerben, die den Interessierten die nötigen Informationen niedrigschwellig über¬

bringen konnten. Der Wunsch nach mehr Fördermitteln im Energiequartier konnte durch das

Sanierungsmanagement nicht erfüllt werden. Erwähnenswert ist allerdings, dass es mit einem

Ratsbeschluss vom 23.9.2024 wieder ein Förderprogramm für Photovoltaik und Balkon-Solar-

modulen gibt. Durch die Realisierung dieses Förderprogramms zum Projektende des Ener¬

giequartiers, konnte das Förderprogramm allerdings nicht aktiv beworben werden. Weiterhin

ist das Interesse an Themenabenden groß.

Gewerbeberatung

Mit der Einführung der Gewerbeberatung wurde eine Maßnahme etabliert, die für die Reduk¬

tion der CO2-Emissionen im Energiequartier von hoher Bedeutung ist. Das IEQK identifizierte

zwei Betriebe innerhalb des Quartiers als potenzielle Wärmelieferanten zur Wärmeversorgung

des Quartiers. Darüber hinaus liegt ein Fokus auf dem Ausbau des Photovoltaikbestands im

Bereich der Nichtwohngebäude. Die Themen der Gewerbeberatung ähneln jenen der Bera¬

tung für Privateigentümer*innen. Neben neuen Technologien im Bereich der Wärme- und

Stromversorgung sollen die Gewerbetreibenden auch über den möglichen Einsatz von För¬

dermitteln aufgeklärt werden. Die Gewerbeberatung wurde durch die Kooperation zwischen

dem Sanierungsmanagement, der Wirtschaftsförderung der Stadt Witten und den übrigen Pro¬

jektverantwortlichen der Stadt eingeführt. Den Auftakt bildete ein Anschreiben im März 2023,

das an 25 Betriebe gesendet wurde, die zuvor priorisiert wurden. In den Kooperationsgesprä¬

chen wurde sich darauf geeinigt, die beiden größten Betriebe im Quartier, Pilkington Automo¬

tive Deutschland GmbH, Werk Witten und ein Edelstahlwerk, gesondert und individuell auf das

Beratungsangebot aufmerksam zu machen. Beide Kontaktaufnahmen haben im Jahr 2023

stattgefunden. Die Beratung mit Pilkington Automotive Deutschland GmbH, Werk Witten er¬

folgte am 17. August 2023. Ein im Konzept aufgeführtes Potenzial zur Abwärmenutzung für

Wohngebäude im Quartier durch die Produktionsprozesse des Pilkington Automotive 35

[Seite 36]

Deutschland GmbH, Werk Witten konnte nicht bestätigt werden, da das Unternehmen die Ab¬

wärme für interne Prozesse nutzt. Die Rückläufe auf das Anschreiben fielen im restlichen

Quartier sehr gering aus. Aus diesem Grund entschied das Projektmanagement in Zusam¬

menarbeit mit der Wirtschaftsförderung, im August 2024 ein zweites Anschreiben an knapp 30

Betriebe im Quartier zu senden. Die Adressaten des zweiten Anschreibens überschnitten sich

zum Teil mit denen des ersten Anschreibens. Bis zum Stichtag dieses Abschlussberichts

(31.08.2024) hat kein Unternehmen bei dem Sanierungsmanagement oder der Wirtschaftsför¬

derung um einen Beratungstermin gebeten.

Insgesamt haben vier Beratungstermine im Gewerbebereich stattgefunden. Parallel zum Be¬

ratungsangebot des Energiequartiers bestand in den Jahren 2023 und 2024 eine gesamtstäd¬

tische Gewerbeberatung, die ebenfalls durch die Wirtschaftsförderung initiiert wurde.

4.3 Zeit- und Maßnahmenplanung

Für die Organisation der Aktivierungsmaßnahmen im Energiequartier HOC wurden halbjähr¬

lich Maßnahmenplanungen erstellt, die den zeitlichen Ablauf der Maßnahmen darstellten. Die

Maßnahmenplanungen stellen das zentrale Organisationselement der Aktivierungsarbeit dar

(s. Abbildung 12 bis Abbildung 16). Zur Erstellung der Maßnahmen orientierte sich das Team

an den Vorschlägen des IEQK. Gleichzeitig flossen Ideen zur Kooperation durch die Kollegin¬

nen des Quartiersmanagements und der Stadt Witten ein.

1 Zeit-Maßnahmenplan Heven-Ost / Crengeldanz :^ICM WIR MACHEN KLIMASTÄDTE

Febr März Mai Juni Juli

Projektvorbereitung und -Organisation Auftaktkampagne mit Schwerpunkt Photovoltaik Pressetermin zum • PV Grundlagen (2 of 4 f . i 0 z 3 i ) e l u le n n d S S t t a a r r t t Au „V f o t m a k K t e v l e l r e a r n s b t i a s l t z u u n m g lnfoSta ( n 07 d . 0 K 5 l .) i mamarkt • • P V P V & & E - S Mo t b e i u l e i r t n ä t Beratung (31.03) Dach und Vorstellung Gewerbeaktivierung des Angebotes des .PV-Potenzial“ Infoschreiben an Eigentümer SanMans'( 07.04.) VeranstaltungDeynn ainm idsecr hSet aPdtr äusned nPzr äIsemn zQ uana rzteniterra len Orten im Unte + r n E e x h p m e e r t r e f n o : rum Projektvorstellung und Hinweis auf kostenfreies Quartier -Wifö Beratungsangebot + Solarteure Geplantes für 2022 andeuten

Netzwerkaufbau

Kontaktaufnahme mit Kooperationspartnern und wichtigen Akteuren im Quartier Präsenz im Quartier | Start des Beratungsangebotes

Koordinierungs- und Abstimmungsgremien bilden | Jour Fixe Kernteam 14-tägig | Projekttisch 2 x jährlich

Presse- und Öffentlichkeitsarbeit (kontinuierlich) | Projektcontrolling- und Dokumentation

Abbildung 12: Maßnahmenplanung 1/2022

36

[Seite 37]

Waßnahmenplanung 2. Halbjahr 2022 Witten Energiequartier Universitätsstadt an der Ruhr Heven-Ost/Crengeldanz

27.06.2022 - 09.08.2022 04.10.2022 -15.10.2022 23.12.2022 - 06.01.2023 Sommerferien Herbstferien Weihnachtsferien September Oktober November Dezember Januar

Wandernde^^* Wandernder Infostand: Infostand: EDEKA Heven LIDL Online Themenabend Mitte EDEKA CARWASH / Sparkasse 10.11.22 Thermografie- Thermografie- ARAL Heven Energiesparen im spaziergang Tombola Winter

Start Türanhänger Online Gewerbeberatung Themenabende Themenabend Flyerverteilung September, Klimafolgen¬ Energiesparen im Oktober und anpassung: Haushalt Erstellung 1. November Begrünung Jahresbericht (29.09.2022) mit (Sachstand} BuGG Vorbereitung Beratungsangebot Gewerbe Abstimmungen zwischen IHK, Wirtschaftsförderung und Energiequartier

Dynamische Präsenz im Quartier Präsenz an zentralen Orten im Quartier mit begleitender Marketingarbeit Alle 4 Wochen: Jour Fixe Kernteam | Steuerungsrunde

Präsenz im Quartier | Beratungsangebot | Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

= Themenspezifische Flyer f

Abbildung 13: Maßnahmenplanung 2/2022

|/laßnahmenplanung 1. Halbjahr 2023 Witten Energiequartier Urwerutetntadf an der Ruhr HewrvOsVCronvridtet? isimazi 08X562023 Christi Himme tMirt Fronte khram 23.122022-06X512023 03.042023-15X142023 29X152023 22JÖ62023 -04XJ82023 Winterferien Osterferien Pfingsten Sommerferien Januar Februar März April Mai Juni

F Vorbereitung Ffyervertenung r Themenabend Start Vorbereitung Gewerbeberatung Frühlings grüße I Mobilität Eisblockwette A. Wilmes- Verbraucher-zentrale Flyerverteilung Jahre 2 s 0 b 2 e 2 r W i i ch n t t ergrüße f I A u T s T h l e o o r s m u m b n o g g o r l i a n a f i K e W - 8 v G e e r w s A e e n S r n s A t d b c u a e e h f r n r t b t e a e i d i k r n e b t a s e t K n W u n 1 g 3 Tü v K r M e a a a r m n i t p h / e a a J i n l u g g u n n e n i e g r ¬ g k r 0 S 1 T . 1 A 0 1 D 5 . 2 0 - T 0 5 2 R . 2 1 A 2 . 3 0 D 0 2 5 E 3 . L 2 N 3 T P h 0 h e S 1 o t m . t a e 0 d o 6 t n v . t a o 2 e h b 0 il 2 a e ¬ 3 i n k d Kooperations- Beratungsangebots Ausschuss spaziergang gesprach 20.04.2023 Fassaden¬ ,Watt-Wanderung' Gewerbe s 1 p 2 a . z 0 i 5 e . r 2 g 0 a 2 n 3 g 13.06.2023 25.01.2023

Vorbereitung/ Durchführung der Gewerbeberatung

Dynamische Präsenz im Quartier

Alle4 Wochen: Jour Fixe Kernteam | Steuerungsrunde

Präsenz im Quartier | Beratungsangebot | Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

  • »ThemenspezifischeFlyer

Abbildung 14: Maßnahmenplanung 1/2023

37

[Seite 38]

Xfvlaßnahmenplanung 2. Halbjahr 2023 Energiequartier Hwen- QiVCfcnvddent

Hefte tferien WeOwiachtsferien: C2.10.-14.1013 21.1223-04X1114

Nachbarschaft s- fest Heven-Ost 16.09.2023 Sparkasse Heven

Themenabend „Heizungsgesetz“ — dasGEG 28.09.2023

Beratungsangebot Gewerbe Abstimmungen zwischen IHK, Wirtschaftsförderungund Energiequartier -----> Beratungsangebot Wohngebäude Sowie dynamische Präsenz im Quartier

Alle 4-8 Wochen: Jour Fixe Kernteam | Steuerungsrunde

Präsenz im Quartier | Presse-und Öffentlichkeitsarbeit

»Themenspezifische Ryer

Abbildung 15: Maßnahmenplanung 2/2023

Ijyiaßnahmenplanung 1. Halbjahr 2024 Witten Energiequartier Universitätsstadt an der Ruhr Heven-Ost/Crengeldanz

09.051024 Christi Himmelfahrt 2112.2023 - 05.011024 25.03.2024 - 06.041024 20.051024 30.05.2024 08.07.2024 - 20.08.2024 Wlntarferten Osterferien Pfingsten Fronleichnam Sornmerferfen

Januar Februar März April Mai

Energieausweis-Tombola Türanhänger EröfFnungsfest Durchführung Beratungen, Auslosung & Pressetermin Montage -Verteilung Quartiersbüro Eisblockwette Mai/Juni 06.05.2024 03.-10.06.2024

Flyerverteilung Kooperations¬ Themenabend Tombola gespräch Förderung + GEG Themenabend Nachbarschaftsfest Gewerbe 11.04.2024 Dämmung Crengeldanz DEW 23.05.2024 08.06.2024 Flyerverteilung Flyerverteilung Wintergrüße Frühlingsgrüße A 25 u . s s 0 c 4. h 2 u 0 s 2 s 4 Themenabend PV . Steuern ^ähre 2 s 0 be 2 ri 3 c h^ । ^ Teilnahme an gesamtstädtischer Gewerbeveranstaltung 1 13.06.2024 In Kooperation mit der Wirtschaftsförderung

Datenabfrage zur Projektbilanzierung Start Vorbereitung Eisblockwette

_ Dynamische Präsenz im Quartier _

Alle 4 bzw. 8 Wochen: Jour Fixe | Steuerungsrunde

Präsenz im Quartier [ Beratungsangebot | Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Abbildung 16: Maßnahmenplanung 1/2024

38

[Seite 39]

5. Controlling

Das Energiequartier hat über einen Zeitraum von ca. drei Jahren kostenlose Energie(erst)be-

ratungen für interessierte Eigentümerinnen und Mieterinnen privater und gewerblicher Im¬

mobilien angeboten. Nachdem die Auswertung der Aktivierungs- und Marketingmaßnahmen

in Kapitel 4 vorgenommen wurde, soll an dieser Stelle die Auswertung der Beratungen erfol¬

gen.

Status Quo Beratungszahlen

Das Beratungsangebot des Sanierungsmanagements wurde von 99 privaten Eigentümerin¬

nen (124 Immobilien) in Anspruch genommen. Durch die erhöhte Bekanntheit des Ener¬

giequartiers und seine stadtweiten Veranstaltungen wurden zusätzlich viele Anfragen von Ei¬

gentümerinnen außerhalb des Quartiers gestellt. Insgesamt sind 28 Anfragen eingegangen,

die nicht durch das Beratungsangebot bedient werden konnten. Alle anfragenden Personen

haben sich für den Newsletter angemeldet, der zu den gesamtstädtischen Veranstaltungen

des Energiequartiers einlud, gleichzeitig wurde auf das Angebot der Verbraucherzentrale Wit¬

ten verwiesen.

Kontaktaufnahmen pro Monat

20

Abbildung 17: Kontaktaufnahmen pro Monat

39

[Seite 40]

Erwartungsgemäß ist die dominierende Gruppe der Sanierungsinteressierten die Gruppe der

Selbstnutzer*innen (auch in Wohnungseigentumsgemeinschafen (WEG)). Dies ist insbeson¬

dere der Fall, da hier grundsätzlich die Möglichkeit besteht, Sanierungsmaßnahmen einfach

und im Eigeninteresse durchzuführen.

Eigentümer*innenstruktur

■ Selbstnutzer ■ Vermieter ■ Selbstnutzer & Vermieter «WEG

Abbildung 18: Eigentümer*innenstruktur

Aktivierungswege

In Verbindung mit den in Kapitel 4 erläuterten Aktivierungsmaßnahmen stehen die Aktivie¬

rungswege, welche auf das Angebot des Sanierungsmanagements aufmerksam machen und

letztlich die Beratungsinteressierten für eine Energieberatung gewinnen wollen. In den Erstbe¬

ratungen wird erfasst, auf welchem Wege die Beratungsempfänger*innen auf das Sanierungs¬

management aufmerksam geworden sind.

Die Auswertung zeigt, dass eine Breite an Aktivierungswegen sinnvoll war, um möglichst viele

Eigentümerinnen zu erreichen. Hier sei vorwiegend die Bewerbung von Veranstaltungen und

die Arbeit des Sanierungsmanagements genannt, welche zur Bekanntheit des Projekts bei¬

trug. Die persönliche Verteilung von Wurfsendungen war ebenfalls ein wichtiger Bestandteil

der Aktivierungsmaßnahmen. Einerseits konnten gezielt Bereiche des Quartiers angesteuert

werden, aus denen bisher wenige Beratungsinteressierte kommen, andererseits bot sich bei

der Verteilung die Möglichkeit, in direkten Kontakt mit den Eigentümerinnen zu treten.

40

[Seite 41]

Aktivierungswege

■ Presse «QM/HuF ■ Empfehlung/Nachbarschaft

■ Sanierungsbüro ■ sonst. Aktivierung ■Flyermaterial

Abbildung 19: Aktivierungswege

Ein Großteil der Beratungsempfänger*innen erhielt nach der Erstberatung zu Sanierungsmög¬

lichkeiten und Fördermitteln eine Energieberatung an der Immobilie selbst. Ein Team aus

Energieberater*innen der ICM führte 99 individuelle technische Beratungsgespräche mit den

lmmobilieneigentümer*innen. Eine Differenz zwischen den Beratungszahlen der Erst- und der

Energieberatung ergibt sich daraus, dass einige Eigentümerinnen keinen Bedarf an einer

technischen Beratung sahen.

Beratungsinteressen

Die Abbildung 23 gibt einen Überblick über die thematischen Inhalte der Beratungen, welche

bereits im Erstgespräch mit dem Sanierungsmanagement erfragt wurden. Dabei waren Mehr¬

fachnennungen gestattet. Ein großer Teil der Beratungen thematisierte die Gebäudehülle, zu

welcher neben der Fassade auch das Dach und Fenster zählen. Ebenfalls von Interesse bei

einer breiteren Masse sind Heizungswechsel und die Installation von Photovoltaik. Über die

Hälfte der beratenen Eigentümerinnen dachte über die Installation einer Photovoltaikanlage

zur Erzeugung von Strom nach. Ebenfalls über die Hälfte der Beratungen behandelte einen

möglichen Heizungstausch. Um die Energieeffizienz der Immobilien zu erhöhen, suchten viele

Beratungsempfängerinnen Hilfe bei der Optimierung der Gebäudehülle, um durch bessere

Fassadendämmung, neue Fenster oder die Isolierung des Dachs mehr Heizenergie im Winter

einsparen zu können. Unter „Sonstiges“ sind die Beratungsinteressen Energiespartipps,

Schimmelvermeidung, Barrierereduzierung und Dachbegrünung erfasst.

41

[Seite 42]

BERATUNGSINTERESSEN IN %

■ PV- Anschluss

■ Fassadensanierung

■ Heizungsaustausch

■ Dachsanierung

■ Fenstersanierung

■ Kellersanierung

■ Solarthermie

■ Wallbox

■ Hydraulischer Abgleich

17% ■ Stromspeicher

Abbildung 20: Beratungsinteressen Prozentual

Abbildung 21: Beratungsinteressen nach Anzahl

42

[Seite 43]

Untersuchte Gebäudetypen

In Bezug zur Gebäudetypologie des Instituts für Wohnen und Umwelt (IWU) wurden vor allem

Beratungen zu Mehrfamilienhäusern mit Baujahr zwischen 1958 und 1968 sowie zwischen

1860 und 1918 durchgeführt. Die Gebäudetypologie des IWU wurde später zugrunde gelegt,

um die jeweiligen Einsparpotentiale berechnen zu können. Das IWU unterscheidet zwischen

Einfamilienhaus (EFH), Reihenhaus (RH) und Mehrfamilienhaus (MFH). Zusätzlich wird eine

Altersklasse mit den Buchstaben A-J abgebildet.

Abbildung 22: Untersuchte Gebäudetypen im Sanierungsmanagement

43

[Seite 44]

6. Bilanzierung

Im Rahmen der Bilanzierung werden die konkret erzielten Treibhausgas (THG) - Einsparungen

sowie die Einsparungen der Primär- und Endenergie dargelegt, die während der knapp drei¬

jährigen Projektlaufzeit entstanden sind.

Folgende Sektoren des Gebäudebestands sind relevant:

  1. Wohngebäude

a. Privatbestand

b. Wohnungsgenossenschaft Witten-Mitte eG

c. Wohnungswirtschaft (Vonovia SE)

d. Siedlungsgesellschaft Witten mbH

  1. Gewerbeeinheiten / Handel

  2. Kommunale Liegenschaften

Zur Quantifizierung von Einsparergebnissen innerhalb eines Sanierungsmanagements ist die

Unterscheidung im Wohngebäudebestand wichtig: Ein Großteil der Gebäude im Quartier be¬

findet sich in privatem Eigentum. Außerdem sind Wohnungsunternehmen im Quartier vertre¬

ten, wobei die größten Bestände von der Wohnungsgenossenschaft Witten-Mitte eG, der

Vonovia SE und der Siedlungsgesellschaft Witten mbH gehalten werden.

Bei der Bilanzierung der Einsparungen wurden vor allem Daten mit Bezug zu den durchge¬

führten Beratungen ausgewertet, so dass ein Schwerpunkt entsprechend auf den Wohn¬

gebäuden in Privatbesitz (selbstgenutzt und vermietet) liegt. Des Weiteren wurden emissi¬

onsrelevante Daten der relevanten Akteure, wie z. B. die Wohnungswirtschaft, angefragt und

bei erfolgreicher Rücksendung ausgewertet.

6.1 Bilanzierungsmethodik

Um die erzielten Einspareffekte der THG-Emissionen, sowie Primär- und Endenergieeinspa¬

rungen darzustellen, wird ein internes Berechnungstool (Excel) angewandt. Ziel ist es, für jede

einzelne durchgeführte Maßnahme die gemäß dem ICM-Bilanzierungs-Tool angenommenen

Einspareffekte darzustellen, sodass am Ende bilanziert wird, wie viel an Emissionen und Ener¬

gie während der Projektlaufzeit durch energetische Sanierungsmaßnahmen an den Gebäude¬

beständen eingespart werden konnte.

44

[Seite 45]

Das ICM-Bilanzierungstool fußt auf einer umfangreichen Datengrundlage, welche den Gebäu¬

desteckbriefen sowohl aus dem Pilotprojekt Bottrop als auch aus weiteren, über das Pro¬

gramm 432 der KfW geförderten Projekten, die von ICM umgesetzt wurden, entnommen ist.

Die Gebäudesteckbriefe wurden für jeden Gebäudetyp nach der Gebäudetypologie des Insti¬

tuts für Wohnen und Umwelt (IWU) erstellt und geben Informationen zum jährlichen CO2-AUS-

stoß pro Jahr sowie zum jährlichen End- und Primärenergiebedarf. Darüber hinaus werden in

den Steckbriefen die CO2-Einsparungen pro Jahr nach der Umsetzung von Sanierungsma߬

nahmen für jeden Gebäudetyp dargestellt. Die Einsparungen werden für die Maßnahmen an

der Gebäudehülle: Fenstertausch, Außenwand-, Dach- und Kellerdeckendämmung angege¬

ben.

Relevant für die Ermittlung der Einsparungen waren an der Stelle neben den genauen Ma߬

nahmenbeschreibungen (Beratungsinteressen und Umsetzungen) weitere spezifische Kenn¬

daten zu den Gebäuden (sog. Schlüsseldaten), wie das Baujahr, der Haustyp, die Wohnfläche,

der Energieträger und Verbrauchsdaten. Über das Baujahr und den Haustyp wurde jedem

Objekt ein spezifischer Gebäudetyp (nach der IWU-Gebäudetypologie) zugeordnet. Auf

Grundlage des Gebäudetyps, wurden die Einsparungen je durchgeführter energetischer Sa¬

nierungsmaßnahme (Fensteraustausch, Fassadendämmung, Dachdämmung, Kellerdecken¬

dämmung, Hydraulischer Abgleich, Heizungsaustausch, Photovoltaik- und Solarthermiean-

lage) und weiterer Kenngrößen berechnet. Hierbei wird unterschieden zwischen den potenzi¬

ellen Einsparungen durch die in der Beratung angegebenen Interessen des Ratsuchenden

und den tatsächlich umgesetzten Einsparungen, welche im Zuge der Evaluation (Telefonbe¬

fragung) erfasst und anschließend berechnet werden.

In der folgenden Auflistung werden die groben Schritte zur Ermittlung der Energie- und THG-

Bilanz innerhalb des Sanierungsmanagements dargestellt. Hierbei finden sich die notwendi¬

gen Umrechnungsschritte, sowie die Anwendung der Emissions- und der Primärenergiefakto¬

ren.

  1. Berechnung der Emissionen in tCO2eq und des Primärenergieverbrauchs mit Hilfe des an¬

gegebenen Endenergieverbrauchs, ansonsten Zuordnung des spezifischen Endenergiebe¬

darfs nach Gebäudetyp auf Grundlage der Gebäudesteckbriefe.

  1. Zuordnung der spezifischen CO2-Einsparungen pro Maßnahme nach Gebäudetyp auf

Grundlage der Gebäudesteckbriefe.

  1. Berechnung der maßnahmenbezogenen CO2-Emissionseinsparungen in tCO2/a

  2. Berechnung der maßnahmenbezogenen Endenergieeinsparungen in [MWh/a] über den

CO2-Faktor:

45

[Seite 46]

Jährlich eingesparte Endenergie der Maßnahme in MWh/a = jährlich eingesparte C02-

Emissionen der Maßnahme in [t/aj/ CO2-Paktor des Energieträgers der Maßnahme

  1. Berechnung der maßnahmenbezogenen Primärenergieeinsparung in MWh/a über den Pri¬

märenergiefaktor:

Jährlich eingesparte Primärenergie der Maßnahme in [MWh/a] = jährlich eingesparte

Endenergie der Maßnahme in [MWh/a] * Primärenergiefaktor des Energieträgers der

Maßnahme

  1. Aufsummierung zur Gesamteinsparung (CO2-Emissionen, Endenergie und Primärenergie)

aller Maßnahmen eines Objektes

  1. Aufteilung der Einsparungen auf die Akteure im Quartier

  2. Bespielhafte Einordnung der eingesparten Endenergie im Quartier am Beispiel „typischer

Endenergieverbrauch Einfamilienhaus“

Um den Vergleich der Bilanzierungsergebnisse aus dem IEQK mit dem Sanierungsmanage¬

ment zu ermöglichen, wurden erneut die Emissionsfaktoren aus der Bilanzierungssystematik

Kommunal aus 2019 zugrunde gelegt (Abbildung 23). Neben reinen CO2- Emissionen werden

hierbei auch relevante Treibhausgase, wie Methan oder Lachgas, in CO2- Äquivalenten zu¬

sammengefasst. Die Primärenergiefaktoren zur Ermittlung des Primärenergieverbrauchs ba¬

sieren auf den Werten aus dem Gebäudeenergiegesetz (GEG).

Die Emissionsausgangsbasis der Gebäude kann auf Basis des Endenergieverbrauchs des

Ratsuchenden oder ggf. der Referenzwerte des Endenergiebedarfs aus den Gebäudesteck¬

briefen und mit Hilfe der vorliegenden Emissionsfaktoren zwar in CO2-Äquivalenten ermittelt

werden. In den Gebäudesteckbriefen werden allerdings die reinen CO2-Emissionen abgebil¬

det, so dass sich die prozentualen Einsparungen pro Maßnahme auch nur auf die CO2- Emis¬

sionen beziehen. Dies hat zur Folge, dass in der Ergebnisdarstellung THG-Äquivalente unter¬

schlagen werden und die tatsächliche THG-Ersparnis größer ausfällt.

46

[Seite 47]

Emissionsfaktoren gCO2eq/kWh

Abbildung 23: Emissionsfaktoren gemäß IEQK (BISKO 2019)

6.2 Evaluation der Energieberatung

In diesem Abschnitt werden die quantifizierten Auswertungen der Sanierungsmaßnahmen im

Rahmen der Energieberatung dargelegt. Dazu wird die durchgeführte Telefonumfrage zum

Umsetzungsstand (Evaluation) ausgewertet und die Ergebnisse in Form einer THG-, Endener¬

gie- und Primärenergie präsentiert.

Bei allen Personen mit Eigentum aus dem Projektgebiet, die durch die ICM beraten wurden,

wurde telefonisch nachgefasst (99 Fälle), um den tatsächlichen Stand der Umsetzung der im

Rahmen der Erstberatung besprochenen Maßnahmen zu erfragen. Einige der Ratsuchenden

konnten nicht erreicht werden, sodass keine Aussagen zur Umsetzung der besprochenen und

dokumentieren Maßnahmen möglich sind. Bei den Ratsuchenden, die erreicht werden konn¬

ten, sind nur die bisher tatsächlich umgesetzten und keine geplanten Maßnahmen in die Bi¬

lanzierung eingeflossen. Während der Telefonumfrage bei allen Ratsuchenden aus dem Quar¬

tier konnten bei 15 Gebäuden insgesamt 34 Maßnahmen an der Gebäudehülle und an der

Heizung festgestellt werden. Dabei konnten folgende Sanierungsmaßnahmen anteilig umge¬

setzt werden:

47

[Seite 48]

UMGESETZTE SANIERUNGSMAßNAHMEN IN %

■ PV-Anlagen-Anschluss

■ Fenstersanierung

■ Heizungsaustausch

■ Fassadensanierung

■ Dachsanierung

■ Kellersanierung

■ Solarthermie

■ Hydraulischer Abgleich

Abbildung 24: Aufteilung der umgesetzten Maßnahmen

Aus Abbildung 24 wird ersichtlich, dass der Großteil der Umsetzung auf die Neuinstallation

von Photovoltaik-Anlagen (26%, 9 Fälle) und der Fenstersanierung (26%, 9 Fälle) zurückzu¬

führen ist. Durch den Heizungsaustausch (15%, 5 Fälle) und Fassadensanierung (12%, 4

Fälle) konnte ebenfalls ein gewisser Anteil eingespart werden.

6.3 Evaluation weiterer Umsetzungen durch Akteure im Quartier

Im Rahmen der Evaluation zur Umsetzungen in Wohngebäuden wurden neben den Ratsu¬

chenden auch die, zu Beginn von Kapitel 6 erwähnten, relevanten Akteure der Wohnungswirt¬

schaft nach umgesetzten Sanierungsmaßnahmen innerhalb der Projektlaufzeit befragt. Die

Erfahrungen aus weiteren Quartieren hat gezeigt, dass hierbei zusätzliche signifikante Einspa¬

rungen zu bilanzieren sind und ein transparentes Bild der Energie- und Treibhausgasredukti¬

onen gezeichnet werden kann, sowie Doppelbilanzierungen einfacher vermieden werden kön¬

nen.

Die Datenanfrage der Akteure im Quartier Witten Heven-Ost/Crengeldanz blieb jedoch ohne

nennenswerten Erfolg. Die Datenanfrage an die Wohnungswirtschaft ergab zwar in einem Fall

eine Übersicht der Gebäude mit Kenndaten und Sanierungsstand, jedoch sind dabei keine

umgesetzten Maßnahmen innerhalb der Projektlaufzeit zu dokumentieren.

48

[Seite 49]

6.4 Ergebnisse der Energie- und Emissionsbilanz

Für den Bereich Wohnen konnten über die telefonische Befragung aktuelle Daten gewonnen

und mit Werten, die im Zuge vorheriger Beratungen ermittelt wurden, zusammengeführt wer¬

den. Für den Bereich wurden 2019 im Rahmen des IEQK Emissionen in Höhe von 27.900 t

CO2eq/a ermittelt (private Haushalte). Das entsprach 36 Prozent der insgesamt im Quartier

ermittelten Emissionen aus 2019. Damit ist der Sektor Wohnen der zweitgrößte Hauptemittent

im Quartier. Der Gebäudebestand an Wohngebäude im privaten Eigentum lag 2019 bei ca.

1.400 Gebäuden, woraus sich ein Emissionsreferenzwert von ca. 20 tCO2eq/a pro Gebäude

ergibt.

In Abbildung 25 sind die vorherigen und heutigen absoluten CO2-Emissionen, Primär- und

Endenergiebezüge, für den Bereich Wärme, der im Tool aufgenommen Gebäude aus Bera¬

tungen dargestellt. Die durchschnittlichen Emissionen pro untersuchtem Gebäude lag mit 11,9

tCO2eq/a deutlich unterhalb des oben erwähnten Durchschnitts im gesamten Quartier, was

unter anderem an einem hohen Anteil an Mehrfamilienhäusern liegt, da hier die Emissions¬

intensität pro Wohnfläche in der Regel deutlich geringer ausfällt als bei Einfamilien- oder

Reihenhäusern.

THG-Emissionen Wärme:

vor der Umsetzung nach der Umsetzung [t/a]

1.297,50

EndenergiebezugWärme:

vor der Umsetzung nach der Umsetzung [MWh/a] [MWh/a]

4.397,79

PrimärenergiebezugWärme:

vor der Umsetzung nach der Umsetzung

[MWh/a] [MWh/a]

5.328,49 4.949,59

Abbildung 25: Darstellung der THG-Emissionen und Energiebezüge vorher und nach umgesetzten Maßnahmen

Der durchschnittliche Emissionsfaktor bezogen auf die erfassten Gebäude im Sanierungsma¬

nagement liegt bei etwa 279 gCO2eq/kWh und damit zwischen dem Emissionsfaktor von Erd¬

gas und Heizöl (Abbildung 26). Der Wert ergibt sich aus dem Quotienten aus THG-Emissionen

und dem Gesamtendenergiebezug für Wärme (Abbildung 25), und bezieht sich aufgrund der

aktuellen Endenergieverbräuche und -bedarfe auf den Zeitraum 2021-2024. Dabei muss aber

beachtet werden, dass bei der Gebäudeemissionsberechnung die BISKO-Faktoren aus dem

49

[Seite 50]

Jahr 2019 des IEQK berücksichtigt wurden, weshalb eine zusätzliche Umrechnung mit aktuel¬

len Emissionsfaktoren notwendig wäre, um auch von einem aktuellen Emissionsfaktor zu spre¬

chen.

Emissionsfaktoren gCO2eq/kWh

Abbildung 26: Der Durchschnittliche Emissionsfaktor der Ratsuchenden im Quartier im Vergleich zu den Emissi¬ onsfaktoren der Energieträger

Durch die im Gebiet umgesetzten energetischen Sanierungsmaßnahmen an den, im Rahmen

der Auswertung erfassten Wohngebäuden, konnten in den vergangenen drei Jahren eine mo¬

derate Einsparung an CO2 erzielt werden. So konnte der jährliche CO2-Ausstoß um etwa 8 %

gesenkt werden (1.297,51CO2 eq/a zu 1.190 t CO2 eq/a; vgl. Abbildung 25). Zukünftig werden

bilanziell durch diese Maßnahmen weiterhin etwa 107,02 t pro Jahr eingespart werden (Abbil¬

dung 27).

Potential an Einsparungen im Quartier Witten Heven-Ost/Crengeldanz aufgrund Beratungen

CO2-Einsparung Endenergieeinsparung Primärenergieeinsparung [t/a] [MWh/a] [MWh/a]

852,75 1.328,19 -29%

Tatsächlich umgesetzte Einsparungen im Quartier

CO2-Einsparung Endenergieeinsparung Primärenergieeinsparung [t/a] [MWh/a] [MWh/a]

378,90

Abbildung 27: Einsparungen im Quartier durch tatsächlich umgesetzte Sanierungsmaßnahmen

Auf das gesamte Quartier bezogen können durch die umgesetzten Sanierungsmaßnahmen

(ca. 107 tCO2/a) jährlich ca. 0,4% der Gesamttreibhausgasemissionen des Sektors Wohnen

(27.900 tCO2eq/a) eingespart werden, wobei in den Gesamtemissionen auch der Bereich

Wohnungswirtschaft zugerechnet wird. 50

[Seite 51]

Energie- und Emissionseinsparungen in MWh/a und t/a durch technische Maßnahmen in der Umsetzung

Abbildung 28: Aufteilung der quantifizierbaren Einsparungen auf die einzelnen Maßnahmen

Die Aufteilung der Einsparungen nach Maßnahmentyp (Abbildung 28) verdeutlicht, dass die

größte Emissionseinsparung in den Bereichen PV, Heizung und Fassadendämmung erreicht

wurden.

6.5 Abgleich der Potenzial- und Zielgrößen des IEQK

Während der Konzepterstellung wurden Einsparungspotentiale und Ziele im IEQK für ei¬

nen Umsetzungszeitraum von fünf Jahren benannt, um eine Erfolgskontrolle bei der Um¬

setzung zu ermöglichen. Es werden im Rahmen der technischen Maßnahmen folgende Ziele

genannt, welche durch das Sanierungsmanagement zu quantifizieren sind (vgl. S.88 IEQK):

• 3% jährliche Sanierungsquote

• 40 neue mittlere PV-Anlagen im Quartier (jeweils ca. 4 kWp)

• 5 neue Solarthermieanlagen

• Austausch der Heizungen älter 20 Jahre

• 5 EFH/RH werden an das Erdgasnetz angeschlossen

• 5 Mehrfamilienhäuser werden an das Erdgasnetz angeschlossen

• 5 Wohngebäude (EFH/RH) werden auf Wärmepumpe umgestellt

• 5 Wohngebäude (EFH/RH) werden teilweise auf Biomasse umgestellt

Zudem werden folgende Potentiale zur Minderung der Emissionen und Energie benannt:

51

[Seite 52]

Themenfeld Annahme

Sanierung des Wohngebäudebestands Die jährliche Sanierungsrate im Wohngebäudebestand kann auf drei Prozent gesteigert werden.

Energieeffizienz im Bereich Nichtwoh¬ Zehn Prozent des maximalen Einsparpotenzials nen (Strom / Wärme) werden gehoben.

Effizienzpotenziale durch Heizungsmo- Heizungen (Heizöl und Erdgas), die älter als 20 Jahre dernisierungen (Heizöl und Erdgas) sind, werden auf moderne Brennwerttechnik umge¬ stellt. Zudem werden zehn Wohngebäude (fünf Einfa¬ milien- und Reihenhäuser sowie fünf Mehrfamilienhäu¬ ser) an das Erdgasnetz angeschlossen.

Nutzung von Photovoltaik Es werden 40 neue Photovoltaikanlagen mittlerer Grö¬ ße (jeweils ca. 4 kWp) installiert.

Nutzung von Solarthermie Es werden fünf neue Solarthermieanlagen zur Warm¬ wasserbereitstellung (und Heizungsunterstützung in Kombination mit einem Erdgas-Brennwertkessel) er¬ richtet.

Nutzung von Umweltwärme FünfWohngebäude (Einfamilien- und Reihenhäuser) werden auf Wärmepumpen umgestellt.

Nutzung von Biomasse FünfWohngebäude (Einfamilien- und Reihenhäuser) werden (teilweise) auf Biomasse umgestellt, insbeson¬ dere als Ersatz für den nicht-leitungsgebundenen Energieträger Heizöl.

Nutzung von KWK Es werden vier Mikro-BHKW (< 10 kW) sowie zwei Mini-BHKW (< 30 kW) errichtet.

Stromeinsparung in privaten Haushalten 7,5 Prozent Stromeinsparung können erreicht werden.

Abbildung 29: Annahmen zur Potenzialbewertung aus dem IEQK (vgl. IEQK, S.88)

Ein direkter Vergleich der absoluten Einsparungen an THG-Emissionen und Energie, zwischen

den Konzeptergebnissen und den Umsetzungen im Sanierungsmanagement ist an dieser

Stelle allerdings nur bedingt möglich, da sich das „Ziel-Szenario der Energie- und THG-Bilanz“

auf den Gesamtbestand (Wohngebäude und Nichtwohngebäude) bezieht und die erzielten

Einsparungen lediglich die durch das Sanierungsmanagement erfassten Sanierungen abbil¬

det. Sprich: Hier werden die energetischen Einsparungen unterschiedlicher Gebäudeanzahlen

verglichen. Zudem ist verkürzte Projektlaufzeit im Zuge der entfallenden KfW432-Förderung

zu berücksichtigen.

Der direkte Vergleich (Abbildung 30) liefert dennoch auch wichtige zu nennende Erkenntnisse.

Es werden die im IEQK berechneten Einsparungen für Sanierungsmaßnahmen (inklusive Hei¬

zungsaustausch, PV, Solarthermie, hydraulischer Abgleich) für die 1.400 Gebäude herange¬

zogen. Es ist eine stufenweise Minderung der Einspareffekte ersichtlich, welche durchaus be¬

gründet ist. Vordergründig ist die Gebäudeanzahl zwischen IEQK und Sanierungsmanage¬

ment, aufgrund der Abhängigkeit vom Beratungsinteresse der Ratsuchenden, stark abwei¬

chend, weswegen ein Vergleich der Einsparungen pro Gebäude zielführender ist. Ebenso

ergibt sich eine potenzielle Abweichung von theoretisch berechneter Einsparung zu realer Um¬

setzung, da die Bereitschaft zur Umsetzung von Rahmenbedingungen (Pandemie, Liefereng¬

pässen, Energiepreisschwankungen) in der Projektlaufzeit besonders stark geprägt war.

52

[Seite 53]

Das Beratungspotenzial quantifiziert die grundsätzliche Bereitschaft der Ratsuchenden zur

Umsetzung von Energieeinsparmaßnahmen. Die Auswertung dieses Potenzial veranschau¬

licht eine sehr hohe Bereitschaft unter den Ratsuchenden, da der Quotient der Emissionsein¬

sparungen zwischen Potenzial und Konzept (4,3) deutlich geringer ausfällt als das Verhältnis

der Gebäudeanzahl aus Konzept zu Sanierungsmanagement (12,8), d.h. es wurde trotz deut¬

lich geringerer Gebäudeanzahl im Vergleich zum Gesamtgebäudebestand eine vergleichs¬

weise hohe potenzielle Einsparung berechnet. Diese Erkenntnis lässt wiederum Schlussfolge¬

rungen auf die Hemmnisse innerhalb der Umsetzung zu.

Vergleich der Energie- und Emissionseinsparungen zwischen Konzept, Beratungspotential und Umsetzung

| 107 Umsetzung 379

| 249

378 Potential 1.326

853

1.653 Konzept 7.301

6.107

0 1.000 2.000 3.000 4.000 5.000 6.000 7.000 8.000

■ CO2-Emissionen Primärenergie ■ Endenergie [t/a] [MWh/a] [MWh/a]

Abbildung 30: Vergleich der Einsparungen zwischen IEQK (Konzept), Beratungspotenzial und der Umsetzung durch das Sanierungsmanagement

Der Abgleich der Soll-Ist-Situation wird zudem durch folgende Punkte erschwert:

  1. Es handelt sich um ein Entwicklungsszenario für Heven-Ost/Crengeldanz und

nimmt keinerlei Rücksicht auf die Eigentümerstruktur.

  1. Es handelt sich nicht um eine Prognose, sondern lediglich um die Beschreibung

eines möglichen Entwicklungspfads für das Quartier.

  1. Der Umsetzungszeitraum im Konzept beträgt 5 Jahre, während das Sanierungsma¬

nagement nur 3 Jahre lief.

  1. Es wurden nicht alle Maßnahmen aus dem Konzept vollumfänglich umgesetzt, wel¬

che u.a. einen positiven Einfluss auf die Umsetzungsbereitschaft der Ratsuchenden

haben könnten (z.B. Wärmenetzausbau, Nutzung von Kraft-Wärme-Kopplung).

53

[Seite 54]

Dennoch ist beim Vergleich des Konzeptszenarios und der Ergebnisse der Umsetzung klar zu

erkennen, dass sich die Einsparpotenziale laut Konzeptszenario von den Einsparungen in der

Umsetzungsphase deutlich unterscheiden.

Soll-Ist: 3% Sanierungsquote

Der ca. 1.400 Gebäude umfassende Bestand privater Eigentümerinnen besteht aus rund 46%

Mehrfamilienhäusern und ca. 30% Einfamilienhäusern und weist laut Konzept bei einem End¬

energiebedarf von umgerechnet ca. 90.620 MWh/a (46% am Gesamtbedarf) ein Endenergie¬

einsparpotenzial von ca. 11.195 MWh/a auf. Hieraus ergibt sich ein spezifisches Endenergie¬

einsparpotenzial von etwa 8,0 MWh/a pro Gebäude. Während der Umsetzung ist eine Viel¬

zahl von Maßnahmen an den privaten Beständen realisiert worden, dabei konnten 249 MWh/a

Endenergie für 99 Gebäude eingespart werden. Hieraus ergeben sich in etwa 2,5 MWh/a pro

Gebäude. Diese Endenergieeinsparung ist auf 99 Gebäude runtergerechnet deutlich niedriger

als das spezifische Endenergieeinsparungspotenzial aus dem Konzept und zeigt auf, dass

man den Erwartungen der Endenergieeinsparung aus dem Konzept mit dem Sanierungsma¬

nagement allein nicht gerecht wird. Gründe dafür sind in vielen Fällen die bereits genannten

Rahmenbedingungen (Pandemie, Lieferengpässe, Energiepreisschwankungen), sowie in den

Konzeptberechnungen unberücksichtigte Sozialstrukturen im Quartier. Hierbei ist wichtig zu

erwähnen, dass Einsparungen durch Photovoltaikinstallationen in der Endenergiebilanz nicht

auftauchen, da bilanziell gesehen durch den Einbau von Photovoltaik lediglich Primärenergie

eingespart wird und keine Endenergie.

Grundsätzlich wird der größte Einspareffekt pro Gebäude in jedem Fall durch die Umsetzung

mehrerer Sanierungsmaßnahmen erzielt. Diese können aus den folgenden bestehen:

• Wärmedämmung an der Fassade

• Sonstige Wärmedämmung (z. B. Dach, Kellerdecke)

• Austausch von Fenstern und Außentüren

• Erneuerung der Heizung und/oder Wechsel des Energieträgers

• Durchführung eines hydraulischen Abgleichs

• Solarthermie/Photovoltaik

Im gesamten Projektzeitraum wurde an keiner Immobilie jede dieser Maßnahmen durchge¬

führt. Vereinzelt gab es Immobilien, die zwei oder mehr Sanierungen durchgeführt haben. Ins¬

gesamt wurden in der Laufzeit von 3 Jahren im Rahmen des Sanierungsmanagements an 15

Gebäuden 34 Modernisierungsmaßnahmen festgestellt. Das entspricht auf den gesamten pri¬

vaten Wohngebäudebestand im Quartier (1.400) einer jährlichen Sanierungsquote von 0,4 %.

Bezogen auf die untersuchten Gebäude durch Beratungen der ICM (99) ergibt sich eine Quote

54

[Seite 55]

von 5,1 %. Die Gründe dafür dass die Sanierungsquote von 0,4% so gering ausfällt werden

folgend genannt:

■ Energiewirtschaftliche Rahmenbedingungen (Pandemie, Energiepreis¬

schwankungen, kurzfristige Unsicherheiten um Heizenergiegesetz, Lie¬

ferengpässe, Inflation, ansteigende Baukosten)

■ Wenig Grundbereitschaft/ zu geringe Anzahl an Ratsuchenden d.h. zu

wenig Aktivierung

■ Verkürzte Projektlaufzeit

■ Finanziell schwache Sozialstruktur im Quartier

■ Keine Kommunale Förderrichtlinie

Das Zielergebnis von 3,0 % Sanierungsquote wurde damit, unter den bereits erwähnten Rah¬

menbedingungen innerhalb der Projektlaufzeit, verfehlt. Es ist jedoch hervorzuheben, dass

unter der Anzahl der Ratsuchenden eine sehr gute Sanierungsquote erreicht wurde.

40 neue mittlere PV-Anlagen im Quartier (jeweils ca. 4 kWp)

Innerhalb der Umsetzung des Sanierungsmanagements mit integrierter Beratung konnten in¬

nerhalb der drei Jahre bei den 99 erfassten Objekten neun neue PV-Anlagen (insgesamt ca.

65 kWp Nennleistung) festgestellt werden. Das entspricht etwa 7,2 kWp pro Anlage. Damit

wurde das Ziel von 40 Anlagen verfehlt, die durchschnittliche Anlagennennleistung jedoch

übertroffen. Bei dem Vergleich der Anlagenanzahl muss beachtet werden, dass die Laufzeit

des Sanierungsmanagement um zwei Jahre geringer ausfällt als der anvisierte Umsetzungs¬

zeitraum im Konzept. Auch Materialverzögerungen (z.B. durch Lieferengpässe) haben die Si¬

tuation im Projektzeitraum erschwert. Es ist davon auszugehen, dass im Projektgebiet auch

losgelöst von der Energieberatung PV-Anlagen installiert wurden und die tatsächliche Anzahl

somit über den neun Anlagen liegt. Dies bekräftigt auch der gesamtstädtische Ausbau der PV,

welcher sich von 2022 auf 2023 um ca. 38% erhöht hat4.

Fünf neue Solarthermieanlagen

Es konnten im Quartier im Projektzeitraum zwei umgesetzte Solarthermieanlagen registriert

werden. Innerhalb aller 99 Beratungen waren insgesamt zehn Personen an einer solarthermi¬

schen Anlage interessiert. Da hierbei jedoch zumeist ein gleichwertiges Interesse an einer

Photovoltaikanlage bestand, wurde in den meisten Fällen ebenjene umgesetzt. An diesem

4 Stadt Witten (2024), Photovoltaik, Daten und Fakten 2023, Online abrufbar unter: https://www.wit- ten.de/portal/seiten/photovoltaik-90000011 0-37500.html [Letzter Zugriff: 09.12.2024] 55

[Seite 56]

Beispiel wird die direkte Konkurrenzsituation zwischen beiden Technologien deutlich. Die Ziel¬

vorgabe konnte damit zum jetzigen Standpunkt nicht erfüllt werden.

Austausch der Heizungen älter 20 Jahre

Unter den 99 umgesetzten Beratungen konnten 39 Heizungen ermittelt werden, welche älter

als 20 Jahre sind. Im Projektzeitraum wurden unter den untersuchten Objekten lediglich drei

Heizungen ausgetauscht die älter als 20 Jahre sind. Die Gründe hierfür sind vielseitig. Zu Be¬

ginn des Projekts waren die letzten Züge der Corona-Pandemie, sodass eine grundsätzliche

Vorsicht bei Investitionen herrschte. Im zweiten Projektjahr wurde durch die Erdgasmangel¬

lage in Folge des russischen Angriffskrieges die Unsicherheiten vergrößert und auch der end¬

gültige Atomausstieg 2023 und der damit einhergehende kurzfristige Anstieg der Strompreise

ließ einen Energieträgerwechsel stocken. Die politischen Rahmenbedingungen wurden zudem

durch das neue GEG (2024) und dem Startschuss für die kommunale Wärmeplanung verän¬

dert, was ebenfalls zu kurzfristigen Unsicherheiten führte. Besonders im Wärmenetzausbau

bedarf es eine gewisse Planungssicherheit für die Bürgerinnen und Bürger. Da es zusätzlich

im Quartier keine kommunale Förderrichtlinie gibt, sind die genannten Rahmenbedingungen

sicherlich Einflüsse, die bei verhältnismäßig hohen Investitionen in eine neue Heizung eine

Rolle spielen können. Positiv zu bemerken ist, dass unter den insgesamt fünf Heizungsaus¬

täuschen drei Ratsuchende auf eine Wärmepumpe umgestiegen sind.

Fünf Einfamilienhäuser/Reihenhäuser werden an das Erdgasnetz angeschlos¬

sen

Unter den 99 untersuchten Objekten befinden sich 4 Einfamilienhäuser, welche mit den Ener¬

gieträgen Heizöl oder Nachtspeicherstrom beheizt werden. Damit ist das maximal zu erschlie¬

ßende Potenzial für neue Erdgasanschlüsse bereits unterhalb der Zielvorgabe und kann daher

mit den erfassten Gebäuden nicht erreicht werden.

Unter den untersuchten Objekten konnte zudem keine neue Anbindung an das Erdgasnetz

festgestellt werden. Stattdessen gab es unter den Einfamilienhäusern ein Gebäude mit Bau¬

jahr älter als 50 Jahre mit einem direkten Wechsel von Heizöl auf den Energieträger Strom

durch den Einsatz einer Wärmepumpe. Anhand dieses Beispiels soll aufgezeigt werden, dass

die Brückenlösung Erdgas längst nicht mehr dem aktuellen Zeitgeist und technischem Stand

entspricht. Es ist mittlerweile allgemein bekannt, dass unter anderem durch gezielte Sanie¬

rungsmaßnahmen oder Anpassungen des Wärmeübertragungssystems die Schlüsseltechno¬

logie der Wärmepumpe auch den Einsatz im Gebäudebestand findet. Unter Einbeziehung der

seit 2019 stark veränderten Situation auf dem Erdgasmarkt und der ansteigenden CO2-Beprei-

sung sowie unter der Berücksichtigung der Klimaziele der Bundesregierung zur

56

[Seite 57]

Treibhausgasneutralität 2045 lässt sich zudem die Neuanschaffung einer Gasheizung mit ei¬

ner technischen Nutzungsdauer von mindestens 20 Jahren aus langfristig wirtschaftlicher

Sicht nur noch schwer vermitteln. Die Zielvorgabe aus dem IEQK lässt sich daher als veraltet

darstellen und würde aus heutiger Sicht höchstwahrscheinlich differierend formuliert werden.

Fünf Mehrfamilienhäuser werden an das Erdgasnetz angeschlossen

Unter den 99 untersuchten Objekten befinden sich drei Mehrfamilienhäuser, welche mit den

Energieträgen Heizöl oder Nachtspeicherstrom beheizt werden. Damit ist das maximal zu er¬

schließende Potenzial für neue Erdgasanschlüsse bereits unterhalb der Zielvorgabe und kann

daher mit den erfassten Gebäuden nicht erreicht werden. Unter den untersuchten Objekten

konnte zudem keine neue Anbindung an das Erdgasnetz festgestellt werden.

FünfWohngebäude (EFH/RH) werden auf Wärmepumpe umgestellt

Unter den fünf Heizungswechseln gab es drei Umstellungen auf eine Wärmepumpe bei Einfa¬

milien- und Reihenhäusern. Damit wurde das Ziel fast erreicht und das Ergebnis ist unter den

zuvor genannten Rahmenbedingungen positiv zu bewerten. Da das Thema Wärmepumpe

während der Projektlaufzeit medial stark präsent war, ist davon auszugehen, dass neben den

erfassten Umstellungen besonders im EFH/RH-Segment weitere Wärmepumpen eingebaut

wurden.

FünfWohngebäude (EFH/RH) werden auf Biomasse umgestellt

Im Projektzeitraum gab es keine Umstellungen auf Biomasse unter den untersuchten Objek¬

ten. Wie auch bei Erdgas wird jedoch empfohlen, die stetigen Veränderungen bei der Poten¬

zialbewertung alternativer Energieträger mit einzubeziehen und neu zu bewerten.

Beispielhafte Einordnung der Endenergieeinsparung innerhalb des Sanierungs¬

managements

Abschließend erfolgt eine Einordnung der Erfolge des Sanierungsmanagements im

Endenergiesektor für Witten Heven-Ost/Crengeldanz mit Hilfe des typischen Verbrauchs eines

3-Personen-Einfamilienhauses. Tabelle 3 zeigt hierzu die durchschnittlichen Verbräuche

eines 3-Personen-Haushalts und die Anzahl der eingesparten Endenergieverbräuche (nur

Wärme) von EFHs durch die Gesamteinsparungen im Projekt. Im Ergebnis konnte durch die

Maßnahmen des Sanierungsmanagements im Quartier der Endenergieverbrauch (Wärme)

von neun Einfamilienhäusern (3 Personen-Haushalt) eingespart werden.

57

[Seite 58]

Tabelle 3: Einordnung Einsparung durch das Sanierungsmanagement5

Einsparungen - Beispielhafte Einordnung

[0 EFH (3

^Annahme Endenergieverbrauch Brennstoff:"^^^^^ 22 MWh

^Annahme Endenergieverbrauch elektrische“ Energie: 3 MWh

^Endenergieverbrauch 25 MWh

FEndenergieeinsparungenim"Quart 249 MWh

^Anzahl eingesparter EFHs"(3P)~ 9,9

9 x Endenergieverbrauch EFH (3P)

Im Vergleich mit weiteren Quartieren aus dem Sanierungsmanagement nach KfW432 liegt das

Quartier mit einer jährlichen Endenergieeinsparung von ca. 42 kWh/ Gebäude unter dem

Durchschnitt (152 kWh/Gebäude). Ähnlich verhält es sich bei der CO2-Einsparung, bei der das

Quartier pro Projektjahr mit 36 t/a etwas unterhalb des Durchschnitts liegt.

5 Quelle für Annäherung: https://www.effizienzhaus-online.de/energieverbrauch-haus/ 58

[Seite 59]

7. Fazit und Ausblick

Das Ziel des Programms KfW-432 im Energiequartier Heven-Ost/Crengeldanz bestand darin,

die CO2-Emissionen im Rahmen der übergeordneten Klimaschutz- und Nachhaltigkeitsstrate¬

gie der Stadt Witten zu senken. Im Vordergrund standen dabei die energetische Sanierung

von Wohn- und Gewerbegebäuden sowie die Einbindung von Immobilieneigentümern und

Mietern. Es wurden Maßnahmen zur Verbesserung der Wärmeversorgung sowie zur Steige¬

rung der Energieeffizienz durch Heizungsmodernisierungen und erneuerbare Energien umge¬

setzt. Darüber hinaus erfolgte eine zielgerichtete Aufklärung und Sensibilisierung der Bevöl¬

kerung zu den Themen Energieeinsparung und Emissionsminderung.

Ein besonderer Schwerpunkt lag auf der Kommunikationsarbeit, die eine entscheidende Rolle

im Sanierungsmanagement spielte. Sie umfasste die direkte Beratung vor Ort sowie verschie¬

dene Veranstaltungen zur Information der Quartiersbewohner*innen. Das Projekt „Energie¬

quartier Heven-Ost/Crengeldanz“ wurde über gezielte Öffentlichkeitsarbeit wie Themen¬

abende, Stadtteilspaziergänge und Wettbewerbe bekannt gemacht. Das Sanierungsmanage¬

ment-Team, bestehend aus Projektleitung, Energieberatern und Öffentlichkeitsarbeitern, ar¬

beitete eng mit der Stadt Witten, Unternehmen im Projektgebiet, dem Quartiersbüro Heven-

Ost/Crengeldanz, der Wohnungswirtschaft sowie weiteren Akteuren zusammen, um die Ziele

des Projekts zu erreichen.

Die Corona-Pandemie stellte auch in diesem Projekt eine Herausforderung dar, da die direkte

Ansprache von Eigentümerinnen und Mieterinnen zunächst nur eingeschränkt möglich war.

Präsenzveranstaltungen konnten erst im zweiten Projektjahr regelmäßig stattfinden, was den

Start der Aktivierungsmaßnahmen verzögerte. Dennoch konnte durch gezielte Online-Formate

und digitale Kommunikationskanäle das Interesse der Quartiersbewohnerinnen geweckt wer¬

den.

Im Laufe des Projekts wurden zahlreiche Maßnahmen zur Aktivierung der Bewohnerinnen

umgesetzt. Dazu gehörten gezielte Informationsveranstaltungen zu Themen wie Photovoltaik

und Heizungsmodernisierung, Infostände im Quartier und saisonale Aktionen. Die Kombina¬

tion aus direkter Ansprache und breiter Öffentlichkeitsarbeit führte zu einer deutlichen Steige¬

rung der Bekanntheit des Projekts und der Anzahl der Beratungen. Insbesondere die Beratun¬

gen zu Photovoltaikanlagen, Wärmedämmung und Heizungsmodernisierungen stießen auf

großes Interesse.

Die Bilanzierungsergebnisse zeigen, dass im Laufe des Projektzeitraums durch die Bemühun¬

gen des Sanierungsmanagements eine jährliche CÖ2-Reduktion von 0,4 % im Quartier erreicht

werden konnte. Insgesamt wurden nach Beratung durch das Sanierungsmanagement 36

59

[Seite 60]

Sanierungsmaßnahmen durchgeführt, darunter fünf Heizungsmodernisierungen, neun Photo¬

voltaikanlagen und drei Wärmepumpen. Diese Maßnahmen führten zu Einsparungen von etwa

249 Megawattstunden Endenergie und 379 Megawattstunden Primärenergie pro Jahr.

Trotz der umfangreichen Maßnahmen blieb der Zugang zu Mietern herausfordernd, da sie nur

bedingt Einfluss auf die energetische Sanierung ihrer Gebäude haben. Dennoch zeigten einige

Initiativen, wie die Nachfrage nach Ba Ikon kraftwerken, dass auch bei Mieterinnen, sofern es

in ihrem Gestaltungsrahmen liegt, ein Interesse an Energieeinsparungen besteht.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass das Sanierungsmanagement im Energiequartier

Heven-Ost/Crengeldanz erfolgreich dazu beigetragen hat, die Klimaschutzziele der Stadt Wit¬

ten voranzubringen. Die erzielten Einsparungen und die hohe Beteiligung der Quartiersbewoh-

ner*innen zeigen, dass durch gezielte Beratung und Aufklärung ein wichtiger Beitrag zur nach¬

haltigen Stadtentwicklung geleistet werden konnte. Das Projekt hat die Grundlage für weitere

Maßnahmen in den kommenden Jahren geschaffen und verdeutlicht, dass eine enge Zusam¬

menarbeit zwischen Stadt, Bürgerinnen und externen Akteuren notwendig ist, um die Ener¬

giewende auf Quartiersebene erfolgreich zu gestalten. Eine Weiterführung des Projekts wäre

wünschenswert, um die erreichten Ergebnisse auszubauen und zu verstetigen.

60

[Seite 61]

8. Anhang

Abbildung 31: Türanhänger Außen

01.05.-21.05.2023 01.06.2023 STADTRADELN 2023 Themenabend Photovoltaik

Energieberater Markus Wohlgemuth informiert an diesem Themenabend über die Techniken und Anwendungsmöglichkeiten von Photovoltaik und schafft ein Verständnis für die Grundlagen der Solarenergie. DieTeilnenmerzahl ist begrenzt Melden Sie sich jetzt an! Ev. Christuskirche Witten Sandstrafle 12 um 18:00 Uhr

13.06.2023 Stadtteilspaziergang .Watt-Wanderung"

Im Rahmen der .Watt-Wanderung" laden laden " die Stadt Witten und das Energiequartier HOC Sie zu einem Stadtteilspaziergang ein. weicher über Praxiserfahrurigen t>ei der Anschaffung ener Solaranlage informiert. Unterstützt durch «'nen Energieberater des Energiequartiers sowie Erfahr¬ ungsberichte von Nachbarinnen aus dem Quartier möchten wir Ihnen an Anscliauungsexempiaren Vorteile. Hindernisse und Besonderheiten bei der Installation von Solaranlagen erläutern. Treffpunkt: Ev. Trinitatis Gemeinde Witten. Steinhügel 38 um 18:00 Uhr

Oer Treffpunkt wird auf der Projektwebseite bekannt gegeben. Alle Angebote sind kostenlos! Start um 17:00 Uhr Jetzt per Scan online anmelden

Abbildung 32: Türanhänger Innen

61

[Seite 62]

Witten Energiequartier Universitätsstadt an der Ruhr Heven-OsVCrengeldanz

DAS ENERGIEQUARTIER LÄDT EIN 1

kostenfrei UNSERE VERANSTALTUNGEN Verao r s e t i a h l ?t lln IM MAI UND JUNI

01.05.-21.05.2023 Stadtradeln 2023 01.06.2023 Themenabend Photovoltaik Anmeldung erforderlich Informationen und Anmeldung unter: Anmeldung erforderlich www.stadtradeln.de/witten (Scan QR Code oder Webseite)

an der Ev. Christuskirche Witten, Sandstraße 12 um 18:00 Uhr 11.05.2023 Online-Themenabend E-Mobilität

Anmeldung erforderlich 13.06.2023 (Scan QR Code oder Webseite) Stadtteilspaziergang „Watt-Wanderung"^ Um 18:00 Uhr via Videokonferenzsystem Zoom. Anmeldung erforderlich (Scan QR Code oder Webseite) Treffpunkt: 12.05.2023 Ev. Trinitatis Gemeinde Witten, Steinhügel 38 Stadtteilspaziergang um 18:00 Uhr

Treffpunkt: Herbeder Str. 69 Start um 17:00 Uhr. Alle Angebote sind kostenlos! Jetzt per Scan online anmelden

Et?

Alle weiteren Informationen unter: www.energiequartienwittenhoc.de Wir freuen uns über Ihre Teilnahme! i

Ansprechpartnerin: Melissa Jahnke, Sprockhöveler Straße 28, 58455 Witten Telefon: 02302/5814140, E-Mail: energiequartier@wrttenhoc.de [i

Abbildung 33: Plakat Kampagne Mobilität und Photovoltaik

Wir informieren Sie über Handlungsanforderungen durch das neue Heizungsgesetz Moderne Heiztechnik Tipps und Tricks beim Heizen Wir freuen uns über Ihre Teilnahme!

Abbildung 34: Einladung Kampagne Heizungsmodernisierung Seite 1

62

[Seite 63]

Unsere Themenabende im Herbst Bitte melden Sie sich vorab an unter September Heizungsgesetz - 28.09.2023 Aktuelle Entwicklungen zum GEG Direkt per Scan des QR Codes EBtüf mit Energieberater Volker Tornow (ICM) E-Mail energieq uartier@wittenhoc. de Ort Gemeindesaal der Ev. Christuskirche Telefon 02302/5814140 Sandstraße 12 58455 Witten www.energiequartier.wittenhoc.de Wann 18:00 Uhr Ansprechpartnerin November Clever Heizen - 02.11.2023 Melissa Jahnke lohnt sich eine Wärmepumpe? Sprockhöveler Straße 28 mit Energieberater Christoph Wissing 58455 Witten Ort Online über das Videokonferenzsystem _

OICM Klimaschutz Wirkt in Witten U GREEHZERO __

Abbildung 35: Einladung Kampagne Heizungsmodernisierung Seite 2

  1. Wie zufrieden sind Sie mit der Energieberatung vor Ort? (1 = sehr zufrieden, 5 = unzufrieden)

Weitere Details Einblicke

1.93

Durchschnittliche Bewertung

Abbildung 36 Zufriedenheit mit der Energieberatung vor Ort

63

[Seite 64]

  1. Ausweichen Gründen haben Sie (noch) keine Sanierungsmaßnahme umgesetzt?

Weitere Details

Finanzielle Gründe 7 O Handwerkermangel 1

£ Baumaterial nicht verfügbar 1 O Zeitlicher Aufwand 3 f Zu wenig Information 3

Unsichere Gesetzeslage 11 0 Sonstiges 5

Abbildung 37: Gründe für ausbleibende Sanierung

  1. Ich wünsche mir im Energiequartier mehr...

Weitere Details

Themenabende 7

Nachbarschaftsaktionen 0 0 Workshops 3

Best-Practice Besichtigungen 0

• Fördermittel 10

• Sonstiges 4

Abbildung 38: Wünsche an Aktionen im Energiequartier

64

[Seite 65]

  1. Zu welchem Thema wünschen Sie sich mehr Informationen? (z.B. Dämmung, Photovoltaik...)

Weitere Details Einblicke

Neueste Antworten 19 "Warum wird das nicht für gesamt Witten angeboten?" "Dämmung " Antworten "Dämmung, Photovoltaik, "

10 Befragten (53%) antworteten Photovoltaik für diese Frage. Solarthermie Fotovoltaik energetische Maßnahmen E-Kfz Laufende Informationen Option

Photovoltaik

Heizungsumrüstung Dacnbegrunung

Angabe Förderungen gesamt Witten Wärmepumpen Thema

Alternativen Ladestationen Fernwärmeversorgung

Abbildung 39: Zu welchem Thema sind mehr Informationen gewünscht?

65

Alle Unterlagen dieser Ausschreibung